Montag, 30. September 2013

Herbstwanderung

Es gibt eine Wanderung abseits des Neckartales, die wir nur deshalb immer wieder machen, weil wir am Schluss stundenlang bergab auf einem Saumpfad gehen können, durch einen geradezu märchenhaften Wald. Horb sei gesperrt, hatte der Vermieter meines Freundes gesagt. Und so nahmen wir den Weg über die Höhen. Dort gab es so viele Baustellen und Umleitungen, dass wir eine halbe Stunde lang nur im Kreis herumfuhren. Endlich war das Tal erreicht.Vor Oberndorf am Neckar (ja, der Ort mit der Waffenfabrik!), stand eine rote Ampel. Die Autos warteten zehn Minuten, 20 Minuten, eine halbe Stunde. Alle begannen  unruhig zu werden. Immer wieder kam ein Pulk von Autos von der Gegenseite. Schließlich dämmerte uns etwas. Wir folgten mit quietschenden Reifen einem Wagen, der einfach draulos fuhr, trotz drohendem Rot. Und was erwartete uns auf der anderen Seite? Ein Auto, das an einer roten Ampel stand! Ich frage mich, wie lange die anderen wohl noch gewartet haben! Bei Altoberndorf dann die verdiente Latte Macchiato in der Sonne. Der Anstieg auf den Berg ist nicht ohne, doch kann man sich an lila Büscheln von Herbstenzian, Kalkastern und Felsennelken erfreuen. Oben zweigt ein Weg zu einer Kapelle ab. Wir gingen aber geradeaus, weil wire in den Märchenwald wollten(Richtung Schenkenburg). Mühsam tappt man, ziemlich lange, durch sumpfiges Gelände, von Farnen und Brombeerbüschen umgeben. Aber dann ist man oben und beginnt den Abstieg-ein wenig so wie bei einer moderaten Wald-Achterbahn. Steine, Moose, welkes Laub, ein dichter Tunnel aus Kiefern, Buchen und Eichen. Es würde mich nicht wundern, wenn ein kauziges Männchen erschienen wäre und uns zu einem verborgenen Schatz oder zu einer Leiche geführt hätte.Unten im Talgrund kann man noch einen Abstecher zur Ruine Schenkenburg machen, tief im Wald versteckt. Der andere Weg führt an Forellenteichen vorbei zur Straße und auf einem Radweg zurück nach Altoberndorf (es gibt auch einen Pfad durch den Wald, aber da muss man wieder kraxeln). Am Radweg stehen neuerdings Maisfelder, vermischt mit großformatigen Sonnenblumen. "Die sind für den Bioofen!", erklärte uns ein alter Mann. Hat sich diese Wanderung nun gelohnt, durch all die Schwernisse und Unbilden hindurch? Dieselbe Frage könnte man sich für das Schreiben stellen und noch für viele andere Dinge.
Länge: 6-7Km  Schwierigkeitsgrad: mittel P: bei der Halle oder hinten an der Heide  Einkehrmöglichkeit: "Uschis Imbiss" mit Terasse

