Donnerstag, 20. Juni 2013

Was tun bei Affenhitze?

Jetzt kommt sie heran, die Kältefront, ich sehe es an der verschleierten Sonne und spüre es an den morgens schon schwülheißen Temperaturen (gestern 37°). Da die Luftfeuchtigkeit einen Wärmestau im Körper erzeugen kann, ist es wichtig, sich abzukühlen, um Kreislaufstörungen vorzubeugen. Ich lasse mir öfter mal kaltes Wasser über die Handgelenke laufen oder stelle meine Füße in eine Schüssel mit dem kühlen Nass. Alle Anstrengungen sind zu vermeiden. Wenn ich weggehe, lasse ich die Rollos runter und schließe die Fenster. Hier noch ein paar Tipps, die ich gefunden habe: Was tun bei Affenhitze? Ansonsten warte ich auf das Gewitter, das heute Abend kommen soll. Dann ist es mit einem Schlag wieder kalt, und dann wird es wieder regnerisch, und wir haben wieder einen Grund zum Jammern.

Mittwoch, 19. Juni 2013

Belegexemplare und das unselige WLAN

Es gibt heute eine gute und eine schlechte Nachricht: Die Belegexemplare meines neuen Romans sind eingetroffen, glücklicherweise nur 8 Stück dank des Verschlankungsprogramms meines Verlages. So konnte ich sie mühelos aufheben, nachdem ich bei der Postbotin unterschrieben hatte. Man erinnere sich: Vor eineinhalb Jahren gab es einen Hexenschuss, der vier Tage anhielt, nachdem ich zwanzig Exemplare meines"Bischofs" hochgewuchtet hatte! Liegen gut in der Hand. Diesmal kann ich sie also nicht einfach so verschenken.
Die schlechte Nachricht: Irgendein Teufel im Internet will nicht, dass ich eine WLAN-Verbindung eingerichtet bekomme und mir problemlos E-Books runterladen kann. Es hat mich schon Stunden, Tage und zerraufte Haare gekostet, diese Verbindung zu bekommen, so dass ich schließlich entnervt aufgegeben und den Reader meinem Sohn geschenkt hatte. Alle Hotspotstellen meines Ortes waren mit Leuten besetzt, die keinen blassen Schimmer hatten. Selbst bei McDonalds guckte man wie ein Lastwagen und gab dann irgendeine unbrauchbare Nummer. Jetzt hat sich 1&1 meiner erbarmt und mir einen WLAN-Router geschenkt, gleichzeitig den Tarif gesenkt. Gestern war Freischaltungstag. Ich habe alles richtig reingesteckt und wollte loslegen, aber die DSL-Verbindung war gestört. Arrg!! Also mal wieder die Hotline angerufen. Diesmal war es ein überarbeiteter Typ auf Mallorca, der vor Hitze fast umkam. Mir lief der Schweiß ebenfalls in Strömen. Und wir mussten feststellen, dass sich der Telefonstecker nicht umstecken ließ, weil er mit der Telefondose verkabelt ist.
Da müsste ich einen Elektriker kommen lassen. Jetzt bin ich schon soweit,  meinen Sohn zu bitten, mir einen Reader zu besorgen und ihn mit WLAN zu verbinden.

Dienstag, 18. Juni 2013

Die Köchin und der Kardinal - Kindle Edition

Heute erschienen, für Liebhaber historischer Romane: Die Köchin und der Kardinal

Klappentext: Der Fluch der Liebe



Man schreibt das Jahr 1634. Noch ist der Schwarzwald von den Wirren des Dreißigjährigen Krieges verschont geblieben. Doch im September ziehen plündernde Truppen des Kaisers durchs Land. Sie verwüsten die kleine Stadt Calw, wo die junge Elisabeth mit ihrer Familie lebt. Zusammen mit ihrer Schwester Agnes wird Elisabeth von Jakob, einem Musketier, entdeckt, der ihnen zur Flucht in die Wälder verhilft. Elisabeth verliebt sich in ihn, doch ihr Weg führt sie nach Baden-Baden. Sie wird die Leibköchin des Kardinals Thomas Weltlin.

