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Mittwoch, 14. Februar 2018

Erntezeit und neues Leben

In grauer Vorzeit, ich habe es heute noch in den Ohren, sang die Kölner Gruppe BAB"Am Äschermittwoch is alles vorbei." Jetzt ist der Tag wieder gekommen, und die Blumenläden machen gute Geschäfte, weil auf diesen Mittwoch gleichzeitig der Valentinstag fällt. Und es ist mal wieder Zeit für eine Zwischenbilanz. Inzwischen zieht sich geradezu eine Elefantenspur von mir durchs Internet. Die dürfte aber, im Vergleich mit den Spuren anderer, eine Schmalspur sein. Die Bücher, die ich veröffentlicht habe, sind nicht verschwunden, im Gegenteil, sie breiten sich immer weiter aus. In unzähligen Shops weltweit werden sie angeboten (selbst bei Barnes&Noble in New York), täglich tauchen sie in neuen Bibliotheken auf und werden auch gelesen - leider auch von Lesern, die sich bei Umsonst-Plattformen bedienen. Ich habe alle Ideen, die ich in den letzten siebzehn, achtzehn Jahren hatte, verwirklicht. Jetzt ist irgendwie das Ende der Fahnenstange erreicht. Es kommen keine Antworten mehr, weder von Verlagen noch von Agenturen. Dafür haben sich im Virtuellen viele wertvolle Kontakte entwickelt, die genauso real sind wie die in der Wirklichkeit. Doch gab es nicht auch einmal ein Leben vor der Virtualität?

Naja, ganz draußen war ich glücklicherweise nie. Parallel zu der Parallelwelt bin ich weit herumgekommen, wie einige meiner Blogleser noch wissen werden. Das ist wiederum in das Schreiben und in die Blogbeiträge eingeflossen. Es war schon immer eine andere Welt gewesen als die der "Normalbürger", nämlich die der Literatur, der Kultur und der Natur. Ich muss nicht fasten, muss nicht auf Süßigkeiten oder das Internet verzichten, muss kein neues Leben beginnen. Statt dessen sollte ich beides besser miteinander in Einklang bringen. Durch den Hamburger Kontakt erfahre ich mehr über meine Familiengeschichte als jemals zuvor. Das ist sozusagen die Folge der Elefantenspur, die sich hinter mir herzieht. Neben dem Bücherangebot in der Welt und den Lesern wachsen auch die Besucherzahlen im Blog kontinuierlich, je nach Input.

Sonntag, 25. Juni 2017

Rausgeschmissen aus dem Universum

Am letzten Montag begann für mich eine Odyssee, die ich niemals so erwartet hätte und die mich an die Grenzen meiner Technikgläubigkeit brachte. Oder eigentlich mehr zu der Erkenntnis, dass vieles, von dem man sich Besseres erhofft, zunächst mal nur Stress und Diffusion erzeugt. Es ging schlicht und einfach um den Wechsel des Telefonanbieters. Lange Zeit war ich recht zufriedene Kundin bei 1&1 gewesen. Doch die Telefonanlage kam in die Jahre. Mindestens einmal täglich flog ich aus der Leitung, weil da irgendein Wackelkontakt war. Wenn es eine Störung gab, musste ich per Handy die Anweisungen eines schnell sprechenden Helfers befolgen, im Notfall auch mal unter dem Schreibtisch herumkriechen. Das sollte sich ändern. Telekom hat einen Shop in unserer Stadt, da konnte ich dann persönlich vorbeigehen, und sie würden mir sicher auch einen Techniker ins Haus schicken, wenn etwas nicht stimmte. Am Montag Morgen also war es dann soweit. Pünktlich um Mitternacht wurde die Internetverbindung durch 1&1 getrennt. So, es geht los, dachte ich mir, rieb mir die Hände und beseitigte nach schriftlicher Anweisung den alten Router, die Splitterbox, das Glasfasermodem und viele Kabel. Am Freitag hatte ich mir im Shop schon den Speedport Smart besorgt, einen schicken, leistungsstarken Router von Telekom. Und schloss die Kabel nach Vorschrift an.

