Freitag, 27. März 2026

Mit Alice Schwarzer in Tübingen


Für Mittwoch, den 25. März, hatte die Buchhandlung Osiander Alice Schwarzer ins Kino Museum in Tübingen eingeladen. Zusammen mit meiner Freundin Hildegard machte ich mich gespannt mit ihr auf den Weg. Auch wenn das so lange her ist: Alice Schwarzer ist mir immer noch ein stehender Begriff - sie hat mir in einen Zwanziger Jahren Mut zum Aufbruch gemacht, mich ermutigt, einen Doppelnamen anzunehmen (damals galt ja noch der Mann als Herr aller Dinge wie Arbeitserlaubnis der Frau oder Rücknahme von Geschäften wie der Kauf einer Waschmaschine auf eigen Faust!) Meine Mutter brachte "Der kleine Unterschied" so weit, dass sie eine ganze Zeit lang im Frauenhaus mitarbeitete.

In Tübingen, am Schimpfeck, sah es noch genauso aus wie vor 30 Jahren, nur musste man ständig aufpassen, dass man nicht von einem Fahrrad umgenietet wurde. Die dreispurige Straße war nur noch einspurig befahrbar, der Rest für die Zweier reserviert. Immerhin ist Tübingen eine der lebenswertesten Städte Deutschlands, und der Oberbürgermeister Palmer hält sich seit Jahrzehnten im Rathaussessel-trotz und gerade wegen seiner Ehrlichkeit und seinen offenen Worten zur Ausländerpolitik. Und gegen den Willen der Grünen, bei denen ich lange Parteimitglied war und die ich jetzt auch nicht mehr wähle (außer Cem Özdemir). Das alles hat Palmer sicher bei seinem Vater, dem "Rebell vom Remstal", gelernt.

Das Kino Museum war noch das alte, aber innen ganz neu. Eine ganz andere Welt-glänzend, mit beleuchteten Nischen, wo Sitznischen zum Verweilen bei einem Latte Macchiato einluden. Bald bildete sich eine lange Schlange, viele graue und weiße Frisuren, aber auch junge Leute, alles in allem 400 Menschen, Bodygards, die die Taschen durchleuchteten. Draußen war nämlich eine Demo der queeren Szene angemeldet, die Alice Schwarzer Rassismus vorwerfen.

Davon war in den nächsten eineinhalb Stunden nicht die Rede. Alice Schwarzer stellte ihr neues Buch "99 Worte" vor und führte vergnüglich und verständlich durch ihr ganzes Autor(innen)leben und die Stationen der Frauenbewegung. Vom Gendern, das auch mich bis zur Weißglut genervt hat über die Gewalt gegen Frauen in jeder Form, in Form des Kopftuchs bis zu den jüngsten Enthüllungen der Giséle Pélicot und Collien Fernandez. Ich wusste auch nicht, was für Qualen Transmenschen auf sich nehmen, um endlich in der richtigen Haut zu sein. Ihnen muss geholfen werden. Es wurden Fragen gestellt, eine lebhafte Unterhaltung, Zuspruch von jungen Frauen und Männern, ständig tosender Applaus.

Meine eigene Meinung: Das, was ich mit dem Gendern und anderen Dingen erlebt habe, beruht darauf, dass sich die so genannte "queere" Bewegung an die Frauenbewegung angehängt hat und ihre eigenen Themen nicht genügend  berücksichtigt fand. Also Thema Migration, Trans, Homosexualität und Diversität. Am Schluss konnte ich ganz nah am Signiertisch vorbeigehen, vor dem sich eine 20 Meter lange Schlange gebildet hatte. Alice war noch ganz die alte, mit ihrem Haarwust, dem schwarzen Kleid und dem typischen Grinsen im Gesicht


 



Freitag, 13. März 2026

Zwischen Amazon und Stammkneipe



Wenn man ein Buch selbst veröffentlicht, muss man - nach der sorgfältigen und auch zeitraubenden Erstellung der Datei -, danach auch etwas zur Verbreitung und Bekanntmachung tun. Früher standen meine Bücher massenweise in den Buchläden der Republik, das ist in den letzten zehn Jahren anders geworden. Es reicht nicht, bei Instagram, Facebook oder anderen sozialen Medien einfach das Buch einzustellen und einen Reaktion zu erwarten. Meistens rauscht alles daran vorbei, es sei denn, man hat schon eine ganze Anzahl von treuen Followern, die auch noch Leser des eigenen Genres sind. Der beste Tipp, den ich bisher bekam, war der: Ich bin einer privaten Gruppe bei Facebook mit dem Thema "historische Romane" beigetreten und habe da bisher nur die besten Erfahrungen gemacht. Meine zwei Beiträge waren gut besucht, fünf Leserinnen haben sich mein E-Book gleich heruntergeladen. Woran ich das sehen kann? Eine hat es angekündigt, die anderen kann ich in meinem KDP-Bücherregal verfolgen, auch wieviel Seiten gelesen wurden und was ich damit und mit den Verkäufen bisher verdient habe. Mitte Mail will ich auch noch eine Veröffentlichung über Tolino anstreben. Dort ging es damals etwas anders zu als bei Amazon. Sehr viel persönliche Betreuung, ein kostenloses Angebot meines E-Books ("Nacht des Wolfes") im Newsletter, es wurde 3000 mal heruntergeladen. Anschließend passierte dann allerdings gar nichts mehr.

