Seit letzten Samstag lebte ich zunehmend in einer Welt, die realer nicht hätte sein können. Im Fernsehen Berichte über die Hochwasser, die seit 500 Jahren in dieser Stärke nicht aufgetreten waren. Dazu die Aussage eines Meterologen, dass solche Phänomene jetzt immer häufiger würden, ebenso das Gegenteil, nämlich Dürren, dazu Stürme, Erdrutsche, Tsunamis. Es kann und wird unsere Lebensbereiche immer mehr einengen. Das Wandern am Albtrauf zum Beispiel dürfte momentan lebensgefährlich sein, überall sind die Kanten aufgrund des vielen Wassers, mit dem die Erde getränkt ist, abgebrochen und in die Tiefe gerutscht. Anstatt ständig Geld ins Ausland zu verschieben, sagt mein Partner, anstatt jetzt einen Naturpark Schwarzwald gegen den Willen der Bevölkerung durchzudrücken, sollten sie das Geld lieber den Leuten geben, die alles verloren haben und keine teure Versicherung gegen Überflutung abschließen konnten. Warum haben sie nicht mehr Katastrophenhelfer aus anderen Bundesländern geschickt? Ich wünsche allen Betroffenen, dass sie schnell wieder aus ihrer misslichen Lage herauskommen!
Dagegen hatte wir es noch paradiesisch: Der Samstag war zwar vollkommen verratzt, aber am Sonntag konnte man doch etliche Stunden Sonne und Wärme im Süden finden, auf der trockenen Baar, zwischen Villingen und dem Randen. Allerdings waren dort die Wiesen so am Überlaufen, dass ständig Bäche über die Straße flossen.
Am Samstag begann sich dann das Internet allmählich von mir zu verabschieden. Ich arbeitete wie irrsinnig daran, mit dem Ergebnis, dass gestern Abend auch noch das Telefon ausfiel. Das ist schon so ein Gefühl, wie abgenabelt von der Welt zu sein. Heute dann endlich wieder ein Sonnentag! Die Kollegen im Team wirkten richtig glücklich. Danach fuhr ich zur Telekom-Filiale, wurde aber freundlich an meinen Telefonanbieter 1&1 verwiesen. Mit denen kriegte ich es dann vorhin binnen 20 Minuten hin. Und bekomme eine neue WLAN-Box und eine Tarifminderung. Sie werden wohl gerochen haben, dass ich schon bei Telekom war. Beim Surfen stellte ich fest, dass es weitere Vorbestellungen für meine "Köchin" gibt -außerdem ist sie ab 18.Juni als Kindle Edition zu haben!
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Dienstag, 4. Juni 2013
Sonntag, 3. Februar 2013
Bücher auf der grünen Wiese
Gestern, in Tübingen. Beim Gang vom Uhlanddenkmal durch die Platanenallee wird das ganze Ausmaß des Desasters sichtbar: ein Hochwasser, das ich dort noch nie so erlebt habe! Die Leute stehen auf der Neckarbrücke und schauen sich das Spektakel an. Wir kämpfen uns die Neckargasse hoch, trinken einen Kaffee beim Italiener. Im modernen Antiquariat in der Hirschgasse steht ein Schild. (Hier wurde auch meine Mörike-Printausgabe noch an den Leser gebracht)
Verehrte Kunden, steht da sinngemäß. Viele Leser kaufen ihre Bücher jetzt im Internet oder auf der grünen Wiese. In Reutlingen, Stuttgart, Esslingen sind die Einkaufsmöglichkeiten besser als in unserer Stadt. Deswegen gehen wir jetzt online. AUSVERKAUF! 50% auf die Hälfte des Preises!
Ein Stück weiter vorne: Der Rimpo ist umgezogen, der traditionelle Platten-und CD-Laden, von der Ecke Hirschgasse/ Marktstraße ganz hinten in die Ammergasse, viel kleiner und enger alles jetzt.
Es fängt an zu regnen, alles ist grau und kalt. Schnell weg, durch den Tunnel zurück zum Auto. In der Parkanlage leuchtet es gelb unter den Bäumen. Die ersten Winterlinge, wie immer in Tübingen, denn der nächste Frühling kommt bestimmt, irgendwann. Auf der Rückfahrt durch das Neckartal sehen wir riesige Seen, wo einst Wiesen und Äcker waren. Reißende Fluten wälzen sich über das Land, vor Imnau ist die Straße wegen Hochwassers gesperrt. Also die steile Straße den Berg hinauf. In Schwalldorf tanzen die Narren auf der Straße, da dürfen wir nicht durch. Also ausweichen und oben weiter Richtung Horb.Wie närrisch bunt und grau ist doch die Welt!
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