Sonntag, 13. Dezember 2009

Barbarossa&Co













Nach dem Aufziehen des gesamten bisherigen Kalendariums auf den USB-Stick stehe ich nun vor der Frage:
Wie geht es weiter?
Ich könnte gegen das Vorgehen unserer Regierung in Afghanistan schreiben.
Oder an meinem historischen Roman weiterarbeiten.
Oder einfach mal eine Pause machen.
Zwei Bücher sind mir total reingelaufen:
Die "Schwarzwaldgeschichten" von Jürgen Lodemann und "Barbarossa&Co, Reise ins Land der Staufer" von Johannes Lehmann. Im ersten erfuhr ich zu meinem Erstaunen, dass Hemingway hier bei uns im Schwarzwald als "Ausländer" diffamiert wurde. Nach sechs Stunden Wanderung auf heißer und staubiger Straße warf ein Wirt ihn und seine Begleiter hinaus. Und auch sonst erfährt man eine Menge über dieses Volk im größten deutschen Waldgebirge, von den Salpeterern bis Rudi Dutschke.
Das andere Buch hat mich fasziniert, weil Geschichte mit Geschichten, dazu noch dramatischen und lustigen erzählt wird. Rein wissenschaftliche Abhandlungen kann ich kaum noch lesen. Lehmann gibt sogar Ratschläge, wie die verborgenen Orte der Staufer zu finden sind. Es begann alles im Wäscherschlösschen und endete 1268 mit der Enthauptung Konradins in Neapel. Barbarossa selbst ist überall begraben, nicht in Lorch und auch nicht in Speyer, sondern in Tarsus, in Tyrus, in Anthiochia. Gefunden wurden diese Grabstellen nie - deshalb sitzt er auch der Sage nach im Kyffhäuser, um eines Tages aufzuwachen und ein neues Stauferreich zu errichten.
Jetzt weiß ich auch endlich, wie das berühmte Zitat des Götz zustande kam. In seinen Memoiren schreibt er:"Ich hatted en Vorstaz, mich ein wenig zu rächen und zündete mit nur sieben Reitern in einer Nacht drei Orte an. Das waren Ballenbaerg, Obernheim und das schafhaus zu Krautheim unterm Schloss, wo wir von der Mauer aus zum Schloss hinauf miteinander reden konnten. (...) Während ich aber unten brannte, schrie der Amtmann nun von oben herunter, und ich schrie wieder zu ihm hinauf, er solle mich hinten lecken."(Lehmann, S. 110)

Wenn mich jemand fragen würde, welche Persönlichkeiten der Geschichte mich am meisten interessieren, würde ich aufzählen:

Friedrich Barbarossa
Friedrich II.
Albecht Dürer
Herzog Ulrich von Württemberg
Die Maler seiner Zeit
Johannes Kepler
Die romantischen Dichter
Anette von Droste-Hülshoff

Das ließe sich beliebig fortführen. Über alle ist genug geschrieben worden, über Herzog Ulrich zum Beispiel von Wilhelm Hauff. Sein "Kaltes Herz" dringt am tiefsten in das Wesen dieser Schwarzwälder ein, zu diesem Schluss kam auch Lodemann. Ich kann sie alle regional verarbeiten in den nächsten Jahren. Für die Romane gilt weiterhin:
Historie+Fiktion, auch bei einem möglichen Thriller. So fügt es sich vielleicht einmal als Ganzes zusammen.

Samstag, 5. Dezember 2009

Steffen Osvath

Die Bilder dieses Künstlers habe ich am Donnerstag am Nagolder Vorstadtplatz gesehen.
Auf Initiative des Nagolder Gewerbevereins, dem der Rechtsanwalt Rainer Schmid angehört, hatte Steffen Osvath in den Räumen der Kreissparkasse ausgestellt. Von Rainer Schmid erhielt ich auch den Tipp mit Botticelli in Frankfurt.

Dienstag, 1. Dezember 2009

Historische Romane -ein Auslaufmodell?

Bleiben wir mal bei den Buchläden. Ich komme ja viel herum und besuche sie alle, die großen wie die kleinen. Die Regale "Historische Romane" rücken immer enger zusammen. Aus berufenem Munde hörte ich kürzlich, bis etwa 2016 sei die Abnahme historischer Romane gesichert. Und was ist dann? Was wird aus den vielen Frauen (und Männern), die ihre Autorenkarriere auf dieses Genre gebaut hatten? Werden sie areitslos oder schwenken sie auf Fantasy und Krimis um? Liebesromane und Krimis gehen immer, die sind zeitlos, sagte mir mal ein Schweizer Verleger. Und natürlich die "normale" oder auch nicht so normale Beleltristik, denke ich. Ob jemand in zehn Jahren noch Vampirromane liest? Ich fühlte mich selbst ja schon erschlagen von der Flut, gerade der historischen Kopfabschneider. Die berühmtesten dürfen jetzt wieder ganze Köpfe auf dem Cover tragen, sie dürfen auch 19. Jahrhundert (auf das 18. braucht man dann sicher auch nicht mehr lange zu warten), und die vielen Autoren, Männlein wie Weiblein, müssen sich eigene Trends schneidern. Oder auf andere Züge springen. Ich selbst habe vor, im jetzt einmal gefundenen Tempo weiterzufahren. Niemand gibt mir die Geschwindigkeit vor und auch nicht, was ich schreibe.

Montag, 30. November 2009

Vereinheitlichung in den Buchläden

Wenn ich in eine Buchhandlung hineinkomme - und das sind meist größere wie die genannte Thalia-Buchhandlung in Pforzheim-sehe ich erst einmal Berge von Büchern, die auf (Themen-) Tischen und Regalen verteilt sind. Die Krimis sind entweder alle weißgrundig (Wie "Kalte Asche") oder haben ein "lautes" Reizwort auf dunklem oder buntem Grund. Die historischen Romane haben fast alle einen abgeschnittenen Mädchenkopf mit Busen. Wozu der Busen, fragte einmal mein Mann, er soll doch Frauen ansprechen!:-)Meine Romane sind auch unter diese Kategorie gefallen. Dabei finde ich sämtliche anderen Cover ebenfalls als austauschbar. Es sei der Wiedererkennungseffekt, höre ich, und dass die Buchhandlungen nur historische Romane ordern, die folgenden Kriterien entsprechen:

Von Autorin geschrieben
Über eine Frau
Mittelalter
Deutschland

Also die Romane, die diesen Kriterien nicht entsprechen, werden gar nicht erst bestellt und sind somit für den Leser/ die Leserin nicht verfügbar.
Ich habe bis jetzt keinen Ausweg und auch keine kollektive Lösung dieses Phänomens gefunden. Individuell kann ich es nur so handhaben, dass ich, wie im Augenblick, auch mal andere Sachen mache. Da kriege ich dann den Blautopf bei Blaubeuren als Cover und kann "meine" Sachen schreiben für Leute, die ebendiese Dinge und Freizeitbeschäftigungen ebenfalls mögen. Kann meine eigenen Fotos bringen. Die Auflage ist halt geringer.

Samstag, 28. November 2009

Wanderung auf dem Kappelberg













Vom Schützenhaus auf dem Kappelberg läuft man durch den Wald in ein Naturschutzgebiet. Von oben ertönte ein Brausen, als führen zehn Züge gleichzeitig in einen Bahnhof ein. Schon bei der Grabkapelle hätte es uns fast weggeblasen. Oben trieb der Sturm uns vor sich her. Es geht durch eine Steppenheide mit Steinbrocken. Oben ist ein Spielplatz, ein gewaltiger Blick auf Cannstatt und das Mercedes-Benz-Stadion. Auf den Flanken der Berge überall Reben mit Weinkenner- Namen (Canstatter Kapellenberg, Zuckele, Uhlbacher, Untertürkheimer).Man kann einen Panoramaweg weitergehen zum Kernerturm, zum Rotenberg oder sogar bis Esslingen, oder auf einem Traufweg mit viel Wurzelwerk der Kiefern zurück. Eine alte Frau saß zufrieden auf einer Bank, ich sprach sie auf die Weidenkätzchen neben ihr an. Ja, kein Wunder, hier ist es acht Grad wärmer als bei uns im Schwarzwald. Bei mir blüht aber auch schon wieder ein Veilchen im Garten, meinte ich. Ich weiß, das hat es früher auch schon gegeben. Kirschen im April oder so hieß es in historischen Berichten.
Ach, wären wir nur in Cannstatt geblieben und nicht auf diesen überfüllten Weihnachtsmarkt in Wildberg gegangen! In Canstatt gibt es am Bahnhof das beste Kiosk-Schaschlik weit und breit, und im Ort eine urschwäbische Wirtschaft, wo sehr gut und günstig kocht.
Die Weihnachtsmärkte habe ich jetzt vom Kalenderprogramm gestrichen. Ein jeder weiß, was passiert, wenn zuviel Leute auf einem Haufen zusammenkommen, und dann in den engen Gassen! Es war einmal der schönste in der Gegend, mit echten Schafen in der Krippe und echter Freude und Kreativität der Markttreibenden. Jetzt rüpeln die Leute schon beim Anstehen um die Wurst! Als wenn sie am Verhungern wären. Statt dessen könnte ich eine weitere Wanderung einbauen oder -neben den Rauhnächten- andere alte Weihnachtsbräuche.

Donnerstag, 26. November 2009

Habt ihr euch schon impfen lassen?

Die Schweinegrippe ist im Vormarsch! Man entkommt ihr nur, wenn man tunlichst Menschenansammlungen meidet, sich ständig die Hände wäscht und für ein ausdauerndes Immunsystem sorgt. Die Labore müssen Überstunden machen, weil jeder, der einen Schnupfen hat, nun wissen will, ob er erwischt worden ist. Und verdienen täten sie auch nicht dabei, denn ein Test kostet ja nur 25 Euro. Dabei ist doch alles so harmlos! Jeder mir bekannte Fall von nachgewiesener Schweinegrippe endete nicht etwa tödlich, sondern manchmal schon nach einem Tag-mit Gesundheit. 40% der gemeldeten Fälle waren tatsächlich positiv. Sollte man sich denn nun impfen lassen? Ich persönlich wurde durch verschiedene Dinge davon abgehalten: Einmal erkrankten zwei Menschen, die ich gut kenne, schwer an den Folgen einer normalen Grippeimpfung. Dann bekam ich von einem holländischen Freund eine Mail, in der die Folgen der Schweinegrippe-Impfung abgebildet waren: Das Gesicht hatte irgendwie einen Rüssel bekommen und die Ohren schlappten nach vorn.

VG Wort Bibliothekstantiemen

Von VG Wort ist nun endlich eine Antwort gekommen und ich konnte formlos meine Veröffentlichungsliste schicken. Auch das Pseudonym ist nun sicher gemeldet.
Das Meldeverfahren läuft noch bis Ende Januar, und ich hoffe, diesmal im Sommer auch mit einer Sonderausschüttung bedacht zu werden.
Was mir jetzt noch einmal klar wurde: Die Daten werden mit den Ausleihmeldungen der Bibliotheken abgeglichen. Anthologien scheinen dabei eine Sonderstellung einzunehmen-
denn dafür bekam eine Freundin schon mal einen Scheck, bevor das Buch überhaupt in einer Bibliothek auftauchen konnte.

Donnerstag, 19. November 2009

Pseudonymmeldung VG Wort

Mittels der Karteinummer, die mir heute Morgen zugesandt wurde, konnte ich jetzt mein Pseudonym noch einmal melden. Die Meldungen müssen offensichtlich immer bis zum 31. Dezember draußen sein, um wirksam zu werden. Vielleicht bestand das Problem darin, dass ich noch nicht vom Online-Meldesystem erfasst war.
Als Nächstes kam ein pdf-Dokument zum Ausdrucken und das muss ich jetzt unterschrieben per Post hinschicken. Das hatte offensichtlich auch noch gefehlt!

Mittwoch, 18. November 2009

Die Herkunft der Maultasche

Wie Petra schon anmerkte, ranken sich zahlreiche Legenden um die Herkunft der Maultasche. Eine besagt, dass es die Leibspeise der Gräfin Maultasch von Tirol gewesen sein soll. Nachforschungen ergaben jedoch, dass besagte Gräfin eine Bigamistin gewesen sei und Maultasch "Hure" heiße.
Die zweite Version spricht davon, dass die Schwaben es den italienischen Ravioli abgekupfert hätten.
Die dritte schließlich, dass die Maulbronner Mönche ein Stück Fleisch geschenkt bekommen hätten, es aber am Fastenfreitag nicht essen drften. So hackten sie es klein, tarnten es mit Spinat und schlossen es in die Teigtasche ein. Deshalb heißen Maultaschen hierzuland auch "Hergott's Bscheißerle".
Ich selber glaube, dass die Chinesen das schon kannten-hab selbst kürzlich mal so eine Teigtasche in der Brühe gegessen. Händler brachten die Maultasche überallhin, auch nach Italien, nach Russland und ins heilige Römische Reich. Die Österreicher, die lange Zeit in Schwaben waren, haben die Küche entscheidend mitgeprägt. Vielleicht ist aus dem Strudel da mal ganz schnell eine Tasche geworden? Die Maultasche ist also unser kulturelles Welterbe und schmeckt rund um den Globus!

Bibliothekstantiemen

Gerade wurde ich stutzig, als ich einen Eintrag der Stadtbibliothek Karlsruhe fand:
Dort wird meine "Die Nonne und die Hure" gerade eingearbeitet und sei noch nicht ausleihbar. Ich weiß, dass das Buch auch in Salzburg, Bonn, Würzburg und in einigen anderen Büchereien steht. Wie war das noch mit den Bibliothekstantiemen von VG Wort? Für diejenigen, die bisher leer ausgegangen sind, gibt es alle drei Jahre eine Sonderausschüttung. Ab Herbst 2009 gäbe es die Formulare dafür. Also habe ich mich jetzt durch das Online-Meldesystem gewühlt und einen Hilferuf abgeschickt. Bin gespannt, ob ich diesmal wenigstens wahrgenommen werde, denn einen Wahrnehmungsvertrag habe ich schon seit 2004.

