| Stromberger Weinberg im Winter |
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Sonntag, 8. November 2015
Kleine Freuden
Samstag, 23. Mai 2015
Endlich Rente!
Vor Kurzem habe ich eine Glosse gefunden, über die ich mich gekugelt habe: Endlich Rente! Da ist von einem Mann die Rede, der die Rente herbeigesehnt hat und dann durch alle Höhen und Tiefen dieser finalen Aus-Zeit von der Arbeit stolpert. Er baut ein Vogelhäuschen, dann noch eins und noch eins, bis die Vögel sich darüber beschweren und dann ...aber lest selbst. Auf äußerst witzige Weise führt der Autor vor, wie man es besser nicht machen sollte, um nicht bei Vorabendserien, schlapprigem Jogginganzug und Mammut-Kreuzworträtseln zu landen. Kürzlich fragte mich ein alter Freund, ob ich denn, wenn ich in Rente bin, einen Roman nach dem anderen schreiben wolle. Mein alter Kumpel Mörike fällt mir dazu ein: Der war am produktivsten, als er noch eine ganze Menge um die Ohren hatte, nämlich als Pfarrer und später, als er mit 39 Jahren in Rente ging und als Literaturprofessor am Stuttgarter Katharinenstift tätig war. Danach machte er nur noch Gelegenheitsgedichte zu Geburtstagen, Hochzeiten usw. Ich selbst werde sicher auch keine Weltreise machen, keine neue Karriere starten oder die Welt neu erfinden. Werde weiter meine Natur- und Kulturserien gucken, Haus und Garten beackern, meine Ausflüge und Touren machen.Und meinen nächsten Roman veröffentlichen und auch den nächsten Roman schreiben und den nächsten oder auch mal ein Sachbuch. Und werde nicht erwarten, dass sich alles ändert, sondern dass alles etwas anders wird. Ich sehe jetzt, wenn ich durch die sonnenbeschienene Stadt gehe, die mir bekannten Rentner zufrieden beim Kaffee sitzen, während andere malochen müssen. Wie ich auch jetzt, kurz vor Ultimo, noch eine ganze Menge zu bewältigen hatte.
Es kommen die Pfingstfeiertage, danach wird es ruhiger. In diesem Stand werde ich noch 38 Tage lang sein, etwa die Hälfte davon urlaubsweise. Der Rentenbescheid ist auch schon gekommen, Mütterrente, Zusatzversorgungen und anderes ermöglichen mir ein finanziell unbeschwertes Leben. Und deshalb gehe ich auch mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Die spannenden Prozesse meines Arbeitslebens werden mir fehlen. Und es war sehr vorausschauend von mir gewesen, mir schon vor fünfzehn Jahren ein zweites Standbein aufzubauen. Es ist ebenso spannend, Bücher zu schreiben und zu sehen, wie sie sich auf der öffentlichen Bühne bewegen. Und damit auch noch ein Zubrot zu verdienen, wie mein Vater mir augenzwinkernd sagte. Es müssen ja nicht Vogelhäuschen sein - Marienkäferhäuschen habe ich schon als Kind sehr gern gebaut, aus Moos und Stöcken und trockenen Zweigen. Und Igelnester, Höhlen, Flöße. Ich brauche keine Joga-Kurse und Rentnerbusreisen, ich habe meinen Computer, meine Menschen, meinen Verein, meine Liebe zur Natur und zur Kultur, meine Bücher, die ich weiterhin lese, mein Kloster Heiligkreuztal und meine Mitautoren und -Autorinnen. Das Cover für meinen neuen Roman "Nacht des Wolfes" ist fertig, es basiert auf einem eigenen Foto von mir, durch eine Grafikerin stimmungsvoll in Szene gesetzt. Jetzt wird das Ebook noch konvertiert, und etwa Anfang Juni kann ich es dann bei Amazon hochladen. Am 8. Juni wird auch mein "Teufelswerk" ein Jahr alt. Es folgen, ohne zeitliche oder inhaltliche Garantie, ein Roman aus der Nazizeit, der fertige Krimi, nochmal überarbeitet. Und dann schaue ich mal, was noch in den Tiefen der Dateien schlummert und was mich sonst noch anfliegen könnte.
