...Autor sein dagegen sehr. Gerade habe ich einen Blogartikel des Autors Alexander Zeram gefunden, der diesen Prozess sehr gut zusammenfasst - von der Idee, ein Buch zu schreiben über die Verlagssuche bis hin zu den Ebooks. Wie hatte ich mir das eigentlich vor zwölf Jahren, als ich "belletristisch" zu schreiben begann, vorgestellt? Bis dato war ich insofern erfolgsgewöhnt, als meine Zeitungsartikel zur Umwelt, zur Aufrüstung und zu den AKWs immer gleich erschienen. Als Vorstandsmitglied des Frauenhauses und selbst als Betreuerin meiner Wohngruppe erschien mein Konterfei in der Zeitung, war ich sogar in den Abendnachrichten zu sehen. Naja, zumindest wollte ich gleich mal einen Preis gewinnen für mein erstes Buch. Das hat sich dann peu à peu zerfasert, und natürlich wurde es auch nichts mit dem Bestseller und dem Haus am Bodensee. Reiseschriftstellerin wollte ich werden, die mit einem Wohnmobil durch die Lande zieht und den Verlag druckfrisch beliefert. Was ist von diesen Träumen geblieben?
Zumindest die Erkenntnis, dass es für einen Autor therapeutisch äußerst wirksam ist, immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht zu werden. Er könnte ja sonst zu den Wolken fliegen und sich an den Strahlen der Sonne verbrennen! Und eine zweite Erkenntnis, nämlich die, warum ich die ganze Mühe, veröffentlicht zu werden und zu bleiben, auf mich genommen habe: Ich wollte schlicht und einfach nur wahrgenommen werden. Und mir und anderen etwas mitteilen, natürlich. Womit wir beim Schlagwörtchen Teilen wären. Seit ich schreibe (und das hat ganz früh angefangen, mit dem Tagebuch unter der Bettdecke), wollte ich das mit anderen teilen. Das heißt, dieses Tagebuch war nicht für mich allein, sondern andere sollten, durften es ebenfalls lesen. Deshalb habe ich diese Tagebücher aufbewahrt und nicht an das Archiv in Emmendingen geschickt, wo sie wissenschaftlich aufbereitet werden. Dann hätte ich nämlich nie wieder etwas von ihnen gehört! Später veröffentlichte ich Fotos und einen Artikel in einem Sachbuch, gewann ich einen Zeitungswettbewerb mit einer Wanderung, was mir ein Traumwochenende am Bodensee bescherte. Na, da klingelts doch: Hatte ich mir nicht häppchenweise meine Träume erfüllt? Ein paar Jahre lang bestückte ich einen Kalender und reiste dafür ganz schön in der Gegend rum.
Dann wurde es ernst. Bis jetzt war alles Spielerei gewesen. "Schreiben" war das zweite Wort, das ich in meinen neuen Computer eingab. In einer Schreibwerkstatt übte ich mich in Kurzgeschichten, Veröffentlichungen in satirischen und anderen Zeitschriften. Immer wurde alles geteilt und mitgeteilt. Erste und zweite Roman-Veröffentlichung 2004, dann Agentursuche, Verlagssuche, sehr schweiß-und kräftetreibend, nächste Veröffentlichungen 2009, letzte 2011. Und jetzt stehe ich wieder ganz am Anfang. Wieder warte ich auf einen Vertrag, wieder muss ich bangen, dass der Verlag das Buch nicht nimmt. Inzwischen sind die sozialen Netze stark angewachsen, Autorenforum, Blogs, Twitter, Facebook. Ich bin also sichtbar geworden, und einen ziemlich Teil meiner Zeit verbringe ich mit diesen Netzwerken. Das führt zu immer neuen Fragestellungen, zum Beispiel auch zu der, warum ich meine Bücher nicht freiwillig-kostenlos mit anderen teilen will, wie ich es doch früher immer wollte. Es gab einmal Zeiten, da hätte ich das mit Freuden getan. Es gab Zeiten, da habe ich mich gefreut, als ein Reitergeschäft in Baden-Baden eine Kurzgeschichte von mir herunterlud. Darauf, sie anzuzeigen und den Anwalt eine Geldstrafe von 1000 Euro eintreiben zu lassen, wäre ich niemals gekommen! Naja, fragen hätten sie mich schon können. Ich wäre auch bereit, ein Ebook herzustellen und es ein paar Tage zu verschenken, wie es Petra van Cronenburg in einer beispiellosen Aktion getan hat. Ich habe auch noch Printbücher zu verschenken, in der Hoffnung, dass dabei eine Rezension herausspringt. Ich möchte teilen, aber auf Gegenseitigkeit. Einen Roman herunterzuladen kostet nichts, auch keine Anstrengung. Meine jahrelangen schreiberischen Anstrengungen (die, zugegebenermaßen, natürlich auch viel Vergnügen bereitet haben) möchte ich nicht wie Hühnerfutter auswerfen. Macht mir mein Ebook, liebe Anhänger des kostenlosen Downloads, dann dürft ihr es ein paar Tage lang kostenlos verteilen und bewerben-und dann möchte ich die Früchte meiner Arbeit genießen.
