Mittwoch, 15. Mai 2013

Das Fohlen scharrt im Stall

Nein, ich habe das Ei des Kolumbus noch nicht auf den Kopf gestellt. Wenn es nur so einfach wäre! Den Traum vom Schreiben habe ich peu á peu verwirklicht, aber sagte nicht schon der alte Goethe: Endet mein Streben, endet mein Sein ...? Alle Aufräumarbeiten sind erledigt, so gut wie alles Wissenswerte über Autoren und ihre Möglichkeiten des Publizierens wurde von mir gelesen. Aus dem Chaos schwebt nicht Phönix mit Ascheresten an den Federn empor, sondern schafft noch größeres Wirrwarr. Die Schubladen mit den drei Romanen habe ich wieder zugemacht und dabei etwas entdeckt, was wie der Anfang eines Krimis der ganz anderen Art klingt. Nur ein kleines Exposé und vier Seiten Text. In einer wahnwitzigen Minute zwickt mich der Hafer und ich überlege, ob ich den nicht bei Diogenes anbieten soll. Die lesen ja alles, hatte mir mal eine Lektorin geschrieben. Dann hörte ich nie mehr etwas von ihr. Aber heute bin ich ja neun oder zehn Bücher weiter, denke ich.

Ich kann nicht warten. Die Wände könnte ich mal wieder hoch - und runtergehen! Von der Lektorin, der ich ein Beispiel-Exposé geschickt hatte, ist auch noch keine Antwort da. Einen neuen Roman kann und will ich mir nicht aus den Rippen schneiden. Wie wäre es mit einem Thriller namens "Trauma"? Den Titel gibt's noch nicht, würde sich doch gut machen mit einem Blutfleck auf weißem Untergrund, oder? Aber dazu müsste ich erst mal eine zündende Idee haben. Vielleicht sollte ich mich doch beim Trauma-Seminar in meinem Lieblings-Kloster anmelden. Das interessiert mich aber eigentlich viel weniger als das im November mit dem Titel "Reduzieren und gewinnen-Ballast abwerfen." Wenn ich nach meinen beliebtesten Postings aller Zeiten gehen würde, müsste ich Bücher mit Titeln wie "Auf Wolframs Spuren","Fluchtpunkte", "Worum sich Menschen sorgen" oder "Eduard Mörike im lieblichen Taubertal" schreiben, aber das erwähnte ich ja früher schon. Ich bin einfach rat- und rastlos. Glücklicherweise habe ich noch meinen Beruf und meinen Partner, sonst würde mir nämlich die Decke auf den Kopf fallen. Insbersondere bei den Wetteraussichten, die uns für Pfingsten wieder angekündigt werden. Die Blogs der anderen sind für mich eine willkommene Ablenkung und Bereicherung. Dagegen nützt es überhaupt nichts, den Computer immer wieder auszuwringen, um auf Deubel komm raus irgendwo etwas wirklich Nützliches zu  finden. Das regt nämlich nicht an, sondern vielleicht - auf, im Übrigen macht es unendlich müde.

Kommentare:

Alexina hat gesagt…

Elvira nimmt an einem Seminar "Reduzieren und gewinnen - Ballast abwerfen" teil und ändert ihr Leben, ohne zu ahnen, daß ihre Tochter Kara alles ganz anders empfindet. Liebgewonnenes wird ihr entrissen, sie entwickelt eine Bindungsstörung und mutiert zum zwanghaft sammelnden Messie, der nicht nur Gegenstände anhäuft. Bald beginnen im Umfeld der Familie Menschen zu verschwinden. Ist es gefährlich, von Kara geliebt zu werden? Begibt sich Elvira in Lebensgefahr, als sie versucht, sich Kara anzunähern?

Viel Spaß beim Schreiben wünscht Alexina!

;-)

Christa S. Lotz hat gesagt…

Alexina, du wieder, noch hier? Wie schön! Das ist ja eine absolutgute Anregung. Dabei, als hättest du's erraten, kommt so eine Messie mit ihrer Tochter ja schon in meinem Krimi vor! Das Messie-Motiv, nämlich alles behalten zu wollen, weil man meint, alles zu verlieren, eignet sich wirklich gut zum Mordmotiv.
Ich werde das mal weiter in meinem Autorenkopf bewegen..
herzlichen Dank, und es ist gut zu wissen, dass da Leser sind, die bleiben ...

Christa