Montag, 23. September 2013
Finale Schreibblockade?
In der letzten Zeit bemerke ich, dass es um mich herum bröckelt. In meiner Blogroll anderer Autoren wird immer seltener gepostet, eine mir sehr liebe Autorin (Marie) möchte ihren Blog sogar löschen. Diskussionen, die hier früher stattfanden, haben sich zu Facebook verlagert (wo sie sonst noch stattfinden, weiß ich nicht, da ich nicht überall zeitgleich sein kann). Und dort klinke ich mich nur selten ein. Ich wende täglich etwa eine Stunde für Social Media auf. Facebook überschlage ich täglich innerhalb 10 Minuten, setze manchmal ein paar Likes oder einen Kommentar ab. Das war`s dann auch schon. Und ich glaube auch nicht, dass es sich in dieser Form noch einmal groß ändern wird. Es gibt auch Autorinnen wie Friederike Schmoe, von der ich letztens ein Buch gekauft habe, das mir gut gefallen hat. Da sehe ich nur ab und zu ein Posting. Bei anderen hat sich seit Monaten nichts getan. Seit einiger Zeit hat sich eine Mauer vor mir aufgebaut, sie bremst mich immer wieder aus. Zwar habe ich inzwischen mehr als 100 Seiten meines historischen Nogo-Romans über das 18. Jahrhundert geschrieben, aber ich bin immer wieder versucht, ihn wegzulegen. Und zwar nicht, weil es so viel schwieriger geworden ist, Manuskripte egal welcher Art unterzubringen, sondern weil ich den Eindruck habe, ich müsste noch zehnmal besser, interessanter, spannender, gut recherchierter werden, um überhaupt noch irgendwo anzukommen. Und noch zehnmal so viel Zeit und Kraft aufwenden, die ich nicht mehr habe und nicht mehr haben möchte. Mein Blog war immer ein Zeichen meiner schreiberischen Vitalität. Wenn ich hier nichts mehr beitrage, wäre die Schreibblockade wirklich final.
Donnerstag, 19. September 2013
Bettelbriefe
Wenn du als Autor irgendwie in Erscheinung trittst, indem du veröffentlichst, bleiben dir gewisse Erfahrungen nicht erspart. Dahinter stecken zwei Irrtümer:
1. Wenn ein Autor veröffentlicht, wird er automatisch schnell reich.
2. Als veröffentlichter Autor hat er eine gesellschaftliche, um nicht zu sagen karikative Verpflichtung.
Eines bedingt das andere. Und da der Autor reich ist, braucht er ja nichts zu tun außer Bestseller zu schreiben und hat Zeit und Geld, beides unter die Leute zu bringen. Außerdem muss er all diejenigen unterstützen, die bisher nicht das Glück hatten, einen Verlag zu finden. Bekannt ist inzwischen mein Beispiel, wie jemand sein Manuskript in meinen Briefkasten warf, während ich schlief. Allein daraus könnte man einen Stalker-Krimi spinnen! Dann erhielt ich, schon beim ersten Buch, Anrufe wie: Als Schriftstellerin hätten Sie doch sicher gern ein Spiegel-Abo? Nun, ich habe meine erste Aufgabe immer darin gesehen, Bücher zu schreiben, so gut ich es konnte, meine karikativen Verpflichtungen erfülle ich in meinem Beruf. Trotzdem kommen alljährlich Briefe, die mich dazu auffordern, signierte Bücher zu spenden, um damit ein gutes Werk zu tun. Beim ersten Mal fand ich es auch gut. Eine Weihnachtstombola, meine Bücher als Preise, der Erlös geht nach Honduras usw. Klang sehr seriös. Ich habe aber nie irgendetwas darüber gehört, wo diese Bücher, die ich hier auf dem Land mit viel Zeitaufwand und für teures Porto verschickt habe, gelandet sind. Gestern kam wieder so ein Brief, von derselben Stelle. Darauf habe ich nicht mehr reagiert. Wo sie wohl die Adressen herhaben? Vom Verlag? Aus dem Internet? Meine Belegexemplare werde ich mit der Zeit lieber an Interessierte weitergeben, zu denen ich irgendeinen Bezug habe.
