Dienstag, 5. März 2013

Das schönste Lektorat

Kloster Lorch im Remstal
Am Freitagabend kam - einigermaßen überraschend - das lektorierte Manuskript von "Die Köchin und der Kardinal" mit der Bitte, es so rasch wie möglich zu überarbeiten, dazu die Klappentexte zu korrigieren und ein Nachwort zu erstellen. Der Text habe gut gefallen, so dass nur wenig anzumerken war. Darüber war ich sehr glücklich - und habe das alles dann auch bis Montag Mittag geschafft, ohne in totale Hektik zu verfallen. Allerdings war ich in der Zeit für andere kaum erreichbar, gerade für einen kleinen Ausflug zum Kloster Lorch hat es gereicht (darüber später etwas in den "Orten zum Reinschmecken"). Bei der Durchsicht und Korrektur dieses Romans habe ich gemerkt, dass dieses Thema bei mir schon seit mehr als zehn Jahren "brannte"-und deshalb ist es wohl auch so rund geworden. Normalerweise dauern Lektorate bei mir immer mindestens 1 1/2 Wochen. Nachdem ich fertig war, schwebte ich den ganzen Abend unter der Decke. Das sind die Momente, die alles Bemühen, alle Zweifel, allen Frust, der schon aufgekommen ist, aufheben und einfach nur leicht machen. Und es ist auch das, was mich weiterhin antreibt. Dabei fällt mir auf, dass wir dieses Mal nur das Kurzexposé verwendet haben.

Inzwischen habe ich auch mit den Kurzgeschichten und Romanen aufgeräumt, es waren allerdings nur wenige, die ich wirklich weggeschmissen habe. Für manche von ihnen wird noch ihre Zeit kommen, dessen bin ich gewiss. Da gibt es zum Beispiel noch diese Geschichte aus dem Bauernkrieg, spielt in Maulbronn, Herrenberg, Weinsberg und Nürnberg, darin kommen Maler wie Albrecht Dürer und der böse Herzog Ulrich von Württemberg vor. Oder die Geschichte von Eberhard im Barte, dem Kreuzfahrer, dem Vielgeliebten, dessen Motto war: Attempto, ich wag's! Ein unaufgeklärter Todesfall am Rande eines Abgrunds auf der schwäbischen Alb. Dann noch die Hamburg-Südamerika-Geschichte, einst als Thriller geplant. Und die Großmutter, die ihre Familie auf den Pfänder in Bregenz beruft. Sie teilt ihr mit, dass sie sich einen jungen Geliebten genommen hat und mit ihm auf Reisen das Erbe verprasst. Die alte Dame wird bald darauf tot im Schwimmbecken des Altersheims aufgefunden. Ihre Enkelin ermittelt.


Kommentare:

meineschreibblockadeundich hat gesagt…

Ach, Christa, das liest sich so herzerwärmend schön, dass ich mich gerade eine Runde mit dir freue!

Herzlichst
Marie

Christa S. Lotz hat gesagt…

Danke, Marie! Und ich hoffe, es wärmt ein wenig mit! :-)