Freitag, 9. Januar 2009

Titelfindung

Nach einem Brainstorming seit gestern Abend habe ich nun einen halbwegs brauchbaren Arbeitstitel für mein neues Projekt gefunden - und meinem Agenten sagt es ebenfalls zu.
Heute Abend und am Wochenende werde ich darüber nachdenken, wie ich es angehen will. Ja, richtig, ich werfe natürlich nicht die Flinte ins Korn, sondern lasse mich noch einmal anstecken von den Bildern, die in meinem Kopf sind. Pläne - vom Urlaub bei Florenz über Lektüre, Gemäldegalerien - ach ja, die Uffizien!, flitzen durch meinen Sinn. Zunächst einmal aber träume ich diesen Traum.

Schillerjahr 2009

Unser großer deutscher Klassiker wird am 10. November 250 Jahre alt. Dazu sind eine Reihe von Büchern erschienen.

http://www.jokers.de/1/aktuellh/schillerjahr-2009.html?sid=-K5SQE6IRBE1OWuesjBPEg@@.CLGR15p120

Im letzten Jahr, als wir frierend vor dem (geschlossenen) Nationalmuseum in Marbach standen, habe ich einen Moment lang überlegt, ob ich etwas dazu beitragen könnte (nach dem "Mörike" wurde das sogar angedacht).
Aber es wäre ein Fulltimejob gewesen. Dabei ist vieles möglich, wie ich an den Beispielen sehe, neue und unerwartete Seiten des Dichters und Dramatikers kommen zutage. Es ist sogar ein Weimar-Krimi dabei.
Ab 10.November 2009 hat das Museum wieder geöffnet.

Donnerstag, 8. Januar 2009

Berichte und Romane schreiben

Voller Assoziationen bin ich heute Morgen, ich wusste nicht, wo ich anfangen sollte. Versuche mal zu ordnen. Ein wunderschöner Wintertag, die Sonne glitzert auf dem Schnee in meinem Garten und die Büsche sind schneebepelzt. Kaum zu glauben, dass in der selben Welt Menschen bei -25° ohne Heizung dasitzen, Wirtschaftsbosse wie Merckle sich umbringen und viele im Krieg sterben müssen. Ein Mann in England hat sich durch den Müll in seiner Wohnung Tunnels gebaut und ist auf der Suche nach Wasser verdurstet. Das Messie-Problem ist sicher viel größer, als es die Öffentlichkeit warnehmen kann.
Ich selbst bin dabei, meine kleine Welt mehr in Ordnung zu bringen. Habe Fotos sortiert gestern Abend, Google gefragt, wie man Disketten löscht, die Exposés fertig gemacht und eben eine weitere von insgesamt 6 Seiten Text gestrichen. Jetzt passt es schon ein wenig besser. Die Situation am Arbeitsplatz ist entspannt.
Gut, dass ich mich in diesem Blog sortieren kann, denn dadurch ist mir eingefallen, dass ich noch einen Betreuerbericht über meinen Vater für das Amtsgericht Hamburg schreiben muss. Auf dem Schreibtisch lauert die Steuererklärung, die ich diesmal schlauer als vor vier Jahren ausfüllen will. Da wurden mir nämlich im Voraus Steuern abgezogen für Verdienste, die ich gar nicht erhielt, und es dauerte lange, bis ich das in Telefonaten geklärt hatte. Also, ran an den Speck. Die Liedzeile von den Wölfen, die mir gestern durch den Kopf ging, ist übrigens ein Kanon:

Ein sehr harter Winter ist,
wenn ein Wolf, ein Wolf,
ein Wolf den andern frisst.

Mittwoch, 7. Januar 2009

Mein innerer Lektor

Ein bisschen konnte ich die Auseinandersetzung mit meinen 30 Seiten Text noch hinauszögern, habe gestern Abend noch ein Buch über die Maler der Renaissance gewälzt, endlich auch diesen wunderbaren Engel von Dürer, ein Detail des "Rosenkranzfestes", wiedergefunden. Und die Frauengesichter Lucas Cranachs d.Ä.
Beim Bearbeiten des Textes nun merke ich, dass das intensive Lektorat (natürlich auch Erfahrung und viel Lesen) meinen Blick für die Schwächen eines Textes sehr geschärft haben. Bei mir sind es Beschreibungen und Szenen, die den Text bremsen. Ein Vergleich mit dem Anfang der "Pilgerin von Montserrat", das ja schon verkauft ist, zeigt mir, dass ich in dem neuen Text "langsamer" geworden bin. Etwa ein Viertel habe ich rausgeschmissen, den Prolog gestrichen, weil auch er überflüssig ist. Die beiden Exposés möchte ich dann an meinen Agenten schicken, den Romananfang vielleicht in meiner Schreibgruppe besprechen.
Ach ja, noch ein Hinweis aus meiner Gruppe: Im Mai findet ein Seminar mit Ursula Schmidt-Spreer, Titus Müller u.a. zum Romanschreiben in Nürnberg statt.