Da sollte ein grüner Link aufleuchten, was er aber hartnäckigerweise nicht tat, Stunden um Stunden nicht. Ein Anruf bei der Hotline, ein etwas verärgerter Helfer, der mich schließlich mit "Frau Link" anredete und bedauernd meinte, ich müsse bis abends 19.00 warten. So recht konnte ich nicht daran glauben. Und so versuchten wir anderswo Hilfe zu bekommen. Im Elektrogeschäft des Ortes erfuhren wir, dass der Meister schon eine Woche ohne Telefonverbindung sei. Sein Gehilfe, der mir den letzten Router angeschlossen hatte, sei die Woche im Urlaub. Zwischendurch musste ich mir immer wieder anhören, dass ich technisch eben eine absolute Niete wäre. Bei 34° im Schatten stand ich dann im Telekom Shop an. Ja, ich solle bis 21.00 warten, das dauere manchmal etwas länger. Außerdem hätte ich ohne Techniker gebucht. Die Mail, in der das stand, war inzwischen verloren gegangen. Wenn sich bis morgen Früh nichts tue, solle ich anrufen, für einen Dreißiger könne an mir auch einen Techniker stellen. Daheim leuchtete dann um 17.00 endlich das ersehnte grüne Licht, ich war drin, konnte telefonieren und eine Mail absetzen. Dann war das wieder verschwunden. Am nächsten Tag rief ich an, hing in der Warteschleife, schilderte das Problem, die Stimme versprach einen Rückruf. Der nie kam, geschlagene vier Tage lang nicht. Ich fühlte mich, als hätte man mir eine Mauer vor die Nase geknallt. Begann dann aber auch, die internet- und telefonlose Zeit zu genießen.

Irgendwann war es dann aber genug. Wiederum bei 33° im Schatten fuhr ich noch einmal zum Shop, um über meine Leidenszeit zu berichten. Dort standen einige verzweifelte Kunden und flehten die Mitarbeiter um Hife an. Eine Geschäftsfrau war schon ein paar Tage lang ohne jede PC-Verbindung, sie wurde darüber aufgeklärt, dass sie Schadensersatz verlangen könne, unter Einreichung von Belegen. Diesmal bekam ich tatkräftige Unterstützung. Ich solle den Router vorbeibringen. Also nochmal heim, nochmal schwitzend in die Stadt gefahren. Der Router wurde geprüft, ich erhielt ein anderes Telefonkabel. Dazu kaufte ich gleich auch noch ein neues Telefon. Zum Trost bekam ich das Kabel geschenkt. Daheim angeschlossen, und seitdem funktioniert alles anstandlos! Und die Moral von der Geschicht? Keine Technik mehr ohne Ansprechparner vor Ort, und wenn etwas ist, gleich das Gerät (ohne Kabel) nehmen und demjenigen vorbeibringen. Meine Technikgläubigkeit ist seitdem aber auf dem Nullpunkt gelandet. Nicht ich bin die Technikniete, sondern ein defektes (neues) Telefonkabel hatte mich tagelang aus dem Universum geschmissen.



Freitag, 9. Januar 2015

Woher kommt der Hass?

Bisher habe ich keine Worte gefunden, um etwas über den Anschlag vom 7. Januar sagen zu können. Ich kann nur etwas über meine Versuche berichten, mehr Klarheit über die Hintergründe zu bekommen. Gestern Abend wartete ich auf die Spätausgabe der Tagesschau und habe dabei die restliche Sendung von "Panorama" mitbekommen. Da ging es offensichtlich um das Internet und seine Auswirkungen auf die gesellschaftliche Entwicklung. Einer meinte, es sei eine neue, global miteinander verbundene und kommunizierende Welt entstanden, in der alle alles teilen und das ganze Leben öffentlich geworden ist. Dass sei gut so, denn schon in früheren Jahrhunderten habe man in großen Räumen nebeneinander und miteinander geschlafen und sei öffentlich miteinander auf der Toilette gesessen. Eine Frau hielt dagegen, dass jede Privatsphäre schwindet, jeder jeden aushorchen und überwachen kann. Dann sah ich die Bilder der Fahndung im Fernsehen, sah die solidarische Gemeinschaft der Pariser und aller Franzosen, die sich ihre Freiheit nicht wegnehmen lassen wollen. So habe ich es auch eingeschätzt, dieses Volk, das sich durch eine Revolution eben diese Freiheiten erkämpft hat.

