Montag, 3. November 2008

Rote Heringe

Bevor ich fortfahre im (Thriller-) Text, habe ich mich noch nach ein paar Tipps und Tricks umgeschaut. Ich habe ja noch nie einen Thriller geschrieben, sondern allenfalls den weit gefassten Spannungsbogen in meinen Romanen verwendet- und Cliffhanger, die sich quasi von selbst einschlichen. Der Prolog steht jetzt, die Sprache habe ich so angepasst, dass sie mir vollkommen entspricht. Der Thriller ist ja das tragende Element in meinem alten "Dario" gewesen, er war nur zu sehr durchmischt mit Beschreibungen und psychologischen Elemenenten, einem anderen Handlungsstrang eben.

Also, ich bin auf den Begriff des "Roten Herings" gestoßen. Alexander hatte ihn auch mehrfach verwendet, glaube ich. Rote Heringe wurden im 19. Jahrhundert von Kriminellen ausgelegt, um die Spürhunde auf eine falsche Fährte zu locken. Ein Beispiel für einen roten Hering im Film ist "Psycho" von Alfred Hitchcock: Bei der Ermittlung in einem Vermisstenfall wird die Hauptfigur auf ein blaues Kleid hingewiesen. Der Zuschauer soll glauben, diese Information sei für die Auflösung der Geschichte notwendig, was sich dann später als Trugschluss herausstellt. Oder bei Edgar Wallace setzt sich Klaus Kinski eine Spritze, damit wir denken, er sei der drogensüchtige Mörder. In Wirklichkeit ist es jedoch eine Insulinspritze.
Es wird sich noch zeigen, ob ich so etwas verwende, planen will ich es nicht. Jetzt, auf den ersten Seiten, wird sich auch die Motivation der Figuren entwickeln.

Kommentare:

Jan hat gesagt…

Hallo, Christa!

Den Begriff des roten Herings gibt's eigentlich im Deutschen nicht, es ist eine wörtliche Übersetzung aus dem Englischen - aber ein hübscher Begriff.

Nur mit Kriminellen hatte das ursprünglich wenig zu tun - wäre auch etwas seltsam, wenn die Herrn immer grad Heringe in den Taschen gehabt hätten, um die Hunde abzulenken.
Das Stichwort Hunde stimmt allerdings schon - mit geräucherten Heringen wurden junge Hunde zur Fuchsjagd trainiert (damit sie lernten, der Fuchsspur zu folgen und sich nicht durch andere, stärkere Gerüche ablenken zu lassen).
Die deutsche Übersetzung für red herring lautet deshalb auch: "Ablenkungsmanöver, Finte, falsche Spur".

Erfolgreiches Thrillern mit vielen Heringen wünscht
Jan

Christa hat gesagt…

*g*
Das Thrillern steckt alldings noch sehr in den Kinderschuhen, Jan. Bin am Schwimmen. Es soll ja weder
das gleiche Strickmuster zum Einsatz kommen wie beim letzten Buch noch soll es eine Kopie der vielen Bücher sein, die uns im Buchhandel so unterkommen. Kann auch sein, dass ich es wieder weglege.

Herzliche Grüße
Christa

marco hat gesagt…

Im Computerspielgenre der "Adventures", wo man Abenteuerliche Geschichten erleben musste, indem man seine Figur durch eine von Rätseln gespickte Geschichte steuerte, waren "Red Herrings" auch eine sehr populäre Methode. Immer wieder fand man Gegenstände oder Türen, mit denen man etwas anzufangen versuchte, die aber wirklich zu nichts nutze waren, außer einen auf eine falsche Fährte zu locken.

Der Genreklassiker "The Secret of Monkey Island", der durch seinen ironischen Humor auffiel, und das Genre per se gerne durch den Kakao zog, trieb das auf die Spitze. Man konnte tatsächlich einen Roten Hering finden! (Daher kenne ich den Begriff... ist aber schon 20 Jahre her) Und: Dieser war in der Tat ein nützliches Teil, weil man diesen Roten Hering brauchte, um einen Brückentroll zu besänftigen.

Kurz: Es war ein "Roter Hering", der mal zu etwas nütze war. :)

Die richtige, vollkommen legitime und gewohnte Übersetzung von "Red Herring" ist übrigens "Falsche Fährte".
Bzw, "Red Herring" ist die englische Übersetzung von "Falsche Fährte". Dass man auch im Deutschen immer öfter vom "Roten Hering" liest, liegt wieder einmal an der Faulheit der Übersetzer... :)

Liebe Grüße,
Marco

Marco hat gesagt…

P.S.

Wo wir gerade beim Thema sind, und ich deine Büchertitel lese: Es gab mal ein anderes, sehr, sehr populäres "Adventure"-Spiel, das hieß "Baphomets Fluch"! :)

Guckst du hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Baphomets_Fluch

Immer noch eins meiner alten Lieblingsspiele. :)

Christa hat gesagt…

Hi, Marco,

auf das Spiel "Baphomets Fluch" bin ich auch schon gestoßen, als ich wissen wollte, ob dieser Titel schon vergeben ist. War in den neunziger Jahren wohl sehr populär.
Deshalb dann der AT "Der Fluch des Baphomet."
Jetzt weiß ich dank euch Bescheid über diese roten Heringe ...und dass man Wikipedia wirklich mit Vorsicht genießen sollt.
Andererseits: wann immer ich von Fachleuten wissen möchte, ob das und das auch stimmt, kann ich ja nicht jedes Mal "Hallo, wer von euch weiß, woher der Begriff "Rote Heringe" kommt in meinen Post schreiben-:-)

Liebe Grüße
Christa

Petra hat gesagt…

Spürhund Rocco trainiert übrigens tatsächlich mit etwas Rotem: Krevettenköpfen.
Jetzt krieg ich nur die Kurve zum Schreiberischen nicht... tztztz...
Herzlichst,
Petra

Jan hat gesagt…

Jetzt krieg ich nur die Kurve zum Schreiberischen nicht...

Das ist doch ganz einfach, Petra:

Der Finsterling Marco opfert dem Baphomet ständig Krevetten, die er auf gar grausige Weise köpft.
Der schwarze Rocco mit den temperamentvollen Glutaugen führt nun das tapfere Edelfräulein Christa auf seine Spur, die ihm das Handwerk legt, wobei sie allerdings ständig in Gefahr schwebt, von einer rothaarigen Hexe namens P., die den glutäugigen Rocco ganz für sich haben will, selbst in eine Krevette verwandelt und von Marco dem Baphomet geopfert zu werden... :)

Na, wie wär das?
Ich verschenk die Idee an den Meistbietenden. Fröhliches Plotten!
Jan

Christa hat gesagt…

Eine phantastische Sudelei,täte Mörike sagen:-)
Finsterling Marco würde allerdings nicht dem Baphomet opfern, sondern dem Samurai-

Das Edelfräulein

Petra hat gesagt…

Rocco ist begeistert! Er will das Edelfräulein haben!
kichert die Hexe

Marco hat gesagt…

Samuraie opfern nicht, sie werden geopfert - das hat aber mit Bauern und Springern und Königen zu tun.

Mag Baphomet überhaupt Sushi??

Petra hat gesagt…

Bapho-Maki, Bapho-Donburi?