1. Wenn ein Autor veröffentlicht, wird er automatisch schnell reich.
2. Als veröffentlichter Autor hat er eine gesellschaftliche, um nicht zu sagen karikative Verpflichtung.
Eines bedingt das andere. Und da der Autor reich ist, braucht er ja nichts zu tun außer Bestseller zu schreiben und hat Zeit und Geld, beides unter die Leute zu bringen. Außerdem muss er all diejenigen unterstützen, die bisher nicht das Glück hatten, einen Verlag zu finden. Bekannt ist inzwischen mein Beispiel, wie jemand sein Manuskript in meinen Briefkasten warf, während ich schlief. Allein daraus könnte man einen Stalker-Krimi spinnen! Dann erhielt ich, schon beim ersten Buch, Anrufe wie: Als Schriftstellerin hätten Sie doch sicher gern ein Spiegel-Abo? Nun, ich habe meine erste Aufgabe immer darin gesehen, Bücher zu schreiben, so gut ich es konnte, meine karikativen Verpflichtungen erfülle ich in meinem Beruf. Trotzdem kommen alljährlich Briefe, die mich dazu auffordern, signierte Bücher zu spenden, um damit ein gutes Werk zu tun. Beim ersten Mal fand ich es auch gut. Eine Weihnachtstombola, meine Bücher als Preise, der Erlös geht nach Honduras usw. Klang sehr seriös. Ich habe aber nie irgendetwas darüber gehört, wo diese Bücher, die ich hier auf dem Land mit viel Zeitaufwand und für teures Porto verschickt habe, gelandet sind. Gestern kam wieder so ein Brief, von derselben Stelle. Darauf habe ich nicht mehr reagiert. Wo sie wohl die Adressen herhaben? Vom Verlag? Aus dem Internet? Meine Belegexemplare werde ich mit der Zeit lieber an Interessierte weitergeben, zu denen ich irgendeinen Bezug habe.
Montag, 16. September 2013
Die Tollkirsche
Bei meinen Recherchen bin ich mal wieder auf diese eigentlich schöne Pflanze gestoßen. Andere Namen:
Schafsbinde, Schwindelkirsche, Teufelsbinde, Teufelskirsche, Waldnachtschatten,
Wutbeere. Man findet sie im Wald, am Waldrand und an Wegen, auf kalkhaltigen Böden. Wenn ich sie sehe, wird mir immer ein wenig unheimlich zumute, denn alles an dieser Pflanze ist hochgiftig. Die Beeren sollen süß und gut schmecken. Ein paar junge Drogenabhängige in unserem Ort haben sie mal missbräuchlich als Tee getrunken, sind wie irre herumgelaufen und mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Bei Vergiftung rötet sich die Haut, der Puls erhöht sich stark, die Pupillen erweitern sich (deshalb auch als Augenschönheitsmittel Belladonna genutzt!), die Emotionen schlagen Purzelbäume, es treten Halluzinationen, Orientierungslosigkeit und Verwirrtheitszustände auf. Und schließlich fällt der Betroffene in Bewusstlosigkeit und stirbt, falls ihm nicht ein Gegenmittel wie Kohle verabreicht wird. Man könnte es mit einer fiebrigen Erkrankung oder mit Irresein verwechseln. Anscheinend ist die giftige Wirkung schon seit Jahrtausenden bekannt. Eine schöne Zusammenfassung findet man auch in diesem Link über die Apothekenangestellte Agatha Christie und die wichtigsten Giftpflanzen. Fehlen natürlich noch Pilze und Maiglöckchen und einiges mehr.
Samstag, 14. September 2013
Der lange Weg nach Ludwigsburg
| Schloss Ludwigsburg, Südseite, im Vordergrund die Berliner |
Nun aber zum Hightlight des Tages: Der blühende Barock im Schlossgarten! Es war inzwischen 17.26, und wir warteten vier Minuten, bis der Preis um zwei Euronen runterging. Was juckt`s, wir hatten doch Zeit! Eine Gruppe nebenstehender Berliner bot das jedoch Anlass zum Schwabenwitz: Die Schwaben hätten ja immer einen Anlass zu sparen! Da wir keine Schwaben sind, focht uns das nicht an, zumal sie selbst die vier Minuten warteten.
Den südlichen Schlossgarten - und alles Übrige - hatten wir zuletzt im Frühjahr gesehen, als noch das meiste kahl war. Jetzt staunte ich nicht schlecht, was für Superlative der Spätsommer und Herbst noch bringen können.
