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Sonntag, 16. Juni 2019

Ver-Reisen, Urlaub, Tourismus

Kürzlich las ich in meiner Zeitung, dass es bestimmte Gebiete dieser Erde gäbe, auf die sich der Massentourismus konzentriere und sie auch zerstört habe. Vielerorts überlege man sich schon, ob man nicht Quoten erstellen solle, weil die Venezianer und Barceloner keinen  bezahlbaren Wohnraum mehr bekommen, denn es wird alles an Touristen vermietet. Als Erstes fallen einem da Orte wie Venedig, die Insel Mallorca, der Louvre und viele andere ein. Hier eine Liste mit den 25 berühmtesten Reisezielen:https://fritzguide.com/reiseziele-die-der-tourismus-zerstoert-hat/
Da ich selbst in meinem Leben sehr viel gereist bin, habe ich diese Entwicklung mit zunehmender Sorge verfolgt. Und eigentlich kann ich von Glück sagen, dass ich den Eiffelturm, den Louvre, den Parthenon von Athen, Mallorca, Dubrovnik, Pompeji, Barcelona und die Ruinen von Delphi in einer Zeit besucht habe, in der das noch halbwegs zivilisiert möglich war. Aber schon die Mona Lisa konnte ich vor langen Jahren schon nicht mehr aus der Nähe sehen, weil unzählige Touristenköpfe sie verdeckten. In Venedig war Anfang dieses Jahrtausends kein Besuch des Markusdoms möglich, wir mussten auf den Dogenpalast und die Gemäldegalerie ausweichen. Schloss Neuschwanstein konntest du selbst im Regen vergessen. Die Iguazu-Wasserfälle hatte ich schon mit 19 Jahren gesehen, den Londoner Tower mit 18, den Salto Angel in Venezuela in den Neunziger Jahren vom Flugzeug aus. Auf Madeira im Oktober wanderten wir mit unzähligen anderen Leuten auf den Wegen. Die blaue Grotte in Capri wurde mit etwa zehn Booten befahren. War alles einmalig, doch zu welchem Preis, wenn man die Besucherzahlen anschaut!


Madeira, Capo de Sao Vicente
Wenn man viele der schönsten und berühmtesten Orte dieser Welt gesehen hat, kann man ja eigentlich auch zu Hause bleiben. Oder? Wenn dieses Wörtchen "wenn" nicht wäre. Wenn einem die Decke auf den Kopf fällt, weil man zwar an einem Ort wohnt, an dem andere Urlaub machen (Schwarzwald), diese Gegend aber sukzessive ebenso massiv zerstört wird wie die anderen Touristenorte auch. Nicht nur durch den Tourismus. Durch Flächenverbau, Bodenversiegelung, Industrieansiedlungen, neue Straßen und rapide zunehmendem Verkehr. Es gibt aber Orte, die wie Rückzugsgebiete sind. Man muss sie nur kennen. Hier einige Beispiele von Ecken, die sich ihren ursprünglichen Charme bewahrt haben.
Versteckte Stellen am Bodensee

Burg Wildenstein im Donautal

Der Blautopf in Blaubeuren (nicht ganz so "totbesucht" wie der Mummelsee im Schwarzwald)

Idylle im Garten des Schlosses Lindich bei Hechingen

Dom in St. Gallen

Jagdschloss in Hirsau

Figuren am Eulenturm in Hirsau

Hohenzollernblick

Ein ursprünglicher Traufweg der schwäbischen Alb

Mittwoch, 17. April 2019

Das Cover für den neuen Krimi ist da!

Das Cover für meinen zweiten Schwarzwaldkrimi "Tod am schwarzen Fluss" ist jetzt da, außerdem ist der Roman als E-Book ab sofort in den Shops und kann vorbestellt werden. Was mit einer harmlosen Wanderung und den Ostertraditionen beginnt, entwickelt sich zu einem Kampf um Leben oder Tod. Der Wolf spielt zwar eine untergeordnete, aber tragisch-symbolische Rolle.

Der Roman erscheint am 6. Mai 2019 als E-Book, im Juli 2019 als Print. E-Book jetzt vorbestellbar bei
Amazon https://amzn.to/2L18YOh
Thalia https://bit.ly/2Vg8jN1
Osiander https://bit.ly/2W35FHj

usw.

Offizieller Klappentext:

Was gibt es Besseres, als einen Urlaub im Schwarzwald? Das denkt sich auch die Journalistin Lisa Faber, die gemeinsam mit dem befreundeten Hauptkommissar Steidle eine Wanderung durch das große Enztal unternimmt. Nebenbei recherchiert sie über den Schwarzwald und seine Traditionen, denn sie hat sich in den Kopf gesetzt, ein Buch darüber zu schreiben. Dabei stößt Lisa auf ein Tagebuch, das einer Frau gehörte, die die letzten Kriegstage im Tal miterlebt hat. Als dann bei den Bauarbeiten eines neuen Supermarktes die Leichen einer ganzen Familie zum Vorschein kommen, erkennt Lisa einen Zusammenhang. Doch Steidle will davon nichts wissen. Und so begibt sich die Journalistin auf eigene Faust auf die Spuren der Vergangenheit …

