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Sonntag, 11. Oktober 2015

"Der eilige Gral der Ebookwelt"

In den letzten Tagen habe ich mir wiederholt überlegt, warum in letzter Zeit alles zu stagnieren scheint. Und kam zu dem Schluss, dass es nicht die Umstände sind wie der Herbst, der jetzt mit Macht und Hochnebeln angedampft kommt. Es scheint alles zu stagnieren, weil sich bei mir zu viel um die Sichtbarkeit (und damit die Vermarktung) der E-Books dreht. Das und die Veröffentlichungsprozesse haben seit Monaten meinen Schreibfluss, in dem ich eigentlich so dreizehn, vierzehn Jahre lang drin war, paralysiert. Dazu fand ich noch einen erhellenden Artikel der Plattform Sobooks vom Januar dieses Jahres. Ein Blogger namens Sascha Lobo beschreibt das Problem, wie Bücher, insbesondere Ebooks, vom Leser eigentlich gefunden werden sollen. Man kann sie ja nicht hochhalten oder sehen, wie andere Leute es lesen. Es liegt in keiner Buchhandlung oder wenn, dann nur in den digialen Regalen dieser Buchhandlungen via Tolino und anderer Distributoren. Und auch dort sind sie schwer zu entdecken, weil es keinen Stapel gibt. In den Buchhandlungen entdecke ich Bücher, wenn ich mir sehr viel Zeit nehme beim Stöbern. Wenn ich wenig Zeit habe, nehme ich die Bücher, die mir ins Auge fallen. Und darum dreht sich der Großteil des Problems, nachdem alle anderen Hürden erfolgreich genommen sind: Das Schreiben eines Buches, das Finden eines Verlages oder einer Agentur, das Lektorat, das Cover, der Klappentext. Und dann eben die Vermarktung. Das Gleiche gilt für die selbst publizierten Ebooks. Schreiben, Lektorat, Korrektorat, Cover, Klappentext. Und dann eben wieder die Vermarktung. In dem Blogartikel kommt der Autor zum Schluss, dass folgende Kriterien wichtig wären, um Bücher/ Ebooks sichtbarer zu machen:

. soziale Medien und E-Books müssen viel näher zusammenrücken: Bücher in den Newsfeed!
• die (digitale, soziale) Beziehung zwischen Autoren und Publikum ist einer der wichtigsten Schlüssel
• die Empfehlungsmöglichkeiten zwischen Lesern müssen technisch vereinfacht und qualitativ verbessert werden
• die essentiellen Diskussionen um Bücher brauchen einen organischen, nachvollziehbaren Ort
• und das E-Book braucht eine neue, zusätzliche Form des Leseerlebnisses, weil bisher Abgeschiedenheit Trumpf ist.

Das klingt plausibel. Und ich meine, so etwas schon vor Jahren bei einer meiner werten Blognachbarinnen gelesen zu haben. In den zahlreichen Kommentaren zu dem Artikel die ich quergelesen habe, kommt der Einwand: Ich lese aber im Zug und sonstwo nicht, um das Erlebnis mit anderen zu teilen! Ich will meine Ruhe haben beim Lesen. Nehmen wir einmal an, ich nehme mit meinem Buch an verschiedenen Leseforen teil und teile auch meine Erfahrungen als Leserin in solchen Foren. Dazu unternehme ich andere Aktivitäten, um mein Buch unter die Leute zu bringen. Das Ergebnis wäre eindeutig: Ich hätte noch viel weniger Zeit und Energie, neue Bücher zu schreiben. Es sei denn, ich würde das mit anderen zusammen machen. Ich will aber auch beim Schreiben meine Ruhe haben, denn sonst wäre ich ziemlich total in der digitalen Welt gefangen, was ich nicht will. Habe ich nicht immer gesagt, es gebe eine Realwelt neben der digitalen?

Ich weiß noch nicht so richtig, was ich machen werde. Ein Satz haftet mir im Gedächtnis, den ich einst bei unserer Kollegin Sabine Schäfers las: Autoren, die aufs Ranking starren. Und ich meine, Matthias Matting habe kürzlich erwähnt, dass er jemanden kenne, der nicht mehr schreiben könne vor lauter Rankinggucken. Vielleicht sollte ich alle Favoriten löschen, die sich damit befassen. Und mich in Zukunft nur noch mit den Dientleistern verbinden, die meinen Büchern die für sie maximale Sichtbarkeit verschaffen können, egal ob digital oder gedruckt.

Demnächst in den Onlineshops von Thalia, Weltbild, Hugendubel und vielen mehr:

