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Sonntag, 29. April 2018
Hinweis auf die DSGVO
Hinweis: Dieser Blog wird gerade in Bezug auf das neue Datenschutzgesetz (DSGVO), das am 25.Mai 2018 endgültig in Kraft tritt, überarbeitet. Die verlinkte Datenschutzerklärung wird bis zu dem Zeitpunkt laufend angepasst. Nebenher läuft das ganz normale Schreiberleben weiter. Während ich der Veröffentlichung meines Buches "Martinsmorde" entgegensehe (E-Book voraussichtlich im Juli, Printbuch im September), genießen wir das anhaltend schöne Wetter, um Ausflüge, Städtetouren und Wanderungen zu unternehmen.
Montag, 29. Mai 2017
Lebensbaustellen: Schreiben und Natur
Heute kommt der zweite Teil der Lebensbaustellen.
2. Das Schreiben und die Natur
Beides hat die letzten siebzehn Jahre meines Lebens stark bestimmt. Zehn Romane sind dabei herausgekommen, acht davon veröffentlicht, dazu eine Anthologie und ein schwäbischer Alb-Kalender. Aber immer, wenn man denkt, da kommt jetzt nichts mehr, kommt dann doch noch was. Wie erwähnt, kam mein zweiter Kleinverlagsroman auf mich zurück und ist seither in Bearbeitung. Erst ein Crash durch falsches Speichern zeigte mir, dass der Roman noch mal ganz neu konzipiert werden muss. In dieser Sache beschäftige ich mich gerade mit den Hexenprozessen in Wasserburg, die dort zwischen 1589 und 1675 fast ununterbrochen stattgefunden haben. Auch vor Kindern machten die Denunziationen keinen Halt. Es erinnert manchmal an das Treiben in den sozialen Medien - nämlich fake news und Hasskommentare entsprechend dem Nachbarschaftsgeklatsch und Anhängen übler Verdächtigungen. Eine Hexenjagd sondergleichen! Vielleicht ist das jetzt dann mein letzter Roman. Aber man soll ja nie nie sagen. Vorstellen könnte ich mir noch ein Ratgeberbüchlein, Rentner und kein bisschen weise oder so und ein (virtuelles?) Büchlein über die Natur und die Poesie. Mein ursprünglicher Antreiber in Sachen Schreiben. Übrigens steigen die Besucherzahlen dieses Blogs ins Immense, sobald ein poetisches Thema auftaucht, allen voran die Franzosen tummeln sich dann hier en masse. Besonders beliebt sind Themen wie "romantische Wege", "Die blaue Blume", "Rainer Maria Rilke", überhaupt Gedichte, dann "Im Oktober", "Altweibersommer" aber auch "Lebensbaustellen" und "Ostern". Da kommen schon mal 13 000 Klicks auf einen Beitrag. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass das alles Roboter sind.
Abtrieb für die Schreiblust gibt es durch den Abbau der Midlist und durch Überfüllung im Self Publishing-Sektor, auch wenn das nicht alles Neuerscheinungen sein müssen. Auftrieb gab mir die Ankündigung des Verlages, im November 2017 noch einmal ein E-Book-Bundle zweier meiner Romane aufzulegen (siehe oben rechts). Wenn ich es hinkriege, ist dann auch mein derzeitiges Projekt "Hexenkinder" verwirklicht und kommt rechtzeitig mit dem historischen Schwarzwaldbuch "Die Köchin und der Kardinal" und "Die Pilgerin von Montserrat" heraus. Anregungen und Erholung aus der Natur holen wir uns nach wie vor - sofern die extremen Wetterverhältnisse es zulassen - bei Orchideenspaziergängen und Albwanderungen.
