Mittwoch, 26. Dezember 2012

Rauhnächte und die Wilde Jagd

Seit gestern wütet ein kräftiger, warmer Wintersturm, der uns gestern fast von der Straße blies. Ich denke an die Rauhnächte zwischen den Jahren, die mich schon immer fasziniert haben. Am 21. Dezember war nicht nur kein Tag des Weltuntergangs, sondern auch der Punkt, an dem die Welt sich langsam wieder mehr dem Licht zuwendet. Die dunkle Zeit ist überwunden. Voraussichtlich spielen die Rauhnächte auch in meinem Schwarzwaldkrimi eine entscheidene Rolle. Zumindest gehen Dorfbewohner mit dem Pfarrer durch den Stall und räuchern ihn und das Haus mit Weihrauch und bestimmten Kräutern aus. Dann wird alles noch mit Weihwasser besprengt. So habe ich mal ein paar Informationen über den Wode und seine Wilde Jagd zusammengetragen:

Die Wilde Jagd



Die Sage von der Wilden Jagd, eine Volkserzählung, die einst tief in den Köpfen der Menschen verwurzelt war, reicht bis in die keltische Zeit zurück. In allen europäischen Ländern gibt es verschiede Ausführungen, der Grundgedanke und die Grundgestalt bleiben jedoch dieselben. Die Wilde Jagd treibt vor allem in den Zwölf heiligen Nächten der Weihnacht, zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar, um. Nachts reitet sie im Sturm über die Wälder hin; meist hört man nur ihr Lärmen und Tosen, das Knallen von Peitschen, das Blasen von Hörnern, das Wiehern und Schnauben von Rossen, das Gekläff von wilden Hunden. Der Wode reitet auf seinem Schimmel, oft gefolgt von einer grösseren Schar von Männern. Manche erzählen, dass der Wilde Jäger am ganzen Leib brennt oder dass das Wilde Heer von einem feurigen Glanz umgeben ist und eine feurige Spur hinterlässt. Es ist ein Heer von Toten, die in der Zeit zwischen den Jahren Unglück, aber auch Erntesegen verheißen. „Wode“ könnte sich aus dem Namen des germanischen Hauptgottes, des Kriegsgottes Wodan, herleiten, der nordgermanisch Odin heißt. Es ist gefährlich, der Wilden Jagd zu nahe zu kommen, man muss ihr den Weg frei machen, denn es sind schon manche von der Wilden Jagd mitgenommen worden. Wenn das Wilde Heer durch die Dörfer, Häuser und Ställe zieht, soll man die Türen und Fenster schließen, sonst dringt die Schar in das Haus ein. Es ist verboten, in dieser Zeit Wäsche aufzuhängen. Um die bösen Geister zu versöhnen, sollte man ihnen Geschenke machen, auch und vor allem in Form von nahrhaftem Essen. Daher rührt auch unser Brauch der Weihnachtsgeschenke
























Kommentare:

meineschreibblockadeundich hat gesagt…

Was für eine faszinierende Geschichte, liebe Christa! Bisher habe ich mich nie damit beschäftigt, was es mit den Rauhnächten auf sich hat, sondern habe die Zeit "zwischen den Jahren" immer als besonders beschaulich empfunden.
Und eine Maschine Wäsche habe ich auch gerade aufgesetzt ...

Herzlichst
Marie

Christa S. Lotz hat gesagt…

Eine Klientin erzählte mir, dass sie in Tschechien, wo sie herkommt, tatsächlich keine Wäsche zwischen Weihnachten und Silvester bzw. Dreikönig aufhängen - ich selbst muss aber
bis dahin sicher noch waschen.
Gestern habe ich übrigens mit meinem Sohn einen langen Spaziergang auf der Höhe gemacht. Der Sturm rüttelte die Tannen, es knackte und quietschte, und man meinte wirklich Stimmen zu hören. Meinem Sohn hat die Geschichte von der Wilden Jagd auch sehr gut gefallen.

Ute hat gesagt…

Ich mag die alten Sagen... danke für`s posten...
Und historische Romane interessieren mich sehr... :-)
Herzliche Grüße
Ute

Christa S. Lotz hat gesagt…

Danke für den Kommentar, Ute!
Mich hat das auch schon immer fasziniert. Und die Historie interessiert mich nach wie vor.-)
Dein Blog übrigens auch, ich fand da u.a. Bekannte wie Novalis und ein Weihnachtsgedicht, das ich selbst vorm Tannenbaum aufgesagt habe ("Markt und Straßen stehn verlassen ...") sowie die Weihnachtsgeschichte, die meine ältere Schwester auswendig aufgesagt hat).
Herzliche Grüße
Christa