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Dienstag, 8. Mai 2018

Warum ich meine Blogs nicht schließe-trotz DSGVO!

"Prolog": Zunächst einmal etwas ganz Persönliches. Ein Mensch, der mir sehr nahe steht, hat sich sein ganzes Leben lang der Digitalisierung verweigert. Er besitzt weder Computer noch Smartphone noch Handy und erledigt Behördliches per Brief oder Telefon. Unterwegs, auf der Straße, in Geschäften und Cafés spricht er die Leute an und bringt sie, wenn sie auf der gleichen Welle liegen, zum Lachen. Ich selbst habe schon Tränen dabei vergossen! Wenn sie ihm nicht behagen, gibt es schon mal Knatsch, ebenso mit den SUV-Fahrern, die meinen, ständig unsere Stoßstange knutschen zu müssen. Kürzlich hatten wir ein Treffen mit unserem gemeinsamen Anwalt, meinem Exmann. Es ging um ein Familientreffen, die DSGVO fiel dabei ein wenig unter den Tisch. Am anderen Tag bekam mein Freund einen Brief von diesem Anwalt wegen des 25. Mais. Ich habe ihm erklärt, worum es dabei geht. Auch die Anwälte müssen jetzt wegen des Datenschutzes Verträge mit ihren Klienten abschließen.
"Wieso lasst ihr euch diese Nazimethoden eigentlich gefallen?", fragte er grimmig.
"Weil über 90% aller Menschen ein Smartphone besitzen und in einer digitalisierten Welt leben! Du gehörst zu den Dinosauriern."
"Die Dinosaurier haben Jahrmillionen überlebt, die waren besser angepasst als die Menschen."
"Bis ein Meteorit kam und sie von der Erde katapultierte!"
"Was nicht erwiesen ist."

Zurück zum Thema: Warum ich meine Blogs trotz der DSGVO nicht schließen möchte. Die vergangenen Wochen kommen mir im Rückblick vor wie ein Ritt über den Bodensee. Erstmalig erfuhr ich im öffentlichen Bereich des Montsegur-Autorenforums von der Existenz der DSGVO und dem Stichtag 25.Mai 2018. Sich da durchzuwühlen hat fast alle Kraft, allen Verstand und sämtliche Nerven gekostet. Nachdem die Grundlagen erst einmal da waren, habe ich folgende Schritte gemacht. Ich habe

-mit Hilfe eines Generators der Deutschen Gesellschaft für Datenschutz eine Datenschutzerklärung erstellt.
-Die habe ich zusammen mit dem Impressum und einer Urheberrechtserklärung auf beiden Blogs verlinkt.
-Google Analytics hat mir bisher zwei Anleitungen geschickt, wie ich diese DSE anpassen kann. Google selbst hat die SSL-Verschlüsselung vorgenommen. Weiteres müsste folgen.
-Die Links zu den sozialen Medien habe ich deaktiviert. Wer meine Beiträge zum Beispiel bei FB oder Twitter verlinken will, macht das auch ohne diese Buttons.
-Im Kommentarformular habe ich gestern noch eine Mitteilung an Kommentatoren hinterlassen, dass sie meiner Datenschutzerklärung oben in der Navigationsleiste zustimmen.
-Dann habe ich mir auf Anraten von Kolleginnen den Ghostery runtergeladen, der anzeigt, welche Elemente noch stören. Bei mir waren es zwei, die ich deaktiviert habe. Ich wusste nicht, dass ich mir damit den Zugang zu meinen Blogs versperre und habe die beiden Aktivierungen deaktiviert.

Jetzt bleibt nicht mehr viel zu tun. Ebenfalls gestern stieß ich auf einen Beitrag von Petra van Cronenburg, FB und die DSGVO betreffend. Daraus habe ich wieder einmal entnommen, wie FB und andere soziale Medien mit uns Usern umgehen. Und dass die Blogs eine Nische darstellen, die an Zeiten der Geocities im Internet erinnern. Und aus diesem Grund und aus Gründen werde ich meine Blogs nicht löschen.

Der 25. Mai ist übrigens auch Deadline für mein Lektorat, dass mir vor ein paar Tagen ins Haus flatterte. Seit meinen Kleinverlagszeiten habe ich nie mehr so ein gründliches und sprachlich und inhaltlich feinschlifferiges Lektorat erhalten. Es bringt Spaß und kostet nicht viel Zeit, so dass wir weiterhin unseren Outdoor-Vergnügungen nachgehen können.



Mittwoch, 28. Februar 2018

Mein Schwarzwaldkrimi ist gelandet!

Der düstere Schwarzwald vor zwei Wochen
Es ist tatsächlich wahr geworden: Mein Schwarzwaldkrimi "Martinsmorde" wurde von einem Verlag angenommen, und zwar von Midnight/Ullstein! Der Vertrag, den ich schon im Voraus geprüft habe, wird mir demnächst zugestellt. Voraussichtlich wird das E-Book im Sommer 2018 erscheinen, das Printbuch soll im Herbst folgen. Parallel zum Lektorat wird ein Cover erstellt, das mir vorgelegt wird, weil die Autoren in die Entwicklung einbezogen werden sollen. Heute kam eine weitere Mail der Lektorin, in der sie mir anbietet, auch andere Exposés und Texte zur Prüfung zu schicken. Ich hatte nach Fertigstellung des Romans schon mehr Ideen im Kopf, drei bis fünf Folgen. Weil ein Verlag und ein paar Agenturen letztendlich kein Interesse an dem MS zeigten, hatte ich das nicht weiter verfolgt. Es gibt aber eine Idee, die ich nur noch in aller Ruhe ausführen und in Exposéform bringen müsste. Demnächst bekomme ich von meinem Sohn ein schönes Notizbuch, in das ich alles hineinschreiben kann, was mir durch den Kopf geht.

Jetzt habe ich erstmal aufgeräumt, die ganzen Papiere von der Familienforschung verstaut und die gesamte Ablage ausgemistet. Die letzte Woche war unterirdisch kalt, auf der Zugspitze herrschten gestern Nacht -30°, eine nie gemessene Temperatur um diese Jahreszeit! Beim Rausgehen pfeift mir ein so eiskalter Wind um die Nase, dass ich fast alle Aktivitäten im Freien eingestellt habe. Ich freue mich auf wärmere Temperaturen, und ich freue mich auf die schreiberischen Aktivitäten, die vor mir liegen. (Das Foto habe ich übrigens nicht weit von meiner Wohnung entfernt aufgenommen).

Donnerstag, 24. November 2016

Autsch! Das Schmerzgedächtnis beim Schreiben

Es ist mal wieder soweit. Seit drei, vier Wochen, gleich im Anschluss an einen länger dauernden grippalen Infekt, schmerzen meine beiden Oberarme und merkwürdigerweise auch das rechte Bein ganz intensiv. Mein Gedächtnis signalisierte mir, dass ich das mal nach intensivem Hacken im Garten und nach Belastung durch Computerarbeit gehabt hatte. Nach längerem Sitzen oder Liegen wurde es manchmal so unerträglich, dass ich dachte, ich könnte nicht mal mehr Auto fahren. Durch viel Wechsel zwischen Sitzen, Stehen, Liegen, Laufen und Schreiben im Stehen ist es jetzt auf ein Mindestmaß runtergefahren. Zum Handschriftlichen hat es nicht gereicht, denn meine Schrift ist nachgeradezu unleserlich geworden. Und wer weiß, ob unsere altvorderen Dichter und Schriftsteller nicht auch Armweh durch die ständig gleiche Handbewegung bekommen haben? Wenige, gut dosierte Iboflam halfen mir manchmal durch den Tag, die Schmerzgels brachten allesamt nichts. Ursache ist nach meiner Forschung das lange Aufstützen der Arme nicht nur am Computer. Und dass ich einmal dreizehn, einmal zehn Seiten am Stück geschrieben habe.

Heute nun wollte ich einen kleinen Beitrag dazu schreiben und googelte den vorgesehenen Titel Der verdammte Mausarm. Nanu, genau unter diesem Stichwort hatte ich ja schon mal einen Artikel dazu geschrieben, im September 2013! Da hatte ich von meinen Blogkolleginnen einige sehr gute Tipps bekommen, die ich auch ganz unbewusst jetzt umgesetzt habe. Nur das mit der Kortisonspritze (Tipp von Annette Weber) hatte ich vergessen. Das ist nun auch nicht mehr nötig. Damals war der Grund für das Malheur ein Lektorat gewesen, das ich an einem Wochenende durchziehen sollte. Petra van Cronenburg hatte mir gezeigt, dass es auch ganz anders geht bei solchen Anforderungen und dass sie oft auch nur aus Gedankenlosigkeit entstehen. Diesmal war es aber anders. Es gab und gibt keinen Druck von außen. Ich wollte nur meinem Roman Dampf geben, damit er irgendwann endlich fertig wird. Und die kurzen dunklen Rentnertage und die langen dunklen Rentnernächte verschönern. Dass das auch anders geht, habe ich in den letzten Tagen und Wochen erfahren. Der Schmerz zwingt einen ja dazu, mit dem schädlichen Verhalten aufzuhören und etwas anderes zu probieren. Das heißt zum Einen, rauszugehen und die Welt mal wieder unter anderen Blickwinkeln zu betrachten, zum Anderen, die Haltung immer wieder zu überprüfen, sowohl anderen als auch sich selbst gegenüber und sowohl in körperlicher als auch in mentaler Hinsicht. Auf jeden Fall noch einmal Dank an diejenigen, die mir vor drei Jahren Tipps gegeben haben! Von Anni Bürkl stammte der Hinweis auf den Bewegungswechsel. Und vielleicht gibt es ja noch einen Rat, wie man das Schmerzgedächtnis wachhalten kann, nicht immer mal wieder vergisst, wie weh das tun kann und nie wieder über die Stränge schlägt?

