Montag, 17. November 2008

Nachtschichten

Jetzt erlebe ich endlich auch einmal, was ich von Kollegen immer wieder hörte: in der Endphase der Buchentstehung muss man offensichtlich manchmal Nachtschichten einlegen, um fertig zu werden. Was ich gelernt habe aus dem jetzigen und lerne für zukünftige Projekte:
"Drauflosschreiben" gibt es nicht mehr. Wenn ich die "Nonne und die Hure" so geplant hätte wie "Die Pilgerin von Montserrat", müsste ich jetzt nicht diese Nachtschichten einlegen. Interessant auch, dass die Fragen des Lektors denen gleichen, die in der Exposé-Arbeitsgruppe zur "Pilgerin" gestellt wurden. Meine Devise seit Längerem: bei komplizierteren Manuskripten mit mehreren Handlungssträngen muss vorher alles geplant sein, sonst verzettelt man sich. Das heißt jetzt nicht, dass ich mich bei der "Nonne und der Hure" verzettelt hätte( sonst hätte Aufbau es auch nicht genommen). Es heißt, dass Motive, Handlungen und Entwicklungen manchmal noch zu unklar sind, dass Nebenschauplätze entstehen, die für die Handlung nicht relevant sind. Oder es gibt Beschreibungen, die zum Eigentlichen nichts beitragen. Insofern war und ist das jetzt eine wegweisende Erfahrung.

Kommentare:

Alexander hat gesagt…

Hi Christa,
ich lese gerade Ken Follet "Whiteout" und genieße es - ehrlich gesagt - dass dort viele spannende Nebengeschichten um die eigentliche Hauptgeschichte herum angesiedelt sind, alle spannend, aber bis jetzt nicht erkennbar für den Hauptstrang relevant sind. Insofern dürfte es da vielleicht auch unterschiedliche Lesegewohnheiten und -erwartungen geben.

Christa hat gesagt…

D'accord, Alexander-ich streiche nur die Stellen, die nicht spannend sind.:-)

Christa