Für die Betreuung kann ich Amazon auch nicht so gute Noten ausstellen. In den letzten Tagen wollte ich, dass mir der Support meine Hexenkinder mit dem Verlagsbuch verknüpft. Da meldete sich ein Bot in schlechtem Deutsch, das das nicht ginge, weil Name und Titel nicht übereinstimmten. Ich insistierte, das könne doch nicht sein, weil es bei meinem Verlagsbuch "Das Vermächtnis des Bischofs" und "Teufelswerk" doch auch geklappt hätte. Beim zweiten Mal kam überhaupt keine Antwort. Auf mein weiteres Drängen kam eine Mail desselben Inhalts, nur etwas besser formuliert. Ich wurde jetzt etwas forscher, gab einen Stern für die Beratung und siehe da, jetzt wollte eine "Mistica" nur, dass ich nochmal die ASIN und die Links für das zu verknüpfende Buch schicke. Na also. Es soll bis zu einer Woche dauern, aber letztes Mal ging es etwas schneller, soweit ich mich erinnere.

Um mich von den ganzen Querelen zu erholen, nahm ich am Mittwoch die Einladung zu einem Stammtisch zwei Dörfer weiter an. Beim Hereinkommen staunte ich über den alten Kohleofen, der eine ganz  besondere Wärme verstrahlte, über die alte, liebevolle Einrichtung und über den Höllenlärm, der mir von vier Stammtischen entgegenschallte. So bekam ich auch nur das Wesentliche mit, was geredet wurde, aber es war einfach schön, mal ein paar Stunden dazusitzen, sich wie früher zu fühlen und mal über etwas anderes zu sprechen als das Schreiben-nämlich u.a. über die besonderen Pausenbrote auf dem Schulhof und über Viecher wie Mäuse, Ratten Marder und Schnecken, die einem auf verschiedene Weise das Leben schwer machen können.  Hirsch





Donnerstag, 26. Februar 2026

Unsere Kneipen-einst und jetzt





Kneipen im Wandel der Zeit. Was war einmal, was ist geblieben?

 Kürzlich waren wir mal wieder in einer Wirtschaft, im "Bahnhöfle" in Nagold. Alles noch wie früher, der Kanonenofen, mollige Wärme und eine Gulaschsuppe, die ihresgleichen sucht. Aber es ist etwas anders geworden. Die alten Leute sind nicht mehr da, verstorben oder weggeblieben. Eine lange Reihe mit einem Verein oder Kollegen, die solange lärmten, bis das Essen kam.👦

Meine erste Kneipe in Schülertagen war das "Porticus 1740" in Flensburg. Die "1740" bezieht sich auf das Baujahr des Hauses, glaube ich mich zu erinnern. Korblampen, die einen leuchtenden Kreis auf die rotkarierten Decken warfen, der Duft nach französischer Zwiebelsuppe, Rockmusik und Spaßgedichte über und und mit meinen Bruder. Später schaukelten wir dann mit Alains (einem der Hilfslehrer an der Goetheschule) Ente hinfort, die mich zum ZOB und dann mit dem "Affi" (AFAG)-Bus nach Hause brachte. Hier lernte ich auch einen meiner ersten Freunde kennen. Dazu gab es noch den Börsenkeller und den Gnomenkeller, wo man sich nach der Schule traf.

Während des Studiums waren wir Stammgäste in verschiedenen Tübinger Kneipen. Die Köhlerei gibt es nicht mehr, aber historisch verbürgt ist der so genannte Kohlenbumser, ein Kohlenlieferer, der jeden Abend einen Kasten Bier trank und dann auch bald verstarb. Das Rebstöckle mit seinem Rostbraten und den Kutteln existiert ebenfalls nicht mehr, dafür aber der Ammerschlag Ammerschlag und der Storchen. Legendär ist auch das Schwärzloch weiter draußen im  Tal, mit uraltem Bauernhof und Pfauen und Schmalzbrot und schwäbischen Spezialitäten. Wirtschaft und Biergarten gibt es heute noch. Scwärzlocher Hof Unvergesslich auch der Hirsch in Derendingen, direkt neben unserem Wohnhaus am kleinen Bahnhof, in der Alb- bzw. jetzt Jurastraße. Fast allabendlich kam man hier zusammen, aß Schnitzel, Rostbraten oder "Böhmer Scheiterhaufen", trank Bier und konnte dann gemütlich die paar Schritte ach Hause gehen. Hirsch Dorfgasthaus Lassie hieß eine panamesische Freundin von uns, aufgrund dessen ein Mittrinker ständig "Lassie" und "Fury" rief und dabei aus voller Kehle wieherte. Nicht alle haben diese Zeiten gut überlebt-der Wieherer starb mit Anfang 30 nachts im Winter auf einer Parkbank. Heute kehren wir eigentlich nur noch im Café Haag am Haagtor ein  (Kino Atelier). Schöner kleiner Biergarten mit immer netter Bedienung.