Sonntag, 31. Juli 2016

Die Wiederentdeckung des Savoir Vivre

Wenn einer für eine Weile das Tosen der großen Städte und des röhrenden Netzes verlässt, kann er auch ganz in seiner Nähe etwas entdecken und erleben. Unlängst besuchten wir wieder einmal unsere Nachbarstädtchen Wildberg und Neubulach. Das Wildberger Kloster Reutin (Museum) mit lauschigem Park und einem Kräutergarten ist ein Ort der Stille. Nur einige aufgeweckte Kinder spielten am kleinen See, zeigten uns die Kaulquappen und einen winzigen Frosch, der daraus hervorgegangen war. Die Burg Wildberg ist eine guterhaltene Ruine aus dem Mittelalter. Von hier aus hat man einen großartigen Blick ins Nagoldtal. Auf dem Weg nach Neubulach, einem alten Bergarbeiterstädtchen, kamen wir an der Lochsägemühle vorbei, deren Mühlrad noch in Betrieb ist. Vom darüber gelegenen Stausee stiegen zwei Wanderer herab. Es war ein Rentnerehepaar, er Sarde, sie waschechte Schwäbin. Sie genießen das Leben, das sah man ihnen an. Von Mitte Mai bis Mitte Juni und von Mitte September bis Mitte Oktober fahren sie in den Urlaub - nach Sardinien, nach Südtirol und zu weiteren schönen Zielen, die in der Nebensaison günstiger und nicht so überlaufen sind. Das und anderes hat uns dazu angeregt, nächste Woche mal wieder ins Fränkische zu fahren. Dort ist es menschenleerer und alles geht etwas lässiger zu, man kann wieder ein, zwei Tage durchatmen.

Freitag, 6. Mai 2016

Schreib - und Reiselust -gedämpft??

Heute mal wieder ein Beitrag in eigener Sache. Die langen schaurigen Wintermonate hatte ich dazu genutzt, meine drei E-Books bei Tolino Media zu vermarkten. Nach einem halben Jahr aber ist die Zeit vorbei (im Buchhandel oft schon nach zwei Monaten). So kramte ich beziehungsweise holte ich mit neuem Schwung meinen Schwarzwaldkrimi aus den Dateien und überarbeitete ihn noch einmal gründlich. Vor ein paar Tagen habe ich alles - Exposé, 20 Probeseiten, Vita und Bibliographie -per Email an eine kleinere Agentur geschickt, wohl wissend, dass da keine Antwort kommen würde. So what, ich hatte jetzt alles getan, schickte noch die letzte Großverlagsabrechnung ans Finanzamt und eine Knöllchenrechnung an die Stadt. Jetzt sollte es endlich losgehen, denn ein Riesenhoch begann sich über Europa auszudehnen. Endlich mal eine andere Luft schnuppern, endlich mal raus aus diesem Joch aus Autobahnen, Industrieanlagen, täglich wachsenden Supermärkten auf der grünen Wiese und dem allgegenwärtigen hupenden, stinkenden Verkehr mit Autofahrern, die sich immer nur vordrängen und lebensgefährliche Manöver unternehmen, wenn man es gewagt hat, sie zu überholen! Neben Nordspanien, das mein Freund schon lange anvisiert, und der Haute Provence bleiben uns hier im Daimlerland eigentlich nur wenige Alternativen, wo man ohne Bahn und Flugzeug noch einigermaßen unbelästigt hinkommt: Das Schwarzwälder Kinzigtal, die schwäbische Alb, der Bodensee, Oberschwaben und das Allgäu. Wenn man allerdings am Bodensee oder im Allgäu ist, sieht es schon wieder anders aus. Wir wollten schon lange mal wieder ins Bayerische fahren - Erinnerung an weißblauen Himmel und blauweiße Tschdecken, Kirchen, die wie Fata Morganas vor diesem Himmel schweben, dazu die Schweinebraten und Knödel zu wohlfeilen Preisen.

