Mittwoch, 25. September 2019

Der Sommer war sehr groß



Pünktlich zum kalendarischen Herbstanfang ist trübes, kälteres Wetter eingekehrt. Und es regnet, was für die ausgetrocknete Natur ein wahrer Segen ist. Es war ein großer, langer, heißer, schöner, unvergesslicher Sommer. Aber es war ein durch den Klimawandel unnatürlicher gewordener Sommer in Folge, und es musste jetzt eine Waldfläche dreimal so groß wie Berlin abgeholzt werden, wie ich gerade aus den Nachrichten erfuhr. Nicht nur die Natur und das Klima sind in äußerster Gefahr, auch kulturell verändert sich immer mehr zum Schlechteren. Die Klima-Anstrengungen haben sich durch die Fridays- for -Future-Bewegung, durch individuelle Ansätze und das Aufschrecken der Politik massiv vermehrt. Aber zu Recht fragte gestern ein Sprecher die Bundesministerin für Umwelt, ob das nicht alles schon seit dreißig Jahren bekannt ist und ob nicht ein globaler Schulterschluss unumgänglich sei, um überhaupt noch etwas auszurichten. Daraufhin gab es eine ausweichende Antwort, Deutschland gelte ja als Vorzeigenation, was die Klimapolitik betreffe. Ja, und Greta Thunberg wird für den alternativen Nobelpreis vorgeschlagen. Schon in den neunziger Jahren gingen Bilder um, die den weiträumig toten Harz (durch Borkenkäfer) zeigten.
                                                           
Ich persönlich sehe nicht viele Ergebnisse. In Berlin wurde ein Verbot der SUVs gefordert, bei Mac Donalds sei der Umsatz durch junge Leute zurückgegangen, man bringt dort jetzt älteren Menschen das Essen und die Getränke an den Tisch. Aber weiterhin wird unser Car-Sharing-Auto, das wir auf dem Land dringend benötigen, massiv von großen Autos bedrängt, weiterhin werden ländliche Gebiete in Industriezonen umgewandelt, werden in jedem Kuhdorf unzählige neue Eierkistenhäuser gebaut, statt den Immobilien-Preistreibern das Handwerk zu legen. Der Lastwagenverkehr nimmt zu statt ab (die Rufe: "Güter auf die Schiene!" von vor dreißig Jahren sind klanglos verhallt), es wird geflogen und es werden Kreuzfahrten gemacht, dass es kracht. An schönen Tagen ist der klare Himmel oft durch Kondensstreifen "bewölkt".

Und wie sieht es bei mir persönlich aus - seit dem letzten Eintrag im Juli? Seit fast einem halben Jahr erhole ich mich von den Freuden und Leiden des jahrzehntelangen Schreibens. Dieser Blogbeitrag soll ein kleiner Wiedereinstieg sein, worauf anderes folgen könnte. Ich habe Ideen für einen dritten und letzten Schwarzwaldkrimi, evtl. auch für die schwäbische Alb oder die Ostsee.


Zum Schluss noch eins meiner liebsten Herbstgedichte von Friedrich Hebbel /1813-1863).


Herbstbild
Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.
Friedrich Hebbel


Kommentare:

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