Es kommen die Pfingstfeiertage, danach wird es ruhiger. In diesem Stand werde ich noch 38 Tage lang sein, etwa die Hälfte davon urlaubsweise. Der Rentenbescheid ist auch schon gekommen, Mütterrente, Zusatzversorgungen und anderes ermöglichen mir ein finanziell unbeschwertes Leben. Und deshalb gehe ich auch mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Die spannenden Prozesse meines Arbeitslebens werden mir fehlen. Und es war sehr vorausschauend von mir gewesen, mir schon vor fünfzehn Jahren ein zweites Standbein aufzubauen. Es ist ebenso spannend, Bücher zu schreiben und zu sehen, wie sie sich auf der öffentlichen Bühne bewegen. Und damit auch noch ein Zubrot zu verdienen, wie mein Vater mir augenzwinkernd sagte. Es müssen ja nicht Vogelhäuschen sein - Marienkäferhäuschen habe ich schon als Kind sehr gern gebaut, aus Moos und Stöcken und trockenen Zweigen. Und Igelnester, Höhlen, Flöße. Ich brauche keine Joga-Kurse und Rentnerbusreisen, ich habe meinen Computer, meine Menschen, meinen Verein, meine Liebe zur Natur und zur Kultur, meine Bücher, die ich weiterhin lese, mein Kloster Heiligkreuztal und meine Mitautoren und -Autorinnen. Das Cover für meinen neuen Roman "Nacht des Wolfes" ist fertig, es basiert auf einem eigenen Foto von mir, durch eine Grafikerin stimmungsvoll in Szene gesetzt. Jetzt wird das Ebook noch konvertiert, und etwa Anfang Juni kann ich es dann bei Amazon hochladen. Am 8. Juni wird auch mein "Teufelswerk" ein Jahr alt. Es folgen, ohne zeitliche oder inhaltliche Garantie, ein Roman aus der Nazizeit, der fertige Krimi, nochmal überarbeitet. Und dann schaue ich mal, was noch in den Tiefen der Dateien schlummert und was mich sonst noch anfliegen könnte.
Sonntag, 11. Mai 2014
Erfahren und erwandert
Doch das Schieflaufen war noch nicht am Ende der Fahnenstange angekommen. Den Rückweg mussten wir über die Alb nehmen, denn am Samstagabend ist Stuttgart ein einziger Fußballstau. Endloses Schleudern durch Kurven und endlose Strecken geradeaus im Regen. Dann ließ der Regen endlich nach, unsere Mägen knurrten vernehmlich. Beim Filsursprung kannten wir ein Lokal, das uns noch nie wirklich enttäuscht hatte. Es war auch alles wie gehabt, nur ein Tisch war voll mit Einheimischen. Ich bestellte eine kleine Portion Schweinebraten mit Spätzle. Oh nein, stöhnte mein Partner und verdrehte die Augen. Eine fünfköpfige Familie mit penetrant quengelnden Kindern ließ sich mit viel Gedöns am Tisch gerade neben uns nieder, obwohl es jede Menge Nebenzimmer und sonstigen Raum gab. Wir haben ja selber Kinder großgezogen und lieben sie, aber diese Vorstellung war geradezu nervtötend. Ich erinnere mich nicht, jemals so etwas erlebt zu haben. Der Kleinste sollte wohl Kroketten essen, wollte aber Pommes mit Ketchup. Schließlich sagte die Mutter entnervt, wenn sie jetzt nicht aufhörten, würde sie sich morgen am Muttertag den ganzen Tag wegsperren. Fünf Minuten erschrockene Stille, dann ging es von vorne los. Erst als alles, einschließlich Fritten mit Ketchup, aufgetragen war, gingen die Sirenentöne in friedlicheres Plappern über. Fazit: Versuche nicht, einmal Erlebtes wiederholen zu wollen. Nimm lieber deine Trekkingsandalen und laufe damit über die Heiden.
Sonntag, 16. Februar 2014
Reise- und Wettergeschichten
| Ein Schaufenster in der Altstadt von Ravensburg |
Das bringt mich auf den Gedanken, dass ich eigentlich mal wieder etwas ganz Anderes machen möchte als Romane schreiben. Romane schreiben heißt heutzutage, dass dich jeder umsonst in seine Plattformen aufnehmen kann, du selbst dagegen musst zehntausende Euronen an Strafe zahlen, wenn dich jemand dabei erwischt, dass du auch nur einen Satz ungefragt aus Zeitungen oder Rezensionen übernimmst. Siehe das Urteil des Landgerichts München in Bezug auf Zitate aus Zeitungen und Rezensionen. Irgendwie verliere ich die Lust zum Schreiben.
