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Samstag, 9. März 2024

Mein neuer Roman ist fertig!

 


Nach etwas mehr als einem Jahr habe ich meinen neuen historischen Schwarzwaldkrimi fertiggestellt. Titel: "Tod im Glaswald" oder "Die Tochter des Apothekers". Jetzt lasse ich ihn erst einmal etwas ruhen, bevor ich entscheide, wohin ich ihn schicken werde. Die Arbeit hat mir zunehmend Spaß gemacht, und mir hat sich ein ähnliches Universum aufgetan wie bei meinem historischen Krimi "Das Vermächtnis des Bischofs" alias "Teufelswerk".  (Der verkauft sich übrigens auch heute noch, nach mehr als zehn Jahren.) 

Klosterstadt Waldbronn im Jahr 1522.  Aus den umliegenden Dörfern verschwinden immer wieder Bauernkinder, einige von ihnen werden tot aufgefunden. Die Apothekertochter Maria und ihr Freund Valentin kommen einem Mörder auf die Spur und geraten dadurch schließlich in Lebensgefahr. In der rasant fortschreitenden Handlung, in der auch berühmte Gestalten wie Martin Luther, Philipp Melanchthon sowie der Buchdrucker Froben aus Basel auftreten, entwickelt sich eine spannende Geschichte mit überraschenden Wendungen und tiefen Abgründen. Maria und Valentin stellen sich sich viele Hindernisse in den Weg. Krankheiten wie der Englische Schweiß, der Hexenwahn, die unerbittliche Feindschaft zwischen den Religionen und die zunehmende Unruhe unter den Bauern.


Das ist die Nieswurz, eine Pflanze, die eigentlich giftig ist, aber als Heilpflanze schon immer genutzt wurde. Sie spielt eine gewisse Rolle in meinem historischen Krimi.


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Dienstag, 25. August 2015

Das Ende der Ungeduld

Gerade wollte ich schauen, ob ich den Titel "Das Ende der Ungeduld" nicht schon einmal verwendet hatte. Dabei stieß ich auf einen meiner Blogartikel aus dem Jahr 2010, in dem zwar von der Ungeduld des Autors die Rede, der Titel aber ein anderer war. Es ging um Genrewechsel und Pseudonym. Zwei Mitautoren rieten mir zum Pseudonym, Petra van Cronenburg ermunterte mich zum eigenen Namen, zur eigenen Marke. Und eine eigene Marke ist sie auch geblieben, wie man ihrem neuesten Beitrag entnehmen kann! Diesen Kreativitätsrausch kenne ich ebenfalls, und mein Phänomen der "glühenden Ohren" hatte ich in dem Artikel beschrieben; "Grenzen der Geduld" hätte ich es auch nennen können. Ich persönlich bin eigentlich ein grenzenlos geduldiger Mensch, und in diesem Sinne wurde meine Arbeit der vegangenen mehr als dreißig Jahre auch gebührend gewürdigt. Gleichzeitig bin ich aber ein wahnsinnig ungeduldiger Zeitgenosse. Schon als Kind habe ich Bastelarbeiten, die mir nicht gleich gelangen, an die Wand geschmissen. Das änderte sich schlagartig, als ich zu schreiben und zu veröffentlichen begann. Es gehört schon eine gewaltige Portion an Geduld - oder sagen wir lieber Ausdauer und "langer Atem"- dazu, Tausende von Seiten zu füllen, dafür Verlage und Agenturen zu suchen und das über einen Zeitraum von fast fünfzehn Jahren durchzuhalten. Das noch länger zu tun grenzt vordergründig schon an grenzenlose Selbstmarter, wenn man sich die heutigen Bedingungen der Veröffentlichung näher besieht. Die großen Buchhandlungen ordern offensichtlich nur noch Taschenbücher, die von den Verlagen massiv beworben werden. Am Self Publishing ist momantan wohl nur die Tatsache motivierend, dass Amazon pünktlich zahlt und dass man jeden Tag gucken kann, wie viele hundert Seiten heute denn wieder gelesen wurden. Manch ein Autor hat die Gelegenheit ergriffen und einen eigenen Verlag gegründet. Das Ende der Fahnenstange und das der Geduld scheint erreicht. Man könnte es auch als das Erreichen einer Belastungsgenze bezeichnen. Für mich ist es aber auch das Ende der Ungeduld, denn ich kann nicht mehr bekommen, als ich schon erhalten habe. Es gibt keinen Fortschritt mehr außer dem, den ich selber mache.

Das Ganze ist aber völlig zweitrangig, wenn man die Kulturschaffenden, die Autoren betrachtet. Ich höre nichts davon, dass sie massenweise aufgeben oder sich mit dem Gedanken tragen, aufzuhören. Nein, mit jedem neuen Buch brechen sie wieder auf in die von ihnen selbst geschaffene Welt. Und es wird immer Leser geben, die ihnen dorthin folgen. Auch ich habe ein Projekt, dessen Anfänge fast zehn Jahre zurückreichen. Vor einiger Zeit hat es mich gebissen, dann war ich wieder abgelenkt. Wunderte mich, dass es mich nicht mehr zum Schreibtisch gezogen hat. Bis ich (nach einigen Fragen meines Testlesers) darauf kam, dass das Vorhaben nicht schlüssig war und deshalb nicht funktionierte. Ich habe dann zwei Figuren und einen überflüssigen Mord rausgeworfen, die hatten den Handlungsfluss gestört. So richtig reinstürzen kann ich mich zwar immer noch nicht, weil ich für ein paar Tage in einer familiären Angelegenheit nach Hamburg muss. Aber vielleicht lässt mich die Zugfahrt auch ein wenig kreativ sein. In Hamburg kann ich einige Schauplätze meines Romans in Augenschein nehmen. Und dann gibt es noch den Krimi, der von einem kleineren Publikusverlag nicht veröffentlicht wurde, weil er an einigen Stellen nicht spannend genug gewesen sei. Ob sie damit meinten, die Polizeiarbeit hätte zu wenig im Vordergrund gestanden? Waren es zu wenig Dialoge, die ich beim Lesen gar nicht schätze, wenn das ganze Buch nur daraus besteht?

Ich hatte mir vorgenommen, nicht nur weiterzuschreiben, sondern auch an "meinen Themen" Achtsamkeit, Resilienz (Belastbarkeit), Burnout, Grenzen und soiale Medien dranzubleiben. Und so werde ich mich für Mitte Oktober wieder im Kloster Heiligkreuztal anmelden. Da geht es um die Grenzen gegenüber anderen, aber auch um Belastbarkeitsgrenzen. Durchgeführt wird das Seminar von einer Psychotherapeutin mit einem Lehrauftrag in Innsbruck, die sich ebenfalls mit Burnout, Trauma und ähnlichen Themen beschäftigt. Ich erwarte mir davon Abstand und die Erfahrung von Grenzen, meinen Grenzen und denen der anderen.



Sonntag, 21. Juni 2015

"Nacht des Wolfes" - jetzt veröffentlicht!



Heute war endlich der Tag gekommen, an dem ich mein neues E-Book bei Amazon runterladenkonnte. Um 15.30 habe ich auf "abschicken und veröffentlichen" gedrückt, nachdem ich alles einschließlich des Klappentextes noch einmal kontrolliert hatte. Die Kategorien sind bei Amazon meist nicht passend, so schrieb ich den Support an, der mir zwei gute Vorschläge machte. Außerdem setzten sie das Buch noch einmal auf Entwurf, weil ich meinen Realnamen reingeschrieben hatte und das "Pseudonym" doch bekannter und passender ist. Selbst der "Blick ins Buch" ist schon da,und das alles innerhalb von drei Stunden! Hier ist der Link zu Amazon: Nacht des Wolfes., ab sofort für 3,99,-Euro zu bestellen.





