Donnerstag, 12. Juli 2012

Wann ist ein Roman fertig?

Den Abgabetermin des neuen Romans kann ich um einen Monat verschieben, wie ich heute erfuhr. Frage: Wann ist ein Roman wirklich fertig? Wenn ich in Gedanken oder tatsächlich "Ende" darunter geschrieben habe? Wenn ich ihn einmal, zweimal, zwölfmal überarbeitet habe? Beim letzten war letzteres der Fall, und doch musste er mit der Lektorin noch so bearbeitet werden, dass es mir den Schweiß aus den Poren trieb.
Beim ersten Roman fehlten noch Szenen.
Beim zweiten waren die Szenen noch zu wenig ausgebaut.
Beim dritten fehlte die endgültige Auflösung (wer war der Mörder?)
Beim vierten ging es eigentlich nur um Stilistisches.
Beim fünften ging es um die Identität des Bösewichts.
Beim sechsten musste ich Darlings killen - und vieles streichen, vor allem philosophische Debatten:-)
Beim siebten - nun, ich kille wieder Darlings und streiche alles, was zu weit wegführt. Hab schon von 432 auf 406 Seiten gekürzt, das entspricht vorher 518, nachher 487 Normseiten. Gern hätte ich noch eine Karte dazu, das hatte ein Leser bei der "Pilgerin von Montserrat" vermisst. Einen Rezeptanhang brauche ich wohl nicht, denn es wird ja im Buch schon gekocht.

Beim Sachbuch, dem Kalender, war es so, dass der Lektor und ich nach den Quellen von Fotos und Texten fahnden mussten.

Jetzt habe ich also noch Zeit für weitere gründliche Überarbeitungen.
Dann kommt das E-Book dran.

Kommentare:

Diandra hat gesagt…

Für mich ist eine Geschichte erst dann richtig fertig, wenn ich in GEdanken mit ihr abgeschlossen habe. Bei manchen hänge ich noch Monate nach tatsächlicher Veröffentlichung geistig an Schreib- und Geschichtenproblemen, bei anderen bin ich mit dem ersten Schreiben direkt "fertig" - und dann leide ich unter den obligatorischen Korrekturrunden, denn mein Gehirn will lieber etwas neues machen!

Christa S. Lotz hat gesagt…

Das ist bei mir nicht ganz genauso, aber ähnlich. Ich hänge insofern noch lange in der jeweiligen Geschichte drin, wenn ich mich an deren Schauplätzen bewege. Irgendwann löst die Geschichte sich dann von der Umgebung, neue Figuren und Bühnen treten an ihre Stelle. Auf jeden all hänge ich jetzt viel länger in den Geschichten drin als früher, da wollte ich immer sofort ein neues Projekt beginnen. Diesmal weiß ich nur, dass ich mit dem E-Book weitermache, was dann kommt, ist noch nicht da.