Montag, 27. Februar 2012

Raubkopien als Graswurzelmarketing?

Interessanter Aspekt: Können Raubkopien, und die dienen ja oft dem Büchertausch der Leser, nicht auch ein "Graswurzelmarketing" sein? Da die Bücher eh nicht gekauft werden, wird zumindest der Name des Autors bekannt.
Ein interessanter Artikel dazu und zu der ganzen Problematik des Urheberrechts.
Ich sehe die Raubkopien und die ganze Entwicklung auf dem E-Bookmarkt zweischneidig: Einerseits wird den Verlagen und Buchkonzernen die Monopolstellung entrissen (jeder kann heute selber E-Books machen und diekt an seine Leser verkaufen), andererseits wird auch die Position des Autors geschwächt. In den Augen der Acta-Gegner wird er zum "Raubritter des eigenen Copyright", auf der anderen Seite schrumpfen seine Verdienstmöglichkeiten immer mehr. Ob jeder weiß, dass in so einem Buch oft ein oder mehrere Jahre Recherche, Schreiben, dazu Lektorat, Werbung und noch viel mehr stecken? In einem diesbezüglichen Forum sah ich, dass es schon ein Posting zum Thema "Wo kriegt man bessere E-Books her?" gab. Und wo kriegt man die her, wenn nicht von den Verlagen und Autoren selbst?

Sonntag, 26. Februar 2012

Vorsicht, Raubkopien

Gestern entdeckte ich eine Raubkopie meines Romans "Die Hure und der Mönch".
Wenn ich es richtig gesehen habe, war sie schon 691mal runtergeladen worden. Passend dazu sah ich in den Tagesthemen Jugendliche, die nicht einsehen wollten, dass sie für eine CD 19 Euro und für Bücher u.a. überhaupt Geld bezahlen sollten, wenn sie das doch kostenlos aus dem Netz runterladen könnten. Und im nächsten Bild demonstrierten unter Zwanzigjährige zuhauf gegen ACTA, weil es ihre Internetfreiheit einschränken würde.
Mein voriges Posting habe ich nun gelöscht, weil ich wie Petra dachte, dass ich ja sonst noch Reklame dafür mache, und habe den Link an meinen Agenten geschickt.
Ein Trostpflästerchen gab es zum Glück: In einem anderen Link wurde ein Video zu meinem Buch eingestellt (über den Prior Savonarola) und ein Kaufhinweis an Buchhandlungen gegeben.

Samstag, 25. Februar 2012

Liste deutschsprachiger Publikumsverlage

Was ist ein Publikumsverlag? Gerade stelle ich fest, dass mein Verlag, der Aufbau Verlag, kein "mittlerer" Verlag ist, wie mir das einmal jemand vermittelt hat, sondern durchaus ein deutscher Publikumsverlag.
Hier ist eine Liste deutschsprachiger Publikumsverlage, zusammengestellt von einer Schweizer Lektorenvereinigung. Ich empfehle allen, die einen Verlag für ihr Manuskript suchen, erst einmal das Handwerk Schreiben zu lernen, zum Beispiel in Textwerkstätten, viel zu lesen in dem Bereich, über den sie schreiben wollen, sich dann Verlage auszusuchen, die zu dem Geschriebenen passen und die dann gezielt mit einer kurzen Vorstellung ihres Projekts anzuschreiben oder zu -telefonieren mit einer Leseprobe von 20 -50 Seiten im Hintergrund. Wichtig: Bei den großen Verlagen komt man heutzutage kaum ohne einen Agenten zum Zuge! Wer wissen möchte, wie ein Roman aussieht, der bei einem der größeren Verlage "angekommen" ist, kann sich gern meine Bücher kaufen, entweder als Print oder das Letzte, "Die Hure und der Mönch" als  Printausgabe oder als Ebook. 
Desgleichen meinen Schwarzwald-historischen Krimi vom Oktober 2011: "Das Vermächtnis des Bischofs".