Wie so oft, begegnete mir auch eine Figur wieder, die zumindest als Herrscher und Landesvater in meinem neuen Roman vorkommt: Herzog Carl Eugen, der in diesem Schloss wirkte und kreieren ließ, die Künste förderte, aber auch seinen Untertanen die Hand abhacken ließ, wenn sie Holz aus den Alleen stohlen. Er brachte den Dichter Friedrich Daniel Schubart für zehn Jahre auf den Hohenasperg, weil er sich in seinen Schriften gegen die Obrigkeit gewandt hatte. Des Herzogs Mätresse Franziska von Hohenheim hatte der Dichter als "Lichtputze, die qualmt und stinkt" bezeichnet, so dass es den beiden ein Vergnügen war, den Delinquenten nach zehn Jahren gebrochen aus dem Kerker kommen zu sehen. Und auch Schiller musste vor dem Herzog nach Mannheim fliehen, sonst hätte er die Aufführung seiner "Räuber" in Mannheim nicht miterleben können und es hätte ihn vielleicht auch in die Verliese des Hohenaspergs verschlagen. Ein Besuch bei Schubart in dessen Zelle inspirierte ihn übrigens zu den "Räubern".
Und die Moral von der Geschicht: Man sollte niemals aufgeben, auch wenn sich der Weg zum Ziel auch als noch so dornig und weitläufig erweist!
Dienstag, 10. September 2013
Der verdammte Mausarm!
Ich kenne Sehnenscheidenentzündungen von früher her. Einmal hackte ich zwei Stunden den Boden im Garten um, was zu einer Entzündung im rechten Arm führte.Wochenlang konnte ich kaum eine Kaffeetasse halten. Der Arzt verschrieb Mobilat und Schonung. Nach ein paar Wochen war das wieder weg, aber ich habe den Arm nie wieder so plötzlich und so stark belastet. Denn es kann jederzeit wieder aufreten. Vor einem Jahr trat es dann wieder im rechten Arm auf. Damit hatte ich mehr als zehn Jahre lang die Maus bedient. Wechselte also auf den linken Arm, woraufhin die Beschwerden verschwanden. Zudem war der Nacken so sehr verspannt, dass ich beim Autofahren kaum noch den Kopf drehen konnte. Das habe ich allmählich weggekriegt, indem ich beim Schlafen die Lage wechselte und das Verhalten vor dem PC veränderte. Einen Einbruch gab es aber beim letzten Lektorat im April. Da korrigierte ich an einem einzigen Wochenende einen 430-Seiten-Roman, 20 Stunden am Stück. Seitdem tut`s im rechten Oberarm weh, weil ich ihn zu stark aufgestützt hatte. Es wird nur besser, wenn ich ihn gar nicht benutze. Das Schreiben habe ich in kleine Portionen verteilt, mache viel mit links. Man kann sogar im Stehen schreiben, was sehr erleichternd ist! Hat jemand noch andere "Rezepte", außer, den gesamten PC-Platz ergomanisch umzugestalten?
Sonntag, 8. September 2013
Der Ursuppenroman
Ist nicht so der Renner wie "Autor sein bei Spiegelbest", aber auch mal wert, sich damit zu beschäftigen. Wie kommst du auf die Ideen für deine Romane?, wurde ich manchmal schon gefragt. Nein, sie lagen nicht einfach auf der Straße, aber ich habe sie aufgesammelt und zunächst in Kurzgeschichten verarbeitet. Sie lagen in Museen, standen auf Schildern alter Häuser, in der Zeitung oder verbargen sich in ganz bestimmten Landschaften und Städten. Es waren einfache Meldungen, Legenden, hsitorische Ereignisse, bestimmte Figuren und oft wahre Begebnisse.
Die Romane:
Eduard Mörike. Ein Leben auf der Flucht entstand aus der Kurzgeschichte "Sprung von der Kanzel".
Aufbruch nach Blaubeuren hieß zunächst "Der Haufen".
Die Nonne und die Hure war eine Art Adamsrippe aus dem Ursuppenroman "Der Fluch des Hauses Dario".
Die Pilgerin von Montserrat entsprang der Chronik der Herren von Zimmern.
Der schwäbische Kalender war sozusagen die Würze in der Ursuppe,
die Hure und der Mönch etwas Eigenständiges.