Hier in Nagold war es der König, ein Grieche, bei dem sich alles traf, was in Nagold Rang und Namen im politischen Umfeld hatte. (Abgerissen, ebenso der Nachfolger Pflug, wo mein Partner häufig Auftritte als Rock-Blues-Drummer mit Band hatte.) Der "Grüne Baum", lange Zeit In-Kneipe, fiel einem Gebäudeabriss zum Opfer. Der "Zwickel" blieb erhalten, ist aber heute vor allem Jugendkneipe.
So bleibt uns nur noch das schon erwähnte Bahnhöfle, der Italiener in Ergenzingen und im Sommer das Bistro am Busbahnhof, nicht weit von der Nagold entfernt. In Horb am Bahnhof gibt es ein türkisches Bier-und Kaffeelokal, wo wir gestern die ersten warmen Sonnenstrahlen draußen genießen konnten.

Hier: "Klein-Paris" in Ergenzingen, zwei Dörfer weiter  besonders im Sommer sehr schöne Terasse mit gutem Eis, Latte. Pizza und Salat Italiana.

Mittwoch, 11. Februar 2026

KI findet meinen Schlüssel nicht!

 



Ein E-Book selbst herauszugeben ist gar nicht so einfach. Auch wenn das ursprüngliche Print schon veröffentlicht, lektoriert und korrektoriert wurde. Ich habe es ja erweitert, und es sind etliche Seiten mehr geworden. Mit einem Wort, die professionelle Formatierung, bei der mir eine liebe Kollegin behilflich war, zeigte sich noch als Spaziergang. Dann aber die immer weiteren Korrekturen, Durchsicht auf dem Kindle oder dem Kindle Previewer - das hat ein paar Tage in Anspruch genommen, und alles andere musste liegenbleiben. Zwischendurch im Stress lief ich zum Postkasten, machte mit dem Schlüssel das Auto auf, holte die gelbe Tonne herein, wieder ins Haus, nahm das Altpapier, schüttete es draußen in die Papiertonne, packte den Einkaufskorb, stellte ihn ins Auto, dann holte ich Spinat aus der Gefriertruhe und begann zu kochen.

Alles Paletti. Als ich jedoch zwei Stunden später losfahren wollte, war der Schlüssel weg! Der Bund mit Auto-, Haustür und Briefkastenschlüssel. In zunehmender Panik begann ich zu suchen. Im Auto, im Briefkasten, in der Papiertonne, unterm Sofa, in den Mülleimern, im Bad, im Schlafzimmer, in den Taschen und Schränken. Mein Partner kam extra angefahren und suchte mit. Ergebnislos! Wo zum Teufel sollte dieser Schlüssel sein? Der konnte sich doch nicht in Luft auflösen.

Zum Glück fand ich einen Ersatzschlüssel fürs Auto und die Tür. Aber abends wurde mir doch mulmig. Was, wenn der Schlüssel auf die Straße gefallen war und jemand ihn aufgesammelt hatte? Würde der jetzt das Auto klauen oder in die Wohnung kommen? Oder hatte ihn eine dieser Elstern gestohlen, die hier oft auf dem kahlen Nussbaum sitzen? War der nicht zu schwer? In meiner Verzweiflung fragte ich die KI. Sie war klug und hat mir alle Stellen genannt, wo der Schlüssel sich verstecken könnte. Da war er aber nicht, und zwei Tage lang suchte ich weiter. Nur in einem Punkt hatte die KI recht: Meist ist der verlorene Gegenstand dort, wo man ihn am aller wenigsten vermutet. Heute Abend hatte ich dann eine Eingebung. Es musste der Nebenraum sein. Geschirrschrank und Tiefkühler vorgezogen, dahinter war nix. Mein Blick fiel auf die Gartengeräte. Da glitzerte doch was! Innerlicher Jubel. Da lag der Schlüssel und wartete seit zwei Tagen darauf, entdeckt zu werden. Dann fiel mir ein, dass ich nach dem Entsorgen des Papiers auch noch die Schneeschaufel ins Haus geräumt hatte. Jupidei!

