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Freitag, 22. März 2024

Digitales und reales Leben-und das Schreiben

 


Kürzlich sah ich einen Beitrag im Fernsehen - kann sein, es war bei "Nuhr im Ersten", der mir immer wieder gute Laune macht - , in dem davon die Rede war, dass fast jeder von uns so ziemlich neben dem realen auch im digitalen Leben zuhause sei. Das stimmt, und es trifft auch auf mich zu, seit etwas mehr als 20 Jahren. Mein Partner hat keinen Computer und kein Smartphone und verweigert sich auch weiterhin allem Digitalen. Das hat seine Vor-, aber natürlich auch seine großen Nachteile. Er steht mit beiden Beinen fest auf der Erde, redet gern fremde Menschen an, ordnet die regionalen Bücherschränke und ist frei von jeder digitalen Belästigung. Auf der anderen Seite weiß er nicht mehr, wieviel auf seinem Konto ist, weil keine Papierauszüge mehr verschickt werden. Und es kommt zu partnerschaftlichen Spannungen, wenn ich mich zu lange in den digitalen Räumen aufhalte. Dabei habe ich die sozialen Medien schon stark in den Hintergrund geschoben, bin vor allem in einem der größten deutschen Autorenforen unterwegs. Und bin auch dem damit verbundenen Stress ausgesetzt. Eigentlich finde ich es blöd, nicht mal schnell auf einen Kontoauszug blicken zu können. Ich finde es stressig, ständig neue Updates machen zu müssen, den Spam zu verschieben und zu löschen und meine richtigen Mails daraus hervor zu picken. Aber ich kann überall, im Café und sonst wo, auf meinem Smartphone die neuesten Nachrichten und so weiter abrufen. Selbst das Schreiben von Romanen habe ich vor mehr als 20 Jahren durch den Computer gelernt-in einer Schreibwerkstatt.

Mit dem Veröffentlichen der Romane war dann das große Fieber erwacht, dass mich immer wieder dazu angetrieben hat, weiterzuschreiben, aus einem unendlichen Pool von Ideen zu schöpfen. Doch je mehr im Lauf der Jahre der Buchhandel in die Krise geriet, desto mehr gerieten auch wir Autoren und Autorinnen in die Bredouille. Es ging und geht immer mehr um Sichtbarkeit, um die großen und kleineren Verlage und darum, die Verlage von weiteren Romanen zu überzeugen. Die sich schließlich finanziell auch für sie lohnen mussten. Viele sind ins Self Publishing gegangen, auch ich habe zwei Verlagsbücher und einen weiteren neuen Roman im SP herausgebracht. Das ist aber mit noch viel mehr Stress verbunden, wenn man nicht sofort mit einem Thriller auf Platz eins der Charts landet. Immer aber ist es nicht etwa damit getan, mit Lust und Freude zu recherchieren und den Roman bestmöglich zum Abschluss zu bringen, sondern man muss ihn auch auf den sozialen Kanälen bewerben. Habe ich gemacht, aber die Verkäufe liefen doch vor allem über den Buchhandel und das Internet. Alles, was man seinem Roman noch Gutes antun will, indem man Leserunden bei Lovelybooks organisiert-die neuerdings um die 99 Euro pro Session kosten, falls man eine Verlosung startet. Manche bewerben die Bücher auch bei Tiktok, Instagram usw., schreiben Buchblogger an und sind dermaßen involviert, dass ich mich manchmal frage, wie sie überhaupt noch zum Leben kommen. 

Heute hat mich eine Unterhaltung in einem Forum dazu gebracht darüber nachzudenken, was eigentlich wesentlich ist im Leben. Beim Schreiben ist es wesentlich, Spaß an der Gestaltung eines Werkes zu haben. Wenn man es veröffentlichen kann, stellt man es sich ins Regal und geht ins Leben zurück und schreibt weiter. Im Leben sind es die Familie und die sozialen Beziehungen und vor allem das Vertrauen in die Menschen und in den Staat, wie es die Finnen gerade mal wieder als "Glücksnation Nr. 1" bewiesen haben.



Sonntag, 26. Februar 2023

Fotografieren-einst und heute!

