Mittwoch, 14. Juli 2010

Das Grauen im Sommer 2010

Da ich, wie schon an anderer Stelle erwähnt, nur noch heißes Stroh im Kopf habe und das Thermometer schon wieder über die gefährliche Marke hinaus ist, habe ich mal blind nach den beliebtesten Büchern des letzten Jahres geforscht, mit anderen Worten, den Bestsellern.. Reiner Zeitvertreib, denn geordnetes Schreiben ist nicht mehr möglich. Die von mir erwähnte "Chemie des Todes" wird dort auch so angepriesen: Man müsse einen starken Magen haben, um das unbeschadet zu überstehen. Es ist alles voller Grauen und Blut, einschließlich der Vampire. Ein Kind wird an die verwesende Leiche seiner Verwandten gekettet. Die harmlosesten sind noch die Alpen- und Allgäu-Krimis (einen Fall von Kluftinger habe ich mal gelesen). Woher kommt dieser ungeheure Blutdurst? Sind die Leser zu abgestumpft, um immer stärkere Reize zu brauchen? Inzwischen glaube ich etwas ganz anderes. Sie brauchen Märchen. Märchen sind grausam. Das, was die Märchen verschweigen, wird heute als Bestseller gekauft-da läuft einem das kalte Gruseln den Rücken hinunter, nicht nur bei tropischen Temperaturen!

Kommentare:

Rabenblut hat gesagt…

Liebe Christa,
ich gestehe, ich habe ALLE Vampirbücher gelesen und genossen ;), aber mit Thrillern tue ich mich schwer. Ich mag mich nicht ängstigen. Deshalb lese ich keine Gemetztelgeschichten. Kluftinger habe ich alle gelesen, bis auf den letzten Band, was ich möglichst bald nachholen werde, das war nach meinem Geschmack. Früher habe ich Agatha Christie verschlungen - DAS waren noch Krimis! Spannend, psychologisch genug und eine tolle Atmosphäre, gerade die Älteren von ihr.
Diesen Charme vermisse ich manchmal.
Liebe Grüße
Nikola

Christa hat gesagt…

Liebe Nikola,

es gab mal eine Zeit, in der ich auch alles von Agatha Christie gelesen habe, und von George Simenon, später einiges von Mankell, P.D. James, Jan Seghers, eins von Dan Brown, Wulf Dorn, fast alle von Vargas.
Ich sehe es immer an den Klappentexten, ob der lot für mich spannend ist.

Liebe Grüße
Christa

Christa hat gesagt…

Ach ja, und die "Raunächte" mit Kluftinger hatte ich schon in der Hand, will aufs Taschenbuch warten -

Petra hat gesagt…

Vielleicht sind die Abgestumpften gar nicht die Leser, sondern die Lektorinnen (welch Seele wohnt ach! in ihrer Brust)?

Tipp für geruhsamere, humorvolle Rätsel-Krimis: Inspektor Barnaby. Allerdings als Film. Die Romane, auf denen die BBC-Serie beruht, lesen sich wie eingeschlafene Füße ;-) (sie sind übersetzt worden, *nachdem* die Filme Kult wurden).

Herzlichst,
Petra

Christa hat gesagt…

Inspektor Barnaby habe schon oft gesehen-mit Vergnügen!
Ach ja, noch vergessen: Patricia Highsmith, die hatt ich schon vor zehn Jahren alle durch, und "Der Schrei der Eule" als Film gesehen.
Die LektorInnen denken vielelicht, die Leswer bräuchten das-und gruseln sich insgeheim.

Herzlichst
Christa