Dienstag, 17. November 2009

Bilder zum Roman "Die Nonne und die Hure"



Figur am Dogenpalast

Ca d'Oro






Diese Bilder hatte ich anlässlich einer Recherchereise 2005 nach Venedig aufgenommen.

Montag, 16. November 2009

Weihnachtspute mit Apfelfüllung, Grünkohl satt

Jetzt kommt sie wieder, die Zeit der Lichter und Düfte. Und ich bin bass erstaunt,
dass meine Weihnachtspute vom letzten Jahr bei Google ganz oben steht! Bei "Gänsekeulen" war der Effekt ähnlich. Und wieder fangen wir an, nach Rezepten zu suchen. In meinem ursprünglichen Konzept für den Kalender stand auch eins für Grünkohl, den es bei uns immer an Neujahr gab. Also, für die Besucher, die sich gern mit kulinarischen Genüssen beschäftigen, noch einmal das Putenrezept.

1 Pute (3Kg)
Salz
Pfeffer
150g fetter Speck (oder zerlassene Butter)
1/4 l Fleischbrühe
1 El Stärkepuder
3-4 El süße Sahne
2 El Sherry

Füllung:
50g durchwachsener Speck
2 Zwiebeln
750g Äpfel(z.B. Boskop)
2 eingeweichte, ausgedrückte Brötchen
(125 g Rosinen)
1 Ei
Salz, Pfeffer

Pute waschen, abtrocknen, innen und außen mit Salz und Pfeffer einreiben. Für die Füllung Speckwürfel ausbraten, Zwiebelwürfel darin glasig dünsten, geschälte, kleingewürfelte Äpfel mit Brötchen, nach Belieben mit Rosinen und ei mischen, würzen. Füllung im Bauch verteilen, mit Holzspießchen zustecken. Fetten gewürfelten Speck in der Bratpfanne des Backofens ausbraten, Pute mit der Brustseite nach unten hineinlegen. (Butter schemckt ebenfalls fein). Mit dem Speckfett einpinseln und braten lassen. Immer wieder mit der Flüssigkeit bestreichen. Nach zwei Stunden die Pute wenden und weiterbraten. Sie ist gar, wennn beim Einstechen kein rötlicher Fleischsaft mehr austritt. (Je nach Ofen 3-4 Stunden). Warm stellen. Soße mit Stärkepuder und Sahne binden, mit Sherry abschmecken.

Beilagen: Kartoffeln oder Kroketten, Rotkohl
Statt der Apfel- kann man auch eine Maronenfüllung machen.

Grünkohl auf norddeutsche Art

1Kg Grühnkohl
Reichlich Salzwasser zum Kochen
Salz, Pfeffer
1 Zwiebel
1/4 l Brühe
1-2 EL Haferflocken zum Binden

Grünkohl waschen und die Blätter von den Stielen abzupfen. In Salzwasser blanchieren, abschrecken und kleinhacken. In Schweineschmalz zusammen mit der kleingehackten Zwiebel andünsten. Brühe aufgießen, würzen und zusammen mit Kasseler, Mettwürsten oder gekochten Rippchen und Speck eine Stunde schmoren. (Das wäre vielleicht eine schwäbische Variante!) Mit den Haferflocken binden - eine deftige Mahlzeit für den Winter! Der Clou dabei awaren aber die kleinen Kartoffeln meiner Mutter, in Norddeutschland gibt es sie extra als "Grünkohlkartoffeln". Sie werden am Vortag in der Schale gekocht, gespellt und am nächsten Tag in Zucker und Semmelbröseln gewälzt und in Butter langsam gebraten. Schmeckt einfach vorzüglich!

Samstag, 14. November 2009

Noch einmal: Aus für Fiction-Writing?

Ich kopiere hier mal den Eintrag hinein, den ich kürzlich in meinem alten Blog gemacht habe (und habe dabei die Werbung gelöscht)sowie den Kommentar, den die damalige Werkstattleiterin, Jutta Miller-Waldner, dazu abgegeben hat:

Aus für Fiction-Writing! Liebe Leser dieses Blogs,im Februar dieses Jahres habe ich zu einem anderen Bloganbieter gewechselt. Nun ist aber gerade dieser Blog hier auf Interesse gestoßen-wegen der Hinweise auf das Schreiben und Veröffentlichen. Also habe ich ihn wieder zu meinen Favoriten gestellt und werde evtl. ab und zu einen Eintrag machen.Vor wenigen Tagen erreichte mich die Nachricht, dass die Schreibwerkstatt "Fiction-Writing", meine schreiberische Heimat von 2000-2005, an ihrem Nullpunkt angekommen und im Nirwana des Netzes verschwunden sei! Über die Hintergründe kann ich nur mutmaßen. Die Werkstatt lebte vom Engagement ihrer Teilnehmer. Jeweils ein etwas Erfahrenerer stellte Monat für Monat eine Schreibaufgabe, auf die dann manchmal bis zu 100 Beiträge kamen (Kurzgeschichten). Die Werkstattleitung und alle Teilnehmer(so sie denn nicht nur auf sich selbst fixiert waren) kommentierten diese Geschichten. Im "Mailenstein", dem dazugehörigen Diskussionsforum, wurde miteinander kommuniziert, gelacht und gestritten. Ich habe dort mein Basishandwerk gelernt und war nach zwei Jahren in der Lage, einen Roman anzufangen, der 2004 veröffentlicht wurde.Inzwischen sind auch der dritte und vierte Roman veröffentlicht:Die Nonne und die Hure, Februar 2009 im Aufbau VerlagDie Pilgerin von Montserrat, September 2009 im Aufbau Verlag

13.11.09 10:57

Jutta / Website (14.11.09 17:26)Hallo Christa, es ist schon lange her, dass wir Kontakt hatten, genauer gesagt: es war zu den Zeiten, als ich noch die Leiterin von fiction-writing war. Zuerst einmal möchte ich Dir ganz, ganz herzlich zu Deinen Erfolgen gratulieren! Ich habe sie übrigens durch Deinen Blog verfolgt. Aber zu Fiction-Writing: Ich hatte neulich nach der Seite gesucht und sie nicht mehr gefunden, dachte aber, das sei ein temporäres Problem, da ich noch im Juni mit Sabine gemailt hatte. Sabine hatte auch Anfang des Jahres, soweit ich mich erinnere, das Archiv wieder eingestellt. Es gab doch noch jede Menge Beiträge. Eine Mail an sie, die ich eben geschrieben hatte, ist zurückgekommen. Jedenfalls war die Schreibwerkstatt die beste im Netz und ich bin ganz schockiert und mache mir Sorgen. Liebe Grüße Jutta

Donnerstag, 12. November 2009

Der Sebastian-Blau-Wanderweg, Kuttelkrieg und das Wesen der Muse

Sebastian Blau war ein schwäbischer Schriftsteller und Herausgeber der "Stuttgarter Zeitung". In den letzten Tagen habe ich mich mit seinem Leben und Werk beschäftigt, und das wird im Kalender 2011 Einzug halten. Zur Einstimmung ein Auszug (die Wanderung kann man sehr gut auch im Winter machen, nur wird die Brücke in Rottenburg zur Zeit neu gebaut, so dass zwei Schilder mit Gedichten fehlen). Die genaue Wegbeschreibung findet man hier.

Als Lektor des Stuttgarter Rundfunks lehnte Josef Eberle Vorträge von Hitler und Goebbels ab. 1933 wurde ihm die Stelle im Funkhaus gekündigt, und er musste für kurze Zeit in das KZ Heuberg bei Stetten a.k.M. Als Sebastian Blau versuchte er, sich eine Existenz als Schriftsteller aufzubauen, erhielt jedoch 1936 Berufsverbot. Trotzdem erschien 1941 seine „Rottenburger Hauspostille“. Nach 1945 war er Mitherausgeber der „Stuttgarter Zeitung“. 1956 Ehrendoktorwürde der Universität Tübingen, 1961 Ehrenbürger der Stadt Rottenburg. In die fünfziger Jahre fiel der sogenannte „Kuttelkrieg“ zwischen Preußen und Schwaben im Stuttgarter Tagblattturm. Eberle, ein glühender Anhänger der sauren Kutteln, setzte sie allzu häufig auf den Speisezettel in der Kantine. An diesen „Kutteltagen“ blieben viel Mitarbeiter dem firmeneigenen Mittagstisch fern, schlichen hinüber ins benachbarte Santa Lucia und ließen sich das Essengeld auszahlen. Als Eberle dahinter kam, verdonnerte er die Belegschaft zum Kuttelessen, was mit Dienstreisen und Krankmeldungen quittiert wurde. Das Zwangsessen kam schließlich nicht zustande, weil die Lieferung nicht für alle gereicht hätte - der Kuttelpreis sei so sprunghaft gestiegen, dass nur die Chefetage bekocht werden könnte. Für die anderen gab es Schnitzel mit schwäbischem Kartoffel – und preußischen Gurkensalat. Und künftig stand immer ein „Zweitgericht“ auf der Speisekarte.
Zum 100. Geburtstag des Dichters im Jahr 2001 wurde ein „Sebastian-Blau-Wanderweg“ eingeweiht. Er beginnt am Museum Sulemacenna in Rottenburg, führt durch das Kapuzinertor, am „Preußischen“ durch das Fabrikgelände hinauf zur Altstadtkapelle nach Bad Niedernau. Von dort über die Brücke und ein Stück auf dem Radweg, dann hoch und teilweise auf einem sehr schönen Traufweg zur Kalkweiler Kapelle. Den Rückweg kann man über das Weggental oder direkt zurück zur Altstadt wählen. An exponierten Stellen sind Schilder mit Mundartgedichten Eberles aufgestellt, unter anderem „Oh heiliger Sankt Nepomuk“. Erst im Alter verfasste Blau wieder Gedichte in schwäbischer Mundart. Warum er eine Zeit lang pausierte, verrät er in folgendem Gedicht:

Warum ich nicht mehr schwäbisch dichte
„en ao’sre süaße Nase ‚tö?“
Erlasst mir, Freunde, die Geschichte-
s ist alles bloß e’Weile schö’ ...
Und überhaupt, schon Mörike
sprach dazu das gehörige:
gefragt, warum er denn so still,
so untreu worden sei der Muse,
versetzte dieser kühl; „Frog du se-
wenn halt des Luader nemme will ...

Sonntag, 8. November 2009

Sumolacenna, Hermann von Ow und Sebastian Blau

So schön können Recherchen sein, und bei dem Wetter ideal für ein langes Wochenende!
Kurz zusammengefasst( die Berichte habe ich schon geschrieben, die Fotos sind gemacht oder fertig): Gestern im tiefsten Schwarzwald, bei Peter Munk, dem Kohlenbrenner, der reich werden will, dem der Holländermichel sein Herz herausreißt und an seine Stelle einen Stein setzt. Eine schöne Inszenierung mit viel Holzkarussel, Musik und Schreckeffekten. Wenn das kleine Mädchen im weißen Renaissancekleidchen, das zufällig in der Tür stand, mit großen Augen, uns hätte Walzer tanzen sehen! Sie hätte sicher gedacht, das gehöre dazu. Aber so wird es nicht im Kalender stehen.
Der Diener Ambrosius begleitet den Schlossgast durch die weiteren Räume, dabei fängt er an zu schnarchen. An der -mit Tüchern zugedeckten - Tafel -die Herrschaften waren dauernd verreist- kann man die Geschichten der Schlossbewohner und ihrer Gäste auf den Tellern lesen.

Heute nun die antike römische Stadt Sumolacenna, die unter der Stadt Rottenburg am Neckar zum Vorschein gekommen war. Die hatten es drauf, die Römer! Saßen zusammen in der Latrine, über der Kloaka Maxima, verrichteten ihre Geschäfte, plauderten und freuten sich auf Linsen mit Esskastanien und Austern vom französischen Atlantik! Bis die Alamannen sie überrannten und ihre Holzsiedlungen gründeten, von denen heute nichts mehr übrig ist. Sebastian Blau alias Josef Eberle hat dieses Museum ermöglicht. Er war der meistgelesene Dichter und Publizist seiner Zeit, bekam Schreibverbot von den Nazis und gründete später die "Stuttgarter Zeitung". Wir haben ein Buch über ihn erstanden, denn auch er ist Thema im Kalender. Selbst ein Wanderweg in Rottenburg ist nach Sebastian Blau benannt.

Ach ja, der Hermann von Ow. War einer der möglichen Besucher auf Schloss Neuenbürg. Seinen Spuren sind wir heute nachgegangen, denn das Geschlecht hatte ganz in der Nähe von uns seine Stammsitze. Ob er etwas mit Hartmann von der Aue zu tun hat? Der in Neuenbürg soll auf jeden Fall Minnesänger gewesen sein, und im 13. Jahrhundert lebten sie beide.

Samstag, 7. November 2009

Wann ist es Zeit, mit dem Bloggen aufzuhören?

Hier kann ein Blogger, gleich welcher Art sein Blog sein mag, prüfen, ob er seinem Blog nicht lieber den Gnadenschuss versetzen sollte, statt noch länger auf ihm herumzureiten. Und hier das Ganze noch einmal im Original.