Bald schon ahnt sie, dass der Kardinal sich in sie verliebt hat. Wenig später ziehen die Truppen des Kaisers heran und belagern das Schloss. Nach einem Gemetzel entdeckt Elisabeth den schwerverwundeten Jakob und pflegt ihn heimlich in einem Gartenhaus. Ständig ist sie in Gefahr, von ihrer Schwester, dem Kardinal oder den Bediensteten entdeckt zu werden. Als Jakob wieder gesund ist, kehrt er zum kaiserlichen Tross zurück. Elisabeth tut alles dafür, einen Weg zu ihm zu finden, und gerät dabei selber in Lebensgefahr.

Montag, 10. Juni 2013

Wie kam die Kartoffel nach Deutschland?

Siehe auch: Biss im Abendgrauen oder was ich von Schiller lernte.


Gestern herrschte ideales Recherchewetter, wenn auch der große Gewittersturm, anders als anderswo, ausblieb. Ich habe ausgiebige, spannende Einblicke in eine Universitätsstadt des 18. Jahrhunderts erhalten. Und das Spannendste war, dass  die Figuren, die in meinem Hinterkopf schlummerten, plötzlich real wurden: Selbst der Professor, der eine Rolle spielen soll, wurde lebendig, sogar sein Haus nebst Adresse, in dem am 9. September 1789 ein Stadtbrand ausbrach, die Studenten, die sich mit den Bürgern Schlachten lieferten, das evangelische Stift in vorrevolutionärer Stimmung und die berühmten Stiftler wie Hegel und Hölderlin, die vom Geist der Revolution ergriffen waren. Geheimgesellschaften gab es zuhauf, von den Rosenkreuzern über die Illuminaten und Freimaurer, später Jakobiner, aber die spielen alle keine große Rolle in meinem Roman wie auch die berühmten Dichter und Denker. Im gleichen Jahr saß ein Metzger und Rössle-Wirt in Ludwigsburg im Zuchthaus, der später hingerichtet wurde. (Erinnert an den Eberbacher Sonnenwirt von Schiller, der ebenfalls einer Räuberbande angehörte).Mein roher Plot wurde immer dichter, einschließlich eines nassen und kalten Frühjahrs und einer Überschwemmung im Sommer.

Und siehe da: Wie ich meinem Buch "Ernteglück und Hungersnot. 800 Jahre Klima und Leben in Württemberg" entnahm, gab es im Frühsommer nach einem langen, kalten Winter und Frühjahr und drei Tagen Starkregen eine Überschwemmung. In dem Buch wurde auch der Waldenser Anton Signoret aus dem Piemont erwähnt, der 1701 200 Kartoffeln verschiedener Sorten nach Schönenberg brachte und sie dem Pfarrer Heinrich Arnaud schenkte. Der wiederum pflanzte sie in seinen Garten und gab die erste deutsche Kartoffelernte den Einwohnern und den Waldensern. Später wurde die Kartoffel, bekanntlich von Friedrich dem Großen, stark gefördert, um den immer wieder ausbrechenden Hungersnöten vorzubeugen. Last not least gibt es ein Katasterbild von 1813, dem ich entnehme, welche Gassen schon so hießen wie heute, die meisten nämlich. Nur der Holzmarkt zum Beispiel hieß "Hafenmarkt".