Die Köchin und der Kardinal schließlich die Weiterführung des "Aufbruchs" in einer etwas späteren Zeit. Sie beginnt mit dem Überfall der Kaiserlichen auf die Stadt Calw im Jahre 1634, gelesen in den Aufzeichnungen des Jakob Valentin Andreä. Drei Kurzgeschichten sind in der Anthologie "Gezeiten. Hin- und -Weggeschichten" vertreten. Und wer weiß, vielleicht sind auch Kurzgeschichten ja mal gefragt, so dass ich sie selbst veröffentlichen könnte.
Die Projekte:
Der Krimi "Martinsmorde" entstand aus dem Mord in einem Schwarzwalddorf und dessen Figuren, u.a. einer Messie, einem XXL-Wirt und einem sogenannten Waldschrat.
Der historische Krimi "Feuer im Bauch" alias "Das Geisterschloss" war mal eine Kurzgeschichte, inspiriert durch einen Stadtschreiber des 18. Jahrhunderts, der eine Stadt in Brand setzte und einer Bäuerin, die von einem Felsen der schwäbischen Alb stürzte und zu Tode kam.
Der Thriller schließlich und endlich ist das Gerüst des Ursuppenromans, aus dem schon so viel hervorgegangen ist. Darin ist auch noch der Bauernkriegs- und Malerroman enthalten.
Die Romane:
Eduard Mörike. Ein Leben auf der Flucht entstand aus der Kurzgeschichte "Sprung von der Kanzel".
Aufbruch nach Blaubeuren hieß zunächst "Der Haufen".
Die Nonne und die Hure war eine Art Adamsrippe aus dem Ursuppenroman "Der Fluch des Hauses Dario".
Die Pilgerin von Montserrat entsprang der Chronik der Herren von Zimmern.
Der schwäbische Kalender war sozusagen die Würze in der Ursuppe,
die Hure und der Mönch etwas Eigenständiges.
Die Köchin und der Kardinal schließlich die Weiterführung des "Aufbruchs" in einer etwas späteren Zeit. Sie beginnt mit dem Überfall der Kaiserlichen auf die Stadt Calw im Jahre 1634, gelesen in den Aufzeichnungen des Jakob Valentin Andreä. Drei Kurzgeschichten sind in der Anthologie "Gezeiten. Hin- und -Weggeschichten" vertreten. Und wer weiß, vielleicht sind auch Kurzgeschichten ja mal gefragt, so dass ich sie selbst veröffentlichen könnte.
Die Projekte:
Der Krimi "Martinsmorde" entstand aus dem Mord in einem Schwarzwalddorf und dessen Figuren, u.a. einer Messie, einem XXL-Wirt und einem sogenannten Waldschrat.
Der historische Krimi "Feuer im Bauch" alias "Das Geisterschloss" war mal eine Kurzgeschichte, inspiriert durch einen Stadtschreiber des 18. Jahrhunderts, der eine Stadt in Brand setzte und einer Bäuerin, die von einem Felsen der schwäbischen Alb stürzte und zu Tode kam.
Der Thriller schließlich und endlich ist das Gerüst des Ursuppenromans, aus dem schon so viel hervorgegangen ist. Darin ist auch noch der Bauernkriegs- und Malerroman enthalten.
Donnerstag, 5. September 2013
Belastbarkeit beim Schreiben
Vorhin fand ich einen Blogbeitrag von Sabine Schäfers: Was uns antreibt. Warum tun wir uns das an mit dem Schreiben, mit all den Widerständen, Rückschlägen, Absagen, falschen Versprechungen und Enttäuschungen? Nur dafür, dass wir das eigene Buch in den Händen halten, für die Rezensionen, für das Geld, das wir damit verdienen? Der Beitrag von Sabine Schäfers hat mich darauf gebracht, dass es auch noch einen anderen Grund geben könnte: nämlich an den Widerständen letztendlich zu wachsen, unabhängig davon, ob wir sie alle überwinden oder nicht. Es ist wie auch sonst im Leben. Ohne Belastungen und Widerstände würden wir nicht weiterkommen. Man stelle sich ein Kind vor, das in einer reichen Familie aufwächst und dem alle Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt werden. Wie im Schlaraffenland braucht es bloß die Hand aufzuhalten, schon hat es alles, was es begehrt. Im besten Fall wird es ein sozial denkender Reicher, der anderen davon gibt, was er hat. Im schlimmeren Fall wird er in seiner Entwicklung steckenbleiben und vielleicht einmal Bücher schreiben über sein langweiliges Leben, die sich auch noch wie geschnitten Brot verkaufen, weil er ein berühmter Playboy ist. Und nicht jeder hat ja das Talent eines Casanova! Unsere Devise sollte sein: Belastungen vermeiden, die uns nur zurückwerfen würden, unnützen Ballast abwerfen, Belastungen und Widerstände bezwingen, wenn uns die Erreichung dieser Ziele wichtig ist. Und vielleicht einen persönlichen Kompass zu entwickeln, der einen durch das Gewirr und die Gebirge führt, die sich auf dem Weg zum Ziel entgegenstemmen. Mein Kompass tickt zwar auch nicht immer richtig, aber er zeigt mir doch immer wieder die Richtung an, in der ich weitergehen sollte.