Gestern haben wir mal wieder "alte Fotos" angeschaut, das heißt, die farbigen Abbildungen eines weitgereist-erfahrenen und erwanderten Lebens. Sie waren immer ein Abbild dessen, was wir im Lauf der Zeit erlebt haben. Ich habe dann die blassen, nichtssagenden Bilder aussortiert und mich an meine Bilddateien im Computer gemacht. Während die Zahl der Fotos in den Alben und einer hübschen Kiste an die 200-300 reichen dürfte, müssen es im Computer und im Smartphone Tausende sein! Auch die galt es auszusortieren und zu bündeln. Welchen Weg die Fotos im Lauf meines lebens gegangen sind, habe ich dann mal rekonstruiert. Mein erstes Foto, ich weiß es noch genau, habe ich mit 12 Jahren mittels einer Klack-Kamera im Wald von Wassersleben gemacht, schwarz-weiß, und es war die Wurzel eines umgestürzten Baumes, nicht weit von den Marienkäferhäuschen entfernt, die wir als Kinder dort gebaut hatten. Viel später war es dann eine Spiegelreflexkamera von Canon, mit der ich die schärfsten und besten (bunten) Fotos gemacht habe, auch mit Tele-und Makroobjektiv-die wurden alle sorgfältig in Alben eingeklebt.
Dann kam für mich (im Jahr 2000) die Computerzeit. (Ich schaffte ihn mir an, weil meine Geschwister auch schon welche hatten und weil ich las, dass man damit schreiben und 200 Rezepte für Sauerbraten finden könne.)Es gab keine Ersatzteile mehr für die alten Kameras, auch die Filme waren plötzlich nicht mehr aufzutreiben. So nutzte ich denn in den 10er Jahren der 2000er eine kleine Digitalkamera. damit konnte ich Bilder sofort wieder löschen oder auf meinen Laptop übertragen. Irgendwann waren es dann so viele, dass ich vergaß, sie einzusortieren.
Und irgendwann danach,in der Corona-Zeit, wurden die Bilder immer blasser. Ich weiß nicht, ob es am durchsichtigen Himmel lag, an dem keine Flugzeuge mehr flogen, aber sie gefielen mir nicht mehr. Dann schenkte mir mein Sohn sein altes Smartphone (ich hatte nur ein altes "Handy") und merkte, dass man damit viel bessere Fotos machen kann als mit der Digi-Kamera-bis das ebenfalls versagte. Die Digitalisierung war inzwischen so weit fortgeschritten, dass ich meine Scheckkarte nicht mehr online nutzen konnte, weil das Smartphone zu alt war: Also erstand ich letztes Jahr ein nagelneues Canon-Smartphone und nutze vor allem die Fotofunktion (abgesehen von Mails, Whatsapp usw.) Ja, und damit bin ich sehr zufrieden, wenn ich auch mit der allgemenen Entwicklung der Künstlichen Intelligenz nicht ganz konform gehe. Aber das hatten wir ja schon...

Sonntag, 25. Juni 2017

Rausgeschmissen aus dem Universum

Am letzten Montag begann für mich eine Odyssee, die ich niemals so erwartet hätte und die mich an die Grenzen meiner Technikgläubigkeit brachte. Oder eigentlich mehr zu der Erkenntnis, dass vieles, von dem man sich Besseres erhofft, zunächst mal nur Stress und Diffusion erzeugt. Es ging schlicht und einfach um den Wechsel des Telefonanbieters. Lange Zeit war ich recht zufriedene Kundin bei 1&1 gewesen. Doch die Telefonanlage kam in die Jahre. Mindestens einmal täglich flog ich aus der Leitung, weil da irgendein Wackelkontakt war. Wenn es eine Störung gab, musste ich per Handy die Anweisungen eines schnell sprechenden Helfers befolgen, im Notfall auch mal unter dem Schreibtisch herumkriechen. Das sollte sich ändern. Telekom hat einen Shop in unserer Stadt, da konnte ich dann persönlich vorbeigehen, und sie würden mir sicher auch einen Techniker ins Haus schicken, wenn etwas nicht stimmte. Am Montag Morgen also war es dann soweit. Pünktlich um Mitternacht wurde die Internetverbindung durch 1&1 getrennt. So, es geht los, dachte ich mir, rieb mir die Hände und beseitigte nach schriftlicher Anweisung den alten Router, die Splitterbox, das Glasfasermodem und viele Kabel. Am Freitag hatte ich mir im Shop schon den Speedport Smart besorgt, einen schicken, leistungsstarken Router von Telekom. Und schloss die Kabel nach Vorschrift an.

Da sollte ein grüner Link aufleuchten, was er aber hartnäckigerweise nicht tat, Stunden um Stunden nicht. Ein Anruf bei der Hotline, ein etwas verärgerter Helfer, der mich schließlich mit "Frau Link" anredete und bedauernd meinte, ich müsse bis abends 19.00 warten. So recht konnte ich nicht daran glauben. Und so versuchten wir anderswo Hilfe zu bekommen. Im Elektrogeschäft des Ortes erfuhren wir, dass der Meister schon eine Woche ohne Telefonverbindung sei. Sein Gehilfe, der mir den letzten Router angeschlossen hatte, sei die Woche im Urlaub. Zwischendurch musste ich mir immer wieder anhören, dass ich technisch eben eine absolute Niete wäre. Bei 34° im Schatten stand ich dann im Telekom Shop an. Ja, ich solle bis 21.00 warten, das dauere manchmal etwas länger. Außerdem hätte ich ohne Techniker gebucht. Die Mail, in der das stand, war inzwischen verloren gegangen. Wenn sich bis morgen Früh nichts tue, solle ich anrufen, für einen Dreißiger könne an mir auch einen Techniker stellen. Daheim leuchtete dann um 17.00 endlich das ersehnte grüne Licht, ich war drin, konnte telefonieren und eine Mail absetzen. Dann war das wieder verschwunden. Am nächsten Tag rief ich an, hing in der Warteschleife, schilderte das Problem, die Stimme versprach einen Rückruf. Der nie kam, geschlagene vier Tage lang nicht. Ich fühlte mich, als hätte man mir eine Mauer vor die Nase geknallt. Begann dann aber auch, die internet- und telefonlose Zeit zu genießen.