Ich habe Angst, wie sicher Millionen andere auch, gleich welcher Nationalität und welcher Religion. Aber Angst ist ein schlechter Ratgeber, wie wir alle wissen. Heute wollte ich mehr über die Hintergründe wissen und habe in den virtuellen Zeitungen geblättert. Da fand ich einen Artikel bei NTV, der sich mit der deutschen Terrorabwehr beschäftigt. So effektiv ist Deutschlands Terrorabwehr.
Deutschland hat bisher Glück gehabt, während es in Frankreich schon verschiedene tödliche Anschläge gab, alle in Folge des 11. September 2001, obwohl es auch bei uns schon zehn versuchte Anschläge gab. Entweder haben Zünder versagt, eine Bombe wurde rechtzeitig entdeckt oder derjenige rechtzeitig verhaftet. Auf dieses Glück könne man sich aber nicht verlassen. Die Franzosen hätten effektivere Möglichkeiten, gegen Terrorismus vorzugehen. Und für diese Möglichkeiten einer stärkeren Abwehr müsste auch mehr Geld bereit gestellt werden, müssten die Lauschangriffe noch intensiviert werden, auch wenn das die Bürgerrechte immer mehr einschränke. Die sind aber sukzessive im Lauf der Jahre sowieso mehr und mehr eingeschränkt worden, ich denke bloß an das Brimborium, das sich um die Flüge herum entwickelt hat.

Der nächste Artikel der "Zeit" beschäftigt sich mit den Hintergründen der mutmaßlichen Attentäter. Sie waren ja so zerfahren und haben ihren Ausweis im Wagen liegengelassen. Dazu schreibt die Zeit einen Artikel über die beiden Brüder, die jetzt gezielt im Nordosten von Paris gesucht werden. Woher kommt der Hass? Es werden zwei Begriffe genannt: Das Internet und eine radikalisierende Sozialisation. In Gefängnissen und im Internet hätte sich diese Radikalisierung erst voll entwickelt - und richte sich gar nicht gegen religiöse Unterschiede (zwei der Getöteten waren nämlich Muslime), sondern gegen ein verhasstes System. So viel mutmaßt man bis jetzt, dass nämlich keine Organisation dahinter zu stecken scheint. Letzte Meldung der Tagesschau um 12.00: Die Reporter wurden erstmal weggeschickt, Krankenwagen wurden bereit getsellt, die Hauptstraße geräumt. Man bereitet sich auf einen Sturmangriff auf das Quartier der beiden Brüder vor, die inzwischen ein Auto gestohlen und eine Frau als Geisel genommen haben.

Ich weiß so wenig wie jeder andere eine Lösung. Angst und Weggucken sind sicher die schlechtesten. Solidarität und Aufklärung, wie sie gerade massenhaft entstehen und praktiziert werden, die einzige Antwort. Und da ist die Öffentlichkeit, auch und gerade des Internets und anderer Medien, absolut geeignet, eine Bedrohung, die mehr ist als alles Bisherige, abzuwehren und das Wissen und die Besorgnis darüber mit anderen zu teilen.

Einkaufen gehen von Petra van Cronenburg
Glotze gucken -Petra van Cronenburg zum Tag, an dem Millionen demonstrierten

Freitag, 28. November 2014

Der virtuelle Selbstmord oder: Im Internet sind alle gleich

Anmerkung: Sollte auch dieser Text nicht lesbar sein (nach HTML_Bereinigung) kann ich ihn gern als Doc.-Datei per Email senden. Voriger Beitrag: KDP-Termine, E-Books werden teurer