Fazit: Die KI kann zwar schön zusammenfassen, was man alles tun kann, um verlorene Gegenstände wiederzufinden -man solle letztendlich sogar auf dem Boden durch die Wohnung robben - auf den eigentlichen Fundort muss man aber schon selber kommen.



Montag, 9. Februar 2026

"Hexenkinder": Heute erschienen

 Gestern habe ich das fertig bearbeitete und formatierte Manuskript bei Amazon hochgeladen: Und heute ist es schon erschienen! Es kostet 4,99 Euro und lässt sich bequem auf den Kindle herunterladen. Hier noch mal das Cover und der Link zu Amazon:


Hexenkinder

Donnerstag, 5. Februar 2026

Kurz vor der Veröffentlichung-Die "Hexenkinder"

 


Die alte Mühle am Blautopf, einer der größten Karstquellen Deutschlands. Es ist die erste Station auf der abenteuerlichen Reise meiner Protagonistin Katherina im Jahr 1632.

In den letzten Tagen habe ich den Roman mithilfe einer lieben Kollegin soweit vorbereitet und konvertiert, dass ich ihn wahrscheinlich morgen veröffentlichen kann. (Bei Amazon und Tolino, er wird dann bei Amazon nach vier Tagen bestellbar sein, bei Tolino wohl eher.) Der Preis beläuft sich auf 3,99 Euro für das E-Book, ebenso bei Tolino. Höchstwahrscheinlich mache ich auch noch eine Preisaktion bei Facebook und Instagram.


Samstag, 24. Januar 2026

Klappentext zum historischen Roman "Hexenkinder"


 Hayingen, Süddeutschland im Jahr 1632. Als die Schweden in die Stadt einfallen,  versteckt sich die 17jährige Katherina in einer Kirche. Dort begegnet sie dem Musketier Alexander, und während ihre Welt untergeht, verliebt sie sich in ihn. Im Morgengrauen ist er verschwunden. Als sie nach Hause kommt, findet sie  das Haus abgebrannt und  die Eltern grausam getötet. Während der Beerdigung  beschuldigt ihre Nachbarin Katherinas Mutter, eine Hexe gewesen zu sein. Katherina verlässt ihren Heimatort, um den Täter zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen .Auf ihrem Weg schließt sie sich dem schwedischen Tross an, trifft wiederholt Alexander und verliert ihn wieder.  Zu ihrem Entsetzen stellt sie fest,, dass  ihre Nachbarin inzwischen Mätresse des Täters geworden ist und sie zu verfolgen scheint.  Die Nachbarin denunziert Katherina, und nur ein Urteil der Jesuiten bewahrt sie vor der Todesstrafe. Schließlich gelangt Katherina auf ein Fuggerschloss in Wasserburg am Bodensee und erfährt, dass hier Kinder als  Hexen verbrannt werden.  Sie setzt alles daran,  einige der Kinder zu  retten. Doch sie ahnt nicht, wie gefährlich nahe sie dem Täter und der verräterischen Nachbarin gekommen ist.

Ein Roman über die Zeit großer Umbrüche, über Liebe, Verrat, Freundschaft und den unbeugsamen Willen der Menschen zu überleben

Mittwoch, 21. Januar 2026

Dann passiert das Leben

 Neuerdings gehe ich wieder ins Kino. Nachdem ich eine alte Freundin nach langer Zeit getroffen habe, ausgerechnet an der Kasse von C&A in Nagold. Schon zum zweiten Mal war ich im Kino. Letzte Woche war es der Film "Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße" der genau dort spielte, wo wir im letzten Oktober in Berlin ein-und ausgestiegen sind. Hat mir schon gut gefallen, noch besser aber "Dann passiert das Leben". Eine Art Tragikomödie mit Tiefgang, dargestellt von Anke Engelke und Ulrich Tukur. .Anfangs fühlte ich mich an Loriot mit seinen Beziehungs-Slapsticks erinnert und musste schon grinsen und lachen, dann gab es einen gewaltigen Schnitt, und alles kippte in eine Tragödie hinein, die aber alles, was geschah und was die Figuren taten oder fühlten, miteinander verwob. Alles, alle Utensilien wie das elektronische Rollo, das hoch-und runtergefahren wurde, die Beziehung zum Sohn, zum Beruf und sonstigem Umfeld war so genial austariert, dass man nur noch dasitzen, mal ein Lachen von sich gab, mal Tränen in den Augen hatte. Ich habe mich und mein Umfeld in so vielem wiedererkannt, einschließlich der Aversion gegen manche zu krasse Formen der Digitalisierung und der KI. Der Staubsaugerroboter als Symbol. Ich habe gefühlt, dass ich selbst an diesem Scheideweg bin. Nach  mehr als 20 Jahren Schreiben neben dem Beruf, mit Begleitung durch einen Partner, meinen Sohn und eine Autorengruppe und teilweise Isolation, besonders während der Coronazeit, bin ich gerade dabei, wieder ins Leben hinauszutreten und das Innen und das Außen mehr in Gleichklang zu bringen.

