Mittwoch, 17. April 2019

Das Cover für den neuen Krimi ist da!

Das Cover für meinen zweiten Schwarzwaldkrimi "Tod am schwarzen Fluss" ist jetzt da, außerdem ist der Roman als E-Book ab sofort in den Shops und kann vorbestellt werden. Was mit einer harmlosen Wanderung und den Ostertraditionen beginnt, entwickelt sich zu einem Kampf um Leben oder Tod. Der Wolf spielt zwar eine untergeordnete, aber tragisch-symbolische Rolle.

Der Roman erscheint am 6. Mai 2019 als E-Book, im Juli 2019 als Print. E-Book jetzt vorbestellbar bei
Amazon https://amzn.to/2L18YOh
Thalia https://bit.ly/2Vg8jN1
Osiander https://bit.ly/2W35FHj

usw.

Offizieller Klappentext:

Was gibt es Besseres, als einen Urlaub im Schwarzwald? Das denkt sich auch die Journalistin Lisa Faber, die gemeinsam mit dem befreundeten Hauptkommissar Steidle eine Wanderung durch das große Enztal unternimmt. Nebenbei recherchiert sie über den Schwarzwald und seine Traditionen, denn sie hat sich in den Kopf gesetzt, ein Buch darüber zu schreiben. Dabei stößt Lisa auf ein Tagebuch, das einer Frau gehörte, die die letzten Kriegstage im Tal miterlebt hat. Als dann bei den Bauarbeiten eines neuen Supermarktes die Leichen einer ganzen Familie zum Vorschein kommen, erkennt Lisa einen Zusammenhang. Doch Steidle will davon nichts wissen. Und so begibt sich die Journalistin auf eigene Faust auf die Spuren der Vergangenheit …

Dienstag, 2. April 2019

Kreative Werke als Gemeineigentum?

Steile Weinbergtreppe bei Herrenberg
Kürzlich habe ich an einer Diskussion über die Bücherflut teilgenommen, die über die Menschheit hereingebrochen ist. Man findet sie überall, an jeder Ecke, diese ausrangierten Bücher, die oft keiner mehr haben will. Die Antiquariate sind voll davon und die Bücherkisten bei den Adventsbasaren, sie quellen aus öffentlichen Bücherschränken, und manchmal stehen sie einfach so an der Straße "zum Mitnehmen." Auch online gibt es viele solcher Angebote. Ich kannte einen Laden, der sozial in Not geratenen Menschen eine Arbeitsmöglichkeit bot. Der musste irgendwann ein Schild an die Tür hängen mit den Worten: "Bücher in Kisten vor die Tür stellen verboten!" Ja, es gibt zu viele Bücher, und es gibt zu viele Autoren, die zu viele Bücher schreiben. Aber unabhängig davon gibt es zu viele Leser*innen, die meinen, kreative Menschen machten sich aus Jux und Tollerei jahrelange Arbeit mit Recherchen, Lektorat, Korrektorat und allem, was mit dem Schreiben eines Buches zusammenhängt. Das gilt auch für alle anderen Kreativen. Kreativität gehöre allen, war jüngst offiziell von einem Mitglied der Piratenpartei zu hören.

Im Gegensatz zu den Büchern, die kaum noch einer haben will, floriert der Piratenhandel mit neueren Verlagsbüchern weiterhin grandios. Gerade bin ich erschrocken, als ich bei Google nach langer Zeit mal wieder meinen Titel "Martinsmorde" aufrief. Anfangs tauchten da Buchhandlungen auf, in denen
der Titel vertrieben wurde, dazu Onleihe-Links, die den Krimi meinen historischen Romanen zuordneten und die auch fleißig ausgeliehen wurden. Inzwischen gibt es Dutzende von Anbietern, die es herunterladen und umsonst anbieten. Es waren mindestens zwanzig! Bei einer solchen Seite stand dabei:

Kostet normalerweise 3,99 Euro, jetzt können Sie eine Kopie umsonst beziehen!

