Als ich vor knapp fünfzehn Jahren mit dem Schreiben von Romanen begann, sah die Autorenwelt noch ganz anders aus. Man schickte seine Manuskripte auf bedrucktem Papier an die Verlage und wartete im Schnitt vier Monate, bis eine Absage im Briefkasten lag. Oder auch eine Zusage, damals für meinen ersten schon per Email von einem renommierten kleineren Verlag. Den zweiten fand ich im Internet, das war ein Zweipersonenverlag. Mit beiden LektorInnen gab es lange persönliche Gespräche und ein sorgfältiges Lektorat. Beide Bücher erhielten gute Zeitungskritiken, tauchten aber in kaum einer Buchhandlung auf. Die nächsten vier Bücher erschienen in einem Verlag, den man damals noch als größeren Publikumsverlag bezeichnete. Diese historischen Romane lagen anfangs recht lange auf Stapeln in den Buchhandlungen; allerdings verkürzte sich die Verweildauer von Jahr zu Jahr. Zwischendurch noch eine Veröffentlichung bei einem kleineren lokalen Verlag. Das letzte gedruckte Verlagsbuch von mir erschien im Juni 2013.
Es begann eine neue Ära, nicht des Schreibens, aber des Veröffentlichens. Mit zwei Verlagsbüchern, deren Rechte ich zurückbekommen hatte bzw. deren E-Bookrechte ich gar nicht erst vergeben hatte, ging ich ab Herbst 2012 ins Self Publishing. 2015 folgte ein neu geschriebenes Buch. Von Amazon, dessen Konditionen für mich nicht mehr reizvoll waren, wechselte ich Ende September 2015 zu Tolino. Dort fühle ich mich bisher sehr wohl, zumal auch Sonderaktionen für meine Bücher veranstaltet wurden. Und die gute Nachricht kam nach Weihnachten: Die 70% Beteiligung der Autoren wird auch über den 31. Januar hinaus gewährt.
Jetzt habe ich mich einmal umgeschaut, wie es denn bei anderen läuft. Meines Wissens haben schon viele mir bekannte Autoren die Möglichkeit des Self Publishing genutzt. Ein Kinderbuchautor, der schon circa sechzig Bücher bei einem Verlag herausgebracht hatte, erzählt im Deutschlandradio davon, dass Autoren heute kaum noch Ansprechpartner hätten (es sei denn, sie sitzen bei einem Verlag ganz fest im Sattel oder schreiben Bestseller). Wie Autoren heute veröffentlichen. Die meisten Bücher - wie ich auch schon bemerkte - hätten heute eine viel kürzere Überlebensdauer, nämlich zwischen vier Monaten und zwei Jahren. Die Backlist, bis vor ein paar Jahren von den Verlagen noch gepflegt, lohnt sich für sie aus Kostengründen nicht mehr. Viele Autoren müssten sich für jedes neue Buch einen neuen Verlag suchen. Thomas Fuchs, der Kinderbuchautor, hat sich eine Autorenvereinigung namens "Gegenwind" herausgesucht, in der sich die Autoren gegenseitig beim Self Publishing unterstützen. In einem anderen Bericht des Börsenblatts werden Autoren aufgeführt, die ihrer eigenen Backlist durch E-Books und Print-on-Demand einen ganz neuen Aufschwung gegeben haben. Hybridautoren.
