Donnerstag, 22. August 2013

Trauma und Zwang

Stephen King sprach einmal davon, dass es wie die Entdeckung eines Fossils sei, wenn ein Autor auf eine Idee stoße, die vielleicht schon lange in ihm vergraben ist. So ein Erlebnis hatte ich heute beim Schwimmen. Die Begriffe "Trauma" und "Zwang" gingen mir im Kopf herum, psychische Realitäten, mit denen ich Zeit meines Berufslebens zu tun hatte und habe. Allmählich entwickelten sich vor meinem geistigen Auge eine Täter - und eine Opferpersönlichkeit, die ich mit meinem lange gehegten Traum von einem Psychothriller in Verbindung brachte. Solche Momente sind übrigens mit die schönsten in einem Autorendasein! Mit diesem Thema könnte ich eine Menge von dem, was ich hautnah erlebt habe, verarbeiten. Bei einem Trauma, einer seelischen oder körperlichen Verletzung, kann das Ich die unerträglichen Bilder ins UB verbannen. Derjenige kann scheinbar normal weiterleben, doch wirken die verdrängten Mächte weiter und können durch einen Trigger, ein Schlüsselerlebnis, wieder zum Vorschein kommen. Es entwickeln sich eine postraumatische Belastungsstörung oder auch Zwänge, die der Angstabwehr dienen. Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist viel verbreiteter, als man denkt. "Heil" wird ein Betroffener nur, wenn es ihm (mit psychotherapeutischer Hilfe) gelingt, zum Ursprung des Traumas vorzudringen. Man gackert bekanntlich nicht über ungelegte Eier, nur soviel sei verraten: Beginnen soll der Thriller in Hamburg.

In der nahen Zukunft werde ich also mehrgleisig fahren. Der 18. Jahrhundert-Roman, möglicherweise Krimi- und Sittengemälde in einem, soll weiter langsam wachsen. Den Schwarzwaldkrimi werde ich im September noch einmal überarbeiten und derweil die Story um den Psychothriller reifen lassen.

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