Samstag, 25. Mai 2013

Vom Glück, ein Autor zu sein

Villingen mit Jungesellenabschied, August 2012
Gestern Abend habe ich mir ein Interview mit Titus Müller angehört, das auf seinem Sender "Wissen ist Macht" ausgestrahlt wurde. Es passt wirklich schön auf meine momentane Situation, finde ich, und deswegen habe ich es mir auch in seiner ganzen Länge angehört. Da ist von Disziplin die Rede, vom Staunen und vom Finden der Geschichten unterwegs. Und vom Transportieren eigener Themen in diese Geschichten, sei es nun fiktional oder authentisch, historisch, kriminal oder auch ganz anders. Titus Müller schreibt im historischen Genre, er denkt an weibliche und männliche Leser und hat auch immer eine Liebesgeschichte darin verwoben. Das ist ein glücklicher Autor, habe ich gedacht, denn er macht genau das, was er immer machen wollte. Heute gingen mir diese Aussagen noch einmal durch den Kopf, als wir durch die sonnigen Straßen von Villingen spazierten. An der Stadtmauer mit dem Pfleghof aus dem 14. Jahrhundert habe ich das wieder gespürt. Die Historie ist und bleibt mein Lieblingskind. Der Geruch der alten Mauern, die Geschichten, die man zwischen ihnen aufstöbern kann ...In der Buchhandlung fand ich einen Band mit Geschichten zur Burg Wildenstein im Donautal. Dort schrieb Christoph Froben von Zimmern einen großen Teil seiner "Zimmerschen Chronik", einer einzigartigen und teilweise sehr burlesken Aufzeichnung des Lebens im 16. Jahrhundert. (Inspirierte mich übrigens zu einem Roman, in dem auch die Figuren des Christoph Froben von Zimmern auftauchten). Es bestärkt mich darin, weiter mit wachen Sinnen durch die Welt zu gehen und auf die Geschichten zu achten, die dort am Wege liegen, sei es aus der Gegenwart oder der Vergangenheit.

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