Beide, das Interview und der Artikel, erschienen im Juni des vergangenen Jahres. Inzwischen hat sich ja einiges in der Verlags - und Bücherwelt getan. Einmal gab es das Urteil des Europäischen Gerichtshofes, nach dem die Verlage nicht berechtigt seien, Anteile aus den Verwertungsgesellschaften wie VG Wort zu beanspruchen. Im Gegenzug werden Befürchtungen laut, dass der drohende Geldverlust auf die Autoren mit niedrigeren Vorschüssen usw. abgewälzt werden könnte. Dann wurde, wie von mir schon vor einiger Zeit berichtet, vom Bundesministerium der Justiz eine Urheberrechtsnovelle eingebracht, über die im März im Bundestag diskutiert werden soll. Sie hat es sich zur Aufgabe gesetzt, die Autoren besser für ihre Arbeit zu entlohnen und ihnen nach fünf Jahren die Rechte an ihren Büchern zurückzugeben. Das hat die Autorenschaft gespalten. Es gab einen Autorenbrief an die Regierung, in dem sie beschworen wird, das Gesetz nicht durchzubringen, weil sonst die Symbiose zwischen Verlag und Autor gestört werde. Verlage könnten Autoren nicht mehr über Jahre aufbauen und keine Lizenzen ins Ausland mehr vergeben. Die Diskussion darüber ist im Autorenforum Montsegur nachzulesen. Und ich frage mich jetzt auch: Wenn es doch Praxis ist, dass renommierte Autoren sich für jedes Buch einen neuen Verlag suchen und ihre Backlist nach zwei Jahren selber herausgeben müssen, wo ist dann die Symbiose? Das Modell, das hier vertreten wird, passt wohl eher in die Zeit, die ich anfangs beschrieben hatte. Das neue Gesetz wird seine Tücken und Fallstricke haben, aber im Großen und Ganzen wird es den Autoren doch nützen, ihre Backlist und ihre eigenes Autorengeschick selber in die Hand nehmen zu können.
Eine ausführliche Beschäftigung mit dem Thema "Verdienst von Autoren" kann man auch bei Martha Sophie Marcus nachlesen: Marthas Schreibtisch.
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Freitag, 8. Januar 2016
Dienstag, 4. August 2015
Bücher veröffentlichen heute
So, die Rabattaktion ist beendet. Und sie hat mir den Effekt gebracht, den ich damit verfolgte: Das Ebook ist jetzt in seiner Kategorie sichtbar geworden, hat dabei das vorige Buch ein wenig mitgezogen. Neuerdings können wir als Autoren ja direkt mitverfolgen, wieviele Seiten der Bücher gelesen werden. Dabei entsteht lustigerweise ein Konkurrenzspielchen zwischen "Nacht des Wolfes" und "Teufelswerk". Im letzten Monat lief der Teufel dem Wolf davon, jetzt sammelt Letzterer doppelt so viel gelesene Seiten! Amazon kümmert sich sehr um seine Autoren, das muss man ihm lassen. Wahrscheinlich hat es auch allen Grund dazu, denn wie ich gerade wieder einmal in der Selfpulisherbibel gesehen habe, eröffnete kürzlich sogar die Mayersche Buchhandlung eine Self Publishing-Plattform, nach Tolino und diversen anderen. Die Mayersche kannte ich, seit dort ein Buch von mir erhältlich und auf der Plattform "Lies mich" gelistet war. Welche Ziele diese Verlage und die Buchhandlungen damit wohl verfolgen? Erst einmal dem Monopolisten etwas entgegensetzen, das erscheint absolut logisch, und dabei den Autoren mit den Konditonen entgegenzukommen. Außerdem werden sie versuchen, neue, für die Verlagslandschaft hoffnungsvolle Talente zu entdecken. Das Prinzip ist immer dasselbe: Für wen am meisten gevoted wird, wer am meisten Bücher verkauft, dem wird gegeben. So kann man bei der Mayerschen auch ein Buchcover gewinnen, wenn man viel verkauft. Ich schätze aber mal, dass die Leistungen durch Lektorat, Korrektorat, Covergestaltung und Vermarktung dabei in Anspruch genommen werden sollten-und das sicher nicht bei allen umsonst! Es war also für einen Autor nie so einfach wie heute, seine Werke an die Leser zu bringen. Aber der Weg zur nachhaltigen Etablierung hat sich wenig geändert. Außer einem handwerklich einwandfreien Manuskript muss der Autor eine zündende Idee rüberbringen, bereit sein, an seinem Text zu arbeiten. Das Ganze scheint mir ein wenig wie diese Wandlung beim Einkaufen innerhalb der letzten Jahrzehnte: Während früher der Kunde vor der Theke stand und aus den Regalen auswählte, was er brauchte, fährt er jetzt mit einem überdimensionierten Einkaufswagen durch endlose Reihen von Regalen. Auf diesem Weg, der mittlerweile zu einer Fußreise von einer halben Stunde ausarten kann, hat der Kunde (wie auch im übertragenen Sinn der Autor) eine unendliche Menge von Möglichkeiten. Aber seine Ware musste schon immer so gut sein, dass sie Leser überzeugte, und sie muss auch heute noch so gut sein.