Dann passiert das LebenInhaltsangabe aus dem "Merkur":

Inhalt

Eine feinfühlige Hommage an eine vergessene Liebe. In den Hauptrollen: Anke Engelke und Ulrich Tukur. Hans, der als Schuldirektor kurz vor der Pensionierung steht, bewegt sich für seine Frau Rita eher wie ein Gast in ihrem Leben. Der gemeinsame Sohn ist längst aus dem Haus, und die langjährige Ehe der beiden folgt einer eingespielten Routine. Die neuen Fliesen im Bad sind nur der Anfang von etwas, das Rita große Sorgen macht. Auf einmal werden alte Wunden wieder sichtbar. Auf einmal fällt den beiden auf, wie wenig sie über das Leben ihres Sohnes wissen. Auf einmal ist nicht mehr klar, ob sie zwei Einzelne oder ein Paar sind. Doch dann passiert das Leben…

Die Einsamkeit des Schreibens

Diesen kleinen Essay habe ich vor mehr als 20 Jahren geschrieben, zwei Jahre, nachdem ich in eine Schreibwerkstatt eingetreten war und Kurzgeschichten schrieb. Er wurde im Oktober 2003 in der Zeitschrift "Federwelt" veröffentlicht.


                                           Die Einsamkeit des Schreibens

 

Der Mensch kann ein angesehenes Mitglied der Gesellschaft sein, kann Vater, kann Mutter sein, ist immer Kind irgendwelcher Väter und Mütter, kann sich verirren, verwirren – aber er wird nur dann, wenn er sein Eigentliches entwickelt, zur Reife kommen. Wenn nun einer zum Schreiben sich berufen fühlt, hat er mehrere Möglichkeiten: er kann es ganz nebenher tun, just for fun. Kleine Geschichten und Gedichte für die Familie, für die Freunde, für die Sonntagszeitung, um auch andere damit zu beglücken, und natürlich auch für die Leser im Internet. Das wird ihn aber nicht zufrieden stellen. Er wird sich zurückziehen, er braucht Ruhe, um seine Ideen zu entwickeln und zu Papier zu bringen. Die Unruhe einer Familie, eines verzehrenden Jobs hindern ihn, seine inneren Bilder auszuformen. Das gibt Konflikte mit der Realität. Der Autor hat neben seinem Alltag noch eine andere Welt. Er hat Bilder, hat Figuren, mit denen er kommunizieren kann. Das füllt die innere Einsamkeit aus. Der Schreiber fühlt keine Leere und Depression, wenn er allein ist, sondern kann sich mit den Figuren recht gut vergnügen.

 Ist also der Schreibende dazu verdammt, allein zu sein und sein Leben mit niemandem teilen zu können? Da gibt es wieder mehrere Möglichkeiten. Er hat einen Partner, der über genügend Stärke verfügt und seine eigenen Interessen verfolgt und bei dem es immer wieder Punkte gibt, wo sich beide begegnen und einander befruchten können. Ich denke an Thomas Mann, der jeden Tag zu einer bestimmten Zeit zwei Seiten schrieb und in dieser Zeit nicht gestört werden durfte. Oder Hesse, der in Montagnola einen separaten Trakt bewohnte und manchmal tagelang nur über Zettel mit der Umwelt verkehrte.

 Ich selbst gehöre zu denen, die sich einen Traum erfüllen wollen, doch immer mal wieder auf die Schnauze fallen. Aber immer wieder aufstehen und weiterschreiben, weil es ein innerstes Bedürfnis ist ... und die auch Einsamkeit in Kauf nehmen, um dem Traum wenigstens etappenweise näher zu kommen.

„Du bist ja völlig neben der Kapp“, sagen die anderen.
„In einem Monat ist das vorbei“, sage ich.
Wird es in einem Monat vorbei sein?