Dienstag, 14. Juli 2015

Fünf Tage im Abseits

Jetzt ist es schon zehn Tage her, dass ich zuletzt einen Beitrag geschrieben habe. Das war nicht freiwillig und hing auch nicht mit Überlastung irgendeiner Art zusammen. In meinem alten Acer-Laptop, einem jahrelang hilfreichen Erbstück, war nämlich seit Monaten der Wurm drin. Vorne links war so ein blaues Licht, ein Strich und ein Kreis, die den Betrieb des PCs anzeigten. Das hatte mit der Zeit einen immer stärkeren Wackelkontakt. Die nötigen Konsequenzen habe ich so lange wie möglich rausgeschoben, denn ich wusste, was mir geblüht hätte. Tagelang hätte ich ohne meine Arbeitsinstrumente auskommen müssen. Am Schluss hatte ich das Kabel mit Tesafilm festgeklebt. Als er dann wieder abstürzte, war es soweit. Ich rief meinen Spezialisten an, einen Computerfachmann aus den Jugendtagen meines Sohnes, der mir schon oft weitergeholfen hatte. Ja, ich soll ihn vorbeibringen. Bis zum Zeitpunt der Übergabe ließ ich auch noch den Servicemann vom Media-Markt draufgucken. Nein, es sei nicht das Kabel, sondern drinnen die Buchse sei kaputt, womöglich über das ganze Board, das könne teuer werden. Beim Herumstochern mit dem Schraubenzieher ging dann der Rest auch noch kaputt. Auf jeden Fall, langer Rede kurzer Sinn, der Computer blieb zur Begutachtung bei meinem PC-Fachmann. Obwohl ich mitten in einer Rabattaktion für mein Ebook stand und dafür gerade das Cover zusammen mit meiner Designerin neu gestaltete. Passen tut es sowieso nie! Nach zwei Tagen stand fest: Der alte Laptop war eigentlich nicht mehr zu gebrauchen, ein neuer musste her. Ich hatte schon Entzugserscheinungen und manchmal schlechte Laune. Glücklicherweise fand am Freitag ein wunderbares Fest des Vereins statt, bei dem ich fünfzehn Jahre lang beschäftigt war, ganz romantisch auf einer Burg mit blauem Himmel, blühenden Winterlinden, Musik und dem Duft nach gegrilltem Fleisch und Würsten. Ich hatte einmal angeboten, dem Verein auch weiterhin behilflich zu sein mit Zeitungsartikeln und so, und schon war ich schwuppdiwupp zur Pressefrau ernannt worden. Aber wie sollte ich diesen Artikel schreiben bzw. an die richtigen Stellen und zur Redaktion befördern? Ich schrieb ihn mit der Hand, immer mit der Option vor Augen, ihn per Auto in die Stadt befördern und dort abgeben zu müssen, in der Hoffnung dass jemand meine Klaue lesen könnte, zu der meine Handschrift verkommen ist. Derweil dauerte die Übertragung der alten Dateien auf den neuen Computer und dauerte. Mein Spezialist musste sich das ganze Wochenende damit herumschlagen. Allmählich begann ich mich an den Zustand zu gewöhnen. Ich schrieb sogar die ersten Seiten meines neuen Romans per Hand in einen DIN A4-Block mit kariertem Papier, wohl darauf achtend, dass ich es später selber noch lesen konnte. Ja, man könnte ohne Computer leben. Man muss nur längere Wege in Kauf nehmen. Nicht mal geschwind nach etwas gucken, wonach einem gerade ist, eine Recherche, wie das Wetter wird, wer eine Mail geschrieben hat oder was in dem und dem Forum gepostet wurde. Wie sich denn die Bücher verkaufen und ausleihen. Man müsste sein Leben komplett wieder umstellen und auf das Niveau der sechziger bis achtziger Jahre zurückschrauben. Als dann gestern der neue Laptop kam, etwas kleiner, leistungsstark und schnuckelig, war ich überglücklich. Schrieb den Artikel und schickte ihn per Mail ab, schaute in alle Foren und Blogs. Und ich muss sagen: Eigentlich hatte sich nicht viel getan in den fünf Tagen. Eine Mail wegen des Covers, eine Einladung zu einem Treffen. Fazit: Als Arbeitsinstrument ist der PC unentbehrlich, auch für Recherchen. Auch für die Kommunikation, aber mit Abstrichen. Ich habe festgestellt, dass ich am Samstag die Zeitung (ich habe sie nur am Samstag) ganz gelesen habe, dass mein Garten viel besser gestaltet aussieht und dass ich offline einiges gelernt, mehr mit Realmenschen gesprochen habe. Und trotzdem ist es ein beruhigendes Gefühl, dass der Neue jetzt da steht, wo er steht. Denn man kann, wann immer man will, etwas mit ihm anfangen.

Donnerstag, 4. Juni 2015

Der letzte Arbeitstag

Am Dienstag war es dann so weit: Nach dem Team saßen wir alle, Kollegen und Vorgesetzte, beisammen und feierten meinen Abschied aus dem Berufsleben. Ein duftender Blumenstrauß, Geschenkgutscheine für Bücher und Restaurantessen, leckere Blaubeertörtchen und Lachsspinatrollen, ein buntes, warmes Programm. Die großen Geschenkkörbe hatte ich ja in den Monaten vorher schon erhalten. Super, wenn man so gehen kann und mit allem im Reinen ist! Natürlich wurde ich auch gefragt, was ich denn so für die Zukunft plane. Und dass ich glücklich zu preisen sei. Erstmal an die neuen Strukturen gewöhnen, das Auto zur Inspektion bringen, ein Arztbesuch meines Partners, dann Urlaub wer weiß wohin. Weimar wäre mal wieder eine gute Adresse, unvergesslich das Goethehaus im Park an der Ilm und die lockere, "geistreiche" Atmosphäre der Stadt. Viele schöne und hochinteressante Orte in der Nähe. Und natürlich kann unter der Woche gefahren werden, wenn das Wetter stimmt. Die Vereine weit und breit hatte ich schon alle gecheckt, aber nur einen gefunden, für den ich vielleicht auch weiter tätig sein könnte: der, in dem ich nun schon seit vielen Jahren bin und für den ich fast sechzehn Jahre lang gearbeitet habe. Alle wollten wissen, wie es mit dem Schreiben weitergeht. Und staunten nicht schlecht, dass ich demnächst ein eigenes Ebook herausgeben will. Manche waren noch nicht so mit dem Reader vertraut, andere nehmen ihn schon lange auf Reisen oder zum Zelten mit. Wie geht das mit dem Loslassen, wenn man bis zum Schluss voll drin war in der Arbeit? Ich habe mich in den letzten Wochen, die noch sehr dicht und ereignisreich waren, an vielen Stellen gefragt, ob ich das noch weiter haben will. Und kam zu einem eindeutigen "nein"! Bei der Rückfahrt wollte ich gerade ein Plätzchen auf der Höhe suchen, um die Arme in den sommerlichen Himmel zu werfen, als mit einem Pling das Display aufleuchtete. Reifen hinten rechts verliert an Druck! Auweia, nicht auch das noch, bitte. Der Reifenhändler zog einen Nagel aus dem Reifen. Wir hatten mal ein Auto, in dessen Reifen fast jede Woche ein Nagel oder eine Schraube steckte. Wie kommen die Leute eigentlich dazu, solche Dinge auf die Straße zu werfen? Bei denen ist wohl eine Schraube locker!