Donnerstag, 23. Februar 2012

Du, lass dich nicht verkabeln!

Gerade könnte ich die Wände hoch und keuzweis an die Decke gehen! Ich drücke auf den Knopf meines CD-Brenners, den ich nie brauche, und es tut sich nichts! Es fehlt auch ein Kabel und es fehlt jede Gebrauchsanleitung und im Netz finde ich auch keine. Dabei habe ich ja gar nicht all die Geräte, die man haben muss: kein Handy, kein DVD, kein Km3, kein iPad, kein iPhone, keinen Kindle, nur Rechner, Monitor, zwei Scanner, eine neue, kleine, kompakte Stereoanlage und das segensreiche digitale Fernsehen. Aber dafür, dass ich jetzt 200 Programme habe, finde ich an manchen Abenden trotzdem kein Programm, das mir gefällt, allenfalls noch bei ZDFneo oder ZDF kultur. Was mich diese Kabelei schon Lebenszeit gekostet hat! Da braucht man Stunden, bevor man irgendwo in einem Forum ein Bild runterladen kann und gibt es dann entnervt auf. Man braucht Stunden, um ein bestimmtes Foto wiederzufinden, das man in seinen Dateien gut sortiert hat. Ständig wechseln die Datenträger, was man heute gekauft hat, ist morgen schon veraltet. Hat man früher an der Tankstelle seinen Sprit bezahlt, muss man heute oft elend lang warten, weil irgendeine Karte nicht funktioniert. Am neuen Computer des Getränkemarktes haben sich die Mitarbeiter monatelang die Zähne ausgebissen. Dabei wäre es doch so einfach, den Preis auf einen Zettel zu schreiben! Das Stärkste war der superneue Golf (150PS), den mir mein Vater mal geschenkt hatte. Das Radio lief und war nicht mehr auszustellen, und ich hätte einen ganzen Abend lang eine dicke Gebrauchsanleitung studieren müssen, um den Wagen überhaupt in Gang zu kriegen! Heute fahre ich einen Wagen, in dem alles klar ist und in den man sich bloß reinsetzen und den Zündschlüpssel betätigen muss, um loszufahren. Ich weiß, dass ich hoffnungslos altmodisch bin. Aber ich will mich nicht weiter verkabeln lassen. Ich will nicht stundenlang am PC sitzen und mir anhören, dass andere gerade Kaffee trinken, nur um dabei zu sein. Dem Computer verdanke ich sehr viel, mein Leben hat sich grundsäätzlich verändert, nicht zuletzt das Schreiben hing immer eng damit zusammen. Und alle diese wunderbaren und segensreichen Funktionen, die ich wirklich brauche, werde ich auch weiterhin nutzen. Aber ich werde jetzt die Kabel, die mich zu erwürgen drohen, vom Hals reißen und sie im hohen Bogen in die Mülltonne schmeißen.

Montag, 20. Februar 2012

Die Toten vom Schwarzwald

Heute war ein ganz besonderer Tag, zu dem ich mir extra frei genommen hatte. Und wohin sollte es gehen, wenn doch alle Städte unbegeh- und befahrbar sein würden am Rosenmontag? So verschlug es uns also nach Waiblingen, wo ich ein wenig Abschied vom Mittelalter nehmen konnte.


In Öhringen wurde gerade der große Pferdemarkt abgehalten



Nein, es war kein Erdbeben und kein Sturm in Sicht!

Zum guten Abschluss gab es noch den Tipp des Tages im Fernsehen:
Die Toten vom Schwarzwald. Also, ich muss sagen, da waren schon ein paar Elemente von meinem Schwarzwaldthriller drin. Dreißigjähriger Krieg, Hexe, Fluch, Familie, verschwundene Frau, Leiche, Mord, Polizei, Wirtschaft mit verstockter Dorfgemeinschaft, heidnische Steine und ein nebeldurchwobener Wald-
Das sind die Elemente, aus der eben so ein Schwarzwaldthriller gewoben sein muss. In einer Kritik habe ich gelesen, dass es so viel Ungereimtheiten gebe, dass er der Einfachheit halber "Mysterythriller" genannt worden sei. Daraus kann man nur lernen!

