Mittwoch, 4. Februar 2009

Literarische Ziele erreichen

Das Ziel, Schreiben zum Beruf zu machen, hatte ich schon Ende 2004 aufgegeben - oder in dem Moment, als meine erste Lektorin beim Mittagessen in einer Stadt am Fuße des Schwarzwalds zu mir sagte: Geben Sie um Gottes Willen Ihren Beruf nicht auf! Was aus mir geworden wäre, wenn ich mit den beiden ersten Verlagen weitergemacht häte, vermag ich schwer zu sagen. Vielleicht wäre ich heute eine anerkannte Autorin von biografischen und unkonventionellen historischen Romanen. Aber ich wollte weiter, wollte vor allem in den Buchhandlungen präsent sein. Wie schwer es ist, hier vor allem dauerhaft präsent zu sein, sehe ich am Beispiel erfolgreicher KolleInnen von mir. Ich werde also noch eine ganze Weile weiterschreiben müssen, um dieses Ziel auch nur annähernd zu erreichen.

Kommentare:

Alexander hat gesagt…

Hallo Christa,
das Schreiben zum Beruf zu machen bedeutet - meines Erachtens - sich auch in diesem Bereich in Abhängigkeiten zu begeben. Die haben wir schon genug.

Christa hat gesagt…

Das ist allerdings wahr, Alexander, wie ich auch heute mal wieder bemerkte im Job.

Christa

Petra hat gesagt…

Helft mir mal zum Verstehen: Die gleichen "Abhängigkeiten" hab ich doch auch, wenn ich nur als Hobby Bücher veröffentliche? Außerdem suche ich die mir doch aus, oder nicht?

Auf der Leitung steht Petra ;-)

Christa hat gesagt…

Hi, Petra,

ich habe Alexander so verstanden, dass man eine Abhängigkeit mit der anderen vertauscht. Und die kennen wir eben schon. Wenn man es nebenher macht, entstehen zwar wieder Abhängigkeiten, aber der Druck ist nicht ganz so groß, glaube ich.

Christa

Elke Bräunling hat gesagt…

Im Gegensatz zu Petra sage ich: Die Abhängigkeit als Berufsautorin ist wesentlich brachialer, weil existenzbestimmend. Ich spreche da wirklich aus Erfahrung, denn ich wandelte jahrelang auf für mich ganz falschen schreiberischen (literarisch kann ich dazu nicht sagen) Pfaden, nur des Lebensunterhaltes willen.
Nein, meinem besten Feind würde ich nicht den Rat geben, Berufsautor zu werden.
Du machst das genau richtig, Christa. Und du hast immer die Freiheit, Ja oder Nein sagen zu können, auch wenn's mal weh täte.

Herzlichst
Elke

Petra hat gesagt…

Ah, ich verstehe jetzt, was ihr meint, danke!
Ich glaube, das ist eine Typfrage. Ich war in meinem Leben nur ganze zwei Jahre angestellt und empfände das zwar als eine vermeintliche monatliche Sicherheit (heutzutage ist man ja auch "sichere" Jobs schneller los, als man denkt) - aber die Abhängigkeiten als extrem.

Und die einzigen Male, wo ich nicht mit Schreiben Geld verdient habe (ich hab ja nichts anderes gelernt), arbeitete ich am Fließband, als Hilfsgärtnerin und als Zimmermädchen. Auch ganz schön brachiale Jobs...

Ich glaube, man muss selbst entscheiden, welcher Typ man ist und womit man sich auf die Dauer am wohlsten fühlt. Du machst das richtig, Christa, dass du es dir nicht von irgendjemand sagen lässt.

Schöne Grüße,
Petra

Christa hat gesagt…

Danke, Elke und Petra,

ich wusste zwar schon lange, dass ich es richtig mache, aber es ist immer schön, wenn einem das jemand bestätigt!:-)
Was mich, außer dem ständigen Druck, dem man ausgesetzt wäre, davon letztendlich abgehalten hat, war die Einsamkeit bei diesem Tun.
Und wie sagte meine Tante selig einmal(ich zitierte es schon mal):
Mach deine Leidenschaft zum Beruf und hänge dich voll rein, dann haben Familie und andere Dinge wenig Platz. Oder du suchst dir einen Job, bei dem du nebenher deiner Leidenschaft nachgehen kannst. Sie selbst hat abends, nach einem Sekretärinnenjob, geschrieben, allerdings nichts veröffentlicht, soweit ich weiß.

Herzliche Grüße
Christa

Petra hat gesagt…

Hihi, diverse Familienmitglieder haben mir früher das Gleiche gesagt und dann hat mir diese Vorstellung so einen Horror eingejagt, dass ich zum schwarzen Schaf mutierte ;-)

Alexander hat gesagt…

Hi Petra et all,
sicher ist man auch als Hobbyschreiberling mit professionellem Anspruch davon abhängig Verlage zu finden, um seine Bücher zu veröffentlichen (wenn man nicht auf das Tchibo Buch ausweicht)

Es ist aber doch ein erheblicher Unterschied, ob ich mit einem verkauften Manuskript meine Miete und mein Essen bezahle oder ein Flachbildfernseher oder ein Wellnesswochende finanziere.

Petra hat gesagt…

Alexander, glaubst du im Ernst, hauptberufliche Autoren würden NUR mit dem Verkauf von Manuskripten Miete und Essen bezahlen? Das sind seltsame Berufsvorstellungen. ;-)