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Dienstag, 8. Mai 2018

Warum ich meine Blogs nicht schließe-trotz DSGVO!

"Prolog": Zunächst einmal etwas ganz Persönliches. Ein Mensch, der mir sehr nahe steht, hat sich sein ganzes Leben lang der Digitalisierung verweigert. Er besitzt weder Computer noch Smartphone noch Handy und erledigt Behördliches per Brief oder Telefon. Unterwegs, auf der Straße, in Geschäften und Cafés spricht er die Leute an und bringt sie, wenn sie auf der gleichen Welle liegen, zum Lachen. Ich selbst habe schon Tränen dabei vergossen! Wenn sie ihm nicht behagen, gibt es schon mal Knatsch, ebenso mit den SUV-Fahrern, die meinen, ständig unsere Stoßstange knutschen zu müssen. Kürzlich hatten wir ein Treffen mit unserem gemeinsamen Anwalt, meinem Exmann. Es ging um ein Familientreffen, die DSGVO fiel dabei ein wenig unter den Tisch. Am anderen Tag bekam mein Freund einen Brief von diesem Anwalt wegen des 25. Mais. Ich habe ihm erklärt, worum es dabei geht. Auch die Anwälte müssen jetzt wegen des Datenschutzes Verträge mit ihren Klienten abschließen.
"Wieso lasst ihr euch diese Nazimethoden eigentlich gefallen?", fragte er grimmig.
"Weil über 90% aller Menschen ein Smartphone besitzen und in einer digitalisierten Welt leben! Du gehörst zu den Dinosauriern."
"Die Dinosaurier haben Jahrmillionen überlebt, die waren besser angepasst als die Menschen."
"Bis ein Meteorit kam und sie von der Erde katapultierte!"
"Was nicht erwiesen ist."

Zurück zum Thema: Warum ich meine Blogs trotz der DSGVO nicht schließen möchte. Die vergangenen Wochen kommen mir im Rückblick vor wie ein Ritt über den Bodensee. Erstmalig erfuhr ich im öffentlichen Bereich des Montsegur-Autorenforums von der Existenz der DSGVO und dem Stichtag 25.Mai 2018. Sich da durchzuwühlen hat fast alle Kraft, allen Verstand und sämtliche Nerven gekostet. Nachdem die Grundlagen erst einmal da waren, habe ich folgende Schritte gemacht. Ich habe

-mit Hilfe eines Generators der Deutschen Gesellschaft für Datenschutz eine Datenschutzerklärung erstellt.
-Die habe ich zusammen mit dem Impressum und einer Urheberrechtserklärung auf beiden Blogs verlinkt.
-Google Analytics hat mir bisher zwei Anleitungen geschickt, wie ich diese DSE anpassen kann. Google selbst hat die SSL-Verschlüsselung vorgenommen. Weiteres müsste folgen.
-Die Links zu den sozialen Medien habe ich deaktiviert. Wer meine Beiträge zum Beispiel bei FB oder Twitter verlinken will, macht das auch ohne diese Buttons.
-Im Kommentarformular habe ich gestern noch eine Mitteilung an Kommentatoren hinterlassen, dass sie meiner Datenschutzerklärung oben in der Navigationsleiste zustimmen.
-Dann habe ich mir auf Anraten von Kolleginnen den Ghostery runtergeladen, der anzeigt, welche Elemente noch stören. Bei mir waren es zwei, die ich deaktiviert habe. Ich wusste nicht, dass ich mir damit den Zugang zu meinen Blogs versperre und habe die beiden Aktivierungen deaktiviert.

Jetzt bleibt nicht mehr viel zu tun. Ebenfalls gestern stieß ich auf einen Beitrag von Petra van Cronenburg, FB und die DSGVO betreffend. Daraus habe ich wieder einmal entnommen, wie FB und andere soziale Medien mit uns Usern umgehen. Und dass die Blogs eine Nische darstellen, die an Zeiten der Geocities im Internet erinnern. Und aus diesem Grund und aus Gründen werde ich meine Blogs nicht löschen.