Dienstag, 21. Juni 2016

Was braucht das Schwein, um sich sauwohl zu fühlen?

Woran denken wir, wenn wir uns ein Schwein vorstellen? An ein rosiges Tier mit Borsten, mit Ohren, die über den listigen Äuglein zusammenfallen, ein Tier, das grunzend und schmatzend seine Bestimmung im Koben erfüllt? An die Muttersau mit vielen nuckelnden und drängenden rosigen Ferkeln an der Seite? Oder an ein dreckverschmiertes Untier, das sich, wie auch die wilde Sau, in Schlamm und Morast herumwälzt? An Kotelett, Schnitzel und Rippchen wohl eher nicht. Das gleiche könnte man sich fragen, wenn man an Kühe oder Hühner denkt. Die Kühe stehen auf der Wiese, gucken dumm und käuen ewig und drei Tage das Gras wider. Sie wedeln mit dem Kuhschwanz, um die lästigen Fliegen zu vertreiben. Pferde haben wenigstens noch eine saumäßige Lebenslust, wenn sie auf der Koppel herumgaloppieren. Und die Hühner sind glücklich, wenn sie genügend Auslauf haben, miteinander picken, solange auch die anderen picken, und zum Dank dafür, dass sie kein Habicht oder Fuchs geholt hat, brav ihre Eier legen.

In der Versuchanstalt Eningen, einer Außenstelle der Universität Hohenheim, haben jetzt Forscher die Bedingungen untersucht, unter denen sich Schweine richtig wohlfühlen. Die Ferkel haben in der linken Box eine Kette zum Spielen, in der rechten ein Feld mit dunkler Erde zum Wühlen. Brauchen sie mehr Platz, besseres Futter, Freunde, Auslauf, Licht, gar Musik? Es wurden viele Dinge getestet, auch Bedingungen, die Stress auslösen, man ist erst ganz am Anfang. Aber Verbraucher wollen Fleisch, Eier und Milch am liebsten von glücklichen Tieren. So, wie es die Pensionswirtin in Sipplingen am Bodensee einmal beim Frühstück sagte, als sie die Eier hereinbrachte: Die sind von glücklichen Hühnern. Dabei sah sie selbst richtig glücklich aus. Und ich erinnere mich daran, dass ich als Kind mit meiner Oma in Malente morgens immer in den großen,, umsäumten Verschlag ging, um die noch warmen Eier einzusammeln und den Hühnern nachher ihr Futter hinzustreuen. Versteht sich, dass die Oma auch den besten Knackerkirschbaum alles Zeiten besaß! Doch zurück zu den Tieren und ihren Bedingungen. Bis jetzt hat sich herausgestellt, dass die Schweine nicht mehr Platz brauchen, wie wir uns das vielleicht gedacht haben. Erste Erkenntnisse zeigen, dass "Beschäftigung, Aufgaben lösen, Türen öffnen oder in der Erde wühlen" den Schweinen wichtiger sind als ein paar Quadratmeter mehr Raum. Gleichwohl wird es mit den anderen Tieren sein: Das Huhn will picken und scharren, die Pferde wollen rennen, die Kühe laufen am liebsten auf weichen Matten (sprich: Gras), Hunde wollen spielen und sich austoben und Katzen suchen gern ein erhöhtes, warmes, trockenes Plätzchen, wenn sie nicht auf Beute lauern, spielen oder schnurrend um Beine streichen.

Wie sieht es nun mit den Menschen aus? Was brauchen die, um sich sauwohl zu fühlen? Schopenhauer sagte ja mal in etwa, die Natur habe ihnen das Dasein gegeben, für das Wohlsein müssten sie selber sorgen. Dabei kann ich zunächst einmal nur von mir selbst ausgehen. Beschäftigung, Aufgaben lösen, Türen öffnen und in der Erde wühlen ist schon einmal was. Wobei es nicht um meine Gartenerde geht, sondern sozusagen um den Acker, der zu bestellen ist. Ich als Mensch würde mich mit der tierischen Bedürfnisbefriedigung natürlich nicht zufriedengeben. Aber die Grundlage ist dieselbe. Es würde mir nichts nützen, in einem Palast zu wohnen, indem ich den ganzen Tag herumsitze und mich fragen muss, wozu ich eigentlich da bin. Meinen Acker zu bearbeiten heißt, mein Leben so zu gestalten, wie es meinem Wesen entpricht. Ich fühle mich sauwohl, wenn ich ein gutes Buch lese, wenn ich über Berg und Tal laufen kann, in glasklarem Wasser schwimme, wenn die Sonne scheint, ein gutes Essen lockt, wenn nette Menschen um mich sind und wenn ich schreiben kann und eine Reaktion darauf sehe. So entdeckte ich gestern eine 5-Sterne-Rezension einer Frau, die mein letzes Verlagsbuch gelesen hatte. Sie schreibt, es sei eine Geschichte über die kleinen Leute im Dreißigjährigen Krieg, historisch verbürgt, spannend geschrieben und voller Liebe zum Leben. Es ist selten, dass jemand meine Intentionen so deutlich erkennt und benennt. Und es hat mich so beflügelt, dass ich endlich eine Entscheidung treffen konnte: Ich habe meinen Schwarzwaldkrimi in ein Probelektorat gegeben und werde ihn dann entweder endgültig zur Seite legen oder veröffentlichen. Den neuen Roman werde ich weiterentwickeln. Und mich sauwohl damit fühlen.

Freitag, 8. Januar 2016

Wie Autoren heute veröffentlichen

Als ich vor knapp fünfzehn Jahren mit dem Schreiben von Romanen begann, sah die Autorenwelt noch ganz anders aus. Man schickte seine Manuskripte auf bedrucktem Papier an die Verlage und wartete im Schnitt vier Monate, bis eine Absage im Briefkasten lag. Oder auch eine Zusage, damals für meinen ersten schon per Email von einem renommierten kleineren Verlag. Den zweiten fand ich im Internet, das war ein Zweipersonenverlag. Mit beiden LektorInnen gab es lange persönliche Gespräche und ein sorgfältiges Lektorat. Beide Bücher erhielten gute Zeitungskritiken, tauchten aber in kaum einer Buchhandlung auf. Die nächsten vier Bücher erschienen in einem Verlag, den man damals noch als größeren Publikumsverlag bezeichnete. Diese historischen Romane lagen anfangs recht lange auf Stapeln in den Buchhandlungen; allerdings verkürzte sich die Verweildauer von Jahr zu Jahr. Zwischendurch noch eine Veröffentlichung bei einem kleineren lokalen Verlag. Das letzte gedruckte Verlagsbuch von mir erschien im Juni 2013.

Es begann eine neue Ära, nicht des Schreibens, aber des Veröffentlichens. Mit zwei Verlagsbüchern, deren Rechte ich zurückbekommen hatte bzw. deren E-Bookrechte ich gar nicht erst vergeben hatte, ging ich ab Herbst 2012 ins Self Publishing. 2015 folgte ein neu geschriebenes Buch. Von Amazon, dessen Konditionen für mich nicht mehr reizvoll waren, wechselte ich Ende September 2015 zu Tolino. Dort fühle ich mich bisher sehr wohl, zumal auch Sonderaktionen für meine Bücher veranstaltet wurden. Und die gute Nachricht kam nach Weihnachten: Die 70% Beteiligung der Autoren wird auch über den 31. Januar hinaus gewährt.

Jetzt habe ich mich einmal umgeschaut, wie es denn bei anderen läuft. Meines Wissens haben schon viele mir bekannte Autoren die Möglichkeit des Self Publishing genutzt. Ein Kinderbuchautor, der schon circa sechzig Bücher bei einem Verlag herausgebracht hatte, erzählt im Deutschlandradio davon, dass Autoren heute kaum noch Ansprechpartner hätten (es sei denn, sie sitzen bei einem Verlag ganz fest im Sattel oder schreiben Bestseller). Wie Autoren heute veröffentlichen.  Die meisten Bücher - wie ich auch schon bemerkte - hätten heute eine viel kürzere Überlebensdauer, nämlich zwischen vier Monaten und zwei Jahren. Die Backlist, bis vor ein paar Jahren von den Verlagen noch gepflegt, lohnt sich für sie aus Kostengründen nicht mehr. Viele Autoren müssten sich für jedes neue Buch einen neuen Verlag suchen. Thomas Fuchs, der Kinderbuchautor, hat sich eine Autorenvereinigung namens "Gegenwind" herausgesucht, in der sich die Autoren gegenseitig beim Self Publishing unterstützen. In einem anderen Bericht des Börsenblatts werden Autoren aufgeführt, die ihrer eigenen Backlist durch E-Books und Print-on-Demand einen ganz neuen Aufschwung gegeben haben. Hybridautoren.

Beide, das Interview und der Artikel, erschienen im Juni des vergangenen Jahres. Inzwischen hat sich ja einiges in der Verlags - und Bücherwelt getan. Einmal gab es das Urteil des Europäischen Gerichtshofes, nach dem die Verlage nicht berechtigt seien, Anteile aus den Verwertungsgesellschaften wie VG Wort zu beanspruchen. Im Gegenzug werden Befürchtungen laut, dass der drohende Geldverlust auf die Autoren mit niedrigeren Vorschüssen usw. abgewälzt werden könnte. Dann wurde, wie von mir schon vor einiger Zeit berichtet, vom Bundesministerium der Justiz eine Urheberrechtsnovelle eingebracht, über die im März im Bundestag diskutiert werden soll. Sie hat es sich zur Aufgabe gesetzt, die Autoren besser für ihre Arbeit zu entlohnen und ihnen nach fünf Jahren die Rechte an ihren Büchern zurückzugeben. Das hat die Autorenschaft gespalten. Es gab einen Autorenbrief an die Regierung, in dem sie beschworen wird, das Gesetz nicht durchzubringen, weil sonst die Symbiose zwischen Verlag und Autor gestört werde. Verlage könnten Autoren nicht mehr über Jahre aufbauen und keine Lizenzen ins Ausland mehr vergeben. Die Diskussion darüber ist im Autorenforum Montsegur nachzulesen. Und ich frage mich jetzt auch: Wenn es doch Praxis ist, dass renommierte Autoren sich für jedes Buch einen neuen Verlag suchen und ihre Backlist nach zwei Jahren selber herausgeben müssen, wo ist dann die Symbiose? Das Modell, das hier vertreten wird, passt wohl eher in die Zeit, die ich anfangs beschrieben hatte. Das neue Gesetz wird seine Tücken und Fallstricke haben, aber im Großen und Ganzen wird es den Autoren doch nützen, ihre Backlist und ihre eigenes Autorengeschick selber in die Hand nehmen zu können.
Eine ausführliche Beschäftigung mit dem Thema "Verdienst von Autoren" kann man auch bei Martha Sophie Marcus nachlesen: Marthas Schreibtisch.

