Ein Lächeln setzte sich unwillkürlich auf meinen Lippen fest, das die Hereinkommenden freudig erwiderten. Simplify your Life!, hieß einmal ein Buchtitel. Und eine weitere Freundin schrieb mir kürzlich, was ChatGPT betrifft, dass man doch sein Leben lieber vereinfachen als komplizieren solle.
Ich glaube also nicht, dass ChatGPT jemals Romane schreibt, die ich selber gern lesen würde.(Was für ein Genuss ist es zum Beispiel, einen biografischen Roman über Paracelsus zu lesen, den mein Freund mir von einem öffentlichen Bücherschrank mitgebracht hat!) Was die Vereinfachung des Lebens angeht, kann man auch noch weitere Bereiche in Betracht ziehen. Wer wie wir mit Mallorca-Gedöns, Menschenmengen, Lärm und schnöder Event-Kultur nichts anfangen kann, der fängt manchmal schon an zu verzweifeln. Kommt man von einer Wanderung auf der menschenleeren, immer gleich schönen schwäbischen Alb zurück, wird man im pittoresken historischen Pfullingen von einem vollen Marktplatz und einer dröhnenden Lautsprecherstimme empfangen und versteht sein eigenes Wort nicht mehr. In Reutlingen gab es noch nicht einmal einen Parkplatz, und Tübingen präsentierte sich als stadtweites Open-Air-Restaurant mit Hunderten, wenn nicht Tausenden von bier-und genussseligen Menschen. Dazwischen eingeklemmt, mit einer Gruppe kreischender Nachbarn, waren wir froh, diesen Ort schleunigst wieder verlassen zu können. Und der Grieche, bei dem wir saßen, scheint vegetarisch geworden zu sein, dazu schmeckte das Taramas nicht mal nach Taramas.(habe ich mir dann gestern bei Edeka geholt).
Wie herrlich ließ es sich in Tübingen in meiner Studentenzeit leben - davon findet man heute nur noch sehr wenig und auch nur, wenn man lange sucht. Wir haben jetzt unsere Nischen bei Italienern, in Ergenzingen und auch gestern in Altensteig, direkt am Ufer der Nagold. Erfrischend wie an einem Urlaubstag und geeignet, einen stress-und streitgeladenen Nachmittag geruhsam ausklingen zu lassen. Der dritte Punkt. Schreiben in Cafés. Das habe ich früher oft gemacht, selbst in einem Supermarkt-Café, wo ich abseits unter Palmen meine ersten Romane mit der Hand schrieb. Auch mal am See oder am Ufer eines klaren Baches. Im Winter sind durchaus auch diese neuen großen Cafés geeignet, wo man neben alten Stichen von der Flößerei abseits sitzen kann, sein Smartphone checken und dem ferneren Gemurmel lauschen.Jetzt im Sommer draußen, bei dieser Affenhitze, ist das völlig unmöglich geworden, dazu kommen Personalmangel und unfreundliche Bedienungen. Der beste Platz zurzeit ist wieder auf meiner Terrasse unter dem Nussbaum, mit seinem blühenden Umfeld ein Paradies!



