Sonntag, 1. November 2009

Ulmer Wurstzipfel

's leit a Kletzle Blei glei bei Blaubeira - glei bei Blaubeira leit a Kletzle Blei -aus Eduard Mörikes „Stuttgarter Hutzelmännlein“, Geschichte von der Schönen Lau.
Ja, es wird nur so laufen, wie wir es machen können, das hat der Kurzurlaub ergeben.
Der "Ulmer Wurstzipfel" ist der Stand am Münster, auf den wir als erstes bei unserem Besuch stießen-man stand Schlange für die "Beste Rote Ulms"! Und das Produkt enttäuschte auch keineswegs: zarte Haut, würziger Geschmack, Senf aus der sauberen Flasche und ein frisches Brötchen. Das Münster ist wie immer eine Offenbarung. Die Wucht, die man schon beim Eintritt spürt, sah ich in den Gesichtern eines jungen Paares gespiegelt. Ulm ist eine mittelalterliche, wunderschöne, pulsierende Stadt. Gemächlicher geht's in Blaubeuren zu, aber nicht weniger mittelalterlich und nicht weniger schön. Um beim Essen zu bleiben: Es gibt wesentlich mehr Wirtschaften, als
wir bisher entdeckt hatten, wirklich gut waren die Gulaschsuppe und der heiße Apfelstrudel mit Vanilleeis im Café Kulisse. Im Tal der kleinen Lauter gehen die Uhren noch langsamer, ganz hinten, in Lautern, steht ein Gasthof Lamm ohne Speisekarte und mit Holzbänken draußen. Nach hinten versetzt liegt der Quelltopf der kleinen Lauter, mit fließendem Grün, und in der Dorfkirche gibt es Fresken aus dem 15. Jahrhundert; selbst Paracelsus ist hier gewesen. Über eine Brücke gelangt man auf einen Wanderweg, der sich bis zum Ausgang des Tales am Waldrand hinzieht. Die wenigen Wanderer stören nicht die Wasseramseln, die auf Steinen sitzen und wippen. Über Blaubeuren werde ich mit ziemlicher Sicherheit schreiben, eine Wanderung rund um den Kessel und die Geschichte der Schönen Lau, vielleicht auch noch Daniel Schubart erwähnen, den Syrlin-Altar der Klosterkirche und das Badhaus der Mönche. Wer denn nun ganz erschöpft von seiner beruflichen Tätigkeit ist und noch mehr Ruhe braucht, aber nicht ins Kloster gehen will (ist zum Beispiel in Kirchberg möglich), der sollte ein wenig Urlaub in Hayingen machen, zum Beispiel bei Frau Müller, die schon seit vielen Jahren Ferienwohnungen vermietet. Durchs felsige Fichtental hinunter ins (autolose) Lautertal, am Geißenklösterle (Wasserfall) bis zur Laufenmühle und auf der anderen Seite zurück. Oder durch das Digelfeld-eine Wacholderheide mit seltener Flora-ins Glastal bis zur Burg Ehrenfels. Schön ist auch die Fahrt mit dem Kahn in die Wimsener Höhle. Nicht zu vergessen das berühmte Kloster Zwiefalten, das neuerdings seines Grüngürtels im Vorbereich entledigt wurde.(Betonkultur).
Nein, die gepriesenen Gastwirtschaften auf der Schwäbischen Alb waren heute doch zu sehr übervölkert. Überhaupt, alles, was irgendwo gepriesen wird, verliert schnell seinen ursprünglichen Reiz, auch die ganzen Wellness, Bio-, Bärlauch- und geplanten Ritterland-Angebote. So ende ich diesen kurzen Bericht mit einem Dank an das Gasthaus "Krone" in St.Johann-Upfingen, wo es die sauren Nierle mit Röstkartoffeln und Salat, aber drei, vier Sorten, wie früher, u n d Kartoffelsalat gab, oder die guten weißen Bratwürste. Die Wirtin berichtete über die Schwierigkeiten, die Tradition von Gasthaus und Metzgerei aufechtzuerhalten, Fastfoodketten, Superfleischmärkte-vielleicht gibt es auch bald einen Albbüffel-und Hinterwälter-SupermarkT?-und die fehlende Nachfolge. Ich werde diese Relikte weiterhin schätzen, ihnen Denkmale setzen und es bedauern, wenn sie endgültig ausgestorben sind. Übrigesn: es gibt so viele Burgen und neuerdings auch Waldweisen auf der Alb, dass wir kein 25-Millionen-Projekt bei Münsingen brauchen, wo 140 Ritter und Bauern einem angedachten Millionenpublikum ihr Leben und ihre Spiele vorführen.Dafür haben wir ja immer noch die historischen Romane!:-)

Dienstag, 27. Oktober 2009

Maultaschen, saure Nierle und Ochsenkotelett

Ich merke einen großen Unterschied darin, wie es ist, Romane oder Sachbücher zu schreiben. Während der letzten acht Jahre war ich eigentlich immer irgendwie auf Tauchstation, und es ist mir nicht leicht gefallen, schnell in die Gegenwart rüberzuwechseln, brauchte dann Rituale wie ins Café gehen und dort lesen oder schreiben, bevor ich zur Arbeit gehen konnte. Es blieb auch viel liegen. Jetzt betrachte ich alles wirklich vom heutigen Standpunkt aus. Bei den historischen Romanen war ich mehr oder weniger in der entsprechenden Rolle drin, habe das erlebt und gelitten,was die Figuren erlebt und gelitten haben.
Heute Morgen habe ich die Konzeption für den Kalender so ziemlich fertig gemacht. Der Trend ist eindeutig: Es geht mehr hin zur Realität, in letzter Zeit habe ich wieder viel mehr mit realen Menschen zu tun. Es fand und findet ein Austausch statt, auch mit Kollegen, Arbeits-und Autorenkollegen. Ich habe das Gefühl, als sei ich irgendwie "geerdet"!
Dabei ist das Konzept noch sehr veränderbar, zum Beispiel habe ich mich heute spontan entschieden, keinen Besuch beim "Albbüffel-Bauern" in Hohenstein zu machen, sondern lieber das Lokal "Hirsch" in Gächingen zu besuchen, in dem diese Albbüffel zubereitet werden (Saure Nierle und Ochsenkotelett, zu moderaten Preisen) und mit den Wirtsleuten zu sprechen. Der Albbüffel-Cowboy, wie er sich selber nennt, ist nämlich schon ziemlich ausgebucht. Statt dessen werde ich gern am Wochenende etwas von meinem aufgelaufenen Urlaub nehmen, nach Hayingen gehen und dort über Bauern einst und jetzt mit einer Bäuerin reden, die sich schon vielfach eingesetzt hat und zudem noch über Kartoffelsalatwissen verfügt. Schön die Namen, die ich mir notiert habe: Goldener Ochsen in Hohenstaufen, Bäck-Schwarz in Altensteig, Rosengarten in Genkingen, Lamm und Sonne in Salmendingen, Eyachperle in Imnau sowie
Hirsch in St. Johann-Gächingen, wo wir einkehren wollen ...alles Wirtschaften, die
traditionell gut kochen (herrlich auch die Maultaschen im Goldenen Ochsen in Hohenstaufen, ein Königreich für das Rezept!)Das sind Geheimtipps, die sich diese Gasthäuser verdient haben.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Das Schreibteufelchen kehrt zurück

Fast sehne ich mich nach den Zeiten, in denen ich noch so richtig zweifeln konnte. Vielleicht sollte ich mal wieder mein Teufelchen befragen. Aber es ist mir abhanden gekommen. Den ganzen Sommer hat es sich nicht blicken lassen. Wahrscheinlich saß es bei einem Antiquar, hat ihn über die schlechten Zeiten hinweggetröstet, die Leute auf die besten Bücher hingewiesen und sich einen Ast gelacht, wenn welche vorbeigingen, die den Herrn der Ringe verschmähten, weil sie dabei den Schlachtenlärm nicht hören konnten.
Ich öffne meine Terrassentür. Eiskalte Luft strömt herein, Deutschland im Herbst 2009, es ist Winter. Die Zweige der Bäume starren zum Himmel hinauf. Und richtig, statt der Schnecken, Kröten, Grashüpfer, Spinnen und Asseln spaziert schlotternd das Teufelchen herein, blaugefroren.
Wo warst du denn die ganze Zeit, Teufelchen?
Ich habe versucht, etwas zu retten, was kaum noch zu retten ist.
Ich nehme es mit spitzen Fingern, weil es so kalt ist, und setze es auf die Heizung. Gleich taut es auf, reckt und streckt sich.
Was ist nicht zu retten?
Na, die Bücher.
Warum sollen die nicht zu retten sein? Wir Autoren schreiben uns doch täglich die Finger wund!
Na, weil die Bücher nur noch auf Märkten verscherbelt werden, die gehen über die Theken wie Butter nach dem Krieg.
Das ist doch gut so. Wie sollen sie sonst an die Leser kommen?
Aber verstehst du nicht-du, ihr alle seid die Deppen! Ihr bildet euch ein, Kulturträger zu sein, dabei seid ihr Zuträger des Profits! Für wenige, versteht sich.
Teufelchen, jetzt komm mal runter von der Heizung. Das war mir doch immer klar. Doch wie sollen wir die Leser erreichen, wenn wir nicht in den Buchhandlungen sind?
Das Teufelchen schnaubt. Es ist jetzt wieder warm, wendig und wonnig, wie ich es von früher her kenne.
Erinnere dich, sagt es eindringlich und hebt pädagogisch seinen Zeigefinger. Über dich hat mal eine Schreibfrau gesagt, du würdest nicht für die Massen schreiben. Deine Seegeschichte, da fehlten einer Leserin die Drachen in der Schlucht. Was wolltest du erreichen?
Ich wollte immer nur schreiben und gelesen werden.
Also, was tust du dann bei den Ketten? Das Teufelchen hüpft auf den Tisch, tanzt einen Walzer und singt. Die Kette kettet dich, zwei drei, im Nu bist du ein Nonamename,zwei drei, es kommt aus dem Takt, weil es ja kein Dreivierteltakt ist, stolpert und fliegt auf die Nase.
Mal im Ernst, frage ich, als es wieder senkrecht steht. Was soll ich machen, was sollen wir machen?
Nicht springen wie ein Fisch an die Angel, sagt es mit einer Leichtigkeit, die nun wieder mich erstaunt. Du musst nicht in jeden Köder beißen, es könnte dein letzter sein. Such deine Fischgründe aus, es gibt noch reichlich, nicht nur in Oberbayern, jage deine Beute und biete sie demjenigen an, der noch weiß, wie man Fische richtig räuchert. Karpfen, Schleie, Forellen. Oder fahr ans Meer, aber an eins, das noch nicht leergefischt ist. Dort kannst du vielleicht noch einen Fisch finden, mit dem du deinen Kampf ausfechten kannst.
Aber wer findet diese Fische, wenn niemand weiß, dass es sie gibt?
Wenn du gefunden werden willst, finden sie dich. Wenn du Kohle brauchst, pack deine Fische in liebesapfelrotes Bonbonpapier und lege sie in den Ketten aus. Das ist ein super Markt.
Teufelchen, du bist verrückt. Aber ich liebe dich, verlass mich nicht!

Donnerstag, 17. September 2009

Literatur und Unterhaltung

Ich hatte noch etwas vergessen, was die Begegnung mit der alten Freundin betraf.
Als sie Julia Frank erwähnte, die den deutschen Buchpreis bekommen hat, meinte ich: Aber ich schreibe mehr Unterhaltung (weil sie mal gesagt hatte, sie interessiere sich weniger für historische Romane usw., sondern für Literatur.) Daraufhin antwortete sie: Aber Julia Frank ist auch sehr unterhaltend! (Analog zu Marcel Reich-Ranitzki, der einmal sagte: Literatur ist immerUnterhaltung!)
In Zukunft werde ich nie mehr eine Unterscheidung diesbezüglich machen, sondern nur noch danach entscheiden, ob ein Buch, ein Roman, ein Gedicht, eine Kurzgeschichte, ein Zitat oder ein sonstiger Text mich in irgendeiner Weise berühren.

Mittwoch, 9. September 2009

Der gute Dieb



Heute möchte ich mal ein Buch empfehlen, das ganz anders in seiner Lesart ist, als ich es bisher gewohnt war: "Der gute Dieb" vom Matthiew Dicks, übersetzt von Andreas Helweg, einem langjährigen Freund von mir. Die Detailgenauigkeit, mit welcher der Autor vorgeht, ebenso die fehlenden Dialoge sind anfangs gewöhnungsbedürftig, die Geschichte und der Protagonist ziehen aber zunehmend in ihren Bann. Vorhin konnte ich gar nicht mehr aufhören und vergaß alles um mich herum. (Doch die Arbeit und das eigene Schreiben rufen).

Montag, 31. August 2009

Wie finde ich den richtigen Verlag?

Immer noch kommen Google-Anfragen an meinen Blog: "Wie finde ich einen Verlag?"
Ich möchte meine Erfahrungen dazu noch einmal kurz zusammenfassen.
1. Überlegen Sie sich, was Sie mit Ihrer Veröffentlichung erreichen wollen.
Warum schreibe ich?
Für wen schreibe ich?
Was bin ich bereit, dafür zu investieren-an Zeit, Geduld und Erlernen handwerklicher Fähigkeiten?(Anmerkung: Sie brauchen dafür auf gar keinen Fall Geld zu investieren, abgesehen von Computer, Recherchematerial u.ä.!)

2. Wenn Sie ein fertiges Manuskript und ein Exposé haben, schauen Sie sich um, welcher Verlag dazu passen würde. Ein Kleinverlag, ein Mittlerer, ein Großverlag? Belletristik oder Sachbuch? Schauen Sie sich die Internetauftritte und Bücher des betreffenden Verlages genau an. Was steht von ihnen in den Buchhandlungen? Ist Ihr Thema bereits abgedeckt? Gibt es Dienstleistungen, die bezahlt weren müssen, auch einmalig für Porto usw.? Gibt es ein externes Lektorat? (Muss meist bezahlt werden.) Wie man Exposés herstellt und Manuskripte so überarbeitet, dass sie veröffentlichungsfähig sind, können Sie verschiedenen Foren entnehmen. Zu den Großverlagen gelangt man heute fast ausschließlich nur noch mit einem Agenten. Listen sind im Internet zu finden oder in den Autoren-Handbüchern vom Autorenhaus Verlag und Sandra Uschtrin. Es ist allerdings ebenso schwer, eine gute Agentur zu finden wie einen guten Verlag.

3. Zunächst einmal sollten Sie telefonisch oder per Email Kontakt zu dem entsprechenden Verlag/ Agenten aufnehmen. Wird Interesse signalisiert,schicken Sie in der Regel das Exposé und eine Textprobe von 20-50 Seiten. Besteht weiterhin Interesse, wird, besonders bei einem Erstautor, oft das ganze Manuskript angefordert. Aber auch das ist noch nicht die Gewissheit, dass es auch gedruckt wird. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass, je eher eine Antwort kommt, es desto eher auch eine Zusage ist. Manchmal kommt aber auch nach drei Monaten oder auch einem Jahr noch eine Zusage, aber das ist die absolute Ausnahme. Faustregel: Je länger es dauert, desto geringer ist die Chance auf positive Antwort. Wenn Sie nun einen Agenten und/ oder einen Verlag gefunden haben, gehören Sie zu den Glücklichen, die "einen Fuß hineinbekommen " haben. Diesen Platz gilt es dann zu halten. Es heißt auch nicht automatisch, dass Sie gleich in die Buchläden kommen. Darüber entscheidet die Vertreterkonferenz der jeweiligen Verlage. Sie müssen also immer am Ball bleiben, weiterschreiben, präsent sein. Für den Normalautoren kann das Schreiben und Veröffentlichen durchaus die Verwirklichung eines Lebenstraumes sein. Die dazugehörigen Eigenschaften wie Talent, handwerkliches Können, Durchhaltevermögen muss er allerdings mitbringen.