Dienstag, 4. August 2015

Bücher veröffentlichen heute

So, die Rabattaktion ist beendet. Und sie hat mir den Effekt gebracht, den ich damit verfolgte: Das Ebook ist jetzt in seiner Kategorie sichtbar geworden, hat dabei das vorige Buch ein wenig mitgezogen. Neuerdings können wir als Autoren ja direkt mitverfolgen, wieviele Seiten der Bücher gelesen werden. Dabei entsteht lustigerweise ein Konkurrenzspielchen zwischen "Nacht des Wolfes" und "Teufelswerk". Im letzten Monat lief der Teufel dem Wolf davon, jetzt sammelt Letzterer doppelt so viel gelesene Seiten! Amazon kümmert sich sehr um seine Autoren, das muss man ihm lassen. Wahrscheinlich hat es auch allen Grund dazu, denn wie ich gerade wieder einmal in der Selfpulisherbibel gesehen habe, eröffnete kürzlich sogar die Mayersche Buchhandlung eine Self Publishing-Plattform, nach Tolino und diversen anderen. Die Mayersche kannte ich, seit dort ein Buch von mir erhältlich und auf der Plattform "Lies mich" gelistet war. Welche Ziele diese Verlage und die Buchhandlungen damit wohl verfolgen? Erst einmal dem Monopolisten etwas entgegensetzen, das erscheint absolut logisch, und dabei den Autoren mit den Konditonen entgegenzukommen. Außerdem werden sie versuchen, neue, für die Verlagslandschaft hoffnungsvolle Talente zu entdecken. Das Prinzip ist immer dasselbe: Für wen am meisten gevoted wird, wer am meisten Bücher verkauft, dem wird gegeben. So kann man bei der Mayerschen auch ein Buchcover gewinnen, wenn man viel verkauft. Ich schätze aber mal, dass die Leistungen durch Lektorat, Korrektorat, Covergestaltung und Vermarktung dabei in Anspruch genommen werden sollten-und das sicher nicht bei allen umsonst! Es war also für einen Autor nie so einfach wie heute, seine Werke an die Leser zu bringen. Aber der Weg zur nachhaltigen Etablierung hat sich wenig geändert. Außer einem handwerklich einwandfreien Manuskript muss der Autor eine zündende Idee rüberbringen, bereit sein, an seinem Text zu arbeiten. Das Ganze scheint mir ein wenig wie diese Wandlung beim Einkaufen innerhalb der letzten Jahrzehnte: Während früher der Kunde vor der Theke stand und aus den Regalen auswählte, was er brauchte, fährt er jetzt mit einem überdimensionierten Einkaufswagen durch endlose Reihen von Regalen. Auf diesem Weg, der mittlerweile zu einer Fußreise von einer halben Stunde ausarten kann, hat der Kunde (wie auch im übertragenen Sinn der Autor) eine unendliche Menge von Möglichkeiten. Aber seine Ware musste schon immer so gut sein, dass sie Leser überzeugte, und sie muss auch heute noch so gut sein.

Nach Versorgung meines E-Books, die sich einige Zeit hinzog, habe ich mich endlich wieder an meinen neuen Roman gemacht. Ein erstes Kapitel ist entstanden, das Exposé ist im Werden. Für meine bisherigen Bücher hatte ich nie "professionelle" Exposés verfasst, eher Klappentexte. Erst kurz vorm Lektorat bekam der Lektor das gesamte Exposé. Da ich den neuen Roman aber nicht mehr im SP veröffentlichen, sondern eine Agentur oder einen Verlag suchen möchte, komme ich wohl nicht drum herum. Dabei habe ich gelernt, dass ein Exposé kein Handlungsabriss ist, sondern eine Vorstellung der Idee, der Charaktere und des dramatischen Aufbaus. Manche Agenturen und Verlage wollen bis zu drei Seiten, manche nur eine, aber alle wünschen bis zu dreißig Seiten Probetext. Ich finde diese Situation sehr reizvoll. Muss keine Markterwartungen bedienen, kann das Buch schreiben, das ich schon immer mal schreiben wollte. Und mich dann im Supermarkt der Möglichkeiten umschauen, wer den Zuschlag erhalten soll.

Montag, 29. Juni 2015

Titelschwemme von Sp-Büchern bis 2017?

Im Buchreport erschien dieser Tage ein Interview mit zwei Insidern über die Entwicklung des Self Publishermarktes: http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2015/06/18/250000-selfpublishing-novitaeten-im-jahr-2017.htm Die Verhältnisse im Self Publishingmarkt haben sich seit 2014 verändert. Gerd Roberts, der Sprecher der Geschäftsführung bei BoD und Sönke Schulz, Geschäftsführer bei Tredition, sprechen über die Zuwächse am Self Publishing-Markt. Es gebe einen Zuwachs von 54% SP -Titeln pro Jahr, 2017 sollen es 250 000 sein, mehr Neuerscheinungen als Verlagsbücher, vor allem auch durch selbst verlegte Printbücher. Gehen wir einmal davon aus, dass die beiden, trotz eines gewissen Eigeninteresses, diese Einschätzungen realistisch abgegeben haben. Dann bedeutet es natürlich, dass die Gewichtung des SP immer größer wird. Für die Autoren bedeutet es aber gleichzeitig, dass es immer schwieriger wird, überhaupt gesehen zu werden. Aber das entspricht der Lage im Buchhandel, wie ich es in den vergangenen zehn, fünfzehn Jahren erlebte. Lag das erste Buch noch neun Monate in den Buchhandlungen, waren es beim letzten nur noch ein bis zwei Monate. Mit dem Sichtbarwerden und Abverkauf vom Stapel war seine Lebensdauer auch schon abgeschlossen und konnte sich vielelicht noch durch E-Books und Ausleihen in öffentlichen und Onleihe-Bibliotheken fortsetzen. Vor einem Jahr ging ich noch mit einer naiven Selbstverständlichkeit an die Veröffentlichung meines Verlags-Ebooks, machte eine Rabattaktion, postete öfter mal was im Blog oder auf Facebook und Twitter, machte Interviews und musste mich nicht mehr viel darum kümmern. Die Lage ist jetzt eine ganz andere. Wie ich von Johannes zum Winkel von xtme und Matthias Matting erfuhr, sind die Rabattaktionen schwieriger geworden. Um einen Platz in den Topp 100 zu bekommen, musste man früher 100 Ebooks verkaufen, heute sind es schon 300. Es stimmt also nicht, dass sich 99-Cent -Aktionen totgelaufen hätten, weil es zu viele 99-Cent-Bücher gibt, sondern es gibt zu viele Konkurrenten. Mein Ziel war es auch nicht, in die Topp 100 zu kommen, sondern in den einzelnen Kategorien gesehen zu werden. Heute sollte das Cover eines Romans möglichst einen "Wiedererkennungseffekt" haben, also aussehen wie der und der Bestseller. Waren diese Einheitscover für manche von uns nicht mit ein Grund, es einmal selbst im SP zu versuchen?

Ich habe die Entwicklung eines Kollegen ein wenig mitverfolgt, der offensichtlich ohne jedes Lektorat und Korrektorat vorging und in dessen Leseprobe es vor Fehlern strotzte. Er bekam ein paar deutliche Hinweise darauf und sank im Ranking ab. Ich glaube, das wir davon ausgehen können, dass Leser aufmerksam und unbestechlich sind. Nur wird es für sie auch immer schwieriger werden, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Mittwoch, 11. März 2015

Besser werden

Derweil alle anderen mit Schreiben, Vorbereitung auf die Leipziger Messe und anderem beschäftigt sind, während von draußen das blaue Band des Frühlings hereinflattert, sitze ich hier vor meinem Monitor und fühle mich glücklich, weil ich das Lektorat meines historischen Kriminalromans soeben beendet habe. Es ist rundum rund in meinen Augen, und selbst wenn später Leser noch irgendwelche Fehler finden sollten, so finden sie die auch nach einem Verlagslektorat. Den Text drucke ich peu á peu aus und werde noch einmal sorgfältig darübergehen. Nächste Woche gibt es noch die letzte Runde des Lektorats.