Irgendwann war es dann aber genug. Wiederum bei 33° im Schatten fuhr ich noch einmal zum Shop, um über meine Leidenszeit zu berichten. Dort standen einige verzweifelte Kunden und flehten die Mitarbeiter um Hife an. Eine Geschäftsfrau war schon ein paar Tage lang ohne jede PC-Verbindung, sie wurde darüber aufgeklärt, dass sie Schadensersatz verlangen könne, unter Einreichung von Belegen. Diesmal bekam ich tatkräftige Unterstützung. Ich solle den Router vorbeibringen. Also nochmal heim, nochmal schwitzend in die Stadt gefahren. Der Router wurde geprüft, ich erhielt ein anderes Telefonkabel. Dazu kaufte ich gleich auch noch ein neues Telefon. Zum Trost bekam ich das Kabel geschenkt. Daheim angeschlossen, und seitdem funktioniert alles anstandlos! Und die Moral von der Geschicht? Keine Technik mehr ohne Ansprechparner vor Ort, und wenn etwas ist, gleich das Gerät (ohne Kabel) nehmen und demjenigen vorbeibringen. Meine Technikgläubigkeit ist seitdem aber auf dem Nullpunkt gelandet. Nicht ich bin die Technikniete, sondern ein defektes (neues) Telefonkabel hatte mich tagelang aus dem Universum geschmissen.



Freitag, 20. Mai 2016

Kopf hoch! Es gibt noch eine Welt da draußen

Vor etwa einer Woche saß ich in einem Vortrag über "Trauma und Sucht", inmitten einer Schar von zweihundert Leuten. Ein paar Reihen weiter sah ich einen Mann, der den Kopf gesenkt hielt und sein Smartphone checkte. Ob der sich wohl langweilte? Eigentlich fand ich es unhöflich, dass er nicht bis zur Pause warten konnte. Ich selbst habe bewusst kein Smartphone, und doch finde ich diese leichte Sucht und zwanghaften Strukturen auch bei meinem eigenen Internetverhalten. Doch dazu später. Dem Phänomen bin ich jetzt einmal nachgegangen. In einem Artikel der "Welt" vom letzten September wird von einem Versuch mit einer App berichtet, die anzeigen soll, wie viel Zeit man tatsächlich im Internet verbringt. Sie soll von 200 000 Menschen heruntergeladen worden sein, deren Daten bis dahin noch nicht ausgewertet wurden. Dabei gebe es 500 000 Internetsüchtige in Deutschland, berichtet die "Welt". Es gibt offensichtlich schon Therapiezentren (Video), in denen man in Selbsthilfegruppen zu einem bewussteren Umgang vor allem mit dem Handy gelangen kann. Sie gehe auch aufs Klo nicht ohne ihr Handy, berichtet eine Frau. Die meisten SMSe würden dort geschrieben. Der Grund sei die Angst, irgendetwas zu verpassen. 10 Minuten pro Tag telefonieren, der Rest von 2-3 Stunden bestehe aus Surfen, Emailsschreiben, Facebook und Spielen. Diese Menschen brauchen Anleitung, wie sie das suchtartige Verhalten eindämmen können, zum Beispiel "handyfreies Schlafzimmer"oder Wecker und Armbanduhr kaufen. Komisch, das ist mir noch gar nicht aufgefallen, dass viele überhaupt keine Uhr mehr am Handgelenk haben. Bei mir klingelt der Wecker punktgenau mit einer Batterie, die schon seit Jahren läuft. Wenn ich ihn denn überhaupt mal brauche. Warum kaufen sich Menschen alle zwei Jahre ein neues Smartphone für 700 Euro, wenn doch die meisten unter den Zwängen leiden, die es mit sich bringt? Es sei eine Sucht wie die nach Nikotin und Alkohol, wird gesagt.