Montag, 5. Januar 2009

Borschtsch&Co.

Langsam muss ich mich mental wieder darauf vorbereiten, dass übermorgen die Arbeit anfängt-nach zwei Wochen des Fast-Nichtstuns. Das habe ich in zwei Schritten gemacht: Einmal habe ich noch ein wenig über "Psychoedukation" sowie "Sucht und Persönlichkeitsstörungen" recherchiert, (da sind wir ja Pioniere, und auch über ein solches Fachgebiet könnte ich mal was veröffentlichen, wenn ich wollte), andererseits fiel mir ein, was für eine wundervolle polnische Küche eine unserer Bewohnerinnen bei uns eingeführt hat. Ihre Kohlrouladen und gefüllten Paprikaschoten waren die besten ihrer Art, die ich je kennengelernt hatte. Nachdem ich mir heute aus einem Weißkohlrest ein bisschen sowas wie einen Borschtsch kreierte, habe ich nachgeschaut - es ist nämlich lang her, dass ich für die Familie einen echt russischen-ich sehe, er ist ukrainisch - Borschtsch gemacht habe. Auch die anderen Rezepte- Blini, Schaschlik und Pfannkuchen-sind sehr lecker, finde ich.

http://www.russlandjournal.de/rezepte/suppen-und-eintoepfe/borschtsch/

Freitag, 2. Januar 2009

Der Schriftstellerteufel

Auch in anderen Jahrhunderten hat man sich so seine Gedanken über die Damen und Herren Schriftsteller gemacht. Gerade fand ich ein Original-Lesebuch für unglückliche Autoren
von Heinrich Zschogge aus dem Jahr 1791, digitalisiert. (Das Buch meines Vorfahren Georg Lotz Abendfahrten auf den Lagunen kann man übrigens ebenfalls zum Teil digital lesen).

Im Schriftstellerteufel werden die unglücklichen Autoren zum Beispiel damit getröstet, dass ihr Buch ja nicht dem Vergilben anheim fallen müsse, sondern nach 70 Jahren würde es vielleicht ein Kunde in einer Käseverpackung finden. Was dann wohl mit den E-Books passiert in 70 Jahren?

http://books.google.de/books?id=0D0JAAAAQAAJ&dq=Der+Schriftstellerteufel&printsec=frontcover&source=bl&ots=Jh_qaJfHCE&sig=jPOVxg31m9rLeyPTDwii6KM-4pc&hl=de&sa=X&oi=book_result&resnum=1&ct=result

Mittwoch, 31. Dezember 2008

Ausblick 2009

In meiner Nachbarschaft sind ja schon ausführliche Analysen gemacht worden, was die Entwicklung in der Verlagslandschaft und der weltweiten Krisen betrifft.
Ich selbst kann es nur schlaglichtartig beleuchten, so, wie es sich mir im Vorbeigehen darstellt. In der Buchhandlung liegen schon wochenlang die Eragon-Bücher stapelweise am Ausgang. Fantasy, historische Romane, Krimis und Freche-Frauen-Bücher sind am meisten ins Blickfeld gerückt. Ob ich mal ewtas anderes schreiben möchte? Momentan nicht, historische Romane (und Maler-oder Schriftsteller-, Dichterbiografien) sind immer noch das, was ich am liebsten lese, schreibe oder als Film anschaue.

Hier mein Eindruck, natürlich verkürzt und subjektiv: Ein Verlag verschenkt 17 historische Romane als Ebooks. In seiner Umfrage im September des Jahres kam Quo Vadis u.a. zu dem Ergebnis, dass Geschlecht und Epoche nicht so wesentlich seien, mit deutlicher Bevorzugung von MA und Renaissance. Detailgenauigkeit bei den historischen Fakten, die Geschichte einer historischen oder fiktiven Persönlichkeit vor dem Hintergrund einer Epoche, und das Wichtigste:
Spannende Unterhaltung. Der Autor darf alles, nur nicht den Leser langweilen. Dem stimme ich als Leserin zu.

