Mittwoch, 3. November 2010

Eine Spende für den Weihnachtsmarkt?

Alle Jahre wieder kommen sie, diese freundlichen Briefe: Ob man nicht signierte Bücher spenden wolle, für den und den guten Zweck? Genau vor einem Jahr habe ich es gemacht, in dem Bewusstsein, etwas für die Allgemeinheit und für die Frauen in der 3. Welt tun zu können. Und vielleicht wäre das ja nicht nur einseitig gewesen, sondern hätte auch etwas zur Verbreitung meiner Bücher beigetragen? Dazu muss man sagen, dass es hier auf dem Land gar nicht so einfach ist, Bücher zu verschicken. Dazu muss man erst in die Stadt fahren und geignete Luftpolsterumschläge kaufen. Dann muss man die Öffnungszeiten der Post erfragen-meist ist sie nämlich geschlossen, wenn man mit seinem Päckchen kommt. Das Porto ist auch nicht ganz ohne. Viel Aufwand also für einen guten Zweck. Als dann nicht einmal eine Bestätigung kam, dass es auch angekommen ist, sagte ich mir: Nie wieder! Heute bekam ich den gleichen Brief mit meiner Antwort vom letzten Jahr. Ich glaube, in Zukunft spende ich lieber, wenn ich sowieso auf der Bank bin. Und werde auf dem Nagolder Weihnachtsmarkt, für den ich mich am 4. Dezember um 19.00 eingetragen habe, Vogelhäuser und anderes von unseren Klienten verkaufen und dazu noch meine Kalender und Anthologien.

Kommentare:

Jan hat gesagt…

Kann ich dir gut nachfühlen, Christa.

Ich hab vor zwei Jahren mal ein ordentlich dickes Bücher-Spende-Paket gepackt und verschickt (die Portokosten sind ja wahrhaftig nicht ohne!)... es kam weder ein "Danke", was per Mail ja nun wirklich kein Aufwand wäre, noch eine Bestätigung.

Seitdem sag ich danke - allerdings mit dem Wörtchen Nein davor :)

Petra hat gesagt…

Ihr beiden seid die Bücher immerhin losgeworden ;-) Ich war auch mal so naiv und dann hieß es: Aber nur ganz neu erschienene Bücher, so altes Zeug wollen wir nicht!
Solchen Leuten spende ich auch kein Geld.
Herzlichst,
Petra

Christa hat gesagt…

Der dickste Klops, wenn ich mich recht entsinne, war, dass man möglichst viele Bücher schicken sollte (was ich aber nicht getan habe, denn die hätte ich ja auch noch kaufen müssen).
Wahrscheinlich denken sie, man sei ein Autor, der jedes Jahr soundsoviel Ausstoß hat und das dann von der Steuer absetzt. Auch Erfahrungsaustausch über meine Bücherthemen und Lesen von Manuskripten ist für mich nicht (mehr) drin.

Herzlichst
Christa

Petra hat gesagt…

Es gibt einfach eine gewisse Sorte Mensch, früher Schmarotzer genannt, die nur abzocken will, egal was.

Meine Lieblingssprüche ... als Übersetzerin haufenweise erlebt: "Ja, was, das kostet Geld? Aber Sie sprechen doch sowieso mehrere Sprachen!"
... als ich noch Seminare veranstaltete: Können wir mit zwanzig Frauen an den Odilienberg kommen und Sie geben uns das Seminar kostenlos? Wir laden Sie auch zum Essen ein. Ja wissen Sie, Frauen sind immer benachteiligt in der Gesellschaft, die verdienen weniger als Männer..."

Meine Antwort war ziemlich unfein, nämlich dass ich auch eine Frau sei und sie mich mal kostenlos könnten...

Was ich immer bewundere, ist die Chuzpe, mit der solche unverschämten Typen sich durchs Leben fressen.

Herzlichst,
Petra

Christa hat gesagt…

Also, so was habe ich nun auch noch nicht gehört! Ich habe mir einen Spruch von Peter Härtling abgeschaut, hab's schon öfter zitiert. So sage ich jetzt immer, ich müsse mich um mein eigenes Werk kümmern. Unverlangt in meinen Briefkasten eingeworfene Manuskripte wandern genauso in den Papierkorb wie Buchspendenaufrufe.

Herzlichst
Christa