Gestern Abend kam ich aus dem Kurzurlaub im Fränkischen zurück. In meinem Postfach fand ich eine Nachricht von Tintenhexe vor: Sie hat meinen Roman "Die Köchin und der Kardinal" rezensiert. http://tintenhexe.blogspot.de/2014/07/rezension-die-kochin-und-der-kardinal.html.
Darüber habe ich mich sehr gefreut, denn die Rezension ist sehr ehrlich, was das Cover und den Klappentext betrifft. Das Highlight sei, dass sich dahinter ein toller und spannender Roman verberge. Ich selbst konnte mich nämlich ebenfalls niemals mit den vier Covers meiner Bücher und den Klappentexten identifizieren, und beide hatten auch nie wirklich etwas mit dem Inhalt der Bücher zu tun. Sie waren dem fragwürdigen Verständnis geschuldet, dass Leser immer wieder zu dem Gleichen greifen würden, nämlich bei historischen Romanen zu Frauengestalten, die oft nicht einmal etwas mit der Epoche zu tun hatten, in denen die Handlung spielt. Meine Protagonistinnen trugen niemals rote Kleider, hatten kein Obstgebinde auf dem Kopf und waren auch nicht in eindeutiger Schräglage anzutreffen. Für einige der Titel übernehme ich allerdings die volle Mitverantwortung. Dazu passend habe ich ein Interview mit Matthias Koch, dem Leiter des Aufbau Verlages vom Januar 2014 aufgestöbert, in dem zum Ausdruck kommt, dass sich die Lektoren bei der Auswahl der Cover usw. nicht gegen ihre Vorgesetzten durchsetzen konnten.
Ich glaube nun nicht mehr grundsätzlich daran, dass Verlage am besten wüssten, welche Cover und welche Klappentexte die Leser und Leserinnen am meisten ansprechen. Die beiden Cover, die ich zusammen mit Grafikerinnen erstellt habe, entsprechen viel mehr den Inhalten der Bücher. Den Klappentext vom "Teufelswerk" habe ich erweitert, weil dort ein paar wesentliche Elemente fehlten (Die Hexenverfolgung, der Alchimist mit seinen teuflischen Plänen). Und ich habe ganz stark das Gefühl, als hätte das alles jetzt eine stärkere Wirkung, natürlich auch zusammen mit dem Preis (14.90 vs. 3.99)! Das Cover zu meinem Krimi "Martinsmorde" sollte auf jeden Fall den roten Felsen aus dem Schwarzwald enthalten und nicht aus einem weißen Hintergund, einem Messer und einem Blutstropfen bestehen.
Donnerstag, 3. Juli 2014
Sonntag, 15. Juni 2014
Der gierige Hamster
Was können wir, als wieder Erwachte, daraus lernen? Vielleicht dies: Sei achtsam mit dir und deinen Sachen! Zu leicht gehen die Bedürfnisse unter, wenn man mit zu vielen Leuten in einem zu großen Haus unterwegs ist. Und bedenke, was mit dem Futter passiert, wenn du den Hamster weckst. Hier war es noch vollkommen in Ordnung, aber was würde geschehen, wenn ein riesiggroßer schwarzer Hamster herauskäme und alles auffressen würde?
Freitag, 13. Juni 2014
Spannende Rabattaktion
Eigentlich wollte ich hier heute einen Beitrag reinsetzen über das Ranking-Gefühl. Viele Autoren haben sich schon bedauernd darüber geäußert, dass sie ständig auf ihre Rankings starren und darüber anderes vergessen, sich aufregen, freuen, verärgert sind, in depressionsähnliche Zustände verfallen oder aber einen Schrei im Containerhafen loslassen, wie es dereinst unsere Kollegin Nika Lubitsch in ihrem Blog beschrieben hat, als sie den Platz 1 aller verkauften E-Books im Kindle Shop erreichte und wochenlang dort blieb. Ja, das macht glücklich! Und selbst, wenn die Zahlen nur Anhaltspunkte sind, macht es trotzdem glücklich. Da verschwinden alle Zweifel und Nöte, Rückenverspannungen lösen sich im Nu, und über mangelnde Inspiration braucht man sich nicht mehr zu beklagen. Erst einmal aber muss man ja in diesen Kindle Shop bzw. in die Topplisten hineinkommen, um überhaupt gesehen zu werden. Deshalb gibt es ab morgen, Samstag, den 14. Juni eine Rabattaktion für mein E-Book "Teufelswerk", die bis kommenden Freitag, den 20. Juni 2014, läuft. Mit Hilfe von Matthias Matting habe ich es dann auch geschafft, die letzte Hürde zu überwinden. Seine Rubrik ebook-rabatte.de in seiner Self-Publisher-Bibel (auch hier im Blog verlinkt) ist wärmstens zu empfehlen, ebenso die Plattform xtme von Johannes zum Winkel.
Ja, es ist absolut spannend! Als Verlagsautorin habe ich ein halbes bis ein Jahr an einem Roman gearbeitet, einen Vertrag bekommen, dann das Buch bis fast zur Druckreife überarbeitet, meist etwa ein Dreivierteljahr danach kam das Lektorat, für das nur eine kurze Zeitspanne verwendet wurde-zumindest im Publikumsverlag. Zwei bis drei Monate danach erschien das Buch. Beim Teufelswerk nun war es so, dass es erst mal durch meine Agentur angeboten und von allen Verlagen abgelehnt wurde. Später ist es in einem Kleinverlag unter dem Titel "Das Vermächtnis des Bischofs" erschienen. Es wurde mehr oder weniger regional vertrieben. Nimmt man nun die Schreibzeit und das Lektorat, dann war das eine Zeitspanne von etwa 9 Monaten. Die E-Book- Veröffentlichung dauerte insgesamt etwa drei Monate. Im Verlag erfuhr ich erst nach einem Jahr, wie sich die Bücher verkauft haben - mit der Abrechnung. Beim Self Publishing kann ich von Anfang an verfolgen, wie das Buch bei den Lesern ankommt. Und es hat mich sehr gefreut, dass es sich für meine Begriffe schon vor der Rabattaktion ab morgen ordentlich verkauft! Last not least der Verdienst: Für das Verlagsebook bekomme ich maximal 25%, hier 70% (immer noch!) und selbst von den Rabattbüchern 35%. Die Bücher verschwinden nicht nach ein paar Monaten wie aus den Buchhandlungen, werden nicht nach geraumer Zeit verramscht, wenn sie das gehoffte dauerhafte Verkaufsergebnis nicht bringen, sondern können immer wieder neu beworben werden. Und ich verstehe jetzt immer besser, wenn viele Self Publisher keinerlei Lust mehr dazu verspüren, eine mühsame Verlagskarriere auf sich zu nehmen.