Nach Versorgung meines E-Books, die sich einige Zeit hinzog, habe ich mich endlich wieder an meinen neuen Roman gemacht. Ein erstes Kapitel ist entstanden, das Exposé ist im Werden. Für meine bisherigen Bücher hatte ich nie "professionelle" Exposés verfasst, eher Klappentexte. Erst kurz vorm Lektorat bekam der Lektor das gesamte Exposé. Da ich den neuen Roman aber nicht mehr im SP veröffentlichen, sondern eine Agentur oder einen Verlag suchen möchte, komme ich wohl nicht drum herum. Dabei habe ich gelernt, dass ein Exposé kein Handlungsabriss ist, sondern eine Vorstellung der Idee, der Charaktere und des dramatischen Aufbaus. Manche Agenturen und Verlage wollen bis zu drei Seiten, manche nur eine, aber alle wünschen bis zu dreißig Seiten Probetext. Ich finde diese Situation sehr reizvoll. Muss keine Markterwartungen bedienen, kann das Buch schreiben, das ich schon immer mal schreiben wollte. Und mich dann im Supermarkt der Möglichkeiten umschauen, wer den Zuschlag erhalten soll.
Nach Versorgung meines E-Books, die sich einige Zeit hinzog, habe ich mich endlich wieder an meinen neuen Roman gemacht. Ein erstes Kapitel ist entstanden, das Exposé ist im Werden. Für meine bisherigen Bücher hatte ich nie "professionelle" Exposés verfasst, eher Klappentexte. Erst kurz vorm Lektorat bekam der Lektor das gesamte Exposé. Da ich den neuen Roman aber nicht mehr im SP veröffentlichen, sondern eine Agentur oder einen Verlag suchen möchte, komme ich wohl nicht drum herum. Dabei habe ich gelernt, dass ein Exposé kein Handlungsabriss ist, sondern eine Vorstellung der Idee, der Charaktere und des dramatischen Aufbaus. Manche Agenturen und Verlage wollen bis zu drei Seiten, manche nur eine, aber alle wünschen bis zu dreißig Seiten Probetext. Ich finde diese Situation sehr reizvoll. Muss keine Markterwartungen bedienen, kann das Buch schreiben, das ich schon immer mal schreiben wollte. Und mich dann im Supermarkt der Möglichkeiten umschauen, wer den Zuschlag erhalten soll.
Montag, 29. Juni 2015
Titelschwemme von Sp-Büchern bis 2017?