 Württemberg im Jahr 1787. Andreas und Claudius, Studenten am Tübinger Stift, erleben den Schrecken ihres Lebens: Der Schlossvogt, den sie am Abend zuvor während eines Unwetters besuchen wollten, wird tot im Burggraben aufgefunden, kurz darauf stirbt auch dessen Frau eines gewaltsamen Todes. Alles deutet darauf hin, dass sie von einem wilden Tier in den Nacken gebissen wurden. Die beiden Studenten sind davon überzeugt, einen weißen Wolf und eine junge Frau gesehen zu haben, die ihnen das Schlosstor vor der Nase zugeschlagen hatte. Waren das nur Spukerscheinungen, wie der städtische Inspektor Bertold zu glauben scheint? Zusammen mit ihren Freunden Professor Pfeiffer und dessen Tochter Laura versuchen die beiden, der Sache auf den Grund zu gehen. Dabei geraten sie in Lebensgefahr. Ein dritter Mord geschieht, und wieder werden das geheimnisvolle Mädchen und der Wolf in der Nähe gesehen.



Montag, 8. Dezember 2014

Vom Glück "Ende" schreiben zu können!

Unabhängig von allen Irritationen habe ich, wie Sabine Schäfers es so schön in ihrem Blog Dies ist das Ende beschreibt, in der letzten Zeit weiter an meinem historischen Krimi aus dem 18. Jahrhundert geschrieben. Titel wird noch nicht preisgegeben. Dieser Roman hat mich die ganzen letzten Jahre begleitet, wurde dreimal neu konzipiert. Ursprünglich als Revolutionsroman einer Viererbeziehung geplant, auf süddeutschem Boden angesiedelt, ist es jetzt ein Roman in der vorrevolutionären Zeit, und es ist letztendlich eine Viererbeziehung darin zu erkennen. Die Figuren waren nämlich alle schon da, nur eine wurde rausgeworfen, eine kam neu hinzu. Eine Blogleserin namens Alexina hatte mich immer wieder ermutigt, ihn zu schreiben. Bis mein damaliger Agent den Riegel vorschob und meinte "Das geht gar nicht!" Nach der Veröffentlichung meines E-Books im Juni hatte ich mich wieder an diesen Roman gemacht. Und bin durch ganz spannende Prozesse und historisch dunkle Zeiten gegangen. Bis zum Schluss wusste ich nicht, wer von den Beteiligten sterben würde. Jetzt ist er für mich rund, und ich bin so zufrieden und happy wie immer nach Beendigung eines größeren Textes. Es ist mein neunter Roman, der zweite Unveröffentlichte.

Den Versuch, selbst ein Buch bei einem Verlag unterzubringen, habe ich nun endgültig aufgegeben. Ohne Agent wird man nicht wahrgenommen, außer bei sehr kleinen Verlagen. Der neue historische Krimi wurde bisher noch nirgends angeboten, der Jetztzeitkrimi beim Hausverlag, einer Agentur und bei Emons. Bevor ich beide selbst veröffentliche, versuche ich es mit dem Neuen wahrscheinlich noch einmal bei zwei Agenturen. Doch das ist Zukunftsmusik. Erst einmal genieße ich das Gefühl, wieder einmal etwas zu einem Ende gebracht und eine ganze Zeit mit meinen Figuren gelebt zu haben. Musik, Kochen, Aufräumen, Einkaufen, Kaffee trinken, Wandern im Schwarzwald, das ist jetzt die Devise!

Samstag, 6. Dezember 2014

Autoren wie Orchideen

Gestern las ich einen Artikel über das, was wirklich wichtig sein kann im Leben eines Menschen. Da konnte man sondieren, ob wohl das abendliche Fernsehprogramm wichtig ist und was die Leute von mir denken. Ob nicht die Beziehungen zur Familie und zu Freunden wichtiger ist als, jetzt mal frei Schnauze, das Ranking bei Amazon oder die Höhe des Bücherstapels im Buchladen. Und die Gesundheit, natürlich. Also habe ich mal über die wirklich wichtigen Dinge in meinem Leben nachgedacht. Dazu gehören, abgesehen von den oben genannten Dingen, die Arbeit mit Menschen, die in ihrer Entwicklung auf irgendeine Weise gestört sind sowie selbstverständlich das Schreiben. Für jemanden, der vom Schreiben lebt, ergeben sich ganz andere Gewichtungen. Für den kann der Bücherstapel oder das Ranking überlebenswichtig sein. Oder die Präsenz als Self Publisher in anderen Läden als dem Riesen Amazon.

Die Sichtung des einen oder anderen Distributors hat für mich ergeben, dass ich mich eigentlich bei keinem so richtig heimisch fühlen würde. Nichtsdestoweniger bin ich da weiterhin offen. Das Jahr 2014, das jetzt allmählich zu Ende geht, hat meine "Karriere" als "Hybridautorin" gefestigt. Das heißt, ich habe ein zweites Verlagsbuch selbst als E-Book herausgebracht und bin mit der Entwicklung sehr zufrieden. Die Verkäufe sind kontinuierlich, es gibt keine August-, November- oder Urlaubseinbrüche. Der finanziell erfolgreichste war allerdings der Ferienmonat Juli. Jetzt stehe ich kurz vor Beendigung meines historischen Krimis, der wie mein Schwarzwaldkrimi in keine Verlagsschubladen zu passen scheint. Den werde ich im neuen Jahr als ersten in Angriff nehmen. Werde mir einen passenden Lektor/ eine passende Lektorin suchen, eine gute Grafikerin habe ich ja schon. Die müssen natürlch auch Kapazitäten frei haben. Der historische Krimi wird an die 350 Seiten haben, der andere Krimi knapp 300.

In diese Überlegungen fiel dann wie ein reifer Apfel der Gastbeitrag des Schriftstellers und Bloggers Stefan Waldscheidt: Der Hybridautor als Modell für die Zukunft in Matthias Mattings Selfpublisherbibel. Beim Wort "Hybrid" denke ich immer zuallererst an Orchideen. Auch unsere heimischen Orchideen wie die Ragwurz können Hybriden bilden. Nehmen wir einmal die Bienenragwurz, die inmitten ihrer Blüte eine Biene nachgebildet hat, um Insekten anzulocken. Diese Ragwurz kann mutieren zu einem Mischling oder Bastard aus Bienen- und Hummelragwurz. Oder Spiegel - und Spinnenragwurz. Eine Fliegenragwurz kann breitere Fliegen hervorbringen und ist somit eine Hybride. Aber kommen wir wieder weg von der Botanik. Ein Hybridautor ist ein Misch-Autor, der sowohl bei Verlagen als auch selbst veröffentlicht. Die Vorteile beider Seiten und vor allem der Mischung hat Stefan Waldscheidt noch einmal sehr schön zusammengefasst. Es geht ja nicht um die Veröffentlichung um jeden Preis, sondern auch um Selbstbestimmung. Diese Vorteile habe ich auf sehr angenehme Weise erfahren. Vor allem kann man meist viel stärker hinter dem eigenen Cover und Klappentext stehen als hinter dem von Verlagen. Einen weiteren gewaltigen Vorteil möchte ich noch hinzufügen: Die Bücher in den Buchhandlungen verschwinden heutzutage innerhalb von ein bis zwei Monaten wieder. Am längsten lag meine Nonne und Hure dort, nämlich neun Monate. Aber das ist Schnee von gestern. Die E-Books haben zumindest die Chance, dauerhaft gesehen zu werden. In welchen Fenstern sie dann liegen, ist eine Frage der Quantität und der Vermarktung. Und das Wichtigste ist und bleibt für mich das Schreiben.