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Mittwoch, 16. Mai 2012
Dienstag, 8. Mai 2012
Wie Downloadplattformen die User foppen
Habe gerade, gemeinsam mit anderen Autoren, etwas herausgefunden:
Bestimmte Plattformen im Netz, die aussehen wie Downloadplattformen, sind gar keine! Man muss etwas Geld bezahlen, um an die kostenlosen Downloads, zum Beispiel von Romanen, heranzukommen. Nachher kann man aber gar nicht downloaden, sonden findet nur Rezensionen usw. der Bücher. Dann gibt es woanders noch eine Anleitung, wie man sich die Kosten sparen kann und trotzdem an die kostenlosen Downloads rankommt. Da fühlt man sich fast schon bemüßigt, Mitleid mit den armen Usern zu bekommen und ihnen helfen zu wollen, doch ohne Widerstände an das Downloadgut zu kommen!:-)
Wer andern eine Grube gräbt ...Zumindest verletzen diese Plattformen keinerlei Rechte, wie es scheint.
Bestimmte Plattformen im Netz, die aussehen wie Downloadplattformen, sind gar keine! Man muss etwas Geld bezahlen, um an die kostenlosen Downloads, zum Beispiel von Romanen, heranzukommen. Nachher kann man aber gar nicht downloaden, sonden findet nur Rezensionen usw. der Bücher. Dann gibt es woanders noch eine Anleitung, wie man sich die Kosten sparen kann und trotzdem an die kostenlosen Downloads rankommt. Da fühlt man sich fast schon bemüßigt, Mitleid mit den armen Usern zu bekommen und ihnen helfen zu wollen, doch ohne Widerstände an das Downloadgut zu kommen!:-)
Wer andern eine Grube gräbt ...Zumindest verletzen diese Plattformen keinerlei Rechte, wie es scheint.
Donnerstag, 19. April 2012
Meine Print-Bücher versus ebooks
Wenn jemand, der gern schreibt und gern veröffentlichen würde, denkt, das Warten auf die Antworten der Verlage sei nach dem ersten oder spätestens nach dem sechsten Roman zuende, der hat sich getäuscht. Ich habe jetzt eine Überarbeitung der "Köchin" hinter mir und warte zusammen mit meinem Agenten auf die Zusage des Verlages. Eigentlich hätte diese Zusage schon vor einem halben Jahr erteilt werden können, aber da wusste ich noch nicht, wie lange ich brauche. Das wäre nun für die ebookvertreter ein gefundenes Fressen zu sagen: Wenn du dein eigenes ebook herstellst, bist du niemandem mehr ausgeliefert, musst nicht mehr warten und verdienst auch noch mehr. Ich möchte meine Entscheidung für das Printbook noch mal kurz zusammenfassen. Ganz, ganz subjektiv.
Ich liebe gedruckte Bücher.
Ich liebe es, meine Bücher in den Buchhandlungen zu sehen.
Ich mag es, wenn sich ein Lektor, den mir der Verlag kostenlos stellt, so intensiv mit meinem Werk auseinandersetzt.
Ich bin inzwischen daran gewöhnt, mehr als eine bestimmte Menge Bücher zu verkaufen.
Ein Verlag ist eine Größe, mit der im Hintergrund ich relativ unbesorgt schreiben kann.