Samstag, 8. Juni 2013

Biss im Abendgrauen-oder was ich von Friedrich Schiller lernte

Schillers Geburtshaus in Marbach

Wie es manchmal so geht im Schreiberleben: Beim Anschauen eines Interviews mit Ingrid Noll in Weinheim und später einer Expedition ins Wasgau und die Nordvogesen kam es angeflogen. Ein Fragment aus Recherchen, Bildern und Überlegungen. Schillers "Geisterseher" spielen dabei eine Rolle sowie der "Ordo Bucintoro", eine Geheimgesellschaft, die im Venedig des 16. Jahrhunderts entstand. Schiller veröffentlichte die "Geisterseher" in den Jahren 1787 bis 1789 in seiner Zeitschrift "Thalia", und es war sein kommerziell erfolgreichstes Werk, weil es dem Bedürfnis seiner Zeit nach Geheimbünden, Geisterbeschwörung usw. nahekam. Als Professor in Weimar verdiente er auf jeden Fall zu dieser Zeit nichts, bis seine Freundin Charlotte von Kalb beim Herzog Karl August vorstellig wurde und ihm 800 Gulden Jahreseinkommen verschaffte (ein Gulden entsprach etwa 100 Euro). Karl August war übrigens auch der Herzog, mit dem Goethe in Weimar soff und wilde Reitereien unternahm.

Schillermuseum in Marbach
Meine erste Lektorin hätte mir einen Roman über Schiller zugetraut, doch wegen des anstehenden Schillerjahres war es schon zu spät. Nächstes Jahr ist wieder ein Schillerjahr, aber ich möchte immer noch keinen Roman über ihn schreiben. Statt dessen hat mir diese kurze Begegnung mit dem Dichter meinen Roman "Feuer im Bauch" wieder näher gebracht. Von ihm existieren bisher nur eine Idee und etwa 30 Seiten. Es sollte ein historischer Kriminalroman werden, über eine Viererbeziehung, über Feuer und eine Geheimgesellschaft des 18. Jahrhunderts. Dieses Jahrhundert gehe gar nicht, die Zeit der französischen Revolution überhaupt nicht, hatte mir mein Agent gesagt. Und so hatte ich die Handlung verändert und ins 15. Jahrhundert verlegt. Das ging nun um so weniger. Warum also jetzt nicht diesen Gedanken wieder aufgreifen? Ich bin schon eifrig am Plotten, und ehrlich gesagt, geht es mir dabei schon zehnmal besser als in den letzten Wochen, in denen ich nur auf das Erscheinen meines neuen Romans gewartet und kein Schreibziel vor Augen hatte.

Dienstag, 4. Juni 2013

Wieder mit dem Nabel der Welt verbunden

Seit letzten Samstag lebte ich zunehmend in einer Welt, die realer nicht hätte sein können. Im Fernsehen Berichte über die Hochwasser, die seit 500 Jahren in dieser Stärke nicht aufgetreten waren. Dazu die Aussage eines Meterologen, dass solche Phänomene jetzt immer häufiger würden, ebenso das Gegenteil, nämlich Dürren, dazu Stürme, Erdrutsche, Tsunamis. Es kann und wird unsere Lebensbereiche immer mehr einengen. Das Wandern am Albtrauf zum Beispiel dürfte momentan lebensgefährlich sein, überall sind die Kanten aufgrund des vielen Wassers, mit dem die Erde getränkt ist, abgebrochen und in die Tiefe gerutscht. Anstatt ständig Geld ins Ausland zu verschieben, sagt mein Partner, anstatt jetzt einen Naturpark Schwarzwald gegen den Willen der Bevölkerung durchzudrücken, sollten sie das Geld lieber den Leuten geben, die alles verloren haben und keine teure Versicherung gegen Überflutung abschließen konnten. Warum haben sie nicht mehr Katastrophenhelfer aus anderen Bundesländern geschickt? Ich wünsche allen Betroffenen, dass sie schnell wieder aus ihrer misslichen Lage herauskommen!

Dagegen hatte wir es noch paradiesisch: Der Samstag war zwar vollkommen verratzt, aber am Sonntag konnte man doch etliche Stunden Sonne und Wärme im Süden finden, auf der trockenen Baar, zwischen Villingen und dem Randen. Allerdings waren dort die Wiesen so am Überlaufen, dass ständig Bäche über die Straße flossen.