Gestern habe ich das Lektorat meines neuen Schwarzwaldkrimis beendet und ans Lektorat geschickt. Es war eine hochbefriedigende, glückliche, anstrengende und langwierige Arbeit von einem dreiviertel Jahr. (Die Ideenfindung kann man noch mit zwei Monaten hinzurechnen.)
Die Lektorin schaut noch mal drüber, dann kommt er ins Korrektorat. In zwei Wochen gehe ich das noch mal durch, und vor Erscheinen korrigiere ich die Fahnen. Es wird beworben und bei Netgalley vorgestellt, da lesen Buchhändler, Blogger und andere Rezensenten mit. Viele Autoren machen auch Leserunden und vermarkten ihre Bücher im Netz. Ich bin immer wieder fassungslos, wie solche Raubkopierer zu einer solchen Einstellung kommen können! Dann müsste in deren Augen ja auch der Bäcker seine Brötchen umsonst hergeben, weil die Allgemeinheit die noch dringender braucht als Bücher. Ich verlinke hier mal auf meine Kollegin Annette Weber, die in etwa den klugen Satz gesprochen hat: Wenn sie in meinen Schuhen gehen, würden sie es begreifen.
http://annette-weber.blogspot.com/2019/03/gedanken-zum-urheberrecht.html

Dienstag, 19. März 2019

Das blaue Band

Frühlingsspaziergang am Neckar

Jetzt ist er endlich da, der "richtige" Frühling! Und tatsächlich liegt eine Art blaues Band über der Landschaft. Auf dem Ringmauerweg in Horb kann man ihn besonders früh und intensiv erleben. Oberhalb der Altheimer Straße steht die guterhaltene Wehrmauer mit drei Türmen. Der hier entlangführende Weg bringt den Besucher zu einer Hangheide, auf der von April bis Juli verschiedenartige Orchideen und andere seltene Pflanzen blühen. Im zeitigen Frühjahr ist die steile Wiese mit Küchenschellen übersät, und weiter oben, auf dem Kugler Hang, findet man Kugelblumen. Zuerst erscheint das Helmknabenkraut, in Mengen, die anderswo selten zu finden sind, die Fliegen-, Bienen- und Spinnenragwurz, die Bocksriemenzunge und das Zweiblatt. Später dann, ab August, folgen Fransenenzian und deutscher Enzian. Hinzu kommen Kalkaster, Dost, Silber-und Golddisteln. Vor dem 17. Jahrhundert wurde hier Weinbau betrieben, davon zeugen noch Steinriegel und verfallende Mauern. Bis 1966 wurde das Gebiet als Schafweide genutzt. Das jetzige Naturschutzgbiet ist nicht auf natürliche Weise entstanden. Bittere Pflanzen und Büsche wie der Wacholder, der deutsche Enzian und eben die Orchideen widerstanden der Fresswut der Schafe. So konnte ein Gebiet entstehen, das 145 Pflanzen- und 110 Tierarten beherbergt. Natürlich ist so ein einmaliges Gebiet, dabei so dicht an den Siedlungen, stark gefährdet.
Duftende Veilchen

Traubenhyazinthen

Blaue Anemone
Kuhschellen




Sonntag, 24. Februar 2019

Vom Sterben der Dörfer

Das beste Buch, das ich in der letzten Zeit gelesen habe, war die "Mittagsstunde" von Dörte Hansen. Es handelt vom langsamen Verfall eines Dorfes und seiner Bewohner, von Schuld, Versöhnungswillen, dem Nachhall von rauschenden Festen und einer unzerstörten Natur, die mit dem Erscheinen der Landvermesser in den 60er, 70er Jahren ebenfalls der Zerstörung anheimfiel. Vom Leben der Bauern und Wirte, der Verstrickung von Familien und dem "bisschen Mensch", der einer unzerstörbaren alten Welt entgegensteht.