Sonntag, 1. September 2013
Autor sein bei Spiegelbest?
Ich gehe mal davon aus, dass jeder Autor einmal davon geträumt hat, wie es wäre, auf der Spiegel-Bestsellerliste zu stehen. Wenn ihm das Buchgeschäft nicht allzu übel mitgespielt hat, träumt er vielleicht immer noch davon. Neuerdings gibt es ja sozusagen eine Paralellbestsellerliste, wie aufmerksame Leser den Interviews im Tagesspiegel und der Zeit entnehmen konnten. Die Spatzen pfeifen es inzwischen von den Dächern, so dass man nicht mehr Gefahr läuft, einen ohnedies verbreiteten Gedanken publik zu machen. Hat man also die "Ehre", mit seinen Büchern auf einer der Downloadplattformen zu landen, kann man gewiss sein, dass
1. Die Verlage sich grün und gelb ärgern, weil ihre Print- und E-Bookverkäufe stagnieren. Sie müssten nur billiger anbieten, dann hätte der Spuk ein Ende. Und alle, Autoren und Verlage, würden wieder mehr verdienen.
2. Das Buch des Autors bekannter wird. Das hat Spiegelbest in einem Interview mit der Self Publisherin Norah Wilde gesagt.
Wir Autoren können daraus nur einen Schluss ziehen: Wir müssen uns entscheiden, ob wir mit unseren Büchern Geld verdienen oder bekannt werden wollen. Beides geht nicht zusammen. Wenn der Autor dann aber bekannt ist, kann er auch wieder Bücher verkaufen. Ist eine Milchmädchenrechnung und für uns Autoren ungerechter, als Verlage, Konferenzen, Vertreter, Agenten und Buchhändler jemals sein könnten. Das Thema "umsonst ist geil" wird nämlich bleiben, also auch bei Büchern jeder Art. Ich habe mich vor einiger Zeit mal auf dieser Plattform angemeldet und gesehen, wie es zugeht. Da ist jeder momentane Bestseller vertreten und darüber hinaus vor allem Bücher, die auch im Buchhandel gut gehen. Von Bekanntmachen kann also kaum die Rede sein, es sei denn, innerhalb dieser Communities von Filesharern, die mein Verlag und mein Agent vielleicht einmal als Zielgruppe angepeilt hatten, sich dann aber außerhalb der Legalität begeben haben und in der Gestalt eines modernen Robin Hood die Bücher an das Volk verteilen. Dem kann ich eigentlich nur entgehen, wenn ich weniger populäre Bücher schreibe. Denn auch ein Spiegelbest-Verlag braucht seine Bestklauerliste. Mit weniger populären Büchern hätte er weniger Downloadzahlen und damit auch weniger Ruhm. Nein, ich möchte freiwillig kein Autor bei Spiegelbest sein, denn kein Geld verdienen kann ich auch mit Verlagen oder als Self Publisher. Und bei den Robin Hoods kriege ich ja nicht mal einen Vorschuss!
1. Die Verlage sich grün und gelb ärgern, weil ihre Print- und E-Bookverkäufe stagnieren. Sie müssten nur billiger anbieten, dann hätte der Spuk ein Ende. Und alle, Autoren und Verlage, würden wieder mehr verdienen.
2. Das Buch des Autors bekannter wird. Das hat Spiegelbest in einem Interview mit der Self Publisherin Norah Wilde gesagt.
