Es kam so, wie es kommen musste: Das Wetter und die Bahnfahrten waren desaströs wenn nicht zu sagen unerträglich! Alles Übrige war schön und hat gut geklappt. Fangen wir mal an mit der Fahrt: Der Regio-Express von Herrenberg fuhr planmäßig um 7.54 ab. In Stuttgart 21 (immer noch eine Riesenbauwüste bis 2030) dann das Chaos: Wir hatten extra einen Stunden-Puffer eingebaut und konnten noch gemütlich Kaffee trinken. Dann fuhr der Zug nach Berlin aber nicht. Aus allen Lautsprechern dröhnten die Ansagen über Verspätungen - im Sekundentakt. Verspätungen wegen Bauarbeiten oder wegen Verzögerungen im Ausland. Welches Ausland, bitte? Bei einer Gluthitze von schon über 30 Grad waren alle Bänke besetzt und kein Eckchen verfügbar, wo man hätte warten können. Nach einer Stunde ging es dann ohne Verzögerungen weiter. In Berlin, wo wir abgeholt wurden, stand das Thermometer dann auf mehr als 38 Grad. Während die Pirogen im Herd gebacken wurden, nutzte auch eine kalte Dusche nichts und auch nicht ein kalter Lappen. Endlich ging es los durch die Mark Brandenburg. Die ist ja nun nicht gerade spektakulär, Wälder wechseln sich mit flachen Wiesen und Seen ab, dazwischen immer wieder die schönen Alleen. Kein Wunder, dass ich Fontanes "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" damals als etwa langweilig empfand-sie bestanden eher aus Schilderungen von Geschichte und Politik, über Schlösser und Persönlichkeiten. Diedersdorf ist eine barocke Schlossanlage aus dem 18. Jahrhundert mit Stallungen, Gutshöfen und Park. Wir kamen in der netten kleinen Pension "Diedershof" im Dorf unter, wo noch massig Schwalben flogen, Spatzen tschilpten und am letzten Tag sogar ein Kuckuck rief.Am Abend fand sich ein lustiges Völkchen beim Italiener ein, mein Schwager Rudi und seine Freundin Petra aus Hamburg waren inzwischen ebenfalls angekommen (sie wurden aus einem überhitzten Zug evakuiert).
Hildegard und ich verkrümelten uns später in den Park, an den großen Teich mit den quakenden Enten und Fröschen.

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| Schloss Diedersdorf |
Die Rückfahrt am Montag verlief im Vergleich fast reibungslos. Im ICE bahnte ich mir meinen Weg zum "Bordrestaurant", das aus einem Kiosk mit zwei Ablegeregalen an der Wand bestand. Die Verkäuferin hat mir schwer imponiert. Seit 6 Uhr auf den Beinen, hatte sie für jeden Gast einen kessen Spruch auf den Lippen, meiner lautete: "Haben Sie Bargeld?" "Ja, klar". "Sie sind meine Heldin des Tages!" In Stuttgart dann wieder das gleiche Chaos. Lautsprecherdurchsagen ohne Ende, ich war schon ganz verwirrt, bis wir dank Hildegards DB-Navigator-App (die ich auf Teufel komm raus nicht runterladen konnte) den richtigen Zug nach Herrenberg fanden. Der auch noch mal eine extra große Umwegsschleife über Renningen fuhr, dann aber in Herrenberg hielt. Natürlich war es wieder ein Italiener, wo wir die ereignisreiche, sonnendurchglühte Fahrt dann beschlossen.





























