Montag, 17. November 2014

Wovon träumst du?

Am Freitag hatten wir mal wieder eine sehr aufschlussreiche Supervison. Im Zuge der Teamentwicklung und der eigenen Positionierung wurden Fragen auf einen Flipchart geschrieben. Es ist kein Sakrileg, diese Fragen wiederzugeben, denn jeder kann sie sich in Bezug auf sein Leben, sein Schreiben oder seine sonstige Arbeit stellen.
1. Was regt mich auf?
2. Worüber freue ich mich?
3. Was kann ich für eine Erfolgsgeschichte erzählen?
4. Wovon träume ich?
Man sucht sich spontan eine Frage aus, spricht darüber und stellt sie dann einem anderen. Meine spontane Wahl war die Erfolgsgeschichte, die kam aus dem letzten Jahr meiner therapeutisch-begleitenden Arbeit. Es ist ein Riesenerfolg, wo ich jetzt stehe, im Vergleich zum November 2013. Ich selbst wurde gefragt, wovon ich träume. Da wurde mir bewusst, dass ich fast mein ganzes Leben davon geträumt hatte, ein Buch zu schreiben. Und dass ich diesen Traum verwirklicht habe, sogar vielfach, von den Veröffentlichungen ganz zu schweigen. Die kindlich-sentimentalen Träume von der Reiseschriftstellerin mit dem Haus am Meer habe ich inzwischen auf den Urlaub verlagert. Und eigentlich bin ich eine Reise-Schriftstellerin geworden, immer unterwegs im Hier und Jetzt, im Ländle, in der Historie und in spannenden Geschichten. Gibt es noch Dinge, von denen ich träume, unabhängig davon, ob die Träume realistisch, kindisch, kitschig oder romantisch sind? Ja, ich träume davon, dass ich mein Schreiben selbstbestimmt fortsetzen kann, dass ich weiterkomme, dass es immer Bücher in jeder Form und Leser und Menschen geben wird, denen das Schicksal ihres Planeten nicht egal ist. Der Traum vom Bestseller, den wohl jeder Autor einmal hatte oder noch hat, ist ausgeträumt. Oder etwa nicht? Und da kommen wir wieder zu der Frage, die ich mir noch gar nicht gestellt habe: Worüber freue ich mich? Zum Beispiel über eine Rückblende, die mir gelungen ist. Über einen Tag, an dem ich zusammen mit meinem Partner in der Sonne wandern kann. Über jedes Buch von mir, das einen Leser erreicht. Das kann ich inzwischen an den Rankings sehen, wenigstens tendenziell. KU/KOl bei Amazon sagt da weniger aus als zum Beispiel die Sterne, die in den Onleihe-Bibliotheken vergeben werden. Es freut mich, dass meine ersten drei Bücher des größeren Verlages sehr gut bewertet werden. Und was regt mich auf? Mich regt eigentlich vieles nicht auf, was andere aufregt. Am  meisten regt mich auf, wenn andere mir ihren Willen aufzwingen wollen. Da kann ich wirklich dampfkesselmäßig explodieren, dass die Wände meiner Umgebung erzittern! Und dann kann ich mich darüber freuen, dass der Dampf raus ist.
Zu Amazon noch ein Tipp: Das Buch als Beute , Podiumsdiskussion auf den Stuttgarter Buchwochen am 15.11 2014, 20 Uhr, u.a. mit dem Vorsitzenden des Börsenvereins.

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