Vorstellung von "Teufelswerk" bei xtme
Ja, es ist absolut spannend! Als Verlagsautorin habe ich ein halbes bis ein Jahr an einem Roman gearbeitet, einen Vertrag bekommen, dann das Buch bis fast zur Druckreife überarbeitet, meist etwa ein Dreivierteljahr danach kam das Lektorat, für das nur eine kurze Zeitspanne verwendet wurde-zumindest im Publikumsverlag. Zwei bis drei Monate danach erschien das Buch. Beim Teufelswerk nun war es so, dass es erst mal durch meine Agentur angeboten und von allen Verlagen abgelehnt wurde. Später ist es in einem Kleinverlag unter dem Titel "Das Vermächtnis des Bischofs" erschienen. Es wurde mehr oder weniger regional vertrieben. Nimmt man nun die Schreibzeit und das Lektorat, dann war das eine Zeitspanne von etwa 9 Monaten. Die E-Book- Veröffentlichung dauerte insgesamt etwa drei Monate. Im Verlag erfuhr ich erst nach einem Jahr, wie sich die Bücher verkauft haben - mit der Abrechnung. Beim Self Publishing kann ich von Anfang an verfolgen, wie das Buch bei den Lesern ankommt. Und es hat mich sehr gefreut, dass es sich für meine Begriffe schon vor der Rabattaktion ab morgen ordentlich verkauft! Last not least der Verdienst: Für das Verlagsebook bekomme ich maximal 25%, hier 70% (immer noch!) und selbst von den Rabattbüchern 35%. Die Bücher verschwinden nicht nach ein paar Monaten wie aus den Buchhandlungen, werden nicht nach geraumer Zeit verramscht, wenn sie das gehoffte dauerhafte Verkaufsergebnis nicht bringen, sondern können immer wieder neu beworben werden. Und ich verstehe jetzt immer besser, wenn viele Self Publisher keinerlei Lust mehr dazu verspüren, eine mühsame Verlagskarriere auf sich zu nehmen.
Vorstellung von "Teufelswerk" bei xtme
Montag, 9. Juni 2014
"Teufelswerk" -jetzt veröffentlicht!
EDIT: Das Buch enthält ein Inhaltsverzeichnis zum Navigieren, das hatte ich bei der Prüfung der Datei auf dem Kindle Previewer zunächst übersehen!
Eine längere Reise ist heute zu Ende gegangen. Nach etwa drei Monaten Vorarbeit
habe ich soeben mein E-Book "Teufelswerk" bei Amazon KDP hochgeladen. Ohne die Hilfe von Sabine Schäfers, Karl Kloiböck und meiner Grafikerin Stefanie Pappon hätte ich das, vor allem technisch, nie hingekriegt! Nicht ohne Grund prangte in meinem Vorabiturzeugnis eine Vier in Mathe, ganz im Gegensatz zu einer Zwei in Latein. Das Sprachliche scheint sich also schon frühzeitig stärker herausgebildet zu haben. Genau, in Deutschaufsätzen gab es meist eine Eins oder Zwei. Erfahrungsgemäß wird das E-Book schon heute Abend oder spätestens morgen bei Amazon erscheinen. Auf ein Inhaltsverzeichnis haben wir diesmal verzichtet, da Amazon offenbar andere Möglichkeiten zu bieten hat. Den Preis habe ich auf 5,28 US-Dollar berechnet, was zuzüglich 3% Mehrwertsteuerb 3,99 Euro ergibt. Wenn alles glattgegangen ist, wird diese Woche auch noch eine Rabattaktion gestartet.
Eine längere Reise ist heute zu Ende gegangen. Nach etwa drei Monaten Vorarbeit
habe ich soeben mein E-Book "Teufelswerk" bei Amazon KDP hochgeladen. Ohne die Hilfe von Sabine Schäfers, Karl Kloiböck und meiner Grafikerin Stefanie Pappon hätte ich das, vor allem technisch, nie hingekriegt! Nicht ohne Grund prangte in meinem Vorabiturzeugnis eine Vier in Mathe, ganz im Gegensatz zu einer Zwei in Latein. Das Sprachliche scheint sich also schon frühzeitig stärker herausgebildet zu haben. Genau, in Deutschaufsätzen gab es meist eine Eins oder Zwei. Erfahrungsgemäß wird das E-Book schon heute Abend oder spätestens morgen bei Amazon erscheinen. Auf ein Inhaltsverzeichnis haben wir diesmal verzichtet, da Amazon offenbar andere Möglichkeiten zu bieten hat. Den Preis habe ich auf 5,28 US-Dollar berechnet, was zuzüglich 3% Mehrwertsteuerb 3,99 Euro ergibt. Wenn alles glattgegangen ist, wird diese Woche auch noch eine Rabattaktion gestartet.