Am Samstag begann sich dann das Internet allmählich von mir zu verabschieden. Ich arbeitete wie irrsinnig daran, mit dem Ergebnis, dass gestern Abend auch noch das Telefon ausfiel. Das ist schon so ein Gefühl, wie abgenabelt von der Welt zu sein. Heute dann endlich wieder ein Sonnentag! Die Kollegen im Team wirkten richtig glücklich. Danach fuhr ich zur Telekom-Filiale, wurde aber freundlich an meinen Telefonanbieter 1&1 verwiesen. Mit denen kriegte ich es dann vorhin binnen 20 Minuten hin. Und bekomme eine neue WLAN-Box und eine Tarifminderung. Sie werden wohl gerochen haben, dass ich schon bei Telekom war. Beim Surfen stellte ich fest, dass es weitere Vorbestellungen für meine "Köchin" gibt -außerdem ist sie ab 18.Juni als Kindle Edition zu haben!

Dienstag, 28. Mai 2013

Ohne Agent und ohne Verlag


Wie es mir geht? Es scheint mir, als rühre ich die Suppe um, die ich mir mit allen Zutaten, die eine gute Suppe benötigt, eingebrockt habe. Ich fische im Trüben und im Klaren, stochere in alten Geschichten und hafte doch an keiner von ihnen an. Das Gedicht von Petrarca fällt mir wieder ein, besonders die beiden letzten Strophen:
Ich wanke wie das Gras, so von den kühlen Winden
Um Vesperzeit bald hin geneiget wird, bald her.
Ich walle wie ein Schiff, das in dem wilden Meer
Von Wellen umgejagd nicht kann zu Rande finden.
Ich weiß nicht was ich will, ich will nicht was ich weiß,
Im Sommer ist mir kalt, im Winter ist mir heiß.
(Francesco Petrarca, 1304-1374; aus dem Italienischen von Martin Opitz)
Das habe ich schon einmal in einem Roman verwendet, selbstverständlich war das ein Roman, der nie das Licht der Öffentlichkeit erblickt hat. Jetzt, wo ich frei bin, zu schreiben, was immer mir in den Sinn kommt, kann ich mich nicht entscheiden. Da ist die Geschichte der Herren von Zimmern und der Burg Wildenstein, die mich fasziniert. Es geschah ein Mord, es geschahen Angriffe, es gab eine tief verstörende Beziehung zwischen Froben Christoph, dem Chronisten und seinem Vater. Hier versteckte sich die Familie ein Jahr lang vor der Pest 1519. Ferner gab es besoffene, berühmte Adlige, die dort Zuflucht suchten, einen Hexenturm, in dem angeblich die inhaftierten Frauen verbrannten, und es bestanden Beziehungen zu Herzog Ulrich von Württemberg, einem der Helden meines Bauernkriegsromans.

Ich könnte auch die Zacken der Revolutionsgeschichte wieder richten, die etwas arg lädiert waren, und sie wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzen. Dann liegt ein sehr altes Projekt in den Dateien, das geordnet werden müsste, das fängt mit einem Prolog aus dem Frankfurt des 2. Weltkrieges an und umfasst immerhin um die 300 Seiten. Wie würdet ihr entscheiden? Was macht man, wenn man, wenn auch an Erfahrungen sehr viel reicher, nach sieben Jahren quasi wieder von vorne anfängt?