Und hier noch das Schmankerl des Tages, in aller Munde: Was ist Schreiben von Nina George, gehalten als Rede zur Eröffnung der Schreibtage 2014 in Berlin-Wannsee, veröffentlicht bei den Bücherfrauen. Super guter Artikel, in dem sich jeder Autor wiederfinden kann. Besonders auch die Kleinmacher und der Gedanke "Das will je eh keiner lesen." als Folge davon. Eine umfangreiche, spannende Lektüre für Gefühl und Verstand, eine geschichte zu dem Phänomen, wie man seinen Schreib-Raum gegen den Rest der Welt verteidigt.


Freitag, 7. November 2014

Die Woche im Off

Am Donnerstag vor einer Woche kam eine junge Klientin von mir aus einer psychosomatischen Klinik zurück. Sie hätte dort unter anderem gelernt, dass man auch ohne Fernsehen und Handy leben könnte. Dabei wirkte sie kolossal entspannt. Zwei Tage später ließ sich mein Computer nicht mehr starten, nachdem er schon einige Zeit vor sich hin gezickt hatte. Alle Bemühungen, ihn wieder zum Leben zu erwecken, scheiterten. Und so empfand ich es als wohlmeinende Geste des Himmels, dass sich das ganze Wochenende arbeitnehmerfreundlich warm und herbstlich schön gestaltete. An Schreiben war eh nicht zu denken, da sich alle Unterlagen im Wrack des Computers befanden. So kam es noch zu einer letzten Superwanderung auf dem Burgenweg/schwäbische Alb. Die Natur bleibt, wie sie war, auch wenn immer mal wieder erstaunlich kontraindizierte Dinge wie ein Plastikdrachen auf der Ruine Greifenstein auftauchen. My Home is my Castle, denken deutsche Familien wohl heute wie einst, denn beim Erscheinen des schon zweiten Störers meinte ein kleines Mädchen, das dort mit seiner Familie beim Picknick saß: Wir wollen jetzt ESSEN! Nun ja, auch wir konnten uns des Eindrucks nicht erwehren, dass es Tage gab und gibt, an denen man mit sämtlichen Wanderfreunden des Ländles konfrontiert wird.

Am Abend war die Autorin dann wieder zu Hause und starrte wehmütig auf den Fleck, an dem der Computer gestanden hatte. Mannomann und -frau, hat der einen Platz in meinem Leben eingenommen! Ich konnte nicht weiterschreiben, ich konnte keine Mails abrufen, nicht in meine Blogs schauen und noch nicht mal gucken, ob man geräucherten Lachs einfrieren kann! Am Montag nahm ein Freund meines Sohnes ihn in Reparatur. In der Woche danach durchlief ich alle denkbaren Gefühle der Entbehrung und des herbsten Verlustes, aber auch der Befreiung und Wiederversinnlichung der mich umgebenden Welt. Fast sehnte ich mich nach einem Smartphone; ich beneidete unseren Azubi um seins, dem er ganz schnell die Züge entlocken konnte, die noch fuhren oder den Namen des Kürbisses, der aussieht wie eine Birne. Nun ja, der Lachs ist eingefroren und ich werde schon merken, ob er nach dem Auftauen noch schmeckt. Irgendein Ersatz musste natürlich her. So griff ich nach der liebsten Freizeitbeschäftigung der Deutschen, was durchaus nicht Computern oder Smartphonen ist, sondern FERNSEHEN. Und dabei verging mir zwischendurch das Hören und Sehen. Einmal zeigten sie ein junges Mädchen, das in Heidelberg mit Ohrstöpseln Fahrrad fuhr, um Musik zu hören. Sie stieß mit einer Straßenbahn zusammen und kam knapp mit dem Leben davon. Dann kamen Bilder einer Überwachungskamera in einem U-Bahnhof. Sie präsentierte hintereinander drei Menschen mit Handy oder Smartphone, die plötzlich vom Rand wegkippten und auf die Gleise fielen. So ging es gerade weiter. Gestern kam im Odysso eine Sendung über Lärm. Das kann alles in Dezibel gemessen werden und reicht vom Ticken der Uhr bis zum Presslufthammer und dem Düsenjet in niedriger Höhe, die ab einem bestimmten Pegel und einer bestimmten Dauer krank machen. Da allerdings würde der Computer gut abschneiden, denn das Brausen des Browsers entspräche einem Flüstern oder einem Blätterwerk im Wind, während der Fernseher mit 70 Dezibel auf einer Stufe mit Schreien und dem Lärm eines Rasenmähers steht. Das kann man jedoch selber kontrollieren, während die Leute an den Einflugschneisen der Jets, an stark befahrenen Straßen und an häufig benutzten Bahnlinien nicht entkommen können.

Während dieser Woche gab es nun eine seltsame, ich will nicht sagen märchenhafte Veränderung bei mir. Ab dem dritten Tag bemerkte ich die Stelle mit dem fehlenden PC gar nicht mehr. Die Außenwelt wurde bunter, selbst die Menschen, Kollegen, Nachbarn, Freunde rückten in ein helleres Licht. Die Zeit verlangsamte sich. Nach ein paar Tagen war die Wohnung geputzt, ich war mindestens zwei mal im Schwimmbad gewesen und hatte plötzlich Zeit, auf einem kleinen Markt einzukaufen. Kartoffeln vom Bauern mit Erde dran, richtige einzelne, dicke Zitronen, Bauernbratwurst und anderes vom Metzger, und beim Bäcker gab es Zwiebelkuchen, und die Kaffetrinker unterhielten sich über die Arbeitsweise des Roten Kreuzes. Auf der Rückfahrt dann das Erwachen aus diesem langsamen, bunten Traum: Ein Fahrer, wahrscheinlich mit Handy am Ohr, kam uns entgegen, überholte und drängte dabei brutal einen Radfahrer von der Straße. Kreidebleich und fassungslos sah der dem Wagen hinterher. Nein, ich möchte nicht so abhängig von diesen Geräten werden, dass ich mich selbst oder andere Leute damit gefährde! Deshalb darf der PC ruhig ab und zu streiken und auch mal kaputtgehen, damit ich weiß, wie es auch mal ohne ging und geht. Dann tauchen vor dem inneren Auge Zeiten auf, als man mit dem Telefon an der Wand stand, mit der es verkabelt war, als man Geld in die Schlitze von gelben Zellen werfen konnte, Walkmen der neueste Schrei waren und die Leute in den Kneipen noch miteinander redeten und nicht auf ihre Smartphones starrten. Das erlebe ich fast nur noch in der Großstadt, nämlich dass Leute in den Kneipen miteinander reden.