Mittwoch, 12. August 2009

Amman Verlag gibt auf

Diesen Verlag kenne ich doch, dachte ich gerade, als ich hörte, dass dieser renommierte Schweizer Verlag im Jahr 2010 aufhören will.
Mein erstes Buch hätte ich gern bei ihm verlegt, bekam jedoch die freundliche Antwort, dass die Programmplätze auf Jahre hinaus an Hausautoren vergeben seien.
Der Schweizer Thomas Hürlimann erregte seinerzeit mit seinem Buch "Die Tessinerin" einiges Aufsehen. Wenn ich wiederum den Namen Thomas Hürlimann lese, denke ich an die Zeit in Berlin, dicht an der damals noch stehenden Mauer, als meine Schwester und ich mit ihm die halbe Nacht hindurchphilosophierten.
Ich fürchte, dass es nicht der letzte literarische Verlag sein wird, der aufgibt.

Dienstag, 11. August 2009

Urlaub in Deutschland (Nr.2)

Was kann man machen, wenn man Urlaub hat-von der Arbeit und vom Schreiben, jedoch die Massen- und Lastminuteziele vermeiden will? Am Mittelmeer schmoren die Urlauber bei 40° Hitze, wenn sie nicht vor Angst bibbern müssen wegen der Schweinegrippe oder den Anschlägen der ETA. So hatte ich also kurzentschlossen eine Pension im Fränkischen Seenland gebucht, nicht weit von Wolframs-Eschenbach, der Heimat des Parzival-Dichters. In der Rückschau besehen, hätten wir auch gleich angesichts des ersten Monumentalstaus umkehren können. Doch dann hätten wir einen wahnsinnigen Tripp verpasst.
Deutschland hat sich zu einem überdimensionierten Baustellenland gemausert. Natürlich, Ferien, sonst haben wir diese Zeit tunlichst vermieden, aber wir mussten ja. Bis Stuttgart brauchten wir 1 1/2 Stunden und schlichen uns auf Nebenstrecken durchs Gebirge bis Aalen. Dort kamen erstmals Urlaubsgefühle auf, im Gasthaus zum Spion in der Fußgängerzone. Weiter gings ins Fränkische hinein, und hier endlich leere Straßen. Aber irgendwie blieb das Land dann auch leer und staubig. Im Pensionszimmer fiel uns gleich die Türklinke in die Hand, der Blick vom Balkon ging auf eine Fabrik. Shame over me!:-)Der See, an dem wir einstmals mit einer Gruppe um ein Feuer saßen, war mit Wohnmobilen verrammelt. Also schnell der wütenden Wirtin etwas in die Hand gedrückt und ab Richtung Ingolstadt! Das Altmühltal ist eine Reise wert, insbesondere Weißenburg und Pappenheim, ja,das mit den Pappenheimern. Ingolstadt sehr weitläufig und belebt, es fehlte nicht an Freiluftkneipen, aber an Unterkünften. Highlight war das Kloster Weltenburg mit dem Donaudurchbruch. Eine naiv buntüberladene Kirche und ein übervoller Klosterhof. Gewimmel und Bratendüfte. Es zählt zum Weltkulturerbe und darf deswegen auch seine Speisekarte auf der Internetseite offerieren (merke: Einen bayerischen Schweinebraten kriegt man sonst schon ab 4.90 Euro!)Im Renaissancestädtchen Neuburg an der Donau das Gleiche: Niemand bietet Unterkünfte an, obwohl sich der Donauradweg inzwischen zur Autobahn hochstilisiert hat. Schließlich tat sich etwas auf in Donauwörth, dort saßen wir dann beim Italiener unter einer Palme wie im Süden, mit Meeresfrüchtesalat und Pappardelle.
Die große Frage am nächsten Tag: Sollten wir durch all die Baustellen und Staus zurückfahren oder weiter nach Bayern eindringen? Das Wetter hielt, die Temperatur lag bei etwa 30°, und die Sachen klebten am Körper. Regensburg, ein Mittelaltertraum, ebenfalls uns bekanntes Weltkulturerbe, aber es spuckte uns aus. Vielleicht würden die Seen bei Rosenheim etwas für uns bereit halten. Aber dort kamen wir nie hin. Es ging kreuz und quer durchs Land, auch hier in jedem Nest eine Baustelle mit Umleitung, so dass wir nicht mehr wussten, wo wir waren. Umkehren zwecklos. Kurz vor Wasserburg ein Badesee mit freundlichen Wirtsleuten. Dort kann man Urlaub machen, frohlockten wir. Beim Huberwirt war auch noch ein Zimmer frei, hoch über dem wunderschönen Städtchen Wasserburg am Inn. Völlig fertig streckten wir uns auf die Betten hin. Da ging es los, Trommelwirbel klangen aus der Stadt herauf. Da mussten wir uns druntermischen, keine Frage. Die ganze Stadt war ein einziges Schauspiel, Pferdewagen mit Salzsäcken beladen, ja, so roch es auch in meinem Roman, Ritter, Trommler, Ratsherren und ein Mann, der vom Dach des Ratshauses herunterschrie.

Ganz früh am Morgen schon wach, ein Blick in einen Urwald vor dem Fenster und ein reichhaltiges Frühstück. Radler sausten im Frühnebel vorbei. Wohlgemut versuchten wir uns Rosenheim und seinen Seen zu nähern. Wir haben sie niemals gefunden! Gleich wieder eine Umleitung über 30 Kilometer, an jeder Ecke eine Baustelle. Ob die erhöhten Krankenkassenbeiträge dazu verwendet werden, um die Leute krank zu machen? Überall umherirrende Urlauber. Drohende Wolken bauten sich von allen Seiten auf. Geschlagene Stunden irrten wir nun, von Heimweh geplagt, um München herum, zwischendurch von Unwettern halb von der Straße gefegt (das hatten wir doch schon mal?)Umleitungen, Staus, ein Alptraum, eine Apokalypse! Einzige Lichtblicke waren die Schönen Erding und Landsberg/ Lech. Vertraut am Abend, nach langen Kämpfen, die Schwäbische Alb. Aber was sahen die entzündeten Augen? Umleitungen, Baustellen überall. Was ist nur in dieses Land gefahren? Bauen sie Straßen, um die abzuschrecken, die darauf fahren sollen? Zuhause dann der Horror aus den Nachrichten.
Tropische Wirbelstürme, ETA-Anschläge, Schweingrippenimpfungstests und Terrorgruppen.
Deutschland, deine Straßen, denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht ...

Mittwoch, 5. August 2009

Lösungsorientiert leben

Manchmal hat man einen Gedanken und stellt fest, dass andere schon ein Buch darüber geschrieben haben. So ging es mir eben mit dem oben Genannten. Eigentlich muss man auch kein Buch darüber lesen oder schreiben. Es ist doch klar, dass es nicht weitergeht, wenn man in seinen Problemen hängenbleibt.
Ich hätte die Überschrift auch nennen können: Über allen Gipfeln ist Ruh. Aber das klingt dann so nach Goethe und Todesnähe. Nein, da sei Gott vor. Also, wie lebt man lösungsorientiert, wie lebe ich lösungsorientiert? Wenn eine Sache nicht funktioniert, solle man eine andere anfangen, heißt es. Und ich sage: Was du allein nicht zustandekriegst, kriegst du vielleicht mit anderen zustande. Vertrauen und Kommunikation sind die Zauberwörter, um neue Türen zu öffnen. Ich habe es geschafft: Für den Moment mal wieder, bis sich neue Berge in den Weg stellen. Und auch die müssen, können, wollen immer wieder bewältigt werden. Der Weg ist frei, es ist alles geschafft, frei in den Urlaub, in neue Bereiche.
Oder doch nicht? Wo werden wir am Samstag unsere Zelte aufschlagen? In der Umgebung des Wolfram von Eschenbach, natürlich, Kaspar Hauser lässt grüßen. Bis dahin ist noch einiges zu ordnen. Und was macht das Schreiben, wird sich vielleicht dieser oder jener Leser fragen, besonders diejenigen Leser, die selbst zur schreibenden Zunft gehören? Das ist erstmal abgeschlossen, die Bücher müssen nun ihren Weiterweg gehen. Das Schreiben hat nie aufgehört, es findet tagtäglich statt, nicht nur hier im Blog, und es wird niemals aufhören. Ob ich Lust habe, die 160 Seiten des Neuen noch einmal grundsätzlich zu überarbeiten? Natürlich, ich habe ja schon angefangen, mit einer neuen Perspektive und einem neuen Hintergrund. Das, was ich gerade lese, gehört auch zu diesem Prozess. Auf eine faszinierende, oft selbstzerstörerische Art rasen die Figuren einem Abgrund entgegen. Dafür hat die Autorin sieben Jahre gebraucht.
Ich bin bereit, mich immer wieder neu in dieses Abenteuer zu stürzen, auch in die Abgründe, auch an der Oberfläche zu schwimmen! Beides ist notwendig und legitim.

Montag, 3. August 2009

Mein Frankfurt

Vor fast genau fünf Jahren habe ich eine Kurzgeschichte über Frankfurt veröffentlicht: Glasbetonkörper.An diese Geschichte musste ich denken, als wir gestern auf der Zeil in dem brandneuen Glasbetonkörper waren. Man fährt auf der längsten Rolltreppe Europas in einen Glasbetonhimmel hinein; dort steht aber nichts als die handelsüblichen Geschäfte und Imbissbuden. Eine moderne Version der Kathedralen, nehme ich an.
Aber sonst ist in meiner Stadt Frankfurt eigenlich alles wie immer gewesen: Der Park nahe der Ostendstraße mit seinen Hasen, den Obdachlosen auf den Bänken, dem Lessing- und dem Schopenhauerdenkmal, dem Literaturhaus am Main, den vielen Brücken einschließlich des Eisernen Steges, den Märkten, dem Äppelwoiexpress und dem Museumsufer, dem schwärzlichen Wasser des Flusses mit seinen Schlepplastkähnen, den krachenden Bahnen und über, unter und neben allem Das Grundrauschen der Zivilisation!
Da ist die Insel im Main, da sind wir mal drumrumgerudert, David, weißt du noch? Und dass wir alle mit einem Schiff um die Welt fahren wollten? Es gab "Umsonst und Draußen", Musik im Park und keins der Museen hatte damals Eintritt gekostet. Am Mainufer wurde "Pink Floyd in Pompeji" auf Großleinwand übertragen. Geblieben sind die Wasserhäuschen, die Kneipen und das Hardrockcafé in Sachsenhausen. Der Römer und die Paulskirche, in der u.a. Uhland sich für die Revolution einsetzte. Ein Schmelztiegel aller Völker, liebenswert, bunt und quirlig, aber auch voller Gewalt, Suff, Drogen und Polizeipräsenz. Das Neueste sind die "Jungesellenabschiede": Da laufen sie alle mit grünem Hemd herum, gröhlen wie nach einem Fußballspiel, oder sie haben Teufelshörner auf den Köpfen und betteln die Pasanten an. Es gibt schon Lokale, wo sie als unerwünscht gelten. Und trotzdem war im Schwarzwald alles so regennass, öd und leer, als ich zurückkehrte. Es ist sicher nicht mein letzter Besuch dort gewesen, immer kehre ich an einen vertrauten Platz zurück. Das nächste Mal werde ich wohl zur Buchmesse kommen.

Samstag, 11. Juli 2009

Backpulver und Zimt für Holzameisen,Marderschreck

Ich will noch mal einen Kommentar von Petra aufgreifen, der ein wenig weit nach hinten gerutscht ist. Man kann Ameisen vertreiben, indem man Zimt auf die Straßen streut. Nein, nicht die Fahrstraßen, wie ich zuerst dachte, auf die Ameisen- Laufstraßen! Ob nun Holzameisen auch darauf reagieren, weiß ich nicht, auf die Döschen mit dem Gift, das sie an ihre Jungen verfüttern sollen, reagierten sie in meiner letzten Wohnung auf jeden Fall nicht. Eine viel drastischere Methode wurde gestern in unserer Gruppe diskutiert: Backpulver, davon platzen sie. Ich habe es, glaube ich nicht ausprobiert.
Dagegen verriet mir der Autoabschlepper, der lange einen Marder hatte, dass er ein viereckiges Stück Maschendraht unters Auto gelegt hätte. Der Marder, als Hundetier,
hätte dann gedacht, das sei ein Loch und habe Reißaus genommen. Diesen Tipp fand ich übrigens auch hier.
Und noch einen: Den Hund ans Auto binden, der solle mal was tun für sein Futter!
Vielleicht könnte es auch die Katze richten ...:-)

Sonntag, 5. Juli 2009

Vernetzung von Autorenblogs

Der Urlaub geht zu Ende-heute haben wir noch mal einen sehr heißen, aber sehr interessanten Tag im Kraichgau verbracht. Das Beste: Ein Stadtfest in Wiesloch, mit friedlichen Menschen, viel Sonne und Cuba-Jazz.