Die zweite Möglichkeit: wir umgeben uns mit einem gleichgesinnten Freundeskreis, der es ertragen kann, dass wir uns immer wieder zurückziehen müssen, um zu schreiben. Wir können nichts zu Papier bringen inmitten von schwätzenden Leuten, Partygetöse, klingelnden Telefonen und Menschen, die ständig etwas von uns wollen. Was ist aber, wenn wir nach Hause kommen, wenn niemand da ist, kein Licht brennt, alles noch daliegt wie morgens – wenn wir das Bedürfnis haben, dass uns einfach mal jemand in den Arm nimmt, mit uns spricht, mit uns isst, uns liebt? Es ist nicht wirklich lösbar. Vielleicht könnte es phasenweise stattfinden. Als ganz Junge könnten wir mit unserem Talent einen großen Erfolg landen, dem weitere folgen. Wenn die Luft da droben zu dünn geworden ist, können wir uns wieder der Gesellschaft zuwenden, Wärme und Nähe erleben, die doch auch immer wieder so verletzlich und zerbrechlich sein kann. Wir können auch alle Phasen des „normalen“ Lebens durchlaufen und nach Abhaken des gesellschaftlichen Anspruchs das zu leben, was wir eigentlich sind und sein wollen. Und da können wir wirklich nur Gleichgesinnte brauchen. Wir sind verantwortlich für das, was wir tun und wie wir leben. Niemand anderes. Niemand ist schuld an den Entscheidungen, die wir einmal fällten. Wenn wir diese Stufe erreicht haben, können wir wechseln zwischen Einsamkeit, Schreiben, dem Innen und dem Außen und dem erneuten Hineingehen ins Leben, uns hineinwerfen und dem Tod eine Nase drehen. Und wir können die Grenzen, die jeder von uns hat, niemals vollständig überwinden. Können nie, nur augenblicksweise, eins sein mit anderen, mit einem anderen. Beim Schreiben können wir diese Momente erleben.

Seltsam, im Nebel zu wandern,
Leben ist Einsamsein,
kein Mensch kennt den andern;
jeder ist allein.

(Hermann Hesse: Im Nebel)

Aber: Es gibt wirkliche Momente der Begegnung zwischen Menschen, welcher Art auch immer. Und die sind wesentlich und sind der Sinn und aus ihnen spricht Gott.

 ©Christa Schmid-Lotz, August 2002


Samstag, 17. Januar 2026

Das Cover für die "Hexenkinder" ist da!

 Gestern erhielt ich von Constance (Coverboutique) mein Cover für den historischen Roman "Hexenkinder". Dazu habe ich gemeinsam mit meinen Kollegen und Kolleginnen vom Montségur-Autorenforum, der größten deutschen Internetplattform für Schriftstellerìnnen, einen neuen Klappentext erstellt. Jetzt habe ich den den Roman an meinen Kindle geschickt, werde ihn ein letztes Mal überarbeiten, und dann geht er an Amazon und Tolino zur Veröffentlichung.


                                                               Klappentext:

Hayingen  im Jahr 1632.  Als die Schweden in die Stadt einfallen, versteckt sich die 17jährige Katherina in einer Kirche. Dort begegnet sie dem Musketier Alexander, und während ihre Welt untergeht, verliebt sie sich in ihn. Im Morgengrauen ist er verschwunden. Als sie nach Hause kommt, findet sie das Haus abgebrannt und ihre Eltern von dem Schweden Gunnar Erikson ermordet.  Während der Beerdigung beschuldigt ihre Nachbarin Anna Selblin Katherinas Mutter, eine Hexe gewesen zu sein. Das ist für Katherina ein Fluch, der ihre gesamte Zukunft überschattet. Sie flieht aus der Stadt, um Alexander wiederzufinden und  gelangt schließlich auf das Fuggerschloss in Wasserburg. Dort erfährt sie von den Hexenprozessen gegen zahllose Kinder. Katherina beschließt,  einige der Kinder zu retten und mit einem Boot in die Schweiz zu bringen. Doch dann erscheinen Gunnar Erikson und Anna Selblin, seine Mätresse, auf dem Plan.


Die Handlungsorte Hayingen auf der schwäbischen Alb, Blaubeuren, Ulm, Augsburg und Wasserburg am Bodensee habe ich alle mehrmals besucht und dort recherchiert, ebenso in Büchern und im Netz. Das Buch erschien im Jahr 2004 im Verlag Ulmer Manuskripte und wurde für einen Kleinverlag ordentlich verkauft. 

 


Freitag, 26. Dezember 2025

Das Altensteiger Fackeln

Alljährlich an Heiligabend findet in Altensteig (Kreis Calw) das weihnachtliche Fackeln statt. Da werden zwei riesige Holzhaufen aufgebaut und um Punkt 18 Uhr angezündet. Nach altem Brauch haben das die Burschen schon vor langer Zeit gemacht, um festzustellen, welcher Haufen am längsten brannte. Vermutlich geht dieser Brauch auf keltische Rituale zur Wintersonnenwende zurück.