Aufgrund eines Formatierungsfehlers war für einige der Beitrag, den ich vor einigen Tagen eingestellt hatte, nicht lesbar. Deshalb noch einmal, erweitert um einige Infos und Überlegungen zu den Ereignissen, die sich kürzlich in Tübingen bei einer Mädchenclique abgespielt haben. Vor Kurzem hatten wir uns im Team die Frage gestellt, wie sich intensive Internetnutzung auf Menschen auswirkt, die schon eine gestörte Beziehung zur realen Welt aufweisen. Via Internet bin ich auf einen Vortrag gestoßen, den der Diplom-Psychologe Kai W. Müller vor der Landespsychotherapeutenkammer Mainz im Jahr 2013 gehalten hat: Internet und virtuelle Beziehungen. Und versuche das für mich Wichtigste mal kurz zusammenzufassen. Fangen wir mit ein paar Fakten an.
99% der deutschen Jugendlichen nutzen das Internet regelmäßig. Sie verbringen durchschnittlich 132 Minuten am Tag im Netz 
65% der Erwachsenen verbringen durchschnittlich 115 Minuten im Netz.
Was sind die Vorteile?
Soziale Unterstützung kann unmittelbar erfolgen
Die Kommunikation mit Freunden wird erleichtert
Kontakte sind schneller verfügbar
Es fällt leichter, auf andere zuzugehen.
Facebook:
Es gibt 800 Millionen Facebooknutzer. Ein junger Mann hatte auf eine Frage nach der Bedeutung dieses sozialen Netzwerkes erklärt, wer nicht bei Facebook sei, existiere gar nicht wirklich. Das Aussteigen aus so einem sozialen Netzwerk kommt also einem "virtuellen Suizid" gleich. Du bist einfach nicht mehr da, wirst nicht mehr wahrgenommen. Die Bedeutung dessen hängt natürlich mit dem Stellenwert zusammen, den derjenige dem Netzwerk unterstellt. Und den seine soziale Bezugsgruppe ihm unterstellt. Hand aufs Herz: Ist heute nicht einer, der sein Handy ausgeschaltet lässt oder erst gar keins besitzt, von einem Großteil der allgemeinen Kommunikation ausgeschlossen? Twittert nicht auch ein Minister wichtige erste Botschaften, bevor sie in die Tagesschau kommen? Was unterscheidet nun diejenigen, die den "virtuellen Suizid" begangen haben und aus dem sozialen Netzwerk ausgestiegen sind von denen, die bleiben? Die Leute, die ihr Profil gelöscht haben, hätten eine höhere Fähigkeit zur Selbstregulation und legten mehr Wert auf ihre Privatsphäre. Wahrscheinlich überwiegen auch die realen Kontakte bzw. sind in genügender Form offline verfügbar.

Nachteile sozialer Netzwerke: Sozialer Schaden entstehe eigentlich nur, wenn der User stark introvertiert ist. Dann kann es zur Abnahme realer Kommunikation in der Außenwelt kommen. Extrovertierte User korrigieren die Onlinezeiten nach unten und halten gleichzeitig den Kontakt zu Onlinebekanntschaften.
Vorteile: Man muss nicht gleich antworten, die Regeln sind weniger stringent (können MMn aber ganz schön streng sein, besonders in Gruppen. Und im Internet kann man jemanden durch Knopfdruck viel schneller entfernen als in der Realität!)  Im Internet sagten und täten Menschen Dinge, die sie im realen Kontakt so nicht sagen oder tun würden. Sie seien lockerer, ungezwungener, weniger gehemmt und drückten sich offener aus. Dieses Phänomen werde als der "Online Disinhibition Effect"bezeichnet. Was ist das für ein Effekt?
Durch die Anonymität kann ein anderes Selbst gebildet werden.
Man ist unsichtbar, im Internet sind anscheinend alle gleich.
Man muss nicht immer gleich reagieren.
Es gibt zwei Varianten dieses Effekts:
1. Ungefährliche Enthemmung
Der User gibt sich leichter preis, er kann Wünsche, Hoffnungen und Träume entwickeln,
die er in der realen Welt wahrscheinlich mit niemandem teilen würde.
2. Toxische Enthemmung
Es kommt zu Beschimpfungen, zu Bedrohungen und Beleidigungen,
sogar zu devianten und antisozialen Handlungen und zu Cybermobbing.
Jüngstes Beispiel: die Mädchenclique in Tübingen, die vor Kurzem eine gleichaltrige 14jaährige verprügelte, ins Gesicht und in den Magen trat, das reihum mit dem Handy filmte
und bei Facebook einstellte. Gestern wurde das in "Zur Sache Baden-Württemberg" noch einmal aufgerollt. Das Video wurde so oft geteilt, dass es bei FB inzwischen nicht mehr zu entfernen ist. Eines der Mädchen ist inzwischen selber verprügelt worden. Dem ging ein längeres Cybermobbing voraus, gegenseitig wurden die Eltern beleidigt usw. Ein Viertel aller Jugendlichen habe schon einmal erlebt, dass eine Clique jemanden fertig gemacht hat. Das Einstellen bei Facebook wurde von den Mädchen zunächst als "cool" empfunden, man wurde gesehen und beachtet. Später, als die Lawine ins Rollen gekommen war, schämten sie sich sehr und würden es nie wieder machen. Dazu fällt mir ein eigener Begriff ein: Es hat wahrscheinlich eine Entfremdung von sozialer Nähe und Empathie stattgefunden, die Gefühle scheinen oberflächlich oder verniedlicht. So haben wir einmal erlebt, dass zwei Mädchen am Albtrauf standen und die Gedenkschrift an einen Mountainbiker lasen, der hier senkrecht in die Tiefe gestürzt ist. Ich meine, sie hätten daraufhin "cool" oder "wow!" gesagt. Das sind die Auswüchse, die auch vorher schon bestanden, aber sich durch die Cyberwelt weiter entpersonalisiert haben.