Mein Agent ist die zuverlässigste Größe für mein Schreiben seit Jahren. Im Zusammenspiel mit ihm kann ich neue Ideen entwickeln, die haargenau auf mich zugeschnitten sind.
Als Nicht-Selbstvermarkterin, die ich nun mal bin, bleiben mir zusätzliche Nackenverspannungen, ausgelöst durch stundenlanges Sitzen am PC, erspart.
Mein Verlag stellt ebooks meiner Bücher her, wenn er das für gut erachtet.
Ich bin froh, wenn ich schreiben kann, ohne mich noch um andere Dinge kümmern zu müssen.
Wenn ich selber eboks herstellen würde, hätten die Plattformen es noch leichter, Kopien davon herzustellen und sie zum illegalen Download bereit zu halten.
Ich bin und bleibe eine hoffnungslose Romantikerin, die sich gern mit Büchern umgibt und einen Kindle nur für die Reise und für unterwegs brauchen könnte. Was die Entwicklung der ebooks betrifft, warte ich erst mal noch ab, bevor ich mir ein Urteil darüber erlauben kann.
Ich liebe gedruckte Bücher.
Ich liebe es, meine Bücher in den Buchhandlungen zu sehen.
Ich mag es, wenn sich ein Lektor, den mir der Verlag kostenlos stellt, so intensiv mit meinem Werk auseinandersetzt.
Ich bin inzwischen daran gewöhnt, mehr als eine bestimmte Menge Bücher zu verkaufen.
Ein Verlag ist eine Größe, mit der im Hintergrund ich relativ unbesorgt schreiben kann.
Mein Agent ist die zuverlässigste Größe für mein Schreiben seit Jahren. Im Zusammenspiel mit ihm kann ich neue Ideen entwickeln, die haargenau auf mich zugeschnitten sind.
Als Nicht-Selbstvermarkterin, die ich nun mal bin, bleiben mir zusätzliche Nackenverspannungen, ausgelöst durch stundenlanges Sitzen am PC, erspart.
Mein Verlag stellt ebooks meiner Bücher her, wenn er das für gut erachtet.
Ich bin froh, wenn ich schreiben kann, ohne mich noch um andere Dinge kümmern zu müssen.
Wenn ich selber eboks herstellen würde, hätten die Plattformen es noch leichter, Kopien davon herzustellen und sie zum illegalen Download bereit zu halten.
Ich bin und bleibe eine hoffnungslose Romantikerin, die sich gern mit Büchern umgibt und einen Kindle nur für die Reise und für unterwegs brauchen könnte. Was die Entwicklung der ebooks betrifft, warte ich erst mal noch ab, bevor ich mir ein Urteil darüber erlauben kann.
Mittwoch, 11. April 2012
Meine Blogs als Grundfesten des Schreibens?
Habe mich mal umgesehen, wie man denn das Kulturgut "Buch" und andere wertvolle Güter der Menschheit auch sonst noch unter die Leute bringen könnte, unbhängig vom Selbst-Publizieren und Publiziertwerden in Tauschbörsen. Dabei stieß ich auf das Projekt "Digitale Bibliothek Deutschland". Rechtliche und finanzielle Probleme behindern bis jetzt den Ausbau, heißt es da. Dabei dreht es sich vor allem um "vergriffene und verwaiste Bücher." Verwaist bedeutet, dass man bei 30% und mehr der vergriffenen Bücher den Urheber nicht mehr ausfindig machen kann. Nichtsdestotrotz soll im Jahr 2012 diese Bibliothek ans Netz gehen. Das ist sicher eine gute Recherchequelle, für die man nicht extra zahlen müsste. Ich müsste nicht wie bisher unzählige Bücher für Recherchen kaufen, sondern könnte online stöbern, ohne mir um Urheber- und Verwertungsrechte Gedanken machen zu müssen.
