Seit gestern, den 15.Juni 2026, ist unser Montségur Autorenforum wegen Wartungsarbeiten geschlossen. Nach 20 Jahren engagierter Mitarbeit habe ich das auch nicht bedauert, sondern mich in die Frühsommersonne hinausbegeben. In Ebingen auf der Schwäbischen Alb gibt es ein schönes Museum, das wir auch schon mal besucht haben. Neben Werken von Otto Dix und anderen läuft gerade eine Fotoausstellung "Metamorphose. Die schwäbische Alb im Wandel der Zeit." Schwäbische Alb im Wandel der Zeit Die haben wir uns bisher nicht angeschaut, denn wir kennen die Alb von Mössingen bis Aalen, von Reutlingen bis Ulm, jede Burg, jedes Schloss, jede Stadt, viele Dörfer, Wanderwege, Seen, Pflanzen, Höhlen, Wasserfälle und Gasthöfe, von denen die meisten inzwischen geschlossen haben, dank Corona und Nachfolgende. Unsere letzten Spaziergänge fanden auf dem Burgenweg oberhalb von Reutlingen und auf de Irrenberg statt. Da waren die Traufwege ausgetrocknet und durch Fahrradrallyes extrem verbreitert, um jeden Ort herum waren weiße Einheitshäuserblocks und Fabriken wie Legosteine emporgewachsen, und wir hatten schließlich die Lust am Aufenthalt dort verloren.
Am letzten Samstag wurden wir eines Besseren belehrt. Eigentlich wollten wir in unsere Lieblingsstadt Reutlingen, die urigste, mittelalterlich-großstädtische Reichsstadt, wo wir aber keinen Parkplatz fanden. So fuhren wir wie einst durch die weiten Felder und Wälder, immer wieder gesäumt von Tälern, Felsen und altgebliebenen Dörfern. Ich war bass erstaunt, wie grün und gesund alles aussah in diesem Kaiserwetter. In Zwiefalten achten wir halt, so lange waren wir nicht dort gewesen, und ich hatte schon oft die Bilder von Barockkirchen vor meinem inneren Auge. Nach Kaffee und Eis machten wir uns zur Kirche hinüber, die, obwohl so oft gesehen, ganz neu auf mich wirkte. Über Hayingen, wo mein Roman "Hexenkinder" anfängt und wo wir zehn Jahre oder mehr einen Teil unseres Urlaubs verbracht haben ---unvergesslich!, gelangen wir zu Kloster Obermarchtal, wo der Storch immer noch über dem Eingangstor klapperte. Der einst wunderschöne Biergarten, wo es den besten Braten und andere Spezialitäten gab, ist wie so oft in letzter Zeit nicht mehr einladend, mehr Schickimicki mit allseits reservierten Plätzen. Dann Ehingen an der Donau, wo alles noch so war wie früher, nur schöner. Der Brunnen am Marktplatz, die Kirchen, das große italienische Café und die ganz andere Offenheit und Beschwingtheit der Menschen. Wir haben einen Teil des Glaubens an die Überlebenskraft der Welt, der Natur und auch der Menschen zurückgewonnen.








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