Wir Autoren können daraus nur einen Schluss ziehen: Wir müssen uns entscheiden, ob wir mit unseren Büchern Geld verdienen oder bekannt werden wollen. Beides geht nicht zusammen. Wenn der Autor dann aber bekannt ist, kann er auch wieder Bücher verkaufen. Ist eine Milchmädchenrechnung und für uns Autoren ungerechter, als Verlage, Konferenzen, Vertreter, Agenten und Buchhändler jemals sein könnten. Das Thema "umsonst ist geil" wird nämlich bleiben, also auch bei Büchern jeder Art. Ich habe mich vor einiger Zeit mal auf dieser Plattform angemeldet und gesehen, wie es zugeht. Da ist jeder momentane Bestseller vertreten und darüber hinaus vor allem Bücher, die auch im Buchhandel gut gehen. Von Bekanntmachen kann also kaum die Rede sein, es sei denn, innerhalb dieser Communities von Filesharern, die mein Verlag und mein Agent vielleicht einmal als Zielgruppe angepeilt hatten, sich dann aber außerhalb der Legalität begeben haben und in der Gestalt eines modernen Robin Hood die Bücher an das Volk verteilen. Dem kann ich eigentlich nur entgehen, wenn ich weniger populäre Bücher schreibe. Denn auch ein Spiegelbest-Verlag braucht seine Bestklauerliste. Mit weniger populären Büchern hätte er weniger Downloadzahlen und damit auch weniger Ruhm. Nein, ich möchte freiwillig kein Autor bei Spiegelbest sein, denn kein Geld verdienen kann ich auch mit Verlagen oder als Self Publisher. Und bei den Robin Hoods kriege ich ja nicht mal einen Vorschuss!
Samstag, 31. August 2013
Herbstwanderungen
In der letzten Zeit schmeckten mir die Wanderungen durchs Internet nicht mehr so recht. Es wird Zeit, wieder ins reale Leben, in die Natur und Kultur unseres Landes abzutauchen. Gestern liefen wir durch ein Meer von Kalkastern, Herbstenzian und Zwergginster, eine Reminiszenz an den Sommer, später gekrönt von einem Eis beim Lieblingsitaliener. Das ist eines der schönsten Mittel, wieder aufzutanken! Den PC möchte ich gerade in erster Linie zum Schreiben hochfahren. Alles andere macht irgendwie nur müde.
Mittwoch, 28. August 2013
Warum war Homo sapiens so erfolgreich?
Am letzen Sonntag war es bitter kalt, und es regnete in Schüben. Kein Wetter, um einen Hund oder einen Schreiber hinter dem Ofen hervorzulocken. Da konnte ich sicher den ganzen Tag lang nach Herzenslaune schreiben, wird jetzt der eine oder andere denken. Nein, damit habe ich erst abends angefangen. Denn im ZDF Info lief ein total spannender Themennachmittag mit dem Titel:
"Wie der Mensch die Welt eroberte." Alle Menschen stammen von einer schwarzen Frau in Äthiopien ab. Über Saudi-Arabien und Indien wanderte eine Gruppe von ein paar Hundert oder tausend Leuten nach Australien, nach Sibirien und China. Von dort nach Amerika. Ein Verwandter des Homo sapiens ging nach Europa und lebte dort lange als Neandertaler. Irgendwann traf Homo sapiens mit dem Neandertaler zusammen und musste sich mit ihm über die Fanggründe streiten. Der Neandertaler wurde nach Südfrankreich und Spanien verdrängt und starb schließlich aus. Warum hat Homo sapiens überlebt, und was machte ihn so erfolgreich? Seine Intelligenz, wird man vermuten, seine Fähigkeit, vorauszuplanen. Das Eichhörnchen sorgt aber auch für den Winter vor. War es das viele Fleisch, das die Neantertaler aßen, sorgte die Flexibilität bei der Nahrungsaufnahme für den Erfolg der anderen? Da wurde eine sehr verblüffende These aufgestellt: Homo sapiens überlebte vor allem deswegen (Vulkanausbrüche, Erdbeben, Eiszeiten), weil er in der Lage war, soziale Netzwerke zu bilden und mittels Sprache zu kommunizieren. Auch früheste Kunstwerke wie eine Flöte wurden gefunden.