2. Das Schreiben und die Natur
Beides hat die letzten siebzehn Jahre meines Lebens stark bestimmt. Zehn Romane sind dabei herausgekommen, acht davon veröffentlicht, dazu eine Anthologie und ein schwäbischer Alb-Kalender. Aber immer, wenn man denkt, da kommt jetzt nichts mehr, kommt dann doch noch was. Wie erwähnt, kam mein zweiter Kleinverlagsroman auf mich zurück und ist seither in Bearbeitung. Erst ein Crash durch falsches Speichern zeigte mir, dass der Roman noch mal ganz neu konzipiert werden muss. In dieser Sache beschäftige ich mich gerade mit den Hexenprozessen in Wasserburg, die dort zwischen 1589 und 1675 fast ununterbrochen stattgefunden haben. Auch vor Kindern machten die Denunziationen keinen Halt. Es erinnert manchmal an das Treiben in den sozialen Medien - nämlich fake news und Hasskommentare entsprechend dem Nachbarschaftsgeklatsch und Anhängen übler Verdächtigungen. Eine Hexenjagd sondergleichen! Vielleicht ist das jetzt dann mein letzter Roman. Aber man soll ja nie nie sagen. Vorstellen könnte ich mir noch ein Ratgeberbüchlein, Rentner und kein bisschen weise oder so und ein (virtuelles?) Büchlein über die Natur und die Poesie. Mein ursprünglicher Antreiber in Sachen Schreiben. Übrigens steigen die Besucherzahlen dieses Blogs ins Immense, sobald ein poetisches Thema auftaucht, allen voran die Franzosen tummeln sich dann hier en masse. Besonders beliebt sind Themen wie "romantische Wege", "Die blaue Blume", "Rainer Maria Rilke", überhaupt Gedichte, dann "Im Oktober", "Altweibersommer" aber auch "Lebensbaustellen" und "Ostern". Da kommen schon mal 13 000 Klicks auf einen Beitrag. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass das alles Roboter sind.
Abtrieb für die Schreiblust gibt es durch den Abbau der Midlist und durch Überfüllung im Self Publishing-Sektor, auch wenn das nicht alles Neuerscheinungen sein müssen. Auftrieb gab mir die Ankündigung des Verlages, im November 2017 noch einmal ein E-Book-Bundle zweier meiner Romane aufzulegen (siehe oben rechts). Wenn ich es hinkriege, ist dann auch mein derzeitiges Projekt "Hexenkinder" verwirklicht und kommt rechtzeitig mit dem historischen Schwarzwaldbuch "Die Köchin und der Kardinal" und "Die Pilgerin von Montserrat" heraus. Anregungen und Erholung aus der Natur holen wir uns nach wie vor - sofern die extremen Wetterverhältnisse es zulassen - bei Orchideenspaziergängen und Albwanderungen.
Sonntag, 26. Juni 2016
Auszeit: Reisen, Romane schreiben, Rosen züchten
Vor einigen Tagen, genauer gesagt am bisher heißesten Tag des Jahres,
fuhren wir bei ca. 34° ein Stück in den Schwarzwald hinein, Richtung
Alpirsbach. Dabei landeten wir ganz unvermutet in einem kleinen
Paradies. Ein Moorsee mit Felswänden und Wasserfall, vorne ein weißer
Sandstrand, eine Hütte und ein Badesteg. Natürlich waren wir nicht
alleine da. Aber das wäre so ein Ort für eine kleine Auszeit. Daneben ist mir
ein altes Buch in die Hände gefallen, von einem Vater, der in den
vierziger, fünfziger Jahren mit seinen drei Söhnen durch den
Schwarzwald, durch die Vogesen, den Bregenzer Wald und durch das
Schweizer Jura gewandert ist. Das waren noch echte Auszeiten, ein Leben
nur in der Natur, in Hütten und auf Bauernhöfen, Sonne, Regen und
Stürmen ausgesetzt. Der Autor namens Fritz Hockenjos wurde 1927 in Lahr
geboren und war seit 1947 Förster in St. Märgen im Schwarzwald. Er
beschreibt diese Wanderungen, die Flora und Fauna, die Erlebnisse und
Begegnungen in einer fast expressionistischen Sprache, bei der man das
Gefühl hat, alles zu sehen, zu hören, zu riechen und mitzuerleben. Aber
auch damals schon kündigte sich das Desaster der Menschen an: die
zerschossene Gräberstätte am Hartmannsweiler Kopf, die Düsenjets, der
allmählich aufkommende Massentourismus auch in den Vogesen und im
Schwarzwald. Und auch damals gab es Extremregen und Gewitter, nur nicht so zerstörerisch wie gerade jetzt. Das alles zu lesen, und überhaupt Bücher zu lesen bedeutet eine echte Auszeit. Der menschliche Organismus und vor allem seine psychischen Strukturen sind nicht darauf angelegt, sich wochen -, monate - und jahrelang ständig negativeren Bildern und Informationen auszusetzen, ohne irgendwann zu streiken. Irgendwann muss er mal ein Ventil auf den Dampfdrucktopf setzen, um die Flut von Gewalt, Morden, Elend, Flucht, Brexit und immer verhehrenderen Naturkatastrophen zumindest zeitweise auszusperren, um nicht zu verzweifeln. Gestern sind wir mit knapper Not einem Unwetter entkommen, das sich wie eine überdimensionale Krake von allen Seiten über der Stadt zusammenbraute, tintenfischschwarz und kurz davor, Tentakeln oder Tornadorüssel zu bilden. Abends dann die Bilder von weinenden Menschen in Pfullingen, in Stromberg, flüchtende Besucher des Southsidefestivals in Neuhausen, ein entgleister Zug, Verletzte und tausende total Frustrierte. Unwetter in Deutschland. Die entgleiste Natur macht jetzt eine Pause, aber es ist nicht abzusehen, wie es tatsächlich weitergeht. Deshalb sollte jeder eine Nische finden, in der er wieder atmen kann, um sich gestärkt seinen Aufgaben widmen zu können.