Im Buchreport erschien dieser Tage ein Interview mit zwei Insidern über die Entwicklung des Self Publishermarktes: http://www.buchreport.de/nachrichten/verlage/verlage_nachricht/datum/2015/06/18/250000-selfpublishing-novitaeten-im-jahr-2017.htm Die Verhältnisse im Self Publishingmarkt haben sich seit 2014 verändert. Gerd Roberts, der Sprecher der Geschäftsführung bei BoD und Sönke Schulz, Geschäftsführer bei Tredition, sprechen über die Zuwächse am Self Publishing-Markt. Es
gebe einen Zuwachs von 54% SP -Titeln pro Jahr, 2017 sollen es 250 000
sein, mehr Neuerscheinungen als Verlagsbücher, vor allem auch durch selbst verlegte Printbücher. Gehen wir einmal davon aus, dass die beiden, trotz eines gewissen Eigeninteresses, diese Einschätzungen realistisch abgegeben haben. Dann bedeutet es natürlich, dass die Gewichtung des SP immer größer wird. Für die Autoren bedeutet es aber gleichzeitig, dass es immer schwieriger wird, überhaupt gesehen zu werden. Aber das entspricht der
Lage im Buchhandel, wie ich es in den vergangenen zehn, fünfzehn Jahren erlebte. Lag das erste Buch noch neun Monate in den Buchhandlungen, waren es beim letzten nur noch ein bis zwei Monate. Mit dem Sichtbarwerden und Abverkauf vom Stapel war seine Lebensdauer auch schon abgeschlossen und konnte sich vielelicht noch durch E-Books und Ausleihen in öffentlichen und Onleihe-Bibliotheken fortsetzen. Vor einem Jahr ging ich noch mit einer naiven Selbstverständlichkeit an die Veröffentlichung meines Verlags-Ebooks, machte eine Rabattaktion, postete öfter mal was im Blog oder auf Facebook und Twitter, machte Interviews und musste mich nicht mehr viel darum kümmern. Die Lage ist jetzt eine ganz andere. Wie ich von Johannes zum Winkel von xtme und Matthias Matting erfuhr, sind die Rabattaktionen schwieriger geworden. Um einen Platz in den Topp 100 zu bekommen, musste man früher 100 Ebooks verkaufen, heute sind es schon 300. Es stimmt also nicht, dass sich 99-Cent -Aktionen totgelaufen hätten, weil es zu viele 99-Cent-Bücher gibt, sondern es gibt zu viele Konkurrenten. Mein Ziel war es auch nicht, in die Topp 100 zu kommen, sondern in den einzelnen Kategorien gesehen zu werden. Heute sollte das Cover eines Romans möglichst einen "Wiedererkennungseffekt" haben, also aussehen wie der und der Bestseller. Waren diese Einheitscover für manche von uns nicht mit ein Grund, es einmal selbst im SP zu versuchen?
Ich habe die Entwicklung eines Kollegen ein wenig mitverfolgt, der offensichtlich ohne jedes Lektorat und Korrektorat vorging und in dessen Leseprobe es vor Fehlern strotzte. Er bekam ein paar deutliche Hinweise darauf und sank im Ranking ab. Ich glaube, das wir davon ausgehen können, dass Leser aufmerksam und unbestechlich sind. Nur wird es für sie auch immer schwieriger werden, die Spreu vom Weizen zu trennen.
Ich habe die Entwicklung eines Kollegen ein wenig mitverfolgt, der offensichtlich ohne jedes Lektorat und Korrektorat vorging und in dessen Leseprobe es vor Fehlern strotzte. Er bekam ein paar deutliche Hinweise darauf und sank im Ranking ab. Ich glaube, das wir davon ausgehen können, dass Leser aufmerksam und unbestechlich sind. Nur wird es für sie auch immer schwieriger werden, die Spreu vom Weizen zu trennen.
Dienstag, 15. April 2014
Wie man todsicher nicht reich und berühmt wird!
Vor ein paar Tagen habe ich im Autorenforum Montsegur im öffentlichen Bereich
einen Link kommentiert: Über Pseudoverlage und halbseidene Literaturagenten.
Und dabei erfahren, dass es sogar Pseudo-Rezensionsplattformen gibt, für die man 178,- Euro berappen muss. Dabei will mir scheinen, dass die Öffentlichkeitsarbeit und alle Aufklärung über diese Pseudoverlage wirkungslos verpufft ist. Es gab sogar einmal eine Spiegel-Kampagne: Bezahl-Verlage: die schönsten Seiten des Schwachsinns.
Fazit: es ist nicht allgemein bekannt, dass diese Verlage mit falschen Versprechungen locken und den Autoren, die einmal im Leben ihr eigenes Buch in den Händen halten wollen, eine Menge Geld aus der Tasche ziehen. In dem ersten Bericht gipfelt das zum Schluss darin, dass der Betreffende ein Flugzeug chartert, das mit einem Banner seines Buchtitels über die Städte fliegt. Hätte er das nicht gemacht, wäre er jetzt leicht im Plus. Wie oft erntete ich ungläubiges Erstaunen, wenn meine Gesprächspartner erfuhren, dass man für eine professionelle Veröffentlichung nichts zahlen muss! Und ich selbst habe ja auch mal vor langen Jahren so ein Angebot bekommen, das ich gleich ausschlug, weil ich mir nicht "umsonst" die Mühe gemacht haben wollte. Es sind aber vor allem diejenigen, die genügend Absagen von Verlagen erhalten haben, die dann alles daran setzen, doch noch zu ihrem Ziel zu kommen. Und das wäre ja auch nicht verkehrt, wenn nicht so viele falsche Versprechungen dazukommen würden. Warum soll sich jemand nicht die Erfüllung eines Traumes kaufen?