Der 25. Mai ist übrigens auch Deadline für mein Lektorat, dass mir vor ein paar Tagen ins Haus flatterte. Seit meinen Kleinverlagszeiten habe ich nie mehr so ein gründliches und sprachlich und inhaltlich feinschlifferiges Lektorat erhalten. Es bringt Spaß und kostet nicht viel Zeit, so dass wir weiterhin unseren Outdoor-Vergnügungen nachgehen können.



Dienstag, 21. Februar 2017

Reich und berühmt bin ich nicht geworden



Blick auf das Weindorf Uhlbach
Meine Autorenkollegin Helene Luise Köppel hat mich auf Facebook dazu nominiert, am Liebster Award teilzunehmen und dazu Fragen bezüglich des Bloggens gestellt. Die beantworte ich an dieser Stelle. Wer von meinen Nachbarbloggern und Bloggerinnen gern an diesem Award teilnehmen möchte, melde sich bitte hier. Werde es dann auch bei Facebook einstellen.

  1. Blogger sind neugierige Menschen. Wie sieht Dein Alltag für gewöhnlich aus?

    Vorab muss ich sagen, dass ich gerade einen Roman fertiggeschrieben habe – den zehnten, wenn ich mich nicht irre. Deshalb geht es beim Schreiben gerade etwas ruhiger zu. (Muss auch meine geplagten Arme etwas schonen). Jetzt im Winter, bei dem schwer herabhängenden Himmel, spielt sich das meiste drinnen ab. Ich stehe nicht zu früh auf, mache mir einen Espresso und ein bisschen was zum Essen und hocke mich vor meinen geliebten Laptop. Ich stöbere in meinem Autorenforum, gucke in benachbarte Blogs und natürlich auch regelmäßig bei Facebook rein. Dann hole ich die Papierzeitung aus dem Briefkasten und lese so richtig altmodisch gemütlich, besonders die menschelnden Berichte aus dem Ländle. Nachmittags sind mein Partner und ich immer unterwegs. Sei es zum Einkaufen, zum Stadtbummel in der Umgebung, in Museen und Buchhandlungen/ Antiquariaten. Dort sind wir (als Rentner) Dauergäste. Auch im Fernsehen erhalte ich Anregungen durch Kultur/Natursendungen und Krimis. Darüber hinaus bin ich auch noch Vielleserin. Nach einem Großteil der Weltiteratur jetzt vor allem gute Krimis und Thtiller, am liebsten von deutschen Autoren. Aber auch gern Romane und Biografien über das 19. und 20. Jahrhundert. Im Sommer kommen Wanderungen, Ausflüge, Aufenthalte an Badeseen und Kurzreisen hinzu. Meine Hirnzellen bekommen also genügend Anreize, wie man sieht.

  1. Den Seinen gibt`s der HERR im Schlaf? Wie kamst du zum Bloggen?

     Da muss ich wirklich überlegen, ist schon so lange her, über zehn Jahre glaube ich. Wahrscheinlich haben mich AutorenkollegInnen dazu angeregt, die ebenfalls in der Zeit zu bloggen begannen.

  1. Gibt es Vorbilder, die Dein Leben und Deine Arbeit beeinflusst haben?

     In meiner Jugend waren es Albert Schweizer, Hermann Hesse und Max Frisch. Später Bruno Bettelheim. Mahatma Gandhi und noch später viele Schriftsteller und alle, die etwas aus ihrem Leben gemacht und etwas bewirkt hatten.


  1. Ich bin ein Mensch. Nichts Menschliches ist mir fremd … Gestattest Du Dir gelegentlich die eine oder andere Torheit?

     Ich gestatte mir seit vielen Jahren die Torheit zu schreiben. Das macht mich glücklich, aber es ist eine noch größere Torheit zu glauben, dass man auch nur annähernd reich und berühmt damit wird.

  1. Über welches Thema brütest Du am liebsten?

     Über allen Themen, die tagtäglich anfallen-gesellschaftliche, psychologische, eigenes Leben und Schreiben, politische mehr am Rande, damit habe ich mich früher jahrzehntelang beschäftigt und aktiv dafür gekämpft.