Freitag, 17. Februar 2012

Thalia-Verkauf und das letzte Stück, das schwerste

Hatte ich nicht einmal geschrieben, dass ich bei Besuchen von Thalia-Filialen so eine Art Endzeitstimmung bemerkte? Jetzt ist es medienbekannt: Thalia soll verkauft werden, weil er vor allem an Amazon massiv Kunden verloren habe. Es gehen Gerüchte um, dass wir in Zukunft wahrscheinlich schon noch gedruckte Bücher haben werden, aber in kleineren Buchhandlungen. Rudert also alles zurück? Geht es weg von den Konzernen, hin zu dem, was wir einmal als so angenehm empfanden, nämlich den Buchhandel für die Leser, mit persönlicher Beratung und so weiter? Das kann ich mir nicht vorstellen. Die Zukunft des Buches heißt Internet. Für mich als Autorin ist diese Frage eigentlich zweitrangig. Ich schreibe nämlich nach wie vor, und auf welche Art es dann an die Leser vertrieben wird, muss mich nicht so sehr beschäftigen. Die Werbegelder, welche die Verlage bislang in Vertreter, Plakate, Lesereisen und in die Stapel gesteckt haben, müssen sie dann halt ins Internet umdirigieren, so stelle ich es mir vor. Vielleicht müssen sie Werbung bei Facebook und Twitter machen, bei Google+ und anderen virtuellen Einrichtungen. Und sich mit dem Kindle-und Ebookverlagssieger Amazon einlassen und arrangieren.
Wer sich meine Bücher bisher gekauft hat, findet sie eines Tages vielleicht nur noch als Download. Mein Schreiben aber bleibt sich gleich. Ich habe heute 10 Seiten geschrieben, mit wachsender Begeisterung. Die letzten hundert Seiten liegen vor mir, es ist, wie beim Marathonlauf, das schwerste Stück. Aber dieser Spaß, dieser Enthusiasmus beim Schreiben, der bleibt, wie immer sich auch die Buchwelt entwickeln wird.
Ein Video zur Zukunft der Autoren habe ich bei Petra van Cronenburg gefunden. Ebenfalls sehr interessant ihr Beitrag Die erste Abrechnung!

Mittwoch, 15. Februar 2012

Muss man für seine Bücher bezahlen?

Nein, ich bin gestern nicht nach Marokko geflogen. Statt dessen lag ich auf dem Zahnarztschragen, und er hat gebohrt, aber es hat gar nicht weh getan. Derweil sein Kopf mit der Spezialbrille und der von der Assistentin über mir schwebten wie in einem falschen Film, dachte ich an des Lebens Leben. Irgendwann war es vorbei. Keine Mühsal mehr, keine unbequemen Termine. Eine schöne Zeit, die Flocken fallen vom Himmel, der Schnee ist schwerer als Sand. Sie haben so viele Bücher geschrieben, sagt ein Besucher, als ich an meinem Arbeitsplatz ankomme. Muss man eigentlich viel bezahlen, wenn man etwas veröffentlichen will? Muss man ja gar nicht. Aber viele tun es, und ich glaube nicht mehr daran, dass dieses Phänomen vorbeugend auszurotten ist.

Hier ein Link dazu von Petra van Cronenburg: Zoe Beck über Bezahlverlage.

Montag, 13. Februar 2012

Maulbronn im Winter und die Schlegler

Sagt man nicht, ein Täter kehre immer wieder an seinen Tatort zurück? So geschehen gestern im Kloster Maulbronn, das an diesem Wintertag etwas weniger zahlreich besucht war als sonst an Sonn - und Feiertagen. Wenn man vom Parkplatz am kleinen Friedhof in den Weinberg hinaufsteigt, sieht man uralte Weinbergmauern, teilweise aus dem 14. Jahrhundert, die fast ohne Mörtel oder Lehm zusammengefügt sind, bis zu 5m hoch.