Mittwoch, letzter Arbeitstag, natürlich mit vollem Programm, mit therapeutischem Team und Gruppe. Es war wie immer und doch wie von einem glänzenden Schleier überzogen. Helfen ist jetzt kein berufliches Werkzeug mehr, sondern ein humaner Wert. Die Gruppe hatte sich eine Auswahl meiner Bücher zum Abschied gewünscht. Da lagen sie nun, und ich erklärte kurz den Inhalt, die Bedeutung und auch ihr Schicksal in der Verlags- und Bücherwelt. Ja, Mörike, von dem hatte man mal Gedichte auswendig lernen müssen. Alle Augen glänzten. Ein letztes Zusammensitzen im Garten, bei einem bombastischen Renteneinstiegswetter, der Garten, in dem man so viele Grillfeste gefeiert, so viele Spiele gespielt und so viele Konflikte hat lösen helfen. Und dann Tür zu, Schlüssel in den Briefkasten, die eigene Tasse muss noch mit. Herzliche Umarmungen, kein Blick zurück. Ein total glückliches, freies Gefühl. Wie im Traum die Wanderung über den abendlich warmen Kapf. Heerscharen von Riemenzungen und Hummelragwurz stehen dort aufgereiht, dazu der weite Blick über die Kuppen des nördlichen Schwarzwaldes. Und die Sicherheit, dass Erfahren, Erwandern und Erschreiben weiterhin
die Eckpfeiler meiner Landkarte sein werden.
Vom Glück, eine Glückshaut zu haben

Sonntag, 15. März 2015

Wer langsamer wird, kann mehr erleben

Auf meinem Küchentisch steht ein Autorenkalender, Überbleibsel aus einem der Jubiläums-Geschenkkörbe, die ich in naher Vergangenheit erhielt. Diese Woche fällt mir jeden Tag der Spruch einer Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts in die Augen: "Die Langsamkeit bietet die Chance, das, was wir tun, auch zu erleben."
Henriette Wilhelmine Hanke, von der hatte ich bisher nie etwas gehört. Und doch war sie in ihrer Zeit eine Bestseller-Autorin. Offensichtlich hat sie ihren Leserinnen vieles der Spätromantik und ihres eigenen einsamen Lebens vermittelt. Eigentlich wollte ich in meinem nächsten Artikel über die Mobilität des Menschen schreiben. Und ich sehe da durchaus Verknüpfungen. Die größere Mobilität des Menschen begann damit, dass er nicht mehr weite Strecken wanderte, sondern sich zu Pferde fortbewegte. Später, nach Erfindung des Rades, auch mit Ochsen -oder Eselskarren. Je weiter die Zeit fortschritt, desto schneller konnte er sich von einem zum anderen Ort begeben. Die ganz große Revolution kam dann mit dem maschinellen Zeitalter, der Eisenbahn, dem Automobil und den Flugzeugen. Schließlich flog er in Überschallgeschwindigkeit zum Mond. Ähnlich ist es mit vielem anderen, mit den Lese-und Schreibgewohnheiten und der Kommunikation. Die alten Kulturen hinterließen der Nachwelt Schriften und Kunstwerke, die Bibel wurde vom Lateinischen ins Deutsche übersetzt, irgendwann kamen Schreibmaschine und Computer in allen Dimensionen hinzu. Während man früher also zum Nachbarn ging und mit ihm redete, sitzt man heute am Tisch und redet in sein Smartphone. Bei Facebook kommen mal schnell welche vorbei (oder auch nicht), um ein paar Worte abzulassen. Was erleben wir denn da? Eigentlich nicht viel. Wir haben das Höchstmaß an Mobilität und Kommunikation erreicht.

Wenn ich mit dem Hochgeschwindigkeitszug durch die Landschaft rase oder auf der Autobahn fahre, sausen Wälder, Berge, Seen und Städte an mir vorbei. Sie verlieren an Bedeutung und werden austauschbar. Erst kürzlich dachte ich bei einer dieser Gelegenheiten: Wenn jetzt jemand aus dem All auf die Welt niederschauen würde, sähe er Millionen von Gestalten, die in einer Art Konservendosen sitzen, meist jeder für sich, und schnell irgendeinem Ziel zusteuern, das sie dann ebenso schnell wieder verlassen. Dafür sind wir doch gar nicht gemacht! Die anderen Millionen sitzen vor größeren oder kleineren Guckkästen, erleben dort ihre eigene Welt oder kommunizieren mit anderen Kastenguckern. Den Weg durch den Wald finden sie mit Hilfe von Google Earth. Dabei übersehen sie das erste aufgeblühte Veilchen, den ersten Blaustern oder Märzenbecher. Im Café sitzen sie, drücken und schieben auf ihren Smartphones herum und übersehen die vielen interessanten Menschen und Begebenheiten, die sich vor ihren Augen abspielen. Es ist das Leben in einer Parallelwelt.

