Dienstag, 14. Mai 2013

Lebensträume - und der Traum vom Schreiben!

Man müsse aus einem Traum erst einmal erwachen, bevor man ihn verwirklichen kann, sagt ein Sprichwort. Wie viele ungelebte, unverwirklichte Lebensträume mögen auf dem Grund so vieler Leben begrabenliegen! Wenn ich mich einmal ganz persönlich frage, welche Träume ich hatte und vieviele davon ich verwirklichen konnte, dann fällt mir doch eine Menge ein. Mit 15 träumte ich davon, eine Familie und drei Kinder zu haben. Dieses Soll wurde nicht ganz erfüllt, aber immerhin heiratete ich, viel zu jung, mit 21 Jahren und bekam später einen wundervollen Sohn. Mit 19 träumte ich davon, Buchhändlerin zu werden, um die Welt zu fahren und ein Buch zu schreiben. Im gleichen Jahr fuhr ich mit einem Frachter nach Argentinien, ritt über die Pampa und reiste mit den Verwandten nach Misiones, zu den Wasserfällen des Iguacu. Aus der Buchhänderin wurde nichts, da man damals bei Thalia einfach zu wenig verdiente. Statt dessen studierte ich an der Uni Tübingen Sozialpädagogik und Sozialpsychiatrie. Und machte Reisen in ganz Europa. Mit 27 war ich fertig und übe den Beruf bis heute aus. Teilweise unter Traumbedingungen, teilweise ganz schön schlauchend. Einige Zeit arbeitete ich in einer multinationalen Kindertagesstätte und wollte Kinderbuchautorin werden. Immerhin wurden Fotos und Texte von mir bei Ravensburger veröffentlicht. Meinem Traum vom Schreiben war ich aber noch kein Stück näher gekommen. Das kam erst viel später. Jahrelang erschienen Artikel von mir in regionalen und überregionalen Zeitungen, darauf folgten Wanderungen für den Kalender des Albvereins. 2004 veröffentlichte ich meinen ersten (biografischen) Roman, bis heute folgten sechs weitere Romane, eine Anthologie und ein Almanach. Der Traum von früher lebte wieder auf: Ich wollte reisen, in einem Haus im Süden wohnen und schreiben. Gereist bin ich weiterhin, das Haus im Süden stand am Gardasee, aber nur für ein paar Tage. Eigentlich muss ich mich mal ganz kräftig in die Nase kneifen und mich fragen: Habe ich den Traum nun verwirklicht oder nicht?

Kommentare:

PvC hat gesagt…

Liebe Christa,
ich denke, wenn du deinen Blogbeitrag hier mit Distanz liest, wirst du merken, dass sogar viele deiner Träume so lebendig geworden sind, dass sie dich an der Hand genommen haben ... und dir obendrein so vieles geschenkt haben, was du zu träumen vergessen hast ;-)
Herzlichst, Petra

Christa S. Lotz hat gesagt…

DAS habe ich nun nicht erkannt beim Schreiben des Beitrags, liebe Petra. Aber ich glaube, ich habe ihn geschrieben, damit man das aus der Distanz feststellen kann. Um festzustellen, was ich bekommen habe, wovon zu träume ich vergessen habe, müsste ich mir das Ganze noch mal aus der Distanz heraus anschauen! :-) Danke auf jeden Fall vielmals für deinen Blick von außen. Tut gut, das mal gespiegelt zu hören!

Herzlichst
Christa