  1. Hannibal überquerte die Alpen. Welche Reisen haben Dich nachdrücklich beeinflusst?

     Am meisten wohl die Reise mit dem Frachter nach Südamerika, zu Verwandten in Argentinien. Die hatten mir meine Eltern zum Abitur geschenkt. Dort war ich vier Monate unterwegs, auf der Pampa, an den Wasserfällen des Iguazu und in den Anden.
     Außerdem die Reisen nach Mexiko und Venezuela, quer durch Europa, durch Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland und durch fast ganz Deutschland. Das fließt immer auch in meine Romane ein, zuletzt die Argentinienreise in meinen neuesten.
  1. Nichts ist so schwierig, als dass es nicht erforscht werden könnte! Wieviel Kraft und Zeit steckst du für gewöhnlich in die Recherche für Deinen Blog?

     Bei längeren Artikeln kann es schon mal zwei, drei Stunden dauern, auch das Schreiben selbst und das Verlinken nimmt bei einem kurzen Artikel oft mindestens eine Stunde in Anspruch.

  1. Welche Hobbies pflegst Du außerhalb des Bloggens?

    Wie oben schon erwähnt, Wandern, Schwimmen, Lesen, dazu Fotografieren und Reisen. Das Kochen und der Garten stehen nicht mehr so im Vordergrund wie früher, durch das Schreiben bleibt vieles, was man früher gern getan hat, auf der Strecke.

  1. Luxuria. Was zählt für dich zu den Annehmlichkeiten des Lebens?

     Die frei verfügbare Zeit, seit ich nicht mehr angestellt arbeite. Ausschlafen, tun, wozu ich Lust habe. Schreiben, was mir gefällt und was mich glücklich macht. Gutes Essen, schöne Landschaften, Städte, Schlösser und Burgen.

  1. Frisch begonnen, ist halb gewonnen? – Bist du ein Morgen- oder ein Nachtblogger?

Meistens am Mittag oder später am Abend.

  1. Hast du ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch deine Blogs zieht?
Das Schreiben, das Leben, gesellschaftliche Trends, Psychologisches, Natur und Kultur und alles, was sich so um mich herum abspielt.

Dienstag, 24. Mai 2016

Kreative Pause

Was ist eigentlich eine kreative Pause? Normalerweise habe ich darunter immer eine Phase verstanden, während der sich der Schaffende erholt und wieder neue Kräfte schöpft. Ich habe wenig dazu im Netz gefunden. Nur bei Wikipedia gibt es eine Definition, die ich einmal zusammenfassen könnte, obwohl sie als nicht ausreichend belegt bezeichnet wird. Eine kreative Pause sei aus gestaltpsychologischer Sicht eine Pause unterschiedlicher Länge im kreativen Schaffensprozess von Künstlern, Wissenschaftlern und Geisteswissenschaftlern. Dabei sei die Pause selbst nicht mit kreativen Tätigkeiten angefüllt. Sie solle eher der Erholung des Geistes und der Wiederherstellung der Schaffenskraft dienen. Die Notwendigkeit dieser Pausen in kreativen Schaffensprozessen sei jedoch nicht belegt. Wenn sich der Kreative mit themenfremden Gegenständen beschäftige, einfache Tätigkeiten zur Ablenkung wähle oder Spaziergänge mache, ende irgendwann die kreative Pause mit dem kreativen Ausbruch, die Produktivität nehme zu, neue Ideen entstünden, die Nachtruhe werde verkürzt oder durch Einfälle unterbrochen, die sofort skizziert werden müssten. Eine kreative Pause könne von unterschiedlicher Dauer sein. Manche Personen benötigten lediglich Stunden, um an den Schreibtisch zurückzukehren, bei anderen dauere es Tage und Wochen, gar Monate, bis der Geist wieder in der Lage sei, neue Ideen zu produzieren. Allerdings könne die Rückkehr in den Schaffensprozess extrem schwierig werden.