Mittwoch, 25. September 2013

Die Stunde der Wahrheit

Heute erhielt ich eine Mail der Agentur bzw. des Verlages mit dem Hinweis, dass sich der Verkauf der Restbestände von der "Pilgerin von Montserrat" nicht mehr lohne. Ab November wolle man deshalb den Ladenpreis aufheben und damit an die Großbuchhandlungen und die modernen Antiquariate gehen. Gern könne ich Exemplare zum Ausverkaufspreis beziehen (und nach dem damaligen Vertrag würde ich daran sogar noch mitverdienen, wenn es auch um geringe Summen geht, die dann vom Herstellungspreis wieder verschlungen werden). Ich habe so einen Ausverkauf schon bei meinem ersten Buch erlebt und mich im Grunde darüber gefreut, weil das Buch damit noch einmal ordentlich unter die Leute kam. Auch später sah ich immer wieder Bücher mir bekannter Autoren auf den AV-Tischen, dachte "auch du mein Bruder, meine Schwester" - und kaufte das dann trotzdem gern, denn wer ist kein Sparfuchs, wenn sich die Gelegenheit bietet? Was mir bei der Sache aber nie klar wird, ist die Rechterückgabe. Mein erster Verlag hat sie mir sofort zurückgegeben, nachdem das Buch ausverkauft war. Von dem o.g. Buch besteht aber nun zum Beispiel kein E-Book. Der Verlag hat also weiterhin das Recht, ein E-Book herauszubringen, wenn er es für günstig hält, weil ich ihm diese Rechte ja eingeräumt habe. Laut Vertrag kann ich 5 Jahre nach Nicht-Ausübung eines Rechtes die Buchrechte zurückfordern. Nicht, dass der Eindruck entsteht, ich wolle es selbst als E-Book herausbringen. Es ist das einzige Buch, das ich ohne Absprache mit dem Agenten geschrieben habe. Nach dem Erfolg des ersten Romans war die Auflage zu hoch angesetzt, es sind 2800 Exemplare übriggeblieben. Insofern hat es sich also am schlechtesten verkauft und damit die Verkäufe der anderen heruntergezogen. Der Titel war schlecht gewählt, das Cover hatte mit dem Inhalt wenig zu tun. Als "Geheimnis des ersten Kreuzzugs" hätte es sich vielleicht etwas besser gemacht. Und einigen Lesern war der erste Teil zu schwierig. Aber sei`s drum, ich wünsche ihm, dass es dann zum Billigpreis an die Leser kommt und werde es nicht mehr selbst herausbringen. Statt dessen juckt mich in den Fingern, meinen Mörike einfach auch mal auszuverkaufen, daran verdiene ich immer noch mehr als an den Ausverkäufen der Printbücher!                 

Montag, 23. September 2013

Tipps für Autoren-von der Frankfurter Buchmesse!

Gerade habe ich einen Link gefunden, der für Neuautoren und eigentlich auch für "gestandene Autoren" wie mich eine gute Zusammenfasssung bietet, wie man auch heute noch an einen Verlag oder zu einem E-Book kommen kann. Dabei werden allerdings den Genres, den Publikumsverlagen und Agenturen breite Räume eingerichtet. Wichtig ist dabei die Frage, was man und wen man mit seinem Manuskript erreichen will. Genauso wichtig, dass man die Idee in wenigen Worten zusammenfassen kann, sei es ein Sachbuch oder ein Roman. Interessant, dass dem Self Publishing Erwähnung getan wird, allerdings wenig ausführlich. Nach dem Dafürhalten der Frankfurter Buchmesse (wer auch immer das geschrieben haben mag) eignen sich kürzere Texte besser für das E-Book. Ist es ein sogenannter Nischentext, sei es bei kleineren Verlagen besser aufgehoben, die auch familiärer mit dem Autor zusammenarbeiten. Kann ich bestätigen. Was mich betrifft, bräuchte ich für meine beiden jetzigen Projekte keinen Agenten. Der wäre erst wieder gefragt, wenn ich einen Thriller/ Psychothriller schreiben würde.

Die Rechte an meinen vier historischen Romanen bekomme ich so bald nicht zurück, weil sie sich noch verkaufen. Die kann ich also auch nicht als E-Book rausbringen. Self Publishing ist dann für mich eine Option, wenn kein Verlag mehr anbeissen will. Mit allen Konsequenzen, wie ich weiß.

Finale Schreibblockade?