Danach konnte ich erst mal kein anderes Buch mehr in die Hand nehmen, vor allem wegen der Sprachgewalt der Autorin, wegen der Metaphern, die mich vollkommen in den Bann geschlagen haben und wegen der Brandaktualität der Geschichte. Ich selbst beobachte ja schon seit Einführung des Euro im Jahr 2002, wie die Gastwirtschaften den Berg hinab gegangen sind. Anders als in Bayern, wo man heute noch fast überall in den Biergärten seinen Schweinsbraten und seine Brotzeit bekommt, muss man hier im Schwarzwald, im Neckartal und auf der schwäbischen Alb lange suchen, bis man etwas halbwegs Genießbares zu vernünftigen Preisen bekommt. In den 80er Jahren konnte man zum Beispiel von Nagold nach Tübingen fahren und hat in jeder Dorfwirtschaft ein paniertes Schnitzel mit Pommes bekommen. Auch wenn die Soße wahrscheinlich aus der Tüte war, vermisse ich das heute sehr. Wir müssen oft auf die Italiener und Chinesen ausweichen. Die Dörfer und kleineren Städte verödeten immer mehr, es gab immer weniger Einkaufsläden, die Wirtschaften haben nur noch an bestimmten Tagen geöffnet, und das dann nur für den Gesangverein. Dörte Hansen hat das in ihrem Buch sehr gut erklärt. Die Alten kommen kaum noch zu den Stammtischen s oder trauen sich bei den Extremwettern (und wegen der Kriminalität) nicht mehr aus dem Haus. Die Väter der jungen Familien, die von der Stadt aufs Land gezogen sind, gehen mit ihren Sprösslingen tagsüber ins Schwimmbad und abends nicht mehr in die Kneipe. Von daher werden die lieblos hochgezogenen Siedlungen um die Dörfer herum und die Supermärkte, die eilig für sie hingeknallt werden, auch nicht zur Wiederbelebung der Dörfer und kleinen Städte beitragen. Im Bayernfernsehen sah ich heute einen Bericht über verwaiste Plätze mit Holzbänken ohne Lehnen, auf denen niemand sitzt, und Schirmakazien zum Schattenspenden, an denen Landfrauen eilig vorüber radeln. Die neu geschaffenen Dorfläden schreiben rote Zahlen, weil es im Discounter billiger ist. Doch es gibt Ansätze, die Probleme anders zu lösen. Zum Beispiel, alte Gebäude nicht abzureißen, sondern zu sanieren und damit Wohn- oder Raum für kulturelle Aktivitäten zu schaffen. Eine Gemeinde in Bayern hat ein Kloster gekauft und will ein Bildungszentrum einrichten - was dem Ort wieder mehr Attraktivität verleihen soll.
Hier ein Video zu den neuen Ortsmitten in Bayern:
https://www.br.de/mediathek/video/unter-unserem-himmel-neue-ortsmitten-in-bayern-av:5c3f10ca7de1420018a72708

Auch viele alte Schwarzwaldbäder bieten einen traurigen Anblick. Einige wie Bad Wildbad haben Glück. Die Rossini-Festspiele und das Thermalbad hätten es nicht mehr retten können. Die haben jetzt ihre Hängebrücke und den neuen Freizeitpark oben auf dem Sommerberg. Es gibt auch Städtchen, die allein ihrer wertvollen historischen Substanz wegen nicht verbaut und von Industrieanlagen umzingelt werden. Rothenburg, Dinkelsbühl und Stein am Rhein zum Beispiel, Letzteres haben wir kürzlich besucht. Dort herrschte am Abend nach Abzug der Touristen eine lockere, entspannte Stimmung, die Fahrt durch das Stückchen Schweiz war ein Hochgenuss an unverbauter, unversiegelter und nicht von Autos plattgefahrener Landschaft.


Samstag, 26. Januar 2019

Wintertal

Da hilft alles Jammern und Klagen nichts: Die Sommer sind nicht mehr, was sie mal waren, die Winter sind feucht, ekelhaft nass, kalt und drückend grau, Frühling und Herbst gibt es in dieser Form nicht mehr. Das sagte uns schon vor fast zwanzig Jahren eine Signora oberhalb des Gardasees, bei der wir eine traumhafte Wohnung mit Oleanderterrasse und Blick auf das blauglitzernde Wasser gemietet hatten. Die kleinen Paradiese sind längst verschwunden wie zum Beispiel Kochel am See. Der war noch schöner als der Gardasee, man konnte auf einem Felsenweg und durch Moore wandern, barocke Prachtkirchen und fromme Klöster besuchen, in den Klöstergärten Schweinebraten essen und abends vor der Kneipe sitzen und Bauern auf ihren Treckern vorbeituckern sehen-mit wehendem Gamsbart auf dem Filzhut. Wenn es einmal regnete oder ein Gewitter gab, saß man auf dem Balkon und schmökerte die halbe Nacht. Das ist jetzt auch vorbei, denn kürzlich las ich in der Zeitung: Deutschland ist inzwischen nach Spanien das beliebteste Urlaubsland, in Kochel am See stehen sie Stoßstange an Stoßstange.

Wie gesagt, es hilft nichts, wir haben den Klimawandel mit aller Schuld und allen Folgen für alle. Die Braunkohleausstiegsverhandlungen, ob 2030 oder jetzt, sind nur ein Pflästerchen für das, was ich schon in den 80er, 90er Jahren las: Es ist für alles fast schon zu spät. Auch damals gab es schon Klimaschutzkonferenzen, wenn ich mich recht entsinne. Und zum Glück waren die letzten Paradiese da noch nicht entdeckt.