Mittwoch, 4. Juni 2014
Amazon in der Schurkenrolle
Aus technischen Gründen verzögert sich die Veröffentlichung des E-Books wahrscheinlich um eine Woche. Dann will ich gleich mit einer Rabattaktion beginnen. Was tut eine fleißige Autorin eigentlich, wenn sie nicht schreibt, ihre Wochenenden in Klöstern verbringt oder ihre Bücher vermarktet? Da gibt es viel zu tun: an einer Fortbildung zu Zwangseinweisungen und Zwangsbehandlungen in der Psychiatrie teilnehmen (gestern), die Bude putzen, sich im Garten betätigen und in Foren herumsurfen. Dabei bin ich auf einen Artikel der Frankfurter Rundschau vom April 2014 gestoßen: Storyteller. Klar definierte Schurkenrolle. Es ging um einen Beitrag bei Arte, in dem drei äußerst erfolgreiche Self Publisherinnen gezeigt wurden. Dabei sei über Amazon nur Negatives verlautet, was die Rundschau und andere dann aufgriffen. Amazon macht also den Buchmarkt kaputt, ist eine geldgierige Krake, die auch noch Autoren einfängt und an sich bindet. Aber selbst diese Zeitung hat bemerkt, welche ungeheuren Freiheiten und Vorteile das den Autoren bringt: nicht nur die verstaubte Backlist, die sie wieder auf den Markt bringen können, wenn der Verlag sie schon längst vergessen hat und neue Bücher innerhalb von Monaten, wozu Verlage Jahre brauchen. Für mich das Wichtigste ist, dass die selbst publizierten Bücher nicht nach kurzer Zeit verschwinden, sondern so lange sichtbar sind und beworben werden können, wie der Autor es will. Hand aufs Herz: Wer von uns hat nicht einst dazu aufgerufen, nicht bei Amazon zu kaufen, weil es die kleinen Buchläden kaputtmacht? Wer hat nicht gesagt "Das musste ja so kommen", als Amazons Erfolg dazu beitrug, dass große Buchketten wie Thalia Filialen schließen mussten? Und wer von uns sagt jetzt nicht: Amazon, heißes Eisen, aber mir als Autor bringt es Freiheit und Selbstverantwortlichkeit für meine Bücher? Selbst wenn Amazon mit der Zeit die hohen Tantiemen senkt, wird es weiterhin attraktiv für Autoren bleiben.
Und jetzt freut sichbder Börsenverein wieder über einen Aufwärtstrend bei den gedruckten Büchern: Buchhandel macht Front gegen Amazon. War das nicht letztes und vorletztes Jahr schon einmal so? Dass 63% der Leser immer noch am liebsten zu einem Buch greifen, das sie in der Hand halten können?
Und jetzt freut sichbder Börsenverein wieder über einen Aufwärtstrend bei den gedruckten Büchern: Buchhandel macht Front gegen Amazon. War das nicht letztes und vorletztes Jahr schon einmal so? Dass 63% der Leser immer noch am liebsten zu einem Buch greifen, das sie in der Hand halten können?
Donnerstag, 29. Mai 2014
Das Interview: Verlagsautorin und Self Publisherin
Das Interview, das Sabine Schäfers mit mir geführt hat, ist jetzt online. Das soziale Netzwerk, das mich begleitet, solange ich schreibe und veröffentliche, hat mir viele interessante und wertvolle Begegnungen gebracht, darunter eine der liebsten mit dieser Autorin. Sabine Schäfers wuchs in den
1970/80ern in der Kurpfalz auf, im Südwesten Deutschlands. Bis 2001
war sie als Rechtsanwältin tätig und studierte Informatik. Heute
lebt und arbeitet sie als freie Autorin am Rand des Münsterlands. Sie schrieb das Buch Himmelsmacht, "Eine sehr gelungene Mischung aus Thriller und einem Hauch Mystery"(ebookmeter. info), das sie selbst erfolgreich als E-Book herausbrachte. Im Juli erscheint ein weiteres E-Book, ein Jugendroman. Dazu werde ich Sabine ebenfalls interviewen. Ergänzend zu Sabines Interview mit mir möchte ich noch anmerken, dass die Urversion des "Mörike" vergriffen ist und ich selbst dazu 2012 ein E-Book herausgegeben habe. Eduard Mörike. Ein Leben auf der Flucht. Die Fragen für das Interview mit der Buchbloggerin Tintenhexe liegen inzwischen ebenfalls vor. Es soll Anfang Juli online gestellt werden.
Nächste Woche wird es endlich soweit sein: Dann kann ich mein zweites selbst publiziertes E-Book veröffentlichen: Teufelswerk, ein historischer Krimi aus der süddeutschen Region. Wenn mich jemand fragen würde, was für mich ein grundlegender Unterschied zum Publizieren im Verlag ist, würde ich sagen: Das E-Book, das ja schon fertig geschrieben und als Print veröffentlicht war, hat 2-3 Monate gedauert, bis es veröffentlicht werden konnte. Genausolange braucht unter Umständen ein Verlag, um sich zu entscheiden, ob er ein MS überhaupt annimmt-auch wenn der Autor schon viele Veröffentlichungen vorzuweisen hat.
Nächste Woche wird es endlich soweit sein: Dann kann ich mein zweites selbst publiziertes E-Book veröffentlichen: Teufelswerk, ein historischer Krimi aus der süddeutschen Region. Wenn mich jemand fragen würde, was für mich ein grundlegender Unterschied zum Publizieren im Verlag ist, würde ich sagen: Das E-Book, das ja schon fertig geschrieben und als Print veröffentlicht war, hat 2-3 Monate gedauert, bis es veröffentlicht werden konnte. Genausolange braucht unter Umständen ein Verlag, um sich zu entscheiden, ob er ein MS überhaupt annimmt-auch wenn der Autor schon viele Veröffentlichungen vorzuweisen hat.
Dienstag, 27. Mai 2014
Abenteuer im Kloster
Vor etwa eineinhalb Jahren verbrachte ich ein Wochenende im Kloster Heiligkreuztal und kam fast wie ein neuer Mensch zurück. Das Kloster wurde 1227 gestiftet, zunächst von Beginen, den "grauenSchwestern", aus dem benachbarten Altheim, dann von Zisterzienserinnen über 600 Jahre lang bewohnt und bewirtschaftet. 1972 wurde es von der Stefanus-Gemeinschaft käuflich erworben und seitdem zusammen mit der Diozöse Rottenburg als Tagungsstätte betrieben. Es liegt am Rande Oberschwabens, nahe Riedlingen an der Donau, in einer hügeligen, wenig zersiedelten Landschaft. Viele der Angebote zielen darauf hin, unser körperlich-seelisch-geistiges Gleichgewicht wiederherzustellen -einschließlich Anregungen zur Burnout-Prophylaxe. Für mich persönlich ist es die Mischung aus Umsorgtwerden, keine Pflichten und keine Probleme haben und dem Gruppenprozess, der aus den Themen heraus entsteht. Das ergibt einen einmaligen Nährboden für Erholung und neue Kreativität. Ich war auch die ideale Kandidatin für solch ein Abenteuer: supergestresst vom Beruf und orientierunglos zwischen zwei Büchern, einem Verlag und dem Self Publishing hin und her lavierend, dazu noch mit einer angestauchten Rippe. Wie es dazu kam, erzähle ich vielleicht ein andern Mal. Schon die Anfahrt war Erholung pur: vorbei an den blühenden Wiesen der schwäbischen Alb, voll mit Margeriten, Lichtnelken und Salbei. Bei Ankunft alles wie gehabt, ein altes Gebäude, das Amtshaus, vollgestopft mit Büchern aller Art, oben noch eine Bibliothek und eine große Zelle für mich allein, mit Blick in den Mariengarten innerhalb des Kreuzgangs.
