Sonntag, 26. Februar 2012

Vorsicht, Raubkopien

Gestern entdeckte ich eine Raubkopie meines Romans "Die Hure und der Mönch".
Wenn ich es richtig gesehen habe, war sie schon 691mal runtergeladen worden. Passend dazu sah ich in den Tagesthemen Jugendliche, die nicht einsehen wollten, dass sie für eine CD 19 Euro und für Bücher u.a. überhaupt Geld bezahlen sollten, wenn sie das doch kostenlos aus dem Netz runterladen könnten. Und im nächsten Bild demonstrierten unter Zwanzigjährige zuhauf gegen ACTA, weil es ihre Internetfreiheit einschränken würde.
Mein voriges Posting habe ich nun gelöscht, weil ich wie Petra dachte, dass ich ja sonst noch Reklame dafür mache, und habe den Link an meinen Agenten geschickt.
Ein Trostpflästerchen gab es zum Glück: In einem anderen Link wurde ein Video zu meinem Buch eingestellt (über den Prior Savonarola) und ein Kaufhinweis an Buchhandlungen gegeben.

Kommentare:

Nikola Hotel hat gesagt…

Liebe Christa,

ich habe es mir auch angesehen und mich gefragt, wie solche Kopien entstehen.
Gab es das Buch bereits als E-Book und hat da jemand den Kopierschutz geknackt? Ich meine, es geht ja schließlich niemand hin und scannt die Seiten ein, oder?
Ich hoffe, dass sich der Verlag da selbst drum kümmert. Kann ja nicht sein, dass Du das erst aufstöbern musst. Und über 600 Downloads sind ja kein Pappenstiel, da gehen dem Verlag Tausende flöten.

Liebe Grüße
Nikola

Christa hat gesagt…

Liebe Nikola,

diese Frage habe ich mir auch gestellt. Wie geht das eigentlich?
Ja, es gibt seit Oktober das E-Book vom Verlag. Da kann man dann bei Amazon und vielen anderen einen "Blick ins Buch" tun, vielleicht wird es darüber geknackt. Allerdings gab es bei der "Nonne und der Hure" auch eine Raubkopie mit 70 Downloads, und davon
gab und gibt es kein E-Book. Sie werden ja wohl nicht in meine Dateien gehackt sein?
Diese Raubkopie war dann bald darauf wieder verschwunden. Und wahrscheinlich wäre es sogar kontraproduktiv, hier reinzuschreiben, wie man es macht:-)

Liebe Grüße
Christa

Nikola Hotel hat gesagt…

Das ist hart: Eine E-Book-Raubkopie von einem Buch, das es gar nicht als E-Book gibt? Ist ja wie im Krimi. Aber irgendwer muss ja daran verdienen.;)

Christa hat gesagt…

Inzwischen habe ich erfahren, das die tatsächlich gescannt werden.
Und ich habe noch zwei weitere entdeckt. Ich hoffe, dass der Verlag etwas dagegen machen kann.

LG
Christa

PvC hat gesagt…

Ihr Lieben,

es gibt Leute und Maschinen, die tonnenweise Papierbücher einscannen und per Mausklick ein E-Book draus machen, just for fun, oder sollte man eher Sport sagen. Solche Superscanner, die vollautomatisch laufen, kann man im Internet kaufen. Genauso gibt es Leute, die das Zeug runterladen und gar nicht lesen, sondern ihren Sammlertrieb befriedigen.

Vorab nur: Bitte ACTA nicht mit einem Schutz vor Piraterie verwechseln, da geht es tatsächlich um größere Eingriffe ins bisher freie Internet bis hin zur Zensur! Das Gesetz wurde nicht zum Schutz von Urhebern geschaffen, sondern zum Schutz von großen Konzernen. Ich als Urheberin habe auch dagegen protestiert. Also bitte nicht verwechseln, sich informieren. Das ist schwer, weil kompliziert, aber im Internet gibt's doch einige Artikel (und Wikipedia)

Was die Piraterie betrifft, so werden wir mit einem gewissen Prozentsatz in Zukunft wohl leben und uns schlauere Dinge einfallen lassen müssen als Internetzensur oder die Kriminalisierung von ein paar Kids (denn man packt ja meist nur die und nicht die ganz großen Fische und Betreiber).

Hier in Frankreich wird man für illegale Downloads durch das Hadopi-Gesetz mit dem Entzug des Internetzugangs bis hin zu Gefängnis bestraft. Resultat: Das Gesetz ist eine riesige Steuergeldervernichtungsmaschine, es verstopft die juristischen Gänge noch mehr, gefasst werden die kleinen Fische oder Eltern, deren Sprössling mal nicht brav war. Kein einziger "Macher" einer Plattform ist gefasst worden.

Und jetzt kommt der Wahnsinn: Eine hochoffizielle Studie hat herausgefunden, dass illegale Downloader auch am meisten Geld locker machen für legale Ware - und mehr CDs, Bücher etc. kaufen als andere. Ich kenne ein paar Autoren, die piratisieren sich sogar selbst, damit sich das Buch herumspricht ...

Ist also nicht so einfach schwarz-weiß, wie wir uns das vorstellen.

Herzlichst, Petra

Christa S. Lotz hat gesagt…

Liebe Petra,

danke für deine Ausführungen! Ja, ich merke, dass hier Informationsbedarf besteht.

Herzlichst
Christa