Wenn ich zu Fuß einen Wanderweg beschreite, wird die Bedeutung wiederhergestellt, am meisten wahrscheinlich, wenn ich die Wanderung immer wieder unterbreche, die Dinge am Wegesrand betrachte oder eine Aussicht genieße. Ich erlebe etwas, wenn ich mit anderen spreche oder auch nur den Vögeln an der Futterstelle zuschaue. Oh nein, das Rad der Geschichte will ich keinesfalls zurückdrehen. Es sollte aber jeder von den allzu Mobilen, den allzu schnellen Guckern, den Fast-Food-Essern und auch von den allzu schnell veröffentlichenden Autoren ab und zu innehalten und überlegen, wo und was es wirklich zu erleben gibt. Und noch etwas: Das Medium ist dazu da, es richtig in seinen Gebrauch zu bringen. Wer sein Leben verhuscht und nirgendwo ankommt, ist daran vorbeigegangen. Aber wer alle Mittel, die der Mensch zu seiner Verfügung hat, richtig in Gebrauch nimmt, kann wirklich etwas erleben und es an andere weitergeben, damit die wiederum etwas erleben können.


Dienstag, 30. Dezember 2014

Der eigene Weg-Jahresausblick


Weihnachten sollte dieses Jahr eigentlich für uns ausfallen, wenigstens in der Form, wie sie uns von den Medien und den Massen suggeriert wird. Das Ewiggleiche an Menschen-, Verkehrs- , Konsum- und Gefühlsstaus hatte ich ja schon an früherer Stelle beschrieben. Wie stark gesellschaftliche und soziale Zwänge sein können, habe ich noch nie so sehr wie diesmal erlebt. Ich wollte dieses Fest ein wenig inszenieren wie das Weihnachtsgedicht, das ich früher vor dem Tannenbaum aufgesagt habe. Wir sind durch festlich erleuchtete Fachwerkgassen gegangen. Da standen aber keine tausend Kindlein zum Schauen, sondern sie lärmten aus den Fenstern heraus und schossen Leuchtdiaden ab. Rausgehen aus den Mauern, das wusste ich, würde das Richtige sein. Aber irgendwie konnte man all den Zwängen nicht entfliehen. Dann fuhren wir in eine mittelalterliche Stadt, sahen seltsame Tiere, die an der Außenwand des Münsters angebracht waren, Zaubermittel gegen die Dämomen, sahen den ersten Schnee auf der schwäbischen Alb und ein Märchen von einem Schloss und einer barocken Kirche, ebenfalls festlich erleuchtet in der kalten Nacht. Und endlich, Tage später, in anderer Besetzung, kamen wir heraus aus den Mauern, wanderten über eine Hochfläche, auf der uns der Wind die Nasen rot blies und die Sonne auf Schneefeldern glitzerte. Vorgebahnte Wege sind leicht zu beschreiten-wie viel schwieriger ist es, sich selbst einen Weg im Tiefschnee zu bahnen! Aber ich wusste, dass es einfacher werden würde, wenn wir erst im dichten Wald wären. Und siehe da, die Strapatze hatte sich gelohnt. Der eiskalte Wind legte sich, die Bäume schützten uns, innerhalb des Waldes begann es sogar zu tauen. Und der Weg führte zielgenau zum Ausgangspunkt zurück.

Auf der Schwelle zum neuen Jahr, mit zufriedenem Blick zurück aufs vergangene, möchte ich doch noch versuchen, eine kleine Bilanz zu ziehen. Heute Nacht träumte mir, ich würde ein Haus verlassen, das alt und verstaubt und muffig ist. Draußen waren Menschen. Aber das Fortkommen ging nicht so schnell wie gewünscht, der Bus fuhr nicht, niemand wusste so recht, wie es weitergehen sollte. Aber wir waren draußen, und die Luft war frisch und unverbraucht. So sieht es hier aus am Jahresende. Ein Blick zurück und ein Blick nach vorn. Die vorgebahnten Wege sind bequem, aber auch mit all diesen Zwängen verbunden. Sich selbst seinen Weg zu bahnen ist anstrengend und auf die Dauer allein nicht durchzuhalten. Ich brauche beides. Und aus welchen Bindungen und Zwängen sollten wir uns lösen?Aus allen, die uns lähmen und uns daran hindern, fortzukommen. Wenn der Bus nicht fährt, fährt vielleicht die Bahn, und wenn alles darniederliegt, haben wir ja immer noch unsere Beine und können laufen oder Fahrrad fahren. Alles, was im vergangenen Jahr für mich erfolgreich war, habe ich mit eigenen Händen auf die Beine gestellt. Da kamen zwei negative Meldungen gerade recht. Gestern die Absage des kleinen Publikumsverlages für meinen Krimi, heute die Ankündigung, dass der Ladenpreis des Verlagsbuches von 2011 (historischer Krimi, jetzt "Teufelswerk") ab 1.1.15 von 14,90 auf 5 Euro herabgesetzt wird. Damit nähert er sich meinem neuen E-Bookpreis von 4,49 Euro an. Sollte das ein Zeichen sein?