Da sitze ich nun und schaue hinaus in den grauen, trüben, kalten Tag. Mache einen Test, aber ich habe keine Winterdepression. Mir geht es immer so in dieser Jahreszeit. So dunkel es draußen ist, so dunkel wird es drinnen. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Und es ist Jammern auf sehr hohem Niveau, denn andere Leute haben kaum das Geld für die dringendst benötigten Dinge. Ich langweile mich nur in diesem Wintertal, denn meinen neuen Roman habe ich vor zwei Tagen an die Lektorin geschickt - und jetzt habe ich einfach nichts mehr zu tun. Es ist so langweilig, als Rentnerin im Winter nichts zu tun zu haben.

Während ich dies schreibe, hat sich draußen vorsichtig der Himmel aufgezogen. Ein paar hellblaue Flecken und ein Schimmer von Sonnenlicht brechen durch. Zeit, doch mal wieder rauszugehen.

Sonntag, 30. Dezember 2018

Ende des Jahres

An dieser Stelle möchte ich allen Lesern meines Blogs ein gesundes, interessantes und lebenswertes Jahr 2019 wünschen! Von mir eine ganz kurze Bilanz: Die Weihnachtszeit und die Zeit zwischen den Jahren habe ich in einer Art Mini-Winterschlaf verbracht (ziemliche Erkältung), und dadurch ist mir das meiste an Trubel erspart geblieben. Das Extremwetterjahr 2018 stand für mich persönlich unter dem Stern des Regionalkrimis. "Martinsmorde" wurde als E-Book und als Taschenbuch veröffentlicht, meinen neuen Schwarzwaldkrimi habe ich jetzt bis auf die letzten Seiten fertig - bis zum 1. Februar muss er dann noch überarbeitet werden.

Einige Zeit lang habe ich nach einem passenden Gedicht für die Zeit "zwischen den Jahren" gesucht. War nicht einfach. Vorhin bin ich auf eins von Theodor Fontane gestoßen. Das umschreibt die Lage ein kleines bisschen.

Und wieder hier draußen...
Und wieder hier draußen ein neues Jahr -
Was werden die Tage bringen?!
Wird's werden, wie es immer war,
Halb scheitern, halb gelingen?
Wird's fördern das, worauf ich gebaut,
Oder vollends es verderben?
Gleichviel, was es im Kessel braut,
Nur wünsch' ich nicht zu sterben.
Ich möchte noch wieder im Vaterland
Die Gläser klingen lassen
Und wieder noch des Freundes Hand
Im Einverständnis fassen.
Ich möchte noch wirken und schaffen und tun
Und atmen eine Weile,
Denn um im Grabe auszuruhn,
Hat's nimmer Not noch Eile.

Mittwoch, 28. November 2018

Peter Wohlleben: Der mit dem Wald spricht

Eigenes Foto: Oktober 2018 auf der schwäbischen Alb
Gestern kam die vorerst letzte Sendung über den Bestseller-Autor und Förster Peter Wohlleben: Diesmal war er mit Cordula Stratmann und Mickey Beisenherz unterwegs im Soonwald im Hunsrück. Nach den vorhergehenden Sendungen wieder ein absolutes Highlight! Zitterpappeln, die ihre Kinder in die umliegenden Wiesen schicken, Bäume, die ihren Unrat abwerfen und ihn dann mit Blätter-Klopapier abdecken, Baum-Familien, Hute-Eichen und eine Übernachtung bei 2° und einem eisigen Wind ...alle Folgen, unter anderem mit Denis Scheck, Sven Plöger, Pierre M. Krause usw. können noch ein Jahr lang in der Mediathek abgerufen werden.

https://www.ardmediathek.de/tv/Der-mit-dem-Wald-spricht/Mit-Cordula-Stratmann-und-Mickey-Beisenh/SWR-Fernsehen/Video?bcastId=56966490&documentId=57997742

https://www.ardmediathek.de/tv/Der-mit-dem-Wald-spricht/Sendung?documentId=56966490&bcastId=56966490