Wie dem auch sei, heute Abend war die Auszeit dann zu Ende. Der PC war repariert, ich kam nach einem langsamen, bunten Nachmittag nach Hause und fuhr ihn hoch. Die Mails hatte ich im Büro kaum lesen können, das Dashboard meines E-Books hatte mehr Ausschläge als in den Zeiten, als ich es täglich kontrollierte. Es waren Kommentare da, und meine Mitautoren waren alle aktiv gewesen. Jetzt endlich konnte ich auch die Verbesserungsvorschläge meines Testlesers begutachten. Der Browser braust wieder leise vor sich hin, es ist, als rausche in der Ferne ein Bach. Ich bin froh, dass ich ihn wiederhabe, aber ich bin ebenfalls froh über die Woche, in der ich so viele Dinge außerhalb gesehen habe, und ich hoffe, dass ich einiges davon mit rübernehmen kann, auch ins Schreiben, das ich jetzt endlich fortsetzen kann. Früher hätte ich mit der Hand geschrieben, doch ist der PC inzwischen mein Arbeitsinstrument ersten Ranges, und ich bin ein drittes Mal froh, nicht gerade in einem Lektorat oder in einer Abgabephase gewesen zu sein. Dann hätte ich das wohl nicht so genießen können, und es hätte sich zumindest der Erscheinungstermin des Buches verschoben.

Samstag, 1. November 2014

Das Exposé, eine schwere Geburt

Dieser Beitrag ist nur für Autoren interessant, die selber immer wieder mal ein Exposé erstellen müssen, sei es, um den Verlauf des Romans besser planen zu können, sei es, um sich damit bei einem Verlag oder einer Agentur zu bewerben.
Der historische Krimi, an dem ich gerade schreibe, hat in den letzten Jahren schon einige Wandlungen erfahren. Einige Figuren mussten raus, andere kamen neu hinein. Die Zeit hatte ich schließlich auf das Jahr 1786 festgesetzt. Das ursprüngliche Bauernmädchen mit ihrem versoffenen Vater musste gehen, die meisten anderen Personen blieben. Es gibt zwei Studenten der Theologie, die im Stift zu Tübingen wohnen. Einer würde lieber Arzt werden, der andere ein Dichter. Dann ist da Laura, eines Professors Töchterchen. Und ein Mädchen mit einem weißen Wolf, von dem man nicht weiß, ob es real ist oder nur in den Köpfen der Betroffenen existiert. Und es gibt Räuber, Morde, Intrigen und Geisterbeschwörungen. Es gibt den verhassten Herzog Carl Eugen, der den Dichter Schubart auf dem Hohenasperg eingesperrt hat und schließlich einen fahrenden Medicus mit seinem Äffchen, das seine Grimassen schneidet. Das könnte die Grundlage für einen Klappentext sein.

Jemand, der schon Exposés geschrieben hat, weiß wahrscheinlich, welche Klaviatur der Gefühle dessen Erstellung hervorbringen kann. Ich musste es heute zu Ende führen (von zwei auf vier Seiten), weil ich sonst mitten im Text, auf ca. S. 180 einfach nur stecken geblieben wäre. Bis dahin wollte ich mit dem Roman aufhören, alles hinschmeißen, und ich fand die Handlung einfach nur noch doof. Jetzt, wo es im Kopf geklingelt hat (auch mit Anregung meines Testlesers), bin ich superhappy und finde es, anderes Extrem, genial! Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte.

Mittwoch, 13. August 2014

Interview mit Tintenhexe: Autoren sind der Kern des Buchbetriebs!

Heute ist das Interview erschienen, das die Buchbloggerin Tintenhexe vor einigen Wochen mit mir geführt hat. Christa S. Lotz spricht über ihre historischen Romane und das Schreiben
Es hat mir Spaß gemacht, die Fragen  zu beantworten, und es hat ebenso Spaß gemacht, es noch einmal durchzulesen. Und es klingt alles so schön und verlockend, dass ich gern da weitermachen würde, wo ich damals aufgehört habe. Herzlichen Dank an Tintenhexe! Im Interview mit Sabine Schäfers habe ich noch gesagt, dass ich gerade eine längere Schreibpause mache. Die ist seit einigen Tagen vorbei, der 18.-Jahrhundert-Krimi hat mich wieder gepackt, zumindest so, dass ich jeden Tag ein wenig schreibe, Tendenz steigend. Hier die letzte Frage und meine Antwort darauf, das weitere Schreiben betreffend. Die Zukunft hat ihr Licht schon vorausgeworfen, als ich das schrieb.
Was erscheint als Nächstes von dir?
Im Juni erscheint mein E-Book „Teufelswerk“, das im Jahr 2011 als Printausgabe eines kleinen Verlages veröffentlicht wurde, unter dem Titel „Das Vermächtnis des Bischofs“. Davon wird es auch keine weitere Printausgabe geben, weil ich nur die E-Bookrechte habe. Was dann als Nächstes erscheint, ist noch offen. Wahrscheinlich ist es der Schwarzwälder Psychokrimi „Martinsmorde“ bei einem Verlag oder als selbst publiziertes E-Book. Im letzteren Fall bräuchte ich dann noch eine Designerin für das Cover, einen guten Lektor und ein Korrektorat. Dabei sehe ich optimistisch in die Zukunft, denn Autoren sind der Kern des Buchbetriebes und werden es bleiben, egal, wohin sich das Ganze noch entwickeln wird.

Letzter Eintrag: Jeff Bezos, Amazon: Jagd auf die Gazellen

Sonntag, 3. August 2014

Vom Scheitern und vom Neuanfang

Vor einem halben Jahr dachte ich noch, das war`s dann mit dem Schreiben. Kein Verlag mehr, keine Agentur und ein paar Manuskripte auf der Festplatte, mit denen man weder bei großen Verlagen noch bei Agenturen auf offene Türen stoßen würde. Und vor allem: keine Lust mehr, sich noch einmal auf die große Suche zu machen und alle Prozeduren wieder und wieder über sich ergehen zu lassen. Die Bücher in den Buchhandlungen zu begrüßen und sie (so war`s am Schluss) im Monat darauf gar nicht mehr zu finden, bei Amazon unter ferner liefen. Auf Abrechnungen zu warten, die immer viel zu spät kamen mit dem stummen Vorwurf: Hat sich nicht nach unseren Erwartungen verkauft.

Im Februar saß ich da mit einem Manuskript, einem Krimi aus dem 18. Jahrhundert, mit dem es weder vor noch zurück ging. Kein Esel hätte den Karren da herausholen können, worin er steckte. Schreibblockade total. Auch eine Neukonzipierung brachte nichts. Einfach keine Lust mehr. Vielleicht war ich auch nur erschöpft? Im März begann ich damit, meine E-Bookrechte am historischen Krimi "Das Vermächtnis des Bischofs" zu klären. Mit der vereinten Hilfe von zwei Autorenfreunden gelang es mir dann, im Juni das E-Book herauszubringen. Das Ergebnis sieht man hier rechts im Layout. Seitdem ist es eine Bereicherung meines Lebens, wenn ich das mal so pathetisch sagen darf. Ein Buch, das mehr meins ist als fast alle anderen, das ursprünglich niemand haben wollte und das jetzt so erfreulich sichtbar heruntergeladen wird, ein Buch, das bleibt über die Wochen und Monate, ein Buch, für das ich kaum Werbemaßnahmen anstoßen musste.