Das heißt für mich: Neben den vielfältigen Aufgaben, die insgesamt im Jahr 2009 auf mich warten, möchte ich weiterhin meine Themen so bearbeiten, dass ich mich damit wohlfühlen kann. Mein einziger guter Vorsatz ist, mehr Ausgeglichenheit in die verschiedenen Bereiche zu bringen, das betrifft: Arbeit, Schreiben, Beziehung, Freizeit, reale Kontakte, eigenes Befinden.

Meinen Lesern wünsche ich ein entspanntes neues Jahr 2009 mit der Erfüllung aller Wünsche, die sich im alten Jahr noch nicht realisieren ließen.

Samstag, 27. Dezember 2008

Fragen zur Zukunft des Buches

Dazu habe ich noch den Vortrag des Literaturagenten Ernst Piper gefunden, der unter anderem auch die jetzt zunehmend vertraglich festgelegten Nutzungsrechte des Verwerters in bisher noch unbekannten Nutzungsarten beleuchtet.

http://www.goethe.de/wis/med/dos/dig/zdb/de1523169.htm

Ich persönlich habe keine Bedenken, in Zukunft kein Buch mehr in die Hand nehmen zu können.
Die Millionen von Büchern, die jetzt im Umlauf sind oder gedruckt werden, werden ja nicht eingestampft, sondern weiter vertrieben, zum Beispiel über die Antiquariate oder Bücherflohmärkte, die sich meiner Beobachtung nach großer Beliebtheit erfreuen.
Was könnte denn eine noch unbekannte Nutzungsart sein? Vielleicht solche kleinen, taschenkalenderähnlichen Dinger, die man überallhin mitnehmen und per Knopfdruck die Seiten aufschlagen und beliebig lesegerecht vergrößern kann. (Aber die gibts sicher schon längst).

Ich weiß noch, dass den Kinos der Tod angesagt wurde, als das Fernsehen aufkam. Die Schallplatte ist tatsächlich weitgehend der CD gewichen. Früher war ich eine leidenschaftliche Zeitungsleserin-jetzt beziehe ich meine Informationen aus Fernsehen, Radio und Internet. Nur noch am Wochenende lese ich Zeitung, wegen des Reiseteils.
Gestern Abend habe ich PC und TV ausgeschaltet gelassen und den ganzen Abend einen Bildband von Eva Walter und Thomas Pfründel gelesen (Vom Taubergrund zum Bodensee). Das war sehr gemütlich und hat mich irgendwie frei und glücklich gemacht. Ein Reiseziel haben wir heute schon angefahren und dabei ganz andere Sachen entdeckt als die im Buch angegebenen-die Städtchen Oberderdingen und Diefenbach, rund um Maulbronn, wo wir dann abends durch das dunkle Kloster gingen, derweil uns der Wind um die Nase pfiff. Ich bekam plötzlich Lust, meinen Maulbronn-Roman weiterzuschreiben.
Mir persönlich wäre es am Liebsten, wenn alle Formen nebenher bestehen und sich ergänzen können, wovon ich ja auch schon längst profitiere: Ich schaue, wenn ich irgendwohin will, in mein Reisebuch, vergewissere mich im Internet über Öffnungszeiten usw. und schreibe ggfs. über das Gesehene im Computer.

Zwischen den Jahren

Nun ist es also auch wieder vorbei, dieses Fest der Feste, mit all seinen Ritualen und Bräuchen. In der Tübinger Stiftskirche gibt es künftig einen Ordnungsdienst, so las ich gerade, damit der Ansturm auf Weihnachtsgottesdienst und Oratorium nicht im absoluten Chaos endet. Da werden Stunden vorher schon ganze Bankreihen mit Mützen, Schals und Gesangbüchern belegt, damit alle aus dem Clan den besten visuellen und akustischen Platz bekommen. Gottesdienst als Event wie Weihnachtsmarkt und Glühwein. Hiobsbotschaften für das Jahr 2009 machen die Runde:
Massenentlassungen über 500 000, Neuverschuldung, Mehrausgaben wegen der Pendlerpauschale und höhere Leistungen für Hartz IV-Empfänger. Weltweite Rezession! Ob deswegen weniger Bücher gekauft werden? Es ist wohl eher ein Rasseln mit den Ketten, denn die Betreiber der Leipziger Buchmesse sehen keinerlei Gefahr eines Einbruchs.