Ich glaube nicht, dass das neue Jahr besser wird. Die alten Strukturen sind ja noch da. Die Mauern sind da und die Zwänge. Der Zustand der Welt ist nach wie vor mehr als besorgniserregend. Aber wir können eine neue Sicht auf die Dinge entwickeln. Ich nehme mir nichts vor, fasse keine guten Vorsätze, die alsbald doch wieder von der lähmenden Gewöhnung gefressen werden. Ich möchte ausziehen aus diesem alten, vermoderten, muffigen Haus, möchte erste Schritte tun, die mich freier atmen lassen. Und in diesem Sinne wünsche ich all meinen Lesern und denen, die zufällig vorbeikommen, einen guten Start und ein Händchen für den eigenen Weg im neuen Jahr!


Dienstag, 28. Oktober 2014

Das eigene Buch drucken lassen

Gestern erhielt ich von Amazon Create Space die freundliche Einladung, mein E-book doch von ihnen drucken zu lassen. Natürlich kenne ich diese Möglichkeit schon seit Langem. Es gibt ja viele Leser und Leserinnen, die ein Buch lieber mit seinem Echtgewicht in der Hand halten, ich eingeschlossen. Manchmal, wenn ich die Amazonseiten von Kollegen und Kolleginnen besucht habe, sah ich auch, dass das jeweilige Buch in gedruckter Form vorlag beziehungsweise als "Book on Demand" druckbereit vorgehalten wurde. Es schien mir so, als seien die Ebooks die weitaus gefragteren, schon allein wegen des Preises. Das gedruckte Verlagsbuch, das meinem Teufelswerk zugrunde liegt, lag heute Morgen bei einem Ranking von 1.262.754, während das E-Book ein Ranking von 3.191 verzeichnet, dazu Platz 19 bei "historische Krimis". Das Verlagsbuch kostet 14,90 E, das E-Book 3,99 E (könnte auch 2,99 E kosten). Das E-Book hat also das Verlagsbuch nicht mitgezogen (eher die E-Books der historischen Romane). Dieses Buch könnte ich sowieso nicht drucken lassen, weil ich die Printrechte nicht habe. Aber wie ist es mit künftigen E-Books? Sollte man da gleich die Druckversion anbieten oder warten, bis sich Leser melden, die es lieber in dieser Form haben wollen?

Mittwoch, 10. September 2014

Die Onleihe bei VG Wort

Dies ist eine Info speziell für Autoren. Wahrscheinlich jeder von uns kennt die VG Wort, die Verwertungsgesellschaft, mit der man einen Vertrag schließt und so unter normalen Bedingungen, also mit einem oder mit ein paar Büchern in den Genuss eines jährlichen Schecks der Sonderausschüttung "Bibliothekstantiemen" kommt. Nehmen wir mal mich als Beispiel. Es dauerte ganze vier Jahre, bis ich das erste Mal so einen Scheck bekam. Der reichte für uns zwei zum Pizzaessengehen. War aber trotzdem eine Freude. Die nächsten Male war es schon dreistellig. Inzwischen sind die Bücher ja längst aus den Buchhandlungen verschwunden, sind aber weiter in den Bibliotheken vorhanden. Und seit die Backlist durch Ebooks neu belebt wird, sind sie nun auch in den vielen Onleihe-Bibliotheken auszuleihen. Auf meine Frage, ob die bei der Bibliothekstantieme berückscihtigt werden, antwortete mir VGWort vor einiger Zeit, nur, wenn sie nicht DRM-geschützt seien.

Ich habe jetzt mal die Probe aufs Exempel gemacht und die Onleihe-Bibliotheksverbände der Bundesrepublik, der Schweiz und Östereichs durchforstet. Dort sind alle meine Aufbau-Bücher vertreten, und zwar nicht DRM-geschützt. Das habe ich VG Wort eben mitgeteilt-mal sehen, was sie dazu sagen. In diesen Onleihe-Bibliotheken werden die Bücher übrigens auch mit Sternen bewertet. Ganz interessant für mich, dass "Die Nonne und die Hure" sowie "Die Köchin und der Kardinal" dabei am meisten 4 oder 5 Sterne haben. Meine Kleinverlagsbücher und die Amazon KDP-Ausgaben fanden allerdings keinen Eingang in diese Portale.

Donnerstag, 2. Januar 2014

Ab zum Staatsanwalt!

Ich hoffe, dass meine geschätzten Leser gut in das neue Jahr gekommen sind, auch wenn es zum großen Teil eine feuchtkalte Angelegenheit war. Just an Silvester nun entdeckte ein Autorenkollege eine neue Plattform für illegale Downloads, und wie nicht anders zu erwarten war, tummelten sich dort auch meine beiden letzten Bücher, zusammen mit vielen Romanen meiner Kollegen und Kolleginnen, auch von zwei meiner Blognachbarinnen, inzwischen auch jede Menge Indie-Bücher. Jeweils zwei, und für einen Cent zu haben. Der Run auf diese Portale hat offensichtlich zur Folge, dass die Verteilung nicht mehr kostenlos vonstatten gehen kann. Es kann nicht um Abmahnungen der Endverbraucher gehen, denn warum soll ein unbescholtenerLeser, der sich ein Buch für 8,99 E kostenlos runterlädt, 800 Euro Strafe zahlen? Wohl aber sollten die Betreiber erwischt werden, denn mit nur 5000 "Absaugern" eines Buches für 1 Cent (und das ist noch wenig) verdienen die allein 50 Euro. Für die Bücher, die 10 Cent kosten, wären es 500 Euro. Es geht also um Abgreifen und Abzocken. Dirk B., der das kino.to betrieb, hatte angeblich tägliche Einnahmen von 150 000 Euro. Und dafür sitzt er seit 2012 auch für 4 Jahre und 6 Monate im Gefängnis. Der Staatsanwalt will sogar Schritte unternehmen, damit daraus 15 Jahre werden. Ein paar Autorenkollegen und ich wollen jetzt einfach mal ein Zeichen gegen die Betreiber dieser Plattformen setzen. Wir erstellen eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft. Auch wenn sich das offensichtlich nur bei Megabestsellern lohnen soll. Einige große Verlage verdienen offensichtlich mit Abmahngesellschaften die entgangenen Euro zurück. Die Autoren sind die Einzigen, die dabei in die Röhre gucken.