Ein Urlaub und eine Verlagsanfrage nach dem Jetztzeit-Krimi "Martinsmorde" später war es dann endlich so weit. Mir war klar, dass der Roman, den ich hatte schreiben wollen, schon fast 200 Jahre zuvor geschrieben worden war: von Hermann Kurz mit seinem "Schillers Heimatjahre. Die Wanderungen des Heinrich Roller." Da traten alle Figuren auf, die auch bei mir eine Rolle hätten spielen können: Friedrich Daniel Christoph Schubart, Herzog Carl Eugen, der Räuber Hannikel und Friedrich Schiller. Aber es gab ja auch eine Krimihandlung, die unentwirrbar schien. Ich habe mir einfach einen Ruck gegeben und zwei Handlungsstränge sowie eine weitere Figur aus dem historischen Krimi vom Februar rausgeschmissen, die Handlung an einem späteren, spannenderen Zeitpunkt eingesetzt, die ersten 35 Seiten abgetrennt, überarbeitet und die restlichen 40 Seiten als Recyclingstation gespeichert. Jetzt zählt allein wieder der Text und nicht die Verlage, die späteren Leser oder die Kritiken oder die Frage, warum man das Ganze überhaupt noch macht -warum man das alles mit sich machen lässt. Und es bleibt der Schauplatz Schwarzwald, diesmal mit dem Tübinger Schloss im Zentrum.


Montag, 9. Juni 2014

"Teufelswerk" -jetzt veröffentlicht!

EDIT: Das Buch enthält ein Inhaltsverzeichnis zum Navigieren, das hatte ich bei der Prüfung der Datei auf dem Kindle Previewer zunächst übersehen!

Eine längere Reise ist heute zu Ende gegangen. Nach etwa drei Monaten Vorarbeit
habe ich soeben mein E-Book "Teufelswerk" bei Amazon KDP hochgeladen. Ohne die Hilfe von Sabine Schäfers, Karl Kloiböck und meiner Grafikerin Stefanie Pappon hätte ich das, vor allem technisch, nie hingekriegt! Nicht ohne Grund prangte in meinem Vorabiturzeugnis eine Vier in Mathe, ganz im Gegensatz zu einer Zwei in Latein. Das Sprachliche scheint sich also schon frühzeitig stärker herausgebildet zu haben. Genau, in Deutschaufsätzen gab es meist eine Eins oder Zwei. Erfahrungsgemäß wird das E-Book schon heute Abend oder spätestens morgen bei Amazon erscheinen. Auf ein Inhaltsverzeichnis haben wir diesmal verzichtet, da Amazon offenbar andere Möglichkeiten zu bieten hat. Den Preis habe ich auf 5,28 US-Dollar berechnet, was zuzüglich 3% Mehrwertsteuerb 3,99 Euro ergibt. Wenn alles glattgegangen ist, wird diese Woche auch noch eine Rabattaktion gestartet.

                                                    

Donnerstag, 8. Mai 2014

And the winner is ...

Cover Nr. 3! Dank eurer Hinweise, liebe Kolleginnen, habe ich mich nun für das entschieden, was mir-und auch fast allen von euch-am besten gefiel. Dabei haben wir es ein bisschen weniger kompakt gemacht und an der Schrift was geändert. Jetzt kann das Interview erscheinen (ich werde es hier verlinken und ein paar Worte dazu sagen), das E-Book kann konvertiert werden, und dann lade ich es hoch. Das ist immer der spannendste Moment, wie ich von meinem ersten E-Book weiß. Inzwischen habe ich auch gelernt, wie man exakt den Preis berechnet (aus dem Dollarpreis und der Mehrwertsteuer). Dazu gibt es einen speziellen Rechner  für KDP und Create Space. Wenn das E-Book also 2,99 kosten soll, gibt man 2,90 ein, wenn 3,99, schreibt man 3,87. Hier der Link. Ich bin mir noch nicht ganz im Klaren, was ich für das E-Book verlangen soll - 4,99, 3,99 oder 2,99? Weniger wohl nicht, mehr wird zur Verkaufshürde, fürchte ich. Ich selbst ticke ja nicht viel anders als andere, ich gebe es zu. Mein erstes E-Book, das ich gekauft habe, war "Der 7. Tag" von Nika Lubitsch, das 2, 99 Euro gekostet hat, und ich dachte, na, da kann man ja nicht viel verlieren. Und habe es nicht bereut. Wie handhabt ihr das? Was kosten eure E-Books, wieviel würdet ihr für ein E-Book ausgeben? Sonderpreisaktionen gleich am Anfang oder nach einer gewissen Zeit? Je nachdem werde ich evtl. auch noch auf Facebook eine Umfrage starten. Bei dem Fantasyautor Stephan R. Bellem habe ich übrigens noch etwas dazu gefunden:
Wie sehr sind E-Books vom Preis abhängig?

Freitag, 2. Mai 2014

Die Cover sind da!

Vorhin bekam ich drei Vorschläge für ein Cover von meiner Grafikerin Frau Pappon. Mir persönlich gefiel auf Anhieb die Version 3 am besten! Nr. 1 hat aber auch seine Vorzüge ...Wie würdet ihr entscheiden?



Zur Erinnerung noch einmal der veränderte Klappentext:

Süddeutschland im Jahr 1527. Als die Blitze eines Unwetters die elterliche Burg zerstören, beginnt ein schweres Leben für Julia, die Tochter einer verarmten Ritterfamilie. Sie kommt bei einer Tante in der nahen Stadt unter. Um die junge Frau entspinnt sich ein Gewirr von Intrigen. Sie wird denunziert und als Hexe angeklagt, und nur durch die Hilfe einer Novizin entkommt sie einem Giftmord. Was treibt die ungeliebte Tante und die Äbtissin des Klosters zu ihrem teuflischen Spiel? Zusammen mit dem Stadtschreiber Wolfram sucht Julia nach der Lösung des Rätsels. Die beiden finden schließlich eine Spur, die sie zum Bischof in Rottenburg, zum Arzt Paracelsus und zu einem Alchimisten führt, der einen tödlichen Plan verfolgt. Der spannende Roman erschien 2011 unter dem Titel "Das Vermächtnis des Bischofs" im Verlag Oertel&Spörer.




Samstag, 12. April 2014

E-Book neu im Mai

Jetzt habe ich mich doch geschlagene neun Tage fast ganz aus Social Media herausgehalten und mal wieder "die Einsamkeit des Schreibens" gespürt. Jeden Tag mehrere Stunden das Lektorat nachvollzogen - das war stellenweise wie neu schreiben! Und ehrlich gesagt habe ich mich auch manchmal am Kopf gekratzt oder bin im Zimmer herumgehupft mit der stumm geschrienen Frage: Lohnt sich dieser Einsatz denn wirklich, wenn man bedenkt, was wahrscheinlich dabei herauskommt? Es war weniger die Arbeit als die ZEIT, die man da hineinstecken muss. Natürlich kann man es auch machen wie eine Autorin, die über ein ähnliches Thema ein E-Book geschrieben hat. Die hat das für 99 Cent auf den Markt geworfen und musste es viermal korrigieren, weil massenhaft Proteste wegen der Fehler kamen. Und wenn ich jetzt hineingucke, hat sich auf der ersten Seite gleich wieder ein Fehler eingeschlichen, zusammen mit Neudeutschwörtern wie "Baby" und "charmant".

Auf der anderen Seite hat dieses Nach-Lektorat aber auch Spaß gemacht, besonders an den Stellen, an denen ich gemerkt habe, dass der Lektor ganz tief in die Geschichte und die Sprache eingetaucht ist. Er hat Ergänzungen bei der Recherche gemacht, den Stil sprachlich verbessert und ein paar zu moderne Wörter durch ältere Redewendungen ersetzt. Gefunden habe ich nur einen einzigen Fehler, einen Buchstabendreher. Natürlich hat er mir auch einige Erklärungen reingebastelt, die ich jetzt wieder streichen konnte. Was bleibt zu tun? Beim Verlag folgt auf das Lektorat das Korrektorat, das werde ich auch noch machen müssen. Ende April ist die Grafikerin zurück, dann können wir das Cover in Angriff nehmen. Und dann kommen noch die endgültige Titelwahl, das Konvertieren, die Wahl des Anbieters und der Preis. Und ein bisschen Werbung.