Oliver Gasser, ein Literatur-Koordinator, hat darum gebeten, ein Projekt von ihm bekannt zu machen, das er bei den Literaturtagen in Konstanz vorstellen will. Es handelt sich um eine virtuelle Autorenplattform, die soziale Vernetzung von Autorenblogs, insbesondere im süddeutschen Raum, in Österreich und der Schweiz. Aus der Testphase stach mir ein Beitrag ins Auge: "Warum antwortet mir niemand?"
Ich habe den Eindruck gewonnen, dass viele Autoren, die ich kenne, ihre Blogs aus eben diesem Grund wieder aufgegeben haben (analog zu der Vorstellung: Warum soll ich schreiben, wenn niemand es lesen will?)
Ich denke, dass sich Blogs, auch Autorenblogs, irgendwann zum Selbstlauf entwickeln können, wenn sie nicht immerfort neue Impulse bekommen. Die können aus sich selbst heraus entstehen, durch Kommentare anderer oder durch immerwährende Auseinandersetzung mit der den Autor umgebenden Welt. Das Wissen um eine Stammleserschaft ist dabei sicher sehr förderlich. Ob dabei auch nur ein einziges Buch verkauft wird, bleibt dahingestellt. Und viele Besucher, die durch Google-Anfragen kommen, bleiben nicht. Was also kann der Sinn und Zweck eines Autorenblogs sein, wenn nicht reine Selbstdarstellung? Für mich persönlich ist dieser Blog seit Langem eine Auseinandersetzung mit meinem Autor-Sein.
Der Gedanke, Autoren mehr miteinander zu vernetzen, hat schon etwas Bestechendes. Nur hat sich in der Praxis gezeigt, dass die Kollegen neben ihrem Schreiben, ihrem sonstigen Leben und der Teilnahme an verschiedenen Foren gar nicht mehr die Zeit haben, sich so intensiv anderen Inhalten zu widmen. Ich begrüße die Idee also ausdrücklich, weiß aber nicht, ob ich an diesem Projekt teilnehmen werde.

Freitag, 3. Juli 2009

Urheberrecht: Antwort aus der Schweiz

Peter Löbel von Silverlight Travel hat inzwischen geantwortet- in Form eines Kommentars an der entsprechenden Stelle.

Donnerstag, 2. Juli 2009

Historisches zur Schreibblockade

Der wohl vergessene Schulmeister und Dichter Samuel Friedrich Sauter aus dem Kraichgau schrieb im 18. Jahrhundert:
"Es kostet wahrlich manches Weh,
bis nach und nach die Verse fließen,
Wenn unser Dichterross soll traben,
muss Laune es und Muße haben.
Wer es zur Unzeit reiten will,
dem steht es alle Tritte still."

Samstag, 27. Juni 2009

Bild fällt von der Wand

Seit Langem wundere ich mich darüber, dass viele Googler meinen Blog über die Stichworte "Bild fällt von der Wand" oder "Uhr fällt von der Wand" finden. Habe ich sowas je geschrieben?
Tatsächlich:
"Kürzlich ist mein Sammelfotobild von der Wand im Gang fast abgefallen und lässt sich nicht mehr befestigen."-Im November 2008. Irgendwie musste ich an das Rätsel denken: Was ist das? Es hängt an der Wand, macht Tick-Tack, und wenn es runterfällt, ist die Uhr kaputt.
Tja, was soll ich sagen, was gibt es zu erzählen? Mein Urlaub fällt ins Wasser, eine Sintflut ergießt sich übers Land. Also stöbern wir ein bisschen, schreiben ein bisschen und denken ein bisschen nach.

Dienstag, 23. Juni 2009

Das Marzipanteufelchen

Heute ist ein Tag, na so lala, ohne Biss und Riss. Ich reibe mir die Augen. Draußen eine Kreischsäge, durch die Ritzen kriecht die Sommerkälte. Es klopft -und herein kommt: Ich traue meinen Augen nicht! Mein gutes, altes Schreibteufelchen. Aber wie hat es sich verändert! Füllig ist es geworden, die Ärmchen rund, keine schwarzen Krallen mehr, sondern Marzipanschweinchenfinger.
Wo hast du denn so lange gesteckt?, frage ich.
In der Hölle, wo denn sonst?
Du siehst eher aus, als hättest du geschlemmt, wer weiß wo, stelle ich fest.
Das Teufelchen gähnt.
Es gibt nichts mehr zu tun, meint es. Du brauchst mich ja nicht mehr, keiner braucht mich mehr.
Wer sagt denn das? Ich für meinen Teil vermisse dich sehr. Du warst immer das Schwungrad meiner Phantasie, der Brunnen meiner schöpferischen Kraft!
Na, na, nicht übertreiben, sagt das Teufelchen. Du musst jetzt einfach aus dir selber schöpfen.
Und wenn der Brunnen ab und zu mal leer ist?, frage ich.
Es gibt andere Quellen. Schau dich um. Was willst du mit einem Teufelchen, das in die Jahre gekommen ist, Speck angesetzt hat, dir kein Feuer mehr unter dem Hintern machen kann und will.
Du meinst, ich soll selber ...
Ich bin ein Teil von dir, du weißt es. Dabei bist du träge geworden, versuchst dich auf deinen Lorbeeren auszuruhen. Aber das funktioniert nicht. Immer weiter, immer höher, immer tiefer, immer besser, immer schlechter, scheitern oder an der Oberfläche bleiben oder darüber hinausgehen! Vertrödel nicht die besten Stunden! Bleib dran, bleib wach, bleib da, du selbst, lass dich nicht ins Bockshorn jagen!
Ich weiß auch nicht. Mein Antrieb...
Potzblitz und Teufelswerk! Soll ich wieder ein wenig Höllenspuk betreiben, damit du in die Gänge kommst? Soll es krachen und rauchen? Wie war denn das, als du einen Roman mit diesem Titel geschrieben hast? Was wolltest du erreichen?
Einen Verlag, gelesen werden.
Das hast du erreicht. Jetzt fang an.

Freitag, 5. Juni 2009

"Die Nonne und die Hure" als Reiseführer

Mal wieder was fürs Autorenego: In einem Reiseportal "Die besten Urlaubsziele" wird mein Roman als Reiseführer empfohlen.:-)Außerdem ist er in den Stadtbüchereien von Warendorf, Dornbirn und Bonn-Bad Godesberg aufgetaucht. Das soll dann wohl irgendwann mal Bibliothekstantiemen geben, wenn ich es im Herbst melde.

Rosenrost und Holzameisen

Nun noch ein paar profanere Dinge.
Ich muss mir dringend Gärtnerhandschuhe kaufen, denn meine Hände sind ganz zerstochen von den Rosen, denen ich doch nur helfen wollte. Sie sind, wie schon öfter, vom Rosenrost befallen. Petra wird mir sicher ein paar Tipps geben können. Ich habe so ein Rostzweiglein genommen und bin in die Gartenabteilung des Baumarktes marschiert. "Rost" sagte die Dame und drückte mir Saprol pilzfrei in die Hand. Damit kann ich nun, in Abständen, verdünnt mit Wasser, die Rosen begießen. Da die Dame, usn bekannt aus dem Dorf, ausnahmweise Zeit hatte, fragte ich gleich noch nach Mitteln zur Bekämpfung von fliegenden und kriechenden Holzameisen, deren Invasion kurz bevorsteht. Außer den üblichen Köderdosen hatte sie auch keine Idee. Und die waren völlig zwecklos, schon in der letzten Wohnung.
Man stelle sich das so vor: Während zweier Wochen im Juni strömen die aus den Ritzen und bevölkern Küche und Schlafzimmer. Manchmal ist es ganz dunkel, so dicht hängen sie an den Fenstern. Ameisenspray hat sich als das erfolgreichste Mittel geziegt, aber dann kann man die Wohnung einige Zeit lang nicht betreten. Letztes Jahr habe ich sämtliche Ritzen mit Isolierband verklebt. Erstmal war Ruhe, dann kamen sie unter der Toilette wieder hervor. Grauenhaft! Also wede ich diese Ritzen auch noch verkleben. Vielelicht liest dies jemand und weiß einen Rat (ich habe auch schon Foren im Internet zu diesem Thema besucht). Letztlich sind viele ausgezogen, weil sie den Boden nicht aufreißen wollten. Das will ich aber nicht, weil es ansonsten die schönste Wohnung ist, die ich je hatte.
Der Marder dagegen ist weiterhin friedlich, er knabbert nur sanft an der Radioantenne des Autos.

Dienstag, 2. Juni 2009

Glückliche Autoren

Neben den gewaltigen, oft aber auch unglücklichen Figuren gibt es solche, die mit ihrem selbstgewählten Los zufrieden, wenn nicht gar glücklich sind. Der Maler Strickland in Somerset Maughams Roman ist so einer, der Familie und Beruf verlassen hat und nach Paris gegangen ist, um zu malen. Er verkauft nichts, lebt im Elend und stürzt andere mit hinein. Aber es ist das, was er gewählt hat.
"Vielleicht lebt der Schriftsteller in seinen Bösewichten eigene tiefeingewurzelte Instinkte aus, die durch die Sitten und Gebräuche der Zivilisation in die geheimnisvollen Winkel des Unbewussten zurückgedrängt worden sind. Indem er der Gestalt seiner Erfindung Fleisch und Blut gibt, flößt er einem Teil seines Selbst ein Eigenleben ein, dem er auf andere Weise nicht Ausdruck verleihen darf. Seine Genugtuung entspringt ganz einfach einem Gefühl der Befreiung." (Silbermond und Kupfermünze, S.205) Freud nannte das "Sublimation", Verwandlung des Sexualtriebes in Kunst.
Desgleichen sah ich noch einmal diesen Alten auf einer dänischen Ostseeinsel, der seine Fische räuchert und auf die Frage, was wichtig sei im Leben, antwortet: Keine Hektik, keine Termine, dort und so leben, wo und wie es einem gefällt. Wer kann das heutzutage schon, außer er ist reich oder in Rente? Ich habe am Wochenende unsere Jungen gesehen, wie sie an ihrer Karriere knabbern müssen, Einsatz ohne Ende. Und die Waren, die sich um uns stapeln: Kauf mich, kauf mich! Arbeitsdruck, Termindruck, Emaildruck, Foren, Schreibdruck, Telefon, Vertreter, Besuche, Verantwortung, Familie, Steuer, Krankenkasse, und so weiter und so fort. Aber davon könnte man mindestens die Hälfte streichen. Warum nicht einmal mitten in der Woche, wenn die Sonne scheint, einen Tag Urlaub nehmen? Ich glaube, dass ich eine glückliche Autorin bin. Ich lebe zwar nicht am Bodensee oder in der Toskana, wie es mir mein leichtsinniges Gemüt einmal vorgeträumt hat, mache keine Reisen, die mir vom Verlag bezahlt werden, aber ich lebe in einer Landschaft, in der andere Urlaub machen, kann bei der Arbeit auch mal ein paar Stunden im Garten sitzen und alles, was ich sehe und erlebe, als Recherche verwenden. Und abends gemeinsam über die Felder ziehen, die weichen, sonnengrünen Getreidefelder neben sich, die Hügel und Kuppen des Schwarzwalds, die im Abendlicht glasten. Ein Vizeweltmeister der Gegend dreht seine Loopings am Himmel,ungeachtet der Tatsache, dass viele Menschen nach dem Absturz in den Tiefen des Atlantiks verschwunden sind, derweil die Wolken kreiseln und sich fern wie Blumenkohle türmen.

Es gibt immer auch wieder unglückliche Tage, aber auch die sind häufig selbstgestrickt. Wie sagte ich einmal? Ich muss eigentlich nur sehr wenig, und was ich will, erreiche ich auf meine Art eigentlich immer.
Jetzt gehe ich S. Maugham und danach John Steinbeck lesen.

Figurennähe und Ambiente

Inzwischen konnte ich mich wieder einem Buch widmen: Dem auf dem Flohmarkt gekauften "Silbermond und Kupfermünze" von Somerset Maugham. Und ich habe seine Figuren auf mich wirken lassen, wie ich auch während der Feiertage Menschen auf mich habe wirken lassen. Von verschiedenen Stellen wurde ich angeregt, über o.g. Thema nachzudenken. Die Figuren Maughams sind, wenn auch auktorial erzählt, mit die kräftigsten, die mir seit Langem untergekommen sind. Ebenso der Bierbichler im TV-"Winterreise", der zusammen mit Hanna Schygulla einen Manisch-Depressiven und seine Gattin mimte. Ich glaube, wie man nun lebendige Figuren schafft, ist nicht allein die Folge einer Technik, sondern diese Fähigkeit beruht darauf, sich in andere, also auch in die eigenen Figuren einzufühlen. Um das Ambiente brauche ich mich nicht zu bemühen, das floss mir schon seit eh und je aus der Feder.
Es ist merkwürdig, aber ich habe mit den schwierigsten Figuren die wenigsten Schwierigkeiten, vielleicht, weil sie am interessantesten für mich sind.

Sonntag, 31. Mai 2009

Auf Wolframs Spuren

Der Mini-Urlaubsausflug ist uns gestern wohlgelungen. Wie schon einmal im zeitigen Frühjahr zog es uns ins Bayerisch-Fränkische bzw. Spessart-Odenwald. Eine Perle ist das Mainstädtchen Wertheim. Da, wo Tauber und Main ineinanderfließen, ist ein imponierendes Gesamtwerk an mittelalterlichem Flair und einmaligen Kunstwerken entstanden. Neben Heidelberg dürfte die Renaissanceburg wohl eine der bedeutendsten sein. Die Stadt ist voller Leben, voller Cafés und buntem Treiben. In der Nähe die Abtei Bronnbach, eine Tochter Maulbronns, ist nicht nur einen Besuch wert. Die Anfahrt ist allerdings, wie beim letzten Mal, etwas umständlich und langwierig. Die barocken Altäre sind an die Säulen der sonst gotischen Kirche gelehnt. So bot sich beim ersten Blick durchs Gitter auch ein ungewöhlicher Anblick: Zwischen diese Barockaltäre und Säulen war ein ganzes Orchester mitsamt Chor geklemmt, was dem Ganzen eine unbeschreibliche Dichte verlieh. Wir sind normalerweise keine Freunde von klassischer Musik, jedoch war es ergreifend, direkt hinter diesem Chor zu stehen und mit gewaltiger Musikbegleitung durch das Kloster zu gehen. Besonders imposant ist der Josephsaal. In der Abtei Amorbach war die Kirche schon geschlossen, doch gab es Teile der "Gralsburg Wildenberg" zu besichtigen, auf der Wolfram von Eschenbach seinen Parsifal gedichtet haben soll. Die Suche nach der Burg entpuppte sich allerdings noch abenteuerlicher als beim letzten Mal.Ein Einheimischer wies uns einen Weg ewig hinauf durch dunkle Odenwälder. In dem Dorf oben wusste ein Junge Rat, und schließlich fanden wir auch den Weg dorthin, zumindest bis in den Wald hinein. Was in aller Welt hatte den Burgherrn veranlasst, da ganz tief unten im Wald eine Burg hinzubauen? Die letzten 600 Meter in die Tiefe haben wir uns gespart. Ich wusste ja, wie die Burg aussieht und hielt es mit Petrarca auf dem Mont Ventoux.