Ich selbst weiß nichts von alledem. Kann es sein, dass ich während der letzten sechzehn Jahre überhaupt keine Pause, schon gar nicht eine kreative, gemacht habe? Und ist das denn wirklich notwendig? Der Schriftsteller Henri Miller zum Beispiel lebte von 1944 bis 1962 in Big Sur in Kalifornien, als Aussteiger unter Gleichgesinnten. Meines Wissens schrieb er zehn Jahre lang nichts und veröffentlichte 1957 einen Aufsatz über diese Zeit (Big Sur and the Oranges of Hieronymus Bosch).Die anderen Einträge, die ich zum Thema "kreative Pausen" gefunden habe, stammten meist von Bloggern, von Studenten oder Professoren. Für Autoren scheint das Thema also, zumindest im Netz, keines zu sein. Irgendwo las ich auch, eine solche Pause brauche natürlich nicht darin zu bestehen, stunden-, tage - und wochenlang die Wände anzustarren oder mit dem Kopf dagegenzuschlagen. Man könne sich ruhig eine Auszeit draußen oder drinnen oder ganz anderswo gönnen. Natürlich! Alle Prozesse bei mir waren immer von ständigen Pausen unterbrochen, Arbeitspausen, Wanderpausen, Essenspausen, Urlaubspausen, Stadtbummelpausen. Deshalb brauche ich auch keine reine, abgegrenzte kreative Pause. Denn was sollte das anderes sein als eine ewige Wiederholung der immerselben Pausen?

Nein, ich brauche einfach mal eine andere Sicht der Dinge. Sollte mal wieder etwas anderes machen als diese ewigen Romane zu schreiben, die ja heutzutage immer schwerer an die Verlage, Agenten und LeserInnen zu bringen sind. Gleichzeitig haben sich die Bedingungen im Self Publishing verschlechtert. Manche Autoren, die ich kenne, sind dabei, eigene Verlage aufzubauen oder haben das schon getan. Zu dem Ganzen ist mir etwas eingefallen: Ich habe in meinen Dateien aufgeräumt und die Hälfte meiner Kurzgeschichten aus den Jahren 2000-2006 als unbrauchbar rausgeschmissen. Drei davon wurden in einer Anthologie veröffentlicht, sind noch 23 von 50 übrig. Dazu habe ich einen neuen Blog eingerichtet, in dem ab und zu eine dieser Geschichten erscheinen könnte. Heute habe ich angefangen mit der Geschichte "Wenn der Schäfer mit dem Dackel", die vielleicht dem einen oder anderen aus der Vergangenheit noch bekannt sein könnte. Dabei geht es um das Leben mit einem treuen Hund, der eine Mischung aus Schäferhund und Dackel war. Ähnlich werde ich mit der Halde von zwei oder drei unveröffentlichten Romanen, Exposés und Ideen verfahren, das heißt, das Unbrauchbare löschen und das Recycelbare behalten. Diese "ordnende" Tätigkeit bewahrt mich davor, das "Kreative" allzu schmerzlich zu vermissen und hat damit eine nicht-kreative Funktion.Und was meine Blogs angeht: Die sind von der Pause natürlich ausgenommen - es ist eine Pause des Veröffentlichens.
Kopf hoch! Es gibt noch eine Welt da draußen

Mittwoch, 21. Mai 2014

Interviews und Rezensionen

Immer, wenn man denkt, alles trete auf der Stelle und es werde sich nichts mehr ändern, geht irgendwo ein Türchen auf, wie ich selbst und wir alle es schon erlebt haben. Gestern kam die Anfrage von einer Buchbloggerin wegen eines Interviews; sie möchte auch gern rezensieren, weil ihr meine historischen Romane sehr zusagen. So werden wir das Interview mit Sabine Schäfers jetzt veröffentlichen, und ich werde die Printversion des E-Books und ein weiteres verschicken. Gut, dass die Verlage früher immer so reichlich Belegexemplare geschickt haben! Das nächste Interview wird dann voraussichtlich im Juli erscheinen. Da ich schon am berichten bin und die Nachricht hier ein wenig kurz ist, noch ein denkwürdiges Erlebnis: Ich lese gerade ein Buch, das wir auf dem hiesigen Bücherflohmarkt erstanden haben. Es heißt "Schillers Heimatjahre. Die Wanderungen des Heinrich Roller" und wurde von Hermann Kurz, (1813-1873), einem Freund und Weggenossen Eduard Mörikes, verfasst. Und es ist genau der Roman, den ich früher immer schreiben wollte! Er ist in den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts angesiedelt, und alle Figuren, die mir aus dieser Zeit ans Herz gewachsen sind, tauchen auf, alle Schauplätze, auf denen wir unterwegs sind, werden detailreich beschrieben. Es ist ein 1000seitiger Entwicklungsroman - den brauche ich also nicht mehr zu schreiben! Hermann Kurz ist übrigens ein Autor, den ich erst vor einiger Zeit für mich entdeckt habe. Den "Sonnenwirt", die Lebensgeschichte des Räuberhauptmanns Johann Friedrich Schwan, die wiederum Friedrich Schiller zu seinen "Räubern" inspiriert hat, habe ich mit dem größten Vergnügen gelesen. Hermann Kurz ist heute fast vergessen. Und er hat als freier Schriftsteller in Stuttgart und Tübingen, wo er zuletzt als Unterbibliothekar wirkte, kein leichtes Leben gehabt.

