Montag, 16. September 2013

Die Tollkirsche

Bei meinen Recherchen bin ich mal wieder auf diese eigentlich schöne Pflanze gestoßen. Andere Namen: Schafsbinde, Schwindelkirsche, Teufelsbinde, Teufelskirsche, Waldnachtschatten, Wutbeere. Man findet sie im Wald, am Waldrand und an Wegen, auf kalkhaltigen Böden. Wenn ich sie sehe, wird mir immer ein wenig unheimlich zumute, denn alles an dieser Pflanze ist hochgiftig. Die Beeren sollen süß und gut schmecken. Ein paar junge Drogenabhängige in unserem Ort haben sie mal missbräuchlich als Tee getrunken, sind wie irre herumgelaufen und mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Bei Vergiftung rötet sich die Haut, der Puls erhöht sich stark, die Pupillen erweitern sich (deshalb auch als Augenschönheitsmittel Belladonna genutzt!), die Emotionen schlagen Purzelbäume, es treten Halluzinationen, Orientierungslosigkeit und Verwirrtheitszustände auf. Und schließlich fällt der Betroffene in Bewusstlosigkeit und stirbt, falls ihm nicht ein Gegenmittel wie Kohle verabreicht wird. Man könnte es mit einer fiebrigen Erkrankung oder mit Irresein verwechseln. Anscheinend ist die giftige Wirkung schon seit Jahrtausenden bekannt. Eine schöne Zusammenfassung findet man auch in diesem Link über die Apothekenangestellte Agatha Christie und die wichtigsten Giftpflanzen. Fehlen natürlich noch Pilze und Maiglöckchen und einiges mehr.
http://tierdoku.com/images/Tollkirsche345.jpg

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