Kürzlich habe ich bei Andreas Eschbach und anderen etwas zum Thema "Besser werden" gelesen. Das kann man mit entsprechender Suche nachlesen. Dann verfolgte ich in einer Pause die Diskussion in der KDP-Community mit einem Autor, der um Tipps zum Vermarkten bat, weil sein Ebook sich nur einmal verkauft hatte. Die anderen stiegen darauf ein, schauten sich das Cover an, das selbst gestrickt wirkte und fanden auch prompt Fehler in der Interpunktion. Darüber möchte ich mich gar nicht erheben. Mit Schrecken fiel mir ein, dass ich vor gefühlten Ewigkeiten mit einer lustigen Geschichte in die Schreibwerkstatt einstieg. Jemand fiel fast vom Stuhl vor Lachen, aber ein anderer meinte, ich solle doch die Weihnachtsbaumkerzen ohne Aal -- und Krabbenduft brennen lassen. Und hinter eine wörtliche Rede gehöre ein Komma hinter die Anführungszeichen. Das hatte ich in der Schule nicht gelernt. Ich war sowieso ein vollkommener Analphabet, was das Schreiben von Kurzgeschichten wie auch das von Romanen betrifft. Feuilletonschreiben, ja, das hatte ich gelernt. So eignete ich mir von der Pike auf alles an, was an Handwerk dazu gehört, einschließlich der Veröffentlichung bei Verlagen, dem Schreiben von Exposés und dem Kontakt mit einer Agentur. Und wenn ich glaubte, ich hätte den Stein der Weisen des Exposés endlich gefunden, dann war das noch lange nicht genug. Genug wird auch jetzt nicht genug sein, wie Konstantin Wecker sang.

Durch das alles bin ich im Laufe der Jahre besser geworden, vor allem durch Lesen ohne Ende, durch Kritik von Kollegen, Agent, Lektoren, selbst die Kritiken bei Amazon haben  mich weiter gebracht, wenn sie den Finger auf eine bestimmte Wunde legten und nicht nur beklagten, dass die Bücher von Autor Y ihnen aber besser gefallen. Mein Roman, den ich gerade beendet habe, erscheint mir (wie öfter schon) als der Beste, den ich je schrieb. Dabei weiß ich genau, dass es eine Art Verliebtheit in das eigene Werk ist, das andere durch eine ganz andere Brille sehen. Und es ist noch lange nicht genug mit dem Besserwerden. Da hätte ich noch eine Empfehlung für Autoren, die nichts anderes wollen, als ihr Buch zu veröffentlichen und dabei die Verlagshürde mit all ihren Dornen nicht nehmen wollen: Wartet, bis der Text reif ist, legt ihn immer wieder beiseite und arbeitet ihn nochmal durch, lasst Profis drüberschauen, lest, bildet euch fort. Dann könnt ihr mit der Zeit immer besser werden und immer mehr Leser erreichen, die sich auf eure kommenden Bücher freuen.

Samstag, 7. März 2015

Was macht der Lektor mit dem Buch, was der Leser?

Vorgestern habe ich das Lektorat meines historischen (Kriminal-) Romans beendet. Und ich muss sagen: Es hat der Geschichte noch einmal den richtigen Drive und Hinweise auf tiefere Zusammenhänge gegeben. Das betrifft den gesamten Roman bzw. den Handlungsablauf von der ersten bis zur letzten Szene. Zum Ablauf hatte mir mein Testleser schon richtig gute Ideen beigesteuert. Jetzt kann ich den gesamten Roman unter diesen Aspekten noch einmal überarbeiten, korrektorieren lassen und dann veröffentlichen ...eine sehr verlockende Aufgabe! Die insgesamt acht Lektoren, die ich bisher hatte, haben aus meinen Büchern jeweils das Beste herausgeholt, was zu holen war, jede(r) auf seine Weise. Dieses letzte Lektorat war eigentlich das intensivste, weil sich die Lektorin in die ganze Geschichte hineingefühlt hat und sich davon inspirieren ließ.

Gestern, nach (Schreib -) Feierabend, fand ich einen Artikel von Nina George im Blog der Bücherfrauen (3.3.15): Ich liebe meinen Verleger, aber brauche ich ihn noch, auf den auch einige mir liebe und wohlbekannte Autoren geantwortet haben. Es ging um das Verhältnis des Autors zum Verleger und zur eigenen Veröffentlichungstätigkeit. Dabei wurden, auch in den Kommentaren, alle wesentlichen Aspekte herausgearbeitet, die auch mich gerade brennend interessieren. Es gibt noch einen weiteren Artikel bei den Bücherfrauen, der ebenfalls zukunftsweisend ist: Das Buch der Zukunft-Perspektiven auf der Social Media Week Hamburg. 
Ich zitiere daraus mal die zentralen Thesen:(Quelle: Bücherfrauen)
  • Der Content wird stark von Nutzer-Feedback geprägt sein.
  • Das Buch der Zukunft wird nicht zuerst in Printform publiziert.
  • Es wird neue Literaturformen geben und „Nischenliteratur“ rückt stärker in den Marktfokus.
  • „Hochliteratur“ wird teurer, hochwertiger und exklusiver.
  • Die Grenzen zwischen Buch und Software werden stärker verschwimmen.
     .   Das Buch der Zukunft wird im Browser gelesen.
  • Die digitale Form des Lesens, Kommentierens und Verlinkens wird dem Charakter des Buches als Teil eines kommunikativen Austauschprozesses gerechter als das isolierte Lesen einer Printpublikation.
  • Soziale Empfehlungen sind für den Leser relevanter als Bestsellerlisten.
  • Das Buch der Zukunft wird sich in vielen Dimensionen verändern (Textform, Autorschaft, Verbreitung etc.), so dass es sich dem Paid Content immer weiter annähert.
  • Das Buch der Zukunft wird weiterhin die Ordnungsleistungen des herkömmlichen Buchs erfüllen.
Dabei sehe ich zunächst mal eine Demokratisierung des Bücherschreibens, des Herstellens, der Vermarktung und des Lesens dieser Bücher. Insbesondere die Wahlmöglichkeit der Leser und Autoren ist nachgerade revolutionär. Wir müssen nicht mehr vor der Bestsellerliste im Buchhandel stehen und das wählen, was sich gerade am besten verkauft. Leser kaufen das, was ihnen am meisten zusagt und schaffen sich so ihre eigenen Bestsellerlisten. Der Leser bestimmt, was auch in Zukunft gelesen wird, nicht mehr die Torhüter in den Verlagen und in den Feuilletons. Und eigentlich bestimmt es der Autor, denn er hat die Bücher ja geschrieben. Besonders wichtig finde ich den Aspekt, dass Nischenthemen jetzt eher eine Chance bekommen, während sie bisher durch alle Raster fielen (nicht marktfähig!) und fortan in irgendwelchen Schubladen verstaubten. Die Möglichkeit, dass Leser den Fortgang von Geschichten mitbestimmen, erscheint mir gar nicht so neu. Ich war selbst einmal fünf Jahre in einer Schreibwerkstatt, in der gegenseitig an der Entwicklung als Autor und an den Geschichten gefeilt wurde. Aus dieser Werkstatt sind einige heute bekannte Autoren und sogar eine Ebook-Queen hervorgegangen. Auch dort wurde zwischendurch mal über etwas anderes geredet. Für den Entstehungsprozess eine Buches finde ich das auch nach wie vor sehr förderlich und inspirierend. War es eine Vorwegnahme der heutigen Situation, in einer zeit, als unser Marcel Reich-Ranitzki noch stirnrunzelnd verkündete: Internet-Autoren, meine Damen und Herren, sind eine Spezies, die wir nicht ernst nehmen müssen. Nie war ich motivierter und enthusiastischer als in den Zeiten des Feedbacks, sei es mit Testlesern oder Lektoren. Wobei das Lektorat Auge in Auge für mich das Qualitätsmerkmal bleibt. Und das Korrektorat. Leider springen mir beim Anlesen von Ebooks, die mich interessieren, gleich auf der ersten Seite Fehler an, die beim Lesen stören. Die kaufe ich nicht. Bisher habe ich nur einige Ebooks vor allem von Autorenkollegen gekauft, deren Qualität mir von vornherein bekannt war. Das abendliche Lesevergnügen findet weiterhin mit Printbüchern statt.

Wenn mich heute ein Neuautor fragen würde, was ich ihm als Einstieg raten würde, Agentur, Verlag oder Self Publishing, würde ich wahrscheinlich sagen:
Mach das, womit du dich am meisten identifizieren kannst. Das sagen wir uns auch als Kollegen in unserer täglichen therapeutischen Arbeit. Und mach es, mit allem Drum und Dran, auf die bestmögliche Weise, die du zu leisten vermagst. Dann kann sich am Ende ein jeder sagen, dass er die Leser bekommt, die er verdient hat.

Heute schon gezweifelt?

Mittwoch, 11. Februar 2015

Das Verkaufsexposé und die Ebookleser

Seit dem letzten Eintrag habe ich Schwerstarbeit geleistet, so scheint es mir, vielleicht bin ich aber auch nur vom Wetterwechsel so müde. Ich habe nicht gewusst, dass es eine derartige Wissenschaft für sich ist, ein Verkaufsexposé zu schreiben. In meinen bisherigen Verlagen ging es da immer recht gemütlich zu, das muss ich sagen. Dem ersten Verleger schrieb ich ein paar Sätze, die ihn schon völlig davon überzeugten, dass er das Buch nehmen würde, beim zweiten lief es ähnlich. Dann gings zum Agenten, der mich dann sieben Jahre lang vertrat. Auch hier genügte eine kürzere Inhaltsbeschreibung und eine Leseprobe, die ihn grundsätzlich davon überzeugten, dass da ein Potenzial wäre. Und später genügten halbseitige Beschreibungen mit Cliffhanger für den Lektor, der immer erst kurz vor dem Lektorat das Langexposé mit Auflösung bekam. Jetzt habe ich ein bis zwei Wochen intensiv an einem Verkaufsexposé gearbeitet. Und diesmal scheint es auch ziemlich professionell zu sein. Ca. zwei Normseiten, mit allem Drum und Dran. Wertvolle Hinweise dazu erhielt ich bei der Autorin und Lektorin Anni Bürkl: Was in ein Exposé gehört und was nicht. Gut sind auch die Tipps auf der Webseite der Agentur Thomas Schlück. Dort habe ich mich heute nicht beworben, sondern bei zwei anderen, zwei von den vielen, die ich ganz genau geprüft habe - mitsamt den Autoren, die dort vertreten sind und ihren Büchern.

