Donnerstag, 2. Januar 2014

Ab zum Staatsanwalt!

Ich hoffe, dass meine geschätzten Leser gut in das neue Jahr gekommen sind, auch wenn es zum großen Teil eine feuchtkalte Angelegenheit war. Just an Silvester nun entdeckte ein Autorenkollege eine neue Plattform für illegale Downloads, und wie nicht anders zu erwarten war, tummelten sich dort auch meine beiden letzten Bücher, zusammen mit vielen Romanen meiner Kollegen und Kolleginnen, auch von zwei meiner Blognachbarinnen, inzwischen auch jede Menge Indie-Bücher. Jeweils zwei, und für einen Cent zu haben. Der Run auf diese Portale hat offensichtlich zur Folge, dass die Verteilung nicht mehr kostenlos vonstatten gehen kann. Es kann nicht um Abmahnungen der Endverbraucher gehen, denn warum soll ein unbescholtenerLeser, der sich ein Buch für 8,99 E kostenlos runterlädt, 800 Euro Strafe zahlen? Wohl aber sollten die Betreiber erwischt werden, denn mit nur 5000 "Absaugern" eines Buches für 1 Cent (und das ist noch wenig) verdienen die allein 50 Euro. Für die Bücher, die 10 Cent kosten, wären es 500 Euro. Es geht also um Abgreifen und Abzocken. Dirk B., der das kino.to betrieb, hatte angeblich tägliche Einnahmen von 150 000 Euro. Und dafür sitzt er seit 2012 auch für 4 Jahre und 6 Monate im Gefängnis. Der Staatsanwalt will sogar Schritte unternehmen, damit daraus 15 Jahre werden. Ein paar Autorenkollegen und ich wollen jetzt einfach mal ein Zeichen gegen die Betreiber dieser Plattformen setzen. Wir erstellen eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft. Auch wenn sich das offensichtlich nur bei Megabestsellern lohnen soll. Einige große Verlage verdienen offensichtlich mit Abmahngesellschaften die entgangenen Euro zurück. Die Autoren sind die Einzigen, die dabei in die Röhre gucken.

Viele meinen, das bringe nichts mit dem Strafrecht, man müsse es nur weiter in die Öffentlichkeit bringen. Richtig, aber bisher habe ich nur Diskussionen gesehen, in denen immer wieder auch Autoren ihre Stimme erheben, aber meist nur überlesen werden. Die unzähligen momentanen Schlagabtausche über dieses Thema wirken wie ein Haifischbecken, in denen sich einige gegenseitig zerfleischen. Da wird ein Forum geschlossen, weil der Betreiber behauptet, er habe für die Piratenjäger gearbeitet, um die Daten weiterzugeben. Andere halten dagegen, dass die Betreiber selbst gehackt worden seien und man ihre Identität entlarvt hätte. Noch andere sagen, das ganze sei nur fingiert, um sich elegant aus der Affaire zu ziehen, und zurückgeblieben seien frustrierte Leser.

Aus naheliegenden Gründen kann ich die URL des illegalen Downloadportals hier natürlich nicht posten. Wer sich dafür interessiert, kann es aber leicht über Google und die Neue Zürcher Zeitung herausfinden.

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