Dienstag, 13. Mai 2014

Die ultimative Freiheit zum Schreiben!

Heute Morgen habe ich eine Art Experiment gemacht. Statt mich im sozialen Netzwerk herumzutreiben, wie es mir zur Gewohnheit geworden ist, habe ich eine dieser Daily Soap-Sendungen angeschaut, die sich aber als sehr fundiert erwies. Es ging um einen arbeitssüchtigen Mann, der immer erreichbar war, sich für seine Firma aufrieb bis zum letzten und mit seinem Verhalten seine Ehe und sich selbst massiv gefährdete. Schließlich machte er Fehler und wurde von seiner Chefin übel abgekanzelt. Erst nach einem Kreislaufzusammenbruch und Aufenthalt in der Klinik konnte er die Gründe für sein Verhalten erkennen und es ändern. Eine systemische Therapeutin kommentierte das Geschehen. Ich stellte anschließend fest, dass ich weder arbeitssüchtig noch burnoutlastig noch in irgendeiner Weise depressiv bin, sondern jahrelang zu viele Dinge getan habe, die mich unnötig belasteten und die ich nicht gebraucht hätte zu meinem Glück. Später am Vormittag traf ich im Badepark eine alte Freundin, die ich schon länger nicht mehr gesehen hatte. Sie hatte kürzlich ihren 70. Geburtstag gefeiert und meinte, ich sei ja noch ein junger Hüpfer, und wenn ich in Rente sei, bleibe mir ja immer noch das Schreiben. Man sollte einfach nicht ganz aufhören zu arbeiten. Für mich ist dieser paradiesische Zustand ja nun auch nicht mehr fern. Und ich habe mir schon Gedanken gemacht, was ich mit den 23 Stunden Arbeitszeit einschließlich Fahrzeit, die dann wegfallen, anfangen könnte. Einfach zu sagen, dann schreibe ich halt, ist zu wenig. Es sollte in ein Gesamtkonzept eingebunden sein. Also erst einmal habe ich mir heute eine Jahreskarte für das Schwimmbad gekauft. Dann kam gestern eine Mail von dem Kloster an der Donau, in dem ich einen Wochenendkurs zum Thema "Stress bewältigen durch Achtsamkeit" gebucht habe. Ja, zweimal im Jahr ins Kloster zu gehen wäre eine gute Option. Ein Blick bei Google zeigt mir, dass ich schon vier Beiträge über das Thema Achtsamkeit verfasst habe, zum Beispiel diesen hier: Die Seele aufschlagen lassen vom November 2013. Hatte mir nicht mal jemand empfohlen, über diese Klostergeschichte einen Psychokrimi zu schreiben? (der allerdings schon geschrieben ist). Am letzten Sonntag habe ich gemerkt, was es heißt, achtsam mit sich umzugehen. Ich habe nur kurz in den Computer geschaut, habe mir eine köstliche Bolognese mit frischen Tomatenstückchen gekocht, bin schwimmen gegangen und einmal um den ganzen Park herumgelaufen, bis die schwarze Wand mich wieder nach Hause trieb. Später habe ich ZDF History und Terra X geguckt. An diesem Abend habe ich mich so gut gefühlt wie schon lange nicht mehr!