Wie gesagt, als nun alles getan und erledigt war, machten wir uns auf in das gelobte Land. Es ging auch recht flott voran über die schwäbische Alb, derweil Lastwagenfahrer, Hausfrauen und Geschäftsreisende beim Mittagsmahl saßen. Auf der Alb gibt es eine noch ziemlich verlassene Gegnd, wo wir in einem (uns bekannten) Gasthaus einen wahrhaft köstlichen Mittagstisch zu uns nahmen. Bärlauchsuppe, einen delikaten Salat mit echt schwäbischem Kartoffelsalat, Gulasch mit Spätzle sowie einen Vanillepudding mit eingemachten Erdbeeren. Das reichte für den Rest des Tages, und mit nur 6 Euro hatten wir noch einen prall gefüllten Reisesack übrig. Vor einiger Zeit lebte die frühere Besitzerin dieses Gasthofes noch. Sie sagte uns: Genießen Sie nur die Zeit, sie geht so schnell vorbei! Vor zwei, drei Jahren ist die liebenswerte Dame im Alter von 95 Jahren verstorben. Ja, wir hatten uns dieses Motto auf den Schild geschrieben, aber wie heißt es noch: Es kann der Beste nicht in Frieden leben ...denn als wir am Ziel ankamen (Mindelheim), war die Stadt total verstopft, so voll, dass wir rückwärts wieder rauskatapultiert wurden. Wenn es selbst in ländlichen Mittelstädten so zugeht vor den Feiertagen, kann man; na was? In Deutschland keinen Individualurlaub mehr machen. Der Tag wurde nur dadurch gerettet, dass es gelang, ins schöne Landsberg am Lech hinein zu gelangen, dort einen Rundgang zu machen, bei einem freundlichen Italiener eine großen Latte Macchiato zu trinken, die wunderbare Asamkirche zu inpizieren und dem Tosen des Lechs zu lauschen. Wieder daheim, waren wir ganz schnell wieder auf unserer zuverlässigen schwäbischen Alb, um stundenlang bergauf bergab in der Natur umherzuwanden. Ausnahmsweise wurde die Ruhe nur von einer Gruppe junger Männer unterbrochen, die auf einem Schäferkarren sitzend feierten.

Was hat nun das eine mit dem anderen zu tun? Der Weg zu einem Urlaubsort ist oft langwierig, frustrierend und mit vielen Hindernissen versehen. So war es allerdings auch schon bei unseren Altvorderen. Wer einmal den-etwas langweiligen-Reisebericht Goethes nach Italien oder sonstige Beschreibungen gelesen hat, weiß, wie mühevoll das Reisen anno dazumal war. Wobei die damaligen Wegelagerer und schlitzohrigen Wirte fast eins zu eins übertragen werden können. Die meisten setzen sich heute eh in den Flieger, was wegen der Kontrollen ziemlich unangenehm geworden ist. Man muss also immer durch finstere Täler gehen und sieben Berge überklimmen, um ein ersehntes Ziel zu erreichen. Da es so schwierig und so unangenehm ist, kann man natürlich auch zu Hause bleiben. Man kann aufhören zu schreiben oder gar nicht erst damit anfangen, weil auch das immer schwieriger wird. Nach dem BGH-Urteil vom 21. April 2016 (Siehe oben rechts) suggeriert die Presse marktschreierisch den Untergang vieler Verlage. Neue Autoren würden erst gar nicht aufgenommen in der Verlags- und Agenturwelt, noch mehr Autoren würden den Weg des Self Publishing gehen und alles versinkt im Drögen. Ein Hauen und Stechen wie im Mittealter. Doch gibt es da ein paar Dinge, die man erleben kann. Und die erlebt man nur, wenn man trotz alledem losgeht, -fährt, - wandert - und -schreibt.




Donnerstag, 18. Juni 2015

Dem Tag mehr Leben geben

Ergänzend zum letzten Beitrag Wie die Zeit vergeht und Sie sie verlangsamen können noch ein paar Episoden, die unsere Zeit mehr erfüllt und von solchen, die ihren Besitzern eher einen Schlag in die Magengrube versetzt haben, von denen sie sich nicht mehr so schnell erholen sollten. Jeder, der meinen Blog regelmäßig verfolgt, weiß, wie sehr wir jedes Jahr unter der Qual der Wahl des Urlaubs leiden. Es wird nicht geflogen, es wird nicht mit der Bahn und schon gar nicht mit dem Bus gefahren (ich allein dagegen fahre öfter mit der Bahn durch die ganze Republik). Ein Fahrrad kann ich bei mir nicht unterstellen, und zu Fuß kommt man nur bis zur nächsten und übernächsten Baustelle. Doch das Autofahren, von vielen verpönt, aber von der Mehrheit mit Begeisterung und dem Verteidigungswillen von Hirschbullen betrieben, hat wie alles seine Vor - und seine Nachteile. Man kommt fast überall hin und kann anhalten, wo man will. Ein Ort kam uns in den Sinn, an dem wir uns schon im letzten Jahr sehr wohl gefühlt hatten: Das Ellwanger Seenland. Die Anfahrt war allerdings, wie alle An - und Abfahrten seit Jahren, ein schweres Stück Arbeit: wegen der Umleitungen und Baustellen. Umleitungen führen dazu, dass man ums Ziel herumgeleitet oder davon weggelockt wird. Aber irgendwann ist das Ziel erreicht, und tatsächlich ist das schöne Appartment mit Garten für eine Nacht frei. In der Stadt blühen und duften die Linden wie im letzten Jahr, die Kirchen sind offen und die sonnendurchfluteten Straßen voller Leben und kulinarischer Verlockungen. Für den Abend fand sich sogar noch ein See, um den man herumwandern konnte, ein Naturschutzgebiet mit gelben Lilien und Seerosen und ein Biergarten, von hohen Kastanien und Weißbuchen überschattet. Und so ging es am nächsten Tag grad weiter: Unter der Woche ist Rothenburg ob der Tauber nicht ganz so überlaufen. Neben viel Kitsch kann man auch schöne Dinge kaufen, doch für die Toilette im Café und für die Kirchenbesuche muss man extra zahlen. Auch hier blühen und duften die Linden, das Ganze ist von einem fast provenzalischen Licht überstrahlt.