http://www.buch-pr.de/news_1316.shtml

Persönlich war 2008 für mich ein zweischneidiges Schwert. Verlagskonkurs und - Rettung, eine übermäßig angespannte Situation am Arbeitsplatz und schließlich, gegen Ende, die Erkenntnis, dass das Schreiben so weit über das ursprüngliche Hobby hinausgewachsen ist, dass es zum totalen Zeitfresser wurde und ich die Feiertage nutzen musste, um alle Versäumnisse, deren ich mich schuldig gemacht hatte, wieder auszubügeln. Das ist mir allerdings so gut gelungen wie die Gänsekeulen, und überhaupt. Mein Sohn, als Berufsanfänger sehr von der Rezession betroffen, hofft auf einen touristischen Consultingauftrag in Ghana, nach dem schlechtbezahlten Praktikum, das er gerade in Franfurt macht. Er ist einer der wenigen, der sich für mein neues Buch interessiert, und über den Roman "Ausgebrannt" hat er sich echt gefreut.
Für mich persönlich wird sich im neuen Jahr wenig ändern. Für die Konflikte, die gelöst werden, kommen neue hinzu. Dass die Schreiblust, die mich einmal so mächtig umgetrieben hat, zurückkehren wird, spüre ich schon an der Art, mit der ich Recherchen betreibe.

Mittwoch, 24. Dezember 2008

Weihnachtspute mit Apfelfüllung

Nachdem so viele Anfragen nach der Weihnachtspute kamen, schreibe ich noch schnell ein Rezept aus meiner gesammelten Kartei auf.

1 Pute (3Kg)
Salz
Pfeffer
150g fetter Speck (oder zerlassene Butter)
1/4 l Fleischbrühe
1 El Stärkepuder
3-4 El süße Sahne
2 El Sherry

Füllung:
50g durchwachsener Speck
2 Zwiebeln
750g Äpfel(z.B. Boskop)
2 eingeweichte, ausgedrückte Brötchen
(125 g Rosinen)
1 Ei
Salz, Pfeffer

Pute waschen, abtrocknen, innen und außen mit Salz und Pfeffer einreiben. Für die Füllung Speckwürfel ausbraten, Zwiebelwürfel darin glasig dünsten, geschälte, kleingewürfelte Äpfel mit Brötchen, nach Belieben mit Rosinen und ei mischen, würzen. Füllung im Bauch verteieln, mit holzspießchen zustecken. Fetten gewürfelten Speck in der Bratpfanne des Backofens ausbraten, Pute mit der Brustseite nach unten hineinlegen. mit dem Speckfett einpinseln und braten lassen. Immer wieder mit der Flüssigkeit bestreichen. Nach zwei Stunden die Pute wenden und weiterbraten. Er ist gar, wennn beim Einstechen kein rötlicher Fleischsaft mehr austritt. (Je nach Ofen 3-4 Stunden). Warm stellen. Soße mit Stärkepuder und Sahne binden, mt Sherry abschmecken.

Beilagen: Kartoffeln oder Kroketten, Rotkohl
Statt der Apfel- kann man auch eine Maronenfüllung machen.

Samstag, 20. Dezember 2008

Gebratene Gänsekeulen

Keine Sorge, ich werde diesen Blog nicht zum Kochbuch umfunktionieren.*g*
Das ist eher ein Experiment. Ich erinnere mich, in Tübingen eine Gans für vier Personen für 79,-Euro gesehen zu haben(Weinstube Forelle, ein herrliches altes Lokal). Kurzentschlossen haben wir nun gestern vier Gänsekeulen gekauft, die trotz Massenproduktion (junge polnische Hafermast) ganz schön teuer waren. Deshalb habe ich, damit mir nicht dasselbe Malheur passiert wie heute Mittag( mein Heißluftofen hatte es nicht geschafft, in fast einer Stunde einen Gemüseauflauf weich zu kriegen. So mussten wir in den schneematschigen Schwarzwald fahren und einen Mac Big holen). Die Gänsekeulen für den Weihnachtsfeiertag also darf ein solches Schicksal nicht ereilen. In meinem Bestsellerkochbuch "Ich helf dir kochen" von Hedwig Maria Stuber stehen nur ganze Gänse drin und Gänseklein, also habe ich im Netz nachgeschaut. Die Kochzeiten sind mit einer bis vier Stunden angegeben, wobei ich dann bei mir mal von Letzterem ausgehe. Dazu Rotkohl und Klöße. Oder wie wäre es mit dieser Variante?