Passend zu dem Ganzen war kürzlich ein Elektriker bei mir, den ich wegen des Fernsehreceivers gerufen hatte. Er fand den Fehler nicht bei mir, sondern bei den Kabeln des Vermieters über mir. Dann hat er eben auch noch den W-Lan-Apparat angeschlossen, was ich wegen heraushängender Leitungen bisher nicht konnte. Den alten Kindle hatte ich ja, wie berichtet, meinem Sohn geschenkt, der jetzt wahrscheinlich in Neuseeland damit Zeitungen liest. Aber ich habe viel Gutes über den neuen Paperwhite gehört und werde ihn mir wohl nächste Woche bestellen. Vom Finanzamt habe ich schon Bescheid, habe sogar etwas zurückbekommen. So gehe ich mit einer Fülle von neuen Eindrücken in die Ostervakanz und in den Mai hinein.

Donnerstag, 27. März 2014

Vorsicht bei gemeinfreien Bildern!

Von einer, die auszog, ihr eigenes E-Book zu machen ....jetzt ahne ich zumindest, was es bedeutet, sein eigenes Cover zu konstruieren! Und noch mehr, ein E-Book herzustellen aus einem Roman, den man im Jahr 2006 geschrieben hat und der längst nicht mehr dem heutigen Schreibstil entspricht. Dazu besitzt man nicht die korrektorierte Endfassung, wie sie dann 2011 im Buch erschien, sondern eine lektorierte Fassung, die mit letzten Korrekturen seitens des Autors weggeschickt wurde. Das heißt also, das ganze Buch noch mal durchgehen und mit dem gedruckten Buch vergleichen, dazu nötige Änderungen einfügen. Von wegen ein fertiges Buch lässt sich innerhalb von Minuten hochladen, und schon ist das E-Book gemacht. Wegen des Covers war ich jetzt tagelang unterwegs und habe bei der Universität Luzern nachgefragt. Die haben es an ein Archiv weitergeleitet, das natürlich die Urheberrechte besitzt. Also Vorsicht bei Bildern, die angeblich gemeinfrei im Netz kursieren, auch bei Wikimedia Commons! Je nach Zweck, dem das Bild dienen soll, wird der Preis berechnet. Und der wird bei kommerzieller Nutzung entsprechend so saftig sein, dass ich das wohl kaum je wieder einspielen werde. Bei näherer Betrachtung eignet sich das Bild auch nicht hundertprozentig. Ich war heute drauf und dran, das Vorhaben des eigenen E-Books wieder aufzugeben.


In Matthias Mattings Selfpublisherbibel las ich eben, dass er sein erstes E-Book mit dem Foto eines Freundes gestaltet habe. Mein Mörike-Buch ist ja auch durch zwei meiner Fotos, sehr schön gestaltet von einer super Designerin, zustande gekommen. Sie sei allerdings mit Aufträgen auf lange Zeit eingedeckt, las ich kürzlich. Auf jeden Fall habe ich mal die treffendsten Fotos für das Buch herausgesucht, und das sind Aufnahmen vom Kloster Maulbronn und vom Schwarzwald. Vom Verlag des Buches ist seit zwei Wochen keine Antwort da, vom Hausverlag wegen des Schwarzwaldkrimis ebenfalls keine seit drei Wochen. Im letzteren Fall werde ich mich wohl auf eine zweimonatige Wartezeit einstellen müssen, wie zu besten Agentenzeiten. Eins ist auf jeden Fall sicher. Schnell und hophop geht gar nichts, egal, ob mit Verlag oder selber.
Noch besser geeignet als das Bild "Der Geldwechsler und seine Frau"aus der Pinakothek in München sind übrigens die Bilder von Georges de la Tour. Darunter das Bild von der büßenden Maria Magdalena. Aber die hängen im Louvre!
                                                        Christa S. Lotz
   
                                                    Des Teufels Alchimist
                                                 (Der Pakt mit dem Teufel)
                                             

                                               Historischer Krimi


                                                   Christa S. Lotz

                                         Das Vermächtnis des Bischofs
                                        (Der Teufel von Bischofsbronn)
                                                            

                                                Historischer Krimi

                                            

                                                   
                                     
                                                             
                                        

Dienstag, 25. März 2014

Klappentext, Cover, Titel, die Hingucker

In den letzten beiden Tagen sausten, dank der Google-Bildersuche, hunderte von Bildern an mir vorbei, vor allem Gemälde und Stücke aus alten Sammlungen. Ich habe mich schließlich für Wittisau entschieden, eine Miniatur aus dem Luzerner Schilling, und auch eine Adresse an der Universität gefunden, bei der ich nachfragen kann. Das soll dann unten etwas kleiner auf einer Seite erscheinen, "Markenname" Christa S. Lotz, nicht Christa Schmid-Lotz und Titel "Ein teuflisches Spiel" oben, vielleicht noch mit ein paar Ausschmückungen. Der Klappentext ist unvollständig, wie ich bei nochmaliger Durchsicht merkte, der Verlag hatte die Jahreszahl und für die Handlung wesentliche Personen und Ereignisse nicht erwähnt. Auf jeden Fall ist der Titel im Klappentext mit drin.
Neuer Klappentext:

Christa S. Lotz
Ein teuflisches Spiel
Historischer Krimi
Süddeutschland im Jahr 1526. Als die Blitze eines Unwetters die elterliche Burg zerstören, beginnt ein schweres Leben für die Tochter einer verarmten Ritterfamilie. Julia überlebt mit viel Glück und kommt bei einer Tante in der Stadt unter. Um die junge Frau entspinnt sich ein Gewirr von Intrigen. Sie wird denunziert und als Hexe angeklagt, nur durch die Hilfe einer Novizin entkommt sie einem Giftmord. Was treibt die ungeliebte Tante und die Äbtissin des Klosters zu ihrem teuflischen Spiel? Zusammen mit dem Stadtschreiber Wolfram sucht Julia nach der Lösung des Rätsels. Die beiden finden schließlich eine Spur, die sie zum Bischof in Rottenburg, zum Arzt Paracelsus und zu einem Alchimisten führt, der einen tödlichen Plan verfolgt. Der spannende Roman erschien 2011 mit dem Titel "Das Vermächtnis des Bischofs" im Verlag Oertel&Spörer.