Umwege und Baustellen können allerdings auch dazu führen, dass man Neues entdeckt und erlebt, wie die Geschichte mit dem Sauerbraten in der kleinen Wirtschaft auf den Höhen. Zu dem Braten kamen wir, weil die Straße nach Creglingen im Taubertal (mit dem berühmten Altar von Tilman Riemenschneider) gesperrt war. Die Themen der drei anderen Gäste kreisten ebenfalls um den Verkehr. Ein Ungar wollte von einem amerikanisch sprechenden Münsteraner wissen, wo es hier - in der Pampa - zur Autobahn gehe. Ich glaube nicht, dass er hingefunden hat. Man merkt hier schon allmählich, was uns ständig daran hindert, unseren Tagen mehr Leben und weniger Verdruss zu geben!

Denn neben der Hin - droht auch jedes Mal die Rückfahrt. Das Hohenloher Land ist leider nicht mehr die ruhige paradiesische Oase zum Entfalten der Sinne, auch wenn es das Hallesche Landschwein immer noch gibt. An der Autobahn staubt es kilometerlang aus den Baustellen, in Schwäbisch Gmünd, von mir als mittelalterlicher gewaltiger Schöpfungsakt beschrieben, bricht viertelstundenweise der gesamte Verkahr zusammen. Eine Apokalypse! Und das nur, weil man seit der Landesgartenschau verkehrsmäßig viel verbessert, extra einen Tunnel gebaut hat, in dem es einen Unfall gab, zu dem der ADAC nicht mehr durchkam. Auf einem anderen Tripp, bei dem wir uns durch Umleitungen immer weiter entfernten, sahen wir die Auswirkungen von Stuttgart 21. Eine Schneise der Verwüstung, glücklicherweise nur auf einem ca. 300m breiten Streifen hoch oben auf der Schwäbischen Alb. Alles Leben, was man sich eingesaugt hatte, wurde wieder ausgepresst wie aus einer Zitrone. So sind wir jetzt zufrieden, dass es den ganzen Tag regnet und wir nicht wieder überlegen müssen, wohin wir denn in den Urlaub fahren könnten. Und auch nicht streiten, wer denn nun wieder schuld war, du oder ich oder die Regierung oder das Wetter oder die anderen Autofahrer, die nicht autofahren können und sich benehmen wie die röhrenden Hirsche.

Donnerstag, 11. Juni 2015

Wie die Zeit vergeht und Sie sie verlangsamen können

In der einen Woche ohne die Routine der Arbeit habe ich eine erstaunliche Erfahrung gemacht: Die Zeit verging viel langsamer, ohne dass dadurch Langeweile aufgekommen wäre. Ich hatte plötzlich für alles Zeit, selbst zum Wäscheaufhängen, so richtig mit Wäscheklammern, zum Einkaufen und zum Relaxen. Termine sind die größten Zeitfresser. Die kann ich mir jetzt selber setzen. Wann ich das Haus verlasse, wann ich zum Schwimmen gehe, wann ich mein Ebook noch einmal überarbeite und wann ich es herausgebe. Wann ich in den Urlaub gehe. Alle Lebensbereiche waren um diese paar Stunden Arbeit aufgebaut gewesen, ständig war ein Druck zu spüren, der andere wichtige Dinge an sich gesogen und beschleunigt hat. Vielleicht ist doch etwas dran den Worten eines"positiven Psychologen", der die These aufstellt, dass Routine die Zeit beschleunigt, das Ausfüllen ihrer einzelnen Momente dagegen verlangsamt. Er führt als Beispiel einen Forscher an, der sich zwei Monate lang in einer Höhle einschließen ließ, Routinearbeiten verrichtete und hinterher angab, die gefühlte Zeit sei e i n Monat gewesen. Viele Menschen empfinden die Beschleunigung auch zunehmend mit dem Älterwerden. Liegt es daran, dass die Restzeit des Lebens sich zunehmend verkürzt? Nein, sollte man denken, für ein Kind müsste die Zeit doch rasen, bei allem, was es neu lernt und erlebt. Aber nichts in meinem Leben kommt mir länger vor als die ersten zwanzig Jahre. Ob es Kinder und Jugendliche heute auch noch so erleben? Oder hat sich die Welt an sich nicht beschleunigt und reißt alle, jung und alt, in ihrem Strudel mit? In dem Artikel schlägt der Autor vor, sich etwas für die Restzeit seines Lebens vorzunehmen, egal auf welcher Stufe man sich befindet. Etwas zu ändern, etwas zu machen,was man noch nie gemacht und was man noch nie gewagt hat. Es muss ja nicht endgültig sein, man kann es zunächst mal für dreißig Tage ausprobieren.
Wie die Zeit vergeht und Sie sie verlangsamen können.

