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Dienstag, 14. Juli 2015
Fünf Tage im Abseits
Jetzt ist es schon zehn Tage her, dass ich zuletzt einen Beitrag geschrieben habe. Das war nicht freiwillig und hing auch nicht mit Überlastung irgendeiner Art zusammen. In meinem alten Acer-Laptop, einem jahrelang hilfreichen Erbstück, war nämlich seit Monaten der Wurm drin. Vorne links war so ein blaues Licht, ein Strich und ein Kreis, die den Betrieb des PCs anzeigten. Das hatte mit der Zeit einen immer stärkeren Wackelkontakt. Die nötigen Konsequenzen habe ich so lange wie möglich rausgeschoben, denn ich wusste, was mir geblüht hätte. Tagelang hätte ich ohne meine Arbeitsinstrumente auskommen müssen. Am Schluss hatte ich das Kabel mit Tesafilm festgeklebt. Als er dann wieder abstürzte, war es soweit. Ich rief meinen Spezialisten an, einen Computerfachmann aus den Jugendtagen meines Sohnes, der mir schon oft weitergeholfen hatte. Ja, ich soll ihn vorbeibringen. Bis zum Zeitpunt der Übergabe ließ ich auch noch den Servicemann vom Media-Markt draufgucken. Nein, es sei nicht das Kabel, sondern drinnen die Buchse sei kaputt, womöglich über das ganze Board, das könne teuer werden. Beim Herumstochern mit dem Schraubenzieher ging dann der Rest auch noch kaputt. Auf jeden Fall, langer Rede kurzer Sinn, der Computer blieb zur Begutachtung bei meinem PC-Fachmann. Obwohl ich mitten in einer Rabattaktion für mein Ebook stand und dafür gerade das Cover zusammen mit meiner Designerin neu gestaltete. Passen tut es sowieso nie! Nach zwei Tagen stand fest: Der alte Laptop war eigentlich nicht mehr zu gebrauchen, ein neuer musste her. Ich hatte schon Entzugserscheinungen und manchmal schlechte Laune. Glücklicherweise fand am Freitag ein wunderbares Fest des Vereins statt, bei dem ich fünfzehn Jahre lang beschäftigt war, ganz romantisch auf einer Burg mit blauem Himmel, blühenden Winterlinden, Musik und dem Duft nach gegrilltem Fleisch und Würsten. Ich hatte einmal angeboten, dem Verein auch weiterhin behilflich zu sein mit Zeitungsartikeln und so, und schon war ich schwuppdiwupp zur Pressefrau ernannt worden. Aber wie sollte ich diesen Artikel schreiben bzw. an die richtigen Stellen und zur Redaktion befördern? Ich schrieb ihn mit der Hand, immer mit der Option vor Augen, ihn per Auto in die Stadt befördern und dort abgeben zu müssen, in der Hoffnung dass jemand meine Klaue lesen könnte, zu der meine Handschrift verkommen ist. Derweil dauerte die Übertragung der alten Dateien auf den neuen Computer und dauerte. Mein Spezialist musste sich das ganze Wochenende damit herumschlagen. Allmählich begann ich mich an den Zustand zu gewöhnen. Ich schrieb sogar die ersten Seiten meines neuen Romans per Hand in einen DIN A4-Block mit kariertem Papier, wohl darauf achtend, dass ich es später selber noch lesen konnte. Ja, man könnte ohne Computer leben. Man muss nur längere Wege in Kauf nehmen. Nicht mal geschwind nach etwas gucken, wonach einem gerade ist, eine Recherche, wie das Wetter wird, wer eine Mail geschrieben hat oder was in dem und dem Forum gepostet wurde. Wie sich denn die Bücher verkaufen und ausleihen. Man müsste sein Leben komplett wieder umstellen und auf das Niveau der sechziger bis achtziger Jahre zurückschrauben. Als dann gestern der neue Laptop kam, etwas kleiner, leistungsstark und schnuckelig, war ich überglücklich. Schrieb den Artikel und schickte ihn per Mail ab, schaute in alle Foren und Blogs. Und ich muss sagen: Eigentlich hatte sich nicht viel getan in den fünf Tagen. Eine Mail wegen des Covers, eine Einladung zu einem Treffen. Fazit: Als Arbeitsinstrument ist der PC unentbehrlich, auch für Recherchen. Auch für die Kommunikation, aber mit Abstrichen. Ich habe festgestellt, dass ich am Samstag die Zeitung (ich habe sie nur am Samstag) ganz gelesen habe, dass mein Garten viel besser gestaltet aussieht und dass ich offline einiges gelernt, mehr mit Realmenschen gesprochen habe. Und trotzdem ist es ein beruhigendes Gefühl, dass der Neue jetzt da steht, wo er steht. Denn man kann, wann immer man will, etwas mit ihm anfangen.
