Montag, 7. Juni 2010

Verfallsdatum von Autoren

Bei den Büchereulen fand ich heute Morgen eine interessante Diskussion über die Haltbarkeits- bzw., andersrum ausgedrückt, die Verfallsdaten von Autoren. Wir hatten hier ja schon über die
3-Monats-Halbwertszeiten besonders von Trend-Romanen gesprochen. Wer wird in zehn Jahren noch einen Vampirroman lesen wollen, wer einen historischen? Und wer wird es in 30, 100 Jahren nicht vielleicht doch wieder tun? Es gibt viele Bücher, die ihre Autoren lange überlebt haben und auch heute noch Klassiker sind und in der Schule gelesen werden. Manche Verlage haben Back- Lists, d. h., die Bücher werden weiterhin geführt. (Bei mir war es übrigens nur der erste Verlag, der meinen ersten Roman nur kurz in den Backlists hatte, alle anderen haben eine längere B.L.)
Petra hat ja schon einiges ergänzt. Ich wollte eigentlich bloß noch sagen, dass ich denke, epochenübergreifende, immerwährende menschliche Themen und Konflikte oder Zeitgeschichtliches überdauern wohl am ehesten. Als ich mit dem regelmäßigen Schreiben anfing, hatte ich mir keine Gedanken darüber gemacht. Zur Frage: Wie finde ich einen Verlag bzw. wie komme ich zu einem Lektorat noch ein Verweis auf den lesenswerten Beitrag von Philipp Bobrowski.

Kommentare:

Petra hat gesagt…

Das passt gerade zu einem Twitter"gespräch", wo ich sagte, dass ich auf der Suche nach bestimmten Titeln und Inhalten immer öfter im Antiquariat lande, weil die Bücher im Überschall aus dem Buchhandel verschwinden. Das trifft nicht nur Trendromane, sondern verschärft immer mehr Sachbücher.

Zumindest Trendromane werden bestimmt nicht mehr in 100 Jahren ausgegraben werden - Billigtaschenbücher leiden nämlich noch zusätzlich an dem Problem, dass sie nicht fürs lange Lagern geschaffen sind. Das Papier wird bräunlich und zersetzt sich, die Leimung fällt auseinander. Mit einem Buch von 1648 passiert das nicht.
Und was Ebooks betrifft - da darf dann fleißig herumkonvertiert werden für den nächsten Standard? Auch Reader und CD's sind äußerst vergängliche Teilchen.
Hach, waren das noch Zeiten mit den Keilschrifttäfelchen! ;-)

Herzlichst,
Petra

Heinrich hat gesagt…

Liebe Christa,
durch Ihren Link habe ich den thread bei der Büchereule gelesen, in dem sich auch Leute streiten möchten, die vielleicht noch nicht einmal eine Geschichte bei http://www.hosentaschengeschichten.de/ untergebracht haben. Aber wieder einmal interessant und lehrreich.

Da ich es mir aber auch nie verkneifen kann, unqualifizierte Äußerungen beizusteuern, möchte ich meine Theorie zum Verfallsdatum von Autoren erläutern.

Da ein Verfallsdatum nur im ungeöffneten Zustand gültig ist, und alle AutorInnen, die mir bisher begegnet sind, keinen verschlossenen Eindruck machen, würden alle schon schimmeln, wenn sie nicht ständig frischen Mut, frische Ideen und frische Kraft wie Sie sammeln würden.

Ich glaube, Ihr Weg zurück zu den Wurzeln wird das Geheimnis Ihres Erfolges sein - mit unbegrenzter Haltbarkeit!

Gruß Heinrich