Beim Abendessen lernte sich die Gruppe kennen, zwölf Frauen aus der näheren und weiteren Umgebung. Thema war "Stress bewältigen durch Achtsamkeit." Es wurden dann noch einige meditative Übungen und ein Bodyscan gemacht. Ja, darauf konnte ich mich einlassen, auch wenn ich bisher, vor langer, langer Zeit lediglich mal ein Volkshochschulseminar über autogenes Training gemacht hatte. Wir beschlossen den Abend zu dritt in einem Seerestaurant. Man erzählte sich so dies und das aus seinem Leben, und es stellte sich heraus, dass sogar mein letztes Buch irgendwie bekannt war. Normalerweise bin ich eine Nachteule und gehe erst nach Mitternacht ins Bett. Hier fiel mir bald das Buch aus der Hand, und ich erwachte um halb acht mit einem behaglichen Gefühl. Auf dem Weg vom Kreuzgang zum Refektorium (unserem Essaal) vermisste ich die mönchischen Gesänge, die mich damals so begeistert hatten. Es dauerte einige Zeit, bis mir klar wurde, dass die nicht vom Band gekommen waren, sondern von einer echten Männergesangsgruppe. Eigentlich wollten wir essen, ohne zu sprechen (was manchmal sehr entlastend sein kann); das wurde jedoch durch den Lärm der hundert anderen Gäste zunichte gemacht. Der Tag verging mit vielen Übungen, auch meditativem Gehen in einem Park mit labyrinthähnlich angeordneten Ahornbäumen, was mir Schwierigkeiten bereitete, weil ich normalerweise beim Wandern mehr fliege als "krieche". Daneben wurde eine Hochzeit ausgerichtet, und so mancher blieb verwundert stehen, als er die Damen durch den Garten schweben sah wie in einem Traum oder einer Science Fiction-Szene.
Abends war ich hundemüde nach all der Konzentration, und doch folgte ich einer kleineren Gruppe in den Seegarten. Ein Gruppenmitglied führte uns über Treppen, durch dunkle Gänge und kellerartige Gewölbe. Hier entsteht der Klosterkrimi, sagte sie mit geheimnisvoller Stimme. Mord im Kloster? Wer könnte ein Interesse daran haben, zwölf unbescholtene Frauen umbringen zu wollen? Oder sind sie gar nicht so unbescholten und haben es faustdick hinter den Ohren? So asketisch wie die Nonnen, die hier früher lebten, sind sie natürlich nicht. Sie legen Wert auf gutes Essen, kritisieren dessen nachlassende Qualität und stehen zwar um sieben Uhr auf, um in aller Stille zu sitzen (was ich nicht getan habe), würden aber sicher nicht wie die Nonnen um zwei Uhr nachts auf dem kalten Kirchenboden liegen und beten. Die einzige Erinnerung daran waren das viertelstündliche Bimmeln der Dachreiterglocke und der Weihrauch, der aus dem Kapitelsaal herüberdrang. Schön auch das Spiel auf einer indianischen Flöte, das unsere Leiterin Gertrud Hermle-Magg im Teehaus mitten im Klosterweiher zelebrierte.
Die zweite Nacht, noch früher als sonst war mein Licht gelöscht. Die Rippe tat schon kaum noch weh. Am zweiten Morgen war ich auf dieses Leben eingestellt, alles ging leichter von der Hand. Und bald waren Äbtissinnenhaus, Beichtigerhaus, Mühle, Kirche, Pfarrgarten und die riesige Klosteranlage von Sonnenlicht übergossen. Nach dem Mittagessen zerstreute man sich wieder in alle Richtungen. Ich erhielt eine Einladung zu einer Vernissage mit Lesung. Glücklicherweise ging es nicht gleich zurück in den Stress, sondern das klösterliche Leben ohne Computer, Fernseher und Handys ging nahtlos über in eine Fahrt durchs weite Oberschwaben mit seinem unvergleichlichen Himmel. Eine Wanderung durchs Federseemoor, ein Kuckuck rief. Der Mann aus Westfalen, kernig wie Pumpernickel, der eine mürrische Miene aufgesetzt hatte, weil er nun extra von der Eifel hierher gereist war, um den Sonnentau zu finden und ihn nicht fand. Wir wollten auch schon immer den Sonnentau finden, aber jetzt war es mir nicht mehr wichtig, denn wir hatten so viel anderes gefunden. Die Rast an einem völlig unbekannten See, mit Badeplatz und Gastwirtschaft. Ein Bummel durchs sonntäglich belebte Biberach und durch Ehingen an der Donau. Bevor ich endgültig zurückkehrte in das Knattern, Klacken und Rauschen der Zivilisation, dachte ich mir: Ich sollte nicht nur die Ruhe mit in den Alltag hineinnehmen, sondern das Ganze auch mal literarisch, wie auch immer, verarbeiten. Innere und äußere Bilder sind geblieben, das von einem Baum, meiner wäre eine Hutebuche, die ihre Wurzeln tief in der Erde hat, ihre Äste schützend ausbreitet, um selbst Zweige und Blätter in die Höhe zu treiben, sich Nahrung aus Luft und Sonnenlicht zu holen. Die Zeit hatte andere Dimensionen angenommen. Während ich stundenlang in der Zelle sinnierte, waren gerade mal zwei Minuten vergangen. Beim langsamen Gehen dehnten sich die Minuten zu Stunden. Und das war auch ein Zweck der Übung: innehalten und einen Augenblick lang "ganz" werden.