Viele meinen, das bringe nichts mit dem Strafrecht, man müsse es nur weiter in die Öffentlichkeit bringen. Richtig, aber bisher habe ich nur Diskussionen gesehen, in denen immer wieder auch Autoren ihre Stimme erheben, aber meist nur überlesen werden. Die unzähligen momentanen Schlagabtausche über dieses Thema wirken wie ein Haifischbecken, in denen sich einige gegenseitig zerfleischen. Da wird ein Forum geschlossen, weil der Betreiber behauptet, er habe für die Piratenjäger gearbeitet, um die Daten weiterzugeben. Andere halten dagegen, dass die Betreiber selbst gehackt worden seien und man ihre Identität entlarvt hätte. Noch andere sagen, das ganze sei nur fingiert, um sich elegant aus der Affaire zu ziehen, und zurückgeblieben seien frustrierte Leser.

Aus naheliegenden Gründen kann ich die URL des illegalen Downloadportals hier natürlich nicht posten. Wer sich dafür interessiert, kann es aber leicht über Google und die Neue Zürcher Zeitung herausfinden.

Montag, 30. April 2012

Genrewechsel mit ebooks?

Hier und dort habe ich schon gehört, dass etablierte Autoren einen Genrewechsel mittels ebook-Veröffentlichung starten möchten, mit oder ohne Pseudonym. Andere fragen sich, ob sie mit ihren eigenen Themen in einem Trend gut untergebracht wären. Aber ein Trend wird offensichtlich erst dann sichtbar, wenn der Zug schon abgefahren ist. Viele lauschen auf die Stimmen-aus On und Off wie das Kaninchen auf das Zischen der Schlange. Andere machen einfach das, was für sie im Moment das Richtige ist. Und machen damit ihre Erfahrungen.
Ich kann nur für mich selber sprechen. Was das Schreiben betrifft, sitze ich mal wieder in der Warteschleife. Noch hat mich kein neues Thema angebissen. Manchmal verdichtet sich minutenlang die Vision eines historischen Krimis - und verschwindet dann wieder. Inzwischen weiß ich, dass ich gar keinen Genrewechsel möchte. Ich lese gerade einen Krimi, der einen Literaturpreis erhalten hat ("Mord im Zeichen des Zen" von Oliver Bottini). Der erhält seine Spannung aus den abgrundtief düsteren Charakteren. Andere Krimis sind nach dem immer gleichen Muster gestrickt, auch die Thriller. Natürlich werde ich kein neues Muster erfinden, auch ich werde mich der klassischen Strategie annähern. Aber es soll ein rein fiktives Werk werden, eine Geschichte, ohne reale Verankerung in der Historie. Und wo und wie ich die dann veröffentlichen werde, ist zweitrangig. Ich möchte sie schreiben, just for fun.

Donnerstag, 26. April 2012

Die besten Perspektiven fürs Schreiben

Heute möchte ich einfach mal zwei Links nebeneinander stellen. Bei einem geht es um die Frage einer jungen Autorin, ob sie ihr Manuskript, dass über eine Agentur von einem großen Verlag abgelehnt wurde, nun als E-Book herausbringen solle. Insbesondere die Kommentare sind lesenswert.
E-Book-Diskussion

Der zweite ist von der langjährigen Autorin Petra van Cronenburg, die schon einige Bücher herausgebracht hat als Print und auch als E-Book. Sie bekam jetzt eine Mail von ihrem Verlag, der ihr erstes, jetzt völlig vergriffenes Buch "Elsass. Wo der Zander am liebsten im Riesling schwimmt" 2013 als Taschenbuch herausbringen will.
Ein Traum wird wahr.

Ich selbst stehe gerade auch mal wieder zwischen allen Stühlen und weiß noch nicht so richtig, wie es weitergehen soll. Inzwischen glaube ich, dass das zum Schreibergeschäft gehört wie die Butter zum Fisch. Auf jeden Fall macht Petras Beispiel Hoffnung, dass das Wort von Tolstoi doch wahr sein könnte, nämlich:
Alles wird gut für den, der warten kann. Wobei Warten beileibe nicht heißt, die Hände in den Schoß zu legen. Warten, bis ein Werk reif ist. Warten, bis sich eine Gelegenheit ergibt. Und manchmal fällt sie anscheinend auch vom Himmel!


