Ja, das Drama mit dem Finanzamt ist noch weiter gegangen. In einem Land, in dem jemand Steuern in Höhe von 28,4 Millionen Euro hinterziehen kann und dafür dreieinhalb Jahre Gefängnis bekommt, kann man auch kleine Bundesbürger, Autoren und Pädagogen mobben, indem man sie um Stunden und Tage ihrer Zeit und ihrer Nerven beraubt. Apropos rauben, von der Staatsanwaltschaft Tübingen kam gestern der Bescheid, dass das Verfahren gegen die Piratenplattform eingestellt wurde, weil der Täter nicht zu ermitteln sei. Schöne Aussicht, sich mit Räubern, Dieben und Elstern herumschlagen zu müssen. Also, ich spielte den braven Bundesbürger, ergänzte alle Angaben in der elektronischen Steuererklärung und wollte sie abschicken. Das ging aber nicht, weil wieder rote Balken auftraten, die das Absenden verhinderten. In einer Nacht - und Nebel-Aktion reparierte ich sogar mein Windows Live Mail, vielleicht ließ es sich ja damit versenden. Nein, es war immer noch eine Elfo-Datei. Im Netz wurde ich dann fündig. Man muss sich Steuererklärungs- Software kaufen oder eben zum Steuerberater gehen. Aber wieso zum Steuerberater gehen, wenn ich doch alles ausgefüllt habe und es nur noch absenden muss? Das ist Nötigung! Vor allem deshalb, weil eine Strafe droht, wenn man es nicht bis zum Mai hingekriegt hat.
Ich schob es dann erst mal auf die lange Bank und wartete ein Treffen ab, das heute in unserer Stadt auf dem Vorzeigeplatz des Vorzeigecafés geplant war. Ja, ganz persönlich, unser verlorener Sohn ist zurück in Deutschland, endlich, nachdem er dreieinhalb Jahre (genau die Zeit, die Höneß absitzen muss) in Afghanistan Aufbauarbeit bei der GIZ geleistet hat. Am Dienstag fliegt er nach Neuseeland, wo er sich verdient von den Strapatzen der Bombeneinschläge, der Überstunden und des Eingesperrtseins erholen kann. Und fängt Ende Mai in Frankfurt-Eschborn eine neue Stelle an. Mit dabei waren auch mein Exmann, der Rechtsanwalt, und mein langjähriger Lebensgefährte, Drummer seines Zeichens. Schnell wurden die Männer sich einig, dass man es eigentlich machen müsste wie die Romanfigur bei Martin Suter (Die dunkle Seite des Mondes): Von den Konzernetagen hinunter in den Wald steigen, dort leben wie ein Neandertaler, halluzinogene Pilze essen und alles niedermachen, was einem in die Quere kommt. Was, das Finanzamt besteht auf der elektronischen Steuererklärung? Das sei nicht zulässig, da ist ja jeder genötigt, sich einen Computer oder Software zu kaufen und zum Steuerberater zu gehen! Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Nach dem Ende des Treffens marschierten wir durch den Sonnenschein zum Rathaus, wo ich die freundliche Dame am Empfang nach Papier-Steuererklärungen fragte, ob es die noch gebe, mir hätte man gesagt, das müsse jetzt alles am Computer gemacht werden. Sie lachte.
"Wo kommen wir denn da hin? Natürlich hat jeder die Wahl! Da müssten sich ja alle einen Computer kaufen, auch wenn sie gar keinen haben wollen. Hier bitte." Sie griff unter die Theke und händigte mir die vertraut raschelnden Bögen aus, sogar doppelt, falls man sich verschreibt. Im Triumpf des Augenblicks verließ ich das Vestibül. Jetzt weiß ich, welche Aufgabe noch vor mir liegt: die fertigen Daten auf Papier zu übertragen und mit einer saftigen Beschwerde ans Finanzamt zu schicken. Und nächstes Jahr werde ich gleich zu der freundlichen Dame im Vestibül gehen, und fertig ist es. Den Steuerberatern und Softwareherstellern will ich ja gar nicht unterstellen, dass sie aus Eigennutz an dieser Schraube mitgedreht hätten. Ebensowenig den Lehrern und Politikern, die seinerzeit eine völlig unsinnige und überteuerte Rechtschreibreform auf die schaudernden Bürger losließen. Auf jeden Fall aber sind das Dummejungenstreiche und Folterinstrumente für Leute, die den Computer nicht so beherrschen wie ihr eigenes Auto oder ihren Kühlschrank.