Wenn man sich sein heutiges, stark fortgeschrittenes und im Vergleich wahrscheinlich recht entfremdetes Leben anschaut, kommt man zu dem selben Schluss. Wer hat meinem Partner eine Wohnung verschafft? Ein Bekannter aus politischen Tagen. Wer hilft mir, meinen Job auszuhalten, ohne wegen nervöser Erschöpfung wochenlang krankgeschrieben zu sein? Ein Netzwerk aus Kollegen, Ärzten, Psychologen und Supervisoren. Wer animierte mich, Romane zu schreiben und stand mir zur Seite, wenn es immer mal wieder nicht so lief? Meine Autorenkollegen und der Agent. So überlebt man auch im Kleinen mit Netzwerken und Kommunikation - wenn es echte Netzwerke sind.
"Wie der Mensch die Welt eroberte." Alle Menschen stammen von einer schwarzen Frau in Äthiopien ab. Über Saudi-Arabien und Indien wanderte eine Gruppe von ein paar Hundert oder tausend Leuten nach Australien, nach Sibirien und China. Von dort nach Amerika. Ein Verwandter des Homo sapiens ging nach Europa und lebte dort lange als Neandertaler. Irgendwann traf Homo sapiens mit dem Neandertaler zusammen und musste sich mit ihm über die Fanggründe streiten. Der Neandertaler wurde nach Südfrankreich und Spanien verdrängt und starb schließlich aus. Warum hat Homo sapiens überlebt, und was machte ihn so erfolgreich? Seine Intelligenz, wird man vermuten, seine Fähigkeit, vorauszuplanen. Das Eichhörnchen sorgt aber auch für den Winter vor. War es das viele Fleisch, das die Neantertaler aßen, sorgte die Flexibilität bei der Nahrungsaufnahme für den Erfolg der anderen? Da wurde eine sehr verblüffende These aufgestellt: Homo sapiens überlebte vor allem deswegen (Vulkanausbrüche, Erdbeben, Eiszeiten), weil er in der Lage war, soziale Netzwerke zu bilden und mittels Sprache zu kommunizieren. Auch früheste Kunstwerke wie eine Flöte wurden gefunden.
Wenn man sich sein heutiges, stark fortgeschrittenes und im Vergleich wahrscheinlich recht entfremdetes Leben anschaut, kommt man zu dem selben Schluss. Wer hat meinem Partner eine Wohnung verschafft? Ein Bekannter aus politischen Tagen. Wer hilft mir, meinen Job auszuhalten, ohne wegen nervöser Erschöpfung wochenlang krankgeschrieben zu sein? Ein Netzwerk aus Kollegen, Ärzten, Psychologen und Supervisoren. Wer animierte mich, Romane zu schreiben und stand mir zur Seite, wenn es immer mal wieder nicht so lief? Meine Autorenkollegen und der Agent. So überlebt man auch im Kleinen mit Netzwerken und Kommunikation - wenn es echte Netzwerke sind.
Dienstag, 27. August 2013
Stell dir vor, alle wollen lesen und kein Autor schreibt ...
Es gab ja in der Zeit der Friedensbewegung so etliche Parolen wie "Stell dir vor, es wäre Krieg und keiner geht hin". Manchmal denkt jetzt mein Hirn überspitzt, weil eigentlich alles, was mit Autoren, Verlagen, Agenten, Self Publishing und Büchern überhaupt geschieht, immer absurder wird. Oder sagen wir abstruser. Autoren sitzen an den ersten Produktionsstätten der geistigen Nahrungskette. Die großen Verlage nehmen kaum noch Newcomer auf, halten sich stattdessen noch auf der Basis ihrer erfolgreichen Hausautoren und auf der Ausschlachtung neuer Trends, bis die Leserschaft abwinkt. Agenturen machen eigentlich nichts für den Autor bzw. machen nur das für den Autor, was dem Verlag und ihnen selbst nützlich ist. Self Publisher sind die freiesten in dieser Landschaft, beuten sich aber mehr oder weniger selber aus. Letztendlich gibt es dann noch die Schmarotzer, die das, was der Autor produziert, der Agent vermittelt, der Verlag lektoriert, den Buchhändlern vorgestellt und herausgebracht hat, auf ihre Plattformen stellen und sich dann noch öffentlich damit brüsten, mit ihren millionenschweren Downloadzahlen allmählich die Verlags - und Buchhandelsbranche zu zerstören. Und dabei könne man ihnen nicht auf die Schliche kommen. Ich glaube, ich brauche hier keinen Link zu setzen, um damit, wie beim letzten Mal, große Aufmerksamkeit zu erregen. Ist es für einen Autor in dieser Situation nicht folgerichtig, wenn er sich sagt: Für eine solche Ausbeuter-und Ignorantenwelt schreibe ich nicht mehr?