Donnerstag, 1. August 2013

Sommerloch

Nun liegt der Monat August in seiner ganzen jungfräulichen, heißen Breite vor uns. Früher sagte man dazu immer "Sommerloch" oder "Sauregurkenzeit". Das heißt, die meisten Leute sind im Urlaub, die Daheimgebliebenen machen es sich an den Badeplätzen, in den Cafés und an den Grillstellen gemütlich. Oder sie ernten ihre Träuble, ihre Kirschpflaumen und Gurken, um sie einzuwecken oder Tortenböden damit zu belegen. In den sozialen Medien geschieht nichts wirklich Neues, und auch ich habe im Augenblick nichts Neues zu sagen. Der August wird ein Urlaubsmonat, auch wenn mein Urlaub schon einige Zeit hinter mir liegt. Gestern Abend konnten wir endlich einmal wieder über die Höhen laufen, ohne dass einem die Sohlen verbrannten oder Bäume auf den Kopf fielen. Ich spiele sogar schon wieder mit dem Gedanken an Freiluftschreiberei. Am Wochenende ist ein Besuch in Frankfurt angesagt. Dann kann ich nur hoffen, dass nicht wieder wie letztes Jahr die Klimaanlage im ICE ausfällt und es nichts mehr zum Trinken gibt.
Siehe auch: Räubergeschichten

Mittwoch, 10. Juli 2013

Was macht einen Autor glücklich?

















Dieses Jahr hat es sich voll gelohnt, im Ländle zu bleiben. Hatten wir doch den Glauben daran, im eigenen Land Urlaub machen zu können, schon vollkommen aufgegeben. Und es wurde immer besser: Nach dem Desaster in einem fränkischen Gasthaus (man ließ dort die Gäste im Dunkeln sitzen!) landeten wir tatsächlich in Ellwangen, im fränkischen Seenland. Und dort ist die Autorin auch endlich zur Ruhe gekommen. Was braucht sie mehr als ein lebhaftes Städtchen voller Kirchen, Tore und Türme, einen Markt, einen See, ein Buch? Eine Wallfahrtskirche und ein Schloss hoch über der Stadt, wo sie der Duft der Lindenblüten empfängt? Und einen Biergarten mit alten Kastanien und einem Sonntagsbraten mit Spätzle? Nur wenn man unterwegs ist und die Augen offen hält, begegnen einem die wirklich guten Dinge.
Wieder dahoim. Seit Wochen schreibe ich nicht mehr, es sind gefühlte Jahre. Aber das stimmt ja gar nicht. Ich schreibe im Kopf, ich lese in einem Buch über die Dichter des 18. Jahrhunderts. Bei denen ging es grundsätzlich auch nicht anders zu als bei uns. Auch Goethe wurde raubkopiert, wenn er nicht schnell genug nachlieferte. Gelebt haben sie alle nicht vom Schreiben. Aber sie waren in gewisser Hinsicht freier, was ihr Schreiben betraf. Frei bin ich nun auch, frei von Vorgaben und Veröffentlichungsdruck. Ich kann herumexperimentieren wie die Autoren des 18. Jahrhunderts, die ständig ihr eigenes Leben in Szene gesetzt haben. Bis vor Kurzem hatte ich mir nicht vorstellen können, ohne Hilfe weiterzumachen, ohne dabei in ein Loch zu fallen. Und habe die Erfahrung gemacht, dass es geht. Es geht sogar ohne Beruf, nie habe ich mich so wohl gefühlt wie in dieser Zeit! Aber ich will den Mund nicht zu voll nehmen, es wird sicher wieder der Tag kommen, wo der Blick darauf ein wenig getrübt wird ...

Freitag, 5. Juli 2013

Endlich Sommer!


So müsste es immer öfter sein: ein paar Tage am Stück Sonne und Wolken und blauer Himmel und keine Verpflichtungen außer der, es sich einfach nur gut gehen zu lassen! Gestern in Reutlingen gab es einen Vorgeschmack: Auf der Suche nach dem "Faustus" von Thomas Mann stolperte mein Begleiter über einen Buchhändler, der uns wiederum zu vier Exemplaren meines Buches führte. Und er entschuldigte sich, nicht aufdringlich sein zu wollen, wenn er mich bitte zu signieren. Und da nun ein umfangreiches Hoch vom Atlantik hereinkommt, haben wir kurzentschlossen in einem Gasthaus im Bühlertal in Franken gebucht, zwischen Schwäbisch Hall und Abtsgmünd. Wie ich schon sagte, ist es ein Landstrich für Zivilisationsgeplagte, eine Oase in der Stille, mit vielen Schlössern, viel Natur, klaren Flüssen, der lebhaften Stadt Schwäbisch Hall, einer der schönsten mittelalterlichen überhaupt, Seen, Rad- und Wanderwegen sowie einer herzhaften, preiswerten Küche. In Obersontheim ganz in der Nähe wurde Daniel Friedrich Schubart geboren, Kaspar Hauser wurde in Ansbach aufgegriffen, im Jagsttal liegt das Kloster Schöntal, und hier befindet sich auch die Burg des Götz von Berlichingen. Ich habe einen Krimi von Fred Vargas und ein interessantes Werk über das 18. Jahrhundert, das Leben und seine Dichter dabei. Passend dazu wird in Hall der "Faust I" aufgeführt, während der Nachtwächter dort seine Runden dreht.