Die Pilgerin von Montserrat

Der Roman ist jetzt auch bei Amazon gelistet, allerdings noch ohne Bild und Klappentext. Als Erscheinungstermin ist September 2009 angegeben. Das passt zu meinen
Planungsberechnungen: Lektorat wahrscheinlich noch im Juni, Urlaub, Leserunde Montsegur und nebenher am neuen Projekt arbeiten. Nebenher gibt es auch Planungen für ein Treffen mit Schreibfreunden auf der Buchmesse in Frankfurt.

Freitag, 29. Mai 2009

Wunsch für Pfingsten

Die letzten Tage waren ziemlich angespannt und ausgefüllt mit Arbeit, Leserundenbegleitung, Textarbeit im Forum und Mailschreiben, so dass ich nicht mehr zu einem Eintrag in den Blog gekommen bin. Die Leserunde empfinde ich, vom jetzigen Standpunkt aus betrachtet, eher wie einen Workshop, in dem Schwächen und Stärken eines Romans abgeklopft werden. Und das führte dazu, dass ich mich dem Einstieg in mein neues Projekt verstärkt widmen konnte.

Was das Lesen und Schreiben allgemein betrifft: Ich war die letzten Tage irgendwie "overfed" oder "fed up"-nicht nur historisch-genremäßig. Ich konnte mich nicht mehr überwinden, einen Roman zu lesen oder einen Film im Fernsehen anzugucken. Vorgestern erwischte ich mich dabei, dass ich den ganzen Abend in einem Baedeker las und Pläne für das Pfingstwochenende schmiedete. Vielleicht muss man ab und zu mal ganz weg von dem allen.

Samstag, 23. Mai 2009

Die Nonne, die Hure und die Kirche

Zu meinem Erstaunen fand ich gestern einen Eintrag meiner "Nonne und Hure"im österreichisch-katholisch-bishöflichen Bibliothekswerk. Erstaunt war ich deshalb, weil mein Buch ja eine kritische Auseinandersetzung mit der kirchlichen Vergangenheit ist.
Dann gab es noch einen Hinweis auf Wikipedia. Ich denke darüber nach, wann und von wem eigentlich die Autoren-Einträge bei Wikipedia kommen. Weiß das jemand von euch?

Donnerstag, 21. Mai 2009

Wie finde ich einen Verlag?

Und wie mache ich mein Buch bekannt? Das sind Fragen, die immer wieder von Neuautoren gestellt werden. Dazu fasse ich noch einmal kurz meine Erfahrungen zusammen.
Mein erstes Manuskript war alles andere als druckreif-heute würde ich es in dieser Form nicht mehr anbieten. Eine Lektorin von Klett -Cotta gab mir wertvolle Hinweise, und bald hatte sich ein Verlag gefunden, der es dann genommen, lektoriert und gedruckt hat. Das nächste Buch wurde auf Anhieb genommen. Ich habe sehr viel Werbung gemacht,die Verlage ebenfalls, was sich allerdings auf den Absatz kaum auswirkte. Die Bücher waren im Buchhandel einfach nicht präsent, nur vereinzelt. Ich lernte dann, dass es die Vertreter der Verlage sind, die das Buch zu den Buchhändlern bringen und die Seiten im Katalog. Ich kaufte mir das Uschtrin-Handbuch für Autoren und fand eine Agentur.
Einen Roman später führte das auch zum gewünschten Erfolg. Viele Informationen und Unterstützung erhielt ich im Autorenforum Montsegur.
Aus diesen Erfahrungen heraus rate ich jedem, der veröffentlichen möchte, zu einem langen Atem! Bevor man sein Manuskript an einen BoD-Verlag gibt oder gar noch dafür bezahlt, sollte man sein Licht nicht unter den Scheffel stellen, an sich glauben und den oft etwas steinigen, aber "lohnenden" Weg der Agentur-und Verlagssuche gehen. Man sollte lernen, den Roman wirklich reifen zu lassen, ob mit oder ohne Exposé.
Bekannt gemacht habe ich die ersten Bücher dadurch, dass ich es "überall herausposaunt" habe, stark an die Öffentlichkeit gegangen bin. Jetzt gehe ich es etwas ruhiger an, verschicke Rezensionsexemplare, nehme an Leserunden teil und verbreite es auch allmählich in meiner Stadt.

Donnerstag, 14. Mai 2009

Die Pilgerin von Montserrat

Gerade habe ich das neue Cover der "Pilgerin von Montserrat" entdeckt. Gefällt mir gut, passt wie eine "Marke" zum anderen ...

Roman in Bibliotheken

Da ist er inzwischen auch gelandet, in Würzburg wird er für Juni erwartet.
Ich bin nun etwas ratlos. Ob ich den Roman selbst bei VG Wort, wo ich schon lang Mitglied bin, anmelden muss? Vielleicht weiß mir einer meiner KollegInnen einen Rat.

Sonntag, 26. April 2009

Heuschnupfenzeit

Alljährlich im April und Mai sollte ich verreisen in Gegenden, wo keine mitteleuropäischen Pollen fliegen. Oder ich müste mich ins Haus einsperren, alle Fenster schließen und nach Möglichkeit auch keine Sachen essen, auf die ein Bluttest einmal eine 40%ige Allergie erbracht hat, als da sind: Weizen, Kartoffeln, Roggen. Aber das wäre für eine Wanderratte und Reisende wie mich keine Alternative. Also, Augen zusammengekniffen und raus. Ich hab mal einen Mann gesehen, der mit einem Imkernetz vorm Gesicht durch die Botanik gelaufen ist. Ich selbst war früher schon mit einer Taucherbrille im Wald. Gestern war es wieder besonders schlimm. Das Auto war rundherum gelb. Die Augen brannten und waren knallrot. Ein Allergiemittel, das ich besitze, wirkt zwar ein wenig, macht aber hundemüde. Also müssen wir immer wieder Brunnen suchen, um den aggressiven Staub auszuwaschen, und abends die Haare unter den Leitungsstrahl halten. Es gibt Schlimmeres, aber es ist sehr, sehr lästig.
Hat einer von meinen Lesern schon mal einen Dorfbrunnen gesucht und festgestellt, dass manche Orte drei haben, viele aber gar keinen? Oder versucht, Grundnahrungsmittel zu vermeiden, obwohl in bestimmt der Hälfte allen Essens Weizen drin ist? In der Wirtschaft kriegt man kaum etwas ohne Spätzle oder Pommes. Und Dinkelbrot, auf das ich früher ausgewichen bin, schmeckt einfach scheußlich! Also habe ich es aufgegeben, die Allergene zu meiden, leide im April und Mai still vor mich hin und kann von Glück sagen, dass es nicht 100%ig ist.

Donnerstag, 23. April 2009

Analytisches und kreatives Schreiben

Thomas
setzt sich in seinem Blog mit der Frage auseinander, ob analytisches Schreiben, zum Beispiel fürs Studium, und kreatives Schreiben sich nicht gegenseitig ausschließen.
Ich habe ja auch mal eine Diplomarbeit geschrieben, die ich eben noch einmal in die Hand nahm. Das, was da drin steht, ist stilistisch und inhaltlich dem, was ich jetzt schreibe, so diametral entgegengesetzt wie ein Milchstraßensystem dem anderen. Ich könnte das heute nicht mehr lesen. Und dann die vielen soziologischen und psychologischen Fachausdrücke!
Ich glaube allerdings, dass sich beide Arten zu schreiben einander annähern können, und sei es erst im Laufe eines Lebens.
Von Kollegen und Chef wurde in den letzten Jahren bemerkt, dass sich meine Entwicklungsberichte und sonstigen Schreiben verändert hätten. Sie seien jetzt so richtig dynamisch! Also dramatisch aufbereitet, sozusagen.

Montag, 20. April 2009

Bilder aus Bebenhausen


Alice hat mich gerade dazu angeregt, einmal darüber nachzudenken, was eigentlich aus unseren Figuren wird, nachdem sie in die Welt hinausgezogen sind. Ich selbst finde sie meist an den Schauplätzen wieder und sehe sie vor mir, wie sie sich bewegen und ihr Leben meistern und gestalten, leiden und sich entwickeln. Einen finde ich auf jeden Fall immer wieder, auch in meiner nächsten Umgebung. So auch gestern bei einer Wanderung vom Kloster Bebenhausen ins Goldersbachtal. Ob jemand von den vielen Besuchern, den Professoren in schwarzen Mänteln, die Hände auf dem Rücken gefaltet, das Schild an dem Haus hinter der Mauer gesehen hat: "Hier weilte Eduard Mörike vom 6. Juni bis 25. Juli 1874." Und hier entstand 1863 das Gedicht "Bilder aus Bebenhausen".

Hinter den licht durchbrochenen Turm, wer malt mir dies suesse,
Schimmernde Blau, und wer rundum das warme Gebirg? -
Nein! wo ich kuenftig auch sei, fuerwahr mit geschlossenen Augen
Seh ich dies Ganze vor mir, wie es kein Bildchen uns gibt.


Vom Kloster Bebenhausen, wie auch Maulbronn Weltkulturerbe der Menschheit, führt einer der schönsten Wanderwege rund um Tübingen ins Goldersbachtal, in den Schönbuch hinein. Er beginnt oberhalb des Klosters und läuft zunächst durch den Wald mit Blick hinab auf den mäandernden Bach. Der Bärlauch hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr ausgebreitet, und so ist er auch hier massenhaft vertreten. Ein Knoblauchduft liegt in der Luft. Wir pflücken ein Sträußchen, für Nudelsuppe und Bärlauchpesto. Der Weg geht hinab zu einem Teich, der von den Mönchen als Fischweiher angelegt wurde. Hier müsste man mal unter der Woche herkommen, wenn nicht so viele Leute die Gegend bevölkern. Trotzdem ist die Ruhe vollkommen. Der Wanderweg bewegt sich auf eine Hütte mit Grillstelle zu. Dort ist ein Tor angebracht, um das Wild vor dem Ausbrechen aus dem Gehege zu bewahren. Auf dem Rückweg sehen wir, in welch vollkommener Harmonie dieses Kloster in die Landschaft gebaut worden ist. Ich sehe Eduard und Wilhelm Waiblinger, den Feuerkopf, von Tübingen her den Berg heruntersteigen, ins Gespräch über die Liebe vertieft, die für Eduard nie "ein Haus" hatte. Ein Häher rätschte, und im Wald leuchtete rot der Aaronstab. Man kann auch auf dem Radweg zurückgehen, immer dem anderen großen Bach, dem Goldersbach, folgend. Nach Tübingen hin gibt es einen Wanderparkplatz, der auf einen geologischen Lehrpfad führt, da kann man mit etwas Glück beim Steineklopfen etwas finden. In Bebenhausen gibt es verschiedene Wirtschaften. Eine erreicht man bei der Rückkehr auf dem Radweg. Es ist eine Pilgerherberge mit Biergarten, in der es alle Kaffeespezialitäten und preiswerte Gerichte gibt.

Dienstag, 14. April 2009

Die Kuriere der Zarin

Oder noch besser: Die Kurierinnen der Zarin? Mir fällt da kein Gold mehr aus der Krone, aber ein Szenario ein.
Was wäre, wenn es ein Komplott gäbe? Die Zahnreinigungsspezialistinnen empfehlen ihren PatientInnen elektrische Zahnbürsten. Die erschüttern die Mäuler wie ein Kompressor und verursachen Entzündungen. Die Notärzte, wenn sie denn mal erreichbar sind, setzen ihre Patienten als Kuriere ein, das heißt, die Rezepte müssen nachträglich zur Apotheke gefahren werden, dann müssen die Patienten wieder fahren, um die Bestätigungen zu holen, dass sie die Abwrackprämie von 10 Euro schon gezahlt haben und müssen die wieder zum anderen Arzt fahren. Das alles nutzt die Autos ab und dafür kriegen sie eine Abwrackprämie, damit sie neue Autos kaufen. Für die wiederum braucht man neue Straßen. Und diese Straßen führen nicht mehr in die Landschaften, zu denen man ursprünglich wollte, sondern direkt in die Supermärkte und Häuser, um mehr elektrische Zahnbürsten, Autos und Waschmaschinen kaufen zu können. An den Straßen versteckt man immer mehr Blitzer, die Abzockprämie, damit es sich auch lohnt. Was jucken den Staat deine Zähne? Das ist Privatsache.

Montag, 13. April 2009

Wanderungen und Ausflüge





Immer an den Feiertagen verreckt das Auto oder wenn es dann mal heilt bleibt, verreckt ein Zahn! Das heißt, seit gestern morgen bin ich notarzt-und aphotekenmäßig unterwegs, schlucke Penicillin und Schmerztabletten mit einer Dickbacke, wie ich sie seit einem Bienenstich vor Jahren nicht mehr hatte. Das konnte uns natürlich nicht hindern, unsere Tripps zu machen.Meine Empfehlungen:

Steinhausen bei Biberach, die schönste Dorfkirche der Welt

Blaubeuren mit dem Blautopf, dem Unterschlupf der schönen Lau. (Hier entstand u.a. mein zweiter Roman "Aufbruch nach Blaubeuren!)Höhlentaucher wie Hasenclever haben endlose Höhlensysteme entdeckt, die sich möglicherwiese bis zum Bodensee erstrecken sollen. Nach einem Tauchunfall befährt er die Gänge und Katakomben mit einem Schlauchboot. Hier kann man sehr schöne Wanderungen machen, zum Beispiel beginnt gleich hinter dem Blautopf ein Pad, der auf die Höhe und dann rund um das Blautal bis zur Ruine Rusenschloss führt. Einem Paar aus Ludwigburg, das wir im "Waldhorn" trafen, empfahlen wir auch noch den Aachtopf bei Engen und den Federsee.