Andererseits sieht Müller Chancen, angstgestörte, Patienten mit sozialer Phobie oder internetsüchtige Menschen zunächst über eben dieses Medium zu erreichen. Es ist weniger angstbesetzt. Das Fazit ist, dass sich durch das Internet die soziale Kommunikation verändert hat. Sie ist nicht schlechter, sondern anders geworden. Der Austausch mit anderen wird erleichtert, ersetzt allerdings nicht die Bezugspersonen, die man im Ernstfall dann wirklich physisch braucht. Für den durchschnittlich selbstbewussten Menschen dürfte das Internet kaum Gefahren bergen. Gefährlich wird es erst, wenn jemand Störungen wie eine soziale Phobie hat oder dazu neigt, sich in Parallelwelten zu flüchten, ohne sich davon distanzieren zu können. 
Mein persönliches Fazit:
Das Internet und der Computer haben mein Leben von Grund aus revolutioniert, verändert und bereichert. Durch diese Medien wurde es mir überhaupt erst möglich, meinen Traum vom Schreiben zu ermöglichen. Das Schreiben ist allerdings auch Schwerpunktthema gewesen und ist es noch. Ich habe das Internet also in der Regel mehr sach - als allgemein kommunikationsbezogen genutzt, habe nie gespielt oder Kontaktbörsen jeglicher Art besucht. Einmal war ich kurze Zeit Mitglied in einer Kochgruppe, deren Regeln mir aber zu rigid waren. Da musste man für das Kochen den Großteil seiner Zeit und seines Geldes einsetzen. Durch die Kommunikation mit anderen habe ich dieses Medium erst einmal begriffen. Der Austausch mit anderen Autoren führte zum regelmäßigen Schreiben, gegenseitigem Korrekturlesen und zu Veröffentlichungen. Einige Mitautoren habe ich auch im realen Leben kennengelernt. Mit Verlagen und mit der Agentur lief vieles über Emails ab, gerade auch Lektorate. Für Autoren ist dieses Medium ideal, fast schon unverzichtbar als Recherchequelle! Und solange ich über meine selbstregulierenden Mechanismen verfüge, brauche ich nicht zu befürchten, in der virtuellen Welt zu versinken.