Wer meine Entwicklung bis hierher verfolgt hat, wird sich jetzt fragen: Steht denn die Entscheidung zwischen Verlagsautor und Self Publisher immer noch an? Jein, würde ich antworten. Was ich bei einem Rundumgucker bei Buchreport usw. gesehen habe, zeigt mir, dass ich mit SP weiterhin die unschätzbaren Vorteile der Cover- und Klappentextgestaltung habe und mehr verdiene als mit Verlagsbüchern. Was beiden Veröffentlichungsformen gleich ist, wäre die Notwendigkeit der Sichtbarkeit und die Schnelligkeit, mit der man neue Bücher produzieren muss. Dazu habe ich einmal die andere Sicht gesehen, nämlich die der Ebookleser. Was halten die eigentlich von den Self Publishern?
  • Selbst ist der Autor 
  • 29% sagen, dass der Buchmarkt durch Selfpublishing größer und vielfältiger wird
  • 25% der Befragten stimmt der Aussage zu, dass es durch Eigenpublikationen der Autoren mehr Bücher gibt, die ihrem persönlichen Geschmack entsprechen
  • 31% finden gut, dass die Texte preiswerter sind als andere Publikationen
  • 22% sind der Ansicht, dass die Beziehung zwischen Lesern und Autoren von Selfpublishing-Texten intensiver ist
  • Auf der anderen Seite vermissen 24% die Qualitätskontrolle der Verlage
  • 15% sind der Meinung, dass durch Selfpublishing zu viele schlechte Bücher auf den Markt kommen. 
Die Verlage sollten mit Self Publishern zusammenarbeiten statt über Monopolisten zu jammern, meint die Erfolgautorin Virginia Fox. Es geschieht jetzt auch immer häufiger, dass Verlage erfolgreiche Self Publisher einkaufen. Nur am Rande: Damit wären wir wieder beim Bestseller-Prinzip. Nur, wer möglichst viel verkauft, hat eine Chance, alle anderen werden abgestraft. Auf der anderen Seite entdecken die Verlage auf diese Weise Talente, die sie vorher abgelehnt haben. Es ist nicht einfach, diesen Spagat auszuhalten. Wenn ich innerhalb der nächsten zwei Wochen erfahren sollte, dass meine beiden letzten Bücher nicht marktfähig wären, gehe ich ins Self Publishing, wohin sonst. *zwinker*



    Samstag, 20. Dezember 2014

    Verlage versus Self Publishing

    Angeregt durch die Diskussion im vorigen Beitrag und durch das Interview mit Carla Berling möchte ich mich noch  einmal mit meinen Verlags- und meinen Selfpublishererfahrungen beschäftigen. Dazu unterteile ich das, was mir persönlich wichtig ist, in einzelne Kategorien. Es handelt sich um vier verlegte Bücher in regionalen Kleinverlagen, um vier Printausgaben in einem überregionalen, größeren Verlag sowie um zwei selbst bei Amazon verlegte Kleinverlagsbücher. Dazu kommen noch fünf Verlags-Ebooks für einen Preis von durchschnittlich 6,99-7,99 Euro. Die laufen insgesamt schlechter als mein eigenes, nur bei Thalia haben sie manchmal ganz gute Rankings.

    1. Sichtbarkeit
    Die gedruckten Kleinverlagsbücher waren, wenn, dann nur in regionalen Buchhandlungen sichtbar. Die vier im größeren Verlag erschienenen Romane dagegen bundesweit mit einer "Laufzeit" zwischen zwei und neun Monaten. Das erste selbstverlegte war durch eine Verschenkaktion sichtbar und wurde massenhaft runtergeladen, danach verschwand es in der Versenkung. Das zweite selbstverlegte war ein halbes Jahr lang gut sichtbar und lässt jetzt allmählich nach. (wahrscheinlich würde eine Rabattaktion es wieder nach oben spülen).Beziehungsweise sei das vor Weihnachten normal, wie ich gerade erfuhr. Die meisten E-Book-Verkäufe gebe es am 26. Dezember.

    2.  Kommunikation
    Die Kommunikation war bei den Kleinverlagen unterschiedlich. Bei allen dreien gab es persönliche Kontakte, viele Träume, was man alles an Marketingaktionen starten könnte, die aber alle im Sande verliefen. Die Autorenpflege war bei zumindest zweien gut (s.u.). Bei einem dieser Verlage war die Kommunikation extrem schwierig. Die Kontakte zum größeren Verlag beschränkten sich auf den Agenten und einen Lektor, wobei der Agent die Autorenpflege übernahm. Im Selfpublishing ging und geht die Kommunikation reibungslos und schnell über den Support.

    3. Marketing
    Alle drei Kleinverlage haben einiges fürs Marketing getan: Anzeigen, Zeitungsartikel, Rezensionsexemplare. Der große Verlag hat seine Vertreter in die Buchhandlungen geschickt, und die ersten beiden Bücher genossen Aktionen wie "Buch des Monats bei Karstadt" oder einen "Weihnachtssondertisch" bei Thalia. Beim Self Publishing habe ich für das Buch, das nicht gut lief, wesentlich mehr getan als für das, welches in meinen Augen gut gelaufen ist. Das heißt, gezielte Drumherumwerbung auf verschiedenen Plattformen brachte höchstens was für den Aufbau der Marke, dagegen eine einmalige Rabattaktion beim zweiten ein halbes Jahr oder mehr Sichtbarkeit und Verkäufe.

    4. Wartezeiten
    Die waren bei den Kleinverlagen nicht lang. Hatte sie schnell gefunden, die Bücher kamen einige Monate nach Beendigung der Romane heraus. (Mit Ausnahme des ersten, da der Dichtergeburtstag erst zwei Jahre später war). Beim Großverlag dauerte die Vermittlung durch den Agenten sieben Monate, bis das erste Buch veröffentlicht war, vergingen dann mindestens ein bis eineinhalb Jahre. Das Selbstverlegen lag im Schnitt vielleicht bei 2 1/2 Monaten. Ein sechswöchiges Lektorat dazugerechnet wären ca. 4 Monate. Und dann kann man sofort veröffentlichen.

    5. Abrechnungen
    Die Kleinverlage haben pünktlich und sauber abgerechnet, immer im Frühjahr. Es waren immer dreistellige Zahlen. Beim größeren Verlag gab es Vorschüsse in vierstelliger Höhe, jedoch kamen die Abrechnungen mit den Jahren immer später, zuletzt erst im Juni statt Ende März. Begründung: Der Vorschuss, der Buch für Buch neu verrechnet wird, war noch nicht eingespielt. Man kann sich also kein Buch erlauben, das weniger gut geht als die anderen. Bei Amazon kann man sich auf die pünktliche Zahlung verlassen. In dem halben Jahr habe ich etwa das Gleiche verdient wie mit den Kleinverlagsbüchern insgesamt. Wenn man die Agenturprovision abzieht und berücksichtigt, dass der Vorschuss auf zwei Jahre verteilt ausgezahlt wird, habe ich in dem halben Jahr so viel verdient wie mit dem Großverlagsbuch im Jahr. Dabei hatte sich mein Debütroman bei Aufbau, "Die Nonne und die Hure" innerhalb von zwei Wochen 6000 Mal verkauft, in der zweiten Auflage noch einmal 5000 Mal.

    6. Inhalt, Cover, Klappentext
    Den Inhalt der Kleinverlagsbücher habe ich selber bestimmt, das Cover habe ich in einem Fall selbst ausgesucht, in den anderen beiden Fällen wurden sie mir vorgelegt. Der Inhalt der Großverlagsbücher war nicht ganz frei, Happy End erwünscht und so, die Cover sah ich zunächst erst dann, wenn sie bei Amazon erschienen. Später wurden sie mir zumindest in aller Eile vorgelegt. Die Selbstverlegten trugen natürlich ganz meine eigene Handschrift, ebenso die Klappentexte. Nun ja, alle Verlage haben sie selber gemacht und mir teilweise kurz vorgelegt.

    7. Lektorat
    Dauerte bei den Kleinverlagen vier Wochen bis drei Monate, beim Größeren 2 1/2 Wochen bis ein Wochenende. Allerdings wurden die Texte mit der Zeit auch immer "druckreifer". Was ich bei den Kleinen gelernt hatte, zahlte sich also später  aus. Auf jeden Fall waren die ersten Lektorate sehr viel intensiver -und im persönlichen Kontakt kam viel mehr Wertschätzung rüber.

    Fazit: Die Sichtbarkeit ist bei Verlagbüchern wie bei selbst verlegten Büchern vorübergehend, kann aber bei Letzteren leichter wieder hergestellt werden. Die Kommunikation ist ingesamt beim Selbstpublizieren besser. Man hat da auch nie das Gefühl, Autor zweiter Klasse zu sein, wenn ein Buch nicht so erfolgreich ist. Das Marketing ist für mich beim Selbstpublizieren leichter. Wartezeiten, für mich besonders heikel, verkürzen sich beim SP drastisch. Die Abrechnungen kamen von Amazon und den Kleinverlagen pünktlich, allerdings von Amazon monatlich rückwirkend statt einmal im Jahr. Und man kann täglich seine Verkäufe und Ausleihen einsehen. Durch Kindle Unlimited verdient Carla Berling mehr als mit den Prozenten, die sie bei Kleinverlagen bekommen hat, wie sie in einem Interview sagt. Über Cover, Inhalt und Klappentext braucht man nicht mehr zu reden. Also spricht, wenn man nicht ein alteingesessener Erfolgsautor im Großverlag ist, eigentlich alles für Self Publishing.

    Dienstag, 15. April 2014

    Wie man todsicher nicht reich und berühmt wird!