Donnerstag, 29. Januar 2015
Autorin auf Abwegen
Es ist nicht viel passiert inzwischen, und doch ist viel geschehen, nicht nur in der Politik. Kürzlich habe ich hier über den virtuellen Selbstmord reflektiert und kam zu dem Schluss, dass es genausowenig ein Selbstmord ist wie dasVerlassen eines realen Raumes. Es ist das Verlassen eines fiktiven Raumes, den es gar nicht erst gegeben hätte, wenn nicht Millionen von Menschen ihn nutzen würden. Man kann eine Tür öffnen und sie auch wieder schließen, man kann hineingehen und wieder hinausgehen und wieder hinein, wenn man denn das Bedürfnis hat. Ich habe die Tür angelehnt, sozusagen, und bin wieder hinausgegangen in die Welt. Dort treffe ich auf Menschen, die fest mit beiden Beinen auf der Erde stehen und auf solche, die sich auf irgendeine Art hinausbeamen in ein schöneres Leben. Statt mich in meiner Küche täglich zu fragen, was ich denn bitte kochen könnte, schwinge ich mich in mein fahrbares Gestell und gehe mit anderen Essen, mal schwäbisch, mal griechisch, italienisch oder chinesisch. Statt stundenlang vor dem Monitor zu sitzen und meine Geschichten in die Tastatur zu hämmern, lese ich, putze ich, kaufe ein und schaue mir im Fernsehen die Traumlandschaften der Alpen an, die ich bestimmt demnächst besuchen werde. Wenn es nicht mehr so grau, so kalt und nass sein wird. Meine letzten beiden Romane habe ich in den virtuellen Keller zum Reifen gebracht. Es ist mir nicht geichgültig, was aus ihnen wird. Aber ich möchte sie nicht feilbieten wie Sauerbier, und das Selbermachen schiebe ich noch hinaus. Ich habe keinen virtuellen Selbstmord begangen, denn ich bin ja noch da, alles ist noch da. Im Großen und Ganzen sagt mir mein Ego, dass es Zeit für eine Pause ist. Danach kann man dann immer mit neuer Energie wieder durchstarten.
Samstag, 17. August 2013
Wann wird Kommunikation zum Zwang?
Wie Zwänge (das heißt in meinem Fall: Zwangserkrankungen) das Leben einengen, wenn nicht zur Hölle machen können, zur Hölle für sich selbst und andere, konnte ich in den letzten Tagen und Wochen erleben. Zudem bin ich ich, ebenfalls seit Wochen, allein an meinem Arbeitsplatz, da die Kollegin für längere Zeit ausgefallen ist. Ich brauche mich also nicht zu wundern, dass ich oft müde und erschöpft und mit meinem neuen Roman noch nicht über Seite 46 hinausgekommen bin. Manchmal mache ich zum Spaß diese kleinen klinischen Tests zu Depressions,-Zwangs- oder Angststörungen. Und immer ist das Ergebnis das gleiche: Ich solle Belastungen und Stress abbauen, gefährdet sei ich kaum. Jemand wie ich solle Dinge tun, die aufbauen. Gucken wir doch mal, was da so möglich ist. Abgesehen vom unvermeidlichen Stress am Arbeitsplatz, bei dem man sich aber immer Hilfe holen kann, gibt es folgende Situationen. Und es ist sicher leicht zu entscheiden, ob sie eine Belastung darstellen oder das erschöpfte Ego aufbauen. Was davon ist nun belastend, was baut auf?
Nach Rankings der eigenen Bücher gucken
In einem Autorenforum interagieren
Bei Facebook usw. aktiv mitmachen
Sich die Probleme anderer Leute anhören
Extra-Aufgaben übernehmen
Sein Buch vermarkten
Sich mit Computerproblemen rumschlagen
Emails schreiben (ich habe gehört, das sei eigentlich so anstrengend, dass man hinterher eine Pause machen sollte)
WANN WIRD KOMMUNIKATION ZUM ZWANG?
Dagegen:
Schwimmen, Eisessen, Kaffeetrinken, wandern gehen
Ein gutes Buch lesen
Gespräche führen, gute Filme und Berichte ansehen
Städtetouren
Gartenarbeit
Fotografieren
Hausarbeit, Kochen?
Schreiben
Seinen Frust in eigenen Blog loswerden, die Blogs anderer Autoren lesen
Nach Rankings der eigenen Bücher gucken
In einem Autorenforum interagieren
Bei Facebook usw. aktiv mitmachen
Sich die Probleme anderer Leute anhören
Extra-Aufgaben übernehmen
Sein Buch vermarkten
Sich mit Computerproblemen rumschlagen
Emails schreiben (ich habe gehört, das sei eigentlich so anstrengend, dass man hinterher eine Pause machen sollte)
WANN WIRD KOMMUNIKATION ZUM ZWANG?
Dagegen:
Schwimmen, Eisessen, Kaffeetrinken, wandern gehen
Ein gutes Buch lesen
Gespräche führen, gute Filme und Berichte ansehen
Städtetouren
Gartenarbeit
Fotografieren
Hausarbeit, Kochen?
Schreiben
Seinen Frust in eigenen Blog loswerden, die Blogs anderer Autoren lesen
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