Ebenfalls empfehlenswert für Naturfreunde ist die Pfullinger Wieseoberhalb von Reutlingen-Pfullingen. Da steht auf engstem Raum vom zeitigen Frühjahr bis zum Herbst alles da, was das Herz zu sehen begehrt. Frühlingsenzian, Orchideen, Traubenhyazinthen, Herbstenzian,echte Schlüsselblumen.

Die beiden letzten Tipps wären die von Mörike so genannten Wolkenstühle bei Bad Urach und das Zisterzienserkloster Bebenhausenbei Tübingen.

Dienstag, 7. April 2009

Romane schreiben/ Wie finde ich einen Verlag?

Ich könnte auch schreiben: NICHTS NEUES! Aber, so könnte man dagegen halten, jeder Tag ist neu, ist einmalig, ist ein Tag vom Rest deines Lebens! Aber das wird nicht jeder so empfinden. Die Medien bringen jeden Tag neue Schreckensmeldungen, die Menschen in L'Aquila machen sich um nichts Sorgen als um ihr nacktes Leben, in Straßburg werden die Brandstifter dingfest gemacht und in Afghanistan hat offensichtlich eine Rakete Frau Merkel verfehlt. Derweil sei der Talboden der Krise erst im September erreicht. Die meisten Menschen lassen sich durch kaum etwas noch aufschrecken, sie zanken weiter, waschen ihre Autos, lesen Bild und gucken Daily Soaps. Oder sie fragen das Netz, wie man einen Roman schreibt und ihn, viel wichtiger, an den Verlag bringt. Wenn man das eingibt, findet man Millionen von Links, viele von Druckkostenzuschussverlagen. Es gibt sogar ein Unterforum eines Forums, das heißt: "Selbstzweifel-Forum für Schriftsteller".
Darüber könnte ich heute ein wenig schreiben, nein, nicht über Selbstzweifel, denn die habe ich mir gütlichst ausgetrieben:-)Wie kommt ein heutiger Autor tatsächlich an einen Verlag? Zunächst einmal möchte ich das, was ich noch vor ein paar Jahren propagiert habe, revidieren, nämlich, dass man nur einen Schuss frei hätte. Wenn man natürlich mit dem ersten Buch gleich einen Megaseller erwartet, ist man verratzt. Wenn mich heute ein Nachwuchsautor fragen würde, wie er zu einem Verlag kommt, würde ich kurz und schmerzlos raten:

-Nie etwas zahlen
-Das Manuskript nicht zu früh rausschicken
-Verlage oder Agenturen sorgfältig auswählen
-Sich darüber klar werden, warum und für wen man schreiben will, daraus ergibt sich dann auch die Frage Groß-oder Kleinverlag, Agent oder Self-Made-Suche
-Sorgfalt bei der Bewerbung
-Sich darüber im Klaren sein, dass "es" mit der ersten Veröffentlichung nicht aufhört
-Sich mit anderen austauschen,ggfs. ausgewählte Testleser, wenn man damit zurechtkommt
-Sich darüber im Klaren sein, dass man nur das reproduzieren kann, was man sich im Laufe eines Lebens angelesen (und erlebt) hat
-Und schließlich: Überarbeiten, sich weiterentwickeln, nicht aufgeben!
(Es fehlt sicher noch eine ganze Menge)

Sonntag, 29. März 2009

Eisriesen im Schwarzwald

Um diese Zeit wird wohl niemand im Schwarzwald Urlaub machen wollen, es sei denn, er schlittert auf den schweren Schneemassen herum, die alles in Höhen über 500m bedecken. Aber uns zog es hinaus, nach Tagen der Klausur und des Eingeschlossenseins hinter den Vorhängen aus Regen und Schnee. Es verschlug uns in den Süden, an die Wutachschlucht, die bei besseren Wetterverhältnissen zu den schönsten Wandergebieten des Südschwarzwaldes gehört, mit einmaliger Flora, zum Beispiel dem Blauen Eisenhut. Auch das Scheffelhaus und die Scheffellinde standen noch wie ehedem. Da das Markgräfler Land mit Badenweiler und Staufen, dem Fauststädtchen, schwer zu erreichen waren, begnügten wir uns mit dem zugefrorenen Schluchsee und den imposanten Abteien St. Blasien und St. Trutbert. Auf dem Weg ins Münstertal mussten wir mindestens 7 Mal weit runter und wieder hoch (das war ein Navigationsfehler von mir gewesen), und die Riesen um den Feldberg und den Belchen herum standen in abweisender, schneeiger Einsamkeit. Mit fiel Georg Büchner ein und sein "Lenz":

"Den 20. Jänner ging Lenz durchs Gebirg. Die Gipfel und hohen Bergflächen im Schnee, die Täler hinunter graues Gestein, grüne Flächen, Felsen und Tannen.
Es war naßkalt; das Wasser rieselte die Felsen hinunter und sprang über den Weg. Die Äste der Tannen hingen schwer herab in die feuchte Luft. Am Himmel zogen graue Wolken, aber alles so dicht - und dann dampfte der Nebel herauf und strich schwer und feucht durch das Gesträuch, so träg, so plump.
Er ging gleichgültig weiter, es lag ihm nichts am Weg, bald auf-, bald abwärts. Müdigkeit spürte er keine, nur war es ihm manchmal unangenehm, daß er nicht auf dem Kopf gehn konnte."

Bald hatten wir uns verirrt. Wir wussten nicht mehr, wo Norden und Süden war, denn Wolken und Nebel hingen eisgrau über den Matten. Ende September hatte ich einmal eine Wanderung mit meinem Vater auf den Belchen gemacht. Das ging ganz schön steil hinauf, und oben herrschte dicker Nebel. Bei guten Sichtverhältnissen jedoch hat man phantastische Ausblicke, auch vom Feldberg und vom Blauen. Soll ich erzählen, wie es gestern endete? Eine Irrfahrt im Dunkeln, über Staufen bis Freiburg, auch hier verloren wir die Orientierung. Endlich fanden wir den Eingang zum Elzach - und Kinzigtal. Vorbei an Waldkirch, wo es sehr spannende Hexentänze während der Fasnet geben soll. Immer vertrauter und wärmer wurde es, trotz der Dunkelheit. In Elzach, dem malerischen Flecken, empfahl uns ein lustiger Herr eine Wirtschaft, die "Krone". Er hatte nicht zu viel versprochen: Die saure Leber war köstlich, ebenso der Wurstsalat, den man mit Brägele (Bratkartoffeln) oder Pommes bekommen kann.
Damit ist mein Urlaub zu Ende, morgen beginnt eine harte Arbeitswoche.

Mittwoch, 25. März 2009

Das Teufelchen

Jetzt hast du dich hinter einem Krimi verschanzt, sagt das Teufelchen und wendet sich vom Spiegel zu mir hin. Meinst du, da würdest du die Antworten finden?
Nein, natürlich nicht, ich möchte einfach mal meine Ruhe haben.
Warum fragst du dann?, will es wissen.
Weil es mich beunruhigt. Nein, das ist nicht das richtige Wort. Es treibt mich immer mal wieder um.
Du bist komisch, meint das Teufelchen und wackelt mit den Ohren, dass die schwarzen Büschel fliegen. Du hast alles erreicht, was du wolltest. Immer noch nicht zufrieden?
Doch, ich bin sehr zufrieden, beeile ich mich zu antworten. Ich weiß nur nicht, wie es weitergehen soll!
Warte, ich komme gleich mit meinem Stöckchen und kämme dir die krausen Gedanken glatt! Hab ich nicht immer gesagt, du musst mehr Geduld haben?
Wieviel Geduld muss ein Autor denn haben?, fahre ich auf. Ist nicht alles ein einziges Geduldspiel gewesen?
Du musst die Geduld haben, auf dich zu hören. Du hast doch deine eigene Stimme.Hat sie dir nicht immer gesagt, was gut ist und was richtig?
Ja, aber im Moment höre ich sie nicht. Ich höre viele Stimmen, die sagen, was gut ist und was richtig. Ich sollte so schreiben, dass ganz viele Leute es lesen wollen. Bücher, die in einem Jahr 13 Auflagen erleben, wie der Krimi, den ich gerade lese. Ich soll nicht auf andere hören. Ich soll mich wehren gegen Ungerechtigkeiten. Ich soll ...ich soll ...
Und was willst du? Das Teufelchen schaut mich gespannt aus seinen nachtdunklen Augen an.
Deine Augen sind nicht nachtdunkel, moniere ich. Sie sind ...irgendwie höllisch.
Lenk nicht ab. Was willst du?
Ich möchte wieder inRuhe arbeiten, mein Leben leben, Historisches schreiben, Kriminalistisches schreiben, andere Projekte verwirklichen, wenn sie anklopfen ...
Na, wo is nu das Problem?
Es nimmt mir kein Verlag mehr etwas ab.
Das Teufelchen stößt einen Schrei aus, so laut, dass ich mir die Ohren zuhalte, so tief aus dem Inneren der Hölle kommend, dass es mir siedendheiß wird.
Bisher hast du immer einen Verlag gefunden!, ächzt es, nachdem es wieder Luft geholt hat. Du bist eine Aufsteigerin, eine Quereinsteigerin, hast du dir das schon mal bewusst gemacht?
Ich nehme aber niemandem die Butter vom Brötchen.
Doch, tust du, meckert das Teufelchen leise. Du nimmst denen die Butter vom Brötchen, die es nicht zu einem Verlag geschafft haben, wie dieser Mensch mit den 700 Testlesern. Was muss der rackern, bis sein Buch fertig ist! 1952 Testleser und sicher fast ebensoviele Helfer und Reisebegleiter. Und deshalb solltest du froh sein, das alles so mit Links gemacht zu haben. Ist ein Job fürs Leben!
Ein Stein fällt mir vom Herzen.
Da hat es aber gekracht, grinst das Teufelchen. Ich gebe ihm einen Kuss auf die schwarze, kühle Nase.

Dienstag, 24. März 2009

Eiszeit

Wir sollten es wahrscheinlich machen wie die Veilchen und Märzenbecher, die ihre Köpfe auch dann herausstrecken, wenn ein eisiger Polarsturm über sie hinweggeht (in meinen Kalendern steht übrigens der 20. März als Frühlingsanfang, haben die sich alle geirrt?)
Aber sei's drum. Man kann auf jeden Fall nicht, wenn man Urlaub hat, den ganzen Tag zu Hause sitzen und Däumchen drehen, in die schräg dahinjagenden Schneeflocken, Graupel und Regentropfen starren und sich am Computer isolieren. Also geht man raus, in Ermangelung sonniger Ziele ist Tübingen das Einzige, was sich an Alternativen bietet. Eine grässliche, tiefdunkle, nach Schnee und Verderben riechende Wand kam vom Nordscharzwald hergeschoben, und mein Freund rief, wie schon häufig, alle Naturgewalten an, um ihn endlich, endlich gehen zu lassen, nämlich in ein warmes Land seiner Wahl. Kaum saßen wir im "Storchen" bei einer sehr heißen Latte Macchiato und begutachteten die Leute , die draußen vorübergingen und fragten uns, ob der Metzger gegenüber wohl das richtige Griebenschmalz hätte, das mit den krachigen Grieben, da kam die Sonne heraus und der Himmel erstrahlte in einem schon unnatürlichen Blau. Der Metzger hatte überhaupt kein Griebenschmalz, so dass wir uns mal wieder auf den Weg zum Osiander machten. Ob mein Buch noch da war? (Es ist jetzt auf dem Platz, auf den es sollte, noch dazu im Regal.) Morgen könnten wir mal wieder die Staatsgalerie in Stuttgart besuchen, besonders die Italiener der Renaissance, und wenn sich möglicherweise am Donnerstag ein vages Ende dieser Eiszeit abzeichnet, wieder in normalen Bahnen denken.

Donnerstag, 12. März 2009

Der erweiterte Suizid

Der Polizeipsychologe und die Fahnder haben einiges zusammengetragen, was in sich richtig und stimmig sein mag: Killerspiele, insbesondere Terroristen- und Polizeikämpfe, Ankündigung der Tat im Internet, behandelte Depressionen, und die Ankündigung während der Fahrt mit dem Gekidnappten: Ob er zum Spaß mal ein paar Leute abknallen solle, er habe dieses Lotterleben satt, schrieb er in einem Chat im Internet. Und das er Mitglied im Schützenverein seines Vatrs war, der eine Waffe herumliegen ließ.
Der erweiterte Sizid ist eine depressiv-aggressive Handlung, bei der der Betreffende, speziell beim Amoklauf, mit einem gewaltigen Karacho von der Welt verschwindet. Meist steckt ein Bestrafungsgedanke für die anderen dahinter, ob der speziell mit dem weiblichen Geschlecht zu tun hatte, ist noch unklar.
Ich stehe schon auch auf dem Standpunkt, dass weder restriktive Maßnahmen noch Schuldzuweisungen helfen. In unserer Stadt hat man einmal Netze unter einer hohen Brücke aufgespannt, damit die Selbstmörder die Autofahrer nicht gefährden können. Die Milliarden, die den Banken in den Rachen geschmissen wurden, wo kamen die her? Warum werden Stellen im Sozialbereich gestrichen, warum müssen Ärzte die Hälfte des Monats umsonst arbeiten?

Mittwoch, 11. März 2009

Schillertüten-Wettbewerb

Angeregt durch den Link von Jan zum Thema "Literaturpreise" bei Thomas Bluomo
http://www.am-erker.de/ess50_andresky_literaturpreise.php
bin ich die laufenden Aussschreibungen noch mal durchgegangen, bei Uschtrin und anderswo. Was in dem Artikel so witzig rüberkommt, kann ich nur bestätigen, denn ich beschäftige mich seit fast 10 Jahren mit Schreibwettbewerben und Literaturpreisen. Was ich in einem anderen Link gefunden habe, hat mich doch sehr erfreut: Nach ihrem Bestseller "Laugenweckle zum Frühstück" haben die Stuttgarter nun - im Schillerjahr - ihren Bäckertüten-Wettbewerb!
http://www.schillertuete.de/Wettbewerb.html
Wenn deine Kurzgeschichte, mit einem Zitat von Schiller am Anfang, dort angenommen wird, hast du die Chance, ein Bestseller zu werden! 200 000 Stuttgarter werden deine Geschichte beim Frühstück lesen! Auf so eine Idee muss man erst mal kommen. Erinnert mich ein bisschen an die Klorollen-Krimis, die ich als Jugendliche immer auf dem stillen Örtchen las, gespickt mit Witzen von Elefant und Maus, und mich immer ärgerte, dass die Krimifortsetzung erst viele, viele Blätter später kam. Da war das Badezimmer doch manchmal von Klorollenfahnen bedeckt!

