Sonntag, 13. September 2020

Schreiben in Zeiten der Pandemie


 Über welche Zeit scheibt ein Romanautor in Zeiten der Pandemie? Beschränkt er sich auf alles, was vor dem Januar 2020 geschah? Mein jetziger Roman spielt im Sommer 2019. Mit Masken, Abstandspflicht, Ausfüllen von Kontaktdaten in den Cafés und Restaurants sowie den Reisebeschränkungen hätte er nicht funktioniert. Ich weiß nicht, wie man weiterhin Romane schreiben kann. Alles vordatieren? Tun, als wenn nichts wäre? Erstmal bin ich erleichtert, dass ich heute, nach einem halben Jahr Arbeit an meinem Roman, mit dem Korrekturexemplar fertig geworden bin. Meine Situation ist ja sehr privilegiert. Andere Kollegen sind da viel stärker betroffen, besonders durch Ausfall von Lesungen u.a. Ein mir bekannter süddeutscher Schriftsteller musste sich einen neuen Verlag suchen, so las ich in einer Zeitung. Die Frankfurter Buchmesse wurde kürzlich doch noch abgesagt, nachdem sie lange für Mitte Oktober - in abgespeckter Hallenform und vor allem digital - stattfinden sollte. https://bit.ly/2GRzQhX

Das Schreiben ist seit zwanzig Jahren zu meinem Lebensalltag geworden. Unvorstellbar, wie die langen Herbst-und Wintermonate in der Pandemie ohne das zu überstehen sind. Aber ich kann mich auch in andere Richtungen orientieren. Da die kulturellen Angebote eingeschränkt sind und mein geliebtes Schwimmen nur noch mit digitalem Code und abgezählt in Bahnen stattfinden kann, sind das kaum noch Alternativen. Sie gehen mehr ins Digitale, in die Medien und den Austausch in Foren.






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