Erstens ist bekannt, dass ein Streik, wie und wo auch immer, nur wirken kann, wenn sich ihm alle anschließen. Zweitens schneidet sich der Autor ins eigene Fleisch, denn er beraubt sich selbst einer seiner zentralen Ausdrucksmöglichkeiten. Und er beraubt die Leser, denen es auf etwas anderes ankommt, entscheidender Möglichkeiten. Ich gebe zu, dass mich schon manchmal ob dieser Umstände Unlust befiel. Doch die währte nie lange. Wie schon erwähnt, ziehe ich meine Projekte weiter durch, in einem Tempo, das mir genehm ist und mir gut tut. Die sammle ich in einem Pool und entscheide irgendwann, ob ich sie auf die gefahrvolle, aber doch so wunderbare Reise schicke.
Erstens ist bekannt, dass ein Streik, wie und wo auch immer, nur wirken kann, wenn sich ihm alle anschließen. Zweitens schneidet sich der Autor ins eigene Fleisch, denn er beraubt sich selbst einer seiner zentralen Ausdrucksmöglichkeiten. Und er beraubt die Leser, denen es auf etwas anderes ankommt, entscheidender Möglichkeiten. Ich gebe zu, dass mich schon manchmal ob dieser Umstände Unlust befiel. Doch die währte nie lange. Wie schon erwähnt, ziehe ich meine Projekte weiter durch, in einem Tempo, das mir genehm ist und mir gut tut. Die sammle ich in einem Pool und entscheide irgendwann, ob ich sie auf die gefahrvolle, aber doch so wunderbare Reise schicke.
Donnerstag, 22. August 2013
Trauma und Zwang
Stephen King sprach einmal davon, dass es wie die Entdeckung eines Fossils sei, wenn ein Autor auf eine Idee stoße, die vielleicht schon lange in ihm vergraben ist. So ein Erlebnis hatte ich heute beim Schwimmen. Die Begriffe "Trauma" und "Zwang" gingen mir im Kopf herum, psychische Realitäten, mit denen ich Zeit meines Berufslebens zu tun hatte und habe. Allmählich entwickelten sich vor meinem geistigen Auge eine Täter - und eine Opferpersönlichkeit, die ich mit meinem lange gehegten Traum von einem Psychothriller in Verbindung brachte. Solche Momente sind übrigens mit die schönsten in einem Autorendasein! Mit diesem Thema könnte ich eine Menge von dem, was ich hautnah erlebt habe, verarbeiten. Bei einem Trauma, einer seelischen oder körperlichen Verletzung, kann das Ich die unerträglichen Bilder ins UB verbannen. Derjenige kann scheinbar normal weiterleben, doch wirken die verdrängten Mächte weiter und können durch einen Trigger, ein Schlüsselerlebnis, wieder zum Vorschein kommen. Es entwickeln sich eine postraumatische Belastungsstörung oder auch Zwänge, die der Angstabwehr dienen. Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist viel verbreiteter, als man denkt. "Heil" wird ein Betroffener nur, wenn es ihm (mit psychotherapeutischer Hilfe) gelingt, zum Ursprung des Traumas vorzudringen. Man gackert bekanntlich nicht über ungelegte Eier, nur soviel sei verraten: Beginnen soll der Thriller in Hamburg.
In der nahen Zukunft werde ich also mehrgleisig fahren. Der 18. Jahrhundert-Roman, möglicherweise Krimi- und Sittengemälde in einem, soll weiter langsam wachsen. Den Schwarzwaldkrimi werde ich im September noch einmal überarbeiten und derweil die Story um den Psychothriller reifen lassen.
In der nahen Zukunft werde ich also mehrgleisig fahren. Der 18. Jahrhundert-Roman, möglicherweise Krimi- und Sittengemälde in einem, soll weiter langsam wachsen. Den Schwarzwaldkrimi werde ich im September noch einmal überarbeiten und derweil die Story um den Psychothriller reifen lassen.
Dienstag, 20. August 2013
Nachhaltige Begegnung in Maulbronn
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