David, mein Sohn und ich hatten uns schon einige Zeit davor aufgemacht, um noch eine Weile im Schnee und bei eisigem Wind spazieren zu gehen. Tatsächlich hatte es den ganzen Tag lang geschneit, und dazu kam ein Eiswind, der uns ins Gesicht blies. Der letzte Schneewinter war übrigens im Jahr 2010 und kam durch die zunehmende Klimaerwärmung so schnell nicht wieder. Völlig durchfroren kehrten wir zur Hütte zurück und wärmten uns erstmal mit einem heißen Punsch auf. Dann konnte das Spektakel losgehen - und es war hochspannend! Es ist eine Urgewalt, die da losdonnert, wenn die Feuerspur den Holzhaufen erreicht. Die Flammen schlagen hoch empor, und wir mussten zurückweichen, weil der Wind eine höllenheiße Säule zu uns herüberwehte. Wuuuusch, und ein ohrenbetäubendes Knattern dazu, und die ganze Zeit fliegende Funken und beißender Rauch! Die Leute zündeten ihre Fackeln an, bald entstand ein Lichtermeer, später schwenkten Männer große Fackeln über der Stadt, und Weihnachtslieder ertönten lauschig von einer Blaskapelle. Uns wurde schnell wieder warm, vom Gesicht bis zu den Füßen, aber immer wieder musste man vor-oder zurückweichen, weil die Hitze zu groß oder zu gering war. Der Schnee schmolz ganz schnell weg, es dampfte noch zusätzlich zum Rauch und Ruß.

Der zweite Haufen



Als ich das erste mal daran teilnahm, war David noch ein kleines Kind. Er hatte die Bilder von damals noch deutlich vor Augen wie ich auch. Später hatten mein Partner und ich uns das Spektakel von der Oberstadt aus angesehen, und ich war froh, mal wieder ganz dicht dabei zu sein. Wenn man aufs Video klickt, kann man diesen erhabenen Moment erleben, wenn die Flammen beginnen, am Holz emporschlagen. Früher musste ich daran denken, dass die Nazis sich solche Bräuche aus Propagandazwecken unter den Nagel gerissen haben. Auch an die vielen tausend arme Menschen, die als Hexen auf solchen Stapeln landeten. Heute ist es eine schöne Gelegenheit, den Heiligen Abend stimmungsvoll einzuleiten. Die Feuer gibt oder gab es auch in Ebhausen, Rohrdorf und Ebershard.









                                            Der zweite Haufen, ein paar hundert Meter entfernt


Zuhause war dann alles vorbereitet für eine -auch traditionelle- Fondue Bourgignon, die es abwechselnd mit Kartoffelsalat und Würstchen immer am 24. Dezember und am ersten Weihnachtstag bei uns gibt.













 







C





 

Sonntag, 14. Dezember 2025

Hexenkinder-historischer Roman

 


Nachdem mein neuer Roman "Tod im Glaswald" von keinem Verlag angenommen wurde, hatte ich mich daran gemacht, einen alten, 2004 im Verlag Ulmer Manuskripte erschienenen, nächstes Jahr im Self Publishing herauszugeben. Er hieß ursprünglich "Aufbruch nach Blaubeuren" und ist inzwischen nicht mehr erhältlich bzw. durch einen (fremden) Verlagslapsus als E-Book aus dem Netz verschwunden. Eine nette Designerin hat zugesagt, mir aus dem obigen Foto Mitte Januar ein neues Cover zu machen (mit Frauenfigur im Vordergrund). Die Geschichte beruht auf den Hexenprozessen vom Wasserburg am Bodensee, in dem zahllose Kinder verurteilt und getötet wurden. Die historischen Fakten sind belegt, aber alles über allem ist es eine Liebesgeschichte, die alle Wirren des Krieges überdauert.

Noch etwas zum Werdegang meiner Romane: Aufgrund meiner Berufstätigkeit bis 2015 habe ich nicht jedes Jahr ein Buch herausgebracht. 2004 erschienen "Eduard Mörike, ein Leben auf der Flucht" und Aufbruch nach Blaubeuren", 2009 "Die Nonne und die Hure" und "Die Pilgerin von Montserrat", 2011 "Die Hure und der Mönch" im Aufbau Verlag, 2012 "Das Vermächtnis des Bischofs" im Verlag Oertl&Spörer, im SP der Mörike, dann 2013 "Die Köchin und der Kardinal" im Aufbau Verlag. Es folgten 2014 "Teufelswerk" (E-Book zum Vermächtnis des Bischofs), 2015 "Nacht des Wolfes" im SP,2018-2020 "Martinmorde"; "Tod am schwarzen Fluss" und "Mörderische Förde" im Midnight by Ullstein Verlag.