In der letzten Zeit bemerke ich, dass es um mich herum bröckelt. In meiner Blogroll anderer Autoren wird immer seltener gepostet, eine mir sehr liebe Autorin (Marie) möchte ihren Blog sogar löschen. Diskussionen, die hier früher stattfanden, haben sich zu Facebook verlagert (wo sie sonst noch stattfinden, weiß ich nicht, da ich nicht überall zeitgleich sein kann). Und dort klinke ich mich nur selten ein. Ich wende täglich etwa eine Stunde für Social Media auf. Facebook überschlage ich täglich innerhalb 10 Minuten, setze manchmal ein paar Likes oder einen Kommentar ab. Das war`s dann auch schon. Und ich glaube auch nicht, dass es sich in dieser Form noch einmal groß ändern wird. Es gibt auch Autorinnen wie Friederike Schmoe, von der ich letztens ein Buch gekauft habe, das mir gut gefallen hat. Da sehe ich nur ab und zu ein Posting. Bei anderen hat sich seit Monaten nichts getan. Seit einiger Zeit hat sich eine Mauer vor mir aufgebaut, sie bremst mich immer wieder aus. Zwar habe ich inzwischen mehr als 100 Seiten meines historischen Nogo-Romans über das 18. Jahrhundert geschrieben, aber ich bin immer wieder versucht, ihn wegzulegen. Und zwar nicht, weil es so viel schwieriger geworden ist, Manuskripte egal welcher Art unterzubringen, sondern weil ich den Eindruck habe, ich müsste noch zehnmal besser, interessanter, spannender, gut recherchierter werden, um überhaupt noch irgendwo anzukommen. Und noch zehnmal so viel Zeit und Kraft aufwenden, die ich nicht mehr habe und nicht mehr haben möchte. Mein Blog war immer ein Zeichen meiner schreiberischen Vitalität. Wenn ich hier nichts mehr beitrage, wäre die Schreibblockade wirklich final.

Donnerstag, 19. September 2013

Bettelbriefe

Wenn du als Autor irgendwie in Erscheinung trittst, indem du veröffentlichst, bleiben dir gewisse Erfahrungen nicht erspart. Dahinter stecken zwei Irrtümer:
1. Wenn ein Autor veröffentlicht, wird er automatisch schnell reich.
2. Als veröffentlichter Autor hat er eine gesellschaftliche, um nicht zu sagen karikative Verpflichtung.

Eines bedingt das andere. Und da der Autor reich ist, braucht er ja nichts zu tun außer Bestseller zu schreiben und hat Zeit und Geld, beides unter die Leute zu bringen. Außerdem muss er all diejenigen unterstützen, die bisher nicht das Glück hatten, einen Verlag zu finden. Bekannt ist inzwischen mein Beispiel, wie jemand sein Manuskript in meinen Briefkasten warf, während ich schlief. Allein daraus könnte man einen Stalker-Krimi spinnen! Dann erhielt ich, schon beim ersten Buch, Anrufe wie: Als Schriftstellerin hätten Sie doch sicher gern ein Spiegel-Abo? Nun, ich habe meine erste Aufgabe immer darin gesehen, Bücher zu schreiben, so gut ich es konnte, meine karikativen Verpflichtungen erfülle ich in meinem Beruf. Trotzdem kommen alljährlich Briefe, die mich dazu auffordern, signierte Bücher zu spenden, um damit ein gutes Werk zu tun. Beim ersten Mal fand ich es auch gut. Eine Weihnachtstombola, meine Bücher als Preise, der Erlös geht nach Honduras usw. Klang sehr seriös. Ich habe aber nie irgendetwas darüber gehört, wo diese Bücher, die ich hier auf dem Land mit viel Zeitaufwand und für teures Porto verschickt habe, gelandet sind. Gestern kam wieder so ein Brief, von derselben Stelle. Darauf habe ich nicht mehr reagiert. Wo sie wohl die Adressen herhaben? Vom Verlag? Aus dem Internet? Meine Belegexemplare werde ich mit der Zeit lieber an Interessierte weitergeben, zu denen ich irgendeinen Bezug habe.