Und dennoch: Gab es nicht mal einen Artikel von mir über Oberschwaben, wo der Himmel weiter und höher ist als andernorts? Wo sich die Barockkirchen und Klöster eng aneinander drängen, wo sich Moore mit Hügeln, Seen und Wäldern abwechseln, keine Blitzer stehen und die Biergärten schon bayrisch anmuten? Eine Welt der Bäder und Thermen, der Trampelpfade und Fahrradwege und der einzige Platz, an dem ich je in meinem Leben Birkenpilze gefunden habe. Und das alles kann man doppelt und dreifach genießen, wenn man es nicht im Überfluss hat, so mit tagelanger Sonne und Postkartenfarben, sondern erst den Wetterfrosch überlisten musste. Heute war keine Trixerei möglich, heute war totales Home-Relaxen angesagt, aber für morgen habe ich mir wieder einen kleinen Tripp ins Unbekannte ausgedacht. Über die Gegend, Hohenlohe, habe ich in meinen "Orten zum Reinschmecken" schon geschrieben, und es ist wieder eine ganz andere Region mit ganz anderen Highlights.
Sonntag, 18. August 2013
Es ist so einfach, mal abzuschalten!
| Im Donautal |
Sonntag, 19. September 2010
Ausflug im September
Eigentlich wollte ich mich noch mit der Frage beschäftigen, warum Georgette Heyer nicht über das geschrieben hat, über das sie schreiben wollte, nämlich das Mittelalter (die Liebesromane ließen ihr nicht genügend Zeit), warum der Schlagzeuger Phil Collins (früher Genesis) immer etwas anderes spielen wollte und erst jetzt, wenn er keine Tourneen mehr machen will, ein Soulalbum herausgibt und warum P.D. James, von der ich mir ein neues Taschenbuch ("Ein makelloser Tod") gekauft habe, noch mit 88 Jahren Krimis schreibt.
Statt dessen haben wir heute endlich mal wieder einen Sprung in die Landschaft machen können: Über Pforzheim zur Enzschleife bei Vaihingen, in das Weindorf Rosswag. Wenn man nicht über die Schnellstraße fährt, kommt man durch den Waldenserort Pinachemit der ältesten Waldenserkirche Deutschlands von 1721. Die Waldenser erreichten Süddeutschland 1699, nachdem sie ihres Glaubens wegen aus Südfrankreich vertrieben worden waren, und nannten die neuen Orte nach ihren Heimatdörfern.
Rosswag an der Enzschleife: In Millionen Jahren hat sich die Enz hier durch den Muschelkalk gefressen und einen weiten Umlaufberg geschaffen (Mönchberg). Ein Ort zum Verlieben, und die Weinberge werden wie in alter Zeit bewirtschaftet. Dass die Pflege der Trockenmauern Tausende von Arbeitsstunden benötigt, wusste ich nicht. Aber w i e brutal die Arbeit im Weinberg gewesen sein muss, merkten wir am Aufstieg.
Die Trauben schmecken süß und sind sehr saftig. Daraus entsteht zum Beispiel der Rosecco-Perlwein. Rosswag ist einer der wenigen Weinbauorte Baden-Württembergs, dessen Trauben auf Muschelkalk gedeihen. Im Ort scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, doch wird der Weinbau nur noch nebenberuflich betrieben. Im Zusammenhang mit dem Muschelkalk stehen oben Kiefernwälder und Walnussbäume. Vorsicht, man darf nicht einfach irgendeinem Weg folgen, sonst steht man am Abgrund und muss die ganzen Stufen wieder hinauf! Eidechsen und Weinbergschnecken sonnen sich auf den Treppen. Ich fühlte mich seit Langem mal wieder so wie diese Eidechsen und Weinbergschnecken, nämlich warm und frei von Sorgen.
Welch ein Kontrast ist die kleine Großstadt Pforzheim! Aber hier, wo die Enz aus dem Schwarzwald tritt, gibt es alle Annehmlichkeiten, große Buchhandlungen unter der Woche, schöne Cafés am Fluss und Latte Macchiato.
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