Ja, der Wettbewerbsmarkt treibt manchmal lustige, manchmal sinnige Blüten, aber es gibt viele Fälle, in dem der Aufwand in keinem Verhältnis zum Ergebnis - und wo die Selbstdarstellung der Jurymitglieder offensichtlich im Vordergrund steht. Beispielsweise schickt man eine Geschichte an eine Jury, in der auch ein Maler sitzt, der dann - als Preis-dein Konterfei malt.
Als Autor sollte man sich genau überlegen, was man mit den Preisen erreichen will. Ob das Geld wichtig ist oder die Veröffentlichung- oder beides. In einer Autorenvita machen sich ein Ingeborg-Bachmann-Preis oder ein Bettina-von-Arnim-Preis oder der deutsche Buchpreis sicher sehr gut. Auch die von mir zitierten Wettbewerbe sind empfehlenswert-die Bücher des Schwäbischen Literaturpreises habe ich schon im Buchhandel gesehen, und Aufbau ist eh eine sehr gute Adresse. Aber ob sich ein Bäckertüten- Preis gut machen würde? Da schweigt des Sängers Höflichkeit - oder war das jetzt nicht von Schiller? Mal gucken.
Nein, es ist aus einem Volkslied mit unbekanntem Autor

"Als der liebe Gott die Welt erschaffen
da schuf er Vögel Rindvieh und auch Affen.
Und mitten in die große Welt
hat er den Adam ganz alleine hingestellt
als nun dieser ist allein geblieben
folglich keinen Handel hat getrieben
sagt, womit vertrieb er sich die Zeit?
Das verschweigt des Sängers Höflichkeit

Dienstag, 3. März 2009

Signieren&Co

Gern hätte ich auch mal wieder diese Stunden, in denen alle Dämme brechen und die Worte wie von selbst aus einem herausfließen! Aber der normale Alltag ist ein anderer. Meine Schreibgruppe hat meine beiden Romananfänge angeschaut und ein eindeutiges Votum abgegeben. Über den kleinen Korrekturen überfiel mich gestern doch kurz wieder die Muse und ich brachte drei Seiten zustande, mit dem Gefühl, mit dem ich immer geschrieben habe, wenn ich bestens drauf war. Heute galt es Briefe zu beantworten, meine Bücher zu signieren (was mir übrigens sehr viel Spaß bringt!), einzutüten und nachher zur Post zu bringen, Anträge auszufüllen, zu waschen und zu saugen. Und ein langes Telefongespräch mit der Werkstatt zu führen, denn die Arbeit ruft immer, wie wir wissen.
Übrigens steckt die Finanzkrise ihre Tentakeln bis in die kleinsten Vorgänge. Von einer Hamburger Bank kam die Aufforderung, zu versichern, dass ich keine US-Staatsbürgerin bin wegen der Steuereinnahmen. Das ist wahrlich kein Wunder nach den gestrigen Meldungen von den riesigen Einbrüchen bei der Versicherungsgesellschaft AIG.

Montag, 23. Februar 2009

"Die Nonne und die Hure"

Es ist an der Zeit, mich endlich darüber zu freuen, dass mein Roman es, nach vielen Kämpfen und Rückschlägen, hinausgeschafft hat in die weite Welt des Marktes. Das Buch liegt leicht in der Hand, duftet noch nach Druckerei, für mich auch nach Lagune:-), hat -von der Ausstattung her -nicht dieses Unverwechselbar- Eigene, wie es der Mörike noch hatte, mit dem etwas naiven Touch der Anfängerin.
Es gibt ja dieses Wort, dass man aufhören solle, wenn es am besten schmeckt, oder die Feier verlassen, bevor sie ihren Höhepunkt überschritten hat. Aber es gibt ja noch den nächsten Roman "Die Pilgerin von Montserrat", und mein zweiter Roman "Aufbruch nach Blaubeuren" soll noch einmal broschiert als Neuauflage erscheinen. Eigentlich eine sehr schöne nebenberufliche "Karriere".
Wenn mich jemand fragen würde, was eine Nonne und eine Hure mit dem Dichter Mörike zu tun habe, so würde ich antworten: Das, was ich nach den ersten Büchern geschrieben habe, ist ein Konglomerat aus diesen, und die Dichter stehen dabei immer auf einem Podest, und eines ergibt sich aus dem anderen.

Donnerstag, 12. Februar 2009

Einbrüche

Gestern bin ich verstummt und war einen Moment wie entwurzelt. Ich wusste nicht, was ich in meinen Blog schreiben sollte: Pause aus familiären Gründen? In der Frühe bekam ich den Anruf meiner Schwester, dass in der Nacht unser Vater gestorben sei. Es war lange vorhersehbar, und kurz vor dem 90. Geburtstag, den wir in Hamburg feiern wollten im März, nach einem facetteneichen Leben, geht man normalerweise auch gerne. Trotzdem verging der Tag wie in Trance, viele Telefonate. und Gespräche. Ich erinnere mich an eine Diskussion, in der es um ein solches Thema ging. Jemand schrieb, solche Ereignisse könnten ihn nicht aus dem Schreiben werfen. Nun, ich habe gearbeitet, habe gelesen und das normale Leben weiterlaufen lassen. Doch wenn gestern das Paket mit den Autorenexemplaren gekommen wäre, hätte ich es vielleicht nur aufgemacht und kurz reingeguckt.
In der nächsten Woche fahren wir für ein paar Tage nach Flensburg und Hamburg, wohnen in einem Hotel am Meer, das ich als Fünfjährige beim Umzug von Erlangen nach Wassersleben kennengelernt hatte, den anderen Tag in unserem mir schon sehr lieb gewordenen Hotel Boritzka im Schanzenviertel Hamburg. Es ist eine explosive kleine Trauerschar, die sich dort versammeln wird. Möglicherweise werde ich das alles dann schreiberisch verarbeiten.

Dienstag, 10. Februar 2009

"Lesen"

Ich sehe gerade: Es kommt eine Neuauflage der Sendung "Lesen" unter Mitwirkung der Schriftstellerin Amelie Fried und eines Bachmann-Preis-Juroren. Ach, deshalb wurde Elke Heidereich gestern nochmal in allen ihren Facetten gezeigt, so wie ich sie mochte! Die letzten Sendungen hatte ich gar nicht mehr verfolgt, wie ich überhaupt nicht mehr gern Literatursendungen sehe. Ein von Elke Heidenreich empfohlenes Buch hatte ich gekauft, gelesen und für gut befunden.: "Nur nicht unsichtbar werden" von Nuala O'Faolein. Von Amelie Fried habe ich ein Buch gelesen, weiß nicht mehr, wie es hieß. Und einen Krimi weitergeschrieben, den sie in einer Frauenzeitschrift für die Leserinnen als Wettbewerb begonnen hatte.
Vielleicht werde ich mir die Sendung einmal ansehen. Irritierend ist für mich oft, dass ich ständig über neue oder alte Autoren erfahre, die ich eigentlich kennen müsste, von denen ich aber nie etwas gehört habe. Das muss an meiner mangelnden Bildungswilligkeit liegen (und an der Größe meines Geldbeutels und meiner Räume, in denen ich kaum mehr Bücher aufstellen kann):-)

Montag, 9. Februar 2009

Von der Würm zur Pestarztmaske

Am Freitag fand in unserer Stadtbücherei ein Flohmarkt statt, auf dem wir für wenig Geld hochwertige Bücher erstehen konnten. Darunter war auch ein Bildband über die Kreise Calw und Enztal. Nachdem der Samstag alle Aktivitäten hatte ins Wasser fallen lassen, machten wir uns gestern auf, um mal wieder was zu "erleben". Es war so kalt und grau, dass die Wanderlust in den Stiefeln steckenblieb. Aber es gibt ja auch noch andere Dinge. Von Bad Liebenzell ging es hinauf ins Obere und Untere Heckengäu, von Monakam hinüber nach Neuhausen im Würmtal. Vorher schlossen wir Wetten ab, welche Kirchen wohl geschlossen sein würden. Es ist nämlich so, dass in unseren evangelischen Gegenden entweder größere Schätze zu verwahren sind oder der Vandalismus größer sein muss. Auch der Deutschlandwanderer, der ein Buch über seine Wege schrieb, berichtet, dass erst im Bayerischen, in den katholischen Gegenden, die Kirchen offen waren.

Die Würm, die durch ein schönes Tal vom Schönbuch nach Pforzheim fließt, wo sie zusammen mit der Nagold in die Enz mündet und die wiederum in den Neckar, hat allerdings nichts mit der Würmeiszeit zu tun, wie ich jetzt erfuhr. Diese Eiszeit ist nach einem Fluss in Bayern benannt. Ein Radweg führt von der Schmuckstadt Pforzheim (das leider im Krieg fast vollständig zerstört und nicht mehr aufgebaut wurde, wie sie es jetzt in Frankfurt nachträglich vorhaben) über Weil der Stadt bis in die Gegend von Herrenberg.

http://www.fahrrad-tour.de/WUERMTAL/Wuerm.html

Bevor man nach Neuhausen kommt, liegt linkerhand das Naturschutzgebiet Büchelberg. Da kann man stundenlang wandern unter uralten Eichen und Föhren, über Heiden und Wacholderwiesen. Ich erinnere mich an blauen Himmel, Wärme, Schafe, Pilze, Hagebutten und Silberdisteln. In Neuhausen steht eine wunderbare kleine Kirche, die erste, deren Seitenpforte nicht verschlossen ist. Uralt und später barockisiert. Diese Kirchen könnten es gut mit denen in Oberschwaben aufnehmen, entnahm ich einem Prospekt. In Mühlhausen entdeckten wir das versteckte Fachwerkschloss eines Ritters der von Gemmingen (die "Schlegler"). Die Kirche in Tiefenbronn mit dem berühmten Moseraltar ist allerdings immer zu. Dafür ist das Schloss der "Schlegler" in Heimsheim aus dem 14. Jahrhundert eine steinerne Wucht. Schließlich noch Mönsheim mit der Diepoltsburg und einer Kelter. Ein Ort ist schöner als der andere, ganz vergessen neben den Industriegebieten und der Autobahn Stuttgart-Karlsruhe. An den Wirtschaften hängen Schweinsblasen draußen und weisen darauf hin, dass man hier gut und günstig essen kann. Schließlich Weil der Stadt, Geburtsort Keplers, das wir in - und auswendig kennen, mit dem Weihnachtsmarkt, dem Faschingstreiben und immer wieder einfach so. Nicht zuletzt tauchte der dicke Österreicher auf dem Brunnen schon in einem Roman von mir auf, ebenso das kleine Kloster hinter der Kirche. Wie wär's jetzt mit einer Latte Macchiato? Ein neuer Italiener preist Latte und Capuccino mit Croissant an. Die Brüder sind gottfroh, dass noch jemand kommt. Sie zeigen uns alte Fotos von Venedig, die neben Masken aller Art an den Wänden hängen. Stolz holt der eine einen Karton mit original venezianischen Masken heraus. Und da ist sie, die Pestarztmaske, die bald wieder von Bedeutung für mich sein wird. Wir dürfen sie anprobieren; die beiden erzählen von der Heimat, die genauso feucht sei, wie es hier überwiegend geworden ist. Dass ich ein Buch über Venedig geschrieben habe, wie mein Freund erzählt, geht ihnen allerdings zu einem Ohr hinein und zum anderen wieder hinaus. So etwas kommt einfach nicht vor. Und ich finde es in solchen Momenten auch überhaupt nicht mehr wichtig.

Das Exposé als Landkarte

Es kann bei mir nur so funktionieren, das ich mir das Exposé, die Figuren und ihre Geschichte einpräge, um den Faden nicht zu verlieren. Lebendig werden sie immer erst beim Schreiben. Und so komme ich allmählich wieder zu dem Zustand, in dem ich meine Geschichte und meine Mannschaft bei mir habe, den Faden und die Szenen weiterspinnen kann zwischen Aufwachen und Schlafengehen. Dabei schaue ich durchaus nach rechts und nach links, verliere mich nicht mehr so total, das ist nämlich auf die Dauer nicht durchführbar. Und wie wir gleich sehen werden, ist diese Ebene gar nicht abgehoben vom übrigen Leben, denn meine Themen und meine Geschichten begegnen mir auf Schritt undTritt wieder.

Freitag, 6. Februar 2009

Fraßspuren

Maschinen müssen gewartet werden, das ist uns allen bekannt. Aber manchmal kommt dabei etwas an den Tag, das man lieber nicht in dieser Form gesehen hätte. Dazu noch ein déja vu, denn im letzten Jahr hatte sich haargenau das gleiche Bild gezeigt. Also, der langen Rede kurzer Sinn: Wir waren beim Ölnachgießen im Motorraum, als ich eine Brezel oben links entdeckte, auf der Ablage, halb aufgegessen. Hatte ein Schulkind sich einen Scherz erlaubt? Dazu sehen wir jetzt die Spuren unddie Fraßstelle an der Wasserleitung. Ach nein, nicht schon wieder! Warum muss dieser Marder eigentlich immer Brezeln essen? Ich entwerfe einen Plan, einen Käfig zu bauen, mit einer Brezel darin, und dann fahre ich das possierliche Tierchen so weit weg, dass es niemals, niemals, nie zurückkommen kann! Denn das alle anderen Mittel mehr oder weniger versagen, weiß ich schon. Und Wegfahren hat auch keinen Zweck, denn wenn ein anderer Marder das spitzkriegt, das ein Männchen in unserem Auto war, beißt er vor Wut alles durch, was nicht mit Stahlbandagen oder Sprays ummantel ist. Die Bremsleitung ist Gott sei Dank zu hart und zu schwer erreichbar. Seit 1978 in der Schweiz spielen die Automarder dieses Spiel nun schon, und niemand scheint ihnen bisher das Handwerk legen zu können.