Montag, 16. September 2013

Die Tollkirsche

Bei meinen Recherchen bin ich mal wieder auf diese eigentlich schöne Pflanze gestoßen. Andere Namen: Schafsbinde, Schwindelkirsche, Teufelsbinde, Teufelskirsche, Waldnachtschatten, Wutbeere. Man findet sie im Wald, am Waldrand und an Wegen, auf kalkhaltigen Böden. Wenn ich sie sehe, wird mir immer ein wenig unheimlich zumute, denn alles an dieser Pflanze ist hochgiftig. Die Beeren sollen süß und gut schmecken. Ein paar junge Drogenabhängige in unserem Ort haben sie mal missbräuchlich als Tee getrunken, sind wie irre herumgelaufen und mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Bei Vergiftung rötet sich die Haut, der Puls erhöht sich stark, die Pupillen erweitern sich (deshalb auch als Augenschönheitsmittel Belladonna genutzt!), die Emotionen schlagen Purzelbäume, es treten Halluzinationen, Orientierungslosigkeit und Verwirrtheitszustände auf. Und schließlich fällt der Betroffene in Bewusstlosigkeit und stirbt, falls ihm nicht ein Gegenmittel wie Kohle verabreicht wird. Man könnte es mit einer fiebrigen Erkrankung oder mit Irresein verwechseln. Anscheinend ist die giftige Wirkung schon seit Jahrtausenden bekannt. Eine schöne Zusammenfassung findet man auch in diesem Link über die Apothekenangestellte Agatha Christie und die wichtigsten Giftpflanzen. Fehlen natürlich noch Pilze und Maiglöckchen und einiges mehr.
http://tierdoku.com/images/Tollkirsche345.jpg

Samstag, 14. September 2013

Der lange Weg nach Ludwigsburg

NachLudwigsburg kamen wir gestern wie die Jungfrau zum Kind: Eine mehr oder weniger verregnete und kalte Woche Urlaub näherte sich ihrem Ende. Was, bitte, sollte man "urlaubsmäßig" unternehmen, um nicht dazusitzen und zu überlegen, was man an Neuigkeiten bei FB oder im Blog einstellen könnte, ob man liest, die Wohnung putzt oder häppchenweise (s.o.) am Roman weiterschreibt? Der Wetterfrosch von SW3 hatte armschwingend verkündet, nördlich von Stuttgart gebe es etwas größere Chancen auf etwas Sonne und blauen Himmel. Also, auf nach Stuttgart! Es ging auch zügig voran, aber an der Gemarkung Böblingen-Hulb begann etwas, das sich zu einem mittleren Horrortripp auswachsen sollte. Die Autobahn ist hier in den letzten Jahren auf beiden Seiten dreispurig ausgebaut worden, was immer wieder zu Staus und Behinderungen führte, oft natürlich, wenn wir gerade in den Urlaub fahren wollten. Jetzt ist das Teilstück fertig - und was sollten wir erleben? Den ärgsten und dichtesten Stau, der uns jemals untergekommen ist! Die Leute fuhren schon auf der Standspur, um endlich aus dieser Hölle zu entkommen, aber diejenigen, die es schafften, konnten dann auch nur Stoßstange an Stoßstange weiterfahren. Endlich war es auch uns gelungen. Was aber dazu führte, dass wir endlos im Stau weiterfuhren, auch auf dem Land, und nicht mehr wussten, wo es langging. Zweimal ewig im Kreis herum, mit Blick auf die blaue Mauer der Alb. Im SWF1 wurde berichtet, dass es dort, wo wir waren, recht warm sei, nämlich 16°. Ich ballte die ganze Zeit die Fäuste und starrte grimmig-verzweifelt geradeaus, während mein Partner, mit dem Naturell des Drummers, tobte und aus dem Fenster hinausschimpfte. Schließlich sahen wir, dass auf der Autobahn die Autos wieder fuhren. Es war tatsächlich so, und hier fanden wir auch den Grund für die ganze Misere: an dieser Stelle wurde die AB nämlich wieder zweispurig! Autos lagen manövrierunfähig am Straßenrand, eine Frau sprach ohne jede Hoffnung in ihr Handy. Ja, wie endete das wohl noch an diesem Tag? Quer durch das westliche Stuttgart, im Stau natürlich, Zuffenhausen, Kornwestheim - und dann endlich tauchte Ludwigsburg auf! Eigentlich wollten wir nach Marbach, der Schillerstadt, aber in der Residenzstadt Ludwigsburg war gerade der Himmel aufgerissen, und die Sonne überstrahlte alles mit einem goldenen Schimmer. Hier pulsiert das Leben gelassener als in Stuttgart, auf der Autobahn und anderswo. Der Ratskeller hat ein wunderschönes Gartencafé, wo wir auch wieder unsere Latte tranken. Die machen vorzügliche Torten und Pralinen. Ich erstand eine der wenigen Süßigkeiten, die ich wirklich mag, nämlich edle Geleefrüchte. Vorbei am Mörikehaus in der Oberen Kirchstraße betraten wir den riesigen Marktplatz mit der Kirche, dem Brunnen, Cafés und hinten im Eck dem Haus, in dem Justinus Kerner, Arzt und Geisterseher, geboren wurde. Die Staus waren vergessen. Da ich Urlaub hatte, musste ich auf dem Rückweg noch einmal zuschlagen, nämlich in der Fischhalle, in der ich ein Stück Räucheraal mitgehen ließ.
Schloss Ludwigsburg, Südseite, im Vordergrund die Berliner
                                                           
