Freitag, 2. Mai 2014

Wie ich zum Self Publishing kam

Mein letzter Artikel Was haben die Buchpiraten mit Schund zu tun? führte in den letzten Tagen zu einem steilen Anstieg der Besucherzahlen meines Blogs. Der Artikel war an entsprechender Stelle verlinkt worden. Vielleicht laden sich deshalb ein paar mehr Leser das indirekt beworbene Buch von mir auf ihren Reader. So what. Wenn die illegalen Downloads den Autoren und Verlagen auch nur geringfügigen Schaden zufügen, wie sich erwiesen hat, so helfen sie ihnen im Gegenzug auch nicht, sie bekannter zu machen oder die Verkäufe anzukurbeln. Sie haben die gedachte Größe eingebüßt, die ihnen von den Autoren selbst, von Verlagen, Polizei, Richtern usw. eingeräumt wurde. Da habe ich meine Meinung nun, in einem langen Lernprozess, geändert. Auch, was das Schreiben und Veröffentlichen angeht, habe ich meine Meinung geändert. Durch Zufall stieß ich auf einen alten Beitrag von mir, der 2009 hier in diesem Blog entstand:

Unter der Überschrift: Wie finde ich einen Verlag?, schrieb ich:
"Mein erstes Manuskript war alles andere als druckreif-heute würde ich es in dieser Form nicht mehr anbieten. Eine Lektorin von Klett -Cotta gab mir wertvolle Hinweise, und bald hatte sich ein Verlag gefunden, der es dann genommen, lektoriert und gedruckt hat. Das nächste Buch wurde auf Anhieb genommen. Ich habe sehr viel Werbung gemacht,die Verlage ebenfalls, was sich allerdings auf den Absatz kaum auswirkte. Die Bücher waren im Buchhandel einfach nicht präsent, nur vereinzelt. Ich lernte dann, dass es die Vertreter der Verlage sind, die das Buch zu den Buchhändlern bringen, und die Anzahl der Seiten im Katalog. Ich kaufte mir das Uschtrin-Handbuch für Autoren und fand eine Agentur.
Einen Roman später führte das auch zum gewünschten Erfolg.Viele Informationen und Unterstützung erhielt ich im Autorenforum Montsegur. Aus diesen Erfahrungen heraus rate ich jedem, der veröffentlichen möchte, zu einem langen Atem! Bevor man sein Manuskript an einen BoD-Verlag gibt oder gar noch dafür bezahlt, sollte man sein Licht nicht unter den Scheffel stellen, an sich glauben und den oft etwas steinigen, aber "lohnenden" Weg der Agentur-und Verlagssuche gehen. Man sollte lernen, den Roman wirklich reifen zu lassen, ob mit oder ohne Exposé."

Das würde ich heute nicht mehr so unterstreichen. Ist man erst einmal bei einem Verlag gelandet und hat einige Bücher als Hausautor veröffentlicht, heißt das nicht, dass man bevorzugt behandelt wird. Es wird immer auf die Verkaufszahlen der letzten Bücher geschaut und danach entschieden, ob man ein neues Projekt nimmt. So liegt mein Krimi jetzt schon seit Ende März zur Begutachtung dort. Diese Wartezeiten fallen durch Self Publishing weg, die Verdienstmöglichkeiten sind besser. Ein E-Book bleibt erhalten, Bücher verschwinden aus den Regalen. Allerdings müssen die E-Book sichtbar sein, um wahrgenommen zu werden, das ist dasselbe wie bei Prints. Meine Erfahrung sieht so aus: Die Bücher, die sich als Prints gut verkauft haben, verkaufen sich auch als E-Books gut und umgekehrt. Ich kenne einen Autor, der in der gleichen Lage war wie ich: Nach zwei Monaten Wartezeit bei seinem Verlag setzte er eine Frist und veröffentlichte dann selbst, mit gutem Ergebnis.

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