Vom "Tiefen See", im Sommer eine Badeanstalt, gelangt man oberhalb des Klostergeländes zurück. Die Mauern strahlen schon ein wenig Wärme ab. Über eine halsbrecherisch steile Treppe geht es zurück ins Klostergelände mit Kameralamt, Wirtschaftsgebäuden, Buchhandlung und Apotheke.


 Und hier ist der Torturm, Eingang zum Kloster. Das ist sozusagen der Tatort, denn dort beginnt mein dritter Roman, ein Bauernkriegsroman, der nie das Licht der Öffentlichkeit erblickte. Er reift immer noch im Keller meiner Dateien.
Auf der Rückfahrt haben wir das Schleglerschloss in Heimsheim besucht, das zufällig geöffnet war und eine Bilderausstellung zeigte. Die war aber weniger interessant als die drei übereinander liegenden Rittersäle, deren Decken von mächtigen Holzstreben gestützt werden. Viele Fensternischen zum Sitzen und Hinausträumen bzw. zum Beobachten der feindlichen Heere im 14. Jahrhundert. In einer dieser Nischen saß ein älterer Herr, wahrscheinlich einer der Künstler. Mit wehmütigem Ausdruck beobachtete er uns, wie wir die Bilder anschauten. Unten steht ein mächtiger Kamin, den ich nicht genau datieren konnte. Wäre ein schöner runder Tag gewesen, wenn nicht die gute Gastronomie inzwischen so rar gesät wäre. Es geschah uns nämlich Folgendes, und ich sage natürlich nicht wo:

 Mit gemischten Gefühlen betraten wir einen Gasthof der etwas gehobenen Klasse, weil wir bei der Kälte nicht ewig suchen wollten. Solche Entschlüsse wurden schon manchmal bereut! Ich bestellte Wiener Zwiebelfleisch mit Bratkartoffeln. Einfach, weil es Erinnerungen an Wien wachrief, mit den Kaffeehäusern, André Heller, eben dem Zwiebelfleisch, Leberln und Krügerln. Das Fleisch hatte die Konsistenz von Gallert, wie Beinscheiben, die Bratkartoffeln waren halb weiß und allem mangelte es an Salz. Dazu eine komische, gedrückte Atmosphäre. Zuhause kramten wir Hedwig Maria Stuber und andere Kochbücher heraus, Frau Stuber macht das Zwiebelfleisch zum Beispiel mit Stücken aus der Lende. Für den Preis hätten wir auch in die Klosterschänke von Maulbronn gehen können!

Einkehrtipp: "Café Max" in Ölbronn-Dürrn, auf demWeg nach Maulbronn. Die besten Kuchen weit und breit, in der warmen Jahreszeit Terrasse, schöner Ort in den Weinbergen
Anfahrt: Autobahn KarlsruheStuttgart, Ausfahrt Pforzheim-Bauschlott-Maulbronn
             Autobahn Pforzheim-Stuttgart, Ausfahrt Weil der Stadt, Heimsheim

