Montag, 30. September 2013

Herbstwanderung

Es gibt eine Wanderung abseits des Neckartales, die wir nur deshalb immer wieder machen, weil wir am Schluss stundenlang bergab auf einem Saumpfad gehen können, durch einen geradezu märchenhaften Wald. Horb sei gesperrt, hatte der Vermieter meines Freundes gesagt. Und so nahmen wir den Weg über die Höhen. Dort gab es so viele Baustellen und Umleitungen, dass wir eine halbe Stunde lang nur im Kreis herumfuhren. Endlich war das Tal erreicht.Vor Oberndorf am Neckar (ja, der Ort mit der Waffenfabrik!), stand eine rote Ampel. Die Autos warteten zehn Minuten, 20 Minuten, eine halbe Stunde. Alle begannen  unruhig zu werden. Immer wieder kam ein Pulk von Autos von der Gegenseite. Schließlich dämmerte uns etwas. Wir folgten mit quietschenden Reifen einem Wagen, der einfach draulos fuhr, trotz drohendem Rot. Und was erwartete uns auf der anderen Seite? Ein Auto, das an einer roten Ampel stand! Ich frage mich, wie lange die anderen wohl noch gewartet haben! Bei Altoberndorf dann die verdiente Latte Macchiato in der Sonne. Der Anstieg auf den Berg ist nicht ohne, doch kann man sich an lila Büscheln von Herbstenzian, Kalkastern und Felsennelken erfreuen. Oben zweigt ein Weg zu einer Kapelle ab. Wir gingen aber geradeaus, weil wire in den Märchenwald wollten(Richtung Schenkenburg). Mühsam tappt man, ziemlich lange, durch sumpfiges Gelände, von Farnen und Brombeerbüschen umgeben. Aber dann ist man oben und beginnt den Abstieg-ein wenig so wie bei einer moderaten Wald-Achterbahn. Steine, Moose, welkes Laub, ein dichter Tunnel aus Kiefern, Buchen und Eichen. Es würde mich nicht wundern, wenn ein kauziges Männchen erschienen wäre und uns zu einem verborgenen Schatz oder zu einer Leiche geführt hätte.Unten im Talgrund kann man noch einen Abstecher zur Ruine Schenkenburg machen, tief im Wald versteckt. Der andere Weg führt an Forellenteichen vorbei zur Straße und auf einem Radweg zurück nach Altoberndorf (es gibt auch einen Pfad durch den Wald, aber da muss man wieder kraxeln). Am Radweg stehen neuerdings Maisfelder, vermischt mit großformatigen Sonnenblumen. "Die sind für den Bioofen!", erklärte uns ein alter Mann. Hat sich diese Wanderung nun gelohnt, durch all die Schwernisse und Unbilden hindurch? Dieselbe Frage könnte man sich für das Schreiben stellen und noch für viele andere Dinge.
Länge: 6-7Km  Schwierigkeitsgrad: mittel P: bei der Halle oder hinten an der Heide  Einkehrmöglichkeit: "Uschis Imbiss" mit Terasse

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