Bei der Arbeit an meinem E-Book, das aus einem schon veröffentlichten Buch hervorgeht, merke ich, wieviel Arbeit die Verlage tatsächlich in so ein Ding stecken. Da kann man locker schon mal auf 10 000 Euro kommen, was Lektorat, Korrektorat (bei Xinxii würde mich das zum Beispiel allein 900 Euro kosten , das Lektorat bei einem versierten Lektor um die 3000). Kommen noch Cover und Plätze in der Buchhandlung dazu und sonstige Werbemaßnahmen, sind wir schon bei dieser Summe. Meine beiden letzten Verlags-E-Boks waren innerhalb von ca. 3 Wochen erstellt, ich brauche etwas länger, wie man sieht.
Jetzt könnte mich jemand, der dringend veröffentlichen will, ja fragen: Und was ist bei dir herausgekommen? Was hast du denn mit deinen Verlagsbüchern und deinem ersten E-Book erreicht? Bingo: Ich habe keinen Cent investieren müssen. Ich habe geschrieben und damit Geld verdient, das ich zwar bis auf den letzten Penny versteuern muss, aber es ist trotzdem mein selbst verdientes Geld. In den letzten zehn, zwölf Jahren war das eine Menge Arbeit, und allmählich konnte ich damit eine Marke aufbauen. Das ist etwas, das mir bleibt und das ich auch als Rentnerin noch betreiben kann. Deshalb rate ich zum wiederholten Mal allen Autoren, die veröffentlichen wollen, den traditionellen Weg über einen seriösen Verlag zu wählen oder es möglichst professionell mit Self Publishing zu versuchen. Bei Letzterem muss man zuerst investieren, Zeit und Geld, dafür fallen die endlosen Wartezeiten weg, und man hat die Möglichkeit, ein Vielfaches von dem zu verdienen, was bei einem Verlag anfällt. Ganz persönlich: Wenn mein Schwarzwaldkrimi, der immer noch auf eine Entscheidung meines Verlags wartet, nicht angenommen wird, werde ich ihn bei einem renommierten Regionalkrimiverlag anbieten, bevor ich mir dann überlege, ihn selbst zu publizieren. Ich bin todsicher nicht reich und berühmt geworden, kann aber auf eine höchst kreative Phase des Schaffens zurückblicken, die mir eine Menge, nicht aber einen leeren Geldbeutel gebracht hat. Und darauf kann ich auch in Zukunft bauen.
einen Link kommentiert: Über Pseudoverlage und halbseidene Literaturagenten.
Und dabei erfahren, dass es sogar Pseudo-Rezensionsplattformen gibt, für die man 178,- Euro berappen muss. Dabei will mir scheinen, dass die Öffentlichkeitsarbeit und alle Aufklärung über diese Pseudoverlage wirkungslos verpufft ist. Es gab sogar einmal eine Spiegel-Kampagne: Bezahl-Verlage: die schönsten Seiten des Schwachsinns.
