Mittwoch, 10. Juli 2013

Was macht einen Autor glücklich?

















Dieses Jahr hat es sich voll gelohnt, im Ländle zu bleiben. Hatten wir doch den Glauben daran, im eigenen Land Urlaub machen zu können, schon vollkommen aufgegeben. Und es wurde immer besser: Nach dem Desaster in einem fränkischen Gasthaus (man ließ dort die Gäste im Dunkeln sitzen!) landeten wir tatsächlich in Ellwangen, im fränkischen Seenland. Und dort ist die Autorin auch endlich zur Ruhe gekommen. Was braucht sie mehr als ein lebhaftes Städtchen voller Kirchen, Tore und Türme, einen Markt, einen See, ein Buch? Eine Wallfahrtskirche und ein Schloss hoch über der Stadt, wo sie der Duft der Lindenblüten empfängt? Und einen Biergarten mit alten Kastanien und einem Sonntagsbraten mit Spätzle? Nur wenn man unterwegs ist und die Augen offen hält, begegnen einem die wirklich guten Dinge.
Wieder dahoim. Seit Wochen schreibe ich nicht mehr, es sind gefühlte Jahre. Aber das stimmt ja gar nicht. Ich schreibe im Kopf, ich lese in einem Buch über die Dichter des 18. Jahrhunderts. Bei denen ging es grundsätzlich auch nicht anders zu als bei uns. Auch Goethe wurde raubkopiert, wenn er nicht schnell genug nachlieferte. Gelebt haben sie alle nicht vom Schreiben. Aber sie waren in gewisser Hinsicht freier, was ihr Schreiben betraf. Frei bin ich nun auch, frei von Vorgaben und Veröffentlichungsdruck. Ich kann herumexperimentieren wie die Autoren des 18. Jahrhunderts, die ständig ihr eigenes Leben in Szene gesetzt haben. Bis vor Kurzem hatte ich mir nicht vorstellen können, ohne Hilfe weiterzumachen, ohne dabei in ein Loch zu fallen. Und habe die Erfahrung gemacht, dass es geht. Es geht sogar ohne Beruf, nie habe ich mich so wohl gefühlt wie in dieser Zeit! Aber ich will den Mund nicht zu voll nehmen, es wird sicher wieder der Tag kommen, wo der Blick darauf ein wenig getrübt wird ...

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