Allerdings kann es nicht Ziel eines Autors sein, für die Gemeinschaft zu schreiben, also dafür, dann in dieser Bibliothek, für jeden zugänglich, zu stehen und zum Weltkulturerbe zu gehören. Früher, in grauer Vorzeit, hatte man die wertvollen Güter doch auf Mikrochips gespeichert, wenn ich mich recht erinnere - und in Bunkern gelagert, falls mal so ein richtiger Weltkrieg oder sonstiger Untergang stattfinden sollte. Mein Ziel ist es, Bücher an Menschen zu verkaufen, die das, was ich schreibe, gern lesen. Sei es digital oder gedruckt. Und zwar zu Lebzeiten. Bei mir deuten alle Zeichen darauf hin, dass ich das weiterhin im Zusammenhang mit Verlagen tun werde, auch wenn sich noch so viel ändert zur Zeit. Wenn es dazu kommt, dass das Schreiben von vornherein als kostenloses Allgemeingut angesehen wird, mag ich wohl keine Romane mehr schreiben. Anders ist es mit den Blogbeiträgen. Im Nachbarblog habe ich gestern die Statistiken angesehen und registriert, dass die beliebtesten Kategorien Wanderungen und "Mörike und das liebliche Taubertal" sind, im Schreibteufelchen "Auf Wolframs Spuren", "Mein Buch der Bücher" und "Auf Mörikes Spuren". Aus diesen Beiträgen könnte ich natürlich mal ein E-Book machen und den vergriffenen Mörike hinterherschieben. Aber wozu eigentlich? Es wird ja auch so gelesen, die Besucherzahlen der "Orte zum Reinschmecken" entsprechen ja inzwischen fast denen des Schreibteufelchens. Dort aufräumen könnte ich mal, ja, nur die besten Sachen stehen lassen. Und was hindert mich daran, ebendort meinen "Eduard Mörike. Ein Leben auf der Flucht" sukzessive, in Fortsetzungen, zu veröffentlichen? Hat man doch früher auch gemacht, den Vorabdruck eines Werkes in Zeitungen und Zeitschriften. So hätte ich doch eine schöne Onlinezeitung, die mir Besucher und zufriedenes Schaffen ermöglichen würden.
Allerdings kann es nicht Ziel eines Autors sein, für die Gemeinschaft zu schreiben, also dafür, dann in dieser Bibliothek, für jeden zugänglich, zu stehen und zum Weltkulturerbe zu gehören. Früher, in grauer Vorzeit, hatte man die wertvollen Güter doch auf Mikrochips gespeichert, wenn ich mich recht erinnere - und in Bunkern gelagert, falls mal so ein richtiger Weltkrieg oder sonstiger Untergang stattfinden sollte. Mein Ziel ist es, Bücher an Menschen zu verkaufen, die das, was ich schreibe, gern lesen. Sei es digital oder gedruckt. Und zwar zu Lebzeiten. Bei mir deuten alle Zeichen darauf hin, dass ich das weiterhin im Zusammenhang mit Verlagen tun werde, auch wenn sich noch so viel ändert zur Zeit. Wenn es dazu kommt, dass das Schreiben von vornherein als kostenloses Allgemeingut angesehen wird, mag ich wohl keine Romane mehr schreiben. Anders ist es mit den Blogbeiträgen. Im Nachbarblog habe ich gestern die Statistiken angesehen und registriert, dass die beliebtesten Kategorien Wanderungen und "Mörike und das liebliche Taubertal" sind, im Schreibteufelchen "Auf Wolframs Spuren", "Mein Buch der Bücher" und "Auf Mörikes Spuren". Aus diesen Beiträgen könnte ich natürlich mal ein E-Book machen und den vergriffenen Mörike hinterherschieben. Aber wozu eigentlich? Es wird ja auch so gelesen, die Besucherzahlen der "Orte zum Reinschmecken" entsprechen ja inzwischen fast denen des Schreibteufelchens. Dort aufräumen könnte ich mal, ja, nur die besten Sachen stehen lassen. Und was hindert mich daran, ebendort meinen "Eduard Mörike. Ein Leben auf der Flucht" sukzessive, in Fortsetzungen, zu veröffentlichen? Hat man doch früher auch gemacht, den Vorabdruck eines Werkes in Zeitungen und Zeitschriften. So hätte ich doch eine schöne Onlinezeitung, die mir Besucher und zufriedenes Schaffen ermöglichen würden.
Freitag, 3. Juli 2009
Urheberrecht: Antwort aus der Schweiz
Peter Löbel von Silverlight Travel hat inzwischen geantwortet- in Form eines Kommentars an der entsprechenden Stelle.
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