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Donnerstag, 13. März 2014
Donnerstag, 27. Februar 2014
Das Finanzamt-Fluch und wenig Segen für den Autor
Heute erlaube ich mir, einfach ein wenig Luft abzulassen, weil ich mir seit Tagen die Haare gerauft habe, im Zickzack herumgerannt bin und mir immer wieder auf die Schenkel geklatscht habe vor Entsetzen. Es geht um das sensible Thema "Der Autor und das Finanzamt" bzw. "Der Bürger und das Finanzamt". Ich weiß, man kann auch selber hingehen und sich alles erklären lassen (eine Fahrt allein von einer halben Stunde, Zusammenstellen der Unterlagen, was die Hauptarbeit ist) oder einen Steuerberater nehmen. Da gilt das Gleiche, die Kosten sind nicht mal so das Problem. Heimlich aber habe ich den Ehrgeiz, es allein zu schaffen, das gebe ich unumwunden zu. Und zwar mit dem Elster-Formular, obwohl das Logo mir schon Bauchgrimmen verursacht. Hatte ich nicht letztes Jahr geschrieben, das Finanzamt sei eine diebische Elster? Es kam kein Antrag auf Unterlassung seitens des Gescholtenen, also ist es auch nicht verboten, dieses Logo auf seine eigene Weise zu interpretieren.
Also, schon vor Tagen machte ich mich daran, dieses elektronische Formular auszufüllen. Das Dumme ist, dass keine Datei überschrieben wird, man muss immer wieder neu speichern. Inzwischen sind die Jahresbilanzen der betreffenden Stellen eingetroffen, so konnte ich mich heute Morgen an die endgültige Abwicklung machen. Schlimm ist nach wie vor, dass man weder vor- noch zurückscrollen kann, wenn nicht alle Kästchen lückenlos ausgefüllt sind. Und um die auszufüllen, muss man zwischendurch immer wieder verstaubte Akten suchen und in ihnen wühlen. (Das blüht einem eben auch mit Steuerberater oder persönlichem Besuch des Finanzamts). So, nun hatte ich, nach zwei Stunden Haareraufen, Zickzacklaufen, Schenkelklatschen und insgeheimen Morddrohungen das Hauptformular fertig, mitsamt Anlagen. Fehlte noch die Anlage S, Einnahmen aus selbständiger Arbeit. Das dürfte doch einfach sein, hatte ich immer gedacht, man schreibt nur das rein, was man an Abrechnungen vom Verlag bekommen hat. Mitnichten! Im letzten Jahr schrieb man mir geradezu entrüstet:
Es reicht aber nicht, wenn Sie angeben, was Sie mit Ihrem E-Book verdient haben. Wir brauchen die monatlichen Abrechnungen, auch die 0,00-Verkäufe! Ebenso von den Büchern, die sich nicht verkauft haben. Also eile ich dem Vorwurf jetzt voraus, klicke mich bei KDP ein und schreibe auf, was ich 2013 jeden Monat mit dem E-Book verdient oder nicht verdient habe, rechne es im Kopf zusammen und trage es ein. Die monatliche Aufstellung mit Plus und Minus werde ich dann eigenhändig in eine Datei tippen und per Post ans Finanzamt schicken (wahrscheinlich gibts eine Funktion, die KDP-Datei direkt ans FA zu leiten, ich habe sie aber nicht gefunden). Bei der Gelegenheit musste ich wieder lang und breit gegenüber Amazon versichern, dass ich keine US-Bürgerin bin, keinen US-amerikanischen Pass und auch keine Verwandten habe, die mir einen besorgen könnten. Aber ich musste auch feststellen, dass ich ja gar nicht nichts verdient hatte, sondern einen mittleren zweistelligen Betrag, von dem man mindestens zwei mal zu zweit schön essen gehen kann. So viel, wie anfangs von der VG Wort kam. Aber warum der Staat da nicht mal drüber wegsehen kann, geht mir nicht in den zerrauften Kopf. Der Betrag vom Verlag ist üppig im Vergleich, aber auch dafür muss ich üppig berappen und viermal jährlich vorauszahlen.