Früher gab es das sogenannte Sabbatjahr, in dem man ein halbes oder ein Jahr lang mit der Arbeit aussetzen und sich in dieser Zeit ganz anderen Dingen widmen konnte. Ein Buch habe ich dazu gefunden, dessen Titel lautet: "Reisen, Romane schreiben, Rosen züchten" mit Tipps für eine solche Zeit. Reisen ist immer o.k., das habe ich sehr viel getan in meinem Leben. Und Romane geschrieben. Romane schreiben könnte eine gute Beschäftigung während einer Auszeit sein, doch das Veröffentlichen derselben sollte man nicht da hineinlegen. Und Rosen züchten bedeutet ganz viel Fachwissen und Arbeit - ich habe zwar welche in meinem Garten, erfreue mich aber lieber an ihren Blüten, als sie zu züchten. Nach dem Probelektorat habe ich den Krimi erstmal in die Dateien zurückgeschickt und den neuen Roman nicht weiterentwickelt. Im Self Publishing würden sie niemals die Kosten wieder einspielen, abgesehen davon, dass kaum jemand sie in den Shops wahrnehmen würde. Aber ich finde den Gedanken faszinierend, dass man einzelnen Lesern mit seinen Büchern eine Auszeit verschaffen kann - wie es dieser so lebendig schreibende Förster bei mir erreicht hat. Und deshalb werde ich den Gedanken, Bücher zu schreiben, nie ganz aufgeben.
Früher gab es das sogenannte Sabbatjahr, in dem man ein halbes oder ein Jahr lang mit der Arbeit aussetzen und sich in dieser Zeit ganz anderen Dingen widmen konnte. Ein Buch habe ich dazu gefunden, dessen Titel lautet: "Reisen, Romane schreiben, Rosen züchten" mit Tipps für eine solche Zeit. Reisen ist immer o.k., das habe ich sehr viel getan in meinem Leben. Und Romane geschrieben. Romane schreiben könnte eine gute Beschäftigung während einer Auszeit sein, doch das Veröffentlichen derselben sollte man nicht da hineinlegen. Und Rosen züchten bedeutet ganz viel Fachwissen und Arbeit - ich habe zwar welche in meinem Garten, erfreue mich aber lieber an ihren Blüten, als sie zu züchten. Nach dem Probelektorat habe ich den Krimi erstmal in die Dateien zurückgeschickt und den neuen Roman nicht weiterentwickelt. Im Self Publishing würden sie niemals die Kosten wieder einspielen, abgesehen davon, dass kaum jemand sie in den Shops wahrnehmen würde. Aber ich finde den Gedanken faszinierend, dass man einzelnen Lesern mit seinen Büchern eine Auszeit verschaffen kann - wie es dieser so lebendig schreibende Förster bei mir erreicht hat. Und deshalb werde ich den Gedanken, Bücher zu schreiben, nie ganz aufgeben.