Google Maps


Freitag, 10. Februar 2012

Das deutsche Salz

Heute morgen auf demWeg zur Supervision, die Woche sitzt mir noch in den Knochen.
Meine Kollegin empfängt mich mit Putzeimer und Wischlappen.
"Schuhe abputzen, einmal, zweimal, fünfmal, die Putzfrau kommt erst wieder in einer Woche!"
"Was ist nur los in Deuschland?", frage ich. "Daheim kann ich wischen, so lange ich will, die grauen Flecken bleiben wie Bärentatzen auf dem Boden haften. Vielleicht solltest du Filzlatschen anbieten, wie in den Schlössern?"
Im letzten Jahr war das Salz ausgegangen, ich erinnere mich noch gut. Die Schneeberge an den Straßen türmten sich zum Himmel. Ob man wieder etwas gutmachen will? Aber gibt es jetzt keine Alleenbäume und wunde Hundepfoten mehr? Und wenn der Schnee auch noch so weiß ist, durch den ich stapfe, meine Stiefel ziehen ihre grauen Spuren hinter mir her. So grau waren die doch noch nie. Mir kommt ein fürchterlicher Gedanke. Hatten die nicht letztes jahr viel zu viel Ehec-Impfstoff eingekauft, auf dem sie sitzenblieben? In Millionenwert? Ach nein, es war der Impfstoff gegen die Schweinegrippe! Der wurde, da Ende 2011 das Verfallsdatum erreicht wurde, überall verbrannt und eingelagert. Schon bin ich fündig geworden:
http://www.morgenpost.de/web-wissen/gesundheit/article1840401/Impfstoff-gegen-Schweinegrippe-wird-verbrannt.html
Dann ist ja  nur zu hoffen, dass die Schweine diesen Impfstoff auflecken wie das Salz, damit sie bei diesen Temperaturen nicht die Grippe bekommen!

Mittwoch, 8. Februar 2012

Wenn man sich zwischen zwei Verlagen entscheiden muss

Nach mehrwöchiger Bedenkzeit habe ich den Schritt jetzt getan: Ich habe eine Begründung dafür geschrieben, warum ich nicht gleichzeitig bei einer Agentur sein und die Wünsche eines Verlages außerhalb berücksichtigen kann. Die ganze Zeit ging es nicht um das "ob", sondern um das "wie". Wie sag ichs bloß dem Verlag?, fragte ich mich immer wieder, weil die Zusammenarbeit dort ja auch angenehm und ich mit regionalen Themen gut aufgehoben war. ("Das Vermächtnis des Bischofs"spielt in Sulz am Neckar, Tübingen, Rottenburg, Staufen und Basel). Aber ich darf nicht vergessen, dass ich dort ursprünglich mit einer ganz anderen Idee angetreten bin -mit einem historisch-kulinarischen Städte- und Wanderführer, der jetzt ganz auf Eis liegt. Statt dessen wurde ein Verlagskalender daraus, der uns aber ebenfalls Spaß gemacht hat. Den Verlagen geht es um historische Romane und um regionale historische Krimis. Mir ging es darum, auch mal etwas anderes, wie Psychokrimis, Thriller und von mir aus auch historische Krimis zu schreiben, ohne ein Pseudonym annehmen zu müssen.
Aber alles in allem hätte ich nie gedacht, dass ich einmal so weit kommen würde, einem Verlag absagen zu müssen. Aber ich habe die Tür nicht ganz zugeschlagen:
Erstens habe ich die Zusamenarbeit gelobt und zwei Rezensionen mitgeschickt
http://deutsche-krimi-autoren.de/schmidlotz.htm

http://lesefreunde24.npage.de/historische-romane.html
und bin so verblieben, dass sie sich bei Interesse im Herbst noch einmal melden könnten, am besten per Email.

Dienstag, 7. Februar 2012

Schreib weiter!