Dienstag, 4. Juni 2013

Wieder mit dem Nabel der Welt verbunden

Seit letzten Samstag lebte ich zunehmend in einer Welt, die realer nicht hätte sein können. Im Fernsehen Berichte über die Hochwasser, die seit 500 Jahren in dieser Stärke nicht aufgetreten waren. Dazu die Aussage eines Meterologen, dass solche Phänomene jetzt immer häufiger würden, ebenso das Gegenteil, nämlich Dürren, dazu Stürme, Erdrutsche, Tsunamis. Es kann und wird unsere Lebensbereiche immer mehr einengen. Das Wandern am Albtrauf zum Beispiel dürfte momentan lebensgefährlich sein, überall sind die Kanten aufgrund des vielen Wassers, mit dem die Erde getränkt ist, abgebrochen und in die Tiefe gerutscht. Anstatt ständig Geld ins Ausland zu verschieben, sagt mein Partner, anstatt jetzt einen Naturpark Schwarzwald gegen den Willen der Bevölkerung durchzudrücken, sollten sie das Geld lieber den Leuten geben, die alles verloren haben und keine teure Versicherung gegen Überflutung abschließen konnten. Warum haben sie nicht mehr Katastrophenhelfer aus anderen Bundesländern geschickt? Ich wünsche allen Betroffenen, dass sie schnell wieder aus ihrer misslichen Lage herauskommen!

Dagegen hatte wir es noch paradiesisch: Der Samstag war zwar vollkommen verratzt, aber am Sonntag konnte man doch etliche Stunden Sonne und Wärme im Süden finden, auf der trockenen Baar, zwischen Villingen und dem Randen. Allerdings waren dort die Wiesen so am Überlaufen, dass ständig Bäche über die Straße flossen.

Am Samstag begann sich dann das Internet allmählich von mir zu verabschieden. Ich arbeitete wie irrsinnig daran, mit dem Ergebnis, dass gestern Abend auch noch das Telefon ausfiel. Das ist schon so ein Gefühl, wie abgenabelt von der Welt zu sein. Heute dann endlich wieder ein Sonnentag! Die Kollegen im Team wirkten richtig glücklich. Danach fuhr ich zur Telekom-Filiale, wurde aber freundlich an meinen Telefonanbieter 1&1 verwiesen. Mit denen kriegte ich es dann vorhin binnen 20 Minuten hin. Und bekomme eine neue WLAN-Box und eine Tarifminderung. Sie werden wohl gerochen haben, dass ich schon bei Telekom war. Beim Surfen stellte ich fest, dass es weitere Vorbestellungen für meine "Köchin" gibt -außerdem ist sie ab 18.Juni als Kindle Edition zu haben!

Sonntag, 30. Dezember 2012

Ein Urlaubstag am Bodensee

Wir wohnen in einer begnadeten Gegend, wo andere Urlaub machen. Im Nullkommanix ist man im Schwarzwald, auf der schwäbischen Alb, im Neckartal und am Bodensee. Eine der schönsten Promenaden gibt es in Radolfzell am Eingang zur Höri. Wenn man die, selbst im Winter, ganz abgelaufen ist, hat man mehr als einen Urlaubstag gehabt.

Platanenallee in Radolfzell. Hier legen auch die Schiffe an. Der Verkehr ist allerdings im Winter fast ganz eingestellt.

Spielende Väter und Kinder am Ufer. Und da badet doch tatsächlich jemand?

Möwen füttern-ein Vergnügen für Jung und Alt!


Manche Uferweiden sind so sehr mit Misteln bewachsen, dass sie kaum mehr Luft zum Atmen haben dürften

Der Untersee, ein Traumziel

Freitag, 16. September 2011

Ohne Schreiben ist das Leben grau

Bei Amazon gesehen: Ab heute ist mein Roman "Die Hure und der Mönch" im Handel.


Wir haben die sonnigen Septembertage genutzt, nicht, um in andere Länder zu fahren, sondern um uns noch etwas von diesem begnadeten Herbst einzufangen. Hier erstmal ein paar Eindrücke dazu, gewonnen auf unseren gewohnten Spritztouren, manches davon bekannt, deswegen aber nicht weniger schön und liebenswert.
Beim "Schlössli" auf der Höri, Hoornstaad, Bodensee