Sonntag, 30. September 2018

Ich lieb den Herbst


Vor ein paar Tagen sind wir über die Hochfläche gelaufen, die sich über dem Tal der Steinach
erstreckt. Unten liegen das Dorf und die kleine Stadt, in denen wir leben. Die Landschaft ist vielfältig, man kann die schwäbische Alb als ferne blaue Mauer sehen und die Höhen des Schwarzwaldes mit den sich drehenden Spargeln. Einmal ist uns in der beginnenden Nacht eine große Eule entgegengeflogen. Heute dominieren die Herbstfarben, vergilbende Sonnenblumen, weiße Stiele der abgeernteten Maisfelder, dicke, zwanzig Meter lange Spinnenfäden segeln durch die Luft. Ein Schwarm von Staren kreischt in einer alten Kiefer, sie warnen vor uns, erheben sich wie eine riesige Wolke in die Luft und fallen von hinten wieder ein. Da kommt ein Mann mit einem Jagdhund, es ist ein freundlicher Hund. Er berichtet, dass er Jäger ist und nach einer Rotte Schwarzwild sucht, die sich hinten im Wald versteckt, die verwüsten die Felder der Bauern. Ja, er wird auch das eine oder andere Wildschwein abschießen. Wir wandern weiter, in einem Pferch stehen Schafe mit halbwüchsigen Lämmern. Die sind voller Ruhe, sie tun nichts als weiden und ihren Nachwuchs aufziehen. Es ist ein absoluter Einklang, hier stört nichts die Natur und die Menschen, die sich darin bewegen. Und es gibt ein schönes Herbstgedicht von Turgenjew, das mir gut zu passen scheint.

Iwan S. Turgenjew (1818-1883)


Ich lieb den Herbst


Ich lieb den Herbst, im Blicke Trauer.
In stillen Nebeltagen geh
Ich oft durch Fichtenwald und seh
Vor einem Himmel, bleich wie Schnee,
Durch Wipfel wehen dunkle Schauer.
Ich lieb, ein herbes Blatt zu Brei
Zu kauen, lächeln zu zerstören
Den Traum, dem wir so gern gehören.
Fern des Spechtes scharfer Schrei!
Das Gras schon welk...schon starr vor Kühle,
Von hellen Schleiern überhaucht.
In mir das Weben der Gefühle,
Das Herz in Bitternis getaucht...
Soll ich Vergangenes nicht beschwören?
Soll, was da war, nie wieder sein?
Die Fichten nicken dunkel, hören
Gelassen zu und flüstern Nein.
Und da: ein ungeheures Lärmen,
Ein Ineinanderwehn von Zweigen,
Ein Rauschen wie von Vogelschwärmen,
Die, einem Ruf gehorchend, steigen.

Samstag, 8. September 2018

Das Printbuch der "Martinsmorde" ist da!

Gestern erschien die gedruckte Ausgabe meiner "Martinsmorde" - es ist jetzt überall im Handel zu bestellen, in den Onlineshops und in den Buchhandlungen. Zwei hervorragende Rezensionen sind bereits erschienen. Irgendwie habe ich das Gefühl, als hätte ich meine Zielgruppe diesmal voll erreicht, ähnlich wie bei meinen Klein-und Mittelverlagsbüchern.

Auch das Gesamtfeeling ist ähnlich wie damals. Wenn ich durch den Schwarzwald fahre, laufe oder einfach nur aus dem Fenster schaue, sind mein Buch, mein Schreiben und mein Leben auf einer Linie. Erstaunt bin ich über die Tatsache, dass mein Krimi trotz der unübersehbaren Konkurrenz so viel Aufmerksamkeit erregt. Das habe ich den Aktivitäten des Verlags sowie der von Bloggerinnen und Autorenkollegen zu verdanken. Hätte ich das Buch im Self Publishing herausgebracht, wäre es wahrscheinlich in der Masse untergegangen!

Inzwischen sind schon mehr als fünfzig Seiten des Folgebandes fertig. Dabei geht es um Geschehnisse und Morde in einem Schwarzwaldtal mit einem Fluss, der wie so vieles im Schwarzwald ganz schwarz erscheint.

Hier die Rezensionen

Donnerstag, 30. August 2018

Aus - Flug weg vom Schreibtisch

In den letzten Jahren wurde viel über die sogenannte Achtsamkeit  publiziert. Vor einigen Jahren habe ich im Kloster Heiligkreuztal nahe Riedlingen ein dreitägiges Achtsamkeitstraining gemacht. Und zwei Jahre davor einen Kurs über Resilienz (seelische Widerstandskraft). Das war alles sehr schön und wohltuend, wobei ich sagen muss, dass das Achtsamkeitstraining nicht viel Spaß gemacht hat. Ewig lang dahocken und in sich hineinhorchen, verlangsamt gehen, das waren die Sachen, die mich vorher immer als ein wenig spirituell und esoterisch abgeschreckt hatten.

