Kürzlich waren wir mal wieder in einer Wirtschaft, im "Bahnhöfle" in Nagold. Alles noch wie früher, der Kanonenofen, mollige Wärme und eine Gulaschsuppe, die ihresgleichen sucht. Aber es ist etwas anders geworden. Die alten Leute sind nicht mehr da, verstorben oder weggeblieben. Eine lange Reihe mit einem Verein oder Kollegen, die solange lärmten, bis das Essen kam.👦
Meine erste Kneipe in Schülertagen war das "Porticus 1740" in Flensburg. Die "1740" bezieht sich auf das Baujahr des Hauses, glaube ich mich zu erinnern. Korblampen, die einen leuchtenden Kreis auf die rotkarierten Decken warfen, der Duft nach französischer Zwiebelsuppe, Rockmusik und Spaßgedichte über und und mit meinen Bruder. Später schaukelten wir dann mit Alains (einem der Hilfslehrer an der Goetheschule) Ente hinfort, die mich zum ZOB und dann mit dem "Affi" (AFAG)-Bus nach Hause brachte. Hier lernte ich auch einen meiner ersten Freunde kennen. Dazu gab es noch den Börsenkeller und den Gnomenkeller, wo man sich nach der Schule traf.
Während des Studiums waren wir Stammgäste in verschiedenen Tübinger Kneipen. Die Köhlerei gibt es nicht mehr, aber historisch verbürgt ist der so genannte Kohlenbumser, ein Kohlenlieferer, der jeden Abend einen Kasten Bier trank und dann auch bald verstarb. Das Rebstöckle mit seinem Rostbraten und den Kutteln existiert ebenfalls nicht mehr, dafür aber der Ammerschlag Ammerschlag und der Storchen. Legendär ist auch das Schwärzloch weiter draußen im Tal, mit uraltem Bauernhof und Pfauen und Schmalzbrot und schwäbischen Spezialitäten. Wirtschaft und Biergarten gibt es heute noch. Scwärzlocher Hof Unvergesslich auch der Hirsch in Derendingen, direkt neben unserem Wohnhaus am kleinen Bahnhof, in der Alb- bzw. jetzt Jurastraße. Fast allabendlich kam man hier zusammen, aß Schnitzel, Rostbraten oder "Böhmer Scheiterhaufen", trank Bier und konnte dann gemütlich die paar Schritte ach Hause gehen. Hirsch Dorfgasthaus Lassie hieß eine panamesische Freundin von uns, aufgrund dessen ein Mittrinker ständig "Lassie" und "Fury" rief und dabei aus voller Kehle wieherte. Nicht alle haben diese Zeiten gut überlebt-der Wieherer starb mit Anfang 30 nachts im Winter auf einer Parkbank. Heute kehren wir eigentlich nur noch im Café Haag am Haagtor ein (Kino Atelier). Schöner kleiner Biergarten mit immer netter Bedienung.
Hier in Nagold war es der König, ein Grieche, bei dem sich alles traf, was in Nagold Rang und Namen im politischen Umfeld hatte. (Abgerissen, ebenso der Nachfolger Pflug, wo mein Partner häufig Auftritte als Rock-Blues-Drummer mit Band hatte.) Der "Grüne Baum", lange Zeit In-Kneipe, fiel einem Gebäudeabriss zum Opfer. Der "Zwickel" blieb erhalten, ist aber heute vor allem Jugendkneipe.
So bleibt uns nur noch das schon erwähnte Bahnhöfle, der Italiener in Ergenzingen und im Sommer das Bistro am Busbahnhof, nicht weit von der Nagold entfernt. In Horb am Bahnhof gibt es ein türkisches Bier-und Kaffeelokal, wo wir gestern die ersten warmen Sonnenstrahlen draußen genießen konnten.




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