Samstag, 25. Mai 2013

Vom Glück, ein Autor zu sein

Villingen mit Jungesellenabschied, August 2012
Gestern Abend habe ich mir ein Interview mit Titus Müller angehört, das auf seinem Sender "Wissen ist Macht" ausgestrahlt wurde. Es passt wirklich schön auf meine momentane Situation, finde ich, und deswegen habe ich es mir auch in seiner ganzen Länge angehört. Da ist von Disziplin die Rede, vom Staunen und vom Finden der Geschichten unterwegs. Und vom Transportieren eigener Themen in diese Geschichten, sei es nun fiktional oder authentisch, historisch, kriminal oder auch ganz anders. Titus Müller schreibt im historischen Genre, er denkt an weibliche und männliche Leser und hat auch immer eine Liebesgeschichte darin verwoben. Das ist ein glücklicher Autor, habe ich gedacht, denn er macht genau das, was er immer machen wollte. Heute gingen mir diese Aussagen noch einmal durch den Kopf, als wir durch die sonnigen Straßen von Villingen spazierten. An der Stadtmauer mit dem Pfleghof aus dem 14. Jahrhundert habe ich das wieder gespürt. Die Historie ist und bleibt mein Lieblingskind. Der Geruch der alten Mauern, die Geschichten, die man zwischen ihnen aufstöbern kann ...In der Buchhandlung fand ich einen Band mit Geschichten zur Burg Wildenstein im Donautal. Dort schrieb Christoph Froben von Zimmern einen großen Teil seiner "Zimmerschen Chronik", einer einzigartigen und teilweise sehr burlesken Aufzeichnung des Lebens im 16. Jahrhundert. (Inspirierte mich übrigens zu einem Roman, in dem auch die Figuren des Christoph Froben von Zimmern auftauchten). Es bestärkt mich darin, weiter mit wachen Sinnen durch die Welt zu gehen und auf die Geschichten zu achten, die dort am Wege liegen, sei es aus der Gegenwart oder der Vergangenheit.

Donnerstag, 23. Mai 2013

Wie man einen Krimi schreibt

 
Jetzt geht's mir wieder gut - ich habe einiges vom Kollegen von der Polizei gelernt, was Mordermittlung, Einsätze, Züge und Diensthunde betrifft. Dazu bin ich wieder auf die vier Teile der Abhandlung meiner Kollegin Mara Laue gestoßen (hier zum Beispiel Teil 1: Ablauf einer Mordermittlung). Sehr gut zusammengefasst erläutert sie alles, was Fiktion und Fernsehkrimi und was reale Polizeiarbeit ist. Lohnt sich für jeden Krimischreiber, die vier Teile zu lesen! Wobei es sicher übertrieben wäre, bei jeder Zeugenbefragung, die man schildert, Name, Wohnort, Geburtsdatum usw. herunterleiern zu lassen. Ich bin in meinem Leben schon wiederholt von der Polizei befragt worden, sogar von der Kripo Tübingen. Damals ging es um einen fingierten Mordanschlag auf einen jungen Mann, den wir als Studenten gemeinsam betreuten. Später bin ich in Mutlangen auf dem Revier richtig verhört worden (wegen des Verdachts der Nötigung, d.h. Sitzen vor einem Armeelastwagen) und später zu 1000 DM Geldstrafe verdonnert worden. Das wurde allerdings noch viel später vom Europäischen Gerichtshof in Straßburg aufgehoben, und ich bekam mein Geld zurück, da die Tat nicht als verwerflich anzusehen war. Zumindest war es einen enorme Mutprobe für mich gewesen, den Lastwagen bis auf wenige Zentimeter an mich heranfahren zu lassen, ohne zurückzuzucken. Auf jeden Fall wurde ich dort auf dem Revier schon als Beschuldigte vernommen.



Da ich in Zukunft ziemlich frei schalten und walten kann, stehen mir viele Möglichkeiten offen. Mit meinem Schwarzwaldkrimi werde ich auf jeden Fall das Handwerk von der Pike auf lernen und dann sehen, ob ich das weiter verfolge, auch mit historischen Krimis. Gerade habe ich ja, wie schon erwähnt, das Buch "Vorsatz und Begierde" von P.D. James gelesen, jetzt lese ich (vom Trödel) "Die Gnadenfrist" von Mary Higgins Clark, das mehr ein Thriller ist.