Kürzlich habe ich jedoch eine Erfahrung gemacht, die mir zeigte, wie man auch ohne langwierige Übungen zu mehr Achtsamkeit kommen kann. Achtsamkeit im Sinne von aufmerksam zu leben und eine Beziehung zu einer Umwelt zu bekommen. Ich hatte geträumt, dass meine Wohnung leergeräumt war. Alles weg, Bett, Schrank, Sofa, Stühle - alles bis auf den Schreibtisch. Später war das Zimmer in Schieflage, und durch irgendeinen Trick sah die Wohnung dann wieder wie vorher aus. Aha, dachte ich mir, was will mir mein UB damit wohl sagen? Ist dein Leben nicht allzu sehr auf den Schreibtisch reduziert?

Wir machten dann einen Ausflug ins Obere Donautal und wanderten vom Rauen Stein bei Irndorf zum Eichfelsen hinüber. Keine weite Tour, aber überaus heilsam. Wie früher, wie vor zwanzig Jahren sagte mein Begleiter. Atemberaubende Aussichten auf die Burgen und die Kalkfelsen des Donaudurchbruchtales, ein Wiesenpfad, Skabiosen, Kalkastern und Bläulinge. Sonne und Hitze im Wechsel mit Schatten und kühlen Traufgängen. In diesen Stunden habe ich gemerkt, wo die Beziehung zur Welt, wo "Heimat" ist.

Dienstag, 14. August 2018

Durchatmen!

Die Wochen der großen Hitze sind jetzt Gott sei dank vorüber. Ein paar sehr heftige Gewitter haben der Glut den Garaus gemacht. Man kann durchatmen und sich draußen wieder bewegen. So, wie man es sich für die sommerliche Jahreszeit wünscht. So lange wir noch auf einem Parkplatz des "Dreifürstensteins" (schwäbische Alb) aussteigen und unsere Wanderrunden drehen können, ist die Welt noch in Ordnung. Dort zumindest. Die Einkaufszentren mit ihrer Hektik und der Rücksichtslosigkeit der Menschen meiden wir, so oft es geht.

Was das Schreiben betrifft, kann ich ebenfalls wieder durchatmen. Vor einiger Zeit hatte ich ein Exposé an meine Lektorin geschickt. Es geht um einen Folgekrimi zu den "Martinsmorden" und er spielt im Schwarzwälder Enztal. Die Zeit, bis ich ihn fertig geschrieben habe, konnte ich selber bestimmen und bekomme dafür einen Vertrag. Jetzt recherchiere ich und schreibe abwechselnd, und es macht genauso viel Spaß wie beim ersten Buch!

Noch ein Wort an meine amerikanischen, französischen und portugiesischen Leser, die hier täglich ihre Kommentare abgeben. Danke für das Lob meiner Webseite und für das Teilen in den sozialen Medien! Dabei hätte ich aber eine Bitte: Ich kann mir nicht sicher sein, ob die Kommentare echt sind, weil sie anonym verfasst werden. Aus dem Grund veröffentliche und beantworte ich sie auch nicht. Wenn jemand also ernst genommen werden will, sollte er sich mit Realnamen melden.

Mittwoch, 11. Juli 2018

Von Schlitz nach Spalt

Was im Titel wie eine Gratwanderung in den Felsen klingt, war in Wahrheit eine dreitägige Rundtour durch deutsche Lande. Nicht immer bekleckert man sich bei solchen Touren mit Ruhm, aber immer bereichert es die Erfahrungen. Man lernt eben nie aus, und wirklich "vernünftig" wird man offensichtlich auch nicht in seinem Leben. Irr- und Lehrreise von Süd nach Nord nach Ost nach Süd.

Aufgrund der Wetterlage und weil am Samstag keine tonnenschweren Lastwagen unterwegs sind, beschlossen wir spontan, nach Flensburg zu fahren. Dort haben wir eine kleine Ferienwohnung nahe der Krusau in Kupfermühle, wo mein Vater früher eine Kupfer - und Messingfabrik geleitet hat. Es sind fast 900 Km bis dorthin, die früher immer, etwa zu Weihnachten und an Geburtstagen, problemlos zu bewältigen waren. Hinter Fulda merkten wir, dass es langsam Nachmittag wurde und das Ziel heute eben nicht mehr problemlos zu erreichen sein würde. Zumal in Hamburg eine mehrstündige Sperrung des Elbtunnels geplant war. Mein Partner meinte sich zu erinnern, dass wir schon einmal in Schlitz gewesen seien, einem kleinen Ort auf dem Vogelsberg. Waren wir aber nicht, dafür waren wir beeindruckt von dem mittelalterlichen Erscheinungsbild und dem Schloss.
Marktplatz von Schlitz