Also, die glückliche Sekunde nahte, in der ich auf "Senden" klickte, nicht ohne mich zu vergewissern, dass auch alles drin war, was ich reingeschrieben hatte. Die Übersendung der Belege per Post hatte ich angekündigt, muss sie dann noch raussuchen aus dem Papierwust. Jetzt noch eine Vollmacht an das Finanzamt Frankfurt aufsetzen und schicken, in einer anderen, dringenden Angelgenheit. Fertig, Gottseidank druckt der Drucker. Ich schlage meine alte Briefmappe auf, ich glaube, die besitze ich schon seit meiner Konfirmation. Moderne Zeit trifft Antike. Das darf doch nicht wahr sein, dass da keine Briefmarke mehr drin ist. Muss ich jetzt extra die Öffnungszeiten der Post raussuchen, dorthin fahren, einen Parkplatz suchen? Und, Gottseisgelobt und getrommelt, in einer Seitentasche finden sich noch drei 55er-Marken und einige mit 3ern, denn inzwischen kostet der Brief ja 58 statt 55 Cent. Dass man sich die Marken auch aus dem Internet ausdrucken lassen kann, hatte ich vergessen. Ca. vier Stunden Arbeit, und das für jemanden, der sich Computer und Internet mehr oder weniger über Lerning by Doing beigebracht hat. Ich bin stolz auf mich, aber gerade noch arbeitsfähig für den zweiten Teil des Tages. Da braucht es keinen Wunder zu nehmen, wenn keine zwei Romane oder Sachbücher pro Jahr dabei herauskommen. Wenn es denn so wäre, käme gleich die diebische Elster geflogen und würde die Hand aufhalten!
Es reicht aber nicht, wenn Sie angeben, was Sie mit ihrem E-Book verdient haben.
Also, schon vor Tagen machte ich mich daran, dieses elektronische Formular auszufüllen. Das Dumme ist, dass keine Datei überschrieben wird, man muss immer wieder neu speichern. Inzwischen sind die Jahresbilanzen der betreffenden Stellen eingetroffen, so konnte ich mich heute Morgen an die endgültige Abwicklung machen. Schlimm ist nach wie vor, dass man weder vor- noch zurückscrollen kann, wenn nicht alle Kästchen lückenlos ausgefüllt sind. Und um die auszufüllen, muss man zwischendurch immer wieder verstaubte Akten suchen und in ihnen wühlen. (Das blüht einem eben auch mit Steuerberater oder persönlichem Besuch des Finanzamts). So, nun hatte ich, nach zwei Stunden Haareraufen, Zickzacklaufen, Schenkelklatschen und insgeheimen Morddrohungen das Hauptformular fertig, mitsamt Anlagen. Fehlte noch die Anlage S, Einnahmen aus selbständiger Arbeit. Das dürfte doch einfach sein, hatte ich immer gedacht, man schreibt nur das rein, was man an Abrechnungen vom Verlag bekommen hat. Mitnichten! Im letzten Jahr schrieb man mir geradezu entrüstet:
Es reicht aber nicht, wenn Sie angeben, was Sie mit Ihrem E-Book verdient haben. Wir brauchen die monatlichen Abrechnungen, auch die 0,00-Verkäufe! Ebenso von den Büchern, die sich nicht verkauft haben. Also eile ich dem Vorwurf jetzt voraus, klicke mich bei KDP ein und schreibe auf, was ich 2013 jeden Monat mit dem E-Book verdient oder nicht verdient habe, rechne es im Kopf zusammen und trage es ein. Die monatliche Aufstellung mit Plus und Minus werde ich dann eigenhändig in eine Datei tippen und per Post ans Finanzamt schicken (wahrscheinlich gibts eine Funktion, die KDP-Datei direkt ans FA zu leiten, ich habe sie aber nicht gefunden). Bei der Gelegenheit musste ich wieder lang und breit gegenüber Amazon versichern, dass ich keine US-Bürgerin bin, keinen US-amerikanischen Pass und auch keine Verwandten habe, die mir einen besorgen könnten. Aber ich musste auch feststellen, dass ich ja gar nicht nichts verdient hatte, sondern einen mittleren zweistelligen Betrag, von dem man mindestens zwei mal zu zweit schön essen gehen kann. So viel, wie anfangs von der VG Wort kam. Aber warum der Staat da nicht mal drüber wegsehen kann, geht mir nicht in den zerrauften Kopf. Der Betrag vom Verlag ist üppig im Vergleich, aber auch dafür muss ich üppig berappen und viermal jährlich vorauszahlen.