Ansonsten wird sich im "Unruhestand" nicht allzuviel ändern, außer, und darauf freue ich mich besonders, dass ich wegfahren,- wandern, -radeln kann, wann immer ich will und wann immer die Sonne lockt! Ich kann die Wintermonate anderswo verbringen, wenn ich will und wenn ich einen Platz finde, wo das möglich ist. Und muss nicht mehr alles um den Beruf herum arrangieren. Ich könnte alte Freundschaften wieder etwas mehr pflegen, mich um den Garten kümmern, mir vielleicht endlich die Oleanderkübel zulegen, von denen ich schon so lange träume. Die Netzkontakte so pflegen, wie sie es brauchen, vielleicht auch wieder an Real-Life-treffen teilnehmen. Einen neuen Blog gestalten, neue Ideen für Bücher entwickeln. Bis jetzt haben meine Arbeitszeit - bis in den Abend hinein - und die psychische Hochspannung, unter der ich oft stehe, vieles verhindert.

Sonntag, 20. Mai 2012

Aufgelesen am Rande-der deutsche Autor bloggt nicht:-)

Der deutsche Autor-ohne Netz, Blog, Twitter und FB?
Habe noch zwei neue Beiträge zum Urheberrecht gefunden, die nicht so sehr polemisieren. Ein Video fasst den bisherigen Stand noch einmal zusammen. Die Urheberrechtsdebatte auf Kampagnen beschränkt. Es stimmt, dass die Debatte stellenweise unsachlich ist und stellenweise albern.
Dann noch ein Artikel der Welt Online vom 20. Mai: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article106347203/Autoren-sollten-aufhoeren-ueber-das-Netz-zu-noelen.html Der Autor Thierry Chervel, Mitbegründer des "Perlentauchers" im Jahr 2000, kommt zu dem Schluss, das deutsche Autoren zu wenig Ahnung vom Netz hätten und zum Beispiel kaum einer bloggen würde. Von welchen Autoren spricht er denn? Ich kenne nur welche, die bloggen und bei Facebook oder Twitter sind- oder alles miteinander. Insofern polemisiert Chervel wohl doch, denn er nimmt eine ganze Menge deutscher Autoren hier als Objekt der Begierde aus, so will mir scheinen. Natürlich erwarte ich von etablierten Literaten wie Walser, Grass oder selbst Charlotte Roche nicht, dass sie sich netzaffin verhalten (ich weiß gar nicht, ob sie`s tun). Mir drängt sich da eine Frage auf: Vielleicht ist Chervel selbst nicht netzaffin genug, sonst müsste er das doch wissen. Und wenn er es weiß und trotzdem meint, deutsche Autoren würden nicht bloggen, twittern und facebooken,
dann grenzt er bewusst diejenigen aus, die wohl am meisten von illegalen Downloads betroffen sind.

Montag, 7. Mai 2012

Leute, bloggt mal wieder!


Vor zwei Tagen habe ich mich bei Facebook angemeldet, einfach so. Und weil es so einfach war, habe ich es auch bei der Anmeldung belassen. Jeden Tag fülle ich dort ein wenig auf, mit Bild, Profil und den ersten Kontakten. Ich verfolge auch keine Absicht damit. Vielleicht habe ich dort einmal eine Autorenseite, auf der auch diskutiert werden kann. Und offensichtlich bekommt man dort auch scheller und öfter Feedback als im Blog - und kann seine Blogartikel dort posten.
Dazu passend fand ich gerade bei Alice Gabathuler einen Beitrag über das Bloggen
sowie einen Link zu einem weiteren Beitrag über das Bloggen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es wirklich ernst gemeint ist. Aber ich muss dem und auch vielen der Kommentatoren beipflichten: Bloggen erfordert mehr Arbeit, ist aber auch nachhaltiger. Macht geile kleine Blogs auf!

Ja, sage ich! Gestern sah ich, dass meine erste Anmeldung dieses Blogs im Jahr 2008 war. Fünf Jahre gesammeltes Bloggen! Fünf Jahre gesammelte Erfahrungen, Spaß, Einsichten und Ansichten. Fünf Jahre Mischkonzept, das Menschen aus unterschiedlichsten Richtungen angezogen und vor allem mir mein Schreiben warm gehalten hat.




Mittwoch, 11. April 2012

Meine Blogs als Grundfesten des Schreibens?