Fazit: es ist nicht allgemein bekannt, dass diese Verlage mit falschen Versprechungen locken und den Autoren, die einmal im Leben ihr eigenes Buch in den Händen halten wollen, eine Menge Geld aus der Tasche ziehen. In dem ersten Bericht gipfelt das zum Schluss darin, dass der Betreffende ein Flugzeug chartert, das mit einem Banner seines Buchtitels über die Städte fliegt. Hätte er das nicht gemacht, wäre er jetzt leicht im Plus. Wie oft erntete ich ungläubiges Erstaunen, wenn meine Gesprächspartner erfuhren, dass man für eine professionelle Veröffentlichung nichts zahlen muss! Und ich selbst habe ja auch mal vor langen Jahren so ein Angebot bekommen, das ich gleich ausschlug, weil ich mir nicht "umsonst" die Mühe gemacht haben wollte. Es sind aber vor allem diejenigen, die genügend Absagen von Verlagen erhalten haben, die dann alles daran setzen, doch noch zu ihrem Ziel zu kommen. Und das wäre ja auch nicht verkehrt, wenn nicht so viele falsche Versprechungen dazukommen würden. Warum soll sich jemand nicht die Erfüllung eines Traumes kaufen?
Bei der Arbeit an meinem E-Book, das aus einem schon veröffentlichten Buch hervorgeht, merke ich, wieviel Arbeit die Verlage tatsächlich in so ein Ding stecken. Da kann man locker schon mal auf 10 000 Euro kommen, was Lektorat, Korrektorat (bei Xinxii würde mich das zum Beispiel allein 900 Euro kosten , das Lektorat bei einem versierten Lektor um die 3000). Kommen noch Cover und Plätze in der Buchhandlung dazu und sonstige Werbemaßnahmen, sind wir schon bei dieser Summe. Meine beiden letzten Verlags-E-Boks waren innerhalb von ca. 3 Wochen erstellt, ich brauche etwas länger, wie man sieht.
Jetzt könnte mich jemand, der dringend veröffentlichen will, ja fragen: Und was ist bei dir herausgekommen? Was hast du denn mit deinen Verlagsbüchern und deinem ersten E-Book erreicht? Bingo: Ich habe keinen Cent investieren müssen. Ich habe geschrieben und damit Geld verdient, das ich zwar bis auf den letzten Penny versteuern muss, aber es ist trotzdem mein selbst verdientes Geld. In den letzten zehn, zwölf Jahren war das eine Menge Arbeit, und allmählich konnte ich damit eine Marke aufbauen. Das ist etwas, das mir bleibt und das ich auch als Rentnerin noch betreiben kann. Deshalb rate ich zum wiederholten Mal allen Autoren, die veröffentlichen wollen, den traditionellen Weg über einen seriösen Verlag zu wählen oder es möglichst professionell mit Self Publishing zu versuchen. Bei Letzterem muss man zuerst investieren, Zeit und Geld, dafür fallen die endlosen Wartezeiten weg, und man hat die Möglichkeit, ein Vielfaches von dem zu verdienen, was bei einem Verlag anfällt. Ganz persönlich: Wenn mein Schwarzwaldkrimi, der immer noch auf eine Entscheidung meines Verlags wartet, nicht angenommen wird, werde ich ihn bei einem renommierten Regionalkrimiverlag anbieten, bevor ich mir dann überlege, ihn selbst zu publizieren. Ich bin todsicher nicht reich und berühmt geworden, kann aber auf eine höchst kreative Phase des Schaffens zurückblicken, die mir eine Menge, nicht aber einen leeren Geldbeutel gebracht hat. Und darauf kann ich auch in Zukunft bauen.
Dienstag, 18. Februar 2014
Was kostet mich mein Buch?
Ab und zu schaue ich noch bei Facebook rein und machte heute eine weniger gute Entdeckung. Es ist ein Gastbeitrag, den der Rechtswissenschaftler und Autor Thomas Elbel im Blog von Lars Sobiraj geschrieben hat. Von einem, der auszog, ganz allein ein Buch zu veröffentlichen. Ich war doch ziemlich perplex, welche Kosten auf einen Autor zukommen, der sein Buch selbst veröffentlicht und dabei die Dienste auslagern muss - und wie lange es dauert, bis diese Kosten wieder reingespielt sind! Die mehr als 300 Kommentare dazu konnte ich noch nicht lesen, konnte aber aus den Reaktionen bei FB ersehen, dass es da vor Ignoranz und Beschimpfungen nur so hagelt. In einem Kommentar wurde zum Beispiel geschrieben, die Autoren sollten doch mit etwas anderem Geld verdienen wollen als mit ihren Büchern. Ich kann da wenig Fundiertes beitragen, aber das hat Thomas Elbel mit seinem Bericht ja schon getan. Ein Blick auf eine der neuesten Piratenplattformen hat gezeigt, dass meine beiden Verlags-E-Books, die am 13. Februar dieses Jahres erschienen sind, dort ebenfalls schon angepriesen werden, und zwar für 10 Cent das Stück.