Montag, 7. Oktober 2013

Zwänge im Internet

Die letzten zwei Wochen habe ich intensiv genutzt, um mal wieder überflüssigen Ballast loszuwerden. Das heißt, ein Drittel aller alten Papierbücher, die Hälfte der Papiere und Gebrauchsanweisungen, Bilder, Klamotten, Schuhe, Fotos ...und dann endlich auch mal durch was Neues ersetzt. Durch einen Umzug im engeren Freundeskreis bin ich überhaupt erst darauf gekommen. Zu diesem Zweck mussten wir ein neues Handy kaufen, weil es heutzutage drei Wochen dauert, bis Telekom das Telefon ummeldet. Es stellte sich als I-Phone heraus, und damit kann man auch fotografieren, Videos drehen, bei Facebook teilnehmen und noch tausend andere Sachen. Dabei wollte man doch bloß telefonieren ...Dann gings an den PC. In Facebook fand ich etwa fünfzig Spiele, Dutzende Like-Anfragen und allen möglichen Mist, den ich niemals angefordert habe. Irgendwelche Firmen drängen sich dazwischen und wollen, dass man ihre Seite liked. Und vieles davon kann man überhaupt nicht mehr entfernen, nur unsichtbar machen. Und wird dann auch noch gefragt, warum einem dieses Foto, dieser Beitrag nicht gefällt. Ehrlich gesagt, finde ich das fast schon eine Nötigung. Bei Readern soll es so sein, dass man am Ende gefragt wird, wie einem das Buch gefallen hat - und sogar per Email daran erinnert wird, einen Kommentar zu schreiben. Was dann zu Zweisatzkommentaren führt, mit denen man wenig bis gar nichts anfangen kann. Heute ist der ganze Vormittag nur mit Papieren und Facebook-Bereinigung draufgegangen. Allmählich merke ich, dass ich anfange, mich zu verweigern. Einen Vorteil haben ja die modernen Medien: Meist genügt ein Klick, und es ist weg.

Dienstag, 4. Juni 2013

Wieder mit dem Nabel der Welt verbunden

Seit letzten Samstag lebte ich zunehmend in einer Welt, die realer nicht hätte sein können. Im Fernsehen Berichte über die Hochwasser, die seit 500 Jahren in dieser Stärke nicht aufgetreten waren. Dazu die Aussage eines Meterologen, dass solche Phänomene jetzt immer häufiger würden, ebenso das Gegenteil, nämlich Dürren, dazu Stürme, Erdrutsche, Tsunamis. Es kann und wird unsere Lebensbereiche immer mehr einengen. Das Wandern am Albtrauf zum Beispiel dürfte momentan lebensgefährlich sein, überall sind die Kanten aufgrund des vielen Wassers, mit dem die Erde getränkt ist, abgebrochen und in die Tiefe gerutscht. Anstatt ständig Geld ins Ausland zu verschieben, sagt mein Partner, anstatt jetzt einen Naturpark Schwarzwald gegen den Willen der Bevölkerung durchzudrücken, sollten sie das Geld lieber den Leuten geben, die alles verloren haben und keine teure Versicherung gegen Überflutung abschließen konnten. Warum haben sie nicht mehr Katastrophenhelfer aus anderen Bundesländern geschickt? Ich wünsche allen Betroffenen, dass sie schnell wieder aus ihrer misslichen Lage herauskommen!

Dagegen hatte wir es noch paradiesisch: Der Samstag war zwar vollkommen verratzt, aber am Sonntag konnte man doch etliche Stunden Sonne und Wärme im Süden finden, auf der trockenen Baar, zwischen Villingen und dem Randen. Allerdings waren dort die Wiesen so am Überlaufen, dass ständig Bäche über die Straße flossen.

Am Samstag begann sich dann das Internet allmählich von mir zu verabschieden. Ich arbeitete wie irrsinnig daran, mit dem Ergebnis, dass gestern Abend auch noch das Telefon ausfiel. Das ist schon so ein Gefühl, wie abgenabelt von der Welt zu sein. Heute dann endlich wieder ein Sonnentag! Die Kollegen im Team wirkten richtig glücklich. Danach fuhr ich zur Telekom-Filiale, wurde aber freundlich an meinen Telefonanbieter 1&1 verwiesen. Mit denen kriegte ich es dann vorhin binnen 20 Minuten hin. Und bekomme eine neue WLAN-Box und eine Tarifminderung. Sie werden wohl gerochen haben, dass ich schon bei Telekom war. Beim Surfen stellte ich fest, dass es weitere Vorbestellungen für meine "Köchin" gibt -außerdem ist sie ab 18.Juni als Kindle Edition zu haben!