Weinberg bei Herrenberg, um die Ecke

Der Rosengarten von Haigerloch



Kloster Maulbronn

Das Kloster ist wie ein kleines Dorf

Aalkistensee bei Maulbronn-selbst der Fischadler und der Silberreiher tauchen hier auf!
Ich war die ganze Zeit hin-und hergerissen., dachte abwechselnd an Gottfried Benns Gedicht Danse d'automne und das Beatles-Lied "He's a real nowhereman, sitting in his nowhereland, making all his nowhereplans für nobody."Ich konnte alles so intensiv genießen, fühlte mich aber gleichzeitig so leer und einsam, so unbehaust irgendwie, weil mir das Schreiben einfach fehlt wie der Maus das Fell der Mutter. Alles ist weggefallen, ich bin mir selbst ausgeliefert. Das Schreiben war in so weite Ferne gerückt, dass auch das Tor zu Maulbronn, überhaupt das ganze steingewordene Mittelalter dort heute nicht mehr "zu mir sprach". Und doch hat einmal ein Roman von mir dort angefangen, im Jahr 2004, und er ruht noch heute auf der Festplatte.Nein, ich werde niemals mit dem Schreiben aufhören können, sonst bin ich nicht mehr mit dem Leben verbunden. Übermorgen erscheint mein fünfter Roman. Ich habe Angst, dass er ein Flopp wird, habe Angst, dass er harsch kritisiert wird und freue mich doch gleichzeitig auf all das. Ich freue mich, dass ich dieses Buch mit viel Lust und Enthusiasmus schreiben und dank meines Agenten auch veröffentlichen konnte!

Das könnte Sie auch noch interessieren: So viele Traurigkeiten von Petra van Cronenburg

Freitag, 18. Februar 2011

Auf den Spuren der Staufer

Ich habe es tatsächlich geschafft, zwei Tage (Rest-)Urlaub am Stück zu bekommen! Und ich fühle mich auch schon wunderbar entspannt. Doch es fehlt einfach etwas-das Schreiben natürlich. Gestern packte uns mal wieder der Wagemut. Wohin kann man fahren, wenn überall der Nebel auf die niedergematschten Gräser drückt und die Bäume am Ufer der Nagold den Begriff "Erlenbruch" mehr als verdienen? Wir hatten die Wahl zwischen einer Ausstellung im Saulgauer Schloss und einem Großstadtbummel in Karlsruhe. In Karlsruhe würde es wärmer sein, wahrscheinlich 7° statt 5° in den sonstigen Regionen. Es hatte sogar 8°, aber wir fanden den Weg in die Stadt hinein nicht, auch nicht zum Schlosspark. So irrten wir herum in der Pfalz, zunehmend vom Feierabendvekehr in die Enge getrieben. Hungrig, verfroren und desorientiert bogen wir -viel später-nach Kandel ab-und fanden ein richtig lebendiges Fachwerkstädtchen mit allem, was das Herz begehrt! Das wäre eine weitere Urlaubsregion, mit Bienwald,  Wissembourg in 20 Km Entfernung, wo ich einmal eine tolle Nacht verbracht habe mit günstigem Hotel und hervorragendem Essen, anschließend in einer Bierkneipe beschlossen. Auch die Pfalz hat eine hervorragende Küche zu bieten. Wandern im Pfälzer Wald und in den Weinbergen, Besuche von Ruinen, Schlössern und Klöstern und dem Waldschwimmbad von Kandel wären inklusive. Spuren der Staufer sind hier überall zu finden. Die Dome von Speyer und Worms sind uns zum Beispiel wohlbekannt.
Wormser Dom


 Eigentlich wollten wir schon lange die Ausstellung "Die Staufer und Italien" im Mannheimer Reiss-Engelhornmuseum anschauen (läuft noch bis zum 20.02.) Die hatte und hat aber einen solchen Zulauf (wir sahen hundert Meter lange Menschenstaus in der Landesschau), dass wir uns das erspart haben. Statt dessen habe ich meinen Beitrag über das Land der Staufer herausgeholt, ihn ein wenig bebildert und in meine "Ausflüge in Baden-Württemberg" gestellt. Dieser Beitrag war ursprünglich für den Schwäbischen Haus-und Heimatkalender 2011 vorgesehen. Mit den Wirtsleuten des"Goldenen Ochsen" hatten wir damals gesprochen, und die Wirtin verriet mir ihr Maultaschenrezept.

Dienstag, 11. August 2009

Urlaub in Deutschland (Nr.2)