Ich selbst lebe seit dem Milleniumsjahr 2000 mit dem PC, dem Jahr, in dem ich mir einen Computer anschaffte. Seitdem klebe ich daran wie eine Fliege am Leim, mit dem sie gefangen werden soll. Ich habe ihn mir gekauft, weil ich irgendwo gelesen hatte, damit könne man Emails in alle Welt schreiben und 200 Rezepte für Sauerbraten finden. Das erste Wort, das ich bei Google eingab, war "Wandern", das zweite "Schreiben". Nun kann man sich bestimmt denken, wie es weiterging. Mindestens zwei Sehnenscheidenentzündungen hatte ich während dieser Zeit. Und auch jetzt tut der Oberarm manchmal wieder weh. Das Schreiben und der Austausch vor allem mit anderen Schreibenden haben mir eine ganz neue Welt eröffnet, aber auch die Welt da draußen öfter von mir ferngehalten. Gottseidank habe ich die digitale Welt nicht nach draußen geschleppt, sondern war, wenn ich die Haustür hinter mir schloss, wieder in der Realität. Obwohl ich seit einem Jahr nichts Neues mehr geschrieben habe, klebe ich weiter an dem Ding. Die Verkäufe und die Vermarktung der E-Books mussten abgewickelt werden, neben den Recherchen wurden alle Fragen, die ich hatte, an Google gestellt, selbst die nach Adressen von Ärzten, nach Rezepten, Wandertouren oder der Bestimmung von Pflanzen. Vor Kurzem schickte ich Exposé und Leseprobe meines Krimis an einen Agenten. Bei der Prozedur lief nebenher der Fernseher, und in der Küche brannte der Espresso an. Da merkte ich, dass es wirklich zu einem Ding geworden war, das mich in der Hand hat und mich beherrscht. Die Agentur schickte übrigens nach einer Woche eine Absage. Ich beschloss, erst einmal eine kreative Pause einzulegen. Eine gute Zusammenfassung der momentanen Situation von Verlagsautoren und Self Publishern, auch was den Suchtfaktor angeht, gibt es heute übrigens im Literaturcafé.

Gestern fuhr ich den PC nach dem ersten Check herunter und habe ihn erst abends wieder angemacht. Und war dann unterwegs. Es gab viel zu sehen und zu erleben: Bücher zum Mitnehmen in der Bücherei, tausend Düfte in einem Drogeriemarkt, einen Abendhimmel mit rosa Schichtwolken und überall Töpfe mit Geranien, Gerbera, Petunien und Glockenblumen. Die habe ich im Abendsonnenschein auf der Terrasse eingepflanzt. Im Café hatte niemand ein Smartphone neben seiner Tasse, und es lief auch niemand mit so einem Ding vorbei. Alle Köpfe waren oben. Ob die sich wohl schon so eine App heruntergeladen hatten? Es gibt so viel in dieser Welt, das es wieder zu entdecken gibt! Am Sonntag ist bundesweit Tag der Museen, da werden sie auf der Ringmauer in Horb feiern und mit Arkebusen schießen. Am 4. Juni kommen Bands nach Nagold; darunter Dr. Gonzos Rock- und Bluesband. Und danach werde ich es dann vielleicht doch einmal schaffen, nach Huesca und Zaragoza und zum Kloster San Juan de la Peña in den Pyrenäen zu fahren. Ich klopfe auf Holz, denn es war der erste Tag, an dem ich dem Computer etwas weniger auf den Leim gegangen bin. Nach Verfassen dieses Artikels verlasse ich die digitale Welt erst einmal wieder.

Dienstag, 5. April 2016

Vernetzt und verkabelt

Heute las ich einen kurzen Artikel in der Zeitung, den ich normalerweise gar nicht beachtet hätte. Der Titel lautete: Telekom setzt auf ein intelligentes Zuhause. Heutzutage seien pro Haushalt etwa neun Geräte miteinander vernetzt, bis zum Jahr 2022 sollen es 500 sein. Der nächste große Trend sei der, das alles per Smartphone zu steuern. Aber sie geben zu, dass sie das nicht machen, damit der Kunde und Bürger es angenehmer oder leichter hätte. Nein, sie wollen den Kuchen nicht anderen, vor allem amerikanischen Anbietern wie Google oder Nest überlassen. Zu dem Zweck gründen sie eine eigene Plattform. Ich frage mich oft, wieso eigentlich immer als selbstverständlich vorausgesetzt wird, dass jeder ein Handy, ein Smartphone oder auch einen Computer hat. Und empfinde es als Zwang und Bevormunderei.

Ich gehöre ja zu einer Generation, die jene guten alten Zeiten noch erlebt hat, von denen nur noch hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird. Es möchte sich ja keiner als altbacken und Fortschrittsverweigerer zu erkennen geben. Durch meine Beschäftigung mit dem Schreiben habe ich im Lauf der Jahre viel über Computer und digitale Netzwerke gelernt. Inzwischen kann ich sogar meine Steuererklärung digital ausfüllen und selbst Formulare finden, die bei der Finanzverwaltung gar nicht angeboten werden. In Foren konnte ich sehen, dass Leute gezwungen wurden, viel Geld für einen Steuerberater auszugeben, nur um dieses Formular digital auszufüllen. Papier geht so gut wie gar nicht mehr. Dabei frage ich mich, wie andere Leute damit zurechtkommen.