Vorläufiger Klappentext "Hexenkinder":

"Süddeutschland im Jahr1632. Nach dem Überfall schwedischer Soldaten auf ihre Stadt beginnt eine Odyssee für die 17jährige Katherina. Ihre Eltern sind bei dem Massaker ums Leben gekommen. Dem Mörder ihrer Eltern, Gunnar Erikson, schwört  sie bittere Rache. Doch sie wird selbst von ihrer Nachbarin Anna Selblin verflucht, da ihre Mutter keine Heilerin, sondern eine Hexe gewesen sei, die ihren Sohn mit einer Tinktur getötet hätte. Auf der Flucht trifft Katherina den katholischen Musketier Alexander und verliebt sich in ihn. Er zieht wieder in den Krieg. In der Folgezeit treffen sie mehrmals aufeinander und verlieren sich wieder. Nach vielen Gefahren und Abenteuern gelangt Katherina auf ein Fugger-Schloss in Wasserburg am Bodensee, wo  Kinder Opfer von Hexenprozessen geworden sind. Erikson erscheint dort zusammen mit Anna Selblin, die inzwischen seine Mätresse geworden ist. Katherina  befreit drei Kinder aus dem erlies des Schlosses und bringt sie in die Schweiz. Dort trifft sie auch Alexander wieder. Aber die Geschichte ist noch nicht zu Ende, denn ihre Erzfeindin Anna und Erikson sind ihr dicht auf den Fersen."


Weihnachtsmärkte

 In meiner Kindheit und Jugend war ich nie auf einem Weihnachtsmarkt, so weit ich mich erinnere. Obwohl es die ja schon seit dem Mittelalter gibt, zum Beispiel in Bautzen, Dresden oder Nürnberg. Geschichte der Weihnachtsmärkte. In den letzten 30 Jahren haben wir viele Weihnachtsmärkte in der Umgebung besucht, in Horb, Herrenberg, Rottenburg, Calw, Freudenstadt, Stuttgart, Pforzheim, Ergenzingen, Neubulach und Ulm. In Nagold stand ich einmal stundenlang mit Kollegen und Kolleginnen des Vereins für soziale Integration am Stand, um Spielzeug und Vogelhäuschen aus der Holzwerkstatt zu verkaufen. Meine Hände und Füße waren eiskalt gefroren, und vor uns strömten die Besucher vorbei, mit Glühweingläsern in der Hand, und natürlich blieb kaum einer mal bei uns stehen. So verkaufte ich mein erstes veröffentlichtes Buch auch nur ein einziges Mal an eine Klientin. Trotzdem war es ein Erlebnis, das mal aus der Standes-Perspektive zu sehen! Es hat sich inzwischen aber etwas verändert. Ich erinnere mich an die intensive Stimmung in Wildberg mit den Schafen im Turm unten und den Garagen in der Fachwerk-Oberstadt, die liebevoll hergerichtet waren.  Später wurde es dann überall immer voller, so dass man kaum noch vorankam, auch kommerzieller. Dann kam Corona und alles war dicht, danach war der Hunger der Menschen auf das Event so groß, dass die Massen kaum noch zu bewältigen waren. Vor allem die Schlangen vor den Buden mit Roter Wurst vom Grill und Pommes stauten sich immer länger.

Vor ein paar Tagen habe ich einen Bericht über den Anschlag auf den Breitscheidplatz-Weihnachtsmarkt im Jahr 2016 gesehen. Parallel dazu wurden Besucher im Fernsehen gefragt, wie groß ihre Angst vor Anschlägen wäre. Die Mehrheit vertraut auf die Sicherheitsvorkehrungen, und das tue ich eigentlich auch. Und nicht deswegen bin ich zwischendurch hinter den Buden durchgelaufen, sondern weil kein Durchkommen mehr war. Leider war ja in Bayern offensichtlich ein Anschlag geplant, an dem kleineren Ort Dingolfing Geplanter Anschlag Dingolfing(neben dem terroristischen Anschlag in Sidney).

 Wir haben dieses Jahr die Besuche ziemlich eingeschränkt. Ich mag keinen Glühwein, dafür bin ich eine Liebhaberin der Würste vom Holzkohlengrill. Nachdem ich die leckere Thüringer Bratwurst nie mehr gefunden hatte, war ich jetzt allein auf die Rote aus. Nur zu diesem Zweck bin ich letzte Woche auf den Nagolder Weihnachtsmarkt gegangen, wo kaum ein Durchkommen war. Neben der traditionellen Eislaufbahn war diesmal auch ein Riesenrad aufgebaut, mit dem 6000 Kinder fuhren, die Besucherzahlen sind auf 20 000 gestiegen, was früher einmal die Gesamteinwohnerschaft von Nagold war! Die Wurst hat auch gut geschmeckt, und ich musste nicht einmal anstehen. Gestern dann noch der kleine, wirklich gemütliche Markt in Schietingen, zwischen Brotbackhaus, alter Schmiede und dem kleinen Bach Steinach, wo unter anderem die Nachbarn einen Stand mit Kürbissuppe bewirteten. Diese kleinen Abstecher sind mir inzwischen genug. Weihnachten kann kommen, auch wenn es nicht mehr vom Lichterglanz der Kindheit, der Familie, dem Räucheraal und den dänischen Köstlichkeiten in Flensburg  überstrahlt ist.