Beim Abendessen lernte sich die Gruppe kennen, zwölf Frauen aus der näheren und weiteren Umgebung. Thema war "Stress bewältigen durch Achtsamkeit." Es wurden dann noch einige meditative Übungen und ein Bodyscan gemacht. Ja, darauf konnte ich mich einlassen, auch wenn ich bisher, vor langer, langer Zeit lediglich mal ein Volkshochschulseminar über autogenes Training gemacht hatte. Wir beschlossen den Abend zu dritt in einem Seerestaurant. Man erzählte sich so dies und das aus seinem Leben, und es stellte sich heraus, dass sogar mein letztes Buch irgendwie bekannt war. Normalerweise bin ich eine Nachteule und gehe erst nach Mitternacht ins Bett. Hier fiel mir bald das Buch aus der Hand, und ich erwachte um halb acht mit einem behaglichen Gefühl. Auf dem Weg vom Kreuzgang zum Refektorium (unserem Essaal) vermisste ich die mönchischen Gesänge, die mich damals so begeistert hatten. Es dauerte einige Zeit, bis mir klar wurde, dass die nicht vom Band gekommen waren, sondern von einer echten Männergesangsgruppe. Eigentlich wollten wir essen, ohne zu sprechen (was manchmal sehr entlastend sein kann); das wurde jedoch durch den Lärm der hundert anderen Gäste zunichte gemacht. Der Tag verging mit vielen Übungen, auch meditativem Gehen in einem Park mit labyrinthähnlich angeordneten Ahornbäumen, was mir Schwierigkeiten bereitete, weil ich normalerweise beim Wandern mehr fliege als "krieche". Daneben wurde eine Hochzeit ausgerichtet, und so mancher blieb verwundert stehen, als er die Damen durch den Garten schweben sah wie in einem Traum oder einer Science Fiction-Szene.
Abends war ich hundemüde nach all der Konzentration, und doch folgte ich einer kleineren Gruppe in den Seegarten. Ein Gruppenmitglied führte uns über Treppen, durch dunkle Gänge und kellerartige Gewölbe. Hier entsteht der Klosterkrimi, sagte sie mit geheimnisvoller Stimme. Mord im Kloster? Wer könnte ein Interesse daran haben, zwölf unbescholtene Frauen umbringen zu wollen? Oder sind sie gar nicht so unbescholten und haben es faustdick hinter den Ohren? So asketisch wie die Nonnen, die hier früher lebten, sind sie natürlich nicht. Sie legen Wert auf gutes Essen, kritisieren dessen nachlassende Qualität und stehen zwar um sieben Uhr auf, um in aller Stille zu sitzen (was ich nicht getan habe), würden aber sicher nicht wie die Nonnen um zwei Uhr nachts auf dem kalten Kirchenboden liegen und beten. Die einzige Erinnerung daran waren das viertelstündliche Bimmeln der Dachreiterglocke und der Weihrauch, der aus dem Kapitelsaal herüberdrang. Schön auch das Spiel auf einer indianischen Flöte, das unsere Leiterin Gertrud Hermle-Magg im Teehaus mitten im Klosterweiher zelebrierte.
Die zweite Nacht, noch früher als sonst war mein Licht gelöscht. Die Rippe tat schon kaum noch weh. Am zweiten Morgen war ich auf dieses Leben eingestellt, alles ging leichter von der Hand. Und bald waren Äbtissinnenhaus, Beichtigerhaus, Mühle, Kirche, Pfarrgarten und die riesige Klosteranlage von Sonnenlicht übergossen. Nach dem Mittagessen zerstreute man sich wieder in alle Richtungen. Ich erhielt eine Einladung zu einer Vernissage mit Lesung. Glücklicherweise ging es nicht gleich zurück in den Stress, sondern das klösterliche Leben ohne Computer, Fernseher und Handys ging nahtlos über in eine Fahrt durchs weite Oberschwaben mit seinem unvergleichlichen Himmel. Eine Wanderung durchs Federseemoor, ein Kuckuck rief. Der Mann aus Westfalen, kernig wie Pumpernickel, der eine mürrische Miene aufgesetzt hatte, weil er nun extra von der Eifel hierher gereist war, um den Sonnentau zu finden und ihn nicht fand. Wir wollten auch schon immer den Sonnentau finden, aber jetzt war es mir nicht mehr wichtig, denn wir hatten so viel anderes gefunden. Die Rast an einem völlig unbekannten See, mit Badeplatz und Gastwirtschaft. Ein Bummel durchs sonntäglich belebte Biberach und durch Ehingen an der Donau. Bevor ich endgültig zurückkehrte in das Knattern, Klacken und Rauschen der Zivilisation, dachte ich mir: Ich sollte nicht nur die Ruhe mit in den Alltag hineinnehmen, sondern das Ganze auch mal literarisch, wie auch immer, verarbeiten. Innere und äußere Bilder sind geblieben, das von einem Baum, meiner wäre eine Hutebuche, die ihre Wurzeln tief in der Erde hat, ihre Äste schützend ausbreitet, um selbst Zweige und Blätter in die Höhe zu treiben, sich Nahrung aus Luft und Sonnenlicht zu holen. Die Zeit hatte andere Dimensionen angenommen. Während ich stundenlang in der Zelle sinnierte, waren gerade mal zwei Minuten vergangen. Beim langsamen Gehen dehnten sich die Minuten zu Stunden. Und das war auch ein Zweck der Übung: innehalten und einen Augenblick lang "ganz" werden.
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| Moorbirken am Federsee |
| Sumpfknabenkraut |
| Aymühlensee |
| Biberach |
| Ehingen |
Mittwoch, 21. Mai 2014
Interviews und Rezensionen
Immer, wenn man denkt, alles trete auf der Stelle und es werde sich nichts mehr ändern, geht irgendwo ein Türchen auf, wie ich selbst und wir alle es schon erlebt haben. Gestern kam die Anfrage von einer Buchbloggerin wegen eines Interviews; sie möchte auch gern rezensieren, weil ihr meine historischen Romane sehr zusagen. So werden wir das Interview mit Sabine Schäfers jetzt veröffentlichen, und ich werde die Printversion des E-Books und ein weiteres verschicken. Gut, dass die Verlage früher immer so reichlich Belegexemplare geschickt haben! Das nächste Interview wird dann voraussichtlich im Juli erscheinen. Da ich schon am berichten bin und die Nachricht hier ein wenig kurz ist, noch ein denkwürdiges Erlebnis: Ich lese gerade ein Buch, das wir auf dem hiesigen Bücherflohmarkt erstanden haben. Es heißt "Schillers Heimatjahre. Die Wanderungen des Heinrich Roller" und wurde von Hermann Kurz, (1813-1873), einem Freund und Weggenossen Eduard Mörikes, verfasst. Und es ist genau der Roman, den ich früher immer schreiben wollte! Er ist in den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts angesiedelt, und alle Figuren, die mir aus dieser Zeit ans Herz gewachsen sind, tauchen auf, alle Schauplätze, auf denen wir unterwegs sind, werden detailreich beschrieben. Es ist ein 1000seitiger Entwicklungsroman - den brauche ich also nicht mehr zu schreiben! Hermann Kurz ist übrigens ein Autor, den ich erst vor einiger Zeit für mich entdeckt habe. Den "Sonnenwirt", die Lebensgeschichte des Räuberhauptmanns Johann Friedrich Schwan, die wiederum Friedrich Schiller zu seinen "Räubern" inspiriert hat, habe ich mit dem größten Vergnügen gelesen. Hermann Kurz ist heute fast vergessen. Und er hat als freier Schriftsteller in Stuttgart und Tübingen, wo er zuletzt als Unterbibliothekar wirkte, kein leichtes Leben gehabt.