Als ich vor etlichen Jahren nach Umzug ein neues Telefon brauchte, kam noch jemand von Telekom ins Haus und schloss das neue Gerät an. Bei jeder Störung, die ich seither hatte, musste ich mit Robotern verhandeln oder mit echten Menschen, die so schnell sprachen, dass mir ganz schwindelig wurde. Technik und Digitalisierung machen vor nichts und niemandem halt. Dabei ist es noch das geringste, eine Fahrkarte bei der deutschen Bahn am PC zu bestellen. Dauert etwas kürzer, als wenn man zum Bahnhof geht und wartet, bis der Beamte endlich durchgeblickt hat. Als ich das Auto meines Vaters übernehmen sollte, musste ich stundenlang eine Anleitung studieren, um herauszufinden, wie das Radio ausgeht. Also, ich finde, das Knopfdrücken war doch wesentlich entspannter! In meinem jetzigen Auto ist ein Computer an der Stelle, wo früher der CD-Player war - und der ist jetzt im Handschuhfach. Ein Fernseher wird auch demnächst fällig. Doch ich habe gesehen, dass die Flachbildschirme überhaupt keine Knöpfe mehr haben. Da werde ich mir ein Smartphone kaufen müssen, um damit gleichzeitig das Fernsehprogramm, den Computer und das Essen auf dem Herd regulieren zu können. Zunehmende Digitalisierung führt zu mehr Überwachung. Vielleicht hat das Smartphone ja bald eine Wanze drin, die weitermeldet, welche Gerichte man bevorzugt? Die Daten miteinander vergleicht und einen grellen Warnton ausstößt, wenn man zu viel Fett nimmt?

Wahrscheinlich habe ich keine Wahl, als mich dem Strom der Zeit anzupassen. Zumindest minimal. Und bin froh, bei meiner Mutter noch erlebt zu haben, wie man Sahne mit der Hand schlägt, Kaffee mit einer Mühle mahlt und die Wäsche in einem großen Bottich kocht. Diese Strapatzen haben uns die Maschinen ja glücklicherweise abgenommen. War es früher wirklich besser? Der Kabarettist Christoph Sonntag nimmt die modernen Zeiten gern immer wieder auf die Schippe. Es war nicht besser früher, alles hat viel länger gedauert. Aber es war einfacher und überschaubarer. Und man hat viel mehr Menschen gesehen, die in Kneipen saßen und miteinander geredet haben. Heute haben viele Wirtschaften auf dem Land geschlossen. Und statt miteinander zu reden, fahren sie einander fast von hinten in ihre Autos rein. Ein Riesennetz ist über die Welt gespannt, in dem alle miteinander kommunizieren und dabei mit ihren Smartphones an der Realität vorbeitaumeln. Ich plädiere für Rückbau wie bei den geknebelten Flüssen, die da und dort schon wieder munter in ihren Betten mäandern dürfen! Es gab nämlich noch eine andere Zeitungsmeldung, ich finde sie bloß nicht mehr: Da machte jemand den Vorschlag, dass junge Leute heutzutage wieder lernen sollten, Straßenkarten zu lesen (und im Kopf zu rechnen, füge ich im Stillen dazu). Kinder müssen nicht nur erkennen, dass die Milch nicht aus der Tüte kommt, der moderne Mensch sollte wieder lernen, dass es eine wirkliche, sinnliche Welt gibt, und dass es darin andere Menschen gibt. Dass es noch Wunder gibt, die uns digital nie vermittelt werden können.

Nach dem Schreiben dieses Beitrags habe ich noch ein passendes Interview mit der Cyberpsychologin Catarina Katzer in der WELT vom 6.2.16 gefunden. Sie kommt zu dem Schluss, dass Unkörperlichkeit und Anonymität im Netz enthemmen, und wünscht sich einen bewussteren Umgang mit den Medien. Das Langzeitgedächtnis verkümmere durch die Googelei, Beziehungen würden häufig oberflächlicher und dann durch SMS beendet. Was das Googeln und die noch fehlende Zivilcourage betrifft, muss ich mich an der eigenen Nase fassen. Wobei ich in meinem Netzwerk allerdings noch nie mit Hassparolen konfrontiert worden bin.
Wie-das-Netz-unsere-Psyche-veraendert

Siehe dazu auch: Technisches Verständnis  
im Blog von Annette Weber

Sonntag, 15. März 2015

Wer langsamer wird, kann mehr erleben

Auf meinem Küchentisch steht ein Autorenkalender, Überbleibsel aus einem der Jubiläums-Geschenkkörbe, die ich in naher Vergangenheit erhielt. Diese Woche fällt mir jeden Tag der Spruch einer Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts in die Augen: "Die Langsamkeit bietet die Chance, das, was wir tun, auch zu erleben."
Henriette Wilhelmine Hanke, von der hatte ich bisher nie etwas gehört. Und doch war sie in ihrer Zeit eine Bestseller-Autorin. Offensichtlich hat sie ihren Leserinnen vieles der Spätromantik und ihres eigenen einsamen Lebens vermittelt. Eigentlich wollte ich in meinem nächsten Artikel über die Mobilität des Menschen schreiben. Und ich sehe da durchaus Verknüpfungen. Die größere Mobilität des Menschen begann damit, dass er nicht mehr weite Strecken wanderte, sondern sich zu Pferde fortbewegte. Später, nach Erfindung des Rades, auch mit Ochsen -oder Eselskarren. Je weiter die Zeit fortschritt, desto schneller konnte er sich von einem zum anderen Ort begeben. Die ganz große Revolution kam dann mit dem maschinellen Zeitalter, der Eisenbahn, dem Automobil und den Flugzeugen. Schließlich flog er in Überschallgeschwindigkeit zum Mond. Ähnlich ist es mit vielem anderen, mit den Lese-und Schreibgewohnheiten und der Kommunikation. Die alten Kulturen hinterließen der Nachwelt Schriften und Kunstwerke, die Bibel wurde vom Lateinischen ins Deutsche übersetzt, irgendwann kamen Schreibmaschine und Computer in allen Dimensionen hinzu. Während man früher also zum Nachbarn ging und mit ihm redete, sitzt man heute am Tisch und redet in sein Smartphone. Bei Facebook kommen mal schnell welche vorbei (oder auch nicht), um ein paar Worte abzulassen. Was erleben wir denn da? Eigentlich nicht viel. Wir haben das Höchstmaß an Mobilität und Kommunikation erreicht.

