Heute Morgen las ich in der Zeitung, dass ein Schüler, dem seine Mutter für die Nacht das Smartphone entzogen hatte, brutal die Küchentür aufgebrochen habe. Das ist sozusagen das Endstadium der Smartphone-Sucht! Und die Trigger sind die anscheinenden Belohnungen, die so jemand -ich vermute wegen der Likes - dazu treiben, immer weitermachen zu wollen, bis die Gesundheit, die schulischen Leistungen und die sozialen Beziehungen darunter leiden.
Ehrlich gesagt war für mich der Verlust meines Smartphones auch ein Entzug. Fast neidisch schaute ich in den letzten Tagen auf alle, die so ein Ding in der Hand hatten, daddelten oder reinsprachen. Aber ich hatte ja noch den Laptop, da konnte ich ja auch alles verfolgen und erledigen. Nur: Was gab es denn da eigentlich alles zu verfolgen? Im Autorenforum herrscht seit geraumer Zeit eisiges Schweigen. Facebook und Instagram beginnen mich jetzt, nach zwei Monaten, schon wieder zu langweilen. Whatsapp war ganz nützlich, um Bilder zu teilen oder kurze Nachrichten und Verabredungen zu managen, aber erstens musste ich zuletzt jeden Monat für mindestens 30 Euro Speicherplatz zukaufen, weil mein Schwager so unendlich viele Bilder und Videos schickt. Whatsapp kann ich auch nicht auf dem Laptop einrichten, weil ich dazu den QR-Code auf dem Smartphone scannen muss. Also, wozu brauche ich es denn eigentlich? Die Fotos sind das einzige triftige Argument, und der Zeitvertreib, den es bietet, wenn man beim Bäcker sitzt oder beim Zahnarzt.
Gestern habe ich mir im Media Markt mal die Smartphones angeschaut. Ich würde mir keines mehr für 250 Euro kaufen, sondern ein Samsung 16A für 109 Euro. Damit dann zu Telekom gehen wegen des Vertrags. Hat aber Zeit.
Im Übrigen habe ich ja einen Partner, einen Sohn, eine Schwiegertochter, Freundinnen, Bekannte und digitale Autorenpartnerschaften, die sich wohl auch mal wieder berappeln werden. Gute Bücher und Filme, Ausflüge und Möglichkeiten zum Reisen (Das Hochzeits-Event auf Schloss Diedersdorf, ein mögliches Flensburg-Treffen mit dem argentinischen Sohn meiner Cousine, Einladung nach Südspanien, wo er jetzt mit Familie wohnt, und andere Touren.) Mein Garten mit dem gestutzten Nussbaum, der aber schon wieder Blätter treibt (das schützt - noch - in den heißen Sommern besonders gut vor der Gluthitze!) Morgen Abend gibt es hier einen groß aufgezogenen Vortrag über Hermann Hesses "Kurgast", das ich schon öfter mit Vergnügen gelesen habe. Bei der Mörike-Vereinsversammlung war ich auch, im Sommer gibt es jeden Sonntag ein Treffen im Nagolder Mörike-Garten.