Was kann man machen, wenn man Urlaub hat-von der Arbeit und vom Schreiben, jedoch die Massen- und Lastminuteziele vermeiden will? Am Mittelmeer schmoren die Urlauber bei 40° Hitze, wenn sie nicht vor Angst bibbern müssen wegen der Schweinegrippe oder den Anschlägen der ETA. So hatte ich also kurzentschlossen eine Pension im Fränkischen Seenland gebucht, nicht weit von Wolframs-Eschenbach, der Heimat des Parzival-Dichters. In der Rückschau besehen, hätten wir auch gleich angesichts des ersten Monumentalstaus umkehren können. Doch dann hätten wir einen wahnsinnigen Tripp verpasst.
Deutschland hat sich zu einem überdimensionierten Baustellenland gemausert. Natürlich, Ferien, sonst haben wir diese Zeit tunlichst vermieden, aber wir mussten ja. Bis Stuttgart brauchten wir 1 1/2 Stunden und schlichen uns auf Nebenstrecken durchs Gebirge bis Aalen. Dort kamen erstmals Urlaubsgefühle auf, im Gasthaus zum Spion in der Fußgängerzone. Weiter gings ins Fränkische hinein, und hier endlich leere Straßen. Aber irgendwie blieb das Land dann auch leer und staubig. Im Pensionszimmer fiel uns gleich die Türklinke in die Hand, der Blick vom Balkon ging auf eine Fabrik. Shame over me!:-)Der See, an dem wir einstmals mit einer Gruppe um ein Feuer saßen, war mit Wohnmobilen verrammelt. Also schnell der wütenden Wirtin etwas in die Hand gedrückt und ab Richtung Ingolstadt! Das Altmühltal ist eine Reise wert, insbesondere Weißenburg und Pappenheim, ja,das mit den Pappenheimern. Ingolstadt sehr weitläufig und belebt, es fehlte nicht an Freiluftkneipen, aber an Unterkünften. Highlight war das Kloster Weltenburg mit dem Donaudurchbruch. Eine naiv buntüberladene Kirche und ein übervoller Klosterhof. Gewimmel und Bratendüfte. Es zählt zum Weltkulturerbe und darf deswegen auch seine Speisekarte auf der Internetseite offerieren (merke: Einen bayerischen Schweinebraten kriegt man sonst schon ab 4.90 Euro!)Im Renaissancestädtchen Neuburg an der Donau das Gleiche: Niemand bietet Unterkünfte an, obwohl sich der Donauradweg inzwischen zur Autobahn hochstilisiert hat. Schließlich tat sich etwas auf in Donauwörth, dort saßen wir dann beim Italiener unter einer Palme wie im Süden, mit Meeresfrüchtesalat und Pappardelle.
Die große Frage am nächsten Tag: Sollten wir durch all die Baustellen und Staus zurückfahren oder weiter nach Bayern eindringen? Das Wetter hielt, die Temperatur lag bei etwa 30°, und die Sachen klebten am Körper. Regensburg, ein Mittelaltertraum, ebenfalls uns bekanntes Weltkulturerbe, aber es spuckte uns aus. Vielleicht würden die Seen bei Rosenheim etwas für uns bereit halten. Aber dort kamen wir nie hin. Es ging kreuz und quer durchs Land, auch hier in jedem Nest eine Baustelle mit Umleitung, so dass wir nicht mehr wussten, wo wir waren. Umkehren zwecklos. Kurz vor Wasserburg ein Badesee mit freundlichen Wirtsleuten. Dort kann man Urlaub machen, frohlockten wir. Beim Huberwirt war auch noch ein Zimmer frei, hoch über dem wunderschönen Städtchen Wasserburg am Inn. Völlig fertig streckten wir uns auf die Betten hin. Da ging es los, Trommelwirbel klangen aus der Stadt herauf. Da mussten wir uns druntermischen, keine Frage. Die ganze Stadt war ein einziges Schauspiel, Pferdewagen mit Salzsäcken beladen, ja, so roch es auch in meinem Roman, Ritter, Trommler, Ratsherren und ein Mann, der vom Dach des Ratshauses herunterschrie.

Ganz früh am Morgen schon wach, ein Blick in einen Urwald vor dem Fenster und ein reichhaltiges Frühstück. Radler sausten im Frühnebel vorbei. Wohlgemut versuchten wir uns Rosenheim und seinen Seen zu nähern. Wir haben sie niemals gefunden! Gleich wieder eine Umleitung über 30 Kilometer, an jeder Ecke eine Baustelle. Ob die erhöhten Krankenkassenbeiträge dazu verwendet werden, um die Leute krank zu machen? Überall umherirrende Urlauber. Drohende Wolken bauten sich von allen Seiten auf. Geschlagene Stunden irrten wir nun, von Heimweh geplagt, um München herum, zwischendurch von Unwettern halb von der Straße gefegt (das hatten wir doch schon mal?)Umleitungen, Staus, ein Alptraum, eine Apokalypse! Einzige Lichtblicke waren die Schönen Erding und Landsberg/ Lech. Vertraut am Abend, nach langen Kämpfen, die Schwäbische Alb. Aber was sahen die entzündeten Augen? Umleitungen, Baustellen überall. Was ist nur in dieses Land gefahren? Bauen sie Straßen, um die abzuschrecken, die darauf fahren sollen? Zuhause dann der Horror aus den Nachrichten.
Tropische Wirbelstürme, ETA-Anschläge, Schweingrippenimpfungstests und Terrorgruppen.
Deutschland, deine Straßen, denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht ...

Samstag, 27. Juni 2009

Bild fällt von der Wand

Seit Langem wundere ich mich darüber, dass viele Googler meinen Blog über die Stichworte "Bild fällt von der Wand" oder "Uhr fällt von der Wand" finden. Habe ich sowas je geschrieben?
Tatsächlich:
"Kürzlich ist mein Sammelfotobild von der Wand im Gang fast abgefallen und lässt sich nicht mehr befestigen."-Im November 2008. Irgendwie musste ich an das Rätsel denken: Was ist das? Es hängt an der Wand, macht Tick-Tack, und wenn es runterfällt, ist die Uhr kaputt.
Tja, was soll ich sagen, was gibt es zu erzählen? Mein Urlaub fällt ins Wasser, eine Sintflut ergießt sich übers Land. Also stöbern wir ein bisschen, schreiben ein bisschen und denken ein bisschen nach.