Freitag, 12. Februar 2016
Türen
Diese Abbildung zeigt das Portal der Maulbronner Klosterkirche, eine der ältesten Türen Deutschlands. Die Zisterzienser wussten immer, was sie hinter dieser Tür erwarten würde, wenn sie vom Paradies aus die Kirche betraten: nämlich die Laien- und die Mönchskirche, ein romanischer Lettner, der beide voneinander
trennt sowie ein Kruzifix, das aus einem
einzigen Steinblock herausgemeißelt wurde. Für die Mönche und die Laienbrüder sind Kirche und Kloster über Jahrhunderte hinweg zur Heimat geworden. Etlichen der späteren Seminaristen wurde das alles aber auch zum Zwang. Das Bild hat mich dazu bewogen, einmal über die Bedeutung von Türen nachzudenken. Man kann durch eine Tür hineingehen und auch wieder hinausgehen. In unseren Autorenblogs war früher oft die Rede davon, dass sich immer
wieder irgendeine Tür öffnen würde, egal, wie düster die Situation auch
gerade aussehe. Das denke ich immer noch, und es stehen zur Zeit viele Türen offen. Es stellt sich nur die Frage, was man hinter diesen Türen finden und ob man mit dem, was man dahinter findet, zufrieden sein wird. Und ob irgendein Raum, den man betritt, zur "Heimat" werden kann. Im Übertragenen ausgedrückt: Die Türen, die zur Zeit bei den Onlineplattformen für Self Publisher, den Verlagen und Agenturen offenstehen, laden vor allem die Erfolgreichen ein. Und selbst bei denen kann es dazu kommen, dass sie zur einen Tür hinein- und zu einer anderen bald wieder hinausgehen. Ein Interview des Hessischen Rundfunks vom Oktober 2015 mit Matthias Matting macht das deutlich.
In unserer Zeitung kam gestern ein Bericht über einen bekannten schwäbischen Dichter, der bei einem kleinen Tübinger Verlag veröffentlicht, der unter Umständen sieben Jahre braucht, bis er einen neuen Gedichtband fertig hat, und von dessen Büchern keine Ebooks existieren. Für ihn gibt es keine Alternative als mit der Hand zu schreiben. Da spüre ich wirkliche Zufriedenheit heraus, und am Rande muss ich auch gestehen, dass ich die Bücher dieses Verlages liebe. Bücher können Räume sein, in denen man sich wohlfühlt. Gerade lese ich einen Wanderbericht, der durch halb Deutschland führt, und bin dabei richtig mit dem Autor und seinem Hund unterwegs. Er hat diese Wanderungen in seinem Blog beschrieben und das Ganze dann bei Malik-National Geographics, einer Untergruppe des Piper Verlags, veröffentlicht. Flugs habe ich mir heute noch drei solcher Bücher gekauft, darunter Kay Borowskys Wanderungen in Tübingen und Europa.
In unserer Zeitung kam gestern ein Bericht über einen bekannten schwäbischen Dichter, der bei einem kleinen Tübinger Verlag veröffentlicht, der unter Umständen sieben Jahre braucht, bis er einen neuen Gedichtband fertig hat, und von dessen Büchern keine Ebooks existieren. Für ihn gibt es keine Alternative als mit der Hand zu schreiben. Da spüre ich wirkliche Zufriedenheit heraus, und am Rande muss ich auch gestehen, dass ich die Bücher dieses Verlages liebe. Bücher können Räume sein, in denen man sich wohlfühlt. Gerade lese ich einen Wanderbericht, der durch halb Deutschland führt, und bin dabei richtig mit dem Autor und seinem Hund unterwegs. Er hat diese Wanderungen in seinem Blog beschrieben und das Ganze dann bei Malik-National Geographics, einer Untergruppe des Piper Verlags, veröffentlicht. Flugs habe ich mir heute noch drei solcher Bücher gekauft, darunter Kay Borowskys Wanderungen in Tübingen und Europa.
Montag, 13. Oktober 2014
Eine Herbstreise nach Madeira
Fußreisen und Meer auf Madeira.