Dienstag, 13. Mai 2014
Die ultimative Freiheit zum Schreiben!
Heute Morgen habe ich eine Art Experiment gemacht. Statt mich im sozialen Netzwerk herumzutreiben, wie es mir zur Gewohnheit geworden ist, habe ich eine dieser Daily Soap-Sendungen angeschaut, die sich aber als sehr fundiert erwies. Es ging um einen arbeitssüchtigen Mann, der immer erreichbar war, sich für seine Firma aufrieb bis zum letzten und mit seinem Verhalten seine Ehe und sich selbst massiv gefährdete. Schließlich machte er Fehler und wurde von seiner Chefin übel abgekanzelt. Erst nach einem Kreislaufzusammenbruch und Aufenthalt in der Klinik konnte er die Gründe für sein Verhalten erkennen und es ändern. Eine systemische Therapeutin kommentierte das Geschehen. Ich stellte anschließend fest, dass ich weder arbeitssüchtig noch burnoutlastig noch in irgendeiner Weise depressiv bin, sondern jahrelang zu viele Dinge getan habe, die mich unnötig belasteten und die ich nicht gebraucht hätte zu meinem Glück. Später am Vormittag traf ich im Badepark eine alte Freundin, die ich schon länger nicht mehr gesehen hatte. Sie hatte kürzlich ihren 70. Geburtstag gefeiert und meinte, ich sei ja noch ein junger Hüpfer, und wenn ich in Rente sei, bleibe mir ja immer noch das Schreiben. Man sollte einfach nicht ganz aufhören zu arbeiten. Für mich ist dieser paradiesische Zustand ja nun auch nicht mehr fern. Und ich habe mir schon Gedanken gemacht, was ich mit den 23 Stunden Arbeitszeit einschließlich Fahrzeit, die dann wegfallen, anfangen könnte. Einfach zu sagen, dann schreibe ich halt, ist zu wenig. Es sollte in ein Gesamtkonzept eingebunden sein. Also erst einmal habe ich mir heute eine Jahreskarte für das Schwimmbad gekauft. Dann kam gestern eine Mail von dem Kloster an der Donau, in dem ich einen Wochenendkurs zum Thema "Stress bewältigen durch Achtsamkeit" gebucht habe. Ja, zweimal im Jahr ins Kloster zu gehen wäre eine gute Option. Ein Blick bei Google zeigt mir, dass ich schon vier Beiträge über das Thema Achtsamkeit verfasst habe, zum Beispiel diesen hier: Die Seele aufschlagen lassen vom November 2013. Hatte mir nicht mal jemand empfohlen, über diese Klostergeschichte einen Psychokrimi zu schreiben? (der allerdings schon geschrieben ist). Am letzten Sonntag habe ich gemerkt, was es heißt, achtsam mit sich umzugehen. Ich habe nur kurz in den Computer geschaut, habe mir eine köstliche Bolognese mit frischen Tomatenstückchen gekocht, bin schwimmen gegangen und einmal um den ganzen Park herumgelaufen, bis die schwarze Wand mich wieder nach Hause trieb. Später habe ich ZDF History und Terra X geguckt. An diesem Abend habe ich mich so gut gefühlt wie schon lange nicht mehr!
Ansonsten wird sich im "Unruhestand" nicht allzuviel ändern, außer, und darauf freue ich mich besonders, dass ich wegfahren,- wandern, -radeln kann, wann immer ich will und wann immer die Sonne lockt! Ich kann die Wintermonate anderswo verbringen, wenn ich will und wenn ich einen Platz finde, wo das möglich ist. Und muss nicht mehr alles um den Beruf herum arrangieren. Ich könnte alte Freundschaften wieder etwas mehr pflegen, mich um den Garten kümmern, mir vielleicht endlich die Oleanderkübel zulegen, von denen ich schon so lange träume. Die Netzkontakte so pflegen, wie sie es brauchen, vielleicht auch wieder an Real-Life-treffen teilnehmen. Einen neuen Blog gestalten, neue Ideen für Bücher entwickeln. Bis jetzt haben meine Arbeitszeit - bis in den Abend hinein - und die psychische Hochspannung, unter der ich oft stehe, vieles verhindert.
Ansonsten wird sich im "Unruhestand" nicht allzuviel ändern, außer, und darauf freue ich mich besonders, dass ich wegfahren,- wandern, -radeln kann, wann immer ich will und wann immer die Sonne lockt! Ich kann die Wintermonate anderswo verbringen, wenn ich will und wenn ich einen Platz finde, wo das möglich ist. Und muss nicht mehr alles um den Beruf herum arrangieren. Ich könnte alte Freundschaften wieder etwas mehr pflegen, mich um den Garten kümmern, mir vielleicht endlich die Oleanderkübel zulegen, von denen ich schon so lange träume. Die Netzkontakte so pflegen, wie sie es brauchen, vielleicht auch wieder an Real-Life-treffen teilnehmen. Einen neuen Blog gestalten, neue Ideen für Bücher entwickeln. Bis jetzt haben meine Arbeitszeit - bis in den Abend hinein - und die psychische Hochspannung, unter der ich oft stehe, vieles verhindert.