Nun aber zum Hightlight des Tages: Der blühende Barock im Schlossgarten! Es war inzwischen 17.26, und wir warteten vier Minuten, bis der Preis um zwei Euronen runterging. Was juckt`s, wir hatten doch Zeit! Eine Gruppe nebenstehender Berliner bot das jedoch Anlass zum Schwabenwitz: Die Schwaben hätten ja immer einen Anlass zu sparen! Da wir keine Schwaben sind, focht uns das nicht an, zumal sie selbst die vier Minuten warteten.
Den südlichen Schlossgarten - und alles Übrige - hatten wir zuletzt im Frühjahr gesehen, als noch das meiste kahl war. Jetzt staunte ich nicht schlecht, was für Superlative der Spätsommer und Herbst noch bringen können.
                                                        
Wie so oft, begegnete mir auch eine Figur wieder, die zumindest als Herrscher und Landesvater in meinem neuen Roman vorkommt: Herzog Carl Eugen, der in diesem Schloss wirkte und kreieren ließ, die Künste förderte, aber auch seinen Untertanen die Hand abhacken ließ, wenn sie Holz aus den Alleen stohlen. Er brachte den Dichter Friedrich Daniel Schubart für zehn Jahre auf den Hohenasperg, weil er sich in seinen Schriften gegen die Obrigkeit gewandt hatte. Des Herzogs Mätresse Franziska von Hohenheim hatte der Dichter als "Lichtputze, die qualmt und stinkt" bezeichnet, so dass es den beiden ein Vergnügen war, den Delinquenten nach zehn Jahren gebrochen aus dem Kerker kommen zu sehen. Und auch Schiller musste vor dem Herzog nach Mannheim fliehen, sonst hätte er die Aufführung seiner "Räuber" in Mannheim nicht miterleben können und es hätte ihn vielleicht auch in die Verliese des Hohenaspergs verschlagen. Ein Besuch bei Schubart in dessen Zelle inspirierte ihn übrigens zu den "Räubern".

                                                     

Und die Moral von der Geschicht: Man sollte niemals aufgeben, auch wenn sich der Weg zum Ziel auch als noch so dornig und weitläufig erweist!

Dienstag, 10. September 2013

Der verdammte Mausarm!

Ich kenne Sehnenscheidenentzündungen von früher her. Einmal hackte ich zwei Stunden den Boden im Garten um, was zu einer Entzündung im rechten Arm führte.Wochenlang konnte ich kaum eine Kaffeetasse halten. Der Arzt verschrieb Mobilat und Schonung. Nach ein paar Wochen war das wieder weg, aber ich habe den Arm nie wieder so plötzlich und so stark belastet. Denn es kann jederzeit wieder aufreten. Vor einem Jahr trat es dann wieder im rechten Arm auf. Damit hatte ich mehr als zehn Jahre lang die Maus bedient. Wechselte also auf den linken Arm, woraufhin die Beschwerden verschwanden. Zudem war der Nacken so sehr verspannt, dass ich beim Autofahren kaum noch den Kopf drehen konnte. Das habe ich allmählich weggekriegt, indem ich beim Schlafen die Lage wechselte und das Verhalten vor dem PC veränderte. Einen Einbruch gab es aber beim letzten Lektorat im April. Da korrigierte ich an einem einzigen Wochenende einen 430-Seiten-Roman, 20 Stunden am Stück. Seitdem tut`s im rechten Oberarm weh, weil ich ihn zu stark aufgestützt hatte. Es wird nur besser, wenn ich ihn gar nicht benutze. Das Schreiben habe ich in kleine Portionen verteilt, mache viel mit links. Man kann sogar im Stehen schreiben, was sehr erleichternd ist! Hat jemand noch andere "Rezepte", außer, den gesamten PC-Platz ergomanisch umzugestalten?