Sonntag, 23. Februar 2014
Das E-Book meines Ur-, Ur-, Ur-Großvaters
Hier ein kleines Schmankerl, gefunden bei Amazon: Bekanntlich war mein Vorfahre Georg Lotz aus Hamburg (1784-1844) ein Schriftsteller, der in den literarischen Salons seiner Zeit verkehrte und u.a. mit Heinrich Heine korrespondierte und von ihm rezensiert wurde. Einige Exemplare seines Schaffens hatte ich aus der großväterlichen Bibliothek hinübergerettet. (U.a "Die Jüdin von York", das recht spannend geschrieben ist und bei dem man merkt, dass Lotz auch Sir Walter Scott übersetzt hat). Im Internet tauchen immer wieder neue Werke von ihm auf. Zum Beispiel ist das Buch "Wanderungen eines jungen Norddeutschen durch Portugal, Spanien und Nordamerika" jetzt auch als E-Book für 2,98 Euro zu erhalten, aufgelegt im Mai 2013 vom Vero-Verlag. Ein anderes Buch "Die Schreckenszeit" spielt in Frankreich zur Zeit der französischen Revolution. Überhaupt schreibt mein Vorfahre über dieselben Jahrhunderte wie ich, nämlich über das Mittelalter, die Renaissance in Florenz und die Neuzeit. Ein E-Book mit Rezensionen u.a. zu der "Schreckenszeit" aus den Blättern für literarische Unterhaltung kostet allerdings 1.290, Euro. Selbst bei Lovely Books taucht ein Titel von Georg Lotz auf. Mich erheitert es sehr, einen solchen Vorfahren im mentalen Gepäck zu haben. Krimis hat er allerdings nicht geschrieben, allenfalls Kriminalromane im weiteren Sinne. Für mich fehlt dann jetzt noch ein Titel wie "Wanderungen einer Reingeschmeckten in Deutschlands wildem Süden". Oder so. Noch einige Daten zum Leben von Georg Lotz: Er wirkte zunächst als
Kaufmann in Marseille, dann als Agent mehrerer Handelshäuser in
Berlin und Leipzig, bevor er sich endgültig in seiner Heimatstadt
Hamburg niederliess.1817 gründete er die Zeitschrift "Originalien", die ihn über die Grenzen seiner Stadt hinaus bekannt machte. Außer den Romanen schrieb er Gedichte,
Novellen, Märchen und kritische Aufsätze.
Montag, 30. September 2013
Herbstwanderung
Es gibt eine Wanderung abseits des Neckartales, die wir nur deshalb immer wieder machen, weil wir am Schluss stundenlang bergab auf einem Saumpfad gehen können, durch einen geradezu märchenhaften Wald. Horb sei gesperrt, hatte der Vermieter meines Freundes gesagt. Und so nahmen wir den Weg über die Höhen. Dort gab es so viele Baustellen und Umleitungen, dass wir eine halbe Stunde lang nur im Kreis herumfuhren. Endlich war das Tal erreicht.Vor Oberndorf am Neckar (ja, der Ort mit der Waffenfabrik!), stand eine rote Ampel. Die Autos warteten zehn Minuten, 20 Minuten, eine halbe Stunde. Alle begannen unruhig zu werden. Immer wieder kam ein Pulk von Autos von der Gegenseite. Schließlich dämmerte uns etwas. Wir folgten mit quietschenden Reifen einem Wagen, der einfach draulos fuhr, trotz drohendem Rot. Und was erwartete uns auf der anderen Seite? Ein Auto, das an einer roten Ampel stand! Ich frage mich, wie lange die anderen wohl noch gewartet haben! Bei Altoberndorf dann die verdiente Latte Macchiato in der Sonne. Der Anstieg auf den Berg ist nicht ohne, doch kann man sich an lila Büscheln von Herbstenzian, Kalkastern und Felsennelken erfreuen. Oben zweigt ein Weg zu einer Kapelle ab. Wir gingen aber geradeaus, weil wire in den Märchenwald wollten(Richtung Schenkenburg). Mühsam tappt man, ziemlich lange, durch sumpfiges Gelände, von Farnen und Brombeerbüschen umgeben. Aber dann ist man oben und beginnt den Abstieg-ein wenig so wie bei einer moderaten Wald-Achterbahn. Steine, Moose, welkes Laub, ein dichter Tunnel aus Kiefern, Buchen und Eichen. Es würde mich nicht wundern, wenn ein kauziges Männchen erschienen wäre und uns zu einem verborgenen Schatz oder zu einer Leiche geführt hätte.Unten im Talgrund kann man noch einen Abstecher zur Ruine Schenkenburg machen, tief im Wald versteckt. Der andere Weg führt an Forellenteichen vorbei zur Straße und auf einem Radweg zurück nach Altoberndorf (es gibt auch einen Pfad durch den Wald, aber da muss man wieder kraxeln). Am Radweg stehen neuerdings Maisfelder, vermischt mit großformatigen Sonnenblumen. "Die sind für den Bioofen!", erklärte uns ein alter Mann. Hat sich diese Wanderung nun gelohnt, durch all die Schwernisse und Unbilden hindurch? Dieselbe Frage könnte man sich für das Schreiben stellen und noch für viele andere Dinge.