    Vor ein paar Tagen habe ich im Autorenforum Montsegur im öffentlichen Bereich
    einen Link kommentiert: Über Pseudoverlage und halbseidene Literaturagenten.
    Und dabei erfahren, dass es sogar Pseudo-Rezensionsplattformen gibt, für die man 178,- Euro berappen muss. Dabei will mir scheinen, dass die Öffentlichkeitsarbeit und alle Aufklärung über diese Pseudoverlage wirkungslos verpufft ist. Es gab sogar einmal eine Spiegel-Kampagne: Bezahl-Verlage: die schönsten Seiten des Schwachsinns.  

    Fazit: es ist nicht allgemein bekannt, dass diese Verlage mit falschen Versprechungen locken und den Autoren, die einmal im Leben ihr eigenes Buch in den Händen halten wollen, eine Menge Geld aus der Tasche ziehen. In dem ersten Bericht gipfelt das zum Schluss darin, dass der Betreffende ein Flugzeug chartert, das mit einem Banner seines Buchtitels über die Städte fliegt. Hätte er das nicht gemacht, wäre er jetzt leicht im Plus. Wie oft erntete ich ungläubiges Erstaunen, wenn meine Gesprächspartner erfuhren, dass man für eine professionelle Veröffentlichung nichts zahlen muss! Und ich selbst habe ja auch mal vor langen Jahren so ein Angebot bekommen, das ich gleich ausschlug, weil ich mir nicht "umsonst" die Mühe gemacht haben wollte. Es sind aber vor allem diejenigen, die genügend Absagen von Verlagen erhalten haben, die dann alles daran setzen, doch noch zu ihrem Ziel zu kommen. Und das wäre ja auch nicht verkehrt, wenn nicht so viele falsche Versprechungen dazukommen würden. Warum soll sich jemand nicht die Erfüllung eines Traumes kaufen?

    Bei der Arbeit an meinem E-Book, das aus einem schon veröffentlichten Buch hervorgeht, merke ich, wieviel Arbeit die Verlage tatsächlich in so ein Ding stecken. Da kann man locker schon mal auf 10 000 Euro kommen, was Lektorat, Korrektorat (bei Xinxii würde mich das zum Beispiel allein 900 Euro kosten , das Lektorat bei einem versierten Lektor um die 3000). Kommen noch Cover und Plätze in der Buchhandlung dazu und sonstige Werbemaßnahmen, sind wir schon bei dieser Summe. Meine beiden letzten Verlags-E-Boks waren innerhalb von ca. 3 Wochen erstellt, ich brauche etwas länger, wie man sieht.

    Jetzt könnte mich jemand, der dringend veröffentlichen will, ja fragen: Und was ist bei dir herausgekommen? Was hast du denn mit deinen Verlagsbüchern und deinem ersten E-Book erreicht? Bingo: Ich habe keinen Cent investieren müssen. Ich habe geschrieben und damit Geld verdient, das ich zwar bis auf den letzten Penny versteuern muss, aber es ist trotzdem mein selbst verdientes Geld. In den letzten zehn, zwölf Jahren war das eine Menge Arbeit, und allmählich konnte ich damit eine Marke aufbauen. Das ist etwas, das mir bleibt und das ich auch als  Rentnerin noch betreiben kann. Deshalb rate ich zum wiederholten Mal allen Autoren, die veröffentlichen wollen, den traditionellen Weg über einen seriösen Verlag zu wählen oder es möglichst professionell mit Self Publishing zu versuchen. Bei Letzterem muss man zuerst investieren, Zeit und Geld, dafür fallen die endlosen Wartezeiten weg, und man hat die Möglichkeit, ein Vielfaches von dem zu verdienen, was bei einem Verlag anfällt. Ganz persönlich: Wenn mein Schwarzwaldkrimi, der immer noch auf eine Entscheidung meines Verlags wartet, nicht angenommen wird, werde ich ihn bei einem renommierten Regionalkrimiverlag anbieten, bevor ich mir dann überlege, ihn selbst zu publizieren. Ich bin todsicher nicht reich und berühmt geworden, kann aber auf eine höchst kreative Phase des Schaffens zurückblicken, die mir eine Menge, nicht aber einen leeren Geldbeutel gebracht hat. Und darauf kann ich auch in Zukunft bauen.

    Sonntag, 23. März 2014

    Ein teuflisches Spiel-mit Cover und Titel


    Bis heute habe ich neun Bücher veröffentlicht, einschließlich einer Anthologie und eines Kalenders. Und bisher durfte ich, was die Titel betraf, eigentlich auch immer mitreden. Die Cover wurden mir zumindest von den kleineren Verlagen vorgelegt, bei den ersten zwei habe ich sie sogar selber ausgesucht. Die vier Cover des größeren Verlages hätte ich nicht genommen, wenn ich die Wahl gehabt hätte. Erst kürzlich wurde öffentlich bekannt, dass sie nach rein markttechnischen Gesichtspunkten ausgewählt wurden. Schon bevor  mein erstes Buch herauskam, hatte ich mit leisem Schaudern diese grün- und rotgekleideten Frauen mit den abgeschnittenen Köpfen auf den Stapeln liegen sehen, die einen Wiedererkennungswert für LeserInnen und Buchhändler garantieren sollten. Man mag darüber denken, was man will und hat auch Verständnis dafür, wenn ein Verlag kein Risiko eingehen möchte. Aber eins ist klar: Diese Cover hatten mit dem Inhalt des Buches und mit der jeweiligen dort dagestellten Frau nichts zu tun! Besonders krass war das bei der "Hure und der Mönch". Der Titel war von mir, das Cover war etwas lasziv und entsprach nicht dem Inhalt, der alles andere als pornografisch ist. Es führte sogar dazu, dass die katholische Kirsche wegen "solcher Bücher" ihr Imperium Weltbild verkaufen wollte. Schließlich sollte niemand sagen können, dass sie damit Geld verdiene, gegen das sie am Sonntag von der Kanzel wettere. Ja, verkaufsfördernd war das ungeheuer! Inzwischen ist Weltbild bekanntlich in die Insolvenz gegangen, aber nicht wegen der "erotischen Literatur", sondern wegen eines falschen Managements. Das zeigt dieser neue Artikel in der Augsburger Allgemeinen. Und letztendlich profitieren die mehr als 600 entlassenen Mitarbeiter vom starken Arm der Kirche, denn keiner von ihnen muss in die Arbeitslosigleit gehen wie seinerzeit etwa die Schlecker- Frauen. Die Klappentexte meiner Bücher waren eigentlich immer in Ordnung, nur betonten sie manchmal zu sehr, dass es eine Liebesgeschichte sei. Natürlich gibt es meist auch eine Liebesgeschichte, aber ich schreibe keine reinen Liebesromane und werde es auch niemals tun.

    Dass es nicht einfach ist, ein Cover zu finden, das den Kern eines Romans trifft und keine Mogelpackung ist, habe ich gestern und heute gemerkt, als ich in Wikimedia Commons nach gemeinfreien Bildern zu bestimmten Stichworten gesucht habe. Aber ich bin - zunächst einmal-fündig geworden. Diese Bilder entsprechen sehr stark dem Inhalt des Romans. Als Distributor könnte ich mir Xinxii vorstellen, die konvertieren es auf Wunsch in alle möglichen Shops. Dort habe ich auch eine historische Autorenkollegin entdeckt, bei der ich anfragen könnte. Sich allein dem Riesen Amazon auszuliefern ist wohl nicht mehr so angesagt. Neobooks habe ich schon geprüft, da scheint die Bindung an das Forum sehr zeitraubend zu sein. Die lektorierte Fassung liegt mir vor. Leider ist die Endfassung auf Diskette gespeichert, so dass ich mir wohl noch ein externes Diskettenlaufwerk kaufen muss. Konnte ich denn im August 2011 ahnen, dass ich den Roman einmal selbst herausbringen würde? Hier noch einmal zum Vergleich das urprüngliche Verlagscover und der Titel. Frage an meine Blogleser: Welches Cover, welcher Titel könnte am ansprechendsten sein?

    Klappentext (von mir):
    Als die Blitze eines Unwetters die elterliche Burg treffen und alle Bewohner töten, beginnt ein schweres Leben für die Tochter einer verarmten Ritterfamilie. Julia überlebt mit viel Glück und kommt bei einer Tante in der Stadt unter. Um die junge Frau entspinnt sich ein Gewirr von Intrigen, und nur durch die Hilfe einer Novizin entkommt sie einem Giftmord. Was treibt die ungeliebte Tante und die Äbtissin des Klosters zu ihrem teuflischen Spiel? Zusammen mit dem Stadtschreiber Wolfram sucht Julia nach der Lösung des Rätsels. Die beiden finden schließlich eine Spur, die sie zu einem Bischof in Rottenburg führt. Der spannende Roman spielt im späten Mittelalter zwischen Sulz am Neckar, Rottenburg, Tübingen und Staufen.

    Edit: Es wäre für mich auch kein Problem, mir kostenpflichtige Angebote einzuholen.
      

    Dienstag, 18. Februar 2014

    Was kostet mich mein Buch?

    Ab und zu schaue ich noch bei Facebook rein und machte heute eine weniger gute Entdeckung. Es ist ein Gastbeitrag, den der Rechtswissenschaftler und Autor Thomas Elbel im Blog von Lars Sobiraj geschrieben hat. Von einem, der auszog, ganz allein ein Buch zu veröffentlichen. Ich war doch ziemlich perplex, welche Kosten auf einen Autor zukommen, der sein Buch selbst veröffentlicht und dabei die Dienste auslagern muss - und wie lange es dauert, bis diese Kosten wieder reingespielt sind! Die mehr als 300 Kommentare dazu konnte ich noch nicht lesen, konnte aber aus den Reaktionen bei FB ersehen, dass es da vor Ignoranz und Beschimpfungen nur so hagelt. In einem Kommentar wurde zum Beispiel geschrieben, die Autoren sollten doch mit etwas anderem Geld verdienen wollen als mit ihren Büchern. Ich kann da wenig Fundiertes beitragen, aber das hat Thomas Elbel mit seinem Bericht ja schon getan. Ein Blick auf eine der neuesten Piratenplattformen hat gezeigt, dass meine beiden Verlags-E-Books, die am 13. Februar dieses Jahres erschienen sind, dort ebenfalls schon angepriesen werden, und zwar für 10 Cent das Stück.