http://newsgroups.derkeiler.com/Archive/De/de.rec.mampf/2008-11/msg00655.html

So abwegig ist das Schreiben über das Essen und Rezepte übrigens gar nicht. Ich denke an Herbys Vollwertblog und daran, was mich vor langer Zeit zum Kauf eines Computers bewogen hat: Im Internet könne man sich darstellen und es gibt mehr als 200 Rezepte für Sauerbraten. Aus dem Darstellen ist das Schreiben geworden, aus den Rezepten fast gar nichts mehr, weil das Erste diesen Bereich verdrängt hat. Nein, ich werde das natürlich nicht semiprofessionell nutzen.
Ich tue es ja schon die ganze Zeit. In meinen Romanen kann ich all das unterbringen, was mich schon immer interessiert hat. Dadurch lerne ich viel kennen.

Freitag, 12. Dezember 2008

Hurenromane

Allmählich beginne ich zu verstehen. Klar, Crime and Sex sells, das wusste ich schon lange.
Aber dass es inzwischen ein eigenes Untergenre ist, verblüfft mich doch. Ich lese vom "Fucking Berlin"einer Studentin und Mutter namens Sonia Rossi, die in den Feuilletons in einem Atemzug genannt wird mit den "Feuchtgebieten". Und ich dachte immer, das hätte was mit der "Wanderhure" zu tun.
Die Voyeurhaltung des Lesers kommt dabei zur höchsten Blüte. Richtig zu erfreuen scheint es aber wenige. Ich weiß auch nicht, warum ich über Blumenkohlgewächse im Hintern und darüber lesen sollte, wie man mit einem 100 Kilo schweren, stinkenden Mann fertig wird. Mein Interesse war: wieso ist die eine keine Nonne geblieben, die andere zur Hure geworden? Diese Fragestellung ist für mich zeitlos. Was meinen Roman diesem Genre zuordnet, ist die Hure. Und natürlich geht es auch um Sex. Der Gegensatz macht es vielleicht aus, denn ich sehe, wenn ich google, nach zwei, drei Seiten "Die Nonne und die Hure" nur noch Nonnen- und Hurenwitze. Vielleicht wird einmal eine Buchhändlerin zu einem Kunden sagen: "Vergessen Sie den blöden Titel, da stehen keine Witze drin."
Ich bin amüsiert.

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Wir Hurenkinder

Der Schnee rieselt ungerührt weiter und bepudert die Tannen dick wie im Bilderbuch, leider auch mein Auto und den Gehweg. Seit heute Morgen schon summe ich Winterlieder vor mich hin, während ich Schaufel und Besen schwinge. Wenn Stein und Bein vor Frost zerbricht und Teich und Seen krachen/ das klingt ihm gut, das hasst er nicht, da kann er tot sich lachen!
In letzter Zeit war hier in der Nachbarschaft viel von Huren die Rede. Darüber müsste ich mal nachdenken. Aber nicht ohne meinen - na?

"Ich bin schon da", flüstert mir das Schreibteufelchen ins Ohr. "Denn ich schaue dir immer über die Schulter, egal, was du machst. Jetzt denkst du also über die Hure nach."
"Ja, sind denn alle Huren, die's für Geld machen?"
"In gewisser Weise schon, sie verkaufen ja etwas."
"Aber nicht sich selbst."
"Du hast es wieder mal erfasst", sagt das Teufelchen und gibt mir einen liebevollen Stups.
"Warum hast du eigentlich so dünne Arme und Beine?", frage ich, werde rot, weil man so was eigentlich nicht fragt.
"Du gibst mir zu wenig Nahrung", sinniert das Teufelchen und sieht auf einmal ganz zusammengeschnurrt aus.
"Was, soll ich noch mehr zweifeln und grübeln, mir noch mehr auf den Rücken packen?"
"Aber nein. Du sollst im Kontakt mit mir bleiben. Dazu gleich eine Frage: Was soll das da heißen, "Wir Hurenkinder"? Weißt du nicht, was Hurenkinder sind?"
"Hab's grad noch mal bei Wiki nachgelesen. Hurenkinder wissen nicht, woher sie kommen, Schusterjungen wissen nicht, wohin sie gehen. Aber die Hurenkinder sind die Schlimmsten."
"Damit hast du aber nichts zu tun", schnaubt das Teufelchen. "Das ist die Sache des Setzers."

Hier bricht das Gespräch ab. Mir ist eingefallen, dass ich noch meinen Espresso trinken wollte und schauen, wieviel der Schnee wieder unter sich begraben hat.