Länge: 6-7Km Schwierigkeitsgrad: mittel P: bei der Halle oder hinten an der Heide Einkehrmöglichkeit: "Uschis Imbiss" mit Terasse
Länge: 6-7Km Schwierigkeitsgrad: mittel P: bei der Halle oder hinten an der Heide Einkehrmöglichkeit: "Uschis Imbiss" mit Terasse
Montag, 12. August 2013
Klasse statt Masse
Am Wochenende mussten wir erfahren, dass es immer schwieriger wird, einen wirklich schönen und nicht überlaufenen Platz zum Wandern zu finden. Am Samstag stießen wir durch Zufall auf ein Gebiet, das zwar erschlossen, aber nicht spektakulär und deshalb noch fast gänzlich einsam war. Von einem Wanderparkplatz der schwäbischen Alb aus konnte man verschiedene beschilderte Routen wählen. Es ging zunächst in Richtung Fernmeldeturm, dann nahm uns ein natürlicher Fichtenmischwald auf. In der Hütte oben hatten sich gotische Menschen im schwarzen Outfit versammelt, die von Heidelberg kamen und eine Nacht ordentlich feiern wollten. Sie erinnerten mich an die Schwarzgekleideten aus meinem Krimi, waren friedlich, naturliebend und gesprächig. Wie in einem riesigen Park standen die Fichten und Tannen auf der Wiese. Außer ein paar Fahrradfahrern begegnete uns niemand mehr.
Wie anders war es am Tag darauf oberhalb des Donautals! Dort drängten sich die Menschen im Wanderheim "Rauer Stein", von dem man allerdings eine grandiose Aussicht ins Durchbruchtal der Donau hat, noch schöner
vom Eichfelsen. Auf dem Rückweg benutzten wir einen Weg abseits der Autobahn, die mit Kinderwagen, Hunden und Wanderern überfüllt war. Eigentlich ist es ja egoistisch, eine Landschaft für sich haben zu wollen, aber ich bin überzeugt davon, dass jede Gegend, die von Massen überrollt wird, letztendlich ausverkauft ist. Die Wege werden breiter und mountainbikegerecht. Erst kürzlich mussten wir ausweichen, weil sämtliche Traufwege wegen einer Rallye gesperrt waren. Und wer hat die veranstaltet? Nicht etwa der Albverein, sondern die Sparkasse! Und bei der Suche nach einem Ausflugslokal mussten wir erleben, dass schon bei der Anfahrt Aggressionen entstanden. Die Pizza beim Italiener ist für mich ehrlicher als eine Massenabfütterung, womöglich mit eingelegten Steaks und Zutaten, die den Grundgeschmack des Lebensmittels verschleiern.
Fast bin ich versucht, das Klasse-Masse-Prinzip auf den Buchmarkt zu übertragen. Angeblich sollen viele Verlage nur noch Thrillerautoren unter Vertrag nehmen, weil alle anderen Genres ausgeblutet seien. Ich habe gerade einen Thriller gelesen und fand da nicht viel Neues außer den üblichen Morden und Verletzungen, denen eine internationale Mordermittlungscrew ausgesetzt war. Danach hatte ich nichts mehr zum Lesen. Schaute verzweifelt in mein Regal und fand einen Band Erzählungen von Stefan Zweig. Der fesselte mich schon mit dem ersten Satz. Die Geschichte eines Zwöfjährigen, der versucht, das "brennende Geheimnis" zwischen seiner Mutter und einem Hotelgast zu entdecken und der die beiden auf alle nur erdenkliche Weise stört. Sehr dicht das alles, viel innere Monologe und erlebte Rede und viel, viel spannender als der Thriller! In Zukunft möchte ich noch achtsamer sein mit dem, was ich wo unternehme und was ich lese. Und was ich schreibe. Nein, es muss nicht abseits von Genres sein, dazu lese ich die viel zu gerne. Aber es muss dichter sein, die Plätze, an denen wir wandern, müssen gewachsen, intakt, und nicht mit einer Jahrmarktsbude der Eitelkeiten verstellt sein, an denen sich einige Wenige eine goldene Nase verdienen wollen.
Dienstag, 14. Mai 2013
Lebensträume - und der Traum vom Schreiben!
Mittwoch, 25. August 2010
Wovon träumen Krimiautoren?
