Sonntag, 8. November 2009

Sumolacenna, Hermann von Ow und Sebastian Blau

So schön können Recherchen sein, und bei dem Wetter ideal für ein langes Wochenende!
Kurz zusammengefasst( die Berichte habe ich schon geschrieben, die Fotos sind gemacht oder fertig): Gestern im tiefsten Schwarzwald, bei Peter Munk, dem Kohlenbrenner, der reich werden will, dem der Holländermichel sein Herz herausreißt und an seine Stelle einen Stein setzt. Eine schöne Inszenierung mit viel Holzkarussel, Musik und Schreckeffekten. Wenn das kleine Mädchen im weißen Renaissancekleidchen, das zufällig in der Tür stand, mit großen Augen, uns hätte Walzer tanzen sehen! Sie hätte sicher gedacht, das gehöre dazu. Aber so wird es nicht im Kalender stehen.
Der Diener Ambrosius begleitet den Schlossgast durch die weiteren Räume, dabei fängt er an zu schnarchen. An der -mit Tüchern zugedeckten - Tafel -die Herrschaften waren dauernd verreist- kann man die Geschichten der Schlossbewohner und ihrer Gäste auf den Tellern lesen.

Heute nun die antike römische Stadt Sumolacenna, die unter der Stadt Rottenburg am Neckar zum Vorschein gekommen war. Die hatten es drauf, die Römer! Saßen zusammen in der Latrine, über der Kloaka Maxima, verrichteten ihre Geschäfte, plauderten und freuten sich auf Linsen mit Esskastanien und Austern vom französischen Atlantik! Bis die Alamannen sie überrannten und ihre Holzsiedlungen gründeten, von denen heute nichts mehr übrig ist. Sebastian Blau alias Josef Eberle hat dieses Museum ermöglicht. Er war der meistgelesene Dichter und Publizist seiner Zeit, bekam Schreibverbot von den Nazis und gründete später die "Stuttgarter Zeitung". Wir haben ein Buch über ihn erstanden, denn auch er ist Thema im Kalender. Selbst ein Wanderweg in Rottenburg ist nach Sebastian Blau benannt.

Ach ja, der Hermann von Ow. War einer der möglichen Besucher auf Schloss Neuenbürg. Seinen Spuren sind wir heute nachgegangen, denn das Geschlecht hatte ganz in der Nähe von uns seine Stammsitze. Ob er etwas mit Hartmann von der Aue zu tun hat? Der in Neuenbürg soll auf jeden Fall Minnesänger gewesen sein, und im 13. Jahrhundert lebten sie beide.

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