Zeige dich und zeige deinen Vorsprung an Erfahrung. Achte auf deine Ressourcen!
Das war in etwa der Rat, den ich gestern mit auf den Weg bekam. Was es für meine Arbeit bedeutet, ist mir klar wie eine Kloßbrühe ohne Einlage. Und wie so oft, vermischen sich hier die Freuden und Leiden sowohl des Schreibens als auch des Arbeitslebens.
Vor Kurzem stand ich mit zwei Kolleginnen vor einem Appartmenthaus, das wir aus betrieblichen Gründen besichtigen wollten. Wir sehen uns so selten, sagte eine der immer sehr solidarischen Kolleginnen. Was macht denn dein Schreiben? Ich erzählte vom Schwarzwald und von den Zeiten und wie ich dazu gekommen bin, meinen letzten Roman anzufangen. Die eine wollte unbedingt das "Vermächtnis" haben, die andere, die dicke Wälzer liebt, den Florenz-Roman. Heute, nach dem Team, standen wir noch einen Moment lang draußen, bevor uns die Ohren abfroren.
Ein Exemplar der "Gezeiten", eines Kurzgeschichtenbandes,waren auch noch über den Tisch gegangen. Ich sprach davon, dass ich schon daran gedacht habe, aufzuhören. "Schreib weiter", meinte die Kollegin. "Ich liebe diese Romane, besonders die mit Lokalbezug, wo ich die Gegend kenne!" Da war das Ohr schon fast abgefroren, und ich düste runter in die Stadt, zu meinem Arbeitsplatz. Das hatte ich früher überhaupt schon öfter festgestellt: Dass meine Kollegen und Klienten eigentlich zielgenau zu meiner "Zielgruppe" gehören. Meine Kollegin an meinem Arbeitsplatz in der Gruppe will jetzt das "Vermächtnis" im Verwandten- und Freundeskreis herumreichen und hat sich auch gleich noch den "Aufbruch nach Blaubeuren" geschnappt, weil der so spannend anfange. Im Gegenzug soll ich "Das Böse in uns", einen Megathriller, bekommen, der gerade bei ihnen herumgeht. Dieser Titel ist übrigens geschickt gewählt, weil der Teufel höchstselbst sozusagen aus ihm spricht. Nach den Rezensionen höchst spannend und gleichzeitig als"Schund" bezeichnet. Gekauft hätte ich ihn mir nicht, auch wenn ich ihn schon öfter in den Buchhandlungen gesehen habe.

Montag, 6. Februar 2012

Hektiktour rund um Kapitel 25 und 26

Heute soll mal wieder etwas zum Frust einer Autorin und therapeutischen Mitarbeiterin berichtet werden. Seit ca 10 Tagen haben wir arktische Temperaturen, denen schon viele Menschen, besonders im Osten, zum Opfer gefallen sind. Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals in meinem Leben so kalt gewesen ist! Der heutige Montag - Montag ist häufig ein Misttag, wie es schon eine alte holländische Gruppe besang- war schon gut durchgestylt und organisiert. Um 9.00 Termin in der Autowerkstatt, da die Bremsbeläge total heruntergefahren sind. Um viertel vor 9 gehe ich zum Scheibenkratzen nach draußen- und bin abgeschmiert. Auch nach einer halben Stunde war es mir noch nicht gelungen, die Eisschicht zu entfernen, auch mit voll aufgedrehter Heizung nicht, die einfach nur kalt blieb. Ein Blick auf die Temperaturanzeige: -17,5°! Die Füße zu Eisklumpen erstarrt, und das kann meiner seit drei Tagen dauernden grippalen Infektion ja auch nicht gut tun! Schnief! Beim Telefon des Autohauses gerate ich in die Dudel-Schleife, endlich geht jemand ran.
"Kein Problem, verschieben wir`s auf 13 Uhr." Um 14.00 soll der Fernsehmechaniker kommen, um 16.00 fängt meine Arbeit an, und zwischendurch soll das Auto auch noch woanders hin. Der Boden schwankt unter meinen Füßen. Aber wieso denn, ich kann doch auch mal später zur Arbeit kommen? Chef ist schon informiert. Jetzt ist erstmal Wartezeit angesagt, Zeit zum Putzen, Wäsche waschen und Durchsehen von Kapitel 25 und 26 für meinen Testleser. Natürlich denke ich, dass es das Grottenschlechteste ist, was ich je geschrieben habe. Ich kann gleich aufhören, es liest ja doch keiner und wenn, dann schmeißen sie es in den Papierkorb. NIE WIEDER SCHREIBEN!!! Mein Gott, was mach ich dann bloß? Neue Panik. Auto weggebracht, wiederhergefahren worden, Warten. Einen Blogeintrag schreiben, der hätte auch heißen können "Das beneidenswerte Leben eines Schriftstellers", Wäsche aufhängen, Staub saugen. Anruf: "Sollen wir auch Öl nachfüllen?" Ja, bitte sehr gern. Die Füße sind schon wieder kalt. Demnächst müsste der Fernsehmechaniker kommen, hoffentlich kommt er nicht, nachdem ich schon abgeholt worden bin. Ach, was für eine schöne Vorstellung: Fernseher läuft, Computer läuft, in der Arbeit läuft's, draußen zeigen sich erste Frühlingsboten, das Schreiben läuft und ich habe warme Füße, einen vollen Bauch und ärgere mich über nichts und niemanden mehr!

