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Samstag, 19. Juni 2010

Hinter dem Regenbogen




Als Kinder sind wir oft einem Regenbogen nachgegangen, weil dort, wo er die Erde berührt, ein Schatz vergraben liegen soll. Aber immer, wenn wir dorthin kamen, war der Regenbogen schon weitergewandert. Irgendwann haben wir begriffen, dass er sich nicht einfangen lässt, und dass der Schatz wahrscheinlich woanders gehoben werden muss.



So erging es uns heute, als wir das Tübinger Rosenfest besuchen wollten. Vor dem inneren Auge standen ganze Meere von Rosen, in allen Formen und mit allen Düften. Was wir vorfanden, war ein Maschenzaun mit Eintritt, ein paar Töpfen und sich drängelnden Menschen. Davor sind wir mal wieder zu Osiander geflohen und haben festgestellt, dass uns der in der Wilhelmstraße doch besser gefällt und ich habe zwei Bücher bei den regionalen bzw. Klassikern erstanden. ("Die Kalendergeschichten" von Johann Peter Hebel und "Tübingen. Ein literarischer Spaziergang"). Das war der erste Schatz. In einem kleinen Buchladen in der Langen Gasse folgten zwei Stück Seife aus dem Kloster Ganagobie in der Provence, das wir gut kennen, und ein weiteres Buch. Die Frau erzählte uns, dass sie bestimmte Dinge persönlich aus Ganagobie holt, und sie fand es auch nicht so dolle mit dem Rosenfest. Dieses war der zweite Schatz. Und der dritte, na, wo könnten wir den gehoben haben? Im Rosengarten von Haigerloch. Das war ein wahres Rosenfest.







Freitag, 5. Juni 2009

Rosenrost und Holzameisen

Nun noch ein paar profanere Dinge.
Ich muss mir dringend Gärtnerhandschuhe kaufen, denn meine Hände sind ganz zerstochen von den Rosen, denen ich doch nur helfen wollte. Sie sind, wie schon öfter, vom Rosenrost befallen. Petra wird mir sicher ein paar Tipps geben können. Ich habe so ein Rostzweiglein genommen und bin in die Gartenabteilung des Baumarktes marschiert. "Rost" sagte die Dame und drückte mir Saprol pilzfrei in die Hand. Damit kann ich nun, in Abständen, verdünnt mit Wasser, die Rosen begießen. Da die Dame, usn bekannt aus dem Dorf, ausnahmweise Zeit hatte, fragte ich gleich noch nach Mitteln zur Bekämpfung von fliegenden und kriechenden Holzameisen, deren Invasion kurz bevorsteht. Außer den üblichen Köderdosen hatte sie auch keine Idee. Und die waren völlig zwecklos, schon in der letzten Wohnung.
Man stelle sich das so vor: Während zweier Wochen im Juni strömen die aus den Ritzen und bevölkern Küche und Schlafzimmer. Manchmal ist es ganz dunkel, so dicht hängen sie an den Fenstern. Ameisenspray hat sich als das erfolgreichste Mittel geziegt, aber dann kann man die Wohnung einige Zeit lang nicht betreten. Letztes Jahr habe ich sämtliche Ritzen mit Isolierband verklebt. Erstmal war Ruhe, dann kamen sie unter der Toilette wieder hervor. Grauenhaft! Also wede ich diese Ritzen auch noch verkleben. Vielelicht liest dies jemand und weiß einen Rat (ich habe auch schon Foren im Internet zu diesem Thema besucht). Letztlich sind viele ausgezogen, weil sie den Boden nicht aufreißen wollten. Das will ich aber nicht, weil es ansonsten die schönste Wohnung ist, die ich je hatte.
Der Marder dagegen ist weiterhin friedlich, er knabbert nur sanft an der Radioantenne des Autos.