Wenn ich mit dem Hochgeschwindigkeitszug durch die Landschaft rase oder auf der Autobahn fahre, sausen Wälder, Berge, Seen und Städte an mir vorbei. Sie verlieren an Bedeutung und werden austauschbar. Erst kürzlich dachte ich bei einer dieser Gelegenheiten: Wenn jetzt jemand aus dem All auf die Welt niederschauen würde, sähe er Millionen von Gestalten, die in einer Art Konservendosen sitzen, meist jeder für sich, und schnell irgendeinem Ziel zusteuern, das sie dann ebenso schnell wieder verlassen. Dafür sind wir doch gar nicht gemacht! Die anderen Millionen sitzen vor größeren oder kleineren Guckkästen, erleben dort ihre eigene Welt oder kommunizieren mit anderen Kastenguckern. Den Weg durch den Wald finden sie mit Hilfe von Google Earth. Dabei übersehen sie das erste aufgeblühte Veilchen, den ersten Blaustern oder Märzenbecher. Im Café sitzen sie, drücken und schieben auf ihren Smartphones herum und übersehen die vielen interessanten Menschen und Begebenheiten, die sich vor ihren Augen abspielen. Es ist das Leben in einer Parallelwelt.

Wenn ich zu Fuß einen Wanderweg beschreite, wird die Bedeutung wiederhergestellt, am meisten wahrscheinlich, wenn ich die Wanderung immer wieder unterbreche, die Dinge am Wegesrand betrachte oder eine Aussicht genieße. Ich erlebe etwas, wenn ich mit anderen spreche oder auch nur den Vögeln an der Futterstelle zuschaue. Oh nein, das Rad der Geschichte will ich keinesfalls zurückdrehen. Es sollte aber jeder von den allzu Mobilen, den allzu schnellen Guckern, den Fast-Food-Essern und auch von den allzu schnell veröffentlichenden Autoren ab und zu innehalten und überlegen, wo und was es wirklich zu erleben gibt. Und noch etwas: Das Medium ist dazu da, es richtig in seinen Gebrauch zu bringen. Wer sein Leben verhuscht und nirgendwo ankommt, ist daran vorbeigegangen. Aber wer alle Mittel, die der Mensch zu seiner Verfügung hat, richtig in Gebrauch nimmt, kann wirklich etwas erleben und es an andere weitergeben, damit die wiederum etwas erleben können.


Dienstag, 25. Februar 2014

Das Internet-Fluch und Segen meines Alltags

Dies ist nur ein kurzes Statement zum Computer allgemein und im Besonderen.
Contra: Der Computer macht, was er will, terrorisiert und behindert mich, wann immer ich damit machen möchte, was ich will. Er führt zum Beispiel eigene Updates und Prüfungen durch, ohne mich vorher zu informieren - und ich eiere dann mindestens halbstundenlang durch die Wohnung, weil ich dringend etwas nachschauen oder eintragen wollte. Davon abgesehen gibt es natürlich noch viele, viele weitere Nachteile, angefangen mit Zeitverschwendung, Beschleunigung des Lebens, Vereinnahmung und Bevormundung durch andere. Aber nur, wenn man es zulässt!
Pro: Neben den vielen, vielen Vorteilen, die für die Nutzung des Internets sprechen, gibt es offensichtlich Anbieter, die hilfreich sein können. Gerade habe ich gesehen, dass der Hilfsdienst safersite oder saferpage im Januar und Februar meine beiden Blogs auf Sicherheit, Jugendschutz und Kundenschutz getestet und in allen Kategorien den Daumen hoch gehalten hat -bis auf die Browser- oder Javascripts im Schreibteufelchen, die zum schnelleren Nachladen von Content dienen. Das wurde nicht bewertet, stelle aber ein potentielles Sicherheitsrisiko dar.
Kennt sich jemand damit aus?

Als wirkliche Bereicherung empfinde ich auch die Möglichkeit des Bloggens. Ich habe ja schon geschrieben, dass ich zwischendurch auch gern etwas anderes mache als Romane schreiben. So habe ich jetzt einen Beitrag von mir und meinem Partner Peter Stubenvoll in die Orte zum Reinschmecken und zum Wandern gestellt, seit Monaten endlich mal wieder etwas Neues. Es geht um die alte Stauferstadt Schwäbisch Gmünd, ihre Umgebung und die Landesgartenschau 2014. In dieser Stadt haben wir schon die besten Momente verbracht und kennen natürlich auch den Ipf, den Zeugenberg mit seiner frühzeitlichen Befestigung, die Kaiserberge, die Schlösser und Kirchen. Damit ist der Bogen der Orte zum Reinschmecken fast abgeschlossen, es fehlen nur noch einige Wanderungen.