Hier noch zwei weitere Krimis der letzten Zeit, die mir gut gefallen haben:
(Ich lese übrigens seit meiner Jugendzeit gerne Krimis und Thriller)

Mittwoch, 15. Mai 2013

Das Fohlen scharrt im Stall

Nein, ich habe das Ei des Kolumbus noch nicht auf den Kopf gestellt. Wenn es nur so einfach wäre! Den Traum vom Schreiben habe ich peu á peu verwirklicht, aber sagte nicht schon der alte Goethe: Endet mein Streben, endet mein Sein ...? Alle Aufräumarbeiten sind erledigt, so gut wie alles Wissenswerte über Autoren und ihre Möglichkeiten des Publizierens wurde von mir gelesen. Aus dem Chaos schwebt nicht Phönix mit Ascheresten an den Federn empor, sondern schafft noch größeres Wirrwarr. Die Schubladen mit den drei Romanen habe ich wieder zugemacht und dabei etwas entdeckt, was wie der Anfang eines Krimis der ganz anderen Art klingt. Nur ein kleines Exposé und vier Seiten Text. In einer wahnwitzigen Minute zwickt mich der Hafer und ich überlege, ob ich den nicht bei Diogenes anbieten soll. Die lesen ja alles, hatte mir mal eine Lektorin geschrieben. Dann hörte ich nie mehr etwas von ihr. Aber heute bin ich ja neun oder zehn Bücher weiter, denke ich.

Ich kann nicht warten. Die Wände könnte ich mal wieder hoch - und runtergehen! Von der Lektorin, der ich ein Beispiel-Exposé geschickt hatte, ist auch noch keine Antwort da. Einen neuen Roman kann und will ich mir nicht aus den Rippen schneiden. Wie wäre es mit einem Thriller namens "Trauma"? Den Titel gibt's noch nicht, würde sich doch gut machen mit einem Blutfleck auf weißem Untergrund, oder? Aber dazu müsste ich erst mal eine zündende Idee haben. Vielleicht sollte ich mich doch beim Trauma-Seminar in meinem Lieblings-Kloster anmelden. Das interessiert mich aber eigentlich viel weniger als das im November mit dem Titel "Reduzieren und gewinnen-Ballast abwerfen." Wenn ich nach meinen beliebtesten Postings aller Zeiten gehen würde, müsste ich Bücher mit Titeln wie "Auf Wolframs Spuren","Fluchtpunkte", "Worum sich Menschen sorgen" oder "Eduard Mörike im lieblichen Taubertal" schreiben, aber das erwähnte ich ja früher schon. Ich bin einfach rat- und rastlos. Glücklicherweise habe ich noch meinen Beruf und meinen Partner, sonst würde mir nämlich die Decke auf den Kopf fallen. Insbersondere bei den Wetteraussichten, die uns für Pfingsten wieder angekündigt werden. Die Blogs der anderen sind für mich eine willkommene Ablenkung und Bereicherung. Dagegen nützt es überhaupt nichts, den Computer immer wieder auszuwringen, um auf Deubel komm raus irgendwo etwas wirklich Nützliches zu  finden. Das regt nämlich nicht an, sondern vielleicht - auf, im Übrigen macht es unendlich müde.

Dienstag, 14. Mai 2013

Lebensträume - und der Traum vom Schreiben!

Man müsse aus einem Traum erst einmal erwachen, bevor man ihn verwirklichen kann, sagt ein Sprichwort. Wie viele ungelebte, unverwirklichte Lebensträume mögen auf dem Grund so vieler Leben begrabenliegen! Wenn ich mich einmal ganz persönlich frage, welche Träume ich hatte und vieviele davon ich verwirklichen konnte, dann fällt mir doch eine Menge ein. Mit 15 träumte ich davon, eine Familie und drei Kinder zu haben. Dieses Soll wurde nicht ganz erfüllt, aber immerhin heiratete ich, viel zu jung, mit 21 Jahren und bekam später einen wundervollen Sohn. Mit 19 träumte ich davon, Buchhändlerin zu werden, um die Welt zu fahren und ein Buch zu schreiben. Im gleichen Jahr fuhr ich mit einem Frachter nach Argentinien, ritt über die Pampa und reiste mit den Verwandten nach Misiones, zu den Wasserfällen des Iguacu. Aus der Buchhänderin wurde nichts, da man damals bei Thalia einfach zu wenig verdiente. Statt dessen studierte ich an der Uni Tübingen Sozialpädagogik und Sozialpsychiatrie. Und machte Reisen in ganz Europa. Mit 27 war ich fertig und übe den Beruf bis heute aus. Teilweise unter Traumbedingungen, teilweise ganz schön schlauchend. Einige Zeit arbeitete ich in einer multinationalen Kindertagesstätte und wollte Kinderbuchautorin werden. Immerhin wurden Fotos und Texte von mir bei Ravensburger veröffentlicht. Meinem Traum vom Schreiben war ich aber noch kein Stück näher gekommen. Das kam erst viel später. Jahrelang erschienen Artikel von mir in regionalen und überregionalen Zeitungen, darauf folgten Wanderungen für den Kalender des Albvereins. 2004 veröffentlichte ich meinen ersten (biografischen) Roman, bis heute folgten sechs weitere Romane, eine Anthologie und ein Almanach. Der Traum von früher lebte wieder auf: Ich wollte reisen, in einem Haus im Süden wohnen und schreiben. Gereist bin ich weiterhin, das Haus im Süden stand am Gardasee, aber nur für ein paar Tage. Eigentlich muss ich mich mal ganz kräftig in die Nase kneifen und mich fragen: Habe ich den Traum nun verwirklicht oder nicht?