Sonntag, 23. März 2014

Ein teuflisches Spiel-mit Cover und Titel


Bis heute habe ich neun Bücher veröffentlicht, einschließlich einer Anthologie und eines Kalenders. Und bisher durfte ich, was die Titel betraf, eigentlich auch immer mitreden. Die Cover wurden mir zumindest von den kleineren Verlagen vorgelegt, bei den ersten zwei habe ich sie sogar selber ausgesucht. Die vier Cover des größeren Verlages hätte ich nicht genommen, wenn ich die Wahl gehabt hätte. Erst kürzlich wurde öffentlich bekannt, dass sie nach rein markttechnischen Gesichtspunkten ausgewählt wurden. Schon bevor  mein erstes Buch herauskam, hatte ich mit leisem Schaudern diese grün- und rotgekleideten Frauen mit den abgeschnittenen Köpfen auf den Stapeln liegen sehen, die einen Wiedererkennungswert für LeserInnen und Buchhändler garantieren sollten. Man mag darüber denken, was man will und hat auch Verständnis dafür, wenn ein Verlag kein Risiko eingehen möchte. Aber eins ist klar: Diese Cover hatten mit dem Inhalt des Buches und mit der jeweiligen dort dagestellten Frau nichts zu tun! Besonders krass war das bei der "Hure und der Mönch". Der Titel war von mir, das Cover war etwas lasziv und entsprach nicht dem Inhalt, der alles andere als pornografisch ist. Es führte sogar dazu, dass die katholische Kirsche wegen "solcher Bücher" ihr Imperium Weltbild verkaufen wollte. Schließlich sollte niemand sagen können, dass sie damit Geld verdiene, gegen das sie am Sonntag von der Kanzel wettere. Ja, verkaufsfördernd war das ungeheuer! Inzwischen ist Weltbild bekanntlich in die Insolvenz gegangen, aber nicht wegen der "erotischen Literatur", sondern wegen eines falschen Managements. Das zeigt dieser neue Artikel in der Augsburger Allgemeinen. Und letztendlich profitieren die mehr als 600 entlassenen Mitarbeiter vom starken Arm der Kirche, denn keiner von ihnen muss in die Arbeitslosigleit gehen wie seinerzeit etwa die Schlecker- Frauen. Die Klappentexte meiner Bücher waren eigentlich immer in Ordnung, nur betonten sie manchmal zu sehr, dass es eine Liebesgeschichte sei. Natürlich gibt es meist auch eine Liebesgeschichte, aber ich schreibe keine reinen Liebesromane und werde es auch niemals tun.

Dass es nicht einfach ist, ein Cover zu finden, das den Kern eines Romans trifft und keine Mogelpackung ist, habe ich gestern und heute gemerkt, als ich in Wikimedia Commons nach gemeinfreien Bildern zu bestimmten Stichworten gesucht habe. Aber ich bin - zunächst einmal-fündig geworden. Diese Bilder entsprechen sehr stark dem Inhalt des Romans. Als Distributor könnte ich mir Xinxii vorstellen, die konvertieren es auf Wunsch in alle möglichen Shops. Dort habe ich auch eine historische Autorenkollegin entdeckt, bei der ich anfragen könnte. Sich allein dem Riesen Amazon auszuliefern ist wohl nicht mehr so angesagt. Neobooks habe ich schon geprüft, da scheint die Bindung an das Forum sehr zeitraubend zu sein. Die lektorierte Fassung liegt mir vor. Leider ist die Endfassung auf Diskette gespeichert, so dass ich mir wohl noch ein externes Diskettenlaufwerk kaufen muss. Konnte ich denn im August 2011 ahnen, dass ich den Roman einmal selbst herausbringen würde? Hier noch einmal zum Vergleich das urprüngliche Verlagscover und der Titel. Frage an meine Blogleser: Welches Cover, welcher Titel könnte am ansprechendsten sein?

Klappentext (von mir):
Als die Blitze eines Unwetters die elterliche Burg treffen und alle Bewohner töten, beginnt ein schweres Leben für die Tochter einer verarmten Ritterfamilie. Julia überlebt mit viel Glück und kommt bei einer Tante in der Stadt unter. Um die junge Frau entspinnt sich ein Gewirr von Intrigen, und nur durch die Hilfe einer Novizin entkommt sie einem Giftmord. Was treibt die ungeliebte Tante und die Äbtissin des Klosters zu ihrem teuflischen Spiel? Zusammen mit dem Stadtschreiber Wolfram sucht Julia nach der Lösung des Rätsels. Die beiden finden schließlich eine Spur, die sie zu einem Bischof in Rottenburg führt. Der spannende Roman spielt im späten Mittelalter zwischen Sulz am Neckar, Rottenburg, Tübingen und Staufen.

Edit: Es wäre für mich auch kein Problem, mir kostenpflichtige Angebote einzuholen.
  

Donnerstag, 22. August 2013

Trauma und Zwang

Stephen King sprach einmal davon, dass es wie die Entdeckung eines Fossils sei, wenn ein Autor auf eine Idee stoße, die vielleicht schon lange in ihm vergraben ist. So ein Erlebnis hatte ich heute beim Schwimmen. Die Begriffe "Trauma" und "Zwang" gingen mir im Kopf herum, psychische Realitäten, mit denen ich Zeit meines Berufslebens zu tun hatte und habe. Allmählich entwickelten sich vor meinem geistigen Auge eine Täter - und eine Opferpersönlichkeit, die ich mit meinem lange gehegten Traum von einem Psychothriller in Verbindung brachte. Solche Momente sind übrigens mit die schönsten in einem Autorendasein! Mit diesem Thema könnte ich eine Menge von dem, was ich hautnah erlebt habe, verarbeiten. Bei einem Trauma, einer seelischen oder körperlichen Verletzung, kann das Ich die unerträglichen Bilder ins UB verbannen. Derjenige kann scheinbar normal weiterleben, doch wirken die verdrängten Mächte weiter und können durch einen Trigger, ein Schlüsselerlebnis, wieder zum Vorschein kommen. Es entwickeln sich eine postraumatische Belastungsstörung oder auch Zwänge, die der Angstabwehr dienen. Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist viel verbreiteter, als man denkt. "Heil" wird ein Betroffener nur, wenn es ihm (mit psychotherapeutischer Hilfe) gelingt, zum Ursprung des Traumas vorzudringen. Man gackert bekanntlich nicht über ungelegte Eier, nur soviel sei verraten: Beginnen soll der Thriller in Hamburg.

In der nahen Zukunft werde ich also mehrgleisig fahren. Der 18. Jahrhundert-Roman, möglicherweise Krimi- und Sittengemälde in einem, soll weiter langsam wachsen. Den Schwarzwaldkrimi werde ich im September noch einmal überarbeiten und derweil die Story um den Psychothriller reifen lassen.

Donnerstag, 28. Februar 2013

Genre oder Nische? Für wen schreiben wir?

Zur Zeit habe ich, da ich nicht schreibe und weder überarbeite noch plotte, viel Zeit, über mich und das Schreiben nachzudenken. Zumindest in den Stunden, die mir vom vermehrten Arbeitseinsatz im Beruf übrig bleiben.Wenn ich eine Bilanz ziehen will, was mein Schreiben im Genre und in den Nischen betrifft, so ist der Fall ganz klar: Meine beiden ersten Romane waren eindeutig Nischenthemen. Mit der Agentur kam dann ein Vertrag mit einem größeren Verlag, bei dem ich inzwischen den 4. Roman veröffentliche. Dazwischen erschienen noch ein regionales Buch und ein Kalender bei einem Kleinverlag sowie eine Anthologie mit drei Kurzgeschichten von mir. Den ersten Roman habe ich im letzten Jahr als E-Book wiederaufgelegt, der zweite erschien im Mai 2012 als E-Book seiten des Verlages. Zum Thema Genre, Nischen und Self Publishing habe ich einen interessanten Artikel bei Kerstin Brömer im Literaturjournal gefunden. Demnach hat man im Buchhandel eher Chancen, etwas zu verkaufen, wenn die Buchhändler wissen, wo sie es hinstellen sollen. Dank Cover und Klappentext wussten sie es bei meinen Büchern, aber schon der historische Roman "Das Vermächtnis des Bischofs" wanderte von den Regionalia über die historischen Romane zu den Regionalkrimis (und steht jetzt unter "Schwabenromane" im Regal). Offensichtlich sind Leser sehr kritisch, was Genres betrifft. Wenn auf einem Buch "Thriller" draufsteht, möchten sie keinen gemütlichen Krimi lesen. Und ehrlich gesagt, bin auch ich über so etwas schon enttäuscht gewesen. Fantasy im historischen Roman und im Krimi/Thriller mag ich zum Beispiel ebenfalls nicht.