Vor zehn Jahren, bevor ich mit dem belleristischen Schreiben begann, hatte ich den Traum, einen historisch-literarischen Kalender zu kreieren, als Gemeinschaftswerk. Acht Jahre lang schrieb ich Romane, von denen vier veröffentlicht wurden. Der Kalender ist inzwischen gemacht. Drei Kurzgeschichten sind in einer Anthologie untergebracht. Und heute stoße ich auf Textstellen eigener Produktion, die sich haargenau in den Erzähltext des Sachbuchprojektes einpassen. Das Werk ist in seinem Rohbau fertig. Jetzt wird es eine längere Zeit geben, in der es wieder und wieder überarbeitet werden wird, dazu kommen erzählende Passagen, bewegliche sozusagen, die das Ganze miteinander verbinden. Also, ich fahre zum Beispiel von Tübingen nach Schwäbisch Hall, durch eine historische, literarische und kulinarische Landschaft. InTübingen feiern die Stiftler ein Fest, es geht neckarabwärts nach Stuttgart, dann nach Osten, ins Kochertal. Das Schwäbisch Haller Landschwein guckt mich aus dem Stall heraus mit seinen Knopfaugen an. Bestimmten historischen und literarischen Personen begegne ich immer wieder, darunter Mörike, Hölderlin, Kerner, Uhland, Graf Eberhardt im Barte, Herzog Ulrich von Württemberg, Wilhelm Hauff, dem Maler Jerg Ratgeb. Ein schönes Stück Arbeit, die noch vor mir liegt. Und eigentlich ist der Traum vom Schreiben damit erfüllt. Ob ich aufhören sollte?
Krimi und Thriller sind nämlich eine gewaltige Zäsur, wenn man die bisherige Entwicklung betrachtet. Der Sprung ist weit, und tief kann sich der Autor im Netz der Krimikonkurrenz verstricken. Schreib es für dich!, wurde mir oft geraten. Ich habe es ja alles für mich geschrieben. Wen könnte das interessieren? Mehr als man an zwei Händen abzählen kann? Ja, es stimmt: Wenn niemand je das gelesen hätte, was ich schieb, wäre mir der Antrieb verloren gegangen, da bin ich anders. Nur für mich, das schreibe ich in mein Tagebuch. Blitzeinfall: Ich könnte doch meine eigene Duftmarke entwickeln. Wie wäre es mit einem Wandermörder? Dann kann ich davon träumen, einstmals als Buch der Bücher zu erscheinen!
Und: Wovon träumen wohl Krimi- und Thrillerautoren? Gestern habe ich einen amerikanischen Wissenschaftsthriller aus den 90er Jahren angefangen, aus dem modernen Antiquariat. Sehr spannend, aber irgendwie alles schon einmal dagewesen. Sir Arthur Conan Doyle hat doch auch so eine spannende Geschichte über den venezianischen Urwald geschrieben. Ist nicht Sherlock Holmes darin verschwunden? Und reißende Woodoo-Bestien, Anatomie der Leichen, Blut und Gestank hatten wir ebenfalls zur Genüge. Schön, ich werde ihn zu Ende lesen, weil ich wissen will, wer und was dahintersteckt.
Dann die Regionalkrimis: Wenn ich Sendungen über bestimmte Regionen anschaue, wird neuerdings jedesmal ein Krimiautor gezeigt, der die Orte seiner Leichenfunde begeht und bezeigt. Bald werden die Regiokrimis so überhand nehmen, dass der Trend vorbei ist, bevor er sich erst so richtig entfalten konnte. Und auf abfahrende Züge sollte man nun wirklich nicht mehr aufspringen! Denn bald sind sie wegen Überfüllung geschlossen.
Als Autor sollte man im eigenen Interesse Trends beobachten, ob man nicht zufällig in ihren Sog gerät. Oder ungewollt und unbewusst Cora-gestylte Romane für die Masse schreibt. Damit wir uns richtig verstehen: Ich w i l l diese Krimis schreiben, sobald der Handlungsablauf für mich schlüssig ist. Das wollte ich ja schon nach dem zweiten Buch. Kann es sein, dass es einfach selten geradlinig, sondern oft auf Umwegen, mit Irrtümern und Kurskorrekturen vor sich geht?