Was könnte ein Autor, der über einige Erfahrung verfügt, Neuautoren in dieser Situation raten? Schmeißt eure Bücher auf den Markt, ohne alle Korrekturen, denn alles andere hat ja eh keinen Wert und wird abgefischt? Schreibt nur Sachen, die sich eh nicht verkaufen, weil sie ein Nischenthema bedienen und somit auch für die Plattformen nicht interessant sind? Arbeitet euch bei den Verlagen hoch und veröffentlicht dann die Bücher, deren Rechte ihr zurückbekommen habt? Schreibt ruhig, aber hütet euch vorm Veröffentlichen, denn es gibt ja nicht nur Piraten, die Bücher klauen, sondern auch die Verlage fahren die Produktion zurück und geben Neuautoren kaum noch eine Chance? Für ein Buch tausende von Euro zu bezahlen und es dann auf Umsonst - und 0,1-0,10 Euro-Plattformen zu sehen ist auch nicht lukrativer als bei einem DKZV zu veröffentlichen. Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, was ich mir selber oder anderen raten würde. Eines weiß ich gewiss: Sollte ich meinen Krimi und weitere Bücher veröffentlichen, werden sie davon betroffen sein. Und sind sie nicht davon betroffen, werden sie nicht "marktfähig" sein, eine Tatsache, die auch Verlage davon abhalten wird, sie zu veröffentlichen. Ein Teufelskreis. Vielleicht sollte ich die Probe aufs Exempel machen und jeweils ein Buch mit Kurzgeschichten, eines mit Wanderungen in Baden-Württemberg und das Buch "Orte zum Reinschmecken" selbst veröffentlichen. Da hätte ich wenigstens die Gewissheit, dass sie nicht geklaut werden, wenn sie schon keiner kauft.
Was könnte ein Autor, der über einige Erfahrung verfügt, Neuautoren in dieser Situation raten? Schmeißt eure Bücher auf den Markt, ohne alle Korrekturen, denn alles andere hat ja eh keinen Wert und wird abgefischt? Schreibt nur Sachen, die sich eh nicht verkaufen, weil sie ein Nischenthema bedienen und somit auch für die Plattformen nicht interessant sind? Arbeitet euch bei den Verlagen hoch und veröffentlicht dann die Bücher, deren Rechte ihr zurückbekommen habt? Schreibt ruhig, aber hütet euch vorm Veröffentlichen, denn es gibt ja nicht nur Piraten, die Bücher klauen, sondern auch die Verlage fahren die Produktion zurück und geben Neuautoren kaum noch eine Chance? Für ein Buch tausende von Euro zu bezahlen und es dann auf Umsonst - und 0,1-0,10 Euro-Plattformen zu sehen ist auch nicht lukrativer als bei einem DKZV zu veröffentlichen. Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, was ich mir selber oder anderen raten würde. Eines weiß ich gewiss: Sollte ich meinen Krimi und weitere Bücher veröffentlichen, werden sie davon betroffen sein. Und sind sie nicht davon betroffen, werden sie nicht "marktfähig" sein, eine Tatsache, die auch Verlage davon abhalten wird, sie zu veröffentlichen. Ein Teufelskreis. Vielleicht sollte ich die Probe aufs Exempel machen und jeweils ein Buch mit Kurzgeschichten, eines mit Wanderungen in Baden-Württemberg und das Buch "Orte zum Reinschmecken" selbst veröffentlichen. Da hätte ich wenigstens die Gewissheit, dass sie nicht geklaut werden, wenn sie schon keiner kauft.
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