Sonntag, 8. September 2013

Der Ursuppenroman

Ist nicht so der Renner wie "Autor sein bei Spiegelbest", aber auch mal wert, sich damit zu beschäftigen. Wie kommst du auf die Ideen für deine Romane?, wurde ich manchmal schon gefragt. Nein, sie lagen nicht einfach auf der Straße, aber ich habe sie aufgesammelt und zunächst in Kurzgeschichten verarbeitet. Sie lagen in Museen, standen auf Schildern alter Häuser, in der Zeitung oder verbargen sich in ganz bestimmten Landschaften und Städten. Es waren einfache Meldungen, Legenden, hsitorische Ereignisse, bestimmte Figuren und oft wahre Begebnisse.
Die Romane:
Eduard Mörike. Ein Leben auf der Flucht entstand aus der Kurzgeschichte "Sprung von der Kanzel".
Aufbruch nach Blaubeuren hieß zunächst "Der Haufen".
Die Nonne und die Hure war eine Art Adamsrippe aus dem Ursuppenroman "Der Fluch des Hauses Dario".
Die Pilgerin von Montserrat entsprang der Chronik der Herren von Zimmern.
Der schwäbische Kalender war sozusagen die Würze in der Ursuppe,
die Hure und der Mönch etwas Eigenständiges.
Die Köchin und der Kardinal schließlich die Weiterführung des "Aufbruchs" in einer etwas späteren Zeit. Sie beginnt mit dem Überfall der Kaiserlichen auf  die Stadt Calw im Jahre 1634, gelesen in den Aufzeichnungen des Jakob Valentin Andreä. Drei Kurzgeschichten sind in der Anthologie "Gezeiten. Hin- und -Weggeschichten" vertreten. Und wer weiß, vielleicht sind auch Kurzgeschichten ja mal gefragt, so dass ich sie selbst veröffentlichen könnte.

Die Projekte:
Der Krimi "Martinsmorde" entstand aus dem Mord in einem Schwarzwalddorf und dessen Figuren, u.a. einer Messie, einem XXL-Wirt und einem sogenannten Waldschrat.
Der historische Krimi "Feuer im Bauch" alias "Das Geisterschloss" war mal eine Kurzgeschichte, inspiriert durch einen Stadtschreiber des 18. Jahrhunderts, der eine Stadt in Brand setzte und einer Bäuerin, die von einem Felsen der schwäbischen Alb stürzte und zu Tode kam.
Der Thriller schließlich und endlich ist das Gerüst des Ursuppenromans, aus dem schon so viel hervorgegangen ist. Darin ist auch noch der Bauernkriegs- und Malerroman enthalten.

Donnerstag, 5. September 2013

Belastbarkeit beim Schreiben

Vorhin fand ich einen Blogbeitrag von Sabine Schäfers: Was uns antreibt. Warum tun wir uns das an mit dem Schreiben, mit all den Widerständen, Rückschlägen, Absagen, falschen Versprechungen und Enttäuschungen? Nur dafür, dass wir das eigene Buch in den Händen halten, für die Rezensionen, für das Geld, das wir damit verdienen? Der Beitrag von Sabine Schäfers hat mich darauf gebracht, dass es auch noch einen anderen Grund geben könnte: nämlich an den Widerständen letztendlich zu wachsen, unabhängig davon, ob wir sie alle überwinden oder nicht. Es ist wie auch sonst im Leben. Ohne Belastungen und Widerstände würden wir nicht weiterkommen. Man stelle sich ein Kind vor, das in einer reichen Familie aufwächst und dem alle Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt werden. Wie im Schlaraffenland braucht es bloß die Hand aufzuhalten, schon hat es alles, was es begehrt. Im besten Fall wird es ein sozial denkender Reicher, der anderen davon gibt, was er hat. Im schlimmeren Fall wird er in seiner Entwicklung steckenbleiben und vielleicht einmal Bücher schreiben über sein langweiliges Leben, die sich auch noch wie geschnitten Brot verkaufen, weil er ein berühmter Playboy ist. Und nicht jeder hat ja das Talent eines Casanova!  Unsere Devise sollte sein: Belastungen vermeiden, die uns nur zurückwerfen würden, unnützen Ballast abwerfen, Belastungen und Widerstände bezwingen, wenn uns die Erreichung dieser Ziele wichtig ist. Und vielleicht einen persönlichen Kompass zu entwickeln, der einen durch das Gewirr und die Gebirge führt, die sich auf dem Weg zum Ziel entgegenstemmen. Mein Kompass tickt zwar auch nicht immer richtig, aber er zeigt mir doch immer wieder die Richtung an, in der ich weitergehen sollte.