Habe mich mal umgesehen, wie man denn das Kulturgut "Buch" und andere wertvolle Güter der Menschheit auch sonst noch unter die Leute bringen könnte, unbhängig vom Selbst-Publizieren und Publiziertwerden in Tauschbörsen. Dabei stieß ich auf das Projekt "Digitale Bibliothek Deutschland". Rechtliche und finanzielle Probleme behindern bis jetzt den Ausbau, heißt es da. Dabei dreht es sich vor allem um "vergriffene und verwaiste Bücher." Verwaist bedeutet, dass man bei 30% und mehr der vergriffenen Bücher den Urheber nicht mehr ausfindig machen kann. Nichtsdestotrotz soll im Jahr 2012 diese Bibliothek ans Netz gehen. Das ist sicher eine gute Recherchequelle, für die man nicht extra zahlen müsste. Ich müsste nicht wie bisher unzählige Bücher für Recherchen kaufen, sondern könnte online stöbern, ohne mir um Urheber- und Verwertungsrechte Gedanken machen zu müssen.

Allerdings kann es nicht Ziel eines Autors sein, für die Gemeinschaft zu schreiben, also dafür, dann in dieser Bibliothek, für jeden zugänglich, zu stehen und zum Weltkulturerbe zu gehören. Früher, in grauer Vorzeit, hatte man die wertvollen Güter doch auf Mikrochips gespeichert, wenn ich mich recht erinnere - und in Bunkern gelagert, falls mal so ein richtiger Weltkrieg oder sonstiger Untergang stattfinden sollte. Mein Ziel ist es, Bücher an Menschen zu verkaufen, die das, was ich schreibe, gern lesen. Sei es digital oder gedruckt. Und zwar zu Lebzeiten. Bei mir deuten alle Zeichen darauf hin, dass ich das weiterhin im Zusammenhang mit Verlagen tun werde, auch wenn sich noch so viel ändert zur Zeit. Wenn es dazu kommt, dass das Schreiben von vornherein als kostenloses Allgemeingut angesehen wird, mag ich wohl keine Romane mehr schreiben. Anders ist es mit den Blogbeiträgen. Im Nachbarblog habe ich gestern die Statistiken angesehen und registriert, dass die beliebtesten Kategorien Wanderungen und "Mörike und das liebliche Taubertal" sind, im Schreibteufelchen "Auf Wolframs Spuren", "Mein Buch der Bücher" und "Auf Mörikes Spuren". Aus diesen Beiträgen könnte ich natürlich mal ein E-Book machen und den vergriffenen Mörike hinterherschieben. Aber wozu eigentlich? Es wird ja auch so gelesen, die Besucherzahlen der "Orte zum Reinschmecken" entsprechen ja inzwischen fast denen des Schreibteufelchens. Dort aufräumen könnte ich mal, ja, nur die besten Sachen stehen lassen. Und was hindert mich daran, ebendort meinen "Eduard Mörike. Ein Leben auf der Flucht" sukzessive, in Fortsetzungen, zu veröffentlichen? Hat man doch früher auch gemacht, den Vorabdruck eines Werkes in Zeitungen und Zeitschriften. So hätte ich doch eine schöne Onlinezeitung, die mir Besucher und zufriedenes Schaffen ermöglichen würden.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Taugt der Blog nix, taugt das Buch nix?

Interessante Fragestellung, die ich gerade gefunden habe: Autorenblogs von brigitte.de.
Da wird sehr positiv über meine Blognachbarin Petra van Cronenburg gsprochen und darüber, wie Blogs auf potentielle LeserInnen der Bücher wirken. Von Petra habe ich auch schon mindestes zwei Bücher gelesen, was aber nicht auf einen zufälligen Besuch ihres Blogs zurückging.
Ein Blog kann schon eines der vielen Mittel sein, mit dem man sich den Lesern annähern könnte. Ich selbst kaufe nur selten Bücher, die in anderen Blogs vorgestellt werden. Denn meist gehören die Bücher, die da entstehen oder beworben werden, nicht zu meinem bevorzugten Lesestoff. Und es ist auch mir schon passiert, dass mir jemand in einem Forum negativ aufgefallen ist, so dass ich keine Lust hatte, dessen Bücher zu kaufen und zu lesen, wie in dem Beitrag oben gesagt wird. Dagegen wachsen mir andere Autoren so sehr ans Herz,dass ich gern mehr von ihnen lesen würde, auch dann, wenn es noch nicht veröffentlicht ist.
Für mich persönlich ist diese Funktion, nämlich über meinen Blog Bücher zu bewerben, stark zurückgetreten hinter den Wunsch, einfach nur eine kleine Plattform für mich als Autorin zu sein, mit der Möglicheit, mich mit anderen auszutauschen. Alle Blogs, die ich nebenher verfolgen möchte, sind bei mir aufgelistet. Manchmal finde ich neue Blogs, die ich hinzufüge, weil sich derjenige vielleicht bei mir gemeldet hat.
Ich wünsche mir Links zu Autoren, die regelmäßig bloggen, das heißt, so mindestens einmal in ein oder zwei Wochen. Denn wenn das eigene Rädchen im Kopf sich mal nicht so richtig dreht, bekomme ich oft sehr schöne Anregungen!