Sonntag, 12. Mai 2013

Ballast abwerfen - zwanzig Jahre Leben!

Heute ist der heilige Pankratius ins Land gegangen. Und hat wahrlich eine Eiszeit mit sich gebracht. Mit einer Schniefnase und Husten liege ich
auf dem Sofa und schaue dem Ast des Quittenbaums zu. Dessen rote Blüten werden mal vom Regen gegen die Scheibe gepeitscht, dann wieder sanft im Sonnenlicht gewiegt. Die ganze Zeit weht ein Wind, der mir eine Gänsehaut macht. Also keim Schwimmen und kein Spaziergang heute, sondern ich tue etwas, das ich mir schon sehr lange vorgenommen habe: Ich nehme die zehn Kästen mit den alten Dias, ziehe sie einzeln heraus, begucke sie durch einen kleinen Apparat und trage nach und nach 95% davon in den Müll. Zwanzig Jahre sind darin eingefangen, Reisen nach Korsika, Venezuela, Mexiko, Spanien, Umbrien, Venedig. Betriebsausflüge und Gruppenfreizeiten, Grillparties, Wanderungen und Städtetripps ohne Ende. Blumen und Burgen, Schlösser und Ruinen, Felsen und klare Bäche, Menschen, Tiere und Bäume. Die besten habe ich natürlich in einem der Kästen gesammelt und werde sie abziehen oder digitalisieren lassen. Viele von ihnen habe ich als Papierausdruck vorliegen oder schon digitalisiert. Erstaunlich, wie sich im Lauf der Jahre nicht nur das Schreiben und der ganze Mensch, sondern auch die Art des Fotografierens verändert. Viele Bilder von damals sind einfach nichtssagend, von der Qualität her sind sie meist schlechter oder wenigstens nicht besser als die heutigen Digitalfotos. Zur Belohnung gönne ich mir jetzt einen Espresso! Und als nächstes sind dann Bücher dran, die ich nicht mehr lese, die Bilderdatei im Computer und überflüssiges Geschirr.

Freitag, 10. Mai 2013

Die Ressourcen des Autors

In meinem Beruf arbeiten wir ressourcenorientiert, das heißt, wir schauen nicht auf die Mängel und Defizite und jammern herum, sondern achten auf die Stärken und die Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Meine grundsätzlichen Stärken sind Empathie und Durchhaltevermögen, meine größte Schwäche sind die Ungeduld und die starke Zielorientierung meines Handelns. Zeiten, in denen nichts passiert, halte ich kaum aus, besonders beim Schreiben nicht. So packe ich zum Beispiel meinen Krimi und meinen alten historischen Krimi in die Schublade, nur um sie gleich wieder rauszuholen und laut zu überlegen, was in aller Welt ich denn nun damit machen könnte. Damit bringe ich mich in eine Pattsituation, kann weder vor noch zurück. Ich sollte einfach darauf vertrauen, dass es weitergeht.