Samstag, 21. April 2012

ebooks: Stolperfallen beim Selbstverlegen

Beim Stöbern bin ich auf einen älteren Beitrag des Literaturcafés gestoßen. Ebooks-Stolperfallen beim Selbstverlegen. Da werden meine Argumente, die für mich gegen eine ebookveröffentlichung sprechen, teilweise sehr positiv und schlüssig widerlegt. Klingt alles sehr verlockend, zum Beispiel, dass mein Buch eher gekauft wird, wenn der Leser es sich direkt aus meinem Blog runterladen kann. Aber ein Fazit bleibt sich immer gleich: Du musst als Autor alles selber machen, bist also ein selbständiger Unternehmer, frei, aber mit allen Risiken behaftet.

Nehmen wir einmal an, der Roman, den ich gerade geschrieben habe, wird von meinem Verlag abgelehnt. Der Agent könnte ihn woanders anbieten oder ich könnte ihn einem kleineren Verlag offerieren. Auf jeden Fall müsste ich wieder warten, nachdem ich ein halbes Jahr in Recherche und Schreiben gesteckt habe, eigentlich ein ganzes Jahr, wenn man den Vorlauf miteinbezieht. Da juckt es doch in den Fingern, es selber zu machen, oder? Wenn das, was die Verlage bisher für mich geleistet haben, wegfällt, hätte ich das Doppelte an Arbeit. Und es kostet wiederum Zeit und Geld, zum Beispiel für das Lektorat. Ich könnte ja meinen Brotberuf aufgeben, dann hätte ich mehr Zeit. Aber das Einkommen, das ich zum Leben brauche, müsste ich mir erst einmal erwirtschaften. Wie ihr seht, beißt sich die Maus ständig in den Schwanz.

Der andere Fall ist das vergriffene Mörike-Buch. Illegale Downloads haben gezeigt, dass ein Interesse daran zu bestehen scheint. Wenn nun der jetzige Roman genommen wird, vom Hausverlag, einem anderen oder einem Kleinverlag, ist die Arbeitsbelastung die gleiche. Und ich verdiene kein regelmäßiges Geld. Dann wäre die Veröffentlichung des Mörike wieder eine Zusatzbelastung mit zweifelhaftem Ausgang.

Aber es bringt Spaß, an einem Wochenende wie diesem dazusitzen, Zeit zu haben, weil weder Schreiben noch Lektorat anstehen und seine kleinen Planspiele zu machen.




Montag, 5. März 2012

Mein allererster Roman - als ebook?

Petra van Cronenburg beschreibt in leuchtenden Farben, wie ihr ebook zum "Lavendelblues" Gestalt annahm. Mir selbst brennt es immer wieder in den Fingern, meinen ersten Roman, "Eduard Mörike. Ein Leben auf der Flucht"noch einmal unter die Leute zu bringen. Die Rechte habe ich zurückerhalten, hätte auch Lust, ihn noch einmal richtig zu überarbeiten (umfangreiches Lektorat hat damals stattgefunden.)
Dafür spricht: Es ist auf seine Art einer meiner besten. Warum soll ich ihn auf ewig in den Dateien vergammeln lassen? Sobald ich meinen jetztigen Roman fertig habe, hätte ich auch Zeit, mir das Know-How anzueignen. Was dagegen spricht: Ich habe nicht den Eindruck, dass sich mein ebook zu der "Hure und dem Mönch" gut verkauft. Wahrscheinlich wird es mehr raubkopiert als legal runtergeladen. Zweiter Punkt, der mich noch abhält: Die größere Präsenz im Netz, die ich dann wieder zeigen müsste. Und wie macht man das preislich? Wenn den Lesern 7,99 E zu viel ist, kann ich nicht immer weiter runtergehen. 7,99 E war der Preis, der für den Mörike im Antiquariat verlangt wurde, (vorher: 16,90 E ) zu dem er sich auch innerhalb kurzer Zeit verkaufen ließ. Aber ich möchte nicht Zeit und Energie investieren, um dann einen Flopp zu produzieren.
Ich habe Folgendes beschlossen: Ich warte die Verkaufszahlen meiner beiden neuen Bücher im März/April ab und eben auch des ebooks. Bis dahin sehe ich auch, wann ich den neuen historischen Roman abgeben kann.
Siehe dazu auch diesen Eintrag und die Kommentare dazu.
Ich weiß noch genau, wie ich am 16. März 2002 auf dem Felsen hoch über Bad Urach stand und das Gefühl hatte, gleich abzuheben. Da wurde der Roman geboren.

Gewitter

Eduard stand auf dem Felsen und hatte das Gefühl zu fliegen, hoch hinaus über das Tal, das bläulich verhangen war und sich spinnenförmig in den Albkörper fraß, über den Runden Berg, die Festungsruine und das Städtchen, das behaglich dalag in seinem Fachwerktraum. Er hörte die Kirchenglocken läuten. Dort unten verlief sein Leben in vorherbestimmten Bahnen. Landexamen, theologische Ausbildung, Vikariat, Pfarrknechtschaft für den Rest der Zeit. Vieles von dem, was in ihm angelegt war, wurde im Seminar mit Füßen getreten.