Mittwoch, 29. September 2010

Über Abgründe schreiben

Ich erwarte keine Antworten auf Fragen, ich habe mich selbst gefragt, was ich, zwischen eingeschlagener Tür, Polizei und tödlichen Spielen, weiterhin schreibe. Jetzt weiß ich wenigstens, wie es ist, als Polizist vor einer Tür zu stehen, vor einem Zimmer, von dem ich nicht weiß, was sich darin abgespielt hat. Ich habe mich zur Gewalt entschieden, höre den Knall, mit dem die Tür auffliegt, sehe, was in dem Zimmer passiert ist ...Und das ist der Anfang einer neuen oder erweiterten Phase meines Schreibens. Ich sehe es vor mir, es ist alles unentwirrbar verknäult, doch ich werde es entwirren, wie alle meine von mir so gern gelesenen Krimi-und Thrillerautoren ihre Knäuel entwirrt haben. Es ist eine Zäsur, denn mit diesem Genre fange ich ganz neu an. Vielleicht muss ich mich dann so hochackern wie Nele Neuhaus, vielleicht scheitere ich schon beim Versuch. Aber ich werde es wagen, wenn nicht heute, dann morgen, übermorgen, in zwei Monaten!

Montag, 11. Januar 2010

Meine Blogs

Zur Zeit betreibe ich drei Blogs, auch wenn zwei davon mehr oder weniger brach liegen. Das alte www.schreibteufelchen.myblog.de habe ich jetzt mal gespeichert und schaue es nach Verwertbarem durch, so bald ich Luft habe, bevor ich es dann lösche. Sonst kann es passieren, dass mitten in der Nacht eine englische Antwort auf etwas kommt, das ich vor zwei Jahren geschrieben habe...Der parallel laufende Blog "Lust am Wandern" kann nicht intensiv von mir gepflegt werden und war auch von Anfang an wenig besucht (auch wenn sich gleich vier regelmäßige Leser eingetragen hatten). Der Blog, der sich eigentlich über die Jahre durchgesetzt und seine Stammleser hat, ist dieser hier.
Inzwischen geht es ja nicht mehr nur darum, den Schreibprozess für andere Kollegen durchsichtig zu machen, sich "über die Schulter gucken" zu lassen. Es geht bei mir inzwischen um eine Mehrfachstrategie, nämlich der, Romane für große Verlage zu schreiben und der, regional etwas auf die Beine zu stellen. Zu den Romanen wird es immer wieder Hinweise auf die Schreibprozesse geben, auch zum Leben eines Autors und einer Sozialpädagogin allgemein. Zu den regionalen Aspekten- das sind im Moment der
Schwäbische Haus- und Heimatkalender, die "Schönsten Wochenenden" und der Schwäbische Literaturpreis - kommen immer mal wieder Anregungen, die ich hier kulminieren möchte. Es hat sich nämlich erwiesen, dass es keine Fluktuation der LeserInnen zwischen dem Schreibteufelchen und der "Lust am Wandern" gibt. So werde ich den anderen Blog rein für Wanderungen verwenden und hier alles listen, was mir sonst noch wichtig erscheint. Da kann dann durchaus auch mal ein Ausflug auftauchen, Lektüre, Rezepte und Aufgeschnapptes.

Samstag, 7. November 2009

Wann ist es Zeit, mit dem Bloggen aufzuhören?

Hier kann ein Blogger, gleich welcher Art sein Blog sein mag, prüfen, ob er seinem Blog nicht lieber den Gnadenschuss versetzen sollte, statt noch länger auf ihm herumzureiten. Und hier das Ganze noch einmal im Original.