Alsfeld
Schlosshotel Schlitz

Im Schlosshotel fand eine geschlossene Gesellschaft statt, trotzdem durften wir einchecken. Das Zimmer wie immer viel zu klein, aber alles edel und neuwertig mit Blick auf den Fluss und das Städtchen. Abends besuchten wir Alsfeld, das wir aus dem hessischen Fernsehen kannten und immer schon mal besuchen wollten. Und waren überwältigt von dem geschlossenen Stadtbild und dem kunstvollen alten Fachwerk überall. Zurück in Schlitz, konnten wir den Abend bei einem Bier und Musik der Bigband von HR3 genießen - die zufällig dort im Schlossgarten spielte. Am Rande gestand uns ein Althippie, der zu den Roadies gehörte, dass er eigentlich auch lieber Rockmusik hören würde. Oben im Schlosshotel ging das Fest der Gesellschaft eben seinem Höhepunkt entgegen. Ein Graf aus einem Hochadelsgeschlecht lade hier alljährlich zum Familientreffen, erklärte uns die freundliche Bedienung. Nachher würden sie alle zum Kaffee auf die Terrasse hinauskommen, aber wir könnten uns gern auf die Bank an der Seite setzen und etwas trinken. Derweil sie drinnen auf ihr Dessert warteten, fragte mein Partner die Bedienung ganz frech, ob sie nicht ein paar von den Krebsen übrig hätten. Die wir dann auch formvollendet serviert bekamen. Ist ja nicht viel dran an den Dingern, und die Finger riechen danach stundenlang, aber es war ein großartiges Erlebnis. Später kamen die Herrschaften, um sich dem legeren Teil des Abends zu widmen. Die Kaffeetassen blieben unangerührt, und man hörte schon mal ein "Hau weg!" Alles in allem waren wir aber sehr positiv vom Verhalten dieser Menschen eingenommen, keine Pöbelei, kein Streit, kein lautes Wort. Ein lustiger Abend bis spät in die Nacht, unvergesslich.

Am zweiten Tag fuhren wir schon um 8 Uhr los. Wieder ein heißer Tag. Die Auswirkungen der Dürre machten sich immer mehr bemerkbar. Wochenlang hatte es hier nicht geregnet, oft sah man die Leute zum Himmel schauen und klagen. Der Ort Fritzlar (auch ein "Sehnsuchtsort") empfing uns eher enttäuschend, der Dom war geschlossen, und auch sonst war nicht viel los. Bei Hannover ereilte uns dann der Super-Gau. Ewig lange Baustellen und Staus nervten solange, bis wir beschlossen, unser ursprüngliches Ziel aufzugeben. Stattdessen wandten wir uns gen Osten. Erinnerungen an Weimar und Goethes Gartenhäuschen, an die Wartburg, Gotha, Erfurt und das Bachstädtchen amen auf. Quedlinburg, voller Kulturtouristen, war sehr schön und beeindruckend. Der Dom thront ganz oben mit Weitblicken in die verdorrte Landschaft. Die Quedlinger Bratwurst mit Schalenkartoffeln war auch nicht zu verachten.
Dom von Quedlinburg

Gasse in Quedlinburg
Die Weiterfahrt dann aber schon. Wir greifen uns jetzt noch an den Kopf, dass wir nicht gleich wieder nach Hause gefahren sind. Quer durch den Harz, mit schönen Wäldern und Flüssen, aber umständlich zu fahrenden Straßen, wenig Infastruktur und vielen aufgemotzten Sehenswürdigkeiten. Fast jedes Dorf hat sein Schloss, aber als einziger von der Schlossverwalterin empfohlene Übernachtungsmöglichkeit erwies sich ein Campingplatz ohne versprochenen See und ausgebucht. So landeten wir nach vielem Hin und Her in Melsungen, einem ebenfalls sehr schönen Städtchen, das wir von der Durchreise her schon kannten.