    Was könnte ein Autor, der über einige Erfahrung verfügt, Neuautoren in dieser Situation raten? Schmeißt eure Bücher auf den Markt, ohne alle Korrekturen, denn alles andere hat ja eh keinen Wert und wird abgefischt? Schreibt nur Sachen, die sich eh nicht verkaufen, weil sie ein Nischenthema bedienen und somit auch für die Plattformen nicht interessant sind? Arbeitet euch bei den Verlagen hoch und veröffentlicht dann die Bücher, deren Rechte ihr zurückbekommen habt? Schreibt ruhig, aber hütet euch vorm Veröffentlichen, denn es gibt ja nicht nur Piraten, die Bücher klauen, sondern auch die Verlage fahren die Produktion zurück und geben Neuautoren kaum noch eine Chance? Für ein Buch tausende von Euro zu bezahlen und es dann auf Umsonst - und 0,1-0,10 Euro-Plattformen zu sehen ist auch nicht lukrativer als bei einem DKZV zu veröffentlichen. Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, was ich mir selber oder anderen raten würde. Eines weiß ich gewiss: Sollte ich meinen Krimi und weitere Bücher veröffentlichen, werden sie davon betroffen sein. Und sind sie nicht davon betroffen, werden sie nicht "marktfähig" sein, eine Tatsache, die auch Verlage davon abhalten wird, sie zu veröffentlichen. Ein Teufelskreis. Vielleicht sollte ich die Probe aufs Exempel machen und jeweils ein Buch mit Kurzgeschichten, eines mit Wanderungen in Baden-Württemberg und das Buch "Orte zum Reinschmecken" selbst veröffentlichen. Da hätte ich wenigstens die Gewissheit, dass sie nicht geklaut werden, wenn sie schon keiner kauft.

    Dienstag, 4. Februar 2014

    Self Publishing - eine Erfolgsgeschichte

    In der Selfpublisherbibel von Matthias Matting erschien am vergangenen Freitag die Geschichte von Siegfried Langer, einem Verlagsautor, dem irgendwann beim Warten auf Verlagsentscheidungen der Kragen platzte -sein nächstes Buch publizierte er selbst. Und die Rechnung ging auf! ...vom Verlagsautor zum Self Publisher. Ich weiß noch sehr gut, wie wir zusammen in einer Exposé-Arbeitsgruppe unsere Werke bearbeiteten (Bei mir war es "Die Pilgerin von Montserrat", die demnächst vom Verlag her als E-Book erscheint). Seitdem sah ich immer wieder mit Freude, wie er vorankam. Entscheidend ist wohl sicher die Menge und Qualität seiner Kontakte, die ihm jetzt auch bei dem selbst publizierten E-Book "Leide!" zugute kamen. Es geht also nicht ohne weitreichenden Einsatz.

    Allerdings glaube ich, dass es auch auf das vielzitierte Genre ankommt, denn bei meinem eigenen E-Book hatte ich ebenfalls lange Zeit eine große Zahl von Unterstützern. Und doch ist es sehr schnell untergegangen. Einfach, weil so eine kleine Dichterbiografie nur selten eine Massensogwirkung entfalten kann. Oder nur, wenn es das umsonst gibt - wie schon berichtet, wurde es im September 2012 innerhalb zweier Tage 3250 mal runtergeladen und stand auf Platz 2 der Umsonst-E-Books. Nach diesen Erfahrungen bin ich natürlich vorsichtig geworden. Mit meinen zwei, drei Händen voll Kontakten würde ich niemals ein neues E-Book auf den Markt werfen. In meinem Job arbeiten wir im Team, aber wir treffen uns, wenn's hochkommt, höchstens einmal wöchentlich. Ansonsten sind wir Einzelkämpfer, werden aber gut betreut und beraten. Beim Schreiben bin ich naturgemäß ebenfalls Einzelkämpfer, wurde aber von Anfang an -mit Ausnahmen - ebenfalls gut begleitet und beraten. Was ich damit sagen will: Ich bin durch und durch kein Mensch der Masse, war es noch nie. Deshalb kann ich auch nicht für die Massen schreiben. Und ich lese nicht so gerne, was für die Massen geschrieben wurde. Höchstens das, was für das Individuum geschrieben wurde und später Massen begeisterte.

    Mir ist übrigens heute in einer ruhigen Stunde noch ein anderes Interview ins Auge gefallen, das zeigt, wie sich alles, was in der letzten Zeit Autoren und Leser bewegte, miteinander vermischen kann. Da hat jemand sein erstes Buch den Piraten gegeben, wurde bekannt, lernte von ihnen, selber E-Books zu machen und erfreut sich mit seinen Büchern jetzt großer Beliebtheit. Viel Neues gibt es ansonsten nicht an Berichten und Interviews. Auf jeden Fall scheint sich gerade eine ganze Industrie von Dienstleistungsunternehmen um den SP-Bereich herum aufzubauen. Gestern Abend habe ich mal ausführlich einen von ihnen untersucht: Die leselupe.de. Ich kannte den Namen von einer Buchbloggerin, die sich meinen letzten Titel vom Verlag geholt und eine sehr schöne Rezension geschrieben hat. Dieses Forum bietet eine Reihe von Lektoren, die sich dort mit ihren Schwerpunkten vorstellen und genau sagen, ob sie Kapazitäten haben oder nicht, welche Vorlieben und wieviele Seiten sie ehrenamtlich bearbeiten können. Es gibt sogar eine semiprofessionelle Literaturagentur und natürlich jede Menge Unterforen, an denen man sich beteiligen kann. Man muss aber überall genau hinschauen: Für 99 Euro kann man sein eigenes Buch mitsamt marginaler PR, Lektorat usw. haben. Das rückt doch schon wieder in die Nähe der Dienstleistungsanbieter, möchte man meinen. Aber wirklich umsonst bekommt man es wirklich nirgends!

    Samstag, 25. Januar 2014

    Warum selbst renommierte Autoren selber publizieren

    Noch etwas zum Thema Veröffentlichen und Self Publishing, gerade bei Buchreport vom Dezember 2013 gefunden. Der Autor Fred Breinersdorfer, seit mehr als dreißig Jahren erfolgreicher Krimi- und Politthriller-Autor, hat sich entschlossen, seinen neuesten Roman berlin.classified selbst als E-Book bei epubli zu produzieren. Was sind die Gründe, wenn sich jemand doch über Jahrzehnte kontinuierlich einen Namen gemacht hat? (Ich kenne ihn aus unserer Studentenzeit übrigens noch persönlich, von so mancher Party, und habe einige seiner Bücher gelesen.) Einmal, so zeigt das Interview bei Buchreport, wurde sein neues serielles Experiment von den großen Buchverlagen abgelehnt. Breinersdorfer meint auch, dass die Verlage darauf schauen, möglichst viele Bestseller hinzukriegen. Auf der anderen Seite, oder eigentlich passend dazu, trauen sich die meisten nicht an Experimente, sondern setzen auf die guten alten Genres. Schade eigentlich.

    Dabei fiel mir ein anderer Schriftsteller ein, den ich vor langer Zeit persönlich kannte (umgekehrt erinnern sich diese Autoren natürlich nicht an mich, weil ich nicht berühmt georden bin!:-) Thomas Hürlimann, der Schweizer, hat seit fünf Jahren nichts mehr veröffentlicht, so weit ich bei Amazon sehen kann. Und es gibt auch keine E-Books seiner Werke. Und jetzt zaubere ich noch einen dritten aus dem Hut: Felix Huby, ebenfalls langjährig erfolgreicher Autor von Krimis und Schöpfer des Tatortkommissars Bienzle. Der geht so eine Art Mischweg, veröffentlicht bei Fischer, der auch die E-Books herstellt, aber es sind bisher nur zwei.

    Nun könnte ich eine wilde Milchmädchenrechnung aufmachen. Und Vorsicht, in Mathe und Rechnen war ich nie besonders gut, man darf das also gerne korrigieren. Huby verkauft sein E-Book für 14.99, je nach Prozenten verdient er daran vielleicht 4,30 Euro pro Buch. Hürlimann kann ich nicht beurteilen, denn ich weiß nicht, was bekannte Literaten pro Buch bekommen und wie viel davon verkauft wird. Ein Buch von, sagen wir mal, 260 Seiten bei Epubli zu veröffentlichen kostet, oh Schreck, etwa 2500,-Euro. Ich nehme an, diese Summe zahlt man für das Lektorat. Jedes Buch der Serie kostet 2,99 als Kindle. Wenn er 1000 Bücher verkauft, bekommt er 2030 Euro, kommt also nicht voll auf seine Kosten. Was verdient nun der Durchschnitts-Verlagsautor mit seinen Büchern? Er bekommt einen Vorschuss, der erst wieder eingespielt werden muss. Von den 5 oder 6% weiterer Verkäufe sieht er dann oft nichts, weil sich alle Bücher blendend verkaufen müssten, um in die schwarzen Zahlen zu kommen. Am Verlags-E-Book verdient unser fiktiver Autor vielleicht 2 Euro, wenn es 7.99 kostet, also 2000 Euro bei 1000 Verkäufen. Bei dem Preis ist aber fraglich, ob es jemals zu 1000 Verkäufen kommt. Allerdings kenne ich vereinzelte Autoren, die auf 25 000 Verlagsebooks zu 7.99 bzw. 400 000 selbst publizierte E-Books kamen. Nehmen wir einmal an, ein Autor, der selbst ein E-Book produzieren möchte, bekäme im Tausch mit anderen Dienstleistungen ein kostenloses Lektorat. Ich glaube fast, der wäre am Besten dran. Denn wenn er 1000 Bücher für 2,99 verkauft, verdient er 70%, und das wären 2030,- Euro. Aber welcher Lektor lektoriert schon umsonst, und was könnte er dafür bekommen, das ihm nützen würde?