Sonntag, 11. Mai 2014
Erfahren und erwandert
Doch das Schieflaufen war noch nicht am Ende der Fahnenstange angekommen. Den Rückweg mussten wir über die Alb nehmen, denn am Samstagabend ist Stuttgart ein einziger Fußballstau. Endloses Schleudern durch Kurven und endlose Strecken geradeaus im Regen. Dann ließ der Regen endlich nach, unsere Mägen knurrten vernehmlich. Beim Filsursprung kannten wir ein Lokal, das uns noch nie wirklich enttäuscht hatte. Es war auch alles wie gehabt, nur ein Tisch war voll mit Einheimischen. Ich bestellte eine kleine Portion Schweinebraten mit Spätzle. Oh nein, stöhnte mein Partner und verdrehte die Augen. Eine fünfköpfige Familie mit penetrant quengelnden Kindern ließ sich mit viel Gedöns am Tisch gerade neben uns nieder, obwohl es jede Menge Nebenzimmer und sonstigen Raum gab. Wir haben ja selber Kinder großgezogen und lieben sie, aber diese Vorstellung war geradezu nervtötend. Ich erinnere mich nicht, jemals so etwas erlebt zu haben. Der Kleinste sollte wohl Kroketten essen, wollte aber Pommes mit Ketchup. Schließlich sagte die Mutter entnervt, wenn sie jetzt nicht aufhörten, würde sie sich morgen am Muttertag den ganzen Tag wegsperren. Fünf Minuten erschrockene Stille, dann ging es von vorne los. Erst als alles, einschließlich Fritten mit Ketchup, aufgetragen war, gingen die Sirenentöne in friedlicheres Plappern über. Fazit: Versuche nicht, einmal Erlebtes wiederholen zu wollen. Nimm lieber deine Trekkingsandalen und laufe damit über die Heiden.
Donnerstag, 8. Mai 2014
And the winner is ...
Cover Nr. 3! Dank eurer Hinweise, liebe Kolleginnen, habe ich mich nun für das entschieden, was mir-und auch fast allen von euch-am besten gefiel. Dabei haben wir es ein bisschen weniger kompakt gemacht und an der Schrift was geändert. Jetzt kann das Interview erscheinen (ich werde es hier verlinken und ein paar Worte dazu sagen), das E-Book kann konvertiert werden, und dann lade ich es hoch. Das ist immer der spannendste Moment, wie ich von meinem ersten E-Book weiß. Inzwischen habe ich auch gelernt, wie man exakt den Preis berechnet (aus dem Dollarpreis und der Mehrwertsteuer). Dazu gibt es einen speziellen Rechner für KDP und Create Space. Wenn das E-Book also 2,99 kosten soll, gibt man 2,90 ein, wenn 3,99, schreibt man 3,87. Hier der Link. Ich bin mir noch nicht ganz im Klaren, was ich für das E-Book verlangen soll - 4,99, 3,99 oder 2,99? Weniger wohl nicht, mehr wird zur Verkaufshürde, fürchte ich. Ich selbst ticke ja nicht viel anders als andere, ich gebe es zu. Mein erstes E-Book, das ich gekauft habe, war "Der 7. Tag" von Nika Lubitsch, das 2, 99 Euro gekostet hat, und ich dachte, na, da kann man ja nicht viel verlieren. Und habe es nicht bereut. Wie handhabt ihr das? Was kosten eure E-Books, wieviel würdet ihr für ein E-Book ausgeben? Sonderpreisaktionen gleich am Anfang oder nach einer gewissen Zeit? Je nachdem werde ich evtl. auch noch auf Facebook eine Umfrage starten. Bei dem Fantasyautor Stephan R. Bellem habe ich übrigens noch etwas dazu gefunden:
Wie sehr sind E-Books vom Preis abhängig?
Wie sehr sind E-Books vom Preis abhängig?
Freitag, 2. Mai 2014
Die Cover sind da!
Vorhin bekam ich drei Vorschläge für ein Cover von meiner Grafikerin Frau Pappon. Mir persönlich gefiel auf Anhieb die Version 3 am besten! Nr. 1 hat aber auch seine Vorzüge ...Wie würdet ihr entscheiden?
Zur Erinnerung noch einmal der veränderte Klappentext:
Süddeutschland im Jahr 1527. Als die Blitze eines Unwetters die elterliche Burg zerstören, beginnt ein schweres Leben für Julia, die Tochter einer verarmten Ritterfamilie. Sie kommt bei einer Tante in der nahen Stadt unter. Um die junge Frau entspinnt sich ein Gewirr von Intrigen. Sie wird denunziert und als Hexe angeklagt, und nur durch die Hilfe einer Novizin entkommt sie einem Giftmord. Was treibt die ungeliebte Tante und die Äbtissin des Klosters zu ihrem teuflischen Spiel? Zusammen mit dem Stadtschreiber Wolfram sucht Julia nach der Lösung des Rätsels. Die beiden finden schließlich eine Spur, die sie zum Bischof in Rottenburg, zum Arzt Paracelsus und zu einem Alchimisten führt, der einen tödlichen Plan verfolgt. Der spannende Roman erschien 2011 unter dem Titel "Das Vermächtnis des Bischofs" im Verlag Oertel&Spörer.
Süddeutschland im Jahr 1527. Als die Blitze eines Unwetters die elterliche Burg zerstören, beginnt ein schweres Leben für Julia, die Tochter einer verarmten Ritterfamilie. Sie kommt bei einer Tante in der nahen Stadt unter. Um die junge Frau entspinnt sich ein Gewirr von Intrigen. Sie wird denunziert und als Hexe angeklagt, und nur durch die Hilfe einer Novizin entkommt sie einem Giftmord. Was treibt die ungeliebte Tante und die Äbtissin des Klosters zu ihrem teuflischen Spiel? Zusammen mit dem Stadtschreiber Wolfram sucht Julia nach der Lösung des Rätsels. Die beiden finden schließlich eine Spur, die sie zum Bischof in Rottenburg, zum Arzt Paracelsus und zu einem Alchimisten führt, der einen tödlichen Plan verfolgt. Der spannende Roman erschien 2011 unter dem Titel "Das Vermächtnis des Bischofs" im Verlag Oertel&Spörer.