(c) Christa Schmid-Lotz, Eduard Mörike. Ein Leben auf der Flucht. Salzer 2004

Samstag, 25. Februar 2012

Liste deutschsprachiger Publikumsverlage

Was ist ein Publikumsverlag? Gerade stelle ich fest, dass mein Verlag, der Aufbau Verlag, kein "mittlerer" Verlag ist, wie mir das einmal jemand vermittelt hat, sondern durchaus ein deutscher Publikumsverlag.
Hier ist eine Liste deutschsprachiger Publikumsverlage, zusammengestellt von einer Schweizer Lektorenvereinigung. Ich empfehle allen, die einen Verlag für ihr Manuskript suchen, erst einmal das Handwerk Schreiben zu lernen, zum Beispiel in Textwerkstätten, viel zu lesen in dem Bereich, über den sie schreiben wollen, sich dann Verlage auszusuchen, die zu dem Geschriebenen passen und die dann gezielt mit einer kurzen Vorstellung ihres Projekts anzuschreiben oder zu -telefonieren mit einer Leseprobe von 20 -50 Seiten im Hintergrund. Wichtig: Bei den großen Verlagen komt man heutzutage kaum ohne einen Agenten zum Zuge! Wer wissen möchte, wie ein Roman aussieht, der bei einem der größeren Verlage "angekommen" ist, kann sich gern meine Bücher kaufen, entweder als Print oder das Letzte, "Die Hure und der Mönch" als  Printausgabe oder als Ebook. 
Desgleichen meinen Schwarzwald-historischen Krimi vom Oktober 2011: "Das Vermächtnis des Bischofs".

Sonntag, 25. Dezember 2011

Schreib doch mal wieder einen biografischen Roman!

Gestern saßen wir noch gemütlich zusammen und hörten uns eine CD von Eric Clapton an. Seine wunderbare Slowhand spielt die E-Gitarrensoli einfach virtuos. Eric Clapton ist vielseitig, erfuhr ich, er spiele mehr als zum Beispiel Snowie White, den kaum jemand kennt, für die Masse, für jeden etwas. Dazu passend rief heute mein Bruder an: Du, ich lese gerade deinen Mörike zum zweitenmal, wunderbare Metaphern, und überhaupt, die anderen Bücher sind zwar sehr spannend und verkaufen sich besser, aber man braucht sie kein zweites Mal zu lesen. Ich musste ihm beipflichten: Den Dan Brown ("Sakrileg") habe ich beim zweiten Lesen aus der Hand gelegt, da war alle Spannung raus. Schreib doch mal wieder einen Mörike, meinte mein Bruder.
Aber das ist gar nicht so einfach. Es ist nicht einfach, zu schreiben,was man wirklich will, auch wenn es hier im Nachbarblog ein gutes Beispiel gibt, das vorangeht.
Ich schreibe gerade ein Buch, das vom Verlag und vom Agent gewünscht wird.
Ich hätte auch Themen für andere Bücher, die aber möglicherweise keinen Verlag finden würden. Selber Ebooks produzieren möchte ich nicht, oder noch nicht (vielleicht, wenn ich in Frührente sein sollte).
Schwere Entscheidung. Schreibe ich für Zehntausende, die meine Bücher gekauft und wahrscheinlich auch gelesen haben oder für ein paar Hundert, die sich für ein Nischenthema interessieren? Oder geht auch beides?

Dienstag, 6. Dezember 2011

Meine Besten-unkindled!


Dieses Buch hier von Günther Künkele habe ich am Samstag als Weihnachtsgeschenk gekauft und es in fast einem Rutsch durchgelesen. Es ist nur etwas für Naturfreunde und für diejenigen, die noch einen Gedanken daran verschwenden, welche Ressourcen der Mensch bisher zerstört und vergeudet hat und wie man die Inseln und Nischen, die geblieben sind und zu Publikumsmagneten werden, miteinander vernetzen und vegrößern könnte. Und ich habe noch nie einen Wissenschaftler gelesen, der eine solche Eloquenz, solche Bilder und solche Poetik gehabt hätte! Auch wenn die Hunderte von Pflanzen-, Insekten- und Vogelnamen, die Hang-, Schlucht-, Seggen- und Blaugraswälder manchmal fast erschlagend daherkommen. Ganz und gar verdient hat Günther Künkele die bundesweiten Auszeichnungen, die er als Naturschützer erhielt. (Silberburg Verlag Tübingen, Oktober 2011, 24.90 Eur.)
Das zweite Buch war ein antiquarisches, das ganz gewiss niemals mehr verlegt oder verkindled wird: Weimarer Portraits-von Luther, Lucas Cranach, Melanchton über Goethe, Schiller, Wieland, Jean Paul, Franz Liszt, Mendelsson-Bartholdy, Nietzsche, Schopenhauer, Bach, Böcklin, Herder, Hebbel, Kandinky, Klee, Richard Wagner und Richard Strauß. In dieser Zeit, und in der Renaissance hätte ich leben und schreiben mögen. Als wir vor zwei Jahren dort waren, war alles noch da, die Luft und die Aufbruchstimmung und der Glanz. (Weimarer Porttraits, Fritz Kühnlenz, Greifenverlag 1970).

Aber das ist alles vorgestrig und vorbei, Geschichte ist Geschichte. Heute soltest du als Autor genau wissen, wer deine Zielgruppe ist. Da 81% der unter 30jährigen das Ebook bevorzugen, sollest du für diese Zielgruppe Ebooks schreiben und ordentkich damit verdienen. Kindle-geeignet seien auch Sachbücher, Reisebeschreibungen und Krimis. Bei den Älteren nimmt das Ebook-Interesse immer mehr ab bzw. noch gar nicht zu. Es ist Zeit, eine erste Bilanz für mich zu ziehen.
Meine antiquarischen Bücher bleiben, wo sie sind: im Antiquariat.
Die historischen erscheinen weiterhin als Taschenbücher.
Und wenn mich mal mein Schreibteufelchen zwickt und ganz, ganz viel Zeit und Energie da ist, kann ich ja meine Krimis und Thriller immer noch als Kindle-Edition herausgeben - und damit 35% bei Amazon absahnen!