    Geld ist nicht alles, wird nun jeder sagen. Bekommen all diese Autoren, unabhängig davon, wie sie es bewerkstelligen, denn auch Anerkennung für das, was sie geschaffen haben? Die Literaten werden in den Zeitungen besprochen und kommen ins Fernsehen. Die anderen nur dann, wenn sie Bestsellerautoren sind oder Preise gewonnen haben. Die große Masse freut sich über Rezensionen und mittlere Verkäufe. Es ist nicht leicht, heute Autor zu sein. Aber hatten unsere altvorderen Kollegen nicht auch die Qual der Wahl? Haben sie nicht auch Self Publishing gemacht, um ihr Werk überhaupt erst mal gedruckt zu sehen?

    Donnerstag, 2. Mai 2013

    Self Publishing ist keine Alternative


    In den letzten Tagen hat mich ein Beitrag von Tom Liehr im Literaturcafé beschäftigt und mir mitsamt den Kommentaren Denk- und Entscheidungshilfen gegeben: Selbst-Publishing ist keine Alternative und kein Allheilmittel. Für mich persönlich kann ich folgendes Fazit abgeben: Unabhängig davon, ob ein Autor bei einem Verlag oder selbst publiziert, wirklich Geld kann er damit nicht verdienen. Es sei denn, er schreibt mehrere Bestseller oder haut jedes Jahr mehrere erfolgreiche Bücher raus. Ich streite immer noch mit dem Finanzamt um die großartigen Einnahmen, die ich nicht gehabt habe, und auch die 0,00-Abrechnung vom Verlag ist immer noch nicht da. Es gibt also keinen Grund, uns Autoren zu beneiden. In einem Piratenblog habe ich gesehen, dass über Verlagsabsagen gestöhnt wird und darüber, dass die Verlagsautoren auf andere Autoren herabsähen, die es zu keinem Verlag geschafft haben. Aber auch sie "piratisieren" keine Indie-Autoren. Wie kommt das? Gönnen sie den Indie-Autoren ihren Verdienst und wollen nur die Verlagsautoren schädigen? Für mich ergibt sich auf jeden Fall, dass Schreiben nur gut ist, wenn man es für sich selber macht.

    Dienstag, 19. März 2013

    Neuer Kontakt mit einem Verlag

    Ach, es ist irgendwie wie beim ersten Mal! Vor ein paar Tagen hatte ich Kontakt mit dem Lektorat eines Verlages aufgenommen und gestern eine Antwort bekommen. Die Lektoratsleiterin hat grundsätzliches Interesse an meinen regional verorteten Krimis und historischen Krimis gezeigt und mir dabei noch Tipps gegeben. Die Palette dieses Verlags sagt mir auch zu. Da gibt es zum Beispiel einen Krimi aus dem Berlin der Weimarer Zeit, mit allen Zutaten wie Grieben usw. Und eine ganze Reihe von historisch interessanten, regional verankerten Büchern. So hätte ich evtl. ein weiteres Standbein, wenn der Genrewechsel beim Publikums- oder einem anderen Verlag nicht klappen sollte.

    Was jetzt wichtig ist:
    Testlesen lassen und weiter überarbeiten.
    Bei meinen Recherchen hat sich das Wissen über die Ereignisse, die meinem Schwarzwaldkrimi zugrundeliegen, noch vertieft.

    Weiterer achtsamer Umgang mit mir selbst und den Kollegen, dazu gehört auch
    achtsamer Umgang mit Social Media.

    Dazu gehört auch weiterhin nein sagen. Nein zu allem, was meine Ressourcen, die ich doch so dringend brauche, unnötig verschleißt.

    Ja zu allem, was mich aufbaut und die Passion des Schreibens (der Arbeit und des Lebens) fördert (in brainstormhafter Reihenfolge):
    -Team-schöne Ausflüge-Zeit zum Schreiben-Kommunikation auf allen Ebenen-Filme-Wanderungen-Bücher-Natur-alles,was blüht-Kultur-Reisen-Sonne-Historie-Geheimnisse und Abgründe-vielelesermeinerbücher.


    Dienstag, 5. März 2013

    Das schönste Lektorat

    Kloster Lorch im Remstal
    Am Freitagabend kam - einigermaßen überraschend - das lektorierte Manuskript von "Die Köchin und der Kardinal" mit der Bitte, es so rasch wie möglich zu überarbeiten, dazu die Klappentexte zu korrigieren und ein Nachwort zu erstellen. Der Text habe gut gefallen, so dass nur wenig anzumerken war. Darüber war ich sehr glücklich - und habe das alles dann auch bis Montag Mittag geschafft, ohne in totale Hektik zu verfallen. Allerdings war ich in der Zeit für andere kaum erreichbar, gerade für einen kleinen Ausflug zum Kloster Lorch hat es gereicht (darüber später etwas in den "Orten zum Reinschmecken"). Bei der Durchsicht und Korrektur dieses Romans habe ich gemerkt, dass dieses Thema bei mir schon seit mehr als zehn Jahren "brannte"-und deshalb ist es wohl auch so rund geworden. Normalerweise dauern Lektorate bei mir immer mindestens 1 1/2 Wochen. Nachdem ich fertig war, schwebte ich den ganzen Abend unter der Decke. Das sind die Momente, die alles Bemühen, alle Zweifel, allen Frust, der schon aufgekommen ist, aufheben und einfach nur leicht machen. Und es ist auch das, was mich weiterhin antreibt. Dabei fällt mir auf, dass wir dieses Mal nur das Kurzexposé verwendet haben.

    Inzwischen habe ich auch mit den Kurzgeschichten und Romanen aufgeräumt, es waren allerdings nur wenige, die ich wirklich weggeschmissen habe. Für manche von ihnen wird noch ihre Zeit kommen, dessen bin ich gewiss. Da gibt es zum Beispiel noch diese Geschichte aus dem Bauernkrieg, spielt in Maulbronn, Herrenberg, Weinsberg und Nürnberg, darin kommen Maler wie Albrecht Dürer und der böse Herzog Ulrich von Württemberg vor. Oder die Geschichte von Eberhard im Barte, dem Kreuzfahrer, dem Vielgeliebten, dessen Motto war: Attempto, ich wag's! Ein unaufgeklärter Todesfall am Rande eines Abgrunds auf der schwäbischen Alb. Dann noch die Hamburg-Südamerika-Geschichte, einst als Thriller geplant. Und die Großmutter, die ihre Familie auf den Pfänder in Bregenz beruft. Sie teilt ihr mit, dass sie sich einen jungen Geliebten genommen hat und mit ihm auf Reisen das Erbe verprasst. Die alte Dame wird bald darauf tot im Schwimmbecken des Altersheims aufgefunden. Ihre Enkelin ermittelt.


    Sonntag, 7. August 2011

    I need to return to reality

    Der Sommer macht gerade Pause, andere machen Pause, und ich habe jetzt auch eine Woche Pause gemacht. Diese Woche war die purste Arbeit, mit Krisen im Job und täglich Stunden am zweiten Teil des Lektorats zum "Vermächtnis des Bischofs".Kaum Zeit, mal zwischendurch wegzugehen oder zu -fahren. Ein einziges Mal erhaschten wir einen Sonnenzipfel - am letzten Wochenende im Hegau und am Randen (siehe unten).
    Die Krisen der Klienten sind vorläufig gemeistert, aber es werden neue kommen. Das Manuskript habe ich heute, mit dem üblichen Glücksgefühl und "so, das wäre geschafft"weggeschickt, es kommt dann noch ein zweiter Durchgang. Aber die nächsten Tage kann ich mich erst mal wieder ein wenig ausruhen. Merkwürdig, irgendwie habe ich das Gefühl, "Die Hure und der Mönch" und noch mehr der Vorgänger, das "Vermächtnis", seien meine bisher mutigsten Bücher gewesen. Es tauchen auch immer wieder ähnliche Themen auf . Entsprechend wird es dann vielleicht auch aufgenommen werden. Gestern in Reutlingen, beim Osiander, habe ich den Plätze gesehen, an denen sie wahrscheinlich stehen/ liegen werden. Und ich habe zwar eine vage Idee, wie ich weitermachen könnte, muss sie aber noch gründlich ausreifen lassen.

    In dem Zuammenhang ist mir der folgende Artikel in die Hände gefallen, der die Erfahrungen einer Fantasy-Autorin wiedergibt: "I need to return to reality". Die Autorin berichtet vom Stress des Schreiben-Müssens und davon, dass sie wieder in ihren alten Beruf als Lehrerin zurückkehren wolle. Und das trotz großen Erfolges und wachsender Beliebtheit bei den Fans. Dass das Internet Gift für Autoren sei, berichtet sie, die Anwesenheit bei Twitter, Facebook, in Autorenblogs usw. viel Kraft und Zeit kosteten.
    In einigen Punkten habe ich mich wiedererkannt.
    1. Ich muss immer zurück zur Realität finden, wenn ich scheibe.
    2. Die Teilnahme an den sozialen Netzwerken war in der letzten Woche, eigentlich in den letzten zwei Monaten kaum möglich-und ich habe sie auch nicht zu sehr vermisst.
    3. Das Blogschreiben und den Austausch mit anderen habe ich ziemlich vermisst.
    4. In meinen Beruf brauche ich nicht zurückzukehren, ich bin ja noch drin. Und ich möchte auch nicht n u r schreiben. Wesentlich ist, dass man lernt, sich bei beidem nicht völlig zu verausgaben, denn sonst kann man die Früchte seines Schaffens nicht mehr genießen.

    Jetzt ist wieder mal ein Meilenstein erreicht.

    Blick vom Bergfried in Tengen