Wie ich zum Self Publishing kam
Mein letzter Artikel Was haben die Buchpiraten mit Schund zu tun? führte in den letzten Tagen zu einem steilen Anstieg der Besucherzahlen meines Blogs. Der Artikel war an entsprechender Stelle verlinkt worden. Vielleicht laden sich deshalb ein paar mehr Leser das indirekt beworbene Buch von mir auf ihren Reader. So what. Wenn die illegalen Downloads den Autoren und Verlagen auch nur geringfügigen Schaden zufügen, wie sich erwiesen hat, so helfen sie ihnen im Gegenzug auch nicht, sie bekannter zu machen oder die Verkäufe anzukurbeln. Sie haben die gedachte Größe eingebüßt, die ihnen von den Autoren selbst, von Verlagen, Polizei, Richtern usw. eingeräumt wurde. Da habe ich meine Meinung nun, in einem langen Lernprozess, geändert. Auch, was das Schreiben und Veröffentlichen angeht, habe ich meine Meinung geändert. Durch Zufall stieß ich auf einen alten Beitrag von mir, der 2009 hier in diesem Blog entstand:
Unter der Überschrift: Wie finde ich einen Verlag?, schrieb ich:
"Mein erstes Manuskript war alles andere als druckreif-heute würde ich es in dieser Form nicht mehr anbieten. Eine Lektorin von Klett -Cotta gab mir wertvolle Hinweise, und bald hatte sich ein Verlag gefunden, der es dann genommen, lektoriert und gedruckt hat. Das nächste Buch wurde auf Anhieb genommen. Ich habe sehr viel Werbung gemacht,die Verlage ebenfalls, was sich allerdings auf den Absatz kaum auswirkte. Die Bücher waren im Buchhandel einfach nicht präsent, nur vereinzelt. Ich lernte dann, dass es die Vertreter der Verlage sind, die das Buch zu den Buchhändlern bringen, und die Anzahl der Seiten im Katalog. Ich kaufte mir das Uschtrin-Handbuch für Autoren und fand eine Agentur.
Einen Roman später führte das auch zum gewünschten Erfolg.Viele Informationen und Unterstützung erhielt ich im Autorenforum Montsegur. Aus diesen Erfahrungen heraus rate ich jedem, der veröffentlichen möchte, zu einem langen Atem! Bevor man sein Manuskript an einen BoD-Verlag gibt oder gar noch dafür bezahlt, sollte man sein Licht nicht unter den Scheffel stellen, an sich glauben und den oft etwas steinigen, aber "lohnenden" Weg der Agentur-und Verlagssuche gehen. Man sollte lernen, den Roman wirklich reifen zu lassen, ob mit oder ohne Exposé."
Das würde ich heute nicht mehr so unterstreichen. Ist man erst einmal bei einem Verlag gelandet und hat einige Bücher als Hausautor veröffentlicht, heißt das nicht, dass man bevorzugt behandelt wird. Es wird immer auf die Verkaufszahlen der letzten Bücher geschaut und danach entschieden, ob man ein neues Projekt nimmt. So liegt mein Krimi jetzt schon seit Ende März zur Begutachtung dort. Diese Wartezeiten fallen durch Self Publishing weg, die Verdienstmöglichkeiten sind besser. Ein E-Book bleibt erhalten, Bücher verschwinden aus den Regalen. Allerdings müssen die E-Book sichtbar sein, um wahrgenommen zu werden, das ist dasselbe wie bei Prints. Meine Erfahrung sieht so aus: Die Bücher, die sich als Prints gut verkauft haben, verkaufen sich auch als E-Books gut und umgekehrt. Ich kenne einen Autor, der in der gleichen Lage war wie ich: Nach zwei Monaten Wartezeit bei seinem Verlag setzte er eine Frist und veröffentlichte dann selbst, mit gutem Ergebnis.
Unter der Überschrift: Wie finde ich einen Verlag?, schrieb ich:
"Mein erstes Manuskript war alles andere als druckreif-heute würde ich es in dieser Form nicht mehr anbieten. Eine Lektorin von Klett -Cotta gab mir wertvolle Hinweise, und bald hatte sich ein Verlag gefunden, der es dann genommen, lektoriert und gedruckt hat. Das nächste Buch wurde auf Anhieb genommen. Ich habe sehr viel Werbung gemacht,die Verlage ebenfalls, was sich allerdings auf den Absatz kaum auswirkte. Die Bücher waren im Buchhandel einfach nicht präsent, nur vereinzelt. Ich lernte dann, dass es die Vertreter der Verlage sind, die das Buch zu den Buchhändlern bringen, und die Anzahl der Seiten im Katalog. Ich kaufte mir das Uschtrin-Handbuch für Autoren und fand eine Agentur.
Einen Roman später führte das auch zum gewünschten Erfolg.Viele Informationen und Unterstützung erhielt ich im Autorenforum Montsegur. Aus diesen Erfahrungen heraus rate ich jedem, der veröffentlichen möchte, zu einem langen Atem! Bevor man sein Manuskript an einen BoD-Verlag gibt oder gar noch dafür bezahlt, sollte man sein Licht nicht unter den Scheffel stellen, an sich glauben und den oft etwas steinigen, aber "lohnenden" Weg der Agentur-und Verlagssuche gehen. Man sollte lernen, den Roman wirklich reifen zu lassen, ob mit oder ohne Exposé."
Das würde ich heute nicht mehr so unterstreichen. Ist man erst einmal bei einem Verlag gelandet und hat einige Bücher als Hausautor veröffentlicht, heißt das nicht, dass man bevorzugt behandelt wird. Es wird immer auf die Verkaufszahlen der letzten Bücher geschaut und danach entschieden, ob man ein neues Projekt nimmt. So liegt mein Krimi jetzt schon seit Ende März zur Begutachtung dort. Diese Wartezeiten fallen durch Self Publishing weg, die Verdienstmöglichkeiten sind besser. Ein E-Book bleibt erhalten, Bücher verschwinden aus den Regalen. Allerdings müssen die E-Book sichtbar sein, um wahrgenommen zu werden, das ist dasselbe wie bei Prints. Meine Erfahrung sieht so aus: Die Bücher, die sich als Prints gut verkauft haben, verkaufen sich auch als E-Books gut und umgekehrt. Ich kenne einen Autor, der in der gleichen Lage war wie ich: Nach zwei Monaten Wartezeit bei seinem Verlag setzte er eine Frist und veröffentlichte dann selbst, mit gutem Ergebnis.
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