Donnerstag, 2. Februar 2012

Haben Sie Ihren Fernseher schon auf digital umgestellt?

Am 30. April ist es so weit: Da werden alle analogen Sender abgeschaltet und man ist nur noch digital dabei. Seit Monaten laufen die Spruchbänder unter jeder Sendung.
Neuerdings heißt es: Wenn Sie dieses Band noch sehen, kommen Sie vielleicht zu spät! Also, vor ca. zwei Wochen habe ich mir den Digitalreceiver gekauft, obwohl ich doch kaum noch Fernsehen gucke, aber es könnte ja mal der Computer ausfallen und kein gutes Buch in der Nähe sein, und dann ...Haare raufen? Was hat man eigentlich früher gemacht? Radio und Platten gehört, telefoniert, gelesen, Briefe geschrieben -Mann, verdammt lang her, das!
Also vor ein paar Tagen habe ich es dann endlich in Angriff genommen. Antennenkabel angeschlossen, Fernsehkabel angeschlossen, aber es hatte nicht die richtige Trapez-Buchse. Ich also mit den beiden Receivern zu einem großen Markt und Rat eingeholt.
"Ich brauche ein anderes Kabel, das passt nicht in die Buchse vom Receiver."
Verkäufer: "Letztes Jahr hatte ich solche Kabel noch, aber wahrscheinlich ist Ihr Fernseher zu alt."
"Was, mit 8, 9 Jahren- aber er tut doch noch!"
"Sie können eins machen: gucken Sie, ob am Fernseher eine Klappe ist, da passt der Anschluss vielleicht rein. Oder Sie kaufen einen Adapter. Oder gleich einen neuen Fernseher."
Schluck. Ich dachte, da solle nur auf digital umgestellt werden ...
Am gleichen Abend war nur noch Gries zu sehen. Schnell wieder auf den alten Receiver umgestellt, das ging schon einmal, diesmal aber nicht. Gries. Bestimmt ein Kurzschluss, weil ich mit dem Antennenkabel zu sehr rumgefummelt habe. Ich hatte schier Lust, das Ding mitsamt Receiver zur Terrassentür hinauszuwerfen, denn eigentlich brauche ich das verdammte Ding doch gar nicht, höchstens mal zu den Nachrichten, Kultursendungen, Historischem oder Städtetripps und Kirchen. Heilandsacra!!!! Ich fühlte mich wie dieses Comicmännchen, das am 1. Mai auf seinen Griesel-Fernseher einhaut!
Ein Nachbar und unser Hausmeister in der Gruppe sagten: "Lieber gleich zu einem Fachmann gehen." Wie immer, wohnt der auf dem Land. Mein Freund brachte mir heute das passende Kabel. Nach einigem Hin-und Herstecken erschien auch tatsächlich der Willkommen-Assistent und lud mich ein, Sprache usw. einzustellen.
Dann sollte ich warten. Tja, weiter bin ich leider noch nicht gekommen und ich warte immer noch, aber immerhin weiß ich jetzt, dass es keinen Kurzschluss gegeben hat und dass der Fernseher nicht kaputt ist ...