Dienstag, 10. September 2013

Der verdammte Mausarm!

Ich kenne Sehnenscheidenentzündungen von früher her. Einmal hackte ich zwei Stunden den Boden im Garten um, was zu einer Entzündung im rechten Arm führte.Wochenlang konnte ich kaum eine Kaffeetasse halten. Der Arzt verschrieb Mobilat und Schonung. Nach ein paar Wochen war das wieder weg, aber ich habe den Arm nie wieder so plötzlich und so stark belastet. Denn es kann jederzeit wieder aufreten. Vor einem Jahr trat es dann wieder im rechten Arm auf. Damit hatte ich mehr als zehn Jahre lang die Maus bedient. Wechselte also auf den linken Arm, woraufhin die Beschwerden verschwanden. Zudem war der Nacken so sehr verspannt, dass ich beim Autofahren kaum noch den Kopf drehen konnte. Das habe ich allmählich weggekriegt, indem ich beim Schlafen die Lage wechselte und das Verhalten vor dem PC veränderte. Einen Einbruch gab es aber beim letzten Lektorat im April. Da korrigierte ich an einem einzigen Wochenende einen 430-Seiten-Roman, 20 Stunden am Stück. Seitdem tut`s im rechten Oberarm weh, weil ich ihn zu stark aufgestützt hatte. Es wird nur besser, wenn ich ihn gar nicht benutze. Das Schreiben habe ich in kleine Portionen verteilt, mache viel mit links. Man kann sogar im Stehen schreiben, was sehr erleichternd ist! Hat jemand noch andere "Rezepte", außer, den gesamten PC-Platz ergomanisch umzugestalten?

Dienstag, 29. Januar 2013

Hat der Burnout dich oder hast du den Burnout?

Er ist ja jetzt schon seit Monaten, wenn nicht seit Jahren in aller Munde: Der Burnout. Inzwischen gibt es über 42 Millionen Einträge bei Google. Ursula von der Leyen hatte ihm schon 2011 den Kampf angesagt, vor allem, um das Geld für die Arbeitsausfälle zu sparen. Jetzt tagt eine große Konferenz in Berlin, Tagesschau und Presse wie die Süddeutsche berichten ausführlich darüber, auch über die Hintergründe: Was die Deutschen stresst. Die Politik ist also gefordert, die Arbeitgeber, aber auch die Arbeitnehmer selbst. Es solle nicht mehr verlangt werden, dass der Mitarbeiter immer erreichbar ist, Handy und Emails sollen am Wochenende, am Feierabend und im Urlaub tabu sein. Das ist natürlich nur ein Aspekt der Medaille. Nicht nur Arbeitnehmer, potentiell jeder in einer Gesellschaft kann ausbrennen. Die Arbeit allein ist es also nicht. Die Politik kann bessere Bedingungen schaffen, indem sie das Geld so verteilt, dass zum Beispiel im Gesundheits- und Sozialbereich eine bessere Versorgung stattfinden kann. Mit Entsetzen sah ich vor einigen Tagen Bilder im Fernsehen, wie Leute in Altersheimen geschlagen, geschubst und und an den Haaren gerissen wurden. Hausfrauen können ausbrennen, weil es ihnen an gesellschaftlicher Anerkennung mangelt, egal wie sehr sie sich anstrengen. Auch Führungskräfte, Selbstständige, Verkäufer, Eltern, Computerfachleute, Autoren können ausbrennen, wenn sie ständig über ihre Grenzen gehen müssen.

Jetzt zu der obig gestellten Frage: Hat der Burnout dich oder hast du ihn?
Eine gewisse Belastung gehört bekanntlich zum Leben, ohne sie gäbe es kein Weiterkommen und keinen Fortschritt. Problematisch wird es, wenn die Akkus nicht mehr aufgeladen, sondern ständig weiter belastet werden. Was ist die Folge?
Akku leer. Es geht also darum, eine Balance herzustellen zwischen Belastung und Entlastung, um die Resilianz zu erhalten oder wiederherzustellen. In meinem Betrieb gibt es gerade sehr gute Ansätze, um die Mitarbeiter zu entlasten. Eine Gefahr war für mich persönlich das Schreiben und die Social Media Präsenz, eben Dinge, die ich nebenher noch betrieben habe. Was habe ich erreicht, was hat mir geholfen oder hilft mir am besten, wo hapert es noch?