Gleich hinter dem Eulenturm am Stadteingang landeten wir im Hof einer Pension. deren Besitzer empfing uns schon auf dem Parkplatz, erklärte, dass der Eulenturm früher Gefängnis und das Fremdenzimmer in der Pension jüdischer Betsaal gewesen sei. Gefiel mir ganz gut, mit schwarzem Gebälk, etwas geräumiger als das im Schlosshotel und preiswert. Die Stadt Melsungen ist wunderschön, doch die Gastlichkeit lässt ein wenig zu wünschen übrig. Die empfohlenen Gaststätten waren schon um 19.00 geschlossen, das von einem Wirt empfohlene hatte edle und teure Speisen auf der Karte, die aber unserem Empfinden nach aus Aldi-Zutaten hergestellt waren. Auch der abendliche Ausklang beim Bier erwies sich als kontraindiziert. Es gab nur eine einzige Kneipe, die offen hatte, dort wurde man mit de Hitparade der Volksmusik und Mallorca-Gedöns unterhalten. Also blieb nur der frühe Gang ins Bett.

Kirche St. Emmeran in Spalt
Gegen Mittag des dritten Tages wurden wir dann endlich fündig. Im Fränkischen Seenland. Nicht weit von Gunzenhausen und dem Brombachsee liegt der ursprüngliche, unverdorbene Ort SPALT, den mein Partner im Auge gehabt hatte. Hie gibt es mehrere Kirchen, sehr katholisch, sehr barock, dazu ein uraltes Brauhaus und den besten Schweinbraten an der Seite eines Wirtshauses, den wir seit langem zu uns genommen hatten. Die Sauce besteht aus reinem Fleischsaft, die Knödel habe ich beide verdrückt, obwohl ich sie früher nie gemocht habe.


 Rund um den Großen und den Kleinen Brombachsee ist eine künstliche Ferienlandschaft entstanden, die leider nicht besonders attraktiv wirkt. Durch Stauung der Altmühl hatte man sich ein gutes Urlaubsgeschäft versprochen, was wohl auch funktioniert. Aber es gibt nichts Gewachsenes, zu allen Plätzen am See führen extra angelegte Stra0en hinunter. Einzig der Natursee bei Merkendorf ist zwar verändert worden, dort gibt es jetzt alle Schwimmbadutensilien mit Café und Kindergeschrei, aber er ist noch in seinen Grundzügen zu erkennen. Auch die Wiese, auf der wir ml eine Nacht mit jungen Leuten am Lagerfeuer verbracht hatten, gibt es noch. Und das schöne Wolframs-Eschenbach, Heimatort des Wolfram von Eschenbach. Die Ferienwohnung von damals gab es nicht mehr, das Café hatte zu, und zum Übernachten gab es schon gar nichts. Inzwischen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es nicht nur die ehemaligen Orte der DDR sind, in denen nichts geboten wird, die tot wirken und wo abends um sieben die Stühle hochgeklappt werden. Wie sehr genossen wir es, in Backnang wenigstens noch - an diesem warmen Sonntagabend - in der Flaniermeile sitzen zu können und ein gutes Thai-Gericht zu verzehren! Von der vielen, teils wirklich überflüssigen Fahrerei nach einem Ferienort taten uns alle Knochen weh. Ich glaube aber, dass wir doch etwas aus der Reise gelernt haben. Man musste sich schon früher in der Kutschenzeit sehr anstrengen, wenn man reisen wollte, nur ging es da viel langsamer.

Freitag, 6. Juli 2018

Leseexemplare für Rezensenten

Von meiner Lektorin erhielt ich ein digitales Leseexemplar, das für die professionellen Leser und Leserinnen bei Netgalley gedacht ist. Netgalley funktioniert so, dass Verlage dort Neuerscheinungen einstellen. Professionelle Besucher wie Buchhändler (40%), Buchbloggerinnen und andere Rezensenten suchen sich dort ihren Lesestoff heraus, die Rezensenten (die bestimmte qualitative Anforderungen erfüllen müssen) fragen dann beim  Verlag nach einem Rezensionsexemplar. Falls es hier unter meinen Blogbesuchern BuchbloggerInnen gibt, die Interesse an einem Exemplar hätten, können sie bei mir anfragen. Demnächst erhalte ich auch noch ein paar gedruckte Exemplare per Post. Die Rezensionen werden dann auch bei Amazon, Thalia, Weltbild usw. eingestellt, so weit ich es verstanden habe. Hier sind die am meisten nachgefragten Exemplare unter der Kategorie "Krimis, Mystery und Thriller" aufgeführt. Meine Martinsmorde befinden sich auf Seite drei von insgesamt 58 Titeln und wurden achtmal positiv für das Cover bewertet.

https://www.netgalley.de/catalog/category/16/mostRequested?sort=b.reqCount&direction=desc&page=3