Also, die glückliche Sekunde nahte, in der ich auf "Senden" klickte, nicht ohne mich zu vergewissern, dass auch alles drin war, was ich reingeschrieben hatte. Die Übersendung der Belege per Post hatte ich angekündigt, muss sie dann noch raussuchen aus dem Papierwust. Jetzt noch eine Vollmacht an das Finanzamt Frankfurt aufsetzen und schicken, in einer anderen, dringenden Angelgenheit. Fertig, Gottseidank druckt der Drucker. Ich schlage meine alte Briefmappe auf, ich glaube, die besitze ich schon seit meiner Konfirmation. Moderne Zeit trifft Antike. Das darf doch nicht wahr sein, dass da keine Briefmarke mehr drin ist. Muss ich jetzt extra die Öffnungszeiten der Post raussuchen, dorthin fahren, einen Parkplatz suchen? Und, Gottseisgelobt und getrommelt, in einer Seitentasche finden sich noch drei 55er-Marken und einige mit 3ern, denn inzwischen kostet der Brief ja 58 statt 55 Cent. Dass man sich die Marken auch aus dem Internet ausdrucken lassen kann, hatte ich vergessen. Ca. vier Stunden Arbeit, und das für jemanden, der sich Computer und Internet mehr oder weniger über Lerning by Doing beigebracht hat. Ich bin stolz auf mich, aber gerade noch arbeitsfähig für den zweiten Teil des Tages. Da braucht es keinen Wunder zu nehmen, wenn keine zwei Romane oder Sachbücher pro Jahr dabei herauskommen. Wenn es denn so wäre, käme gleich die diebische Elster geflogen und würde die Hand aufhalten!
Es reicht aber nicht, wenn Sie angeben, was Sie mit ihrem E-Book verdient haben.
Dienstag, 19. Februar 2013
Das diebische Elster-Formular
Wenn ich morgens aufwache, höre ich die Elstern keckern und im Walnussbaum miteinander zanken. Sie zanken sich um die größten Brocken, wie alle Kreaturen auf der Welt sich um die dicksten Brocken zanken. Der Elster wird nachgesagt, dass sie Silberlöffel stiehlt, um ihr Nest damit aufzuwerten. Seit ein, zwei Jahren gibt es eine andere Art von Elster, die nicht minder silberlöffelgierig ist. Die Steuererklärungen kommen nicht mehr mit der Post, sondern man muss sie online ausfüllen oder aber persönlich zum Rathaus wackeln und die Formulare abholen. Etwa im September letzten Jahres bekam ich die Aufforderung vom Finanzamt, nun doch endlich meine Steuererklärung abzugeben. Ich habe es mit der Elster versucht, aber irgendwann hatte ich das Bedürfnius, in die Tastatur zu beißen und die Wände hoch - und runterzurasen. Immer, wenn ich ein Feld nicht ausgefüllt habe, das ich nicht ausfüllen k o n n t e, ging es nicht weiter. Man konnte das Dingens dann weder speichern noch ans Finanzamt weiterleiten. Schließlich habe ich kapituliert und bin zum Rathaus unserer Stadt gegangen, den Wagen so geparkt, dass ich nicht auch noch ein Knöllchen abkriegen würde. Die Formulare lagen griffbereit beim Empfang. Nun füllte ich den Vordruck brav aus und bekam ein paar Monate später den Auftrag, eine geringe Summe nachzuzahlen, was ich auch tat. Aber es muss außerhalb der angegebenen Frist gewesen sein, denn nach einer Mahnung kam ein Schreiben mit der "Androhung einer Zwangsvollstreckung"!. Ich habe nur den Kopf geschüttelt und mich gefragt, was der Bürger sich eigentlich noch alles gefallen lassen muss - nachdem er jahrelang zum Beispiel 10 Euro Praxisgebühr gezahlt hat, was dann mit einem Mal nicht mehr nötig war.