1. Das erste und wichtigste war für mich, "nein" sagen zu lernen. Das gilt für den Beruf und für alle anderen Bereiche. Beispielsweise brauchte ein Verleger einmal drei Monate, bis er meine Emails beantwortet hatte. Darin stand dann nur: "Ich sage: nein!" Umgekehrt wurde immer erwartet, dass Lektorate und MS-Abgaben lieber gestern als heute stattfanden, und zwar in einem raketenhaften Tempo. Da sage ich inzwischen auch öfter mal "nein" und liefere keine weiteren Manuskripte mehr oder stecke sie zwischendurch in die Schublade, siehe unten. Das können sich Vollberufsautoren gar nicht leisten, höre ich oft. Aber auch sie müssen auf sich selber achten, finde ich.

2. Mein Umgang mit den modernen Kommunikationsmitteln verändert sich gerade. Ich habe sowieso nicht bei jedem Hype mitgemacht, nur das angeschafft, was ich auch wirklich brauchte. Mein Handy führe ich immer bei mir, aber es ist ausgeschaltet. Und der Akku ist nie leer. Wenn ich es brauche, kann ich es benutzen. Ich habe einen Laptop zum Schreiben und bin mit der digitalen Welt verbunden. Woran es noch hapert: dass ich mich noch zu oft zu lange mit den Postings anderer beschäftige, muss ich noch mehr fokussieren, auch meine eigenen Beiträge.

3. Ich ernähre mich ausgewogen, schlafe genug, mache Pausen und unternehme am Wochenende schöne Dinge. Hier hapert es in diesem Super-Wechsel-Winter an Bewegung, kann mich oft nicht aufraffen, bin zu müde, um rauszugehen oder zu schwimmen wie früher. Dabei ist das Vertrackte dieses: exzessives Schreiben zum Beispiel macht mich glücklich, es erschöpft mich aber auch total. Wie hat mich denn da der Burnout? Da ich halbtags berufstätig bin, muss ich es sowieso immer wieder in Scheibchen schneiden. So mache ich jetzt, nach der Überarbeitung, einfach wieder eine Pause. Und schaue mal wieder nach meinen anderen Bedürfnissen. Dabei habe ich in der Wohnung einiges verändert, neue Bilder aufgehängt, einen neuen Computertisch und Schränkchen gekauft. Ganz vieles habe ich auch schon rausgeschmissen, unter anderem Bücherwälzer, die ich nie mehr lesen würde. So kann man sich innerlich und äußerlich von Ballast befreien. Ein Helfersyndrom habe ich übrigens nicht mehr - Gefahr erkannt, Gefahr gebannt!

Donnerstag, 26. Januar 2012

Drei Tage im Off

Bin ich eigentlich abhängig von dem Ding? Die letzten drei Tage haben es gezeigt.
Erstmal war der Kontakt zu meinem Text irgendwie weg, denn er ist ja nur in den Dateien. Da hätte ich jetzt nicht einfach per Hand weiterschreiben können, glaube ich.
Da, wo der Rechner stand, gähnte ein Loch. Und es waren doch ein paar Stunden, die
ich immer vor dem PC verbracht habe, die jetzt ausgefüllt werden mussten. Wie schon gesagt, ist meine Bude jetzt schön aufgeräumt, sogar unnütze Bücher, die ich nie wieder lesen werde, haben wir heute zur Sammelstelle bei Edeka gebracht. Und einmal habe ich mich dabei erwischt, dass ich eine Auswanderer-Soap angeschaut habe, die ich eigentlich doof fand. Aber ist vieles, was ich im Netz mache, nicht auch doof?
Eigentlich haben mir die Tage im Off aber sehr gut gefallen, und von mir aus hätte es auch noch so weitergehen können. Allerdings hätte ich mir dann vielleicht noch ein paar Bücher übers Wochenende bsorgen müssen. Im Großen und Ganzen habe ich aber etwas entdeckt, was durch die partielle PC-Hörigkeit unter den Tisch gefallen war: die Außenwelt. So viel davon bei diesem Sauwetter eben zu entdecken ist. Aber ohne PC wird selbst ein Tripp zum Bäcker ein Erlebnis! Wir entdecken, wie man echte regionale Produkte von scheinechten unterscheiden kann, zum Beispiel. Wusstet ihr/ wussten Sie, dass 80% der Schweine für den echten Schwarzwälder Schinken aus EU-Ländern kommen? Und dass in den Nürnberger Bratwürsten gleichfalls nichts Nürnbergerisches steckt außer dem Namen?
Jetzt noch zur Frage, was dem armen Apparat denn gefehlt hat. Es war nur ein Netzteil kaputt, wofür ich auch nur wenig berappen musste. Zur Sicherheit habe ich noch einen Test zur Computerabhängigkeit gemacht: (ein sehr vorsichtiger Test)
http://www.psychotherapiepraxis.at/surveys/test_internet-sucht.phtml
Das Ergebnis ist beruhigend und zeigt mir genau die Stelle, die bei mir im Argen liegt: Dass ich oft herumsurfe, wenn mir grad nichts Besseres einfällt. Und dass ich vor allem vom Arbeitstinstrument PC abhängig bin wie der Bäcker von seiner Knetmaschine. Alles andere ist Beiwerk, das mir nicht wirklich fehlt, wenn ich es nicht habe.