Vor mehr als zehn Jahren schrieb ich in einer Schreibwerkstatt Kurzgeschichten. (insgesamt ca.50). Da gab es eine Zeitlang eine Werkstattleiterin, Jutta Miller-Waldner, die einzelne Geschichten kommentierte. Sie prophezeite mir, dass ich wohl niemals für die Massen schreiben würde. Das wollte ich auch nicht, und doch ist es soweit gekommen, dass es jetzt schon Vorbestellungen für meinen historischen Roman gibt, der im Juni erscheinen soll. Irgendwem müssen diese Geschichten also gefallen haben! Interessant ist auch, in welchen Kategorien ich diese Kurzgeschichten geschrieben habe. Aus einigen haben sich nämlich Romane entwickelt. Es waren belletristische Geschichten, Essays, Familiengeschichten, Märchen, Krimis und Thriller, Satiren, Horror, Sience Fiction und historische. Jetzt ist die Frage, wie ich auf der Tonleiter weiter spielen möchte/könnte/sollte.Gerade lese ich das Buch meiner Kollegin Tanja Schurkus über Matthias Claudius, eine Romanbiografie. Über ihn wusste ich nicht viel mehr, als dass er Lieder wie "Der Mond ist aufgegangen" geschrieben hat -und bin fasziniert von den zeitlichen Umständen, in denen dieser Dichter lebte, über die Schauplätze (Hamburg, Darmstadt), über die Kollegen, mit denen er verkehrte, seine Liebe und sein Festhalten am Glauben, gegen den Widerstand von Goethe, Herder und anderen Größen jener Zeit! Ob ich noch mal so eine Romanbiografie schreiben möchte? Über Annette von Droste-Hülshoff ist schon sehr viel geschrieben worden, über Martin Wieland und Sophie la Roche ebenfalls. Wie wäre es mal mit einem Maler wie Lucas Cranach, dessen Bilder mir jedesmal in den Museen entgegenspringen?

Ich werde in der nächsten Zeit noch ein wenig aufräumen. Alte Kurzgeschichten, die nichts Besonderes aussagen, werde ich endlich mal wegschmeißen und nur die Besten aufbewahren. Romanideen, die sich nicht ausbauen lassen oder zu denen ich keinen Zugang mehr habe, werden eliminiert. Und dabei merke ich, dass mein Kopf immer klarer wird für das, was ich eigentlich wirklich schreiben möchte, auch wenn ich es momentan noch nicht wirklich weiß.

Samstag, 29. September 2012

E-Book verschenken, dies und das

Nachdem ich festgestellt habe, dass der Weltbildverlag nun doch nicht verkauft wird und meine besondere Stellung bei diesem Manöver erkannte, widme ich mich jetzt erst mal wieder meinem E-Book und möchte darüber berichten, wie sich das so entwickelt. Ursprünglich hatte ich ein gewaltiges Aber gegenüber diesen Verschenkaktionen, und ich war bis zuletzt im Zweifel darüber, ob sich der Aufwand bei meinem speziellen Nischenbereich lohnen würde. Nachdem mir aber Amazon vorgestern eine Verkaufszahl übermittelte, die weit unter den niedrigsten Zahlen aller meiner Printbücher lagen, war es für mich klar, dass ich zu diesem Mittel greifen m u s s, schon aus Solidarität gegenüber meinem Protagonisten, den erst sein Tod als Dichter und Schriftsteller unter die Leute brachte. So habe ich mich in den letzten Tagen  kundig gemacht, Kontakt mit einigen Plattformen aufgenommen und die Kostenlos-Aktion auf Dienstag, den 2. Oktober festgelegt und bei Amazon angemeldet. Im Austausch mit einem freundlichen Menschen von xtme.de erfuhr ich, dass Dienstag ein guter Tag sei, freitags zum Beispiel würden eher die Vampir-Horrors kommen, dass 500 Downloads ein gutes Ergebnis sein würden und ich verlängern könnte, wenn eine gute Position erreicht ist. Krimis und Thriller erreichen 3-5mal so hohe Rankings. Je mehr kostenlose Downloads erzielt werden, desto "sichtbarer" wird das Buch. Eine andere Plattform, eleboo, hat bereits zugesagt. Morgen kommt noch das Amazon-Forum zum Vorstellen der Bücher dran. Je mehr ich nun erfahren habe über diese Aktionen, desto sicherer werde ich, und inzwischen freue ich mich schon darauf! Am Dienstag habe ich zwar ab 14.00 ein Team, Mittwoch ist Feiertag, aber irgendwas ist ja immer. Am Montag werde ich es noch auf Facebook und Twitter mitteilen.
Das alles hat mich jetzt so beflügelt, dass ich meinen Bauernkriegsroman wieder ausgekramt habe (für später zum Überarbeiten) und eine Idee für den historischen Krimi, aus dem alten, entwickelt habe, nur die Spur einer Idee: 17. Jahrhundert, Schwarzwald, ein abergläubisches Dorf, ein Mord und die Raunächte mit der Wilden Jagd. Zum Beispiel, es gärt noch. Das könnte ich für den Verlag oder für SP schreiben. Apropos Verlag: Von meinem mittleren Kleinverlag, mit dem ich zwei Projekte verwirklicht habe( Kalender und Vermächtnis), erhielt ich heute eine Einladung zur Frankfurter Buchmesse. Da kann ich jedoch dieses Jahr nicht hin, es wird einfach zuviel sonst.

Mittwoch, 1. September 2010

September-ein Neuanfang

Der September ist auch bei mir ein Monat, auf den ich mit Spannung blicke.
Einerseits ist da noch diese spinnwebfeine Nostalgie, tauchen Bilder vor mir auf von Kürbissen, Kamille und Klatschmohn am Wegrand und Rilkes Worte
"...wer jetzt kein Haus hat, baut auch keines mehr, wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, und lesen, lange Briefe schreiben."
Es ist ein Abschied, aber in jedem Ende ist ein Anfang enthalten. Was geht denn eigentlich zu Ende? Ich glaube, die Ära des Stapelschreibens geht zu Ende. Nicht, dass meine Bücher nie mehr auf einem Stapel liegen oder in die Regale der Buchhandlungen eingereiht sein sollten. Aber in Zukunft werde ich mich darüber freuen, meine kleinen Werke in den regionalen Abteilungen zu sehen. Oder auch mal gar nicht. Ich bin immer wieder ein wenig entsetzt, wie austauschbar die Bücher auf dem Stapel sind. Und ich selbst bin da genauso grausam: Gestern habe ich die Bücher, die ich gewiss nie mehr lesen werde, aus meinem Regal genommen, um Platz für Neues zu schaffen. Mit dem Lesen ging es mir danach gar nicht gut: Es waren neue Krimis hereingekommen (aus dem Bücherei-Flohmarkt), aber der einzige, den ich lesen konnte, war einer von Agatha Christie (Die Schneewittchen-Party). Ausgelesen, erstmal, aber noch lange nicht ausgeschrieben. Ich möchte in diesem Monat Kurzgeschichten, Erzählungen und szenische Skizzen schreiben, über historische und literarische Persönlichkeiten.
Der Anfang ist schon konzipiert: Der berühmte Astronom Johannes Kepler aus Weil der Stadt (hier in der Nähe) und der Hexenprozess gegen seine Mutter. Jetzt bin ich gespannt, ob vom Verlag eine Antwort kommt. Das ist fast spannender als ein Krimi.