Samstag, 12. März 2011

Kommnikationsstörungen durch das Internet

In unserer Zeitung, dem Schwarzwälder Boten", las ich gerade ein Interview mit der Psychotherapeutin Franziska Ihle. Schwerpunkt ihrer Therapien: Ängste, Phobien, Panikstörungen, Zwagsstörungen, Depressionen, Pesönlichkeitsstörungen. Das Interview ist auch in der"Stuttgarter Zeitung" erschienen:
Der Internet-Irrsinn.
Darin äußert sie sich darüber, wie das Internet mit all seinen Kommunikationsmöglichkeiten zwar Kontakte fördert, sie aber oberflächlicher macht. Das führt dazu, dass sich die psychischen Probleme vieler Menschen verschärfen. Frau Ihle meint, dass soziale Phobien heute häufiger auftreten als früher, in einer Zeit, in der es nur das Telefon als Fern-Kommunikationsmittel gab. Emotionen anderer könnten nicht mehr so gut wahrgenommen, Beziehungen nicht mehr real gestaltet werden. Das Gehirn kann die enorme Informationsflut nicht mehr verkraften. Man lenkt sich ab, um sich nicht mit sich selber beschäftigen zu müssen. Frau Ihle empfiehlt, nur noch 1-2 mal am Tag Emails abzurufen, und eigentlich bräuchte man nach jeder Email 15 Minuten Zeit, um sich zu erholen, die sich aber keiner nimmt. Ich fühle mich angesprochen und möchte wieder verstärkt darauf achten, einen Ausgleich zwischen Realität und Virtualität zu schaffen, denn um die realeWelt komme keiner herum.

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Zeitfresser Internet

Achtung, bevor Sie dies lesen, entscheiden Sie, ob es auch wirklich nötig ist, es zu lesen! Es könnte ein Zeitfresser sein. Jetzt habe ich meine Zeit damit verbracht, mich darüber zu informieren, wo die größten Zeitfresser stecken. Nachdem ich tief in mich gegangen bin, kann ich für mich feststellen: Meine größten Zeitfresser sind Emails, ob beruflich, mit Bekannten oder für den Blog. Und alles, was man meint, auch noch so lesen zu müssen jeden Tag. Hier lese ich, dass man auch bei Twitter, Facebook usw. selektieren kann, um nicht überschwemmt zu werden. Da wage ich mich gar nicht erst hin, weil ich mich kenne. Bin ich nicht früher auch in Chats gehockt und habe die Suppe anbrennen lassen? Ich kenne mich zur Genüge. Weitere, wenn auch nötige Zeitfresser sind der Haushalt, das Schneeschippen, Einkaufen. Und der allergrößte: Das Schreiben und die Beschäftigung mit dem Schreiben. Der Beruf frisst einen Haufen Zeit, ebenso Friseur-und Zahnarztbesuche. Lesen kostet Zeit, Fernsehen (das wenige, was davon bleibt), Spazierengehen, Kochen, Essen, Körperpflege, Fotografieren und Shoppen auch. Man sollte sich fragen, was man davon am liebsten macht und was am wenigsten gern und was man nicht eliminieren kann. Dann bleibt genügend Zeit, sich auch einmal auf der Couch zu räkeln und den Schneeflocken zuzuschauen.

Donnerstag, 16. September 2010

Der Computer schweißt uns zusammen

Eigentlich hatte ich mir heute einen Kopf gemacht, wie es weitergehen soll mit dem Schreiben, in alten Träumen rumgewühlt und war schon wieder müde. Da mir nichts mehr einfiel, was ich wenigstens in den Blog hätte schreiben können, stellte ich mir die Frage: Was interessiert Blogleser eigentlich? Kommt natürlich darauf an, welche Blogs sie lesen und was sie suchen. Wenn ich mir die Suchanfragen der letzten Monate vor Augen führe, interessiert die meisten Menschen meines Blogs:

WARUM FÄLLT DAS BILD VON DER WAND?
UND WAS HAT DAS FÜR EINE BEDEUTUNG?

Nachdem ich auch noch Google gefragt hatte, stieß ich auf verschiedene Bloguntersuchungen. Bei denen kam u.a. heraus, dass Studenten eher was für ihr Studium suchen, zum Beispiel, und der Selbstdarstellung in den Blogs misstrauen. Andere finden gerade wieder das reizvoll. Und dann stieß ich auf einenArtikel vom Juli dieses Jahres, betitelt

SOCIAL MEDIA: DER SIEG DER SCHWACHEN VERBINDUNGEN

Den habe ich mit Vergnügen gelesen, denn der Autor Knüwer kommt zu äußerst reizvollen Ergebnissen, die der landläufigen Meinung, das Internet zerstöre menschliche Beziehungen und vereinsame den Einzelnen, zumindest inTeilen widerspricht.