Sonntag, 1. September 2013

Autor sein bei Spiegelbest?

Ich gehe mal davon aus, dass jeder Autor einmal davon geträumt hat, wie es wäre, auf der Spiegel-Bestsellerliste zu stehen. Wenn ihm das Buchgeschäft nicht allzu übel mitgespielt hat, träumt er vielleicht immer noch davon. Neuerdings gibt es ja sozusagen eine Paralellbestsellerliste, wie aufmerksame Leser den Interviews im Tagesspiegel und der Zeit entnehmen konnten. Die Spatzen pfeifen es inzwischen von den Dächern, so dass man nicht mehr Gefahr läuft, einen ohnedies verbreiteten Gedanken publik zu machen. Hat man also die "Ehre", mit seinen Büchern auf einer der Downloadplattformen zu landen, kann man gewiss sein, dass
1. Die Verlage sich grün und gelb ärgern, weil ihre Print- und E-Bookverkäufe stagnieren. Sie müssten nur billiger anbieten, dann hätte der Spuk ein Ende. Und alle, Autoren und Verlage, würden wieder mehr verdienen.
2. Das Buch des Autors bekannter wird. Das hat Spiegelbest in einem Interview mit der Self Publisherin Norah Wilde gesagt.

Wir Autoren können daraus nur einen Schluss ziehen: Wir müssen uns entscheiden, ob wir mit unseren Büchern Geld verdienen oder bekannt werden wollen. Beides geht nicht zusammen. Wenn der Autor dann aber bekannt ist, kann er auch wieder Bücher verkaufen. Ist eine Milchmädchenrechnung und für uns Autoren ungerechter, als Verlage, Konferenzen, Vertreter, Agenten und Buchhändler jemals sein könnten. Das Thema "umsonst ist geil" wird nämlich bleiben, also auch bei Büchern jeder Art. Ich habe mich vor einiger Zeit mal auf dieser Plattform angemeldet und gesehen, wie es zugeht. Da ist jeder momentane Bestseller vertreten und darüber hinaus vor allem Bücher, die auch im Buchhandel gut gehen. Von Bekanntmachen kann also kaum die Rede sein, es sei denn, innerhalb dieser Communities von Filesharern, die mein Verlag und mein Agent vielleicht einmal als Zielgruppe angepeilt hatten, sich dann aber außerhalb der Legalität begeben haben und in der Gestalt eines modernen Robin Hood die Bücher an das Volk verteilen. Dem kann ich eigentlich nur entgehen, wenn ich weniger populäre Bücher schreibe. Denn auch ein Spiegelbest-Verlag braucht seine Bestklauerliste. Mit weniger populären Büchern  hätte er weniger Downloadzahlen und damit auch weniger Ruhm. Nein, ich möchte freiwillig kein Autor bei Spiegelbest sein, denn kein Geld verdienen kann ich auch mit Verlagen oder als Self Publisher. Und bei den Robin Hoods kriege ich ja nicht mal einen Vorschuss!

Das blaue Band

Frühlingsspaziergang am Neckar Jetzt ist er endlich da, der "richtige" Frühling! Und tatsächlich liegt eine Art blaues Band üb...