Krimi und Thriller sind nämlich eine gewaltige Zäsur, wenn man die bisherige Entwicklung betrachtet. Der Sprung ist weit, und tief kann sich der Autor im Netz der Krimikonkurrenz verstricken. Schreib es für dich!, wurde mir oft geraten. Ich habe es ja alles für mich geschrieben. Wen könnte das interessieren? Mehr als man an zwei Händen abzählen kann? Ja, es stimmt: Wenn niemand je das gelesen hätte, was ich schieb, wäre mir der Antrieb verloren gegangen, da bin ich anders. Nur für mich, das schreibe ich in mein Tagebuch. Blitzeinfall: Ich könnte doch meine eigene Duftmarke entwickeln. Wie wäre es mit einem Wandermörder? Dann kann ich davon träumen, einstmals als Buch der Bücher zu erscheinen!
Und: Wovon träumen wohl Krimi- und Thrillerautoren? Gestern habe ich einen amerikanischen Wissenschaftsthriller aus den 90er Jahren angefangen, aus dem modernen Antiquariat. Sehr spannend, aber irgendwie alles schon einmal dagewesen. Sir Arthur Conan Doyle hat doch auch so eine spannende Geschichte über den venezianischen Urwald geschrieben. Ist nicht Sherlock Holmes darin verschwunden? Und reißende Woodoo-Bestien, Anatomie der Leichen, Blut und Gestank hatten wir ebenfalls zur Genüge. Schön, ich werde ihn zu Ende lesen, weil ich wissen will, wer und was dahintersteckt.
Dann die Regionalkrimis: Wenn ich Sendungen über bestimmte Regionen anschaue, wird neuerdings jedesmal ein Krimiautor gezeigt, der die Orte seiner Leichenfunde begeht und bezeigt. Bald werden die Regiokrimis so überhand nehmen, dass der Trend vorbei ist, bevor er sich erst so richtig entfalten konnte. Und auf abfahrende Züge sollte man nun wirklich nicht mehr aufspringen! Denn bald sind sie wegen Überfüllung geschlossen.
Als Autor sollte man im eigenen Interesse Trends beobachten, ob man nicht zufällig in ihren Sog gerät. Oder ungewollt und unbewusst Cora-gestylte Romane für die Masse schreibt. Damit wir uns richtig verstehen: Ich w i l l diese Krimis schreiben, sobald der Handlungsablauf für mich schlüssig ist. Das wollte ich ja schon nach dem zweiten Buch. Kann es sein, dass es einfach selten geradlinig, sondern oft auf Umwegen, mit Irrtümern und Kurskorrekturen vor sich geht?
Montag, 13. April 2009
Wanderungen und Ausflüge




Immer an den Feiertagen verreckt das Auto oder wenn es dann mal heilt bleibt, verreckt ein Zahn! Das heißt, seit gestern morgen bin ich notarzt-und aphotekenmäßig unterwegs, schlucke Penicillin und Schmerztabletten mit einer Dickbacke, wie ich sie seit einem Bienenstich vor Jahren nicht mehr hatte. Das konnte uns natürlich nicht hindern, unsere Tripps zu machen.Meine Empfehlungen:
Steinhausen bei Biberach, die schönste Dorfkirche der Welt
Blaubeuren mit dem Blautopf, dem Unterschlupf der schönen Lau. (Hier entstand u.a. mein zweiter Roman "Aufbruch nach Blaubeuren!)Höhlentaucher wie Hasenclever haben endlose Höhlensysteme entdeckt, die sich möglicherwiese bis zum Bodensee erstrecken sollen. Nach einem Tauchunfall befährt er die Gänge und Katakomben mit einem Schlauchboot. Hier kann man sehr schöne Wanderungen machen, zum Beispiel beginnt gleich hinter dem Blautopf ein Pad, der auf die Höhe und dann rund um das Blautal bis zur Ruine Rusenschloss führt. Einem Paar aus Ludwigburg, das wir im "Waldhorn" trafen, empfahlen wir auch noch den Aachtopf bei Engen und den Federsee.
Ebenfalls empfehlenswert für Naturfreunde ist die Pfullinger Wieseoberhalb von Reutlingen-Pfullingen. Da steht auf engstem Raum vom zeitigen Frühjahr bis zum Herbst alles da, was das Herz zu sehen begehrt. Frühlingsenzian, Orchideen, Traubenhyazinthen, Herbstenzian,echte Schlüsselblumen.
Die beiden letzten Tipps wären die von Mörike so genannten Wolkenstühle bei Bad Urach und das Zisterzienserkloster Bebenhausenbei Tübingen.
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