Nun ist es wieder soweit: Die Steuererklärung ist fällig. Diesmal ging es einwandfrei mit dem Ausfüllen des Elsterformulars, und ich war schon fast glücklich. Alle Bescheinigungen des Arbeitgebers, der Bank und des Verlages lagen griffbereit. Gerade wollte ich aufatmend auf "Ans Finanzamt übermitteln" drücken, da kommt ein roter Balken und sagt, ich solle die Religionsgemeinschaft eintragen. Wie könnte ich das, ohne zu lügen, da ich doch ausgetreten bin? Also schreibe ich "Keine" hin. Und will abschicken. Da kommt ein roter Balken und sagt: Ich solle das ausländische Land eintragen, in dem ich Kapitalertrräge erwirtschaftet hätte. Ja heilisakralausitzidanocheinmal! Will ich es ausdrucken, streikt der Drucker, meldet Papierstau, obwohl da gar kein Stau ist und hat kaum noch Tinte drin. Ich habe das alles jetzt erstmal mit einem Fluch in die Dateien zurückbefördert. Ich muss es der diebischen Elster ja gar nicht so bald in den Rachen werfen. Sie werden nämlich, sobald sie von einer "Einnahme aus selbständiger Arbeit" hören (sprich: Verlagsertrag) sofort den spitzen Schnabel wetzen und mir mindestens ein Drittel bis die Hälfte davon wegnehmen und womöglich noch viermal im Jahr eine Steuervorrauszahlung auf meine Bücher von jeweils 300 Euronen abfordern! Zweimal ist es mir schon gelungen, das abzuwenden, weil die Einnahmen ja gar nicht regelmäßig fließen. Wollt ihr wissen, was ich an einem Buch verdiene? Über zwei Jahre verteilt? Knapp zwei Monats-Nettogehälter! Da frage ich mich wirklich, wie Durchschnittsautoren jemals von ihrer Arbeit leben können sollen!
Nun ist es wieder soweit: Die Steuererklärung ist fällig. Diesmal ging es einwandfrei mit dem Ausfüllen des Elsterformulars, und ich war schon fast glücklich. Alle Bescheinigungen des Arbeitgebers, der Bank und des Verlages lagen griffbereit. Gerade wollte ich aufatmend auf "Ans Finanzamt übermitteln" drücken, da kommt ein roter Balken und sagt, ich solle die Religionsgemeinschaft eintragen. Wie könnte ich das, ohne zu lügen, da ich doch ausgetreten bin? Also schreibe ich "Keine" hin. Und will abschicken. Da kommt ein roter Balken und sagt: Ich solle das ausländische Land eintragen, in dem ich Kapitalertrräge erwirtschaftet hätte. Ja heilisakralausitzidanocheinmal! Will ich es ausdrucken, streikt der Drucker, meldet Papierstau, obwohl da gar kein Stau ist und hat kaum noch Tinte drin. Ich habe das alles jetzt erstmal mit einem Fluch in die Dateien zurückbefördert. Ich muss es der diebischen Elster ja gar nicht so bald in den Rachen werfen. Sie werden nämlich, sobald sie von einer "Einnahme aus selbständiger Arbeit" hören (sprich: Verlagsertrag) sofort den spitzen Schnabel wetzen und mir mindestens ein Drittel bis die Hälfte davon wegnehmen und womöglich noch viermal im Jahr eine Steuervorrauszahlung auf meine Bücher von jeweils 300 Euronen abfordern! Zweimal ist es mir schon gelungen, das abzuwenden, weil die Einnahmen ja gar nicht regelmäßig fließen. Wollt ihr wissen, was ich an einem Buch verdiene? Über zwei Jahre verteilt? Knapp zwei Monats-Nettogehälter! Da frage ich mich wirklich, wie Durchschnittsautoren jemals von ihrer Arbeit leben können sollen!
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